Deutsch – in die Verfassung schreiben?

Seehofer will “Deutsch!” in die Bayerische Verfassung schreiben, Lammert ins Grundgesetz …

Denken wir mal in Ruhe drüber nach.

1

Die Sprache der Bundesrepublik Deutschland ist Deutsch.

Das ist unumstritten. Deutsch ist die Amtsprache, und die einzige. Deutsch ist die Verkehrssprache überall.

Deutsch ist die einzige Unterrichtssprache, von einigen legitimen und klugen Ausnahmen abgesehen, bei denen bewusst die Mehrsprachigkeit von Kindern gepflegt und erhalten werden soll.

Jeder Migrant weiß heute: Er oder sie muss Deutsch lernen. Die Kinder müssen Deutsch lernen, und zwar so gut wie möglich – im eigenen Interesse.

Überall spricht man Deutsch, und ich habe nicht den Eindruck, dass sich Englisch oder Türkisch außer in ein paar Nischen als dominant erweisen würden.

Trotzdem gibt es Sorgen über einen Bedeutungsverfall der deutschen Sprache in diesen Zeiten der Globalisierung.

2

Einige Ausnahmen sind aus meiner Sicht kein Problem. Im Gegenteil.

Es ist natürlich und gut, wenn Eltern, die Deutsch nicht als Muttersprache und nicht fehlerfrei sprechen, mit ihren Kindern in ihrer Muttersprache sprechen und sich darauf verlassen, dass Kita und Schule und der Kontakt mit deutschsprachigen Kindern dafür sorgen werden, dass ihr Kind perfekt Deutsch lernen wird.

Es ist schade, aber wohl unvermeidlich, dass in einigen Bereichen des Wissenschaftsbetriebs und in einigen Firmen bzw. Firmenabteilungen Englisch die Verkehrssprache geworden ist.

Es ist für die deutsche Sprache kein Problem, wenn sie sich vorübergehend ein bisschen anglisieren lässt. Warum sollten wir nicht ein wenig mit dem Englischen “flirten” — und genau das machen, was hier mit dem Wort “flirten” passiert: Wir nehmen den Stamm eines englischen Verbs und integrieren das Verb in die deutsche Grammatik. Wir könnten noch das “i” durch ein “ö” ersetzen, damit auch die Orthographie an die Aussprache angepasst ist. (Persönlich fände ich das gut: “flörten” ist natürlicher als “flirten” – aber diese Anpassung muss nicht sein, da wir ja inzwischen alle genug Englisch können, um mit der englischen Aussprache umgehen zu können.)

3

Den verfassungsrechtlicher Status der Sprache beschreibt der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags so:

Im Grundgesetz ist der Begriff „Sprache“ nur in Art. 3 Abs. 3 S. 1 erwähnt, der ein Diskriminierungsverbot aufgrund der Sprache enthält. Einfachgesetzliche Regelungen gibt es vor allem für das gerichtliche Verfahren und das Verwaltungsverfahren. So bestimmen § 23 Abs. 1 Verwaltungsverfahrensgesetz und § 184 Gerichtsverfassungsgesetz das Deutsche als Amts- und Gerichtssprache.

Obwohl eine ausdrückliche Nennung im Grundgesetz fehlt, geht die überwiegende Auffassung in der rechtswissenschaftlichen Literatur davon aus, dass die deutsche Sprache bereits jetzt Verfassungsrang habe. Das Grundgesetz legitimiere sich durch das „deutsche Volk“; es statuiere eine
„Bundesrepublik Deutschland“ und sichere die „deutsche Staatsangehörigkeit“. Nicht zuletzt sei die Sprache des Grundgesetzes selbst Deutsch.

Indirekt steht es also bereits drin. Es ist also auch aus diesem Grunde nicht nötig, ausdrücklich ins GG zu schreiben, die Sprache der BRD sei Deutsch.

4

Wie ließe sich Deutsch im Grundgesetz bzw. in der Bayerischen Verfassung verankern? – Als Symbol oder als Staatsziel.

Betrachtet man die Sprache als Staatssymbol, so könnte etwa Art. 22 GG um den Zusatz „Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch“ erweitert werden.

Denkbar ist auch, die deutsche Sprache als Staatszielbestimmung im Grundgesetz festzuschreiben. Staatszielbestimmungen sind Verfassungsnormen, welche die Staatsgewalt auf die Verfolgung eines bestimmten Ziels rechtsverbindlich verpflichten. Sie umreißen ein bestimmtes Programm der Staatstätigkeit und sind dadurch Richtlinien für staatliches Handeln, insbesondere für die Auslegung von Gesetzen und sonstigen Rechtsvorschriften.

Steht Deutsch als Staatssymbol in der Verfassung, hat das wohl keine weiteren Konsequenzen. Als Staatsziel möglicherweise schon.

5

Folgen könnte es im Wissenschaftsbereich haben – wenn die Gesetzgebung hier eingreifen möchte.

