München hat es leichter: Migranten-Milieus im Vergleich

(Bx)

Warum hat München so viel weniger Probleme mit Migranten und in Integrationsfragen als Berlin? Dies, obwohl es in München einen erheblich höheren Anteil an Ausländern bzw. an Personen mit Migrationshintergrund gibt?

Diese Frage habe ich unter dem Titel “Sarrazin kennt München nicht” zu beantworten versucht. (Dort auch die Zahlen!)

Zwei mögliche Erklärungen werden vorgebracht:

  • Die eine (für mich stärkere): Es gibt sehr viel weniger Arbeitslosigkeit in München, sehr viel weniger soziale Probleme.
  • Die andere: Die Zusammensetzung der Migranten ist in München günstiger für eine gelingende Integration.

In einem Artikel (10. 11.2009) habe ich die 8 Migranten-Milieus beschrieben und zu den entsprechenden Quellen verlinkt.

Wir können anhand einiger Prozentzahlen München mit dem Bund sowie Berlin und einigen anderen Großstädten vergleichen. Die Zahlen stammen aus “Münchner Statistik, 1. Quartalsheft, Jahrgang 2010″.

Unterschieden werden

  1. ein religiös-verwurzeltes Milieu
  2. ein traditionelles Arbeitermilieu
  3. ein entwurzeltes Milieu
  4. ein statusorientiertes Milieu
  5. ein adaptives bürgerliches Milieu
  6. ein intellektuell-kosmopolitisches Milieu
  7. ein multikulturelles Performer-Milieu
  8. ein hedonistisch-subkulturelles Milieu

Prekär sind vor allem das entwurzelte und das hedonistisch-subkulturelle Milieu, auch was die Kriminalität anbelangt. Integrationsproblematisch wird man auch die beiden traditionalen Milieus (religiös und Arbeiter) bezeichnen können. In diesen vier Milieus herrscht niedriges Bildungsniveau, die Arbeitslosigkeit ist hoch.

Kaum Integrationsprobleme gibt es vor allem im intellektuell-kosmopolitischen, im multikulturellen Performer-Milieu (den beiden “ambitionierten” Milieus), im adaptiven bürgerlichen und im statusorientierten Milieu (den beiden “bürgerlichen” Milieus). Von den “Kosmopoliten” sind 41% Akademiker.

Hier nun die Zahlen (für die genauen Bezeichnungen siehe oben; Rel = religiös-verwurzeltes Milieu; etc):

Rel Trad Entw Stat Adapt Intell Mult Hed
Bund 7,0 16,0 9,0 12,0 16,0 11,0 13,0 15,0
München 5,5 8,6 6,3 14,3 17,9 15,3 19,6 12,5
Berlin 6,7 14,4 11,8 11,4 13,2 11,0 11,3 20,2
Hamburg 6,3 14,3 7,9 12,1 16,4 11,9 14,2 17,1
Köln 7,0 12,5 5,0 12,6 15,4 12,3 15,0 17,3
Frankfurt 6,2 11,8 7,0 13,2 16,9 13,1 16,3 15,6
Stuttgart 6,6 12,1 7,3 12,0 17,3 12,3 16,6 14,7

München ist bei dieser Verteilung offensichtlich im Vorteil. In den beiden prekären sowie in den beiden traditionalen Milieus hat München einen relativ niedrigen Prozentsatz, in den vier integrationsgünstigen Milieus hingegen einen deutlich höheren – im Vergleich zum Bund, im Vergleich zu den anderen Städten, vor allem im Vergleich zu Berlin.

  • Die beiden prekären Milieus, die Entwurzelten und die Hedonisten, machen in Berlin knapp ein Drittel aus, in München nur knapp ein Fünftel.
  • Bei den integrationsgünstigen Milieus kommt Berlin auf knapp 47%, München hingegen auf zwei Drittel.

Zwischen verschiedenen Herkunftgruppen wird bei dieser Studie nicht unterschieden. Die Autoren der Studie betonen, dass man vom Milieu nicht auf die Ethnie bzw. umgekehrt schließen könne. Die wesentlichen Unterschiede seien Milieu-Unterschiede und nicht ethnische. Migranten des gleichen Milieus verbindet mehr untereinander als Migranten der gleichen Herkunft.

