Islamkonferenz tot. Wiederauferstehung nach der Wahl.

islamInnenminister Friedrich hat es geschafft. Er hat die Institution der Islamkonferenz gegen die Wand gefahren.

Indem er sie als Sicherheitskonferenz missverstanden und missbraucht hat.

Die Islamkonferenz könnte ein wertvoller Beitrag sein zum Dialog auf Augenhöhe und auf höchster Höhe, zum einen symbolisch, zum andern, um Integrationsprojekte anzuregen, anzuschieben.

Die Islamkonferenz ist – der Möglichkeit nach – ein konstruktives Integrationsprojekt. Dank an den früheren Innenminister Schäuble, der sie ins Leben gerufen hat!

Sie ist der Aufgabe entsprechend im Innenministerium angesiedelt – das nicht nur auf die innere Sicherheit, sondern darüber hinaus auf den inneren Frieden zu achten hat, und das für Integration zuständig ist.

Unser Innenminister hat sich in diesem Bereich als unwillig und inkompetent erwiesen.

Wen interessiert jetzt noch irgend ein Ergebnis der Islamkonferenz vom Mittwoch?

Außer Missmut nichts gewesen.

Das Dialogforum ist zu einer Arena der Vorwürfe geworden. Die Integrationskonferenz zur Desintegrationskonferenz.

Guter Grund für Rechtspopulisten, CSU zu wählen und mit ihrer Stimme dem Desintegrationsminister Friedrich ihren Dank abzustatten.

Allerdings arbeitet Friedrich damit – unfreiwillig? – gegen die zunehmend integrationsorientierte Unionspolitik.

Vor der Wahl macht das wohl nix, im Gegenteil. Jemand muss ja doch noch einmal die Brücke zu den islamfeindlichen Wählern der Union schlagen.

Nach der Wahl wird’s keinen Innenminister Friedrich mehr geben. Darauf möcht ich wetten.

Dann wird auch die Islamkonferenz neu konzipiert werden. Man wird dann auch die gläubigen Muslime, um die es dabei geht, fragen, was ihnen wichtig ist.

Sicherheitsfragen, Fragen des gewalttätigen Islamismus werden anderweitig behandelt werden. Man wird dafür andererseits einen Weg finden, wie die sunnitischen Islamverbände rechtsförmlich als Religionsgemeinschaften anerkannt werden können. Das scheint mir im Moment die Hauptaufgabe zu sein.

Vor der sich die Unionsparteien vor der Wahl natürlich drücken.

Danach wird’s wieder vorwärts gehen, egal, wer mit Angela Merkel koalieren wird.

Deutschland braucht erfolgreiche Integration. Braucht eine Willkommenskultur, die auch Muslime einbegreift.

Die deutsche Wirtschaft braucht das. Die Union wird liefern.

Eine ausführliche Analyse der Islamkonferenzen von Anfang an hat Yasin Baş verfasst – sie ist auch mit ca. 100 Links versehen, so dass man sich einen sehr guten Überblick verschaffen kann.  Zu finden in den Deutsch Türkischen Nachrichten.

Kommentare zum aktuellen Stand gibt es u. a. von Thorsten Denkler, bk (im MiGAZIN), Roland Preuß, noch einmal von Roland Preuß, Heribert Prantl.

BlogIG zu den Islamkonferenzen

Nachtrag: Warum die Deutsche Islamkonferenz gescheitert ist

(von Yasin Bas)

 

Kommentare

  1. Javed meint:

    Warum eigentlich gibt es diese Islamkonferenz ? Wenn man ehrlich ist, erkennt man allein schon an der Existenz einer solchen Konferenz, ins Leben gerufen von höchster ministerialer Ebene, dass es gesonderte Probleme bzw. im Verhältnis Religion/ Politik bzgl. des (Verbands-)Islam gibt.

    Ich glaube, es ist dem interessierten Beobachter längst bekannt, dass der Verbandsislam über weite Strecken auf der einen Seite von der Ideologie der Muslimbruderschaft durchzogen ist, auf der anderen Seite vom türkischen Staat maßgeblich beeinflusst wird.

    Es bestehen jedenfalls angebrachte Zweifel hinsichtlich der Aufrichtigkeit dieser Funktionäre.

    Was Verbands- bzw. organisierte Religion betrifft, bin ich immer noch sehr links. Ich kann die Heuchelei fast riechen. Das geht einfach um Macht und Einfluss, Kontrolle.

  2. Und ich rieche Islamfeindschaft. Religionsfeindschaft.
    Das stinkt (mir).

    In diesem Fall bin ich froh, dass sich die Politik in Zukunft kaum noch drum kümmern wird.

    Im übrigen: Machen Sie Ihre Vorwürfe doch mal konkret!

  3. conring meint:

    @ Leo Brux
    Wie soll jetzt eigentlich der gern geforderte “Dialog auf Augenhöhe” genau aussehen?
    Der deutsche Innenminister nimmt sich Zeit und redet mit den Vertretern einer religösen Mindeheit. Ist doch nett vom Ihm. Muss er sich jetzt vorher beschneiden lassen, um auf Augenhöhe quasseln zu können, oder was wird erwartet?
    Herr Alboga (DITIB) hat ja auch wieder die ominöse Augenhöhe mit dem deutschen Innenminister angemahnt.
    Wo gibt es eigentlich die DITIB-Augenhöhe zum türkischen Staat.
    Hier doch eher nicht:
    http://blog.initiativgruppe.de/2012/10/12/ditib-im-dunkeln/

  4. Der deutsche Innenminister nimmt sich Zeit und redet mit den Vertretern einer religösen Mindeheit. Ist doch nett vom Ihm.

    So lief das ja nicht.
    Der Innenminister zitiert die Leute herbei, die er belehren oder belehren lassen will, hetzt auch noch ein paar Islamfeinde auf sie und verlangt, dass die Muslime jetzt schön brav Männchen machen.

    Und reden tut man nur über das, was der Herr Innenminister auf die TO gesetzt hat.

    Also, wie wär es mit einer Katholikenkonferenz, bei welcher der Innenminister sich die Katholikenvertreter persönlich aussucht, dann dafür sorgt, dass ausgesprochene Katholikenfeinde wie Deschner prominent zu Wort kommen, schließlich als einziges Thema festsetzt: Schutz der Jugend vor päderastischen Priestern und Mönchen.