Bundestagsvizepräsident Dr. Wolfgang Thierse (SPD) machte auf einen krassen Widerspruch aufmerksam: “Einerseits verachtet die Wissenschaft geradezu unsere Sprache, andererseits redet die Politik ständig von der Notwendigkeit, Deutsch zu lernen. Das ist keine Einladung zu einer funktionierenden Integration.“ Internationalität in der Wissenschaft bedeute nicht Einsprachigkeit auf Englisch, sondern intensiven Austausch, egal in welcher Sprache.

Für Thierse soll das auch praktische Folgen haben, denn er fordert: “Wo unsere Steuergelder zum Beispiel für die Forschung verwendet werden, sollten die Anträge auch nur noch in deutscher Sprache eingereicht werden.“ Außerdem plädiert Thierse dafür, die Sprachpolitik nicht weiter zu tabuisieren. Denn sie finde trotz allem Gerede von “Zwangsgermanisierung“ ständig statt.

(Quelle: bundestag.de)

6

Eine Nennung als Staatsziel soll die Statusminderung der deutschen Sprache aufhalten.

Das ist Bundestagspräsident Norbert Lammerts Grund, warum er Deutsch ins GG schreiben lassen will.

“Wenn die Politik mitverantwortlich sein will für die Förderung der Sprache des Landes, muss sie das im Grundgesetz klarstellen.”

Lammert geht es nicht darum, die Vielsprachigkeit einzugrenzen – vielmehr möchte er die Statusminderung der deutschen Sprache aufhalten. Dabei nimmt der Bundestagspräsident auch die Wissenschaft in die Pflicht: “Nicht jeder Forscher spricht und versteht fließend Englisch und publiziert trotzdem in vorauseilendem Gehorsam in der Fremdsprache.”

Dabei gehe eine Menge Präzision verloren. … Für keine andere Sprache haben wir eine ähnliche, eine auch nur vergleichbare Verpflichtung wie für die eigene. Wer eigentlich sonst, wenn nicht wir, soll sich um Deutsch als Sprache und die Zukunftsperspektiven dieser Sprache kümmern?”, fragte Lammert.

(Quelle: bundestag.de)

7

Die Gegenposition präsentiert Anatol Stefanowitsch:

  1. Es besteht keine Notwendigkeit einer Aufnahme der deutschen Sprache ins Grundgesetz. Das Deutsche ist im Bund und in allen Bundesländern Amtssprache und es ist unzweifelhaft die Hauptsprache des öffentlichen Lebens.
  2. Da keine Notwendigkeit zu einer Aufnahme ins Grundgesetz besteht, wäre eine solche ein rein symbolischer Akt, dessen Symbolgehalt nur die Ausgrenzung von sprachlicher und kultureller Vielfalt sein kann.
  3. Eine Aufnahme in das Grundgesetz könnte unvorhersehbare sprachpolitische Konsequenzen nach sich ziehen; es ist anzunehmen, dass die Sprachpuristen auf dieser Grundlage eine Verfassungsklage nach der anderen einreichen würden — gegen Englisch in Werbung, Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft, gegen Migrantensprachen auf Schulhöfen, vielleicht sogar gegen Minderheitensprachen wie das Friesische und Sorbische.

Ob und inwiefern und in welchem Maße Punkt 3 eintreffen wird, darüber bin ich mir jetzt noch nicht im klaren. Ich teile zunächst einmal diese Befürchtungen – aus Gründen, die in den folgenden Kapiteln genannt werden.

(Folgt man den Links auf der Website von Stefanowitsch, kann man diese Argumentation vertiefen. Überblick und Zusammenfassung finden sich auch im MiGAZIN.)

8

Der Grund, warum eine Mehrheit der Bevölkerung eine Aufnahme von Deutsch ins GG haben will, hat wenig mit den bisher angegebenen Gründen zu tun, um so mehr mit Fremdenfeindlichkeit.

Jedes Mittel ist den aufgeregten, aufgehetzten Xenophoben recht, um zu zeigen: Wir wollen die Fremden und das Fremde nicht.

Eine solche Motivation dürfen wir bei Lammert, Thierse, dem Verein Deutsche Sprache nicht unterstellen. Aber ohne den Schub durch den derzeit heißen fremdenfeindlichen Volkswillen bliebe die Initiative kraftlos.

In einem erheblichen Teil des Volkes verbinden sich mit einer Aufnahme der deutschen Sprache ins Grundgesetz Vorstellungen und Erwartungen, die nicht erfüllt werden können, nicht erfüllt werden dürfen: Sprachinquisition, Sprachdiskriminierung, Ausgrenzung derer, die aus Gründen, die natürlich und vertretbar sind, nicht Deutsch, sondern entweder Englisch oder ihre Muttersprache gebrauchen.

Wer jetzt – in diesem Klima – Deutsch als Staatsziel ins GG oder in die Bayerische Verfassung aufnimmt, muss wissen, wie es im Inland und im Ausland verstanden werden wird: als Einigelung, als Ausgrenzungsmaßnahme.

Die Attraktivität Deutschlands für ausländische Fachkräfte wird damit gemindert.