Die große Mehrheit der befragten Migranten will sich aber in die Aufnahmegesellschaft einfügen – ohne ihre kulturellen Wurzeln zu vergessen. Viele, vor allem jüngere Befragte der zweiten und dritten Generation, haben ein bikulturelles Selbstbewusstsein und sehen Migrationshintergrund und Mehrsprachigkeit als Bereicherung – für sich selbst und für die Gesellschaft. (S. 7)

Bei der Befragung klagen die Migranten aller Milieus über einen Mangel an Integrationsbereitschaft seitens der Mehrheitsgesellschaft, sehen aber andererseits in Diskriminierung und Ausgrenzung keine starke Belastung.

Das im hedonistischen Milieu verbreitete Gefühl der Benachteiligung entspricht dem der nicht-migrantischen Unterschicht.

Für manche überraschend wird diese Feststellung der Studie kommen:

Die Bereitschaft zu Leistung und Anpassung ist … in der Migrantenpopulation insgesamt stärker als in der autochthonen deutschen Bevölkerung.

Auf Stadtviertel bezogen: Mein eigenes Stadtviertel, Sendling, sowie das, in dem ich arbeite – Maxvorstadt – haben einen besonders hohen Anteil von Personen der beiden ambitionierten Migranten-Milieus. Ebenso Schwabing. Niedrig ist dieser Anteil vor allem im Münchner Norden (Milbertshofen-Am Hart; Feldmoching-Hasenbergl und in Teilen Neuperlachs).

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Die Milieus, kurz charakterisiert:

1. traditionell:

Das religiös-verwurzelte Milieu: archaisch-bäuerlich geprägt; Glaubensgemeinschaft und Herkunftsnation als wichtigste Bezugspunkte; Wunsch nach Rückkehr in die Heimat; große innere Distanz zu Staat und Gesellschaft in Deutschland; schlechte Sprachkenntnisse; unteres Einkommen.

Das traditionelle Gastarbeitermilieu: erste Generation der Einwanderer; Traum von Rückkehr ins Heimatland aufgegeben; traditionelles Arbeitsethos; Anerkennung deutscher „Tugenden“; materiell gesichert; defizitär integriert; schlechte Deutschkenntnisse.

2. prekär:

Das entwurzelte Milieu: Flüchtlingsmilieu; stark materialistisch geprägt; ohne Integrationsperspektive; geringe Bildung; oft angewiesen auf staatliche Hilfe; fehlende Sprachkenntnisse.

Das hedonistisch-subkulturelle Milieu: zweite Einwanderergeneration; jung; mittlere bis gehobene Bildung; meist noch in Ausbildung oder in prekären Arbeitsverhältnissen; meist kein eigenes Einkommen; Identifizierung nicht mit Mehrheitskultur, sondern mit Subkulturen; häufig Ausgrenzungserfahrungen.

3. bürgerlich:

Das statusorientierte Milieu: erste und zweite Einwanderergeneration; Wunsch nach Integration sowie sozialem, materiellem und beruflichem Aufstieg; mittleres Einkommen.

Das adaptive Integrationsmilieu: pragmatisch; Streben nach Sicherheit, individueller Selbstbestimmung; mittlere Bildung; mittleres Einkommen; Wunsch nach schneller Integration.

4. ambitioniert:

Das multikulturelle Performermilieu: jung; flexibel; leistungsorientiert; aufgeschlossen; höhere Bildung; mittleres bis gehobenes Einkommen; schnelle Integration; Selbstverständnis als Weltbürger und oft bikulturelle Identität.

Das intellektuell-kosmopolitische Milieu: Streben nach Selbstverwirklichung; hohe Bildung; mittleres Einkommen; schnelle und aktive Integration; Kritik an fundamentalistischen muslimischen Strömungen.

Kommentare

  1. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Bedeutung von Meinungsfreiheit hervorgehoben. Sie würdigte den dänischen Karikaturisten Kurt Westergaard. Kurt Westergaard ist bekannt fürs seine Mohammed Karikaturen. Zu Sarrazins Buch sagte Merkel, dass dieses ausgrenzend wirke und ähnliche Äusserungen. Das verstehe ich nicht. Ist das nicht ein absoluter Widerspruch.

