Leitbild der InitiativGruppe (1): Diskutieren Sie mit! – Präambel.

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.Die InitiativGruppe versucht, ihr Leitbild zu formulieren:
Wie versteht sich dieser Betrieb, dieser Träger von Integrationsarbeit selbst?

Zu diesem Zweck beschreiben wir unser “realistisches Ideal”.

Um nach innen Orientierung zu geben, um zu motivieren, um die Handlungen der Mitarbeiter anzuleiten.

Um nach außen deutlich zu machen, wofür die InitiativGruppe steht.

Man kann es auch betriebs-pathetisch ausdrücken:
Was ist unsere Mission?
Was ist unsere Vision?
Was ist unsere (Betriebs-)Kultur?

Der Diskussionsprozess 

in der InitiativGruppe über das Leitbild zieht sich hin. Man ist sich in manchen Positionen nicht einig geworden.

Was spricht dagegen, dass die InitiativGruppe die Debatte nun für das Publikum öffnet?

Die InitiativGruppe freut sich auf Ihre lobenden oder kritischen oder anregenden oder ergänzenden oder korrigierenden Beiträge:

Im Kommentarteil können Sie mitreden.

Natürlich werde ich in diesem Fall strenger als sonst moderieren: Nur konstruktive Beiträge werden zugelassen, Abschweifungen und destruktive Kritik werden unterbunden. Nicht aber sachliche Kritik!

Es ist ein Experiment. Kann man so über die Grundsätze einer Einrichtung öffentlich debattieren?

Form

Damit die Debatte – falls eine stattfindet – in nutzbringender Form verlaufen kann, unterteile ich den Leitbildentwurf auf sieben Artikel, also in die Präambel und sechs “Kapitel”.

Ich gebe jedem Satz eine Nummer, um den Bezug zu erleichtern.

Diskussion über das Leitbild als solches – welchen Sinn es überhaupt macht oder nicht macht – können hier im ersten Teil untergebracht werden.

Verlinkt wird die Debatte in den Kategorien (links) unter InitiativGruppe – Leitbild sowie rechts unter IG – Leitbild der InitiativGruppe. So können Sie alle Artikel immer leicht und im Zusammenhang finden.

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Präambel

1

Integration ist ein kontinuierlicher Prozess sowohl für die Zu- und Eingewanderten und ihre Nachkommen selbst als auch für die Einheimischen.

2

Die InitiativGruppe (IG) begleitet diesen Prozess erfolgreich mit ihrer interkulturellen und integrativen Arbeit.

3

Dabei gehen wir von einem Menschenbild aus, das auf demokratischen und allgemein menschenrechtlichen Prinzipien beruht.

4

Ausgrenzung, Rassismus und Fundamentalismus haben in unserer Einrichtung keinen Platz.

Die sieben BlogIG-Artikel zum Leitbild:

  1. Einladung und Präambel
  2. Wir BILDEN die Gesellschaft. Integration durch Bildung und Begegnung.
  3. Wir machen erfolgreiche Integrationsarbeit.
  4. Wir setzen auf Bildung.
  5. Wir fördern Begegnung und Austausch.
  6. Wir gehen mit gutem Beispiel voran.
  7. Wir setzen Maßstäbe. Wir arbeiten vernetzt. Wir laden zur Mitarbeit ein.

Als zusammenhängenden Text finden Sie den Leitbildentwurf >>> hier.

Kommentare

  1. Zu 1:

    Ist “Integration” heute noch der angemessene Begriff? Manche sehen ihn einseitig als Forderung an die Migranten, nicht auch als Forderung an die Aufnahmegesellschaft. Manche können den Begriff – die aggressive Forderung, die auch darin stecken kann – schon nicht mehr hören.

    Böses Beispiel: Sarrazin diskutiert mit Kübra Gümüsay – eine in Deutschland aufgewachsene Universitätsstudentin, die in bestem Deutsch Kolumnen für die taz schreibt – und Kopftuch trägt: Und Sarrazin fordert von dieser offensichtlich perfekt integrierten Frau: “Integrieren Sie sich!”

    Das legt die weitere Frage nahe: Wie unterscheidet sich der Begriff von dem der Assimilation?

