Obama oder Romney.

Obama.

Wie der Kelch an uns vorüberging.

0.30 Uhr:

Es ist offen. Leider. Kaum zu verstehen, wie die US-Amerikaner überhaupt auf die Idee kommen können, jemanden wie Romney zu wählen.

Deutsche wurden gefragt: 89 Prozent für Obama, 2 Prozent für Romney. Also so gut wie niemand für Romney. (Eine andere Umfrage hatte sogar 91 Prozent für Obama.)

Die Wirtschaft soll die Hauptrolle gespielt haben. Wer unzufrieden ist mit Obama, hat mein Verständnis, wer deshalb aber Romney wählt, muss – dumm sein. Ahnungslos. Desinformiert. Manipuliert.

Weniger Staat wollen sie. Obwohl ihre Infrastruktur allmählich herunterkommt. Obwohl die Reichen immer reicher, die Armen immer ärmer werden, der Mittelschicht immer prekärer lebt – und Arme und Mittelschicht brauchen deshalb den Staat mehr für Kompensationen und für Interventionen.

Gewinnt Romney, wird es noch schwerer werden in Europa, den Finanzsektor wieder unter politische Kontrolle und in verträgliche Bahnen zu bekommen.

Gewinnt Romney, wächst die Kluft zwischen Europa und den USA.

Gewinnt Romney, bekommen wir wohl den Krieg mit dem Iran. Und seine möglichen Weiterungen.

Ich stelle mir vor, Romney gewinnt …

Ich verfolge die Wahlberichterstattung über CNN.

1.00 Uhr

Es gibt noch keine verwendbaren Zwischenresultate.

Was ist los in den USA, dass sie vielleicht jemanden wählen, den so gut wie niemand in Europa wählen würde?

Hypothese: Es ist der scharfe Gegensatz zwischen Arm und Reich. Die massive Dominanz der Superreichen, des Geldes. Die plutokratische politische Struktur.

Die Geldelite hat die einfachen Leute verführt, sich – zumindest zum Teil – in Kultur- und Moralfragen zu spalten. Abtreibung, Homosexualität nationale Ehre, Lebensstil. Sie haben es geschafft, die politische Kultur zu vergiften, indem seit Jahrzehnten nun schon dem Extremismus und der politischen Verrücktheit medial genug Raum gegeben wird. Dass der Staat das Problem, der Markt die Lösung sei, haben die Medien erfolgreich den Leuten eingehämmert.

So wählt ein beträchtlicher Teil der Wähler gegen sein eigenes ökonomisches und soziales Interesse.

Das ist bei uns noch nicht so schlimm.

2.00 Uhr

Noch immer keine Meldungen, die uns das Resultat erahnen lassen.

Plutokratie: Zwei Gruppen von corporations, zwei Parteien bei Big Money sind auszumachen. Eine völlig egozentrisch-verantwortungslose, die sich nur um den aktuellen Profit zu kümmern scheint, und um die Verlängerung der gegebenen Vorteile – und eine, die etwas mehr Weitsicht und Inklusion repräsentiert, die also sozusagen auch “bunt” ist  – eine “Koalition” aus  Weißen und Farbigen, Kulturoffenen, Religiösen und Nichtreligiösen, Ärmeren und Reicheren.

Die eine Seite will den Staat weiter schrumpfen, die Steuern vor allem für die Reichen weiter senken, den mickrigen Sozialstaat ganz abschaffen. Die andere bemüht sich, den status quo einigermaßen zu erhalten.

Obama ist der Konservative, Romney der neoliberale Revolutionär.

(Unten unter den Kommentaren gehe ich weiter darauf ein.)

3.00 Uhr

Soweit Ergebnisse kommen: keine Überraschungen, alles bleibt offen.

Wie könnten die USA die extreme – und immer extremer werdende – Polarisierung überwinden?

Die beiden Lager stehen sich wie Bürgerkriegsparteien gegenüber.

Wobei die eine Seite – aus meiner und aus europäischer Sicht – politisch extremistisch und hoch ideologisch ist.

Der Opportunist Romney hat sich dem angepasst, um überhaupt Kandidat zu werden. Falls er gewinnt, wird er in den Händen der Tea Party und der Neokonservativen (in der Außenpolitik) sein.

Wie kommen die USA aus der Falle der extremen Polarisierung heraus?

In einer Plutokratie liegt die Lösung bei Big Money. Big Money wird sich möglicherweise für die Weiterentwicklung der Plutokratie zur Aristokratie entscheiden.

Dann hat das – gespaltene – Volk ohnehin nicht mehr viel zu sagen.

Soweit mein düsterer Blick in die Zukunft.

Falls Obama gewinnt, würde das die von mir prognostizierte Entwicklung nicht aufhalten; nur verzögern.

Auf der anderen Waagschale liegt die rasche Zunahme des Anteils von Farbigen (Latinos, Schwarzen, Asiaten). Wird das etwas ändern? Schön wär’s.

Unter den Wählern 2012 machen die Schwarzen 13 Prozent aus, die Latinos 10 Prozent, die Asiaten 3 Prozent.

4.20 Uhr

Florida.

Es ist ganz knapp, mit einem (so meinen die CNN-Leute) hauchdünnen Vorteil für Obama.

Wenn Obama Florida schafft, hat er wohl die Wahl gewonnen.

Wenn Romney es noch schafft, kommt es auf Ohio an. Wo es auch nicht so ganz schlecht für Obama steht.

Grund zum Optimismus.

Ich hoffe, in einer Stunde kann ich ins Bett gehen.

5.17 Uhr

Obamas Sieg zeichnet sich ab.
Es fehlen nur noch 14 Elektorenstimmen. Virginia ist knapp, Colorado auch, aber Florida und Ohio sind wahrscheinlich, Nevada ist fast schon sicher. Das reicht dann wohl, selbst wenn’s in einem oder in zwei Staaten noch eine Überraschung gibt.

Soeben: Ohio geht an Obama!

CNN erklärt Obama zum Sieger der Präsidentenwahl.

Uff.

Wie wahrscheinlich ist das?

Viertens: Republikaner in Gefahr.

In den nächsten Stunden wird sich Mitt Romney zum Buhmann der geschlagenen Grand Old Party entwickeln. Sie werden ihm vorwerfen, nicht die reine Lehre vertreten zu haben: zu moderat, zu weichgespült, zu liberal.

Dabei haben die Republikaner diese Wahl in der Mitte verloren, nicht am rechten Rand. Weil Romney seiner Partei gefallen wollte, hat er wichtige Wählergruppen verprellt: die Latinos, die Frauen, die Senioren.

Obama war am Ende seiner ersten Amtszeit ein schwer angeschlagener Präsident, die Arbeitslosigkeit auf Rekordhoch, die Sympathiewerte im Keller.

Dass es den Republikanern dennoch nicht gelungen ist, einen aussichtsreichen Gegenkandidaten aufzustellen, sagt viel aus über den Zustand der einstigen Partei von Abraham Lincoln.

Ihr drohen nun interne Richtungskämpfe zwischen der von der Tea Party dominierten Rechtsaußen-Fraktion und moderateren, klassisch republikanischen Kräften wie etwa Chris Christie, dem Gouverneur von New Jersey. Am Ende könnte selbst eine Parteispaltung stehen.

Spiegel online

Die Sympathiewerte für Obama waren zwar nicht besonders gut, aber nicht – wie bei Bush II – im Keller, sondern nur knapp unter 50 Prozent approval rate.

Wenn meine Hypothese von den zwei Big-Money-Factions richtig ist, wird die Big-Money-Faction, die hinter Mitt Romney stand, schon dafür sorgen, dass sich diese Partei nicht spaltet. Big Money hat das Geld und die Medien dafür, um sich das einigermaßen hinzumanipulieren. Vielleicht steckt man jetzt mehr Geld und Meinungsmache in etwas moderatere republikanische Politiker.