    Es mag schon sein, dass du eine solche Konferenz bejubeln würdest. Wär ein tolles Spektakel. Aber ob es zum inneren Frieden, zum Dialog, zur Integration der katholischen Kirche beitragen würde? Ob die Katholiken da – selbst wenn sie die Kritik bezüglich der sexuellen Übergriffe ernst nähmen – nicht weigern würden mitzumachen?

    Mit Augenhöhe hätte so eine Anti-Katholiken-Konferenz gewiss wenig zu tun.

  5. conring meint:

    @ Leo Brux
    “Also, wie wär es mit einer Katholikenkonferenz, bei welcher der Innenminister sich die Katholikenvertreter persönlich aussucht, dann dafür sorgt, dass ausgesprochene Katholikenfeinde wie Deschner prominent zu Wort kommen, schließlich als einziges Thema festsetzt:”
    Was hätten die Kathiloen da zu besprechen? Die wollen keinenn Sportunterricht nur für Katholikinnen oder ähnlichen Firlefanz. Katholikinnen müssen auch nicht als Richter- oder Lehretrinnen ihr Katholischsein durch irgendwelche Symbole zur Schau stellen.
    Und wieweit die DITIB und Herr Alboga ihr “Augenhöhe”-Mantra gegenüber dem türkischen Staat verwirklichen, ist doch eine interessante Frage. Meine Meinung: Die Funktionäre halten da einfach die Schnauze.

  6. conring meint:

    Wahrscheinlich reagieren die hiesigen DITIB-Funktionäre und auch die anderen Islamischen Verbandsfunktiäre an Herrn Friedrich einfach ihren Frust ab. Gegenüber ihren türkischen Mackern können sie es einfach nicht wagen.

  7. DITIB ist nun mal eine Einrichtung der türkischen Religionsbehörde. Alboga damit ein Angestellter dieser Behörde.
    Die deutschen Bischöfe können sich auch nicht vom Vatikan frei machen. Der griechisch-orthodoxe Priester in München untersteht der griechisch-orthodoxen Kirche Griechenlands. Möchtest du von ihm verlangen, dass er sich davon frei macht?

    Was die Katholiken als Symbole so alles bei uns haben, in Bayern, conring … Das Kreuz im Klassenzimmer, das Kreuz um den Hals, das schwarze Kleid des Religionslehrers … So penetrant wollen die Muslime gar nicht werden.

  8. Javed meint:

    Empfehlen würde ich z.B. diesen Artikel hier:

    http://www.ksta.de/html/artikel/1190567599770.shtml

    Auch folgender über Ali Kizilkaya ist ernüchternd:

    http://www.welt.de/welt_print/article1845000/Neuer_Reprsentant_der_deutschen_Muslime_kommt_aus_radikalem_Umfeld.html

    Ist jetzt ein bisschen spät. Ich kann morgen evtl. auch die ideologische Nähe vieler Verbandsfunktionäre zu Jussuf Karadawi belegen, der im arabischen Fernsehen offen von der “Eroberung Europas” qua Missionierung und Unterwanderung fabulierte.

    Was hier offensichtlich stattfindet, ist tlw. die Wahrwerdung von Max Frischs Biedermann. Es wäre kurios, wenn es nicht so ernst wäre.

  9. Paranoia. Nichts anderes.

    Aber bitte: Erklären Sie mir doch mal die genaue Strategie! Wie kommt man als Muslim, etwa als Verbandsfunktionär eines islamischen Dachverbands in Deutschland zu MACHT? Ich meine, zu politischer Macht?

    Die Muslime, einschließlich der Verbandsfunktionäre, sind völlig machtlos. Sie und ich haben in Deutschland und über Deutschland mehr Macht als der mächtigste von denen.

  10. Jakobiner meint:

    Man muss auch mal sehen, was diese muslimischen Verbände als “auf Augenhöhe”betrachten und welche Forderungen sie stellen:

    ““Die Islamkonferenz ist in diesem Rahmen ungeeignet”, zitiert die Zeitung den Dialogbeauftragten des Verbandes Islamischer Kulturzentren (VIKZ), Erol Pürlü. Seine Organisation, die nach eigenen Angaben rund 300 Moscheegemeinden vertritt, werde der Einladung Friedrichs zwar folgen, aber hege nur geringe Erwartungen. “Die Konferenz ist nur sinnvoll als Dialog mit islamischen Religionsgemeinschaften – und nur mit diesen”, sagte Pürlü mit Blick auf weitere Beteiligte.”

    Pürlü möchte die Vertreter der Kritischen Islamkonferenz, d.h. säkulare und liberale Muslime aussperren.Die Auseinandersetzung mit der Aufklärung und der Dialog mit diesen soll gar nicht geführt werden, was wohl ein bezeichnendes Bild auf das Dialogverständnis der Islamvereine wirft.Da hat Friedrichs völlig recht, wenn er auf die Beteiligung der Kritischen Islamkonferenz drängt.

  11. Jakobiner meint:

    Und was soll “auf Augenhöhe”bedeuten: Dass die Muslimverbände die Tagesordnung und die Zusammensetzung der Deutschen Islamkonferenz bestimmen? Dann würden islamkritische Themen weit hinten angestellt oder rausgekippt, sowie säkulare und liberale Muslime gar nicht zugelassen.Und: Sind die Vertreter der Islamischen Islamkonferenz wie Hamad Addel-Samad “Islamfeinde”? Da wird doch jeder zum “Islamfeind”,der eine kritische Einstellung zum Islam hat.

  12. Jakobiner meint:

    Lesetip: Während der bayerische Verfassungsschutz jetzt PI und die Freiheit als Bebobachtungsobjekte hat, stellt ihnen der neue Präsident des Bundesverfassungsschutzes einen Persilschein aus -was sagen wohl Frierich und Herrmann dazu?