    In beiden Fällen wird das Missverständnis im Text der InitiativGruppe vermieden, indem auf die Wechselseitigkeit hingewiesen wird.

    Da fragt aber dann mancher: Moment mal, muss nicht vom Einwanderer mehr Anpassungsleistung verlangt werden als vom Einheimischen?

    Ist also Integration wirklich so wechselseitig und gleichgewichtig denkbar und sinnvoll, wie es im 1. Satz der Präambel unterstellt wird?

  2. almabu meint:

    Präambel, Punkt 3: Dabei gehen wir von einem Menschenbild aus, das auf demokratischen und allgemein menschenrechtlichen Prinzipien beruht.

    Bedeutet das ein säkulares Menschenbild, oder ist damit die berühmte christlich-jüdische-abendländische Kultur gemeint? Welchen Rang hat Religion generell, denn gerade Migranten sind oft religiös?

  3. Manfred Bosl meint:

    Zu Deinen Fragen, almabu.

    Die IG ist eine interkulturelle Einrichtung. Religionen sind bedeutsame Teile/Aspekte von Kulturen. Es gibt religiöse Vielfalt. Viele Menschen sind religiös; andere nicht. In allen Religionen lassen sich ethische Gemeinsamkeiten entdecken, die auch von Atheisten vertreten werden.

    Grundlage für unser Zusammenleben sind die allgemein menschenrechtlichen Prinzipien, die sich in internationalen Vereinbaren und auch im deutschen Grundgesetz wiederfinden. Darin ist die Religionsfreiheit für alle Menschen (Religionsanhänger/-innen unterschiedlicher Zugehörigkeit und Andersdenkende einbezogen) festgeschrieben.

    Wichtig ist die gegenseitige religiöse Toleranz. Religionen und Atheismen sind aufgefordert und verpflichtet, Andersgläubige und Nicht-Gläubige zu respektieren. Das bedeutet, jeder Mensch darf seine (a-) religiösen Auffassungen behalten, sie aber anderen nicht gewaltsam aufoktroyieren. Auch Auffassungen von Überlegenheit und Privilegierung passen nicht in unsere moderne Zivilgesellschaft. Siehe hierzu u.a. Jürgen Habermas und Ulrich Beck.

    Die IG leistet ihren Beitrag, um die religiösen und atheistischen Grenzen durchlässiger zu machen und interreligiöse (-kulturelle) Verständigung zu fördern. Ein Aufruf zum Dialog.

    Manfred

  4. karli meint:

    “4. Ausgrenzung, … haben in unserer Einrichtung keinen Platz.”

    Ihr grenzt diejenigen aus, die andere ausgrenzen?

  5. karli,
    eine Einrichtung, die für die Integration von Migranten aus verschiedenen Kulturen arbeitet, wird kein Interesse daran haben, Leute zu beschäftigen, die Teile der Migranten auszugrenzen versuchen.

    Wo es Differenzen zwischen verschiedenen Einwandererkulturen gibt, wird sie versuchen, ausgleichend zu wirken.

    Es gibt keine völlig reinen Formen im wirklichen Leben. Aber es gibt Bewegungen, die stark zur Inklusion von möglichst allen neigen – und andere, die sich an der Exklusion begeistern. 100prozentigkeit wäre aber krank, bzw. instabil, in beiden Richtungen.

  6. Michael meint:

    Also, ich bin jetzt ein bisschen stolz auf unser schönes neues Leitbild. Klingt wirklich gut, finde ich, und hoffe, dass wir dem auch gerecht sind bzw. wenn nicht, dass wir es dann werden.

  7. Kaiserliche Majestät meint:

    „4. Ausgrenzung, … haben in unserer Einrichtung keinen Platz.“

    Ihr grenzt diejenigen aus, die andere ausgrenzen?

    Die Frage müsste eher lauten, was wollen Leute mit ausgrenzender Einstellung in der Initiativgruppe? Das würde völlig deren Ansichten widersprechen und eher für destruktive Absichten sprechen.

  8. Claudia Jovanovic meint:

    “sowohl für die Zu- und Eingewanderten”…
    Was´n da der Unterschied? Stellen sich die “Zugewanderten” nur da zu und gliedern die “Eingewanderten” sich ein?
    Doppelt gemoppelt und deshalb besonders unklar?

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