“Das hat der Islam mit Terror zu tun”

terrorismusEs würde mich interessieren, wie DITIB und die Erdotürken folgende Aussagen kommentieren würden:

ISLAMGELEHRTER FORDERT KLARTEXT
Das hat der Islam mit Terror zu tun

Es ist ein Alarm-Ruf – aus berufenem Mund: „Es gibt einen ganz klaren Zusammenhang zwischen Fundamentalismus, Terror und den Grundannahmen der islamischen Orthodoxie.“

Gesagt hat das der Islamgelehrte Yaha C. Staquf im Interview mit der „Frankfurter Allemeinen“ (FAZ). Staquf ist nicht irgendwer: Generalsekretär der größten Muslim-Organisation der Welt, der indonesischen „Nahdlatul Ulama“ (40 Mio. Mitglieder).

Und Staquf – selbst eher konservativ – schlägt Töne an, die in Deutschland nicht selten als Islam-Phobie abgetan werden. O-Ton Staquf: „Westliche Politiker sollten aufhören zu behaupten, Extremismus und Terrorismus hätten nichts mit dem Islam zu tun.“

Da ist die Diskussion um Islam und Terror zurück!

Staqufs Botschaft: Der orthodoxe Islam ist unvereinbar mit weltlich-westlichen Nationalstaaten! Der Gelehrte macht das an drei Kernpunkten fest – „am Verhältnis von Muslimen“:

► „zu Nichtmuslimen“,
► „zum Staat“,
► „zum Recht“.

Der Islam in dieser Auslegung stelle sich in Feindschaft zu Anders- oder Nichtgläubigen. Das „macht ein friedliches Zusammenleben in multikulturellen, multireligiösen Gesellschaften des 21. Jahrhunderts tendenziell unmöglich“, so Staquf.

Zustimmung kommt von namhaften deutschen Experten!

„Staqufs These ist richtig“, sagt Jan Ilhan Kizilhan (50), Kultur-Psychologe, Orientalist und Autor („Die Psychologie des IS“). Kizilhan, der u. a. Hunderte, von ISIS versklavte Jesidinnen betreut hat, zu BILD: „Köpfen, Foltern, Ermorden Andersgläubiger, wie es ISIS nun macht, ist nichts Neues: Juden, Jesiden und Christen mussten im Islam schon immer Kopfsteuern zahlen. Es gibt Hunderte Fatwas gegen Ungläubige, sogenannte Kuffars. Diese werden entmenschlicht, wer als Ungläubiger ausgemacht wird, ist rechtlos, hat kein Recht zu leben. Auf dieser Tradition, dieser Koran-Auslegung, fußt der Terror.“

Auch der Islam-Forscher und Psychologe Achmad Mansour (41, Uni Köln) ist sich sicher: „Der Terror hängt definitiv mit der Art und Weise zusammen, wie der Glaube in vielen muslimischen Gesellschaften gelebt und ausgelegt wird.“

Mansour zu BILD: „Die Verachtung für Andersgläubige, die Konzentration auf das Jenseits bei Verachtung für das Diesseits, das Schaffen von Feind- und Opferrollen sowie der Wahrheitsanspruch für den Islam – das alles macht es den Radikalen so einfach. ISIS hat das alles nicht erfunden.“

Harry Harun Behr (55), Islam-Professor an der Uni Frankfurt, zu BILD: „Keine Frage: Wir brauchen eine kritikfähige islamische Theologie.“ Der Islam müsse sich dem Terror-Problem stellen.

Muslimen-Führer Staquf mahnt auch den Westen: „Ein Problem, das geleugnet wird, kann nicht gelöst werden.“

Der Text ist bei BILD zu finden. (Ich habe ihn leicht gekürzt; außerdem wird er bei BILD durch alles Mögliche überwuchert, so dass man Schwierigkeiten hat, dem Text selber zu folgen. Die Hervorhebungen sind von mir.)