9

Gefährlich wird es, wenn Eiferer wie der Lehrerverbandspräsident Josef Kraus die Forderung politisch werden lassen:

Wir steuern auch sprachlich auf Parallelgesellschaften zu. Berlin-Kreuzberg und Neukölln sind fast schon autarke Gebiete. Vom Gemüsehändler bis zum Zahnarzt spricht dort alles türkisch.

Ich sehe deshalb die Festlegung auf Deutsch als Landessprache als einen wichtigen Schritt zur Integration. Wer auf diese Festlegung verzichtet, kriegt Parallelgesellschaften. … Zuwanderer sollen auch qua Verfassung merken, was dieser Staat und dieses Gemeinwesen erwarten.

(Quelle: MiGAZIN)

Wollen wir eine Sprachpolizei einrichten, die in den Wohnquartieren, Arztpraxen und Hinterhöfen den Menschen nachspioniert, ob sie auch Deutsch sprechen? Oder wie will Kraus über das Deklaratorische hinaus Menschen, die sich in einer anderen Sprache verständigen wollen als Deutsch, daran hindern?

10

Vorläufiges Resümee:

Ich achte die Motive, die einige der Befürworter für die Aufnahme von Deutsch in die Verfassung antreibt, und ich erkenne ihre Gründe an.

Dennoch lehne ich ab. Stefanowitsch formuliert meine Gründe.

Kommentare

  1. Wenn Englisch die Wissenschaftssprache Deutsch zu verdrängen droht, so ist das eine reale Gefahr für das Kulturgut Deutsch. Ich denke aber, daß auf Länderebene eine Regelung geschaffen werden könnte, nach der die Regelsprache an den Universitäten festgeschrieben wird; wer sich einen Vorteil durch Studium in Englisch verschaffen möchte, der soll es in einem entsprechenden Land tun.

    Ich sehe auch eine unangemessene Ablehnung gegen eine Beherrschung des Deutschen bei manchen Migranten. Für sie steht die Sprache stellvertretend für andere Vorbehalte gegen das Gastland. Das ist natürlich zum Teil die Schuld eines Landes, das zwar die Sprachkosmetik vorgenommen hat, von “Fremdarbeiter” auf “Gastarbeiter” zu schalten, das sich aber nach wie vor arg ungastlich verhält, was das Zusammenleben von Migranten und Deutschen im Alltag betrifft. Wie ich früher schon ausführte: Es ist die moralische Pflicht des Gastgebers, den Gast einzuladen, dieser Akt kann nicht vom Gast getan werden.

    Wenn sich Deutschland gastlich und einladend denen gegenüber zu verhalten lernt, die wir ja ursprünglich eingeladen haben, dann werden die Vorbehalte gegen unsere Sprache auch verschwinden.

    Stellen wir uns eine solche Minderheit mal in den USA vor! Keine der Einwanderergruppen hat versäumt, Englisch zu lernen und sich nach einigen Jahren als US-Amerikaner zu betrachten, und warum? Weil die USA ein Bewußtsein wachgehalten haben, ein Einwanderungsland zu sein, und weil sie sich bis heute gegen Einwanderer nicht verschließen, sondern Hand und Hilfe reichen. Davon können wir uns ein paar Kiloscheiben abschneiden.

  2. Zusatz: Natürlich verschließen sich die USA gegen einen Teil der Einwanderer, ich ging jetzt von legalen Zuzügen aus.

  3. Deutschsprecher meint:

    Ja, ich denke auch, dass unser Hauptproblem nicht irgendwelche Minderheitensprachen sind, sondern Englisch. In Deutschland wird in immer mehr Bereichen unsere Muttersprache durch Englisch verdrängt, teilweise ersetzt. Das fängt in der Werbung, also in den Medien an und geht bis in höchste Wissenschaftskreise. Nichts gegen Internationalität oder Sprachenpluralität (ich spreche auch Englisch, wenn ich im englischsprachigen Ausland bin oder englische Besucher habe), doch in Deutschland sollte zunächst einmal Deutsch der Standard sein. Insofern halte ich eine Aufnahme ins GG für richtig und wichtig. Minderheiten wie Türken werden dadurch nicht diskriminiert und irgendwelche “Sprachverbote” ließen sich praktisch sowieso nicht durchsetzen.

  4. Bei der fremdenfeindlichen Grundstimmung fürchte ich durchaus sprachpolizeiliche Maßnahmen und Gesetze, die sich in unzulässiger Weise – ähnlich wie in Frankreich – in den freien Sprachgebrauch einmischen.

    Wer etwas für Deutsch tun möchte, kann dies auf folgende Weise tun:
    1. selber so gut wie möglich sprechen und schreiben (das kann man trainieren!)
    2. dafür sorgen, dass möglichst alle in der Familie bildungsfern aufwachsenden Kinder in Kita und Grundschule wunderbares Deutsch lernen
    3. aufhören, neidisch und missgünstig denjenigen zu begegnen, die es verstehen, gut Deutsch zu sprechen
    4. persönlich denen auf den Schlips treten, die aus Bequemlichkeit und Verachtung gegenüber anständiger Kommunikation Primitivdeutsch daherreden.