  2. Inhaltlich natürlich schon, aber nicht für unseren Hosenanzug. Die Frau ist clever. Sie hat gemerkt, dass ihr die Sarrazin-Schelte wahltaktisch geschadet hat (Umfragewerte), nun versucht sie, bei kritischen Bürgern wieder zu punkten. Alles nur Theater. Es freut mich jedoch für Kurt Westergaard, dass er endlich die Anerkennung erhält, die er verdient. Der arme Mann lebt nur wegen einer Karrikatur seit Jahren in Angst und ist vor Monaten nur knapp einem Mordversuch durch einen fanatischen Muslim entgangen.

  3. Es ist schon wichtig, öffentlich zu zeigen, dass man sich von Drohungen nicht einschüchtern lässt, dass man Fanatikern nicht nachgibt, dass man die Opfer eines Angriffs von Fanatikern verteidigt.

    Das tut Frau Merkel im einen wie im andern Fall. Sie grenzt sich ab von dem Fanatiker Sarrazin, und sie zeigt, dass sie auch den Fanatikern von der anderen Seite klar macht, wo bei uns die Grenzen sind.

    Die Karikaturen waren geschmacklos und unanständig, aber Karikaturen dürfen das sein, wir leben in einem freien Land, da darf man sich auch in dieser Weise daneben benehmen, wie es Westergaard gemacht hat.

    Frau Merkel hält die Balance recht gut in dieser Sache, besser als beim Einknicken gegenüber der Atomlobby.

  4. Sarrazin, ein Fanatiker? Na ja, man kann’s auch übertreiben…

    Ich schäme mich inzwischen, diese Frau vorletztes Mal gewählt zu haben (letztes mal habe ich dann aus Protest REP gewählt, aber die dümpeln leider vor sich hin).

  5. Euer Problem ist, dass ihr
    (1) ohne einen charismatischen Führer nicht auskommt und
    (2) nicht genug politik-fähige Personen habt,
    um eine Partei rechts von der Union flächendeckend und parlamentarisch überzeugend hinzukriegen.

    Da kannst du dich selber anschauen: Im Grunde interessierst du dich nur für EIN Thema, und im Grunde hast du keine Lust zu echter politischer Arbeit – es ist fast alles nur blinder Protest. Wie soll man daraus eine Partei formen – es sei denn, ein Charismatiker fällt vom Himmel und bündelt die Emotionen. Hat der dann seine Partei, muss er schauen, dass sich der politik-unfähige Haufen nicht zerstreitet und blamiert.

    Wer würde dann bei einem solchen Führer nicht an Hitler denken – in Deutschland!?

    Wie hat der es geschafft, eine schlagkräftige Partei zu bekommen? – Die Leute damals waren noch politische Idealisten, opferbereit und leidensbereit. Heute sind die Leute Materialisten und Hedonisten, da geht das nicht mehr. Grade, dass man noch eine Sturmabteilung fürs Internet hinkriegem könnte, ich meine für den Kommentarkampf.

    Geert Wilders hat seine PVV so gestaltet, dass er selber das einzige Mitglied ist, damit sie seine Fans nicht aus Unverstand und Unfähigkeit kaputt machen … Ich hoffe, es beschreibt einer mal, was da eigentlich unterhalb von ihm in seiner “Bewegung” praktisch-organisatorisch passiert.

    Stell dir mal die PIdioten, die sich in den PI-Kommentaren outen, als Parteimitglieder vor … Mit denen ist kein Staat zu machen.

    Neben der Politikunfähigkeit und dem Fehlen eines charismatischen Führers gibt es ein drittes Problem für eine Partei rechts von der Union: den Mangel an einer konstruktiven politischen Programmatik. Bloß gegen Ausländer, gegen Muslime zu wüten – das erweist sich schnell als zu dünn, sobald man mit einigen Leuten im Parlament sitzt, wo es zu 99,9% um andere Sachen geht.

    Ein viertes Problem ist: Soll diese Partei neoliberal oder sozial sein? Ob man sich unter den 18%, die so eine Partei gern hätten, einigen kann?

    Das, lieber Knut, war mein Beitrag zur Politikberatung. Du kriegst ihn hiermit umsonst. Als Dank für die Verlinkung bei PI.

