9000 Erdotürken bejubeln die Diktatur

tuerkei9.000 – wenn eine community 2,9 Millionen Angehörige hat, kann man die schon mal zusammenbringen.

Könnte sein, dass sie etwa die Hälfte der Deutschtürken repräsentieren.

1,4 Millionen Referendums-Stimmberechtigte leben in Deutschland.

Davon wird vielleicht ein Drittel (oder etwas mehr) zur Wahl gehen.

Die andere Hälfte hat sich vermutlich hinreichend abgenabelt von der Türkei. Erdogan macht sie nicht heiß genug, um sie zum Wahlgang zu motivieren. (Die Erdoganskeptiker oder Erdoganfeinde, die dann vielleicht doch noch zu dieser Wahl gehen, werden mit Nein stimmen. Je höher die Ja-Quote ausfallen wird, desto schlechter für die Erdotürken in Deutschland.)

Laut äußern werden sich nur wenige von ihnen: Es könnte für die Angehörigen in der Türkei nachteilig werden. Vielleicht gäbe es auch in Deutschland Druck von den Fanatikern. Besser, man hält sich bedeckt.

Die Veranstaltung in Oberhausen gibt uns ein klares Bild. Diese 9.000 gehören nicht zu uns. So, wie sich da aufführen, können gar nicht anders – sie müssen uns Deutsche als Feinde betrachten.

Sie LIEBEN Erdogan.

Sie WOLLEN die absolute Herrschaft ihres Großen Führers.

Sie SEHNEN sich nach osmanischer Größe und Gewalt.

Sie HOFFEN auf die Todesstrafe.

Sie VERDAMMEN alle entschiedene Opposition als Terrorismus.

Sie IDENTIFIZIEREN sich total mit Erdogans Türkei.

Da muss ihnen Deutschland, da müssen ihnen wir, die Deutschen, geradezu teuflisch fremd erscheinen.

Eine Diktatur ist die Türkei schon, auch wenn es noch demokratische Restbestände gibt. Das JA! für Erdogans Verfassung ratifiziert die Diktatur.

Wie begründet der Ministerpräsident in Oberhausen die Diktatur? – “Auf einem Schiff kann es nicht zwei Kapitäne geben.”

Klartext. In einem Land kann es nur EINEN geben, der bestimmt.

Keine Gewaltenteilung. Demokratie verwirrt die Türken nur.

Der Politikwissenschaftler Burak Çopur äußerte seine Besorgnis, dass sich offenbar so viele junge Menschen von der Veranstaltung angezogen fühlten:

“Nach den erschreckenden Bildern aus Oberhausen insbesondere von vielen jungen türkischen AKP-Anhängern frage ich mich oft, was ist schief gelaufen in unserem schönen Deutschland, dass gerade junge Migranten der 3. Generation einen Diktator huldigen und für eine islamo-faschistische Ideologie so empfänglich geworden sind, die Kritiker und Journalisten verfolgt und sich für die Todesstrafe stark macht.”

“Das hatte etwas Rauschhaftes” fasste WDR-Moderatorin Asli Sevindim die Jubelshow in der “Aktuellen Stunde” zusammen.

telepolis

 

Was immer die Gründe sein mögen – und sie werden auch in unseren eigenen Fehlern zu suchen sein – diese jungen Türken haben sich selbst aus Deutschland herauskatapultiert.

Wir müssen überlegen, wie wir sie los werden können.

Hätte man die Veranstaltung verbieten sollen?

NEIN!

Jeder sollte sich diese erschreckenden, abschreckenden Bilder anschauen. Sie lehren uns etwas. Sie zeigen uns, dass mit den Erdotürken in Deutschland nichts mehr anzufangen ist. Keine Integration, keine Kooperation, kein Dialog.

Der Bruch ist da.

Nun schauen wir mal, was sich daraus ergibt.

Die Türkei solle wieder zu ihrer alten Größe zurückfinden, als es noch das Osmanische Reich gab, fordert Senel. “Warum soll die Türkei nicht dieselbe Macht haben wie die USA oder Deutschland.”

Erdoğan und seine AKP haben mit ihrer Hinwendung zu den türkischen Auswanderern einen Nerv getroffen. Vor allem bei denjenigen, die sich in der türkischen Gesellschaft nicht angenommen fühlen. Und so tönt es aus den Rängen in der Arena am lautesten, wenn Yildirim von der Stärke und Macht der Türkei spricht, für die die AKP stehen will. “Seid ihr bereit, für eine neue mächtige Türkei?” “Wir sind bereit!”

