Gabriel: Und ihr gehört doch zu uns!

tuerkeiApropos Gabriel und seine freundliche Ansprache an die Deutschtürken:

Er differenziert leider nicht.

Ein Drittel der Deutschtürken steht gegen Erdogan. Ein Drittel können wir zu den begeisterten Anhängern von Erdogans antiwestlichem, autoritärem, islamistischem Kurs zählen. (Ein Drittel ist irgendwo dazwischen anzusiedeln.)

- Gilt das, was Gabriel gesagt hat, wirklich auch für die Erdotürken in Deutschland?

Falls ja, dürfte Gabriel damit ziemlich allein dastehen.

Die aktuelle Kursänderung Berlins gegenüber Ankara hat zu tun mit den Verhaftungen Deutscher. Warum sollten wir Leuten, die diese Verhaftungen für gut halten, sagen:

Sie, die türkischstämmigen Menschen in Deutschland, gehören zu uns – ob mit oder ohne deutschen Pass.

Die Erdotürken haben sich selbst aus Deutschland ausgeschlossen.

Es dauert wohl noch ein bisschen, bis auch die Bundesregierung nicht mehr umhin können wird, das Offensichtliche öffentlich auszusprechen.

Erdogan hat immerhin den türkischen Dschihadismus gegen Deutschland angekündigt:

“Deutschland begeht Selbstmord.”

Weil es ihn nicht in Deutschland vor Landsleuten auftreten ließ.

- Inwiefern begehen wir damit Selbstmord? – Wir dürfen diese zunächst einmal seltsam klingende Prophezeiung verbinden mit einer, die Erdogan vor ein paar Monaten losgelassen hat:

Ich rufe Europa auf, die mit dem Finger wedelt: Die Türkei ist kein Land, die man schubsen kann, mit ihrer Würde spielt, ihren Ministern die Tür vor der Nase zuschlägt, seine Bürger auf dem Asphalt herzieht. Überall auf der Welt werden die Geschehnisse mitverfolgt.

Wenn ihr euch weiterhin so verhält, werdet ihr morgen nirgendwo auf der Welt, kein Europäer, kein Westler in Sicherheit und Frieden einen Schritt auf die Straße wagen. Wenn ihr diesen gefährlichen Weg weiterhin beschreitet, werdet ihr die größten Verlierer sein.

Quelle. Für die schlechte Übersetzung kann ich nichts.

>>> Hier die kleine Zitatesammlung, die ich angelegt habe.

Warten wir also geduldig auf den Tag, an dem die Erdotürken im Auftrag ihres großen Meisters zur dschihadistischen Erpressungspolitik schreiten.

Erdogan glaubt an sein Erpressungspotenzial. Und wir tun einiges dafür, dass auch seine Anhänger es glauben.

Erdogan. Er eskaliert und eskaliert.

tuerkeiWie vorhergesagt.

Der Mann gehört in die Kategorie der Eskalierer.

Man sehe sich die Entwicklung der letzten 5 Jahre an. Jahr für Jahr ist Erdogan radikaler geworden.

Das wird so weiter gehen.

Die maßlose Radikalität gehört zu seinem politischen Charakter und dem seiner heißen Anhänger. Darin ähnelt er Hitler, Mussolini, Stalin oder Mao.

Dieser Typus ist durchaus auch pragmatisch. Hitler, Mussolini, Stalin oder Mao waren pragmatisch. Der naive Hinweis auf Erdogans Pragmatismus birgt also kaum einen Trost.

Für diejenigen, die meinen, die aktuellen Berliner Maßnahmen gegen Erdogan seien unnütz, weil sie nichts an seinem Kurs ändern: Was ist die Logik eines solchen Arguments?

Irgendwann wird man reagieren müssen, oder? Ist es etwa nicht sinnvoll, schon mal damit anzufangen und die Gegenmaßnahmen allmählich zu steigern – falls nötig?

Natürlich, mit einem Einlenken Erdogans ist nicht zu rechnen. Er wird weiter eskalieren.

Stellen wir uns darauf ein.

Die Türkei ist für den Westen – vorerst – verloren.

Wer in die Türkei investiert hat, sollte den Rückzug planen und nicht warten, bis es zu spät ist, um noch ohne großen Verlust rauszukommen.

Das gilt auch für die Bundesregierung und für die EU.

Bereitet euch auf den Ernstfall vor!

(Ich denke dabei auch an Churchill. Er hat von 1933 an kapiert, wohin Hitler steuert. Es war auch nicht schwer zu erkennen. Aber man sieht nicht, was man nicht sehen möchte. So hat es bis zur Münchner Konferenz 1938 und noch etwas darüber hinaus gedauert, bis zum Beispiel die Engländer kapiert haben, was auf sie zukommt.)

Erdogan hat noch nicht das Kaliber von Hitler, Mussolini, Stalin oder Mao. Aber er wächst allmählich hinein. Wir sind erst im zweiten Akt der Tragödie (die klassischerweise 5 Akte hat). Zum Trost: Die Türkei bringt nicht so viel Gewicht auf die Waage – Erdogans Potenzial, global Schaden anzurichten, ist insofern kleiner.

Anmerkung:

Ich vermute, nicht die Verhaftungen haben zum Berliner Kurswechsel geführt, sondern die Schwarzen Listen gegen immerhin 700 deutsche Unternehmen in der Türkei. DA ist man in Berlin wirklich empfindlich und entscheidet sich für einen Warnschuss. Die Verhaftung von ein paar Journalisten oder Menschenrechtsvertretern kümmert die Wirtschaft – also auch Berlin – nicht sonderlich.

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