Halb Europa steht gegen die Muslime im eigenen Land. Halb Europa nicht.

Bei dieser krassen Feststellung lasse ich offen, ob die Leute einen klaren Unterschied machen zwischen den Muslimen, die in ihrem Land leben, und denen, die in islamischen Ländern leben – und ob die jüngsten Ereignisse in Tunesien und Ägypten vielleicht den einen oder anderen inzwischen belehrt haben.

Islamfeindlichkeit findet sich überall in Europa – auch in den Ländern, in denen kaum Muslime leben. Distanz, Argwohn, Misstrauen, Generalverdacht und Abwertung gegenüber einer Gruppe – das braucht keinen Kontakt, braucht keine Erfahrung. Die Träger heftiger Vorurteile meiden den Kontakt, verweigern die Erfahrung – damit auch gegenteilige Erfahrung, die das Vorurteil widerlegen könnte.

Gestern habe ich die von der Friedrich-Ebert-Stiftung herausgegebene Studie vorgestellt:

Die Abwertung der Anderen.
Eine europäische Zustandsbeschreibung
zu Intoleranz, Vorurteilen und Diskriminierung.
Andreas Zick, Beate Küpper, Andreas Hövermann

Heute konzentriere ich mich also auf einen Teilbereich. Angegeben ist immer die Zustimmung in Prozent. Vorab: In Ungarn, Polen und Portugal gibt es kaum Muslime, in Italien auch nicht viele. Den höchsten Prozentsatz an Muslimen hat Frankreich: ca. 10%.

Es gibt zu viele Muslime in

  • Deutschland 45,1 Prozent
  • Großbritannien 44,7
  • Frankreich 36,2
  • Italien 41,5
  • Niederlande 49,7
  • Portugal 27,1
  • Polen 47,1
  • Ungarn 60,7

Muslime in … stellen zu viele Forderungen:

  • Deutschland 54,1 Prozent
  • Großbritannien 50,0
  • Frankreich 52,8
  • Italien 51,8
  • Niederlande 64,7
  • Portugal 34,4
  • Polen 62,3
  • Ungarn 60,0

Der Islam ist eine Religion der Intoleranz:

  • Deutschland 52,5 Prozent
  • Großbritannien 47,2
  • Frankreich 52,3
  • Italien 46,7
  • Niederlande 60,4
  • Portugal 62,2
  • Polen 61,5
  • Ungarn 53,4

Die muslimische Kultur passt gut nach (jew. Land).

  • Deutschland 16,6 Prozent
  • Großbritannien 39,0
  • Frankreich 49,8
  • Italien 38,7
  • Niederlande 27,4
  • Portugal 50,1
  • Polen 19,0
  • Ungarn 30,2

Die muslimischen Ansichten über Frauen widersprechen unseren Werten.

  • Deutschland 76,1 Prozent
  • Großbritannien 81,5
  • Frankreich 78,8
  • Italien 78,2
  • Niederlande 82,2
  • Portugal 72,1
  • Polen 72,1
  • Ungarn 76,8

Die Mehrheit der Muslime findet islamistischen Terrorismus gerechtfertigt.

  • Deutschland 17,1 Prozent
  • Großbritannien 26,3
  • Frankreich 23,3
  • Italien 19,9
  • Niederlande 21,5
  • Portugal 22,4
  • Polen 26,0
  • Ungarn 29,6

Dass Deutschland beim letzten dieser Punkte am vernünftigsten bleibt, freut mich.

Generell kann man oszillieren zwischen dem halb-leeren und halb-vollen Glas: Immerhin scheint eine Mehrheit in Deutschland (und in Europa) nicht das Gefühl zu haben, es seien zu viele Muslime hier.

Bei der Frage, ob der Islam eine Religion der Intoleranz sei, denken viele der Befragten wohl speziell an Saudi-Arabien, den Iran, Afghanistan und bilden sich ihr Urteil weniger an den Muslimen im eigenen Land, die sie selber kaum kennen – außer durch spektakuläre Meldungen der Medien einerseits, den (seltenen?) Einkaufsbummel im “orientalischen Quartier” andererseits.