Kommentare

  1. conring meint:

    @IG
    “Deutsche wurden gefragt: 89 Prozent für Obama, 2 Prozent für Romney. Also so gut wie niemand für Romney.”
    Wären die Teutschen nicht auch genauso für ein Burka-Verbot?

  2. Korbinian meint:

    Tja, die Zustimmungsraten für Obama in Deutschland, da konnten nicht mal der Führer und Honecker mithalten.

  3. Korbinian meint:

    Was man vielleicht auch mal erwähnen sollte ist der Fakt dass Obama auch von Multis wie George Soros oder Michael Bloomberg unterstützt wird.
    Der Fall Soros: Fleischfressern die Vegetarismus predigen sollte man mit Misstrauen begegnen.

  4. conring meint:

    @IG
    “Was ist los in den USA, dass sie vielleicht jemanden wählen, den so gut wie niemand in Europa wählen würde?”
    Liegt vielleicht einfach daran, dass nicht Europäer wählen. Man sollte doch auch gegen über den Amis auf den Eurozentrismus verzichten.

  5. Korbinian meint:

    Die Neuenglandstaaten sind fast durch, nichts Überraschendes.

    @conring
    Der Eurozentrismus gegenüber den USA speist sich aus dem Gefühl der Mißbilligung des ungehorsamen kleinen Bruders gegenüber den Alten aus Europa.
    Der Stachel sitzt tief wenn das eigen Fleisch-und-Blut nicht so will wie die Altvorderen.

  6. conring meint:

    @corbinain,
    da haben Sie recht.

  7. conring meint:

    @Ig
    hier noch ein Video, das wirklich zeigt, warum man (auch nicht Mormone) Romney wählen sollte:

  8. Korbinian meint:

    Die ARD lässt es einen auch wirklich spüren dass 91% der Deutschen für Obama sind. Die Darstellung des “gesunden Volksempfindens” feiert fröhliche Urständ.

  9. Korbinian meint:

    @conring

    hehe, man soll sich aber nicht täuschenlassen: Die weiße, reiche Ostküste die Obama unterstützt hat genau so einen Lifestyle wie im Video.
    Man ist allerdings reich genug um den Soros zu spielen, den guten Kapitalisten.

  10. conring, Korbinian,

    nett zu sehen, wie ihr euch unter die Idioten einreiht.

    Mal sehen, was passiert, wenn die Republikaner mit ihrer Politik die antistaatliche Revolution vorantreiben. Und wenn sie die Kriegspolitik vorantreiben.

    Da übernehmt ihr ein gutes Stück Verantwortung, ihr beide.

    Interessant auch, wie ihr euch bezüglich der USA für eine schwer religionslastige Politik entscheidet. Für die Partei derer, die den Darwinismus ablehnen – und eigentlich auch insgesamt die Wissenschaft. Für die Feinde der Homosexuellen. Für diejenigen, die Abtreibung für ein Kapitalverbrechen halten. Für diejenigen, die den Rest von Sozialstaat in den USA in Frage stellen.

    Aber vermutlich übt ihr euch hier bloß in verantwortungslosem Geschwätz.

  11. Korbinian meint:

    Wie soll denn eine Kriegspolitik OHNE Staat vonstatten gehen? Widersprechen sie sich da gerade nicht selbst?
    Übrigens: Was hat Obama denn anders gemacht (verglichen mit Bush)?
    Hat Obama Guantanamo geschlossen?
    Unter Obama wurde die viel kritisierte Kriegführung mit Drohnen extrem ausgeweitet.
    Also, mal Butter bei die Fische: Was macht die Obama-Fans in Deutschland zu so besseren Menschen in Ihrer Ansicht dass alle anderen auf einmal Idioten sind. Sollte es Ihnen nicht zu denken geben dass hier 91% Obama zujubeln? Sie sind doch sonst immer so deutschlandkritisch. Gilt das auf einmal nicht mehr?

  12. Offensichtlich halten Sie sich selbst ahnungslos bezüglich dem, was die Republikaner vertreten.
    Es kommt Ihnen gar nicht in den Sinn, dass die Republikaner um einiges übler sind als die Demokraten, wenn es um Außen- und Innen- und Sozialpolitik geht. Wir können gern Obama von links kritisieren, und wir tun das mit recht – aber doch wohl nicht dafür, dass man jemand damit fördert, der noch weit rechts, praktisch rechts-extrem ist.

    Wir haben die Wahl zwischen einem Übel und einer Katastrophe.
    Schauen Sie sich doch einfach mal an, was die Republikaner vertreten!
    Und das unterstützen Sie!

    Staat und Kriegspolitik:
    Der klassische Nachtwächterstaat ist ein starker Staat, was Polizei und Militär angeht – und schwach oder nicht vorhanden, was das Soziale, die Infrastruktur und dergleichen angeht.

    Die Staatsverächter in den USA sind von diesem Typus. Sie befürworten natürlich mehr Ausgaben fürs Militär und für eine law and order Polizei.
    Sind aber sonst für einen weiteren Rückzug des Staates. Für eine Reduktion seiner Kompensationsmittel, seiner Einflussnahme im Sozialen, in der Bildung, in der Infrastruktur. Das soll alles mal der Markt richten.

  13. Korbinian meint:

    Für die Partei derer, die den Darwinismus ablehnen – und eigentlich auch insgesamt die Wissenschaft. Für die Feinde der Homosexuellen. Für diejenigen, die Abtreibung für ein Kapitalverbrechen halten. Für diejenigen, die den Rest von Sozialstaat in den USA in Frage stellen.

    Aha, der Begriff des liberalen Republikaners ist Ihnen also fremd.
    Ihr Gequatsche ist Tea-Party-Rhetorik nur andersherum:
    Nur weil es ein Chaoten gibt ist die ganze Partei so. Das ist so lächerlich wie Vorwürfe die Demokraten werden von Black-Supremacy Supportern, Moslems und Kommunisten dominiert.

  14. Korbinian meint:

    Der Nachtwächterstaat den sie so extrem kritisieren den gab es auch in Deutschland von 1949 bis in die Siebziger.

  15. Was für ein Unsinn!
    Grade die CDU/CSU dieser Anfangszeit steht für die Soziale Marktwirtschaft – für den Sozialstaat!
    Die SPD hat ihn danach noch etwas ausgebaut, Kohl hat ihn wieder ein bisschen zurückgenommen.

    Aha, der Begriff des liberalen Republikaners ist Ihnen also fremd.
    Ihr Gequatsche ist Tea-Party-Rhetorik nur andersherum:
    Nur weil es ein Chaoten gibt ist die ganze Partei so. Das ist so lächerlich wie Vorwürfe die Demokraten werden von Black-Supremacy Supportern, Moslems und Kommunisten dominiert.

    Wow!

    Etwa ein Drittel der Wähler bezeichnet sich selbst als Republikaner. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie zu über zwei Dritteln den Darwinismus ablehnen. Die große Mehrheit der Republikaner steht hinter der Tea Party, verkörpert heute die Tea Party. Drum musste Romney die Tea Party Ideologie übernehmen. Sein Vize, Ryan, ist ein Repräsentant der Tea Party.

    Also, von wegen ein paar Chaoten. Die Chaoten sind in der überwältigenden Mehrheit.

    Nur mal so nebenbei: Über zwei Drittel dieser Republikaner ist überzeugt, dass Saddam Hussein weapons of mass destruction HATTE, dass Obama Muslim ist und in Kenia geboren ist, dass er auch ein Sozialist ist, dass Homosexualität kriminell ist …

    Mitt Romney hat versprochen, die von Obama eingeführte fast univerelle Krankenversicherung (die jeder europäische Staat ganz selbstverständlich hat) wieder abzuschaffen, weil sie sozialistisch sei.

  16. Korbinian meint:

    Zum letzten Kommentar:
    Wie kommen sie darauf dass ich alles an den Republikanern gutheiße?
    Ich störe mich bloß an der einseitigen Berichterstattung in den deutschen Medien. Wie kommen hier alle darauf dass Obama “einer von uns” ist? Nur weil er so schöne Reden schwingt? An den Taten sollt Ihr sie erkennen, heißt es doch, oder?