    “Der Chef des Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, sagte kürzlich auf einer Tagung, er sehe derzeit keine Anhaltspunkte für eine Beobachtung von Hassseiten wie PI-News. „In Deutschland darf man sagen, dass man den Islam nicht mag, genauso wie man sagen darf, dass man das Christentum nicht mag“, sagte er.”

    http://www.taz.de/Deutsche-Islamkonferenz/!115860/

  13. Javed meint:

    Es geht nicht um einen Staatsstreich, sondern um sinistre Kontakte und Ansichten, die von vielen Verbänden gepflegt werden.

    Wo Sie gerade die Katholiken ins Spiel gebracht haben: Sie würden im Zweifel nicht so treuherzig eine Kirchenkonferenz verteidigen, auf der Funktionäre zu einem guten Teil der Piusbruderschaft nahestünden. Mal abgesehen davon, dass so eine Konferenz von der Presse in der Luft zerrissen würde.

    Man muss sich in seiner Haltung zum organisierten Islam entscheiden zwischen Minderheit, die einen speziellen Schutz genießt, oder gleichberechtigter – und verpflichteter – Teil der Gesellschaft. Im letzteren Fall fällt eine Sonderbehandlung weg. Beispiel:

    Wenn eine Mohammed-Karikatur Islamophobie ist, ist eine Jesus-Karikatur Christianophobie.

  14. Es geht nicht um einen Staatsstreich, sondern um sinistre Kontakte und Ansichten, die von vielen Verbänden gepflegt werden.

    Javed,
    DARIN besteht dann die Machtübernahme durch die Muslime?
    Die Eroberung Europas, die Missionierung Europas, “Biedermann und die Brandstifter”?

    Wer wird den so missioniert? Was wird denn hier erobert? Wie soll hier das Haus in Brand gesteckt werden können?

    Könnte es nicht sein, dass die Brandstifter in unserem Falle eher die – Islamfeinde sind?

  15. Jakobiner,
    ich denke, auf die Islamkonferenz gehören – auf der islamischen Seite – nur gläubige Muslime: das Spektrum vom liberalen über die konservativen bzw. traditionalen bis zum gemäßigt-islamistischen. Auch die verschiedenen Richtungen, etwa auch die Aleviten, die Schiiten, Ahmadiyya, u. a.. Liberale wie Lamya Kaddor zum Beispiel ja – aber alle Herkunftsmuslime, die Islamfeinde sind, nein.

    Es müssen gläubige Muslime sein. Es würde ja wohl kaum einen Sinn machen, jemanden wie mich als Katholiken auf eine Katholikenkonferenz zu schicken und als Vertreter der katholischen Seite zu behandeln. Dabei wär ich immerhin noch religionsfreundlich und hätte, bei aller Kritik, einiges Verständnis für die Kirche.

    Pürlü hat also im wesentlichen Recht. Hat er auch den Ausschluss liberaler, aber gläubiger Muslime gefordert? Das lese ich aus seinen Worten nicht heraus.

    Abdel-Samad ist ein gläubiger Muslim – käme also schon in Frage. Aber welche Gruppe, welchen Verein vertritt er? Er ist nur eine interessante Einzelperson. Eher würde ich an Khorchide denken, der immerhin Uniprofessor ist.

    Wie kommst du, Jakobiner, darauf, dass ich meinen würde, die Muslime sollten ALLEIN die TO bestimmen? Hab ich mich nicht deutlich genug ausgedrückt? Hab ich nicht von Mitbestimmung gesprochen?

  16. conring meint:

    @ Leo Brux
    Vielleicht sollte man die Islamkonferenz nach der Wahl (Wer sagt eigentlich, dass Herr Friedrich nicht weiter als Innenminister amtiert?) einfach nicht wiederbeleben. Solche Totenerweckungsversuche klappen ja nur im Neuen Testament (Jesus, Lazarus).
    Die Erwartungshaltungen der Verbände und der Politik im Hinblick auf dieses Event klaffen wohl zu sehr auseinander.
    Viele Erwartungen der Verbände kann die Bundesregierung auch gar nicht erfüllen.
    So kann der Innenminster sicher nicht par ordre du mufti die Verbände als Religionsgemeinschaften anerkennen, selbst wenn er es wollte.
    Die Einführung von islamischen Religionsunterricht fällt in die Kompetenz der Landesregierungen.
    Und die hiesigen Nichtmuslime umzuerzeihen, damit diese endlich mehrheitlich akzeptieren, dass der Islam die tollste Sache auf der Welt ist, liegt auch nicht in seiner Macht.

  17. conring,
    betrachte einfach noch einmal meine Argumentation im Artikel.
    Da stehen Argumente für meine Annahme.
    Du musst diese Argumente nicht teilen, aber ich fände es für die Debatte gut, wenn du auf sie eingingest.
    Meine Annahmen basieren darauf, dass die Wirtschaft die Integration und die Willkommenskultur und den Einwanderungsüberschuss WILL und BRAUCHT (zumindest: zu meinen braucht) — dass die Unionsparteien Wirtschaftsparteien sind (im Kern wirtschaftsfreundich bis wirtschaftshörig) — dass die Union deshalb 2005 den Kurs in der “Ausländerpolitik” dramatisch geändert hat — und dass dieser Kurs nach der nächsten Wahl verstärkt sichtbar werden wird.

    Was kann man da mit einem Innenminister Friedrich anfangen, der Integration und Willkommenskultur “nicht kann”? Der agiert wie ein Desintegrationsminister?

    Meine Prognose kann sich als falsch erweisen. Aber ich würde sagen, sie hat einige Plausibilität.

    Und so wird es auch 2014 wieder eine Islamkonferenz geben – aber natürlich anders als in den letzten Jahren, denn so, wie es in den letzten Jahren gelaufen ist, ist es kontraproduktiv. Auch für die Regierungsseite. Ob man es wieder so nennen wird, wird sich zeigen, aber zumindest ein Äquivalent dazu wird man finden, um die anstehenden Integrationsprobleme auf höchster nationaler und zugleich auf breiter Ebene besprechen zu können.

    Bei der Islamkonferenz geht es im übrigen nicht einfach darum, die Erwartungen der Verbände zu erfüllen, oder etwas anzuordnen. Man kann aber etwas in Gang setzen, oder etwas, das schon läuft, fördern, oder etwas gemeinsam analysieren und sich dabei näher kommen. Darüber hinaus hat auch die rein symbolische Ebene Bedeutung.