Das gilt auch für die meist abgelehnte Feststellung, die islamische Kultur passe zum eigenen Land. Die Muslime entwickeln allmählich eine eigene, eine deutsche, holländische, englische, französische Kultur in den Einwanderungsländern, die sich durchaus von der ihrer Herkunftsländer unterscheidet. Das wird denen, die diese Frage beantwortet haben, kaum bewusst gewesen sein. Es wird ihnen aber in Zukunft immer mehr auffallen. Der Islam wird europäisch werden, samt seiner Kultur.

Die Autoren der Studie beschreiben, wie sich die einzelnen hier aufgeführten Meinungen zum Vorurteil verdichten:

Was die hier präsentierten Daten in unvergleichbarer Deutlichkeit aufzeigen ist jedoch, dass die religiöse Differenz – die Unterstellung, dass der Islam eine Religion der Intoleranz sei – überaus konsistent ist.

Zudem empfindet insbesondere in Deutschland und Polen eine überaus große Mehrheit, dass der Islam nicht mit der eigenen Kultur kompatibel ist.

An der Islamfeindlichkeit ist gut zu erkennen, wie sich die Menschenfeindlichkeitpolitisch aufladen und immunisieren lässt.

An der von uns verwendeten Skala der Islamfeindlichkeit ist abzulesen, dass das islam- und  muslimfeindliche Vorurteil aus einzelnen Meinungen besteht, die sich gegenseitig bestätigen und rechtfertigen.

Die Aussagen, zu welchen wir die Zustimmung der Befragten abgefragt haben, erscheinen jede für sich noch nicht als Vorurteil; so zum Beispiel die Aussage, dass muslimische Ansichten über Frauen unseren Werten widersprechen, der sehr viele Menschen in allen Ländern zustimmen.

Mit den einzelnen Aussagen assoziieren die Befragten jedoch häufig weitere negative und abwertende Meinungen über den Islam, die sich zusammengenommen zum Vorurteil verdichten.

Zum Thema Vorurteil kommt demnächst ein eigener Artikel.

2.7.4 Islamfeindlichkeit
Die Islamfeindlichkeit richtet sich gegen Menschen muslimischen Glaubens
oder ganz allgemein gegen den Islam, unabhängig davon, inwieweit die Betroffenen
religiös sind oder welcher spezifischen islamischen Glaubensrichtung sie
angehören. Treffender wäre eigentlich der Begriff der Muslimenfeindlichkeit,
der sich aber bisher noch nicht durchgesetzt hat, da es hier nicht um die Ablehnung
einer Glaubensrichtung geht, sondern um die Abwertung von Menschen,
die dieser Glaubensrichtung zugeordnet werden. In etlichen europäischen Ländern,
in die viele Zuwanderer/innen aus muslimischen Ländern einwandern,
scheint die Tendenz zu bestehen, Einwanderer/innen mit Muslim/innen nahezu
gleichzusetzen und umgekehrt alle Muslim/innen als Einwanderer/innen
wahrzunehmen, ungeachtet ihres Geburtsortes oder ihrer Staatsangehörigkeit.
Ähnlich wie Juden/Jüdinnen werden auch Muslim/innen häufig nicht als integraler
Bestandteil der einheimischen Mehrheitsgesellschaft betrachtet, sondern
als ,Fremde‘. Die Islamfeindlichkeit bedient sich der Abwertung des Islams, um
Muslim/innen abzuwerten, weil sie Muslim/innen sind.4.4 Islamfeindlichkeit
Nach statistischer Prüfung gingen drei Aussagen in die Mittelwertskala „Islamfeindlichkeit“
ein (vgl. Tab. 7, Items 18 bis 20). Diese erfassen den pauschalen
Eindruck, es gebe zu viele Muslim/innen im jeweiligen Land, die Unterstellung,
Muslim/innen stellten zu viele Forderungen, und die generelle Abwertung des
Islams als eine Religion der Intoleranz. In einer zufälligen Stichprobe wurden
darüber hinaus vier weitere Aussagen erhoben. Diese beinhalten eine positiveEinstellung, die Muslim/innen als Bereicherung für das eigene Land empfindet
und die Unterstellung, dass große kulturelle Unterschiede zwischen Einheimischen
und Muslim/innen bestehen, gerade was das Frauenbild anbetrifft. Außerdem
haben wir die pauschale Unterstellung aufgenommen, dass Muslim/
innen Terrorismus unterstützen und gutheißen.
In den meisten Ländern hält eine Mehrheit den Islam für eine Religion der Intoleranz,
lediglich in Großbritannien und den Niederlanden liegt die Zustimmung bei
knapp unter 50 Prozent der Befragten. In nahezu allen Ländern ist zudem über
die Hälfte der Befragten der Ansicht, Muslim/innen würden zu viele Forderungen
stellen. Nur Portugal bildet eine Ausnahme, dort teilt rund ein Drittel der Befragten
diese Auffassung. Die Aussage, es gebe zu viele Muslim/innen im Land,
wird von etwas mehr als einem Viertel der portugiesischen Befragten bejaht
und in Frankreich ist rund jeder Dritte dieser Meinung. In Deutschland, Großbritannien,
Italien und den Niederlanden sind es über 40 Prozent der Befragten,
die zu viele Muslim/innen in ihrem Land beklagen, in Ungarn rund 60 Prozent.
Tab. 7: Islamfeindliche Aussagen (Zustimmung in Prozent)