    Denen, die Deutsch ins GG aufnehmen wollen, möchte ich an sich nicht zu nahe treten mit Verdächtigungen. Man kann auch gute Gründe für eine solche Verfassungsänderung vorbringen.

  5. Gastarbeiter meint:

    Ich finde es eigentlich in Ordnung, wenn Deutsch im GG als Amtssprache erwähnt wird. Ich würdee das nicht als Ausgrenzung empfinden.

    Will man auf etwas anders hinaus? Deutsch hat keine Chance, mit Englisch zu konkurrieren, wenn es um internationale wissenschaftliche Publikationen geht. Der Vize-Exportweltmeister kann auch logischerweise auf Englisch nicht verzichten, um seine Produkte auf die großen Märkte bringen zu können. Die technische Dokumentation und dazugehörnden Unterlagen werden von vielen Firmen von Anfang an in Englisch erstellt, um die doppelte Arbeit zu sparen.

    Man muss die Sprache “lieben” und ihre schönheit entdecken, bevor man sie richtig lernen und effektiv beherrschen kann. Und die Liebe kann man nicht aufzwingen, auch wenn es im GG vorgeschrieben ist, und auf alle Fälle nicht in einem Klima der Verachtung und Feindlichkeit.

  6. Deutschsprecher meint:

    Was für eine fremdenfeindliche Stimmung?
    Es gibt Kritik am Islam bzw. den damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen, ja. Das sehe ich als legitim an. Aber sonst? Ich habe mehrere Ausländer in meinem Freundeskreis und keiner von denen fühlt sich diskriminiert oder ausgegrenzt.

    Und wer begegnet denn rhetorisch gewandten Personen mit Missgunst? Das wäre mir persönlich neu.

    Insgesamt eine sehr seltsame Argumentation hier. Ich plädiere klar für die Aufnahme unserer Sprache ins GG. Schon aus den bereits genannten, guten Gründen. Idealerweise sollte man das per Volksentscheid beschließen lassen. Das wäre demokratisch und fair.

  7. Ob echte Fairness bei der derzeitigen aufgeheizten Stimmung im Lande gegeben ist, wage ich zu bezweifeln. Die üblichen Populisten würden dann wohl einiges dafür tun, dass der Volksentscheid in ihrem Sinne ausgeht.

  8. 1

    Ich hab schon gesagt: Wenn die Leute heute über “Deutsch ins GG” abstimmen, geht es ihnen nicht um Deutsch im GG. Das ist doch fast jedem wurscht. Man erhofft sich durch diesen Schritt mehr Diskriminierungsmöglichkeiten.

    2

    Es gibt Kritik am Islam bzw. den damit verbundenen Menschenrechtsverletzungen, ja. Das sehe ich als legitim an. Aber sonst?

    Ich kann Ihnen auch nicht helfen, wenn Sie’s noch nicht gemerkt haben. Es wär ja schön, und da wär ich auch dabei, wenn’s nur um Menschenrechtsverletzungen ginge, die durch Muslime irgendwo auf der Welt begangen werden. Wieso macht man aber dafür die Muslime in Deutschland haftbar, die dafür doch wohl nichts können?

    3

    Gute Sprache bedeutet immer auch ein Stückchen Macht. Da werden die weniger Sprachfertigen schnell sauer.

    4

    Wenn Deutsch irgendwo irgendwie keine Chance gegen Englisch hat, dann wird das GG auch nicht helfen.

    Sie werden keine Firma dazu zwingen wollen und keine Firma dazu zwingen können, intern nicht Englisch als Kommunikationssprache zu wählen, wenn sich das für die Firma anbietet.

    Sie werden mir meine Anglizismen nicht abgewöhnen, und je mehr Sie’s versuchen, umso mehr werd ich welche gebrauchen.

    Sie werden happy sein, wenn möglichst viele German kids möglichst top English lernen – das ist nämlich ein asset auf dem job market.

    Leute, was ihr braucht, ist: SELBER toll Deutsch sprechen und schreiben können! Mit Lust und Liebe Deutsch sprechen und schreiben, mit reichem Wortschatz, mit komplexer Grammatik, mit spannendem Satzbau, mit schöner Satzmelodie …

    Wie kriegt man diese Neigung, wie kriegt man dieses Talent? DAS ist die Frage, die sich uns stellt, wenn wir unser Deutsch stark machen wollen.

    Die läppischen Defensivmaßnahmen, die da per Gesetz möglich wären, wären eine Schande für eine Sprache. Ich schäme mich für Frankreich, wenn ich an deren Sprachgetue denke. Sowas ist ein Zeichen dafür, dass die Sprecher dieser Sprache kein Selbstbewusstsein mehr haben, weil es ihnen an Bildung mangelt, an Sprachbildung.

  9. Englisch kann manchmal auch sehr hinderlich sein. Wenn ich mit meinem Schatz kommuniziere, dann tun wir das in einem munteren Mix aus Türkisch und Deutsch. Vor etwa einem Jahr war auch noch Englisch mit dabei, aber wir haben ganz schnell gemerkt, dass der Umweg über Englisch wenig hilfreich ist. Eben durch die Möglichkeiten der Fehlinterpretation. Die englische Sprache bietet für mich viel weniger Möglichkeiten mich auszudrücken als Deutsch oder Türkisch. (Obwohl ich ziemlich gut Englisch spreche.)
    Jede Sprache sollte dort angewandt werden, wo es angebracht und praktikabel ist.

