Klaus J. Bade: Sarrazin hat einen Trümmerhaufen hinterlassen

buchKlaus J. Bade nimmt sich in seinem im April erscheinenden Buch Kritik und Gewalt vor allem Sarrazin und die anderen Islamophoben vor. Roland Preuß (SZ 26.2.2013) hat schon vorab etwas in dem Manuskript lesen können. Leider ist sein Artikel nicht frei online zu lesen.

Ich greife mir etwas heraus.

Bade diagnostiziert einen Trümmerhaufen, den Sarrazin und seine publizistischen Gesinnungsgenossen hinterlassen hätten – und er kann das gut belegen.

Die Zuversicht der Menschen, dass Integration gelingen werden, hat nachgelassen: Migranten erfuhren seither mehr Benachteiligung, wie eine Umfrage zeigt.

Selbst die vom Bundesinnenministerium in Auftrag gegebene Studie über Muslime in Deutschland legt dies nahe: Diejenigen ohne deutschen Pass wollen nun viel häufiger “die Kultur ihres Herkunftslandes bewahren” (so die Frage) als vor der Debatte; die “Vorurteile gegenüber dem Westen” nahmen zu wie der “Hass gegenüber dem Umgang der westlichen Welt mit dem Islam”.

Sarrazin habe bekannte Probleme angesprochen, aber dabei maßlos überzogen,

so dass eine konstruktive Auseinandersetzung nicht in Gang gekommen sei.

Was bleibt, ist eine gegenseitige Entfremdung zwischen Einheimischen und Einwanderern aus muslimischen Ländern – das gilt für Anwälte, Forscher und andere, die sich längst als Angehörige der deutschen Gesellschaft gesehen haben und nicht als Muslime.

Die Debatte habe großen Schaden angerichtet, schreibt Bade und macht bekannten Publizisten schwere Vorwürfe: Necla Kelek, Henryk M. Broder udn Ralph Giordano seien “Wegbereiter des Islamhasses”; und ihre Argumente werden auf Hass-Foren aufgebriffen, die “Fahndungslisten posten und wo “Todesurteile” gegen Politiker und Forscher verlangt werden.

Bade fordert, diese antiislamischen Netzwerke endlich gesellschaftlich zu ächten.

Von seiten der Gemeinten werden wir hier einerseits Genugtuung, andererseits Empörung vernehmen.

Genugtuung: Bade bestätigt den Erfolg der rechtspopulistischen Hetze.

Man hat es geschafft, den Graben zwischen Einwanderern und Mehrheitsbevölkerung zu vertiefen.

Das ist Teil der Absicht der Rechtspopulisten. Man will die Migranten wieder raus haben; der erste Schritt ist, den Graben zu vertiefen, auf jeden Fall die Integration zu verhindern, die Gesellschaft daran zu hindern, die Vielfalt zu akzeptieren.

Jemand könnte einwenden: Bade, darüber solltest du öffentlich nicht reden, denn damit bestätigst du sie, damit motivierst du sie …

Einspruch: Es ist wichtig, all denen, die sich in der Debatte bedeckt gehalten haben, aber überzeugt sind, dass die Integration der einzig gangbare Weg für uns ist, deutlich zu machen: Ihr müsst euch mehr engagieren.

Womit wir zur Empörung der Rechtspopulisten kommen:

Bade fordert die gesellschaftliche Ächtung derer, die hetzen.

Das finden die Rechtspopulisten natürlich höchst unfair und undemokratisch. Außerdem leiden sie bereits darunter.

Denn so halb und ansatzweise gibt es diese Ächtung bereits – und auch sie hat Erfolg.

Warum bekommen die rechtspopulistischen Truppen keine 5 Prozent zustande? Warum versacken sie jämmerlich im 1%-Bereich?

Warum kriegen sie auch sonst kein Bein auf den Boden – nicht im Bereich der Justiz, nicht im Bereich der öffentlichen Berichterstattung, nicht im Bereich der Universität und der Forschung.

