Einbürgerungstest – Aufgabe 5

(Bx)

Das Problem bei dieser Aufgabe ist dem der Aufgabe 4 entgegengesetzt:

Welcher Religion gehören die meisten Menschen in Deutschland an?

  • dem Islam
  • dem Hinduismus
  • dem Christentum
  • dem Judentum

Das kommt mit einer anderen Variante nochmal:

Welche Religion hat die europäische und deutsche Kultur geprägt?

  • der Hinduismus
  • das Christentum
  • der Buddhismus
  • der Islam

So etwas ist keine Aufgabe. So etwas ist, als ob man im Mathe-Abitur gefragt wird: Wieviel ist 7 + 4?

Man will ja wohl nicht testen, ob jemand überhaupt Deutsch versteht. Man will eigentlich testen, ob jemand ein bisschen was von Deutschland versteht. Völlig unvorbereitet und integrationsverweigerisch kann einer sein – und er wird diese Aufgabe trotzdem richtig lösen.

Was ist also der Sinn der Übung?

Wohl der: “Lieber Einwanderer, versteh du uns nur mal richtig: Wir sind hier ein christliches Land! Jawohl!”

Es steckt also vermutlich die moralische oder kulturpolitische Aufforderung darin, das Christliche an diesem unserem Deutschland gefälligst anzuerkennen.

Tut man das aber angemessen, indem man so eine dämliche Testfrage stellt?

Und wenn schon bescheuert, dann vielleicht gleich so:

In welchem Land befinden Sie sich denn jetzt gerade?

  • in Ihrem Heimatland
  • in Deutschland
  • in Utopia
  • im Osmanischen Reich

Spaß beiseite. Wie könnte man eine Frage nach der Bedeutung des Christentums für unsere deutsche Gesellschaft sinnvoll stellen?

Kommentare

  1. Dass diese Frage die Christenhasser bzw. DITIB-Handlanger ärgert, kann ich mir vorstellen. Aber die Neuzugewanderten sollen so viel wie möglich über ihre zweite Heimat erfahren und sich in das hießige Wertesystem, welches das Christentum als Grundlage hat, zu integrieren.

    Falls sie Bedenken haben sollten, ob die Wahl ihres Lebensmittelschwerpunktes richtig war, bleibt immer noch eine Möglichkeit: Wir leben in einem freien Land – falls etwas nicht past, gibt es auch die Möglichkeit, dieses Land zu verlassen!

  2. initiativgruppe meint:

    Wieso sollte einen “Christenhasser” diese Frage ärgern? Der kreuzt ganz richtig “Christentum” an und denkt sich: “Mei, sind die blöd!”

    Wenn’s wirklich ein “Christenhasser” ist, dann denkt der sich: “Wenn die so blöd sind, dass sie meinen, mit solchen Pseudo-Fragen das Christliche in Deutschland stärken zu können – hä hä hä, umso besser für uns!”

    DITIB hat übrigens ein freundschaftliches Verhältnis zur evangelischen und katholischen Kirche. Das glauben Sie nicht? Na, dann kommen Sie doch mal zu einer Veranstaltung der Initiative “Begegnung am Gotzinger Platz” in Sendling. DITIB-Moschee, evangelische und katholische Kirche können Sie da Hand in Hand erleben.

    Muslime sind Menschen wie Sie und ich, Herr Ludmil, und mir aus Erfahrung sympathisch.

  3. martin storm meint:

    wem Multikulti nicht passt der kann ja auch das Land verlassen
    Es wird ja niemand gezwungen in dem Land zu leben indem man geboren wurde.

  4. Was, bitte schön, erfährt man denn aus dieser Frage über das Christentum? Daß es Deutschland geprägt haben soll. Aha. Eine penetrante Wiederholung ist da wohl eher kontraproduktiv. Und, Ludmil: Die meisten Immigranten sind keine Touristen, die unser Land aus einem bunten Katalog ausgesucht haben, sondern sie sind aus Lebensbedrohung oder aus großer wirtschaftlicher Not hergekommen. Das nutzt man nicht aus, um jemandem eine andere Philosophie überzustülpen. Das wäre Nötigung.

  5. Hallo zusammen,

    Martin Storm: Das erinnert mich an die Aussage einer Grünenpolitikerin. Diese sagte auf einer Veranstaltung zu deutschen Bürgern so etwas wie “Immigration ist eine Tatsache, wenn Ihnen das nicht passt, ziehen Sie weg”. Ich glaube, ich hätte mir eine Anzeige eingehandelt, wenn ich im Publikum gewesen wäre. Eine unglaubige Frechheit ist das. Das Sie hier etwas ähnliches sagen, zeigt nur, wie verworren das Denken mancher Menschen inzwischen ist: Einheimische haben den “neuen Herren” Platz zu machen.