  10. Deutschsprecher meint:

    Ich hab schon gesagt: Wenn die Leute heute über „Deutsch ins GG“ abstimmen, geht es ihnen nicht um Deutsch im GG. Das ist doch fast jedem wurscht. Man erhofft sich durch diesen Schritt mehr Diskriminierungsmöglichkeiten.

    Darf ich fragen, ob das in irgendeiner Form belegbar oder allein Ihr persönlicher Eindruck ist?

    Ich kann Ihnen auch nicht helfen, wenn Sie’s noch nicht gemerkt haben. Es wär ja schön, und da wär ich auch dabei, wenn’s nur um Menschenrechtsverletzungen ginge, die durch Muslime irgendwo auf der Welt begangen werden. Wieso macht man aber dafür die Muslime in Deutschland haftbar, die dafür doch wohl nichts können?

    Würden sich die deutschen Muslime bzw. ihre Islamverbände öffentlich stärker und glaubhafter von den zahlreichen, aktuellen Pogromen gegen Christen distanzieren und die universellen Menschenrechte über die sogenannte Scharia stellen, gäbe es weniger Angriffsfläche.

    Wenn man den Islam vornehmlich mit Terror, Frauenunterdrückung und Christenmorden in Verbindung bringt und weniger mit dem Glauben an einen Gott, dann überrascht mich nicht, dass das Islambild hierzulande so negativ ist.

    Gute Sprache bedeutet immer auch ein Stückchen Macht. Da werden die weniger Sprachfertigen schnell sauer.

    Ein interessanter Gedanke. Vielleicht hört man ja deshalb häufiger dieses provokativ-hilflose “Was blöd gucken?” im öffentlichen Personennahverkehr. Ernsthaft, da könnte etwas dran sein.

    Sie werden mir meine Anglizismen nicht abgewöhnen, und je mehr Sie’s versuchen, umso mehr werd ich welche gebrauchen.

    Ich denke, Sie sind gebildet genug, um keine (unnötigen) Anglizismen zu verwenden. Häufig ist es ja so, dass Anglizismen etwas wichtiger erscheinen lassen sollen. Etwa den Hausmeister, der zum Facility Manager mutiert. Das ist im Grunde lächerlich. Gebildete Menschen setzen Anglizismen nur dort ein, wo es sinnvoll ist, weil es kein entsprechendes deutsches Pendant gibt – was selten der Fall ist.

    Ein gesetzliche Regelung wird keine Unternehmen dazu bewegen können, ihre internen Kommunikationsformen zu überdenken. Sie könnte jedoch z.B. die Medien im Bereich der Werbung in die Pflicht nehmen. Das wäre eine gute Sache.

    Leute, was ihr braucht, ist: SELBER toll Deutsch sprechen und schreiben können!

    Nun ja, ein begnadeter Schriftsteller bin ich leider nicht. Gute Umgangsformen – das schließt eine ordentliche Sprache ein – sind mir aber nicht fremd.

  11. Deutschsprecher meint:

    Die englische Sprache bietet für mich viel weniger Möglichkeiten mich auszudrücken als Deutsch oder Türkisch. (Obwohl ich ziemlich gut Englisch spreche.)

    Die deutsche Sprache umfasst mehr Vokabeln und sie lässt in der Tat mehr Nuancen zu. Bei Englisch muss man allerdings unterscheiden: Es gibt durchaus das anspruchsvolle Englisch, das Wissenschaftliche, das Philosophische. Das lernt man als Deutsche(r) aber nicht in der Schule und selbst Personen, die “gut” Englisch sprechen, sind i.d.R. auf Umgangssprache beschränkt. Ausgenommen hiervon sind Menschen, die zweisprachig aufgewachsen sind. Deshalb plädiere ich dafür, dass wir Deutschen bei unserer eigenen Sprache bleiben, diese voll ausschöpfen und sie uns nicht durch übermäßige Einflüße von außen kaputt machen lassen. Das senkt bloß das Niveau ab und schließt z.B. Ältere aus (die, die kein Englisch verstehen). Zu Türkisch kann ich mangels Erfahrung nichts sagen.

  12. Gastarbeiter meint:

    — Deutschsprecher —-
    Wenn man den Islam vornehmlich mit Terror, Frauenunterdrückung und Christenmorden in Verbindung bringt und weniger mit dem Glauben an einen Gott….
    ——————————–

    Ich bin neu hier und habe leider nicht so viel Zeit, alle Einträge und Themen zu lesen. Alle Themen sind lesenswert und zusammenfassend.

    Es ist aber echt ärgerlich. Kaum wird über ein Thema gesprochen, springt man sofort und versucht Islam anzugreifen. Und dann beginnen die Angriff-Verteidigung-Zyklen.
    Mich interessiert nur, wie man seienen Kindern und sich selbst Deutsch beibringen kann, und wie man sich besser integrieren kann (falls es eine mangelnde Integration gibt).
    Alle Sprachen sind schön und Deutsch ist keine Ausnahme. Es gibt aber keine perfekte Sprache. Nicht jeder kann die Musik in der Sprache spüren.