  6. Keine Sorge, eine demokratische, attraktive Rechte wird kommen. Nicht heute, nicht morgen, aber in nicht allzu ferner Zukunft. Davon bin ich überzeugt.

    Ich interessiere mich für viele Themen, doch warum sollten wir im “BlogIG” über Wirtschaft oder Auslandspolitik sprechen? Du kennst doch HIER auch nur ein Thema: Deine (muslimischen) Migranten und wie WIR uns IHNEN schön anpassen können (statt umgekehrt).

    Bei Deiner Beratung fehlt noch die Wahlempfehlung…

  7. Eines Tages fällt euch ein FÜHRER vom Himmel, und blind werdet ihr im nachrennen …

    Anders könnt ihr es nicht machen – zuviele politikunfähige aber aufdringliche Typen würden zuviel Streit und Chaos anrichten. Da braucht es schon eine starke, charismatische Erscheinung, um den Wahnsinn zu bündeln.

    Sarrazin und Stadtkewitz eignen sich für so einen Job nicht. Also schaumer mal, ob da was kommt, wann da was kommt, was da kommt.

    Übrigens gibt es auf dem Blog links eine Spalte, in der die Themen des Blogs aufgeführt sind … Kategorien, heißt es da.

  8. Ja, ja, der Führer… Deutschland hat ein Führer-Trauma.

    Deine Kategorien sind ziemlich einseitig, letztendlich dreht sich fast alles um Migration. In den sonstigen Kategorien gibt es kaum Beiträge. Nun ja, das ist in anbetracht des Titels “Migrationsblog” wohl OK. Nur bitte wirf mir nicht vor, keine anderen Themen zu kennen. Andere Themen berede ich lieber auf anderen Seiten.

  9. Ich schätze mal, in etwa 120 von den inzwischen 400 Beiträgen von mir spielt der Islam eine wichtige oder die Hauptrolle.

    Wartest du auf das rettende Erscheinen eines Führers? Sei ehrlich! Du sehnst dich danach.

  10. Ich hoffe auf eine Rückbesinnung in der Politik, wieder solche für deutsche Bürger zu machen. Tja, wahrscheinlich kann ich da lange hoffen… vielleicht wandere ich auch vorher aus.

  11. Ich empfehle Saudi Arabien. Damit du mal den “richtigen” Islam kennen lernst und unmittelbar mitkriegst, wie angenehm zivil und freundlich und offen der Islam der deutschen Muslime ist.

    Alternative: Alaska. Ich glaube, da ist es Muslimen zu kalt, und vielleicht bietet sich ja Sarah Palin als Führerin an.

  12. Wenn ich in diese hasserfüllten Gesichter und Augen blicke (etwa http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-59244-2.html), weiß ich sofort, warum ich keine islamischen Staaten besuche.

  13. Die sind gastfreundlicher als wir. Ich sag das aus Erfahrung. Sie haben überhaupt freundlichere Gesichter als wir.

    Aber ich glaube auch, dass du diese Länder und Völker nicht besuchen solltest. Du würdest dich vielleicht so daneben benehmen, dass ich mich als Deutscher schämen müsste.

  14. Nein, Du müsstest Dich keineswegs schämen.

    Ich reise viel und gerne und respektiere grundsätzlich die Sitten und Gepflogenheiten meines Gastlandes. Wenn ich mit einem Land gar nichts anfangen kann, reise ich dort nicht hin.

    Darin unterscheide ich mich von vielen Menschen aus dem islamischen Kulturkreis, die Deutschland nicht bloß als Tourist besuchen, sondern sogar hier leben, aber trotzdem unsere westlichen Werte ablehnen, sich isolieren und in Parallelgesellschaften verbleiben.

  15. Wärst du ein armer Kleinstädter oder Bauer aus Anatolien, würdest du 1. gern nach Deutschland kommen, der Arbeit und des Verdienstes wegen, 2. an deinen Traditionen festhalten, so gut es geht.

    Das ist menschlich.

    Ja, es isoliert in der neuen Welt. Aber das heilt die Zeit. Ein paar Generationen, und es hat sich ausgewachsen.