  18. conring meint:

    @ Leo Brux
    “Hat er auch den Ausschluss liberaler, aber gläubiger Muslime gefordert?”
    Er sagt doch, dass da nur “islamische Religionsgemenschaften” auflaufen sollten. Den Verein von Frau Khaddor kann man nun wirklich nicht als solche bezeichnen.
    Eine Islamkonferenz mit dem, von dir skizzierten Teilnehmerkreis würde auch nicht harmonsicher verlaufen. Frau Khaddor und die Verbände beharken sich auch gerne. Und die der Aleviten-Verband hat auch deutlich andere Interessenschwerpunkte als die Islamverbände.
    Hier werden die Aleviten von einer Autorin ja quasi als gümüsaysche “Haustürken” abqualifiziert:
    “Teile und herrsche. Die Alevitische Gemeinde Deutschlands schlägt sich auf die anti-muslimische Seite der Plakatproduzenten, stellt sich somit gegen beinahe alle muslimischen Verbände in der Republik und versucht gegen diese zu rebellieren.”
    http://www.migazin.de/2012/10/31/teile-und-herrsche/

    Daneben hat man eben das Problem, dass die meisten Muslime nicht in den Verbänden organisert sind. Von daher ist deren Rolle als Sprachrohr aller Muslime etwas dubios. Sprechen die Verbände eigentlich auch für die Salafisten und andere relgiöse Schwurbelköppe, die sich so im Internet herumtreiben?

  19. conring meint:

    @ Leo Brux
    “Meine Annahmen basieren darauf, dass die Wirtschaft die Integration und die Willkommenskultur und den Einwanderungsüberschuss etc.”
    Hier ist doch sehr die Frage, ob der enge Konnex zwischen Integrationspolitik und Einhegung des Islams in Deutschland überhaupt besteht. Die allermeisten Migrationshintergründler und auch die große Mehrheit der jetzigen Neueinwanderer sind keine Muslime.
    Ich kann mich noch eine Talkshow vor zehn Jahren erinnern, wo es um Integration ging. Da saßen allerlei Politiker herum und quasi als Repräsentant der Immigranten der Vorgänger von Herrn Mazyek, Herr Köhler. Der Mann hat nun wirklich keinen Migrationshintergrund und von einem Einwanderer aus dem katholischen Polen dürften ihn Welten trennen.
    Und wenn man jetzt eine Labberrunde zum Thema Migrationsstatistik 2012 zusammenstellen würde, würde auch niemand auf die Idee kommen Bischof Zollitsch einzuladen, obwohl es unter den Neueinwanderern jede Menge Mitgleider seines Vereins gibt.
    Ich halte einfach die Fixierung auf den Islam im Rahmen der ganzen Migrationsdebatte für falsch. Die wird einerseits von islamophoben Spinnern betrieben, die eben ein Feindbild brauchen. Andererseits aber auch von den ganzen islamischen Religiosnpropagandisten (Verbände, Migazin-Autoren et al.), die so tun als seien alle Migranten Muslime.

  20. Javed meint:

    Wenn ein Großteil dieser Verbände Kontakte und Sympathien zu Persönlichkeiten wie dem Karadawi hegen, heißt das, dass Strukturen geschaffen werden sollen, die auf Abgrenzung, auf Dichotomie setzen statt auf Integration.

    Wes Geistes Kind die Muslimbrüder sind, das werden wir in den kommenden Jahren in der arabischen Welt sehen. Das sind nämlich keine Moderaten. Die türkische AKP ebenso nicht.

    Es ist erstaunlich, wie wenig Echo die Reden von Erdogan und seinem Außenminister in der deutschen Presse finden. Sorglos nimmt man hin, wie dieses Regime mittelbar über seine “Religionsbehörde” nach Deutschland hineinregiert. Dessen oberster Repräsentant alte schlachten gegen die Christen feiert und den Islam “siegreich nach Westen führen” will:

    http://www.welt.de/politik/ausland/article109573517/Tuerken-feiern-Erdogan-als-groessten-Fuehrer-der-Welt.html#dsq-reply

    Das ist weder Islamfeindschaft, noch Paranoia. Denn wenn Religion politisch instrumentalisiert wird, verkommt sie zur Ideologie und muss sich der Ideologiekritik stellen.

  21. Andere Landesbehörden sind zurückhaltender oder prüfen noch. Der Chef des Verfassungsschutzes, Hans-Georg Maaßen, sagte kürzlich auf einer Tagung, er sehe derzeit keine Anhaltspunkte für eine Beobachtung von Hassseiten wie PI-News. „In Deutschland darf man sagen, dass man den Islam nicht mag, genauso wie man sagen darf, dass man das Christentum nicht mag“, sagte er.

    Schon als Maaßen in die Chefposition gerückt ist, hat man gewusst, dass hier der Bock zum Gärtner gemacht wird. Ein beträchtlicher Teil des Verfassungsschutzes steht PI nahe, sympathisiert mit der PI-Weltsicht. Provokativ möchte ich sagen, der Verfassungsschutz ist eine PI-nahe Veranstaltung.

    Wie lange wird sich die Politik das noch gefallen lassen? Es widerspricht ihren Interessen. Am Ende hat die Politik den Schaden – wie im Falle NSU.

    Wollen unsere Politiker nun auf den nächsten Verfassungsschutz-Skandal warten? Das ist eine heillose Truppe.

    Was schon an ihrem unmöglichen Auftrag liegt, der genau das nicht untersuchen darf, was eigentlich die Verfassung gefährdet – den Extremismus der Mitte. Und es auch nicht untersuchen will, weil im Ernstfall die Institution Teil des Extremismus der Mitte wird.

    Der Verfassungsschutz schützt die Verfassung nicht, er gefährdet sie.

  22. Javed,
    schau mal in den nächsten Tagen, wie Erdogan in Washington hofiert werden wird. In Washington!
    Dann erklär uns, warum das so passiert.

    Weiter: Es waren die säkularistischen Kemalisten, die in der Türkei die Christen diskriminiert haben, jahrzehntelang. Mit der AKP und Erdogan ist es nicht viel besser, aber ein bisschen besser geworden.

    Natürlich sind Erdogan und die AKP äußerst moderat – verglichen mit den Muslimbrüdern in Ägypten zum Beispiel. Da liegen Welten zwischen den beiden.