Sie SIND geächtet, wenn sie nicht grade Sarrazin, Kelek, Broder oder Giordano heißen und beim Polemisieren einigermaßen die respektabel bleiben. Der Teil der Leute, die sich ganz von diesen vier bestätigt fühlen und gerne auch den Staat praktisch wüten sehen würde, schaut zurzeit recht zerzaust aus der Wäsche.

Ohne politische Repräsentanz ist in Deutschland kein Staat zu machen.

Es ist gute Tradition im demokratischen Deutschland geworden, die populistische Rechte auszugrenzen. Wohin die nach rechts unten abschüssige Bahn führt, haben wir einmal zu oft erlebt.

Außerdem braucht Deutschland aus ganz national-egoistischen Gründen besseren Zugang zum sich mehr und mehr globalisierenden Arbeitsmarkt – und damit eine Willkommenskultur, die über ein paar Einwanderungszentren für Fachkräfte hinaus geht.

Die Fachkräfte kommen nicht in ein Land, in dem sie von einem Hetzmob angefeindet werden.

Sie haben das Buch von Sarrazin nicht gelesen?

Hier in 7 Blog-Artikeln die wichtigsten Zitate:

Sarrazin Zitate 1: Zuwanderung

Sarrazin Zitate 2: Muslime

Sarrazin Zitate 3: Intelligenz ist erblich

Sarrazin Zitate 4: Angriff auf den Sozialstaat

Sarrazin Zitate 5: Demografie

Sarrazin Zitate 6: Bildungsreform

Sarrazin Zitate 7: Was tun?

Kommentare

  1. Ulfkotte z.B. geächtet? Auch er war bei diversen Talkshows eingeladen, z.B. bei “hart aber fair”. Und gegen ihn ist Sarrazin geradezu islamophil.
    Aber es war wohl genau das Ziel der ganzen Aktion, die Gesellschaft zu spalten, und ich bin mir nicht sicher, ob Sarrazin das wirklich bewusst ist, für was er da benutzt wurde.
    Jedenfalls wäre es von uns Muslimen , egal ob Migranten oder “Eingeborene”, jetzt völlig falsch, darauf mit Abschottung zu reagieren denn dann hätten die Rechtspopulisten ihr Ziel erreicht.

  2. Ulfkotte ist out. Auch wenn er mal hier und da als Krawallmacher eingeladen wird. Im Ernst, wer nimmt Ulfkotte ernst?

    Bei Sarrazin, Giordano, Broder oder Kelek liegt die Sache anders. Die werden schon noch als Gesprächspartner wahrgenommen, wenn auch als radikaler Flügel in der einschlägigen Debatte. Das finde ich – im Rahmen der Demokratie – unvermeidlich. Man muss und kann es aushalten, auch aus folgendem Grund:

    Die Politik insgesamt geht in eine Richtung, die jener genau entgegengesetzt ist, die diese Vier fordern oder nahelegen. Das ist nicht unbedingt eine Ächtung, aber es ist doch ein ziemlich schmerzhaftes Außenseitertum, nur notdürftig kompensiert vom Zuspruch – des Mobs.

    In Bayern wird die CSU jetzt wahlkampfbedingt wohl noch etwas populistisches Geräusch machen, ich vermute aber, nach der Wahl wird auch die CSU wieder einen weiteren Schritt hin zu mehr Integration und breiter Willkommensgesellschaft machen.

  3. conring meint:

    “Die Politik insgesamt geht in eine Richtung, die jener genau entgegengesetzt ist, die diese Vier fordern oder nahelegen.”
    Was fordern ihre vier apokalyptischen Reiter eigentlich so schreckliches?
    Sarrazin empfiehlt in seinem Magnum Opus doch nur eine steuernde Einwanderungspolitik und eine Gebährprämie für teutsche Akademikerinnen.
    Giordano spielt in der ganzen Diskussion auch keine prominente Rolle. Der Mann hat auch nur sein allgemeines Unbehagen am Islam kommuniziert. Das darf man doch.
    Frau Kelek wittert überall die Scharia und empfiehlt zur Abhilfe doch auch nur Aufklärung.
    Herr Broder hat zum Islam überhaupt keine Meinung, sondern wittert überall in Teutschland nur Antisemitismus.