    Desweiteren gibt es auch bei den Republikanern Strömungen die den Isolationismus befürworten und für Truppenabzüge sind (die ja in ihrem Interesse sein sollten).

  17. Korbinian meint:

    Was für ein Unsinn!
    Grade die CDU/CSU dieser Anfangszeit steht für die Soziale Marktwirtschaft – für den Sozialstaat!

    Dann schauen sie sich mal die Staatsquote aus der Zeit an. Und die Abgabenquoten. Fällt es da nicht auf dass der Staat seit den Siebzigern immer mehr einbehält?

  18. Wer steht für Isolationismus bei den Republikanern? – Ron Paul und seine Fans. Völlig einflusslos. Die Republikaner stehen fürs Gegenteil. Leidenschaftlich!

    Einseitig? Ich habe eher den Eindruck, sie ist noch zu zurückhaltend. Mit dem, wofür die Republikaner stehen, kann keine der Bundestagsparteien etwas anfangen – es ist eigentlich ein Albtraum.
    Im Vergleich dazu ist Obama tatsächlich einer von uns. Im Vergleich dazu!

    Natürlich haben Sie hier Propaganda für Romney und die Republikaner gemacht. Letztlich sind Ihnen die lieber. Soviel ist doch wohl klar geworden, Korbinian.

    Sie haben sich als Anhänger von christlichen Fundamentalisten geoutet.

  19. Korbinian meint:

    Lesen sie nochmal in Ruhe meine Kommentare: Die Republikaner bestehen nicht ausschließlich aus christlichen Fundamentalisten.
    Die Moslembrüder und die AKP bestehen doch auch nicht ausschließlich aus islamischen Fundis, oder?

    Außerdem: Obama gewinnt doch! Regen Sie sich nicht so auf.

  20. Nein, nicht ausschließlich. Aber mehrheitlich.

    Die Muslimbrüder bestehen in der Tat fast ausschließlich aus islamischen Fundis.
    Die AKP weniger. Da gibt es tatsächlich einen relativ liberalen Flügel. Noch. Vermutlich nicht mehr lange.

    Die Position der AKP zu Darwin und zum Darwinismus im staatlichen Unterricht ist übrigens ganz ähnlich der Position der Republikaner in den USA. Sie bevorzugen entschieden intelligent design und würden das gern zum Unterrichtsinhalt machen. Die türkischen Darwinfeinde schreiben fleißig von den amerikanischen Darwinfeinden ab – ich kenne einige einschlägige Bücher.

    Bei der aktuellen Wahl gibt es zwei Optionen. Sie haben sich deutlich für die Option Romney ausgesprochen, indem Sie über die Option Obama nichts als Lästereien vorgebracht haben.

    Außerdem merkt man, dass Sie sich bezüglich der Agenda der Republikaner nicht sonderlich gut informiert haben.

    Ob Obama gewinnt? – Das warten wir doch lieber noch mal ein paar Stunden ab.

  21. Korbinian meint:

    Meinen sie Harun Yahya? LOL :-)

  22. Korbinian meint:

    Die Lästereien kamen eher aus einer Ablehnung des Heilsbringerkontextes in den Obama hier immer gesetzt wird heraus.

    Desweiteren finde ich es gerade wieder faszinierend wie schwarze Amerikaner gnadenlos Obama als “Ihren” Präsidenten proklamieren und sich mit ihm so identifizieren als wenn sie ihn nur wählen weil er Schwarzer ist (was er ja eigentlich nicht ist,er ist Mischling). Wenn das nicht Rassismus ist, dann weiß ich auch nicht.

  23. Korbinian meint:

    Wenn Obama Ohio holt dann gewinnt er. Momentan steht er dort bei 52-53 %. Es sieht gut aus.

  24. Eine Bevölkerungsgruppe, die so eine Geschichte der Rassendiskriminierung hinter sich hat und die spürt, dass sie von einem erheblichen Teil der Weißen immer noch verachtet und diskriminiert wird, hat wohl guten Grund, sich hinter einen der ihren zu versammeln.

    Und haben sie – von ihrem Interessenstandpunkt aus – nicht recht?
    Auch ökonomisch?
    Was verdammt noch mal hätten sie denn ökonomisch oder kulturell von den antistaatlichen und religiös bigotten Republikanern zu erwarten?

    Rassismus erzeugt – als Gegenreaktion – sinnvollerweise eine rassenbewusste Gegenreaktion. (Die natürlich zu weit gehen kann, und die sich zu einem eigenen Rassismus verfestigen kann.)

    Obama Heilsbringer?
    Die entschiedene Parteinahme hat mit der Unmöglichkeit der Republikaner zu tun. Dem gegenüber ist Obama schlicht die Alternative, die wir uns erhoffen. Mit Heilsbringertum hat das doch nichts zu tun.

  25. Korbinian meint:

    Hoffen kann man viel: siehe mein Kommentar von 3:28. Die Realität sieht dann oft anders aus.

    Keine Ahnung, warum jetzt schon zum zweiten Mal Ihr Kommentar im Spam gelandet ist.

    Grundsätzlich gilt: Wenn ich mit jemandem diskutiere, und ich komme an den Punkt, dass ich Schluss mache, dann teile ich das ausdrücklich mit und begründe es auch.

    Leo Brux

  26. Wer macht sich denn über die USA und über Obama bei uns noch Illusionen?
    Wie wählen zwischen zwei Übeln, und das eine ist eben viel schlimmer als das andere.

    Wenn ich merke, dass mit meinem Darm was nicht stimmt, und ich frage mich, ist es Darmkrebs oder nur ein Polyp, dann bin ich schon erleichtert, wenn’s nur ein Polyp ist, der per Operation leicht zu entfernen ist. Das heißt nicht, dass ich jetzt das ewige Leben erwarte oder das Paradies auf Erden. Trotzdem, wenn ich vorher gefürchtet habe, es könnte Krebs sein, werde ich so riesig erleichtert sein, dass es wie Jubel ausschaut.

    Ich finde die US-Politik auch unter Obama bescheuert. Aber nicht so extrem destruktiv wie unter Bush II.

  27. Korbinian meint:

    Wenn Obama Ohio oder Florida holt hat er gewonnen. Einen wird er holen. Obama gewinnt, ich geh ins Bett. Gute Nacht!

  28. Ja, die Wahl ist wohl entschieden.
    Bis bald!

  29. Jakobiner meint:

    Interessant ist aber, dass Europa weder bei Obama noch Romney grösser auftaucht.Wenn von Europa die Rede ist, dann als Probem, als Konkurrent, als Stationierungsort für die Raketenabwehr und ansonsten als negatives Modell, das zu viel Sozialstaat hat, ansonsten gar nicht.Nicht einmal Obama will einen Szialstaat wie in Europa, speziell Deutschland.

  30. Jakobiner meint:

    Angela Merkel hat Obama jetzt zu einem Staatsbesuch nach Deutschland eingeladen. Wohl auch, um die vernachlässigte Beziehungen wieder etwas aufzupeppen.Obama soll god old Europe nicht vergessen–dazu muss man ihn scheinbar aber erst anhalten.

  31. Korbinian meint:

    Nicht einmal Obama will einen Sozialstaat wie in Europa, speziell Deutschland.

    Warum wohl nicht? Studieren Sie doch einfach mal das Staatsverständnis der Pilger- und Verfassungsväter. Dann beantwortet sich Ihre Frage.

  32. Die Verhältnisse haben sich in den letzten 200 Jahren doch auch in den USA ziemlich geändert. Es gibt eine Menge Aktivitäten in den USA, von denen die Verfassungsväter überrascht wären …

    Obama ist ein Konservativer, rechts von Merkel oder Seehofer. Das liegt an der inzwischen plutokratischen Struktur der USA. Big Money rules. Big Money – gespalten in zwei “Parteien” oder “Bewegungen” oder “factions”.