    Aber auch wenn du festhalten willst an deinem paranoischen Bild – ich hab immer noch nicht verstanden, wo und wie DITIB hier in Deutschland Macht gewinnen könnte, Einfluss auf die Gesetzgebung, oder inwiefern sie erfolgreich missionieren könnte.

    Es geht keine Gefahr aus von den muslimischen Religionsverbänden in Deutschland – und du selbst zeigst es: Du kannst keine Gefahr beschreiben. Du kannst nur sagen: Oh, hört mal, sind diese Worte nicht schlimm?

    Ich hab viele Artikel über Erdogan und die AKP geschrieben, fast alle überaus kritisch contra. Aber wird sollten die Kirche im Dorf lassen, und wir sollten nicht in die Hosen machen.

  23. conring,
    ich denke, die meisten sunnitischen Muslime sind, soweit sie gläubig sind, durchaus mit den Moscheen verbunden, die sie besuchen, und fühlen sich durchaus von den Moscheevereinen vertreten. Man kann das nicht an der Mitgliedschaft messen, weil die im Islam für eine Zugehörigkeit nicht nötig ist, weil die Frauen die Mitgliedschaft den Männern überlassen, weil die Kinder nicht mitgezählt werden … Für die gläubigen Sunniten in Deutschland können sicherlich die vier Dachverbände als Hauptvertreter gelten.

    Was Pürlü betrifft, so kann schon sein, dass er Aleviten und Liberale nicht in der Konferenz haben möchte, aber er kann das nicht bestimmen. Und direkt fordert er es auch nicht. Die Aleviten sind außerdem durchaus als Religionsgemeinschaft anerkannt.

    Sollten sich die Aleviten zu Islamfeinden erklären wollen, liegt das bei ihnen. Aber dann würde ich das politisch als Selbstmord betrachten. Religiös zählen sie dann nicht mehr.

    Es ist Aufgabe der Politik, für den Islam eine institutionelle Verankerung in Deutschalnd zu entwickeln.

    Drum die Islamkonferenz. Drum die Bemühungen auf Länderebene.

    Das ist ein Teil der Integrationspolitik. Nicht die ganze Integrationspolitik.

    Dass dieser Teil immer wieder in den Mittelpunkt rückt, liegt an der Anti-Islam-Paranoia. Ein zweitrangiges Problem wird von dir und allen möglichen anderen aufgebauscht. Und dann, nachdem man es höchst selbst ordentlich aufgeblasen hat, wirft man den Muslimen vor, sie seien es, die es aufgeblasen hätten.

    Die Integration des Islam ist schon etwas, das nicht so leicht geht, und nichts, das von heute auf morgen geht. Von beiden Seiten her gibt es da Hürden, Anpassungsschwierigkeiten, zögerliches Lernen, Missverständnisse, Hemmschwellen. Insgesamt ist es aber kein Problem, das nicht lösbar wäre. Und wenn daraus eine Bedrohung für unsere Verfassungsordnung entsteht, dann ausschließlich durch den Extremismus der Mitte – die hysterische Überreaktion von Normalbürgern. Nur insofern kann aus dem Randproblem ein zentrales Problem werden.

  24. conring meint:

    @ Leo Brux
    “ich hab immer noch nicht verstanden, wo und wie DITIB hier in Deutschland Macht gewinnen könnte,”
    Hier fehlt dir einfach der Blick für das Große und Ganze.
    Wie allgemein bekannt (PI, Ulfkotte etc.) stecken die Muslime/Türken hierzulande alle unter einer Decke und betreiben die Muselmanisierung der Republik. Die Verschwörung reicht von Deniz Yücel über Cem Özdemir, Ayman Mazyak bis zu Pierre Vogel. Ich persönlich halte ja auch Frau Kelek für eine muslimische Agentin.
    Die Leute verfolgen alle ihre geheime Agenda. wahrscheinlich treffen sie sich regelmäßig auf einem Friedhof in Prag und besprechen ihren Plan.

  25. Die Verschwörung reicht von Deniz Yücel über Cem Özdemir, Ayman Mazyak bis zu Pierre Vogel. Ich persönlich halte ja auch Frau Kelek für eine muslimische Agentin.
    Die Leute verfolgen alle ihre geheime Agenda. wahrscheinlich treffen sie sich regelmäßig auf einem Friedhof in Prag und besprechen ihren Plan.

    Ich muss mal wieder nach Prag, conring. Die brauchen mich doch als Dhimmi für ihre Muselmannisierung Deutschlands.

  26. Javed meint:

    ” schau mal in den nächsten Tagen, wie Erdogan in Washington hofiert werden wird. In Washington!
    Dann erklär uns, warum das so passiert. ”

    Die USA waren immer protürkisch, sie sind es auch, die einen Beitritt der Türkei in die EU nachdrücklich einfordern.

    Die Ditib nimmt Einfluss auf die Türkeistämmigen in Deutschland. Das hat nichts mit “in die Hose machen” zu tun, wachsam zu sein.

    Ich bin von Natur aus Skeptiker, ich traue blumigen Verheißungen und Beteuerungen nicht.
    Die Hysterie, mit der türkische Politiker vor “Assimilierung” “ihrer Türken” in Europa warnen kann ich mir nur machtpolitisch erklären. Und ich liege damit richtig.

    Das heißt nicht, dass jetzt oder morgen eine konkrete Gefahr droht, aber es sollen Strukturen der Macht geschaffen werden, das ist glasklar. Das türkische Regime will über das Ius sanguinis, über völkische staatsrechtliche Betrachtungen, eine ewige Verfügung über die Türkeistämmigen hier erlangen.

    Das ist keine Paranoia, ich fürchte mich in keiner Weise, ich bin erstaunt über die Schafsgläubigkeit deutscher Behörden und Politiker.

  27. Das heißt nicht, dass jetzt oder morgen eine konkrete Gefahr droht, aber es sollen Strukturen der Macht geschaffen werden, das ist glasklar. Das türkische Regime will über das Ius sanguinis, über völkische staatsrechtliche Betrachtungen, eine ewige Verfügung über die Türkeistämmigen hier erlangen.