  4. conring meint:

    @Leo Brux
    Dass Ulfkotte ein dummer Faselkopf ist, stimmt sicher.
    Aber die Autorin hier steht ihm in nichts nach:
    http://www.muslim-markt-forum.de/t285f2-Imam-Khamene-iacute-ueber-die-unlogische-Art-der-USA.html

  5. wieso, hab doch nur zitiert. Weiß gar nicht, was jetzt wieder Ihr Problem ist, conring…

  6. conring meint:

    @ Fatima Özoguz
    Ich habe doch mit Ihnen überhaupt kein Problem.
    Ich halte Sie und Ihre Website allerdings nicht für weniger durchgeknallt als Herrn Ulfkotte.

  7. welche Seiten finden Sie denn empfehlenswert, abgesehen von dieser hier? Würde mich wirklich interessieren.

  8. conring meint:

    “welche Seiten finden Sie denn empfehlenswert, abgesehen von dieser hier? Würde mich wirklich interessieren.”
    Überhaupt keine. Als alleinige Informationsquelle taugt die hiesige übrigens auch nichts.

  9. das ist schon klar, Webmaster sind bekanntlich auch nur Menschen ;-)
    Ich hab da sehr verschiedene “Favoriten”, je nach Thematik, ziemlich breit gefächert.

  10. conring meint:

    @ Fatima Özuguz
    “Muslimmarkt” scheinmt doch auch für Herrn Brux eher Ulfkotte-mäßig zu sein.
    Oderer warum verlinkt?

  11. Ja und? Versteh ich grad nicht. Ist mir doch egal? Oder wollen Sie mir mehr oder weniger höflich mitteilen, dass ich hier nichts verloren habe?

  12. conring,
    ich bin oft nicht der Meinung von Fatima, und ich bin oft nicht der Meinung von Ihnen.
    Entgegengesetzte Meinungen zu haben – das macht doch nichts, oder?
    Hauptsache, es wird INTERESSANT und KOMPETENT diskutiert.

    Da wir alle drei nicht im Iran leben, kommt es nicht zum Krieg zwischen Fatima und uns beiden.

    Fatima ist Ihnen in zwei Hinsichten überlegen, conring: Sie achtet auf korrektes Deutsch und verschreibt sich nicht ständig; und sie vermeidet Schläge unter die Gürtellinie. Das eine ist gut deutsch (die Korrektheit), das andere gut muslimisch (die relativ anständige Art, sich auszudrücken, auch bei Kontroversen). Als guter Deutscher sollten Sie das würdigen können, conring!

    Andererseits: Meine Distanz zum Muslimmarkt ist beträchtlich. Ich stehe dem theokratischen Regime des Iran feindselig gegenüber. Zugleich allerdings stehe ich auch der aggressiven Politik des Westens gegen den Iran feindselig gegenüber. Eine komplizierte Frontstellung also.
    Aber soviel ist klar: Ich verteidige kein autoritäres, theokratisches, die Menschenrechte verletzendes Regime. Insofern hab ich Probleme mit dem Muslimmarkt. – Meine Distanz bedeutet aber nicht, dass ich meine Gegner nicht respektieren könnte, oder dass ich nicht mehr gerne mit ihnen reden würde.
    Ich würde auch mit Broder oder Kelek oder Sarrazin SACHLICH und KONSTRUKTIV zu diskutieren versuchen, und ich denke, das wäre schon möglich.
    Mit Ulfkotte wohl eher nicht. Der ist ein reiner Hetzer.
    (Sie kennen doch Dante, oder? — Hölle ist nicht gleich Hölle … Xenophob ist nicht gleich xenophob … Schlimm ist nicht gleich schlimm. – Sie verstehen, was ich meine?)