Nr. Item D GB F NL I PT PL HU
18 Es gibt zu viele Muslime in (jew.
Land).
46,1 44,7 36,2 41,5 49,7 27,1 47,1 60,7
19 Muslime in (jew. Land) stellen
zu viele Forderungen.
54,1 50,0 52,8 51,8 64,7 34,4 62,3 60,0
20 Der Islam ist eine Religion der
Intoleranz.
52,5 47,2 52,3* 46,7 60,4 62,2 61,5 53,4
Zusätzliche Items in der gesamten Stichprobe:
22 Die muslimische Kultur passt
gut nach (jew. Land).
16,6 39,0 49,8 38,7 27,4 50,1 19,0 30,2
23 Die muslimischen Ansichten
über Frauen widersprechen unseren
Werten.
76,1 81,5 78,8 78,2 82,2 72,1 72,1 76,8
24 Viele Muslime betrachten islamistische
Terroristen als
Helden.
27,9 37,6 – 29,2 28,5 30,3 30,2 39,3
25 Die Mehrheit der Muslime findet
islamistischen Terrorismus
gerechtfertigt.
17,1 26,3 23,3* 19,9 21,5 22,4 26,0 29,6

Den Befragten wurden außerdem vier weitere Aussagen vorgelegt (vgl. Tabelle
7, Items 22 bis 25), die eine vermutete kulturelle Differenz und eine unterstellte
Affinität von Muslimen zum Terrorismus erfassen. Empirisch hängen diese Items
eng mit der Islamfeindlichkeit zusammen, lassen sich jedoch besser als eigenständige
Konstrukte verstehen. Aus inhaltlichen wie auch empirischen Gründen
wurden diese vier Items daher nicht bei der Bildung des Messinstruments
der Islamfeindlichkeit berücksichtigt.
In Portugal und Frankreich äußert rund die Hälfte der Bevölkerung, die muslimische
Kultur passe gut in ihr Land. In Polen finden knapp 17 Prozent der
Befragten, die muslimische Kultur sei mit ihrer eigenen kompatibel, in Deutschland
sind es 19 Prozent. Eine Mehrheit von über 70 Prozent der Befragten in Europa
kann insbesondere das muslimische Frauenbild mit eigenen Werten nicht
vereinbaren. Rund ein Drittel in allen erhobenen Ländern denkt, dass Muslim/
innen islamistische Terroristen als Helden verehren, vergleichsweise etwas weniger
nehmen an, dass islamistischer Terror in der muslimischen Gesellschaft
moralischen Rückhalt findet. In Deutschland und in den Niederlanden stimmen
hier etwas weniger als 20 Prozent zu, in Ungarn knapp 30 Prozent.
Die drei ersten islamfeindlichen Aussagen wurden zu einer Skala aufaddiert,
die das unterschiedliche Ausmaß der Islamfeindlichkeit in den untersuchten
Ländern verdeutlicht (vgl. Abb. 5). Es fällt auf, dass sich die europäischen Befragten
in ihrer Ablehnung von Muslim/innen und des Islams weitgehend einig
sind. Die Dimension islamfeindlicher Haltungen in Deutschland, Italien, Ungarn
und Polen ist ähnlich stark ausgeprägt und signifikant am höchsten. Nur geringfügig
weniger islamfeindlich äußern sich die Befragten in Frankreich und
Großbritannien. In Portugal ist das Ausmaß der Islamfeindlichkeit vergleichsweise
am geringsten ausgeprägt. Absolut unterscheiden sich die acht Länder
in der Verbreitung islamfeindlicher Vorurteile dennoch nur gering.