    Und wie soll das gehen?
    Die Deutschtürken integrieren sich nach und nach … außer, wenn Leute wie du oder der Staat in Form von institutionellem Rassismus und rassistisch tickenden Beamten es nicht zulassen, dass sich die Deutschtürken integrieren.

    Javed,
    ist das nicht widersprüchlich?
    Einerseits kämpfst du dafür, dass sich die Türken in Deutschland nicht integrieren, andererseits wirfst du ihnen vor, sie würden sich zu sehr an der Türkei orientieren.

    Wie sollte denn die Türkei über die Deutschtürken verfügen?
    Es geschieht ja nicht einmal jetzt. Oder beschreib doch mal, wie das jetzt geschieht, wenn du meinst, dass es geschieht!

    Bitte, ich möchte endlich diese “Struktur der Macht” sehen, von der du ständig phantasierst!

    Das Problem in Deutschland ist nicht, dass Deutschtürken Macht oder zu viel Macht hätten, sondern, dass sie zu wenig Macht haben. Integration heißt ja doch wohl auch, dass man als Deutschtürke so viel Macht haben sollte wie ich oder du oder jeder andere normale Deutsche. Die Türken in Deutschland sind immer noch weitgehend ohnmächtig. Sie sollten voll und ganz deutsche Staatsbürger werden können, ohne dass sie deshalb ihre ethnische Besonderheit aufgeben müssen, so, wie ich als Bayer das ja auch nicht tue.

    In meiner Nachbarschaft lebt eine Italienerin. Es gefällt mir, dass sie Italienerin geblieben ist. Das Italienische an ihr gefällt mir. Dabei ist sie deutsche Staatsbürgerin, spricht sehr gut Deutsch (aber mit unüberhörbar italienischem Akzent), hat einen Sohn am Gymnasium …

    Wär ich türkischer Ministerpräsident, würde ich auch die Deutschtürken an ihre türkischen Wurzeln erinnern und sagen: Seid Deutsche – und bleibt Türken!
    Wenn ich als 20jähriger nach Brasilien oder in die USA oder sonstwohin ausgewandert wäre, hätte ich mich genau so entschieden: Ich wäre Brasilianer geworden und Deutscher geblieben.

  28. conring meint:

    @ Leo Brux
    “Ich muss mal wieder nach Prag, conring. Die brauchen mich doch als Dhimmi für ihre Muselmannisierung Deutschlands.”
    Achte aber darauf, dass du nicht versehentlich unter die Zionisten geräts. Die sollen sich auf den dortigen Friedhöfen auch herumtreiben.

    “Wär ich türkischer Ministerpräsident, würde ich auch die Deutschtürken an ihre türkischen Wurzeln erinnern und sagen: Seid Deutsche – und bleibt Türken!”
    So eine Politik ist immer ein zweischneidiges Schwert. Unser Führer hat das Auslandsdeutschtum zu seinen Zwecken instrumentalisiert.
    Der Duce hat sowas auch mit den Italo-Amerikanern versucht. Allerdings erfolglos.

  29. conring meint:

    @ Leo Brux
    “Sollten sich die Aleviten zu Islamfeinden erklären wollen, liegt das bei ihnen.”
    Die Aleviten-Verbände repräsentieren ersteinmal die hiesigen Aleviten. Dass diese vielleicht geegnüber den anderen Verbänden eher krtisch sind, kann man doch auch verstehen? Warum sind sie gleich “Islamfeinde”?

    “Es ist Aufgabe der Politik, für den Islam eine institutionelle Verankerung in Deutschalnd zu entwickeln.”
    Stimmt sicher. allerdings kann es die Politik eben auch nicht alleine. Da müssen schon die Verbände auch mitspielen. Übrigens kann das alles wirklich nicht so schwer sein. Die Zeugen Jehovas gelten auch als Körperscahft des öffentlcihen Rechts.

    Man sollte nur allgemein aufhören die Islam-Konferenz als zentral für die deutsche Integrationspolitik zu betrachten. Ist sicher nicht unwichtig, aber die meisten Einwanderer haben doch andere Probleme, als zu erörtern inwieweit die Islamverbände steuerlich begünstigt werden und auf öffentliche Mittel zugreifen können. Darum geht es letzendlich bei der Anerkennung als Körperschaft.
    Und der Innenminister (ob er jetzt Friedrich oder Özdemir heisst) kann den Teutschen auch nicht befehlen, den Islam zu lieben.

  30. Jakobiner meint:

    Zu Conring:

    “Ich halte einfach die Fixierung auf den Islam im Rahmen der ganzen Migrationsdebatte für falsch. Die wird einerseits von islamophoben Spinnern betrieben, die eben ein Feindbild brauchen. Andererseits aber auch von den ganzen islamischen Religiosnpropagandisten (Verbände, Migazin-Autoren et al.), die so tun als seien alle Migranten Muslime.”

    Dem möchte ich dem Conring vollständig zustimmen. Seit 9-11 redet man nur noch über den Islam. Früher hat man noch von Ausländern gesprochen und heute wird vor allem von “Muslimen”gesprochen, wenn es um Integration geht.Da fallen die anderen Gruppen großteils völlig raus.

  31. Jakobiner meint:

    Zu Leo Brux:

    Leo Brux meint:
    9. Mai 2013 um 13:38

    “Jakobiner,
    ich denke, auf die Islamkonferenz gehören – auf der islamischen Seite – nur gläubige Muslime: das Spektrum vom liberalen über die konservativen bzw. traditionalen bis zum gemäßigt-islamistischen. Auch die verschiedenen Richtungen, etwa auch die Aleviten, die Schiiten, Ahmadiyya, u. a.. Liberale wie Lamya Kaddor zum Beispiel ja – aber alle Herkunftsmuslime, die Islamfeinde sind, nein. ”

    Da bin ich anderer Ansicht. Man sollte bei der Islamkonferenz genauso die Auseinandersetzung des Islam mit der Aufklärung führen und dazu gehören eben auch “muslimische” Atheisten, Agnostiker und sogenannte “Islamfeinde”, die in der ganzen Debatte allesamt immer unter das Label “Muslim”kategorisiert werden, ob sie wollen oder nicht.Ansonste sollte man die Islamkonferenz abschaffen, da keine Reflektion mit der Aufklärung stattfindet.