  13. Wenn man nur mit Leuten redet, die die eigene Meinung vertreten, wird es recht schnell langweilig, außerdem ist das kaum möglich. Selbst unter weitgehend Gleichgesinnten gibt es mal Meinungsverschiedenheiten. Wenn man das alles nicht mehr mitmacht, kann man vor dem Spiegel Selbstgespräche führen. Ich würde mit jedem reden, sogar mit Stürzenberger , allerdings bezweifle ich, dass er lange sachlich bleiben kann.

  14. Ich denke, Stürzenberger würde bei Kritik schnell abblocken. Zumindest habe ich vor einiger Zeit ein Video gesehen, das ihn bei seiner Unterschriftensammlung zeigt und wie er einen Passanten ansprach. Dieser Passant reagierte gereizt mit einer Aussage wie: “Warum verbreiten Sie solche Hetze?” Stürzenberger antwortete dann: “Mit solchen linksideologisch verblendeten Leuten wie Ihnen, diskutiere ich nicht.” Den genauen Wortlaut weiß ich leider nicht mehr, aber so in der Art lief es ab.

  15. das meine ich doch… kein ernstzunehmender Gegner.

  16. conring meint:

    @ Leo Brux
    “Als guter Deutscher sollten Sie das würdigen können, conring!”
    Jetzt werden Sie beleidigend. Wenn ich was nicht sein will, dann ist es ein “guter Deutscher”. Was immer das ist. Klingt irgendwie wie ein “braver Hund”.
    meine häufigen Rechtschreibfehler kann isch auch damit rechtfertigen, dass ich als mittelalter Mitteleuropäer eben das ganze Medium nicht so richtig ernst nehmen kann.
    Übrigens ist Herr Ulfkotte auch nicht sooo blöd. Ich habe mal vor einiger Zeit eine Talkshow im HR mit ihm gesehen. Seine Kontrahentin dort war Frau Khaddor. Das Studiopublikum konnte vor und nach dem talk abstimmen, ob man jetzt den Itsal als Gefahr für die Demokratie ansieht. Vor der Sendung hat die Mehrheit dieses verneint. Ulfkotte hat das dann in der Sendung gedreht.

  17. conring meint:

    “Itsal”
    das muss latürlich Islam heißen.

  18. ok, conring,
    ich nehm den “guten” Deutschen zurück.

    Aber dabei bleib ich: Ich finde, dass sich Fatima als eine gute Deutsche erweist. Als Muslima ist sie mir zu sehr auf den Iran fixiert, zu wenig umma-orientiert. Ein zeitgemäßer umma-orientierter Islam respektiert, dass theokratische Verhältnisse der Vergangenheit angehören (müssen!), und dass es einen Diaspora-Islam geben muss, der anders gestaltet werden muss als der traditionelle und traditionale Mehrheitsgesellschafts-Islam. Dieser Aufgabe stellt sich der Muslim-Markt nur bedingt.

    Es ist übrigens nichts Schlechtes, ein “guter” Deutscher zu sein. Ich meine zum Beispiel, dass ich selber so einer bin. Und ich find mich dabei ganz ok.

    Apropos Ulfkotte: Das kann ich mir schon vorstellen, dass der Typ ein unbedarftes Publikum in Angst versetzen kann – und dass auch ich dagegen keine Chance hätte bei dem Format, das das Fernsehen hier dem Panikmacher bietet.

  19. Das sagt nicht unbedingt so viel über Ulfkotte aus, aber leider umso mehr übers Publikum, wenn es sich von ihm beeinflussen lässt, würde ich sagen. Leider auch über Frau Kaddor, dass sie offenbar nicht überzeugen konnte.

  20. conring meint:

    @ Fatima Özuguz
    “aber leider umso mehr übers Publikum, wenn es sich von ihm beeinflussen lässt,”
    Publikumsbeschimpfung iist ja immer gut. ich fand Ulfkotte auch überzeugender. Wundert Sie wahrscheinlich nicht.