“Seid ihr bereit für eine mächtige Türkei?”, brüllt Yıldırım so laut in die Halle, dass ihm fast die Stimme kippt. ”Ja!!!!”

SZ

Schreit der Erdopöbel. Die Fanatisierten merken nicht, dass Erdogan und sie selber gerade dabei sind, die Türkei zu schwächen, vielleicht sogar kaputt zu machen.

So, wie sie sich selbst in Deutschland gerade kaputt machen.

Stolz können sie sein dank Erdogan?

Im Ernst, geht ein Erdotürke im Moment gerade selbstsicher durch Deutschland? Fühlt er sich stark und stolz, wenn er uns ins Gesicht schaut?

Wenn er uns ins Gesicht schaut, merkt er: Er gehört nicht mehr hierher. Er hat hier nichts mehr zu melden. Er ist allein. Isoliert. Hilflos.

Er ist hier einfach nur noch fremd.

Am falschen Ort.

Unter den falschen Leuten.

Es wird Zeit für ihn, die Koffer zu packen.

PS: Der Fall Deniz Yücel

Die Erdotürken merken nicht, was für einen Fehler sie da machen.

Sogar Angela Merkel hat sich gezwungen gesehen zu zeigen, dass sie ein Auge auf das Schicksal des Journalisten hat.

Für ALLE Journalisten in Deutschland dürfte der Fall sowas wie Öl ins Feuer sein – und sie zu besonderer Entschiedenheit gegenüber Erdogan und seinen Fußsoldaten in Deutschland motivieren.

Was wiederum die Politiker nicht unbeeindruckt lassen wird …

Die Sache wird heißer und heißer.

 

 

 

 

 

 

DITIB unter Druck

tuerkeiDer erdohörige Religionsverband DITIB gerät immer mehr unter Druck.

1

“Der Einfluss des türkischen Staates auf die Ditib ist zu groß”, sagte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD). “Die Ditib sollte ihre Satzung ändern, die die enge Verbindung zur türkischen Religionsbehörde Diyanet festschreibt.”

Wenn sich der Spionageverdacht gegen einzelne Ditib-Imame bestätige, müsse sich die Organisation vorhalten lassen, zumindest in Teilen ein verlängerter Arm der türkischen Regierung zu sein.

“Wir erwarten, dass die Ditib die Vorwürfe unverzüglich und lückenlos aufklärt”, so Maas.

Spiegel Online

Die Bundesanwaltschaft, so erfahren wir, hatte die Absicht, einige Imame wegen geheimdienstlicher Agenttätigkeit verhaften zu lassen; der Bundesgerichtshof war noch nicht so weit, das zu genehmigen.

Die betreffenden Imame wurden daraufhin schnell in die Türkei ausgeflogen.

Gestern haben Beamte des Bundeskriminalamts mehrere Wohnungen von DITIB-Geistlichen durchsucht.

Die beschuldigten Imame sollen im Auftrag des Amtes für religiöse Angelegenheiten Diyanet Gemeindemitglieder sowie deutsche Lehrer bespitzelt und sodann angebliche Anhänger des islamischen Predigers Fetullah Gülenin Ankara gemeldet haben. Die Informationen seien an das türkische Generalkonsulat in Hürth bei Köln geliefert worden sein, teilte die Bundesanwaltschaft mit.

Rechtliche Grundlage:

Der Paragraf 99 des Strafgesetzbuchs, nach dem der Generalbundesanwalt die Ermittlungen führt, verbietet das Sammeln von Informationen in Deutschland “für den Geheimdienst einer fremden Macht”.

2

Dass DITIB ein Organ des türkischen Staates ist, von der Türkei aus regiert, wissen wir schon immer (auch wenn man regierungsoffiziell noch so tut, als ob das im Moment nur ein Verdacht sei).

Jetzt, wo Kalter Krieg herrscht zwischen Deutschland und der Türkei, wird diese Abhängigkeit zum Thema.

Kalter Krieg.

Erreicht er inzwischen auch die Regierungsebene? – Bisher ist Berlin noch lieber in Erdogans Hintern gekrochen, wegen des Flüchtlingsabkommens.

Aber Angela Merkel lässt inzwischen merken, dass es ihr stinkt.

Can Dündar berichtet darüber in der SZ.