    Die heutigen Probleme sind weniger ethnischer als sozialer Natur. Die Jungs, mit denen wir Schwierigkeiten haben, sind Deutsche und gehören zur Unterschicht. Da sie über unser Bildungssystem kaum eine Chance hatten, in die Arbeitsgesellschaft hineinzuwachsen, agieren sie oft destruktiv. Mit dem islamischen Kulturkreis hat das auch zu tun, aber nur sekundär.

    Es ist insgesamt auch kein großes Problem. Deutschland ist trotzdem sicher.

  16. In “ein paar Generationen” wird dieser Staat am Ende sein, denn eine dauerhafte Einwanderung ins Sozialsystem kann sich selbst Deutschland nicht leisten.

    “Die Jungs” klingt mir zu verharmlosend. Darunter sind teilweise schwere Kaliber, die für Gewalt und zahlreiche Opfer sorgen. Ja, ja, Deutschland ist trotzdem sicher (absolut gesehen), ich weiß schon…

  17. Schau dir mal die Migrationsstatistik von 2009 an:
    http://initiativgruppe.wordpress.com/2010/03/11/migrations-statistik-2009/
    und skroll mal runter zum Nachtrag, wo es um die Zuwanderung geht. Was stellst du da fest?
    Es gibt diese Einwanderung ins Sozialsystem so gut wie gar nicht.
    Bitte, lies die Zahlen! Sie sind offizielle Statistik!

    “Die Zuwanderer kommen vor allem aus Polen (123 000), Rumänien (56 000), den USA (30 000), der Türkei (30 000) und Bulgarien (29 000) ….”

    Wo bleiben denn die Einwanderer aus den muslimischen Ländern?

    40 000 Deutschtürken haben übrigens 2009 Deutschland verlassen, auch die gesamte Migrationsbilanz ist negativ. Es gehen mehr raus als rein zurzeit.

  18. Meines Wissens ist die Türkei immer noch muslimisch, Leo ;-)

    - – -

    Laut Sarrazin gibt es eine nennenswerte Einwanderung ins Sozialsystem. Ich kann das aber jetzt in keine Richtung prüfen… außerdem müsste ich längst im Bett liegen.

    - – -

    Zur Statistik:
    Laut dieser stehen also 712.000 Zuzügen von Ausländern 155.000 deutsche Auswanderer entgegen. Selbst wenn wir annehmen, dass 10% der Zuzügler deutsche Rückkehrer aus dem Ausland sind, drängt sich mit hier ein Wort auf: Bevölkerungsaustausch. Über einen längeren Zeitraum gerechnet würde sich damit Deutschland tatsächlich abschaffen, na ja, zumindest die ursprünglich Deutschen wären dann weg bzw. woanders.

  19. Wenn mehr Migranten aus Deutschland abwandern als zuwandern, dann ist das nicht der Fall, oder? Dann nimmt die Zahl der Migranten ab – es sei denn, sie gleicht sich durch höhere Geburtenrate wieder aus. Aber auch die ist ja nicht besonders hoch, wenn auch etwas höher als die der Biodeutschen. Rechnet man nun noch diejenigen Migranten ein, die sich völlig assimilieren, wird alles in allem wohl eher der Anteil derer steigen, die sich als Deutsche ganz ohne Migrationsbezug sehen, analog zu den Ruhrpott-Polen von 1900.

    Genau das Gegenteil von dem, was Sarrazin annimmt.

    Ein Problem bleibt natürlich die generelle Abnahme der Bevölkerung, vor allem der ungedeckte Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften. Wo kriegen wir die bloß her?

  20. Wenn zusätzlich zu den Migranten auch “Biodeutsche” abwandern und insgesamt mehr Migranten als “Biodeutsche” zuwandern, ist dies letztendlich ein (langsamer) Bevölkerungsaustausch. Nimmt man noch die höhere Geburtenrate der (muslimischen) Migranten hinzu, sinkt langfristig die Anzahl der ursprünglichen Deutschen.

    Gut, mir persönlich kann’s theoretisch egal sein, bis der Austausch bei 50% oder darüber ist, werde ich wohl auch schon tot sein. Trotzdem keine schöne Perspektive für dieses Land.

    Die qualifizierten Arbeitskräfte bekämen wir durch bessere Schulbildung. Oder aus Indien. Haha.

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