g’spinnert (5)

(Bx)

Diesmal was Deutsches. Mal sehen, ob ich am Ende den Migrationsdreh dafür hinkriege …

Eine Altenpflegerin packt sich 6 Maultaschen ein, die nach dem Essen im Pflegeheim übrig geblieben sind und die nach Vorschrift des Arbeitgebers in den Müll wandern müssen. 17 Jahre hat die Frau im Betrieb gearbeitet, nun wird sie von der Firma entlassen. Das Vertrauensverhältnis sei gestört. Das Gericht gibt dem Arbeitgeber recht. (telepolis)

Einmal abgesehen von der fehlenden Verhältnismäßigkeit, die hier allein schon Entlassung und Gerichtsurteil zur Perversion (und zu einem Fall von Klassenkampf von oben) machen – ich will auf etwas anderes hinaus:

Die Altenpflegerin hat etwas getan, was der gesunde Menschenverstand fordert: Nahrungsmittel, die noch verwertbar sind, zu nutzen. Die “Übeltäterin” hat also richtig gehandelt. Das  Richtige aber wird bestraft.

Einer meiner Kursteilnehmer (er stammt aus Palästina) arbeitet bei Tengelmann. Er erzählt mir, da würden jeden Abend unglaubliche Mengen von Obst und anderen Waren auf den Müll geworfen – alles einwandfreie Ware. Es sei den Angestellten verboten, etwas davon mit nach Hause zu nehmen. In seinem Gesicht lese ich die Fassungslosigkeit über unseren perversen Umgang mit Lebensmitteln.

Wie ist es möglich, dass wir hier in Deutschland – mit einem ökologisch halbwegs aufgeklärten Volk -  solche destruktive Firmen- und Rechtspolitik dulden und die Firmen nicht verpflichten, für eine angemessene Verwertung noch genießbarer Lebensmittel zu sorgen?

Es gäbe  als dankbare Abnehmer genug Arme und Geringverdiener in Deutschland – und genug soziale Einrichtungen.

“Aber das wäre schlecht fürs Geschäft.” -

Vernunft, gesunder Menschenverstand, verantwortlicher Umgang mit Nahrungsmitteln — sind schlecht fürs Geschäft?

Warum schaffen wir dann nicht gesetzliche Regelungen, die das Vernünftige und Verantwortungsvolle gut fürs Geschäft machen?

Und könnte der Tengelmann vorne an der Karlstraße nicht jeden Morgen einiges von dem, was er ”entsorgen” will, gratis der IG-Küche zur Verfügung stellen?

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