Und in der ZEIT. Ich zitiere das ausführlich als Beispiel für den Kalten Krieg:

Was die Regierung denkt oder was sie uns glauben machen möchte, erfährt man in der Türkei am besten aus der regierungstreuen Presse. Hier eine Auswahl der dortigen Schlagzeilen nach dem Merkel-Besuch: “Kamikaze-Kanzlerin”, “Lehre in Sachen Terror”, “Dreistigkeit, die das Fass zum Überlaufen bringt”, “Er wies sie zurecht”, “Er lehrte sie Mores” …

Wen das überrascht, der sollte wissen, dass Erdoğan auf der gemeinsamen Pressekonferenz intervenierte, als Merkel von “islamistischem Terror” sprach, und dozierte: “Der Islam ist die Religion des Friedens.” Die Erdoğan-nahe Presse machte daraus: “Der Staatspräsident wies Merkel zurecht, als sie offen provozierte.”

Zweck solcher vor allem nach innen gerichteter Schlagzeilen ist es einerseits, Erdoğan glänzen zu lassen, und andererseits, Merkels kritische Bemerkungen zu kaschieren. Bei ihren vorherigen Besuchen konnte dieselbe Presse Merkel gar nicht genug rühmen. Hinter dem jetzigen Stimmungsumschwung in Ankara steckt der Stimmungswandel in Berlin.

Letzte Woche hatte ich an dieser Stelle bereits vermutet, dass Merkel einen anderen Ton anschlagen würde. Und so geschah es. Denn zum einen hat Erdoğans Autokratie mittlerweile unübersehbar antidemokratische Dimensionen angenommen, zum anderen erkannte Merkel, dass sie im Wahljahr nicht länger dazu schweigen kann. Im Grunde ging es beiden um die eigene Öffentlichkeit.

Merkel gab sechs klare Botschaften aus:

Sie betonte die Gewaltenteilung und verwies damit auf Erdoğans Präsidial-Ambitionen, die Kontrolle von Justiz und Parlament anzustreben.

Mit dem Verweis auf die Pressefreiheit erinnerte sie an die inhaftierten Journalisten.

Mit Blick auf die inhaftierten Vorsitzenden und Abgeordneten einer Oppositionspartei unterstrich sie die Bedeutung der Opposition.

Sie regte die Beobachtung des Referendums durch die OSZE an, damit teilte sie die Sorge, die Regierung könnte die Resultate manipulieren.

Ihre Reaktion auf die Forderung, Gülenisten auszuliefern, lässt sich übersetzen mit: Bei uns laufen solche Dinge nicht per Anweisung an die Richter.

Gleich darauf sprach sie die Aktivitäten der türkischen Religionsbehörde in Deutschland an und machte ihren Unmut darüber deutlich.

Schließlich traf sie Vertreter der Oppositionsparteien und lieh damit auch “der anderen Türkei” ihr Ohr.

Doch über diese Einzelheiten berichteten regierungsnahe Medien selbstverständlich nicht. Merkels Besuch in Ankara machte die Spannungen sichtbar, die sich bei den vorangegangenen Besuchen lediglich hinter verschlossenen Türen abgespielt hatten.

Der Berliner Ton verschärft sich also – allmählich.

Er wird noch schärfer werden.

Schon aus Wahlkampfgründen.

Könnte sein, dass die um Wähler buhlende Bundestagsparteien geneigt sein werden, ihren Wählern vorzuführen, wer sich am entschiedensten von Sultan Erdogan und seinen willigen Untertanen abgrenzt.

3

Die Erdotürken in Deutschland haben schlechte Karten. Es gibt niemand mehr in Deutschland, der sie verteidigt.

Sie sind raus.

Auch wenn sie es noch nicht ganz wahrhaben wollen.

Mögen sie in Oberhausen dem Weg der Türkei in die islamistische Diktatur zujubeln! Es macht uns allen nur noch deutlicher, mit was für Leuten wir es  hier zu tun haben.

„Yildirims Werbefeldzug für eine Diktatur in der Türkei sollte unbedingt unterbunden werden“, forderte Sevim Dagdelen, Bundestagsabgeordnete der Linken, in der „Bild“-Zeitung.

Das meine ich nicht. Erstens, weil es nicht geht, zweitens, weil es uns wertvolle Information liefert. Die, die diese Veranstaltung machen, schaden sich selbst so massiv damit, dass es mir recht sein kann.

4

Die Bespitzelung betrifft nicht nur die Gülen-Leute.

Die Erdofans bedrohen alle Deutschtürken. Es ist ein umfassender Einschüchterungsversuch.

Wer Verwandte in der Türkei hat, oder wer die Türkei im Urlaub besuchen will, tut gut daran, vorsichtig zu sein und sich nicht aus dem Fenster zu lehnen.

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