    Die eine fordert den totalen Abbau des Sozialstaats und den totalen Verzicht auf jede staatliche Aktivität zur Eindämmung der Wirtschaftsmacht, die weitere drastische Reduktion von Steuern vor allem für diejenigen, die gut verdienen und große Vermögen haben (obwohl die USA bereits viel zu niedrige Steuereinnahmen haben). Austerity bedeutet: Schrumpfen wir den Staat! Zu dieser Partei gehören auch die bigotten Evangelikalen (die Kirchen sollen die sozialen Aufgaben erledigen, private Spenden und so, nicht der Staat), die Kirchen sollen nach und nach das Bildungssystem übernehmen und gestalten. Zu dieser Partei gehören auch die sog. Neocons, die aktive Außenpolitik mit dem US-Militär machen wollen.

    Die andere Partei ist eine eher inklusiv und weniger revolutionär orientierte Wirtschaftslobby, die etwas Sozialstaat behalten will, kulturelle Vielfalt als keinen Nachteil sieht und außenpolitisch etwas vorsichtiger (aber auch durchaus aggressiv) ist. Diese moderatere Wirtschaftspartei will auch die Steuern niedrig halten, aber sie gesteht dem Staat und der Regierung eine stärkere Rolle zu, hält also zum Beispiel eine universale Krankenversicherung für sinnvoll. Diese Partei entspricht wohl am ehesten unserer FDP. Insofern hat sie was Europäisches – anders als die andere, für die es bei uns kein Äquivalent gibt.

    Beide Parteien werden dominiert vom Großen Geld. Die Milliardäre und ihre “Angestellten” und Beauftragten bestimmen, wo’s lang geht. Da sie die Organe der Meinungsbildung beherrschen, dirigieren sie auch mehr oder weniger die Meinungen. Wenn sie der Meinung sind, dass ein Bewusstsein von global warming und eine daraus folgende grüne Agenda nicht in ihrem kurzfristigen Profitinteresse sind, dann wird drüber eben kaum gesprochen, oder eher negativ gesprochen.

    Obama ist genauso ein Agent von Big Money wie Romney. Nur eben von der anderen, eher inklusiven, nicht so extremistischen Gruppe.

    Wir haben nur diese beiden Optionen. In dieser Situation engagiere ich mich dann eben für diejenige, mit der ich eher leben kann. Die meinen Interessen etwas näher steht. Für die Organisation einer aussichtsreichen Partei, die meine Interessen vertritt (so, wie ich sie interpretiere), gibt es in den USA keine Möglichkeiten. Gegen Big Money kommt man da nicht an.

    Das ist in Deutschland nicht so ausgeprägt. Wir sind wohl auch auf dem Weg zur Plutokratie, aber dort noch lange nicht angekommen.

  33. Jakobiner meint:

    “Zu dieser Partei gehören auch die bigotten Evangelikalen (die Kirchen sollen die sozialen Aufgaben erledigen, private Spenden und so, nicht der Staat), die Kirchen sollen nach und nach das Bildungssystem übernehmen und gestalten”

    Das geht sogar noch weiter. Als angebliche Alternative zu Obamacare haben jetzt Evangelikale die sogenante “Medishare”ins Leben gerufen, womit auch das Gesundheitswesen in religiöse Hand übergehen soll. Mich erinnert dies an die Muslimbrüder, die in Ägypten solangsam alle Funktionen des Sozialstaates schleichend übernommen und sich so eine grosse Menge an Sympathisnaten unter den sozial Schwachen errungen haben.Wie das Ziel der Muslimbruderschaft die Islamisierung aller Lebensbereiche ist, so ist es bei den Evangelikale die Evangelisierung aller Lebensbereiche.

  34. Jakobiner meint:

    Mal sehen, ob unter Medishare dann Wunderheiler wieder Konjunktur erleben. Ist wahrscheinlich die billigste Variante.Krankheiten wegbeten…

  35. Medishare … Siehe die ersten Kommentare oben!
    Mich wundert, wie Korbinian und conring Werbung für die Republikaner machen konnten. Als zwei ausgewiesene Religionsfeinde verteidigen sie die Partei der bigotten Evangelikalen.

    (Anmerkung: Nicht alle Evangelikalen sind bigott. Wie auch nicht alle Muslimbrüder bigott oder fanatisch sind.)

  36. Jakobiner meint:

    BIG MONEY rules. Das kann man auch in Verbindung mit den Evangelikalen sehen. Klarster Ausdruck dessen ist das Buch “God is back”, das zwei Journalisten des britischen Economist (das Wall Street Journal der City of London) geschrieben haben. Darin wird die Rückkehr der Religion in den USA genau beschrieben und ihr eine äusserst nützliche Funktion für den Kapitalismus zugewiesen. Eine einzige Jubelschrift für das Evangelikalentum alsd neuer Avantgardeideologie für den Kapitalismus. Zum einen stärke die Evangelisierung aller Lebensbereiche das Individuum, dessen Arbeits- und Leitsungswillen, stabilisiere die Familien,führe zur Möglichkeit, den Sozialstaat zu beseitigen und sei auch exportierfähig (steigende Zahl von Evangelikalen in Südamerika, Asien und Afrika) und fördere somit die Globalisierung.

  37. Korbinian meint:

    Religionsfeinde?
    Diese Freund-Feind-Rhetorik hat schon was. Und Sie regen sich über die Tea-Party und Neocon-Falken auf? Überdenken Sie mal ein bisschen Ihre Vorwürfe.
    Noch einmal zum Mitschreiben: Ich habe mich anfangs über die einseitige Berichterstattung in den hiesigen Medien mokiert. Daraus folgernd machen Sie mich zu einem bedingungslosen Republikanerfan. Was soll diese Skandalisierung?

  38. Korbinian meint:

    @Jakobiner:
    Dergleichen wurde früher auch über die Juden geschrieben. Nur dass da eine stärker ethnisch ausgerichtete Komponente mit reinspielte.
    Evangelikale Weltverschwörung?
    Es ist doch schon alles darüber geschrieben worden, von Calvin bis Max Weber. Und nützen tut das dem Kapitalismus überhaupt nicht. Der Kapitalismus ist keine Person.

  39. Jakobiner meint:

    Evangelikaler ist nicht gleich Evangelikaler. Es gibt zum einen die religious right, die eher von solchen fanatischen Evangelikalen wie Pat Robertson repräsentiert werden, zur Ermordung missliebiger ausländischer Staatsmänner wie Chavez, zum Kampf um das Heilige Land in Israel aufrufen und auch schon einmal selbst als US-Präsidentschaftskanidaten antreten wollten.Dann aber auch wieder moderatere Evangelikale wie Rick Warren, der Obama unterstützt und auch dessen Einführungsrede hielt und sich mehr in praktischer Lebensphilosophie ergeht, was ihm den Vorwurf anderer Evangelikaler einbringt selbst kein richtiger gottesfürchtiger Christ zu sein, sondern mehr eine Art esoterischer Dalai Lama des Evangelikalentums.Dennoch sind Leute wie Rick Warren erst jüngeren Datums. Zumal habe ich auch noch nicht soviel über ihn gelesen.

  40. Jakobiner meint:

    Zu Korbinian:
    Recht billige Poemik–Kapitalismuskritik sofort mit Antisemitismus und Weltverschwörungsvorwürfen zu kontern.
    Der Kapitalismus ist zwar die Gesamtheit aller Produktionsverhältisse und ihrer Zirkulation, hat aber benso eine herrschende Klasse, die sich aus Personen und Institutionen zusammensetzt–er existiert ja nicht als metaphysischer, körperloser Weltgeist, der nur als Prinzip waltet. Da haben Sie wohl zuviel Hegel gelesen.Und wenn Romney von den 47% spricht, dessen Interesen er nicht vertitt vor den auserwählten 5% spricht, dessen Interessen er vor allem bedient, weiss er sehr wohl, dass der Kapitalismus konkrete Personen als Ansprechpartner hat.