  21. @Leo:

    Danke, dass Du mich als “gute Deutsche” bezeichnet, wenn auch in der dritten Person, was ich nicht so nett finde, aber es ist ja auch schon spät, da will ich mal nicht kleinlich sein. In der Tat sehe ich mich als Patriotin, sonst wäre ich längst weg. Ich bin nämlich finanziell keineswegs auf Deutschland angewiesen, aber ich liebe meine Heimat, deswegen bleibe ich hier.
    Aber ich hab da ein klitzekleines Verständnisproblem.

    Auf der einen Seite sagst Du:

    “Als Muslima ist sie mir zu sehr auf den Iran fixiert, zu wenig umma-orientiert.”

    Und auf der anderen Seite:

    “und dass es einen Diaspora-Islam geben muss, der anders gestaltet werden muss als der traditionelle und traditionale Mehrheitsgesellschafts-Islam.”

    Das trifft ja nicht so zu , wir haben doch nie bestritten, dass der Islam sich hier anders manifestiert als in Ländern mit muslimischer Mehrheitsgesellschaft, das versteht sich doch von selber. Du tust ja grad so, als hätte der Muslim-Markt die Islamische Republik Deutschestan ausgerufen.

    Der Mehrheits-Islam ist doch gerade umma-orientiert. Umma ist die globale Weltgemeinschaft der Muslime.

  22. conring meint:

    @ Leo Bux
    “Ein zeitgemäßer umma-orientierter Islam respektiert, dass theokratische Verhältnisse der Vergangenheit angehören (müssen!), und dass es einen Diaspora-Islam geben muss,”
    Wieso sollte ein Umma-orientierter Islam diese Prämisse teilen?
    Der jetzige türkische Ministerpräsident will doch auch eine religöse Jugend züchten. Und in Ägypten will man doch auch wieder religiöser werden. Nur zwei Beispiele.
    Und wie sich jetzt der Diaspora-islam in Old Europe macht, ist doch auch seine Sache. Vielleicht beschließßt man ja auch einfach aus der Diaspora auszuwandern.

  23. Übrigens ist Herr Ulfkotte auch nicht sooo blöd. Ich habe mal vor einiger Zeit eine Talkshow im HR mit ihm gesehen.

    Das Problem von Ulfkotte ist seine Recherche. Der hat schon soviel Unsinn weiterverbreitet, ohne das genauer zu überprüfen oder indem er den Inhalt verfälscht hat. Ein paar Geschichten von ihm sind z.B., dass EHEC möglicherweise von muslimischen Erdbeerflückern stammt, dass Migranten bis 2007 eine Billion Euro mehr aus den Sozialsystemen bekommen als eingezahlt haben, dass in Schweden 2008 6% aller Schwedinnen vergewaltigt wurden, usw. Natürlich mag er gut darin sein, seine Geschichten zu verkaufen. Das ändert aber nichts daran, dass er nur mit geringem Aufwand die Richtigkeit überprüfen könnte. Ich vermute, er möchte das gar nicht. Es wäre sicherlich interessant, einmal eines seiner Bücher genauer zu betrachten, dafür braucht man aber sehr viel Zeit. Ich bekomme ja nicht einmal meine Artikel fertig, die liegen schon Monate auf der Halde. Das ist alles sehr aufwendig.

  24. Fatima,
    das Lob hab ich in eine Antwort an conring verpackt …

    Was den Iran, die umma (samt Sunniten! auch denen in Syrien) und was die Form des Islam in der Diaspora angeht, das ist mir jetzt gerade ein zu weites Feld. Aber so nach und nach diskutieren wir auch da weiter.

    Mir gefällt es eigentlich ganz gut, dass Erdogan nicht so nationalistisch ist wie die Ministerpräsidenten vor ihm und nicht so nationalistisch wie ein Großteil der türkischen Gesellschaft. Da erkenne ich die positive Seite des Islams. (Es gibt nicht nur positive Seiten …)

    Ich will mir nicht “euren” Kopf zerbrechen, aber ich begutachte die internen Entwicklungen im Islam von außen, weil ich ein daran interessierter Staatsbürger bin, neugierig darauf, WIE sich dieser Prozess des Sich-Einfügens und der Teilhabe in Deutschland und Europa entwickelt.