    Und falls jemand beabsichtigt, Islam mit Terror, Frauenunterdrückung und Christenmorden zu verbinden, soll er zuerst die islamischen Länder besuchen und sehen, was die Menschen dort denken und wie sie den Westen (Christen) mit Kreuzzügen, Frauenvergewaltigung und -verachtung und Moslemmorden (vor allem von Kindern, Frauen und Alten) verbinden. Das ist genauso wie sie leider über dich (Deutschsprecher) denken. Der Westerwelle hat das schon verstanden, und dehalb wollte er mit dem Kampf in Libyen nicht zu tun.

    Ist es wie wir Frieden in der Welt bringen wollen? Wir sollen miteinander friedlich leben und NICHT miteinander kämpfen oder einander kulturell bzw. physisch vernichten.

  13. Gastarbeiter,
    ich ergebe mich in mein Schicksal und verteidige den Islam – als Nichtmuslim – so gut ich kann. Die Argumente sind immer wieder die selben, man kann sie auf diesem Blog schon ungefähr 37mal finden. Da geht es mir wie einem Lehrer, der halt nun immer wieder den Akkusativ erklären muss, einmal, weil seine jetzigen Schüler ihn schon wieder vergessen haben, zum andern, weil er immer wieder neue Schüler zu unterrichten hat. So ein Lehrer braucht Geduld …

    Und jetzt zu Deutschsprecher:

  14. 1

    Dass es den Islamfeinden nicht ums Deutsch, sondern um ihren Kampf gegen den Islam geht, machen sie doch selber immer wieder deutlich. Schauen Sie sich die entsprechenden Diskussionen an. Sofort geht es um den Islam, egal, welches Integrations- oder Migrations- oder Identitätsthema sie anschneiden.

    2

    Würden sich die deutschen Muslime bzw. ihre Islamverbände öffentlich stärker und glaubhafter von den zahlreichen, aktuellen Pogromen gegen Christen distanzieren und die universellen Menschenrechte über die sogenannte Scharia stellen, gäbe es weniger Angriffsfläche.

    Wenn man den Islam vornehmlich mit Terror, Frauenunterdrückung und Christenmorden in Verbindung bringt und weniger mit dem Glauben an einen Gott, dann überrascht mich nicht, dass das Islambild hierzulande so negativ ist.

    Können die Muslime in Deutschland etwas dafür, dass Sie, Deutschsprecher, die entschiedene Distanzierung von Angriffen auf Christen in islamischen Ländern nicht wahrnehmen?

    Der zweite Absatz: Sie formulieren das so, als ob ein Ressentiment von vorne herein gerechtfertigt ist. Bzw. so: Wenn sich die Leute ein böses Bild von X mache, dann überrascht es nicht, dass sich die Leute ein böses Bild von X machen.

    Feine Logik.

    Man merkt daran Ihre persönliche Perfidie, Deutschsprecher.

    3

    Es steht in diesem demokratischen und pluralistischen und nicht-totalitären Deutschland jedem frei, Anglizismen auch dann zu verwenden, wenn es Deutschsprecher oder mir lächerlich oder abwegig vorkommt.

    Was Sie da wollen, ist, staatlich in die Privatsphäre einzugreifen. Sowas ist gelegentlich nötig, aber man braucht dann schon sehr sehr starke Gründe. Man sollte auch zeigen können, dass es etwas Konstruktives bewirken wird und die Kosten rechtfertigt.

    Das können die auf staatliche Zwangsmaßnahmen setzenden Sprachpuristen nicht.

    Deutschsprecher, die Debatte geht nicht darum, was Ihnen oder mir gefällt oder nicht. Sie geht um staatliche Zwangsmaßnahmen. DIE müssen Sie rechtfertigen, wenn Sie welche befürworten, zum Beispiel in der Werbung.

    4

    Deutsch hat einen reichen Wortschaft – Englisch einen noch reicheren.

    Englisch ist nicht wirklich eine Konkurrenz zu Deutsch in Deutschland, weil fast jeder in fast jeder Situation seine Muttersprache vorzieht: Man spricht sie besser, fühlt sich sicherer in ihr.

    Ein paar Englisch-Nischen gibt’s, aber die scheinen mir nicht gefährlich.

    Tun sollte man was für die deutsche Sprache in den Kitas und Grundschulen. Aber da beißt es aus. Die Kinder hängen vor der Glotze, ihre Sprache verarmt.

    Da liegt der Hund begraben: in den Bildmedien, die die Sprachentwicklung nicht fördern, teilweise sogar hemmen.

    Soll die Aufnahme von Deutsch ins GG den Weg öffnen, dass man per Gesetz den Kindern bis 11 die Nutzung der elektronischen/digitalen Bildmedien verbietet und die Eltern zwangsverpflichtet, selber gute Literatur zu lesen und ihre Kinder zum Lesen anzuhalten?