Was die Islamfeindlichkeit anbetrifft, verschwimmen die Grenzen zwischen den
Ländern und Kulturen in Europa, insofern dass dieses Vorurteil scheinbar überall
in Europa nahezu gleichermaßen stark verbreitet ist. Die hier vorliegenden Daten
wie auch andere Studien offenbarten das erstaunliche Ausmaß an Distanz,
Argwohn und Misstrauen, das den Muslim/innen und dem Islam in Europa
entgegengebracht wird. Der Generalverdacht gegenüber dem Islam, der die
Abwertung von Muslim/innen befördert, kann nicht durch eine erhöhte Präsenz
von Muslim/innen erklärt werden. Auch in den osteuropäischen Ländern,
in denen die Anzahl der Muslim/innen verschwindend gering ist, grassieren
starke Vorurteile. Auch darin besteht die Macht des Vorurteils, das auch dann
existiert, wenn kein Kontakt zu der Gruppe, gegenüber der Vorurteile gehegt
werden, besteht. Gerade dann werden häufig Informationen bezüglich dieser
Gruppe zurückgewiesen beziehungsweise der Kontakt gemieden, da keine gegenteiligen
Erfahrungen vorliegen, welche die Vorurteile widerlegen könnten.
Das ist keine neue Erkenntnis, aber für Europa hinsichtlich der zukünftigen Beziehungen
zwischen muslimischen und nicht-muslimischen Menschen ein Problem
von entscheidender Tragweite. Was die hier präsentierten Daten in unvergleichbarer
Deutlichkeit aufzeigen ist jedoch, dass die religiöse Differenz – die
Unterstellung, dass der Islam eine Religion der Intoleranz sei – überaus konsistent
ist. Zudem empfindet insbesondere in Deutschland und Polen eine überaus
große Mehrheit, dass der Islam nicht mit der eigenen Kultur kompatibel ist.An der Islamfeindlichkeit ist gut zu erkennen, wie sich die Menschenfeindlichkeit
politisch aufladen und immunisieren lässt. An der von uns verwendeten
Skala der Islamfeindlichkeit ist abzulesen, dass das islam- und muslimfeindliche
Vorurteil aus einzelnen Meinungen besteht, die sich gegenseitig bestätigen
und rechtfertigen. Die Aussagen, zu welchen wir die Zustimmung der
Befragten abgefragt haben, erscheinen jede für sich noch nicht als Vorurteil
(vgl. Kap. 4.4); so zum Beispiel die Aussage, dass muslimische Ansichten über
Frauen unseren Werten widersprechen, der sehr viele Menschen in allen Ländern
zustimmen. Mit den einzelnen Aussagen assoziieren die Befragten jedoch
häufig weitere negative und abwertende Meinungen über den Islam, die sich
zusammengenommen zum Vorurteil verdichten. Um die Dynamik des Spiels
mit den einzelnen Aussagen eines Vorurteils nachzeichnen zu können, sind
weitere qualitative Analysen und andere Verfahren notwendig. Gleichwohl
deuten die Meinungsskalen, die wir anhand der Einstellungen beobachten
können, auf konsistente und konforme anti-islamische und muslimfeindliche
Meinungskonstellationen hin.