  32. Wie froh wären die Muslime, wenn man endlich endlich mal diese idiotische Fixierung auf den Islam als die Riehiehiesengefahr aufgeben würde. Dann wär auch die Islamkonferenz eine Sache auf Seite 6 der Süddeutschen Zeitung, ein kleiner Artikel, und der Bau einer Moschee wäre so interessant wie der Bau eines neuen Schulgebäudes …

    Die Islamfeinde sind es, die dauernd vom Islam reden, und ihr, conring und Jakobiner, schließt euch an, mit etwas anderer Argumentation, aber komischerweise mit dem Vorwurf, dass ausgerechnet die Muslime das Tamtam machen, das ganz eindeutig die Islamfeinde machen. Es gibt in Deutschland zigtausend, die kein anderes Thema kennen als den Islam, so wie der Stürmer kein anderes Thema kannte als die Juden. Wie glücklich wären die Juden ab den Zeiten des Kaiserreichs gewesen, wenn man sie einfach in Ruhe gelassen hätte.

  33. Gibt es christliche Atheisten? Gibt es weiße Schwarze?

    Was es gibt, das sind Deutschbrasilianer, Deutschtürken, Italo-Argentinier, türkische Griechen, kurdische Türken …
    Aber wie soll jemand ein Muslim sein, der es ablehnt, ein Muslim zu sein?

    Überlegen wir mal. Gibt es sozialdemokratische CSUler? Kommunistische FDPler?
    Ok, bei Parteien gibt es manchmal Überschneidungen, ROTgrüne und rotGRÜNE, oder Leute, die an der Grenze von der einen zur anderen Partei angesiedelt sind. Gibt es aber auch protestantische Katholiken? Katholische Protestanten?

    Einmal abgesehen davon, dass man sich sowas zur Not vorstellen kann: Eine Katholikenkonferenz wird den Katholizismus nicht von Leuten vertreten sehen wollen, die keine Katholiken sind.

    Und ob eine Islamkonferenz die Aufgabe hat, Muslime über Aufklärung zu belehren, das solltest du dir wirklich nochmal überlegen, Jakobiner. Nichts wirkt anti-aufklärerischer als ein Aufklärungszwang. Wenn du Aufklärung unbedingt verhindern willst, dann erreichst du dein anti-aufklärerisches Ziel am besten, indem du Aufklärung aufzuzwingen versuchst.

  34. conring meint:

    @ leo Brux
    “Wie froh wären die Muslime, wenn man endlich endlich mal diese idiotische Fixierung auf den Islam als die Riehiehiesengefahr aufgeben würde.”
    Machen nicht die muslimischen Vereinsfunktionäre auch immer zur Islamkonferenz ein riesen Fass auf?
    Du schreibtst dann darüber und ich kommentiere es.

    “Die Islamfeinde sind es, die dauernd vom Islam reden, und ihr, conring und Jakobiner, schließt euch an, mit etwas anderer Argumentation, etc.”

    Über den Islam wird doch auf Migazin ständig geschrieben. Da kann man wirklich den Eindruck bekommen, dass alle Migranten Muslime sind. Von anderen Religionen, denen die Einwanderer anhängen, ist da nie die Rede.
    Schreib doch selber mal einen Monat über Migration ohne den Islam zu erwähnen. Die Muslim-Propagandisten sind eben die Gruppe, die am lautesten ist. Und wenn diese Unsinn erzählen, darf man ihnen doch auch wiedersprechen.

  35. Jakobiner meint:

    Wie wäre es denn mal mit einer Islamdemo zur Islamkonferenz, bei der die muslimischen Demoteilnehmer Slogans auf ihren Plakaten haben wie:

    “Männer und Frauen=Menschen”
    “Deutschland-danke für deine Toleranz”
    “Integration ist nicht gleich Moscheenbau”
    “Keine Morddrohungen gegen Exmuslime”
    “Weg mit der Scharia”
    “Ja zur kritischer Koranforschung”
    “Wir wollen keine Sonderbehandlung”
    “Verzeiht uns das Benehmen unserer halbwüchsigen Jugend”
    “Nein zu Terror, ja zu Israels Existenzrecht”
    “Das Grundgesetz hat für uns das letzte Wort”
    “Salman Rushdie hat ein Recht auf Leben”.

    Das würde doch ein klares Signal setzen, klarer als nur als “gegen Islamfeindlichkeit”.

  36. Jakobiner meint:

    “Und ob eine Islamkonferenz die Aufgabe hat, Muslime über Aufklärung zu belehren, das solltest du dir wirklich nochmal überlegen, Jakobiner. Nichts wirkt anti-aufklärerischer als ein Aufklärungszwang.”

    Diese Aufgabe sollte eine jede Religionskonferenz haben–die Auseinandersetzung mit der säkularen, modernen und demokratischen Welt.Und: Mit einenm Hamad Abedel-Samad über den Islam zu disktutieren, sollte man doch als multikulturelle Bereicherung sehen, denn als Aufklärungszwang.

  37. conring meint:

    @ Leo Brux
    “Und ob eine Islamkonferenz die Aufgabe hat, Muslime über Aufklärung zu belehren, das solltest du dir wirklich nochmal überlegen, Jakobiner.”
    Hier ist doch die Frage, was überhaupt die Zielsetzung der Islamkonferenz ist. Wenn es eben nur ein Debbatierklub ist, dann müssen sich die Islam-Propagandisten sicher nicht über Aufklärung belehren lassen.
    Wenn man allerdings die Veranstaltung unter der Fragestellung “Wie kannn der Islam Teil einer säkularen und multireligiösen Gesellschaft werden?” betrachtet, dann könnten sich die Muslime da durchaus mal belehren lassen.

  38. Javed meint:

    ” Integration heißt ja doch wohl auch, dass man als Deutschtürke so viel Macht haben sollte wie ich oder du oder jeder andere normale Deutsche. ”

    Richtig, der entscheidende Punkt ist: Als Bürger. Was es jedoch tunlichst zu vermeiden gilt, sind ethnische Verteilungskämpfe. Deutschtürken haben als deutsche Staatsbürger die vollen Bürgerrechte.
    Was das GG hingegen nicht gewährleistet, sind Kollektivrechte an völkisch definierte Gruppen. “Die Türken” haben demnach keinen Anspruch auf Machtverteilung in Deutschland.