  41. @ Korbinian

    Noch einmal zum Mitschreiben: Ich habe mich anfangs über die einseitige Berichterstattung in den hiesigen Medien mokiert. Daraus folgernd machen Sie mich zu einem bedingungslosen Republikanerfan. Was soll diese Skandalisierung?

    Nein, nicht zum bedingungslosen Republikanerfan, sondern zu jemand, der alles in allem eher auf der Republikanerseite steht und deshalb möglichst Obama und die Demokraten runtermacht.

    Es ist auch kein Skandal, sondern nur einfach bemerkenswert: Jemand, der wie Sie antireligiös argumentiert, schlägt sich plötzlich auf die Seite einer bigott-christlichen Partei.

    Mich fasziniert die Hemmungslosigkeit und Verantwortungslosigkeit in diesen ersten Kommentaren, denen von Ihnen und von conring, siehe oben. Ein typisches Produkt der Anonymität? Und der politischen Haltlosigkeit?

    Ich selber – wie auch die allermeisten Deutschen – kann bei den Republikanern, so, wie sie sich seit Bush II geben, nichts Gutes, nichts Konstruktives mehr erkennen. Antisozial, kriegsgeil, bigott — schon richtig, dass es da auch Ausnahmen gab (Powell hat sich aber für Obama entschieden!) und gibt (Christie in New Jersey zum Beispiel, und sicher noch eine Handvoll), aber dominiert wird diese Partei heute eindeutig von der TeaParty. Big Money hatte Mühe, ihren – relativ (!) vernünftigen – Kandidaten, Mitt Romney, gegen die TeaPartyClowns und Idioten durchzusetzen, die zunächst einmal die besseren Karten zu haben schienen. Romney musste dann noch einen von diesen unsäglichen Typen – Paul Ryan – als Vize nominieren, um die vielen Wähler aus diesem Bereich nicht zu verprellen.

    Ryan ist bekennender Ayn-Rand-Gläubiger. (Nur von ihrem Atheismus distanziert er sich.) Haben Sie mal Ayn Rand gelesen? Oder sich informiert über ihr Credo? Dagegen ist die deutsche FDP direkt kommunistisch, so extrem ist der Marktradikalismus dieser Heiligen der Republikaner.

  42. Jakobiner meint:

    Naja, so gemässigt waren die Republikaner vor W auch nicht immer–man denke an den damaligen US-Präsidentschaftskanidaten Barry Goldwater, der sich ausdrückich dazu bekannte, dass “Extremismus nichts Schlechtes”ist und mit Rechtsradikalen in den 60ern David Rockefeller, Nixon und Kissinger innerhalb der Republikaner erst isolierte.Dabei scheuten die Goldwater-Fans auch nicht davor Gäste bei Rockefellers Fundraising Parties zu verprügeln oder ihnen sogar Säure in die Partybowle zu schütten.

    Paul Ryan hat sich jetzt taktisch von Ayn Rand distanzert, aber das ist ja nicht schwer, denn extremistischer als die EXilrussin geht es ja wohl auch nicht.

  43. Ryan hat sich nur in puncto Atheismus von ihr abgesetzt. Im übrigen schwört er auf sie.

    Mit Barry Goldwater beginnt der Marsch der Republikaner in den Extremismus. Dafür loben sie ihn auch als den Großvater oder Begründer ihrer Bewegung. Die Republikaner sind von einer pragmatischen, moderat konservativen Partei zur radikalen ideologischen Bewegung geworden. Worauf sie stolz sind. Marktradikal, kulturradikal, religiös radikal, außenpolitisch radikal. Was hat man im Irak falsch gemacht? Man hat nicht konsequent genug gebombt! …

  44. Jakobiner meint:

    Ganz interessant in diesem Zusammenhang ist auch der Ausblick von Romneyunterstützer Thomas Barnett zu den Wahlen und dem Anteil, den die Latinos dabei ausmachen und in Zukunft ausmachen werden:

    “But get us to 2050, when one of three US voters will have some Hispanic blood in them? Hmm. Much will change.
    Republicans will lose more and more elections until they change their anti-growth tune. They are swimming against the tide called the future.”

    http://thomaspmbarnett.com/globlogization/2012/11/2/how-romney-and-the-republicans-are-screwed-by-demographics.html#comments

    Dabei wird auch die Frage sein, inwieweit die katholischen Latinos mit den Evangelikalen zurecht kommen. Leute wie Samuel Huntington sehen ja einen kommenden Clash of Civilizations zwischen katholischen Latinos und protestantischen europäischstämmigen Anglosachsen (siehe “Who we are?).Umgekehrt könnten aber auch die Republikaner dabei gewinnen, wenn sie sich auf konservative Werte berufen, die die katholisch und südländisch geprägten Latinos auch betonen: Familie, Homophobie,Religiosität,etc.

  45. Korbinian meint:

    Mich fasziniert die Hemmungslosigkeit und Verantwortungslosigkeit in diesen ersten Kommentaren, denen von Ihnen und von conring, siehe oben. Ein typisches Produkt der Anonymität? Und der politischen Haltlosigkeit?

    Sie haben die Ironie in den Kommentaren kein bisschen verstanden.
    Was soll ich auch dazu sagen wenn Sie hier vor der Wahl den Weltuntergang ausrufen? Da kommen ein paar pointierte Feststellungen natürlich ungelegen da das ganze Große auf der Kippe steht.
    Zum Jakobiner:
    Es ist mir schon klar dass der Kapitalismus kein ätherischer Weltgeist ist. Ich habe aber auch keine Lust ihn immer durch die marxistische Brille zu betrachten wie sie das tun.

  46. conring meint:

    @IG
    wo waren denn Korbinian und ich überhaupt hemmungslos?
    Ich hätte nur, im Gegensatz zu Ihnen, in eienr Wahl Romneys keinen “Darmkrebs” gesehen.
    Gewählt hätte in den USA übrigens Obama: Allerdings nicht, weil er als “Polyp” das kleinere Übel ist, sondern weil ich seine politischen Einstellungen weitgehend teile.
    Es gibt in den USA mittlerweile einige Bundesstaaten, die von Politikern regiert werden, die der “Tea Party” nahe stehen. Untergegangen ist bislang keiner. Ein Beispiel ist die Gouverneurin von New Mexico, Susanna Martinez. Rate Sie mal deren ethnischen und religiösen Hintergrund.

    Zu Ayn Rand:
    Um die zur zur konservativen Ikone um zu stylen, muss man noch mehr als ihren Atheismus ausblenden. Frau Rand ist als Radikalindividualistin auch für Abtreibung und freie Liebe, in allen nur möglichen Varianten. Und die Familie ist bei ihr eine mindestens genauso böse Institution wie die Gewekrschaften.

  47. @conring

    Gewählt hätte in den USA übrigens Obama: … weil ich seine politischen Einstellungen weitgehend teile

    Das spricht für Sie. Um so mehr wundern mich die Bemerkungen oben.

    Es gibt in den USA mittlerweile einige Bundesstaaten, die von Politikern regiert werden, die der “Tea Party” nahe stehen. Untergegangen ist bislang keiner.

    Als Gouverneur kann man auch nicht allzuviel machen.

    Wenn ein Präsident bzw. wenn der Kongress mehrheitlich TeaParty spielt, sähe das anders aus. Bei Bush – noch kein TeaPartyist – konnte man schon einen Vorgeschmack bekommen.

    Es geht weniger darum, dass gleich alles zusammenbricht. Es geht darum, dass Schritt für Schritt dem religiösen Obskurantismus die Tür geöffnet wird. Wenn dann in Texas Dürre herrscht, dann antwortet der Gouverneur (Perry) darauf eben gut alt-christlich: mit organisierten Massengebeten. Also noch einen Schritt reaktionärer als die ägyptischen Muslimbrüder.

    Und so nach und nach schleicht sich der Anti-Darwinismus in die Schulen ein. Es gibt heroischen Widerstand dagegen, sogar Gerichtsurteile, aber steter Tropfen höhlt den Stein.