Tab. 29: Aussagen zur Diskriminierung von Zuwanderer/innen (Zustimmung in
Prozent)
Nr. Item D GB F NL I PT PL HU
8 Ich würde mein Kind
nur ungern in einer
Schule anmelden, in
der die Mehrheit der
Schüler Zuwanderer
sind.
53,8 52,7 35,6 55,6 32,3 25,2 34,7 40,7
9 Ich hätte Probleme, in
eine Gegend zu ziehen,
in der viele Zuwanderer
leben.
56,3 54,4 42,4 68,5 48,6 32,9 36,6 54,1
10 Bei der nächsten Wahl
werde ich nur solche
Parteien wählen,
die den weiteren Zuzug
von Zuwanderern
begrenzen.
25,8 52,7 21,6 37,8 35,2 16,4 31,3 46,2
11 Ein Arbeitgeber sollte
das Recht haben, nur
(jew. Einheimische)
einzustellen.
16,6 21,8 9,8 11,1 18,4 17,8 26,4 42,8

Nr. Item D GB F NL I PT PL HU
Bedrohung (Cronbachs Alpha = .78)
9 Zuwanderer, die hier leben,
bedrohen meine eigene finanzielle
Situation.
14,6 22,7 11,9 8,3 11,3 16,9 10,0 37,8
10 Zuwanderer, die hier leben,
bedrohen unsere Lebensweise
und unsere Werte in
(jew. Land).
28,2 40,9 27,3 35,7 36,2 26,2 16,3 41,2
11 Zuwanderer, die hier leben,
bedrohen meine persönliche
Lebensweise und meine
Werte.
9,9 18,6 14,7 12,2 17,3 15,4 5,8 28,6
* Angegeben ist jeweils der Anteil derjenigen, die sich beschriebener Person als eher oder sehr ähnlich
ansehen.Die Abwertung der Anderen.
Forum Berlin
Andreas Zick, Beate Küpper, Andreas Hövermann
Eine europäische Zustandsbeschreibung
zu Intoleranz, Vorurteilen und Diskriminierung

Kommentare

  1. Kaiserliche Majestät meint:

    Es gibt zu viele Muslime in Polen sagen 47% der Polen. In Polen leben gerade einmal 30 000 Muslime.

    Für Ungarn liegt die Zustimmung sogar bei 60%. Dort leben nur 3 200 (!!!) Muslime.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Islam_in_Polen

    http://de.wikipedia.org/wiki/Ungarn#Religionen_und_Konfessionen

  2. Vielleicht benehmen sich diese 3200 Muslime oder ein Großteil von ihnen ja “unter aller Sau” (im Sinne von Belastung öffentlicher Kassen und Kriminalität).

    Kurz: Die Ungarn werden schon ihre Gründe haben, warum sie Muslime bei sich mehrheitlich nicht willkommen heißen. Außer natürlich, Sie unterstellen den Ungarn eine grundsätzliche Fremdenfeindlichkeit.

  3. Conring meint:

    @Ig
    warum soll man eigentlcih als West- Europäer nicht kritisch gegenüber dem Islam sein?
    Gibt es islamischer Länder, die im Breich der Miderheitenrechte (religiös, sexuell etc.) oder Frauenrechte wirklich vorbildich sind?
    Und da doch die Zuwanderer aus diesen Regionen ihre enge Verbundenheit an ihre Heimatländer gerne betonen, warum soll man dann bei der Bewertung ihrer Religion die Verhältnisse in diesen Ländern nicht berücksichtigen?

  4. Es gibt einen Unterschied zwischen konstruktiver Kritik und blankem Hass/reiner Hetze.

  5. Kaiserliche Majestät meint:

    Und da doch die Zuwanderer aus diesen Regionen ihre enge Verbundenheit an ihre Heimatländer gerne betonen, warum soll man dann bei der Bewertung ihrer Religion die Verhältnisse in diesen Ländern nicht berücksichtigen?

