Sarrazin (4) – Alternativen

(Bx)

Sarrazin sieht die Lösung von Integrationsproblemen darin, auszugrenzen, auszuhungern und den Zuzug zu sperren: Bauen wir auf die Eliten, und überlassen wir diejenigen, die es nicht von selber schaffen, sich selber (bzw. der Polizei)!

Anders optiert - erfreulicherweise – die schwarz-gelbe Arbeitsgruppe Integration (meine Hervorhebung):

Des weiteren sehen die Ergebnisse der Arbeitsgruppe vor, dass es für deutsche wie ausländische Kinder ab dem vierten Lebensjahr verbindliche Tests des Sprachstands geben soll. Sofern sich dabei Mängel zeigen, ist eine Pflicht zur Förderung vorgesehen. Eltern, die ihre Kinder nicht zu diesem Sprachunterricht schicken, müssten mit Sanktionen rechnen.

In der SZ vom Freitag fand sich übersichtlich und informativ auf der ersten Seite des Münchner Teils Christian Rosts Überblick über Initiativen der Stadt München zur Integration von Migrantenkindern: aktuelle Maßnahmen auf kommunaler Ebene.

Das sind hoffnungsvoll stimmende Anfänge und Ansätze - aber kaum mehr. Wir müssten radikaler zupacken:

Die Integration der Eltern bzw. Erwachsenen gelingt immer nur bedingt und ausnahmsweise. Auf die Integration der Kinder kommt es an – und da haben wir es in der Hand: Kinderkrippen, Kindergarten, Kindertagesstätten, Grundschulen, besondere Sprachförderangebote, spezielle Ausbildung der Erzieher/innen und Lehrkräfte, kleine Gruppen, kleine Klassen, gemischte Gruppen, gemischte Klassen … Hier könnten wir dafür sorgen, dass alle Kinder perfekt Deutsch lernen, und dass sie unsere Kultur in sich aufnehmen.

Das kostet Geld, und darum gibt es zu wenig von diesen naheliegenden Maßnahmen. Aber jeder Euro, den wir in dieses Integrationsprojekt für die Kinder hineinstecken, kommt doppelt und dreifach wieder zurück – 20 oder 30 Jahre später.

Da, wo sich Gettos gebildet haben oder sich zu bilden drohen, könnte man durch Verpflichtung dafür sorgen, dass die Kinder werktags von 8 bis 18 Uhr von der Krippe bis zur Sekundarstufe außerhalb der Familie erzogen werden.

Für jedes Migrantenkind und Unterschichtenkind ab dem 3. Lebensjahr könnte man einen Integrationsplan erstellen: Wo steht das Kind im Moment? Wie förderlich ist seine Umgebung? Was wären die nächst-nötigen Lernschritte? Wie können sie angeregt werden? …

Jedes Kind in Deutschland kann und soll zwischen drei und sechs hineinwachsen in die deutsche Sprache und zumindest partiell auch in die deutsche Kultur. In Grundschule und Sekundarstufe kann und soll das ausreifen.

So weit gehen unsere Ambitionen leider noch nicht. Aber bedeutet das, ein so radikales Integrationsprogramm sei utopisch?

Sind wir bereit, zum Beispiel das Budget für solche Maßnahmen in Bund, Land und Stadt zu verdoppeln? – Warum eigentlich nicht?

Sarrazin jedenfalls lehnt es ausdrücklich ab, in “Integrationsversager” gutes Geld zu investieren:

Ich habe dazu keine Lust bei Bevölkerungsgruppen, die ihre Bringschuld zur Integration nicht akzeptieren, und auch, weil es extrem viel Geld kostet und wir in den nächsten Jahrzehnten genügend andere große Herausforderungen zu bewältigen haben.

Kommentare

  1. Assimilator meint:

    Geht’s nicht billiger? Wer will schon Milliarden in Leute investieren, die sich uns aufgedrängt haben?

  2. Vielen Dank für den tollen Artikel. Ich war letzte Woche bereits mal auf dem Blog hier. Mal sehen, eventuell weist mich die große Suchmaschine ja noch mal hier zu dir.

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