    Man vergesse auch nicht die Armaggedon-Fraktion unter den Evangelikalen: Sie wollen das Ende der Welt! Das sind leider nicht wenige unter den Republikanern. Ihre Strategie: Zusammen mit den Neocons (die eher säkular, aber rabiat pro Likud/Israel sind) sind sie interessiert an der Verschärfung der Spannungen im Nahen Osten, und ein Präsident ist idealerweise ein Kriegspräsident.

    Vor diesen Leuten haben wir jetzt mal weitere 4 Jahre Ruhe. Dafür bin ich dankbar – so wenig ich Obamas Außenpolitik und Drohnenterrorismus schätze.

    Freuen würde es mich, wenn sich die Möglichkeit, die ich im Nachtrag zum Artikel zitiert habe, realisieren würde: die Spaltung der Republikaner in einen moderaten Teil und die TeaParty-Extremisten.

  48. @ Korbinian

    Wie wär’s und Sie ARGUMENTIEREN gegen das, was Sie für übertrieben halten?
    Statt zu pöbeln und die Pöbeleien für “pointierte Feststellungen” zu halten.

    Ich meine schon auch, dass man gegen meine zugespitzten Hypothesen und Antizipationen einige gute Argumente vorbringen könnte. Dann gäb es eine interessante Diskussion. Mit Pöbeleien geht sowas nicht. Da setz ich dann auf den groben Klotz einen groben Keil.

  49. Jakobiner,
    du siehst das so wie ich auch.
    Die Situation hält für die Republikaner ebenso Gefahren wie Chancen bereit.

    Meine Vermutung: Sie sind (insgesamt, als Kollektiv) zu dumm, um die Chancen zu nutzen – etwa die konservativen Neigungen der Latinos. Sie sind zu dumm, um auf die Diversität etwa in Moralfragen (Abtreibung, Homo-Ehe, u. a.) großzügig zu reagieren und zu sagen: Wir halten unser Nein für richtig, aber wir respektieren euer Ja – wir wollen unser Nein und unseren religiösen Standpunkt niemandem aufzwingen.

    Faszinierend ist der Grad der Verbiesterung und der Unwille, irgendwelche Fakten zur Kenntnis zu nehmen, die einem nicht ins Konzept passen.
    Etwa, wenn man daran fest hält, dass Obama in Kenia geboren und ein Muslim ist.
    Oder dass Saddam Hussein natürlich die Massenvernichtungswaffen hatte und dass man sie entdeckt hat, die Bush als Kriegsgrund angegeben hat.
    Oder dass man glaubt, der Zusammenbruch der Lehmann-Bank sei von Obama verschuldet worden (der da noch nicht einmal als Präsidentschaftskandidat nominiert war).
    Oder dass man glaubt, mit der Kürzung der US-Entwicklungshilfe könne man 100 Mrd. Dollar (100 billion Dollars) oder so ungefähr jährlich einsparen.
    Oder dass man glaubt, mit weiteren radikalen Steuersenkungen (vor allem bei den Reichen) für Reduktion der Staatschulden, Wachstum und Arbeitsplätze sorgen zu können.
    Oder dass man global warming und die ganze grüne Agenda für ein Komplott der liberals gegen Amerika hält.
    Oder dass man glaubt, mit drill, baby, drill !! das Energieproblem lösen zu können.
    Oder dass man leugnet, dass die Kriminalitätsrate und die Gefängnisrate der USA etwa fünfmal bis zehnmal so hoch ist wie in den west- und mittel- und nordeuropäischen Staaten.
    Oder dass man meint, Dinosaurier und Steinzeitmenschen hätten vor ca. 6000 Jahren gemeinsam auf der Erde gelebt.
    Oder dass man überzeugt ist, das Wort der Bibel wörtlich als Gottes Wort verstehen und glauben zu müssen.
    Undsoweiterundsofort.

    Da hilft kein Hinweis auf empirische Fakten. Fakt ist, was mir passt!!

    Und, Korbinian, das sind keine Ausreißer. Dass sind Mehrheitsüberzeugungen unter den erklärten Republikanern.

    Schon witzig: In Deutschland gegen die Salafisten zu schimpfen (was völlig berechtigt ist!), aber bezüglich der USA die Augen zumachen, wenn’s um die Agenda der Republikaner geht.

    Dabei haben die USA die Machtmittel, die wir – wenn sie in die Hand von Verrückten und Fanatikern geraten – fürchten müssen. Die Salafisten spinnen und sind auch nicht ungefährlich, aber vergleichsweise eine Randerscheinung und in Europa machtlos. (Nicht in Ägypten, Tunesien, Saudi-Arabien – wo wir sie mit 250 Kampfpanzern ausrüsten, Pakistan. Da bedrohen sie in der Tat die Gesellschaft.)

  50. conring meint:

    @IG
    “Als Gouverneur kann man auch nicht allzuviel machen.”
    Da irren Sie sich. Die US-Bundesstaaten haben viel mehr exekutiven und legislativen Gestaltunsraum als die hiesigen Bundesländer.
    Das Eherecht ist z.B. in den einzelnen Bundestaaten durchaus unetrschiedlich geregelt. Einige kennen die Schwulenehe, andere nicht.
    Das Perry in Texas beten lässt dürfte daran liegen, dass der Texas-Gouverneur, wie es die dortige Verfassung eben will, auch nur ein Grüß-August ist. Änhlich wie unserer Bundespräsident.
    Und die Tea-Party-Bewegung (ich halte die auch für gaga) hat ideologisch nichts mit der Christian Coalition zu tun. Die Tea Party entspringt der uramerikanischen Angst vor dem Washingtoner Big Government. Die Leute können sich hier auf Thomas Jefferson als ihren Urahn berufen.

    Und ob es jetzt wirklich soviele endzeitlich gestimmte Evangelikale bei den Reps gibt?

  51. Tun Sie da nicht dem Thomas Jefferson Unrecht?
    Auch wenn der als Südstaatler und Großgrundbesitzer (und Sklavenbesitzer) recht misstrauisch war gegenüber einer zu starken Zentralregierung, so war er doch immerhin ein Mann der Aufklärung, auch ein Intellektueller und hatte sowas wie weltbürgerlichen Zuschnitt.

    Die TeaPartyGänger sind da doch ein ganz anderes Völkchen, sie stehen der Aufklärung ebenso ahnungslos wie dummdreist gegenüber, verachten Intellektuelle als ihre natürlichen Todfeinde und sind provinziell aus Überzeugung.

    Gouverneure können keine Bundesrichter einsetzen, um dafür zu sorgen, dass die Verfassung “religiös” ausgelegt wird; sie können keine Kriege anzetteln; sie können Medicare und Medicaid nicht abschaffen, sie können nur bedingt etwas tun gegen die Arbeitslosigkeit — die politische Musik spielt durchaus in Washington, im Kongress und im Weißen Haus und im Pentagon.

    Die Revolution, die die “sozial konservativen” und steuer- und regierungsfeindlichen Revoluzzer von rechts anstreben, muss über Washington laufen. Nur über Washington kann man den Staat zu Tode schrumpfen und das ganze Bildungs- und Sozialwesen den privaten Religionsorganisationen übertragen. Was inferstrucsha ist, wissen die TeaBaggers nicht, Straßen und Brücken und Elektroleitungen werden von Gottes Natur produziert und sind einfach da.

  52. conring meint:

    @IG
    das Bildungs- und auch Sozialwesen kann man nicht von Washington aus zu Tode schrumpfen. Die Bundesstaaten haben in den Bereichen sehr weit gehende Kompetenzen. Es gab da doch sogar einen Republikanischen Gouverneur, der in seinem Bundesstaat eine der obamaschen ähnliche Gesundheutsreform durchgeführt hat.

    Jeffersson war auch ein Mann der Hinterzimmerintrige, der kein Problem hatte, seinen Freund Georg Washington durch lancierte Zeitungsberichte ans Bein zu pissen.
    Und da ging es eben darum, dass Jefferson meinte, dass Washington und sein Finanzminister Hamilton “Big Government” voran treiben würden.