    Eva: Mir persönlich ist es egal, warum Immigranten zu uns kommen. Deutschland ist nicht die Wohlfahrt der Welt. Wer das Glück hat, hier leben zu dürfen (und häufig von uns alimentiert wird), hat sich in jeder Weise anzupassen. Ansonsten darf er/sie gerne wieder gehen. Ich sehe das ganz pragmatisch, denn überall auf der Welt läuft das so.

  6. Mir persönlich ist es egal, warum Immigranten zu uns kommen. Deutschland ist nicht die Wohlfahrt der Welt. Wer das Glück hat, hier leben zu dürfen (und häufig von uns alimentiert wird), hat sich in jeder Weise anzupassen. Ansonsten darf er/sie gerne wieder gehen. Ich sehe das ganz pragmatisch, denn überall auf der Welt läuft das so.

    Ralf,
    du hast nicht recht damit.

    1. Es läuft nicht überall auf der Welt so – es gibt Einwanderungsländer, die recht großzügig sind, was das Akzeptieren fremder Kultur betrifft.

    2. Wer so wie wir fleißig Waren exportiert und davon lebt, braucht eine sehr sehr offene Welt … und das führt dazu, dass auch für Menschen die eigenen Grenzen offen sein müssen – jedenfalls nicht gänzlich geschlossen bleiben können.

    3. Wir profitieren mehr von den Einwanderern, wenn sie sich nicht “in jeder Weise anpassen”. Sie bringen nämlich auch Stärken mit.

    4. Die Migranten sind nun mal hier. Sie gehen nicht weg. Ob sie sich anpassen, in welchem Maße sie sich anpassen, in welchen Hinsichten sie sich anpassen — das entscheiden sie letztlich selbst. Das können nur sie selbst entscheiden. Klug von uns wäre es, dies zu berücksichtigen. Im eigenen Interesse.

  7. Hallo Initiavtivgruppe,

    welche Stärken bringen die Einwanderer denn mit? Also außer Pizza, Döner und Ente süß-sauer?

    Ich schlage vor, alle Gutmenschen dieser Republik nehmen hilfebedürftige Einwanderer auf ihre Privatkosten auf. Ich bin gespannt, wie viele Einwanderung dann plötzlich nicht mehr so toll finden, wenn sie die Kosten und Probleme nicht länger an eine anonyme Masse degradieren können. Leider nur ein Wunschtraum. Ich für meinen Teil könnte kotzen, wenn ich daran denke, was für Leute ich mit meinen hart verdienten Steuern alles durchfüttern muss.

    Mit dem Export haben Sie natürlich Recht. Leider wird seit Jahrzehnten der Binnenmarkt vernachlässigt. Was bringt es dem durchschnittlichen Angestellten oder Arbeiter außerhalb der Exportwirtschaft, wenn zwar der Export läuft, aber die Reallöhne seit Jahren stagnieren? Das ist alles eine mit Verlaubt gesagt Riesenscheisse.

  8. Wir können ja mal beim FC Bayern München anfangen … und über die türkischen Unternehmer, die türkischen Hausmeister, die mein Vater besonders geschätzt hat und über die Fabrikarbeiter bei BMW und über die Altenpfleger und Altenpflegerinnen bis zu den Putzleuten weitermachen. Ohne Migranten stünde Deutschland schlecht da, vom Fußball bis zur Sauberkeit an deinem Arbeitsplatz, Ralf.

    Ich schätze außerdem die vielfältigen Elemente neuer Kultur, die sie mitgebracht haben. München ist heute wunderbar bunt. Ich liebe dieses multikulturelle Ambiente.

    Dass die Migranten insgesamt uns mehr gekostet hätten oder heute kosten würden, als sie uns materiell bringen, das ist eine Milchmädchenrechnung – man rechnet einfach mal diejenigen Gruppen zusammen, bei denen man im Moment mehr zahlt, als man bekommt – und lässt diejenigen raus, bei denen man ein Plus macht …

    Was den Gutmenschen angeht, Ralf, so bin ich am Überlegen, was wohl das Gegenteil des Gutmenschen sein könnte. Ich schwanke zwischen Schlechtmensch, Unmensch und Dummmensch. Welchen der drei Ausdrücke ziehst du für dich selber vor?

    Der Schaden, den du und deinesgleichen anrichten bzw. noch anrichten werdet – durch die Behinderung der Integration der Migranten – könnte höher sein als der Anteil am BSP, den ihr (ich meine euch Schlechtmenschen, Unmenschen, Dummmenschen – je nach dem) erwirtschaftet.

    Die einseitige Orientierung an Exporten und die damit verbundene Stagnation bei den Reallöhnen sehe ich auch als Problem – aber das ist nicht gegen die Migranten zu lösen, sondern nur mit ihnen zusammen: gemeinsam, als Unter- und Mittelschicht gegen die Oberschicht. Da spielst du aber lieber gegen deine eigenen materiellen Interessen, denn dein Ressentiment gegen Migranten ist heißer als dein Ärger über Unternehmer, Bankiers und andere Profiteure unserer wirtschaftspolitischen Schieflage.