    Weil die nicht dafür verantwortlich sind. Wenn Sie auswandern und im Ausland betonen, wie schön Sie Deutschland finden und das Sie froh sind Deutscher zu sein, dann unterstützen Sie damit doch wohl kaum jede politische Entscheidung, jede Meinung, jedes Verbrechen usw., die hier jeden Tag geschehen.

  6. Genau.
    Wieso kommen die nach Deutschland?
    Weil es hier Arbeit gibt.
    Manche auch, weil es hier bei uns freier zugeht.

    Was passiert, wenn sie sich dann dauerhaft ansiedeln?
    Die zweite, die dritte Generation wird allmählich Deutsch. Schritt für Schritt. Und bewahrt hoffentlich noch etwas von der alten Kultur – die Sprache, die Religion, einige der Sitten und Gebräuche, den Respekt vor dem Alter …

    So kommt das, es sei denn, man grenzt die Einwanderer aus. Wozu unsere Integrationsfeinde kräftig beitragen.

    Zlurp meint, man müsse annehmen, die 3200 Muslime in Ungarn würden sich eben so schlecht benehmen, dass 60% der Ungarn zu ihrem negativen Urteil kämen …

    Was sind 3200 unter 10 Millionen? Die sind so selten, dass man sie nicht wahrnimmt. Ich hab auch nie gehört, dass in Ungarn irgendwas mit Muslimen los ist. Wir dürfen annehmen, dass es die Muslime in Ungarn für die Bevölkerung dort gar nicht gibt – die erleben nie einen, begegnen nie einem. Grade das macht es dann leicht, über die Medien ein negatives Urteil aufzubauen. Sie beurteilen dann die Muslime nur von dem aus, was sie über die Medien von den Muslimen in Pakistan oder Iran oder Irak mitgeteilt bekommen. Eigene Erfahrungen fehlen ganz.

    Hätten wir nur 0,1% Muslime in Deutschland, wäre die Meinung, es gebe zu viele hier, wohl noch ausgeprägter als jetzt, wo es ca. 5% sind (auch die nicht-gläubigen Muslime eingerechnet).

    Denen, die ein Ressentiment hegen, kann man den Unterschied zwischen einer Kritik aus Ressentiment und einer sachlichen Kritik nicht verständlich machen. Das ist psychologisch unmöglich. Nur eine deutliche unmittelbare positive Erfahrung kann – manchmal – ein Ressentiment aufbrechen — oder aber der Wechsel des Ressentiments. Bis auf weiteres sind es die Muslime, die man nicht mag — irgendwann, da bin ich mir sicher, kommen die Chinesen dran.

    Dann wird sich blind bösartig die ganze giftige Miesheit der Ressentimentmenschen auf die Chinesen ergießen.

    Sollten sich die islamischen Länder dann nicht auf die Seite der Chinesen, sondern auf die Seite Europas schlagen, werden uns die Muslime plötzlich ganz ganz sympathisch werden, und man wird gar nicht mehr verstehen, warum die Leute früher so viel gegen sie hatten.

  7. Conring meint:

    @IG
    jeder Mensch oder auch jede Menschengruppe (vulgo Nationalstaat) pflegt seine Ressentiments.
    Ängste vor einer unkontrollierten chinesischen Einwanderung führten schon am Ende des 19. Jahrhunderts zu den ersten Einwanderungsgesetzen in den USA.
    Im Blick auf die Verhältnisse in Ungarn beängstigen mich persönlich die virtuellen Islamängste weniger als die ganz reale Feindschaft geegnüber den dortigen Sinti und Roma:
    Ansonsten bin ich persönlich der Meinung, dass der Islam als Reöigion doch eher wenig zur diskursiven Weiterentwicklung einerf freiheitlich-demokratischen Gesellschaft beizutragen hat. Es sei denn, dass man meint der klerikal-reaktionäre Flügel der C-parteien müsse umbedingt reanimiert werden.

  8. “Sollten sich die islamsichen Länder dann nicht auf die Seite der Chinesen, sonder auf die Seite Europas schlagen, werden uns die Muslime plötzlich ganz ganz sympathisch werden, und man wird gar nicht mehr verstehen, warum die Leute früher so viel gegen sie hatten.”