    Das Lob der Theokratie finde ich dabei eher nicht förderlich. Und zwischen dem Anspruch auf umma und der tatsächlichen Praxis der umma (auch der persönlichen) ist ein Unterschied. Schiiten und Sunniten sollen sich nicht so sehr zu Gegnern machen lassen. Gerade dass der Westen diese Gegnerschaft schürt, sollte eine Warnung sein.

  25. conring,
    diese Auswanderung hätten Sie wohl gern?
    Dass Sie Ulfkotte überzeugend fanden, spricht auch nicht grade für Sie.
    Für mich klingt das, wie wenn jemand (in einer früheren Dekade) gesagt hätte, also, ich fand Goebbels überzeugender, als er die Judengefahr darstellte, als den braven Verteidiger der Juden und Abwiegler namens xyz.

    Goebbels war keineswegs blöd.
    Ulfkotte hat ihm gegenüber zunächst einmal ein weniger günstiges Umfeld.
    Das hemmungslose faktenzynische Hetzen haben beide gemeinsam.
    Und Ihnen fällt sowas natürlich nicht auf.

  26. KM,
    ich glaube nicht, dass Ulfkotte seinen Krawallzahlen glaubt.

    Er fühlt sich gerechtfertigt im Wissen um die Falschheit seiner Zahlen.
    Um die Gefahr deutlich zu machen, so sagt er sich, darf ich auch zur krassen Lüge greifen. Die krasseste Lüge ist der Wahrheit noch näher als die abwiegelnde, die existenziellen Gefahren herunterspielende Argumentation der Fachleute.

    Das, so denke ich mir, geht in seinem Kopf vor. Es hat eine gewisse Logik.

    Das Bade-Interview im Spiegel hab ich mir fürs Wochenende vorgemerkt.

  27. “Und zwischen dem Anspruch auf umma und der tatsächlichen Praxis der umma (auch der persönlichen) ist ein Unterschied. Schiiten und Sunniten sollen sich nicht so sehr zu Gegnern machen lassen. Gerade dass der Westen diese Gegnerschaft schürt, sollte eine Warnung sein.”

    dem kann ich wiederum nur zustimmen. Leider flammen durch den Syrien-Konflikt die Feindseligkeiten wieder auf, aber es sind hauptsächlich Salafisten, die diesbezüglich zündeln.
    Aleviten sind ebenfalls nicht sehr gut auf Sunniten zu sprechen, was historische Gründe hat.

    @KM : Das mit dem “Fäkalienjihad” war schon eine Nummer für sich. Irgendwie unterscheidet sich das nicht wesentlich von der Beschuldigung an die Juden im Mittelalter, die Brunnen vergiftet und damit die Pest ausgelöst zu haben. Trotzdem war ich eher amüsiert als wütend…manches kann man eben nur mit Humor ertragen.
    Ich würde mit diesem Herrn nicht weiter Zeit verschwenden, so wichtig ist er nicht.

  28. conring meint:

    @ Leo Brux
    “diese Auswanderung hätten Sie wohl gern?”
    Warum nicht? Deutschland ist als Einwaderungsland doch einfach scheiße, seltsame Sprache, schlechtes Wetter, unfreundliche Eingeborene.
    “Dass Sie Ulfkotte überzeugend fanden, spricht auch nicht grade für Sie.”
    Dass ich den Herrn an sich überzeugend finde, habe ich nicht geschrieben. Er war allerdings in dieser Diskussion überzeugender als seine Kontrahenten. Neben Frau Khaddor war noch Herr Bahners da. Dass Frau Khaddor und Herr Bahners in der Publikumsgunst und auch in meiner unterlagen, lag auch nicht nur an Ulfkotte, sondern daran, dass die beiden zu der vierten Diskussionteilnehmerin (Eine Frau- den Namen krieg nicht mehr zusammen, deren Schwester fammilieintern ermordet worden ist) überhaupt keinen Draht gefunden haben, außer der Litanei: Hat nichts mit Religion zu tun.