  15. Deutschsprecher meint:

    ich ergebe mich in mein Schicksal und verteidige den Islam – als Nichtmuslim – so gut ich kann.

    Das Ihr Schicksal? Aha. Offenbar selbst gewählt.

    Da geht es mir wie einem Lehrer, der halt nun immer wieder den Akkusativ erklären muss, einmal, weil seine jetzigen Schüler ihn schon wieder vergessen haben, zum andern, weil er immer wieder neue Schüler zu unterrichten hat. So ein Lehrer braucht Geduld …

    Männer, die meinen, eine Mission zu haben, sind immer gefährlich.

    Dass es den Islamfeinden nicht ums Deutsch, sondern um ihren Kampf gegen den Islam geht, machen sie doch selber immer wieder deutlich. Schauen Sie sich die entsprechenden Diskussionen an. Sofort geht es um den Islam, egal, welches Integrations- oder Migrations- oder Identitätsthema sie anschneiden.

    Das Thema Islam schneiden eher Sie bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit an. Sogar dann, wenn es um die Katastrophe in Japan geht (beinahe schon geschmacklos). Ja, ich habe die Blogeinträge dieser Woche aufmerksam gelesen. Woher nehmen Sie das Recht mich als “Islamfeind” zu bezeichnen? Ich habe eine kritische Haltung jeder Religion gegenüber und mehr nicht. Etwas Abstand und Selbstkritik stünde Ihnen übrigens ebenfalls gut zu Gesicht.

    Deutschsprecher, die Debatte geht nicht darum, was Ihnen oder mir gefällt oder nicht. Sie geht um staatliche Zwangsmaßnahmen. DIE müssen Sie rechtfertigen, wenn Sie welche befürworten, zum Beispiel in der Werbung.

    Ich äußere hier meine Meinung und würde eine Aufnahme unserer Sprache ins GG begrüßen. Rechtfertigen muss ich überhaupt nichts.

    Deutsch hat einen reichen Wortschaft – Englisch einen noch reicheren.

    Als jemand, der beide Sprachen recht gut kennt, muss ich dies verneinen. Englisch kommt mit deutlich weniger Vokabeln als Deutsch aus, da viele Begriffe mehrfache Bedeutungen haben. Trotzdem schätze ich auch Englisch sehr – nur eben nicht als Ersatz für Deutsch in Deutschland.

    Für mich ist dieses Thema hiermit abgeschlossen.

  16. Die Fähigkeit des Englischen, aus allem ein Verb zu machen, führt zu einem besonderen Reichtum an Verben. Ich habe von Sprachwissenschaftlern gehört, dass Englisch bezüglich des Gesamtvokabulars kaum zu schlagen ist.

    Das ist aber ein Nebenthema.

    Interessanter ist, wie Sie dem Thema sprachliche Zwangsmaßnahmen ausweichen. Sie gehören zu denen, die eine Sache deshalb nicht zu Ende erörtern wollen, weil dann der Pferdefuß sichtbar würde.

    Islamfeind:

    Mit diesem Satz haben Sie sich verraten:
    Wenn man den Islam vornehmlich mit Terror, Frauenunterdrückung und Christenmorden in Verbindung bringt und weniger mit dem Glauben an einen Gott, dann überrascht mich nicht, dass das Islambild hierzulande so negativ ist.

    Das geht nach der Logik:
    Wenn sich die Leute ein böses Bild von X mache, dann überrascht es nicht, dass sich die Leute ein böses Bild von X machen.
    Muslime können als Muslime machen, was sie wollen, sie werden von Deutschsprecher & Co immer niedergemacht. Die Basis dafür: zirkuläre Logik. Es steht immer schon von vorne herein fest, dass der Islam schlimm ist.

    Schließlich: Meine Mission ist die deutsche Grammatik. Das macht mich in der Tat gefährlich. Wehe dem Schüler, der bei mir nicht grammatisch richtig zu sprechen lernt!

    Auf die meisten meiner Einlassungen gehen Sie nicht ein. Müssen Sie nicht. Es zeigt nur eben Ihre Argumentationsschwächen.

  17. Conring meint:

    @Ig
    das Englische ist doch, wenn es als allgemeineVerkehrssprache unter Nichtmuttersprachlern genutzt wird, ziemlich beschränkt. Irgendwelche sprachlichen Entwicklungungen durch staatliche Maßnahmen beschneiden zu wollen, klappt sowieso nicht (siehe Frankreich).
    Ob jetzt Deutsch in der Verfassung (GG) steht oder nicht ist von daher vollkommen irrelevant.
    Sprache bedeutet in meinen Augen auch nicht in erster Linie ein Stück Macht, sondern ein Stück Teilhabe. und dazu muss Sie nicht perfekt gesprochen werden. Wichtig ist nur das man sich auf auf die jeweilige Sprache, die im Land in dem langfristig leben will, einlässt.

  18. Kaiserliche Majestät meint:

    In Deutschland wird in immer mehr Bereichen unsere Muttersprache durch Englisch verdrängt, teilweise ersetzt. Das fängt in der Werbung, also in den Medien an und geht bis in höchste Wissenschaftskreise.