  53. Wenn den Bundesstaaten das Geld ausgeht, müssen sie ihr Bildungssystem selber schrumpfen. Das gehört doch zu den Zielen der republikanischen Staatsfeinde.
    Es ist ja schon jetzt so: Die meisten Staaten sind hoch verschuldet und sparen und sparen sich runter. Und bekommen kaum Hilfe von Washington. California z. B. ist praktisch pleite. Da “Keynes” bundeswirtschaftlich nicht erlaubt ist, heißt das: schrumpfen. Und die Infrastruktur und das Bildungssystem kommen immer weiter herunter. Sogar zigtausend Häftlinge müssen freigelassen werden, weil das Geld für die Gefängnisse nicht mehr da ist. – Das wird so weiter gehen. Bis das Land kaputt ist.

  54. Jakobiner meint:

    1)Zu Korbinian:

    “Es ist mir schon klar dass der Kapitalismus kein ätherischer Weltgeist ist. Ich habe aber auch keine Lust ihn immer durch die marxistische Brille zu betrachten wie sie das tun.”

    “Immer” ist gut. Sie haben es ja nicht 1-mal versucht!Auch ist dies kein Gegenargument gegen das Gesagte. Sie argumentieren nicht.

    2)Bei den Republikanern wird es jetzt erst mal zu einem internen Richtungsstreit kommen. DIe Teapartyleute und die Rechtsrepublikaner werden sagen: Romney war ein”moderate”–daher brauchen wir einen Ruck nach rechts.Der dazu passende nächste US-Präsidentsschaftskanidat hierfür ist Paul Ryan.Die moderaten Republikaner werden sagen:Wir waren nicht moderat genug, Wahlen werden in der Mitte entschieden. Selbst Newt Gingrich redet jetzt offen davon, dass die Republikaner eine “party of inclusion” werden müssten, da sie im wesentlichen nur von älteren weissen Männern mit zumeist ländlichem Hintergrund gewählt werden, kaum jedoch von Frauen, Afroamerikanern, Hispanics,US-Asiaten, jüngeren Wählern.Zumal haben sich auch die Hispanics geändert–früher waren dies vor allem glühend antikommunistische Exilkubaner, die den Demokraten das Schweinebuchdesaster nie verziehen und zuverlässig republikanisch wählten.Damit ist es nun vorbei.10% Afroamerikaner, 20% Hispanics, 5% US-Asiaten–so einfach kommt man da nicht mehr herum.Und mit Obama als erstem demokratischen US-Präsidete haben die Demokraten ein Fanal an Inklusion gesetzt, dass weit über die Präsidentschaft Obamas hinausgehen wird und von dem sie nachhaltig zehren können.Wäre ein Minderheitenpräsident momentan bei den Republikanern denkbar bei einer Wählerbasis, die sich eben aus älteren weissen Männern zusammensetzt? Vieleicht als Vizepräsdentschaftskanidat als Kompromiss.

  55. Jakobiner meint:

    Die Sorge um die Hispanic umtreibt die Republikaner jetzt sehr–zumal sie auch befürchten müssen, dass ein republikanisches Kernland wie Texas bei weiterer Migration auch zum swing state werden könnte.

    Bei den Demokraten wird man sich auch fragen, wer dann der nächste US-Präsidetschaftskanidat nach Obama sein wird. Joe Biden, Hillary Clinton oder vielleicht sogar Michelle Obama.Aber machen wir uns nichts vor: Die Wahl für Obama 2012 ist dennoch recht knapp ausgefallen. Ein Anhalten der Wirtschaftskrise könnte die Repubikaner das nächste Mal wieder an die Macht kommen lassen.
    Abzuwarten bleibt auch, ob die Teapartybewegung ihren Elan beibehält.Es gibt schon einige Berichte über ein Abflauen der Bewegung.

  56. Jakobiner meint:

    Von einer moderaten pragmatischen Partei zu einer radikal ideologischen–wie steht es dann aber mit Reagan–der Mann war doch auch ein Radikaler und Ideologe–marktradikal (Hayek, Milton Friedman), kulturradikal, religiös radikal–auch ohne Teapartybewegung.Auf Reagan berufen sich sowohl George W. Bush wie auch der rechte Flügel der Republikaner.

  57. Jakobiner meint:

    Noch als kleine Aufheiterung den Song von Joseph Beyus “Sonne statt Reagan”:

  58. conring meint:

    @Jakobiner
    “wie steht es dann aber mit Reagan–der Mann war doch auch ein Radikaler und Ideologe..”
    Hier kann man sehen, dass die US-Rechten eine ziemlich selektive Sicht auf den großen Kommunikator haben.
    Reagan hat in seiner Amtszeit nie die Fähigkeit zum politischen Kompromiss verloren mit den Demokraten, die meistens zumindest einen Teil des Kongresses kontrollierten, verloren.
    Die religiösen Rechten hat er schon mit einer seiner ersten Amtshandlungen, der Ernennung von Sandra Day O`Connor als Verfassungsrichterin, verprellt. Die Dame war keine prinzipielle Abtreibungsgegnerin.
    Und Reagan hat auch 1986 eine Amnestie für illegal Aliens erlassen.
    Kurz gesagt: Der Mann war ein eher Romneysches Weichei.
    Vgl.
    http://www.outsidethebeltway.com/christian-conservatives-have-a-very-selective-memory-of-ronald-reagan/
    http://www.outsidethebeltway.com/in-todays-gop-reagan-is-a-rino/

  59. Jakobiner meint:

    Naja, mit Ausnahme dieser 2 Dinge hat Reagan die Reagonomics, die weitgehende Privatisierung, Deregulierung der Wirtschaft, vor allem des Finanzsektors und Zerschlagung der Gewerkschaften vorgenommen (beginnend mit dem Fluglotsenstreik). Dazu Hochzinspolitik, Sozialabbau und massive Verschuldung. Dann ein Hochrüstungsprogramm der aggressivsten Sorte und die Doktrin der “begrenzten Atomkriege”(NSC-Direktive 57/Colin S. Gray). Desweiteren Förderung der religiösen Rechten. Jedoch hat er ausser geheimen Stellvertreterkriegen, der Rachebombadierung für Lockerbie Lybiens und Grenada keine grossen Angriffskriege angefangen wie Bush jr im Irak. Wohl aber auch weil es noch die Sowjetunion als Weltmacht gab.

  60. Jakobiner meint:

    Zu Conring:

    Nun gut, der Artikel zeigt ganz gut, dass sich die Erwartungen der religious right in Reagan nicht erfüllt haben, wenngleich der Mythos Reagans immer noch beschworen wird.Die Christian Moral Majority Jerry Farewells schien ja doch mehr von ihm als “nützliche Idioten” angesehen worden zu sein.Ich selber hatte Reagan aber als wesentlich religiöser in Erinnerung–so kann man sich irren. Aber die Forderung nach 40% Kabinettsmitgliedern aus der Morall Majority ist ja auch anmassend.Das ginge ja in Richtung Gottesstaat.

  61. Ronald Reagan:

    Einerseits, andererseits.

    Einerseits: Stimmt alles, was ihr (Jakobiner, conring) über ihn schreibt. Obama ist mit seiner Politik Reagan näher als es Mitt Romney wäre – oder die Republikaner von heute.

    Andererseits: Reagan hat den Trend zum konservativen Extremismus eingeleitet. a) Government is the problem, market is the solution. b) USA is the exceptional nation and must be ready for war to impose freedom and peace on the world.

    Reagan hat die Tür geöffnet – durch die er selber dann gar nicht gegangen ist. Die Steuern hat er erhöht, und besonders kriegerisch war er – verglichen mit seinen Nachfolgern – auch nicht.