Es würde mich interessieren, weil ja nun Erdogan selbst den Dschihadismus “seiner Landsleute” in Deutschland, Österreich und den Niederlanden “vorhergesagt” hat:

Wenn ihr euch weiterhin so verhält, werdet ihr morgen nirgendwo auf der Welt, kein Europäer, kein Westler in Sicherheit und Frieden einen Schritt auf die Straße wagen. Wenn ihr diesen gefährlichen Weg weiterhin beschreitet, werdet ihr die größten Verlierer sein.

turkishpress

Erdogan und die AKP zelebrieren in der Türkei die Feindschaft mit dem Westen und der westlichen liberalen Kultur. Die “neuen Osmanen” haben uns den Krieg erklärt. Der Dschihad der Türken hat insofern schon angefangen.

Erdogans wüste Attacken auf uns, seine Aufforderung an “seine” Landsleute, sich gegen Deutschland und die Deutschen als Fünfte Kolonne zu positionieren, dazu die Geiselnahmen sind Einstiegsaktionen in diesen Krieg.

Natürlich unterscheiden sich die salafistische Variante des Dschihadismus und die (Erdogan näher stehende) Muslimbrüder-Variante, die sich in der Türkei mit einem türkisch-völkischen Chauvinismus kombiniert.

In Deutschland unterschätzt man den Eskalationsweg von Erdogan immer noch. Der Große Meister der Türkei wird noch sehr viel weiter gehen, als er bisher gegangen ist.

Wie sollten wir mit Erdogan umgehen?

10[1]Die Pöbelattacken des Großen Meisters der Türken gehen weiter, werden sogar noch schärfer.

Sigmar Gabriel steht in der HDI-Arena zu Hannover – Wahlkampf in der politischen Heimat, in Niedersachsen. Der deutsche Chefdiplomat setzt jetzt ein leichtes Schmunzeln auf, wie er es oft tut, wenn er zu einer Spitze ansetzt: „Offenbar bin ich noch nicht lange genug dabei, um schon alles erlebt zu haben“, sagt er ins Mikrofon.

Eine Replik an den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, der tags zuvor duzend gegen den deutschen Außenminister polemisiert hatte. „Wie lange bist du eigentlich in der Politik? Wie alt bist du?“, schimpfte Erdŏgan. Und: „Beachte deine Grenzen.“

Gabriel hatte dem türkischen Präsidenten zuvor wegen eines Wahlboykottaufrufs „Hetze“ unterstellt.

Handelsblatt

Erdogan hat einen Ton drauf, der hat schon was. Immerhin spricht da ein Staatspräsident. (Es ist etwas anderes, wenn man am Stammtisch oder in einer Satiresendung so spricht. Da gehört es hin und mag gelegentlich durchaus am Platze sein.)

Kommen die Aktionen dazu: Jetzt also veranlasst Erdogan die Verhaftung eines deutschen Staatsbürgers in Spanien.

Zumindest verbal fängt Berlin endlich an, nicht nur defensiv und abwiegelnd zu sprechen.

Es sind treffende Worte – aber es sind immer noch nur Worte.

Man tut nichts, und will (vorerst) nichts tun.

Cem Özdemir hat es richtig formuliert:

Grünen-Chef Cem Özdemir empfahl, solche persönlichen Attacken zu ignorieren. „Sich mit Erdogan auf seinem Niveau anzulegen, hat keinen Sinn, da bräuchte es einen Psychologen“, sagte er der „Saarbrücker Zeitung“ (Montag).

„Wir müssen stärker die Sprache der Wirtschaft und des Geldes sprechen.“ Daher sollten vorerst für Investitionen in der Türkei staatliche Hermes-Bürgschaften verweigert werden.

Handelsblatt

Generell:

„Deutschland war zu sanft gegenüber der Türkei“, sagte Özdemir am Montag dem ARD-Morgenmagazin. Der Kurs, eher mit Zurückhaltung auf andauernde massive Angriffe Erdogans zu reagieren, sei „krachend gescheitert“.

Der Grünen-Chef forderte: „Jetzt ist es auch an der Zeit, deutlich zu machen, dass der lange Arm von Erdogan in Deutschland und in Europa nichts verloren hat.“

Wer immer noch abwiegelt, ist EU-Junker. Man solle und dürfe den Dialog nicht abreißen lassen …

Gibt es da einen Dialog?