    [...]

    Deshalb plädiere ich dafür, dass wir Deutschen bei unserer eigenen Sprache bleiben, diese voll ausschöpfen und sie uns nicht durch übermäßige Einflüße von außen kaputt machen lassen. Das senkt bloß das Niveau ab und schließt z.B. Ältere aus

    Ihnen ist sicherlich bekannt, dass in das Deutsche vor ca. zwei-drei Jahrhunderten erheblich viele französische Begriffe eingeflossen sind (Damals war Französisch “Weltsprache”) und die benutzen Sie heute selber, ohne dass Sie das stört.

    Sprache ist immer im Wandel und gerade die hochdeutsche Sprache ist extrem flexibel. Sprachen, die sich nicht anpassen können, verlieren an Bedeutung und werden vergessen.

    Gerade die deutsche Sprache zeigt, dass sie immer auf dem aktuellen Stand sein kann.

    Ich finde den Anglizismenvorwurf ehrlich gesagt ziemlich lachhaft. Es wird immer so getan als wenn die Menschen hier mit Massen an Anglizismen kommunizieren. Das macht kein Mensch, nicht mal Jugendliche.

  19. Vielleicht sollte man noch erwähnen, dass im Laufe der Jahrhunderte/Jahrtausende so viele Wörter aus fremden Sprachen übernommen/entlehnt wurden, dass wir deren Gebrauch heutzutage nicht einmal mehr bemerken. Das ist übrigens mit jeder Sprache so. Beim Türkischlernen kommen mir auch manchmal solche Wörter unter. Da merkt man dann, wenn man sie ausspricht, aus welcher Sprache sie stammen. Das ist manches Mal echt lustig :)
    Sprache bietet ein weites Feld für Entdeckungen. Ich finde das spannend: Neues zu lernen, mit Bekanntem zu vergleichen und mir so noch mehr Neues zu erarbeiten.

  20. Ob Deutsch im GG steht oder nicht – WÄRE irrelevant, wenn das nicht Teil einer Kampagne wäre, die um etwas ganz anderes geht: um Diskriminierung.

    Irgendwie stellen sich viele der heißen Befürworter vor, dass man damit denen, die nicht so gut Deutsch sprechen, einen Strick draus drehen kann. Jedenfalls kann man ihnen mal wieder zeigen, wo der Bartel den Most holt. Daher kommt der Schub in dieser Sache.

    “Wir sind Deutsche, ihr seid es nicht! Wer nicht richtig Deutsch spricht, ist kein Deutscher. Auch wenn er oder sie den deutschen Pass hätte.”

    So stelle ich mir die Gedanken vor, die ein Xenophober hegt, der in der unbedingt in der Verfassung lesen möchte: “Die Sprache der Bundesrepublik Deutschland ist Deutsch.”

    Viele Deutsche haben den Schritt vom ethnischen, völkischen Verständnis der Nationalität zum staatsbürgerlichen Verständnis noch nicht vollzogen.

  21. Ich habe hier mal noch ein Fundstück, bei dem ich allerdings nicht sicher bin: Ist das jetzt ernst gemeint? Ist das ein Aprilscherz?
    http://www.zeit.de/kultur/2011-03/komische-oper-tuerkisch
    Wenn es wirklich ernst gemeint ist, ist das natürlich mal sowas wie ein Fortschritt… :)

  22. 1. April.
    Ja, Silvia, heute heißt es: Vorsicht!
    Ein guter Aprilscherz ist grade einer, bei dem man fast gar nicht anders kann als etwas dem andern zu glauben … Alles in dem Artikel ist vernünftig … von der ersten bis zur letzten Zeile … und es scheint doch vernünftig zu sein, wenn die Komische Oper … und doch …
    Der Autor kringelt sich vor Lachen, wenn er uns und viele andere so rätseln sieht. Auf einmal wirkt sein simpler Text hintergründig.

    Es gibt eine andere Meldung hier, die ein Aprilscherz ist: dass der Innenminister den Sarrazin fürs Bundesverdienstkreuz vorschlägt, wegen “fundierter Kritik an moslemischen Migranten”. Hahaha!

  23. Kaiserliche Majestät meint:

    Der Zeit-Artikel ist aber vom 25.3.2011 und hat auch noch 169 Kommentare. Das wäre doch ein ziemlicher Aufwand für einen Aprilscherz.

  24. Ich habe das wirklich heute auf twitter gefunden. Da kursiert heute allerdings eine Menge Zeug, wo man nicht sicher sein kann.
    Die Autorin dieses Artikels in der Zeit war doch hier auch schon mal Thema eines Artikels, wenn ich mich recht entsinne, oder? Da ging es, glaube ich, um das Selbstbewusstsein/-verständnis männlicher Türken hier in Deutschland und das daraus resultierende Verhalten der Gesellschaft gegenüber. Oder so ähnlich..
    Ansonsten stimmt das schon: es scheint eine vernünftige Idee zu sein.

  25. Aufatmen!
    KM hat recht,
    ein Artikel vom 25. März sollte eigentlich kein Aprilscherz sein.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

*