    Selten so einen Blödsinn gelesen!
    Es geht nicht um Nationalitäten, sondern um Ideologien (auch Religionen genannt). Ich wüsste nicht, dass Chinesen sich mit Flugzeugen in Hochhäuser stürzen oder Bomben in der U-Bahn legen.

    So, das musste noch raus. Bei solchen geistigen Schnellschüssen wie bei Ihnen platzt man innerlich ja. Tschüss!

  9. Der Typ wird in 20 Jahren sich vielleicht mal dran erinnern, dass ich ihm sein dann aktuelles Ressentiment schon vorausgesagt habe.

    Und dann wird er sich denken: Mei, ich hab’s ja schon immer gewusst. Die Chinesen …

    Herr Zlurp, ich bin Magier. Meine Voraussagen stimmen immer, außer, wenn sie mal nicht stimmen.

  10. Es mag sein, dass 10% nicht viel ist. Aber wenn es sich ZU für die europäischen Bürger viel anfühlt (!), dann muss dies zur Kenntnis genommen werden.

    Ich kenne Familien mit muslimischem Hintergrund, die beispielsweise 7 Kinder haben, in denen weder Mann noch Frau arbeiten, die alle Wohn- und Lebenskosten vom deutschen Staat bezahlt bekommen (inklusive über 100m² große Wohnungen mit Fußbodenheizung) und die sich wehren, Deutschkurse oder Alphabetisierungskurse zu besuchen.

    Ich kenne auch deutsche Familien, in denen die jungen Väter im 3-Schicht-Betrieb arbeiten gehen, um sich ein zweites Kind “leisten zu können”, in denen die noch stillende und mit dem nächsten Kind schwangere Frau auf 400-Euro-Basis putzen gehen muss, um sich ein zweites Kind zu “leisten”. . .

    Sorry, aber ich fühle mich davon auch gestört. Und ich bin aus Osteuropa, nicht mal Deutsche. Es geht nicht einmal um die Nationalität oder Religion an sich, es geht darum, dass Europa und deren Bürger die meisten primitiveren Entwicklungsstadien, Geschlechterrollen / Geschlechter-Vorschriften / Umgang mit dem anderen Geschlecht und verschiedene Weltsichten bereits vor einigen Jahrhunderten durchlaufen hat und eine moderne und menschenfreundliche Gesinnung entwickelt hat, die eben NICHT rückgängig gemacht werden soll. Europa soll sich eben nicht abschaffen, denn Europa, Demokratie, die Menschenrechte, die Meinungsfreiheit, die Gleichberechtigung und die soziale Marktwirtschaft sind gut, es sind Errungenschaften, es sind Dinge, die mit Mühe, Tatkraft und den Glauben an Gerechtigkeit geschaffen worden sind. In dieser Weise sollen sich diese Errungenschaften weiter entfalten, wachsen und entwickeln, aber sie sollen nicht durch autoritäre, menschen- und frauenfeindliche und primitive Glaubenssätze, Praktiken und Weltbilder/Religionen o.ä. ersetzt werden.

    *hoping to survive this night after writing my politically incorrect opinion(!)*

  11. In dieser Weise sollen sich diese Errungenschaften weiter entfalten, wachsen und entwickeln, aber sie sollen nicht durch autoritäre, menschen- und frauenfeindliche und primitive Glaubenssätze, Praktiken und Weltbilder/Religionen o.ä. ersetzt werden.

    Und was wird hier ersetzt?

  12. muslimGirl meint:

    Ich bin Polin meine ganze Familie ist muslimisch und das mein heimat Land was gegen dem Islam hat ist trarig ich hoffe das Polen einer der islamischen lendern wird ich bin 15 Jahre meine Worte zählen nicht aber ich wünsche mir das Polen etwas toleranter gegenüber dem Islam wehe im Polen gibts uns schon soo wenig es soll nicht noch weniger werden

  13. Korbinian meint:

    @Muslimgirl

    Bei Dir hat auch die Volksgemeinschaft namens Umma ganze Arbeit geleistet, oder?

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