  29. conring meint:

    Um es nochmal auf den Punkt zu bringen:
    Ulfkotte halte ich für durchgeknallt. Allerdings nicht für durchgeknallter als Frau Özuguz und die AutorInnen vom Muslimmarkt.

  30. Immerhin kann Frau “Özuguz” zumindest Namen fehlerfrei abschreiben, bei aller Durchgeknalltheit. Meinen Sie, dass Sie das irgendwann auch nochmal hinkriegen?

  31. conring meint:

    @ Frau Ö.
    “Meinen Sie, dass Sie das irgendwann auch nochmal hinkriegen?”
    Nein.

  32. conring meint:

    @ Frau Özoguz
    Sie kriegen es doch auch nicht hin das Grundgesetz als deutsche Verfassungung zu betrachten.

  33. Dafür müsste ich erst mal wissen, was eine “Verfassungung” ist….

  34. “diese Auswanderung hätten Sie wohl gern?”
    Warum nicht? Deutschland ist als Einwaderungsland doch einfach scheiße, seltsame Sprache, schlechtes Wetter, unfreundliche Eingeborene.

    conring,

    spielen Sie auch den unfreundlichen Eingeborenen, um das Rück- oder Weiterwandermotiv zu stärken?
    Was die Sprache angeht – die müssen die Einwanderer halt bei mir lernen, da macht es auch Spaß und man sieht den Erfolg.
    Das Wetter ist alles in allem auch nicht soo schlecht, seit global warming für längere Sommer und mildere Winter sorgt.

    Es ist schon eine Tatsache, dass Deutschland für Einwanderer ziemlich attraktiv ist – und nicht primär wegen des Sozialstaats.

  35. Verfassungung …

    ich neig ja zu Sigmund Freud und seiner Erklärung von Fehlleistungen.
    Ich könnte mal loslegen und ein paar Möglichkeiten nennen. Wär aber nicht fair.
    Genau rauskriegen könnten wir es natürlich nur, wenn wir den conring irgendwie auf die Couch bugsieren könnten.

    Vielleicht können wir soviel sagen: Irgend ein Problem hat er, der conring, mit der Verfassung, dass er ihr ein zweites -ung anhängt.

    Und natürlich ist das Grundgesetz unsere Verfassung. Was’n sonst?!
    Ist kein Provisorium mehr.

  36. conring meint:

    @ Leo Brux
    “spielen Sie auch den unfreundlichen Eingeborenen, um das Rück- oder Weiterwandermotiv zu stärken?”
    Natürlich nicht. Da gibt es doch die ganzen MigrationsautorInnen auf den einschlägigen Websiten, die den Native German immer in den schwärzesten Farben malen.
    Global Warming? Sie haben hier noch immer deutlich unterscheidbare Jahreszeiten.
    Global Warming ist auch, wie die Wiener Couch-Manie, eine Voodoo-Wissenschaft.

    Und dass Frau Özoguz mit dem GG als Verfassung Probleme hat, hat sie hier auch schon mal bekundet.

  37. warum hr. brux zensierst du comments ?

    waren nicht fremdenfeindlich, aber anscheinend die fragen zu tiefbohrend

    armselig ihr seid

  38. egal,
    wer unter die Gürtellinie zielt, hat hier nichts zu suchen.

    Das ist ein Blog der – wie Sie es nennen – Migrationsindustrie, und wir sind durchaus der Meinung, dass wir persönlich etwas Produktives leisten und geleistet haben. Jemand, der uns das so einfach abspricht, kriegt hier kein Forum.

    In Ihrem Beitrag setzen Sie sich nicht mit Bade auseinander, sie schmähen ihn nur. Sind Sie zu dumm oder zu fies, um nicht zu merken, dass das keine Ebene für ein Gespräch ist?

    Bezüglich Klaus Bade:
    http://www.svr-migration.de/content/wp-content/uploads/2012/08/FestschriftSymposiumfuerProfBade_creator.pdf

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