Höcke contra Deutschland

rechtsÜber Höckes Rede gegen die deutsche Erinnerungskultur konnte man schon einige treffende Kommentare lesen.

Zur Erinnerung:

“Ich weise euch einen langen und entbehrungsreichen Weg, ich weise dieser Partei einen langen und entbehrungsreichen Weg, aber es ist der einzige Weg, der zu einem vollständigen Sieg führt, und dieses Land braucht einen vollständigen Sieg der AfD.”

Ich mach mir da keine Sorgen. Deutschland will nicht zu “Anklam” = zur toten Hose werden.

Höcke deutet an, worauf es hinauslaufen würde: auf ein ethnisch gesäubertes Land der “deutschen Patrioten”, in der weder ich noch die 20% Migranten noch die internationale Wirtschaft mit ihrer internationalen Belegschaft einen Platz hätten.

Ein Deutschland, das sich wieder als Macho in Europa aufführen würde. Und als Macho behandelt würde – in Erinnerung an das Dritte Reich.

Denn die andern alle bewerten diese Erfahrung eher so wie diejenigen Deutschen, die die Erinnerungskultur pflegen.

Die aber, so Höcke, haben “unser gutmütiges Volk heimtückisch hinters Licht geführt”.

“Wir werden uns unser Deutschland Stück für Stück zurückholen.”

Man habe versucht, durch Umerziehung unsere Wurzeln zu roden … uns also das völkische Gefühl zu nehmen.

Jetzt kehre es wieder, das völkische Bewusstsein, und Höcke verspricht, dass es eines Tages wieder herrschen und dass es die Politik bestimmen werde, sobald die AfD die Macht übernehmen werde.

Aufgehängt hat Höcke seine Prophezeiung am Holocaust-Denkmal in Berlin.

“Wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.”

Weg mit diesem Denkmal der Schande!

“Wir brauchen nichts anderes als eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad.”

In der AfD gebe es allerdings noch zu viele, die nur so halb auf diesem Weg mitmarschieren. (Petry zum Beispiel. Die hat sich auch distanziert …)

Die Menge, die ihm zuhört, brüllt frenetisch:

“Deutschland! Deutschland! Höcke! Höcke!”

Wer AfD wählt, wählt Höcke und die völkische Revolution.

Das Ausländer- und Flüchtlingsthema ist nur der Aufhänger. Es geht um viel mehr.

Wozu haben wir eigentlich einen “Verfassungsschutz”?

Da hackt einer am Pfeiler unserer Grundordnung. Und darf mit 15% der Wählerschaft rechnen.

Diese rechtsextremistischen 15% gab es schon immer bei uns; jetzt ist es ihnen mal gelungen, sich in einer Partei zu organisieren – motiviert und vereinigt durch ihre Xenophobie. Xenophobie in Politik umgesetzt bedeutet aber den Sturz des Grundgesetzes. Auch Terror und Krieg gegen die deutsche Kultur.

Denn deutsche Kultur ist pluralistisch, ist international offen und inklusiv. Sie tendiert zur Multikulturalität, ist ganz und gar nicht xenophob.

Wofür stehen unsere Kulturschaffenden seit Lessing und Goethe? (Die wenigen Ausnahmen bestätigen die Regel.)

Die von den Nazis gehasste und unterdrückte deutsche Tradition hat es nach 1945 geschafft, das Land nicht nur wieder aufzubauen, sondern auch ökonomisch, politisch und kulturell wieder zum geschätzten Partner der Nachbarn und der Welt zu machen.

Dafür steht unsere in der Tat historisch einmalige Erinnerungskultur.

Sie verschafft uns Vertrauen und Respekt.

Sie ist ein Grund dafür, dass wir auf unser Deutschland auch gelegentlich mal stolz sein können.

T-Day

usaDer Countdown läuft.

Vier Jahre stehen auf der Uhr.

Ein Psychopath ist Präsident der USA. 50% der firepower der Welt, 50% der nuclear power der Welt (oder mehr), die wirtschaftlich mächtigste Nation, die Nation von Silicon Valley

Schon möglich, dass wir die vier Jahre einigermaßen überstehen. Dass es nicht so schlimm kommt, wie es kommen könnte.

Aber mal Hand aufs Herz:

Wie wird sich der Psychopath Trump in Krisensituationen verhalten?

Und Krisen wird es geben – würde es auch ohne Trump geben, aber mit Trump wohl noch mehr, noch heftiger.

In den nächsten Monaten: Welchen Kurs wird er tatsächlich steuern? Wird er überhaupt einen Kurs steuern?

Da müssen wir abwarten. Und den Sicherheitsgurt anlegen.

Denn es wird – zumindest – turbulent.

Als Deutscher, dem die Jahre 1900-1950 in den Knochen stecken bzw. in den Nerven vibrieren – die Jahre des worst case! – sehe ich die Möglichkeit der Katastrophen.

Darum wünsche ich mir immer eine vorsichtige, umsichtige, weitsichtige Politik. Eine verantwortungsbewusste Politik. Eine, die auf Nachhaltigkeit setzt. Eine Politik, die fehlerfreundlich ist und Korrektur ermöglicht.

Bei allem Radikalismus – da macht mich meine historisch geprägte “Natur” vorsichtig, zurückhaltend, skeptisch.

Mit Trump haben wir nun jemand an der Spitze der mächtigsten Nation der Erde (und in der Führung unseres politischen und wirtschaftlichen Bündnisses), der ein außerordentlich hohes Risiko darstellt.

Außerdem: Alle Amerikafeinde werden jubeln.

Nachdem sich die Amis schon mit dem Irak-Abenteuer ins eigene Knie geschossen haben, greifen sie jetzt ihr eigenes Rückgrat an.

Trump könnte Amerika kaputt machen. Auf jeden Fall wird er den Abstieg der USA beschleunigen.

Hoffen wir, dass er uns – den Rest der Welt – nicht in diesen Abstieg hineinreißt.

Allen denjenigen, die sich über Trump freuen – sei es den Amerikahassern, sei es den Rechtspopulisten – möchte ich mitteilen:

Ich merke mir ihren Jubel. Ich merke mir ihre leichtsinnigen Erwartungen. Ihre aus Destruktionswillen und Ressentiment springenden Äußerungen.

Von Seehofer bis hin zu den Rechtsradikalen kommt Beifall für Trump.  Halten wir das fest.

Heute ist T-Day.

Eins können wir in all dem Elend immer machen: lernen. Die Welt und die Menschen besser verstehen lernen. Lernen, wie man es nicht machen darf.

Trump wird uns vielleicht lehren, was rechtspopulistische Politik in der Praxis bedeutet.

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