  9. also ihr redet aneinander vorbei, da gibt es die arbeitenden zugereisten, die kommen für ihre sachen selbt auf. und die nichtarbeitenden, die unsere hilfe brauchen.so.

  10. Die würden schon ALLE gern arbeiten. Für unqualifizierte Arbeit gibt’s aber nicht mehr so viele Jobs wie früher, und man muss erst mal Deutsch lernen.

  11. Was interessiert mich denn irgendeine Fußballverein oder eine Reinigungsfirma? Irgendwelche Positivbeispiele lassen sich immer finden.

    Und was sollen das für “vielfältige Elemente” neuer Kultur sein? Werd mal konkrekt. Vielleicht habe ich die bisher ja nur übersehen. Vielleicht zählst Du aber auch die verschiedenen Kopftuchfarben und die Gerichte beim Chinesen als einzelne “Elemente”, denn dann hättest Du Recht mit dem “multikulturellen Ambiente”. Mir gefällt dieses “Ambiente” in meiner Stadt ganz und gar nicht, vor allem ab Einbruch der Dunkelheit wäre mir die deutsche “Monokultur” von früher wesentlich lieber… Du weißt schon, weniger Messer und so.

    Ich habe mal einen Bericht gelesen, nachdem die Einwanderung unter Berücksichtigung aller Faktoren tatsächlich mehr kostet, als sie Deutschland nützt. Also rein ökonomisch. Die sozialen Probleme und die Sicherheitsthematik sind da noch gar nicht erfasst.

    Und zur Arbeit: Unter deutschen Hartz 4-Beziehern gibt es sicherlich 10% bis 20% (meine persönliche Schätzung), die sich ganz gut “eingerichtet” haben. Warum sollte das ausgerechnet bei den Einwanderern anders sein, wo die hier mit Sozialhilfe oft deutlich mehr Geld haben, als in ihren Heimatländern mit Arbeit?

  12. Ralf,
    zum Thema Beispiele verweise ich auf einen Text, in dem ich ausführlich darstelle, warum Beispiele in einer Argumentation nur bedingt zählen. Ich bitte dich, dort mal zu Wort zu melden!

    Das Beispiel Schule Neukölln schildert eine seltene, ungewöhnliche, unangenehme Ausnahme in Deutschland. Außerdem eine Gegenreaktion. Eine Waffe, die wir immer gegen Minderheiten verwenden, richtet sich hier einmal gegen uns. – Das Problem wird gelöst werden.

    Das Beispiel Geschäftshaus gefällt mir. Ich finde es nicht schlecht, dass es sowas auch bei uns mal gibt. Einen Schaden kann ich da nicht erkennen.

    Dass sich ein großer Teil der Deutschen hat aufhetzen lassen – nun ja, wofür spricht das? – Ich würde sagen: dafür, dass wir aufpassen müssen, nicht wieder in den Fehler des früheren Antisemitismus zu verfallen.

    “Irgendwelche Positivbeispiele lassen sich immer finden.” – Richtig, Ralf!! Genau! Und zwar tausendmal mehr als Negativbeispiele. Wenn du Negativbeispiele als Beleg heranziehst, warum sollte ich dann nicht auf Positivbeispiele verweisen dürfen?

    Mir gefällt es, dass es jetzt bei uns Muslime gibt, türkische Geschäfte, Restaurants aller Kulturen, Tanz und Musik aller Kulturen, vielfältige Bekleidung, Denk- und Sichtweisen, die früher bei uns nicht üblich waren … Es war für München schon gut, dass im 19. Jahrhundert zu den in ihrem eigenen Saft schmorenden Katholiken die Protestanten und Juden hinzukamen, die “Nordlichter” … Und jetzt kommen Brasilianer, Türken, Polen, Albaner, Italiener, Russen, Nigerianer, Chinesen, Inder … in kleinen, “leicht verdaulichen” Mengen. Die Welt kommt zu uns. Das ist wunderbar.

    Ist München dadurch etwa weniger sicher als es früher war? Die Polizeistatistik meint, München ist alles in allem noch sicherer geworden.

    Dass es im Bereich Sozialhilfe Leute gibt, die nicht mehr den Ehrgeiz haben, aus der Sozialhilfe herauszukommen, stimmt – es liegt daran, dass sie auch kaum eine Chance dazu haben. Dann akzeptiert man am besten sein Unglück.

    Dass die Einwanderung insgesamt Deutschland mehr kostet, als es ihm bringt – die Rechnung möchte ich doch mal sehen. Wenn mir jemand sagt, der deutsche Fußball leide unter den vielen Ausländern, er wäre besser, wenn nur Deutsche in den deutschen Ligen spielen dürften, würde ich den Kopf schütteln. Das mache ich auch in Bezug auf die Einwanderung. Soll doch mal jemand diese ziemlich komplizierte Rechnung vorlegen!

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