    Außerdem war er faul. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man in Deutschland eine so faule Kanzlerpersönlichkeit dulden würde. Er hat in seinen acht Jahren mehr Urlaub gemacht, als er gearbeitet hat. Bush II war allerdings in diesem Punkt noch schlimmer. Reagan hatte ein fähiges Team um sich herum, das die ganze Arbeit gemacht hat. Er hat dem dann bloß noch sein charmantes Schauspielerlächeln dazugeben müssen. Er konnte auch recht gut auswendig lernen und als Schauspieler seine Rolle spielen. Er war in der Rolle des amerikanischen Königs Präsidenten nicht schlecht. Als Schauspieler.

    Die Geschichtsbücher werden ihn negativ beurteilen: Er hat die Deregulierung eingeleitet. Die Deregulierung ist die zentrale Ursache unserer gigantischen Finanzkrise – die noch lange nicht zuende ist, die noch einige Spiralenumdrehungen tiefer ins Unglück führen wird.

  62. Jakobiner meint:

    “Andererseits: Reagan hat den Trend zum konservativen Extremismus eingeleitet. a) Government is the problem, market is the solution. b) USA is the exceptional nation and must be ready for war to impose freedom and peace on the world.”

    Naja, die Marktideologie fing ja schon unter Nixon an, der das Gesundheitssystem der USA privatisierte, wie es Michael Moore in seinem Film gut darstellt und den Goldstandard abschaffte (frei floatende Währungen). Und der Exzeptionalsimus, die Idee, dass die USA eine ausersehene Nation wären, umtreibt eigentlch alle US-Präsidenten und ist fester Bestandteil der Zivilreligion.Und “to impose freedom and peace on the world” mit Krieg sind auch viele US-Präsidenten bereit gewesen, ob Korea, Vietnam oder Irak.

  63. conring meint:

    @IG
    “Die Geschichtsbücher werden ihn negativ beurteilen:”
    Da ist jetzt doch die Frage, wer die Geschichtsbücher schreibt. Wahrscheinlich muss man den Mann (Nein, ich bin kein Fan) doch eher differenziert beurteilen.
    Und gegen Big Government war Reagan auch schon den 60ern. Einen Job als Fernsehmoderator hat er verloren, weil er die T.V.A. als abschreckendes Beispiel für Big Government kritisiert hat. T.V.A. war allerdings der Hauptkunde von General Electric und die haben Reagans Show gesponsort.

    Lyndon B. Johnson kann man auch für seine Außenpolitik (Vietnam) in die Tonne treten. Andererseits war das der letzte Präsident, der ein wirklich sozialdemokratisches, innenpolitisches Reformprogramm (Great Society) verfolgt hat. Sowas haben weder Clinton noch Obama (bisher) auf die Beine gestellt.

    Schön fand ich noch den Ausspruch von Matthew Dowd, G. W. Bush-Berater. Die Republikaner seien “a Mad Men party in a Modern Family America.”
    Sie als Verächer amerikanischer Fernsehserien können jetzt mal googlen, worauf der Mann sich mit “Mad Men” und “Modern family” bezieht.

  64. Jakobiner meint:

    Ich als Liebhaber US-amerikanischer TV-Serien (Mentalist, Monk, Columbo, Malcom Mittendrin, Desperate Houswifes,etc.) kenne diesen Ausdruck auch nicht–und was soll die Modern Family sein–die Simpsons? Davon setzte sich Bush senior ab, der meinte: “Lieber die Waltons als die Simpsons!”.

    Apropos Türöffner für extremistische Ideologien. Wie beurteilt ihr eigentlich den Fall des Oberst Dooley, der an einer US-Militärakademie ein Referat über den War on Islam hielt und meiner Ansicht nach der Öffner einer Idee eines eliminatorischen Imperialismus sein könnte. Einzelfall oder Vordenker<?Als Lesetip, was ich meine:

    http://www.global-review.info/2012/05/14/us-militarstratgie-abkehr-vom-bening-hegemon-und-die-armaggeddonversion/

  65. conring meint:

    @Jakobiner,
    “Modern Family” ist eine neue Sit-com. Ed O`Neill steht da als Familienpatriach einer Patchwork-Familie vor. Er selber ist in zweiter Ehe mit einer Latina (die bringt auch einen Sohn mit in die Ehe) verheiratet und einer seiner Söhne hat mit seinem Lebenspartner ein vietnamesisches Baby adoptiert.

  66. Jakobiner meint:

    Wobei John Boy Walton von der US-amerikanischen Filmindustrie als Symbol sehr gerne genommen wurde. So gab es einen Film, bei dem derJohn Boy-Darsteller mit seiner FRau als Landeier in eine grosse Stadt und unter die Räder kommen und knapp einer Kannibalin entkommt, die als Sinnbld für die Bösartigkeit der Städte den ländlichen John Boy und seine Frau gleich fressen will. Zum zweiten: Der John-Boy-Darsteller als Amokläufer, der aufgrund einer verschmähten Liebe und der Anklage wegen sexueller Belästigung einen ganzen Betrieb abmetzelt.Villeicht war er ja der Mad Man in der Modern Family.Wahrscheinlich wil Conring aber auf etwas anderes raus bei seiner Google- Schnitzeljagd…

  67. Jakobiner meint:

    Habe gerade gesehen, dass Conring inzwischen geantwrtet hat. Er wolte wohl eher auf die multiethnische Patworkfamily raus, die wohl auch Newt Gingrich bei seinem Ausspruch, wonach die Republikaner eine “party of inclusion” werden müssten, rauswollte.Wo läuft denn diese Serie?Scheinbar noch nicht auf deutschen Kanälen.Und welche Zielgruppe in den USA schaut sie denn an–wohl nicht die Stammwähler der Republicans!!

  68. conring meint:

    @Jakobiner
    Häh?

  69. Manfred meint:

    Wie ist eigentlich das Wahlergebnis in Florida ausgefallen?

  70. Jakobiner meint:

    Lieber Conring, kläre uns bitte auf, was du mit deinem Verweis auf Mad Man in Modern Family sagen wolltest über das Häh hinaus. Das macht es vielleicht einfacher.

  71. conring meint:

    @Manfred
    wird noch ausgezählt.
    Die dortige Obama-Führung ist so knapp, dass die Stimmen noch mal nachgezählt werden.
    Da aber das Ergebnis, auch ohne die Wahlmänner aus Florida, eindeutig ist, ineressiert es keinen.

  72. Jakobiner meint:

    Apropos Türöffner für extremistische Ideologien. Wie beurteilt ihr eigentlich den Fall des Oberst Dooley, der an einer US-Militärakademie ein Referat über den War on Islam hielt und meiner Ansicht nach der Öffner einer Idee eines eliminatorischen Imperialismus sein könnte. Einzelfall oder Vordenker<?Als Lesetip, was ich meine:

    http://www.global-review.info/2012/05/14/us-militarstratgie-abkehr-vom-bening-hegemon-und-die-armaggeddonversion/

  73. Die New York Times schreibt über Florida und das Auszählungsproblem dort:

    Eigentlich sei schon alles klar, Obama habe den Staat gewonnen, die 29 Elektorenstimmen können zu den 203 hinzugezählt werden.

    Despite the never-ending counting of ballots in Florida, Mitt Romney‘s campaign on Thursday recognized that President Obama is on his way to victory there. With only ballots from Democratic-leaning counties left to be counted, the final tally was not expected to change the outcome, Republican acknowledged.

    “We thought based on our polling and range of organization that we had done what we needed to win,” Brett Doster, a Florida adviser for Mitt Romney, told The Miami Herald in a statement. “Obviously we didn’t, and for that I and every other operative in Florida has a sick feeling that we left something on the table. I can assure you this won’t happen again.”

    By Thursday afternoon, the state Division of Elections Web site said Mr. Obama led Mr. Romney 49.9 percent to 49.2 percent, with a difference of about 55,000 votes out of more than eight million votes cast. Several counties continued to count absentee ballots throughout the day. An official declaration is expected on Friday, and an Obama victory would give him 332 electoral votes to Mr. Romney’s 206.

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