Und insoweit es auf unteren Ebenen noch einen Dialog gibt: Den kann man ruhig weiter führen, wenn die Türkei das will. Es wird aber Zeit, dass die EU etwas tut.

Zum Beispiel die Aufnahmeverhandlungen beendet, samt den damit verbundenen Wirtschaftsprivilegien.

Genau das will die EU nicht – ich nehme an, gezwungen von der Wirtschaftslobby. Der ist Erdogans aggressive Rhetorik ebenso egal wie die übergriffigen Aktionen – solange sie nicht die Aktivitäten europäischer Firmen in der Türkei selber treffen.

Die Wirtschaft dirigiert hier die Politik.

Drum gibt es immer noch keine Handlungen, keine Maßnahmen, die Erdogan weh tun könnten.

Und darum kann er es sich durchaus leisten, so weiter zu machen.

Eins wäre falsch: Zu glauben, wir könnten Erdogan an seiner Eskalation wirklich hindern. Wir könnten sie nur etwas verlangsamen (und hoffen, dass er stirbt, bevor er die Türkei ganz in ein totalitäres und dschihadistisch aggressives Regime verwandelt hat).

Berlin bekommt den Krawallmacher vom Bosporus nicht in den Griff.

Noch im April war im Außenministerium die Hoffnung zu hören, dass sich die Spannungen wieder legen könnten nach dem türkischen Referendum, dass Erdoğan das im Wahlkampf gezimmerte Feindbild Deutschland vielleicht wieder abräumen würde.

Nazi-Vergleiche ließ man über sich ergehen, auch wenn Umfragen anzeigten, dass eine Mehrheit der Deutschen die Milde der Regierung längst ablehnte. Nur nicht provozieren lassen, lautete das Credo.

Inzwischen hat sich die Hoffnung eines Kurswechsels in Ankara zerschlagen. Inzwischen räumt Gabriel ein, dass die Zurückhaltung keine Wirkung zeigte: „Im Gegenteil: Es sind weiter Menschen aus Deutschland unschuldig in Haft genommen worden“, sagte er der ARD.

diepresse

Der erste Satz ist schlicht dumm. Es ist nicht die Aufgabe von Berlin oder Brüssel, Erdogan “in den Griff zu bekommen”.

Das wäre so, wie wenn man früher einmal gesagt hätte, die Engländer und Franzosen müssten Mussolini oder Hitler oder Stalin oder Mao “in den Griff bekommen”. Solche maßlosen Tyrannen, die sich auf durchaus relevante Teile des eigenen Volkes und auf eine nicht auszuschaltende Machtmaschinierie stützen, “kriegt man nicht in den Griff”. Man handelt ihnen gegenüber in der Weise, mit der man sich am besten schützt.

Das heißt in jedem Fall: Man stärkt die Tyrannen nicht noch durch freundschaftliche Wirtschaftsbeziehungen oder indem man so tut, als ob ihr Regime schon rechtsstaatlich in Ordnung sei. Man wird mit ihnen im Rahmen des Nötigen, im Rahmen der eigenen Interessen reden und dabei auch Kompromisse eingehen, mehr aber auch nicht. Man wird sich gegen sie möglichst eng zusammenschließen und immer mit der Gefahr rechnen, die von solchen Regimes ausgeht.

Zum Glück hat die Türkei nicht die Potenz, die einst Mussolini, Hitler, Stalin und Mao für die Welt gefährlich gemacht hat. Die Türkei ist ein Zwerg, wirtschaftlich und kulturell. Auch militärisch nicht besonders zu fürchten.

Das sollte es uns leichter machen, die offene Kriegserklärung Erdogans an den Westen als solche aufzugreifen und entsprechend zu handeln. Vor allem mit Maßnahmen, die wirtschaftlich wirksam sind.

Zu solchen Maßnahmen kommt es auch noch.

Geduld, Leute, Geduld. Erdogan ist ein Eskalierer. Wir können uns auf ihn verlassen. Irgendwann geht er zu weit. Oder: Irgendwann kommt Strohhalm dazu, der das immer rücksichtsloser beladene Kamel zusammenbrechen lässt.

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