    ” Bitte, ich möchte endlich diese “Struktur der Macht” sehen, von der du ständig phantasierst! ”

    Eine Machtstrukur kann schon durch ein Klima entstehen, das gezielt verbreitet wird, wenn der Ministerpräsident von seinen “Brüdern und Schwestern” spricht, die sich nicht zu sehr in die deutsche Gesellschaft einpassen sollen.
    Wer als Ministerpräsident eines zumindest offiziell liberaldemokratischen Staates von “Brüdern und Schwestern”, oder Volksgenossen u.ä. spricht, hält nichts von mündigen Bürgern. Das ist völkisch-vordemokratisches Vokabular und soll die Deutschtürken zu Rädchen im Uhrwerk Ankaras machen.

    V.a. manifestieren sich Machtstrukturen aber durch Bauvorhaben, die nicht bloß ein Gotteshaus beinhalten, sondern Geschäfte, Kanzleien, Arztpraxen und alles, was man braucht, um “unter sich” zu bleiben.

    Was Ankara am meisten fürchtet, ist, dass sich Deutschtürken und Deutsche einfach mischen. Das soll einfach nicht passieren.

  39. Jakobiner meint:

    “Gibt es christliche Atheisten?”

    Ja, z.B. mich. Ich bin zwar Atheist, aber noch Mitglied der Römisch-Katholischen Kirche. Ebeneo Orianna Fallaci, die sich als katholische Atheistin bezeichnet, obgleich ich mit der Dame aufgrund ihrer Islamophobie nicht in einen Topf geschmissen werden möchte.

  40. conring meint:

    “Gibt es christliche Atheisten?”
    Ich könnte mich auch so definieren. Ich glaube nicht an Gott und bin trotzdem Mitglied der Evangelische Kirche. Ich würde auch ne austreten,
    Daneben gehe ich auch mit meiner Frau gelegentlich in den katholischen Gottesdienst.

  41. Interessante Beispiele von christlichen Atheisten gebt ihr da ab.
    Akzeptiert – nur, würde die katholische Kirche jetzt Jakobiner als Vertreter der katholischen Kirche auf einer Katholikenkonferenz mit dem Staat akzeptieren?

    Übers Belehren brauche ich mit euch so wenig zu sprechen wie mit Blinden über Farben. Belehren – das tun nur Idioten. Leute, die was von Strategie und Taktik verstehen, machen das anders. Denn mit Belehren bewirkt man fast ausschließlich die Verhärtung der zu belehrenden Seite.
    Denen, die belehren wollen, geht es außerdem meistens nicht ums Belehren, nicht darum, dass der andere sich ändert, sondern dass er sich unterwirft. Belehren – das ist in vielen Zusammenhängen kaum etwas anderes als Beschimpfen.
    Es gibt nur wenige und sehr eingeschränkte Zusammenhänge, in denen Belehrung eine sinnvolle und fruchtbare Angelegenheit sein kann. Ihr könnt euch ja selber mal überlegen, unter welchen Umständen ihr euch belehren lassen wolltet. Es gibt schon solche Umstände, aber ich glaube kaum, dass ihr euch bezüglich eurer Religion und Weltanschauung belehren lassen wollt.

    Jakobiner, deine Liste von Parolen zeigt, wie sehr auch du besessen bist vom Thema Muslime. Und wie wenig du bereit bist, die Muslime in Ruhe zu lassen. Ein schönes Beispiel gibst du da für die gesellschaftliche Aggression gegen die Muslime -und gleichzeitig wirfst DU den Muslimen vor, SIE würden Tamtam machen …

    Das MiGAZIN und BlogIG schreiben viel über Muslime.
    Warum tun wir das?
    Weil andere Muslime in den Mittelpunkt stellen und sie angreifen.
    Also
    1. verteidigen wir sie
    2. tun wir, was Medien so tun: sie beschäftigen sich mit dem, womit sich die andern beschäftigen.

    Wenn mal das Thema Nummer 1 in Deutschland die Roma sein werden, dann werden die Roma auch zum Thema Nummer 1 bei BlogIG und im MiGAZIN. Würden die vielen Polen, die nach Deutschland kommen, zum Thema Nummer 1 werden, dann würden BlogIG und MiGAZIN ständig darüber berichten, und ich würde viele Artikel auch über Polen und die polnische Politik schreiben.

  42. Jakobiner meint:

    Und slebst auf dem Katholischen und Evangelischen Kirchentag setzt man sich mit der modernenen Welt auseinander, lässt auch nichtreligiöse Abweichler von der eigenen Meinung auftreten–warum sollte dies bei Muslimen nicht möglich sein?Sonderbehandlung?

  43. Jakobiner meint:

    “Jakobiner, deine Liste von Parolen zeigt, wie sehr auch du besessen bist vom Thema Muslime. Und wie wenig du bereit bist, die Muslime in Ruhe zu lassen. Ein schönes Beispiel gibst du da für die gesellschaftliche Aggression gegen die Muslime -und gleichzeitig wirfst DU den Muslimen vor, SIE würden Tamtam machen … ”

    “Besessen”? Erstens diskutieren ich kaum über den Islam und Muslime, weil dies nicht für mich das wichtigste Thema ist.Schau´mal auf meinen Blog und du wirst erkennen,dass ich bei 170 Artiklen gerade mal 14 über Muslime, aber zumeist über andere Länder habe. Dass ich “bessessen”mit dem Thema sei, nur auf deiner Seite, da DU es ja als Schwerpunkt machst.Mir scheint eher DU und die Islamophoben sind “besessen” von dem Thema.Inhaltlich hast du noch nicht gesagt, warum es für einen integrationswilligen Muslim unmöglich sein sollte, eine Muslimdemo unter den obigen Parolen abzuhalten.Du weichst-mal wieder-einer inhaltlichen Auseinandersetzung aus.

  44. Javed,
    erklär uns doch mal, wo das Problem liegt, wenn eine Moschee gebaut wird, und zu ihr gehören ein paar kleine Geschäfte! Abgesehen davon, dass es hier keinerlei rechtliche Hindernisse gibt. An der Stelle merkt man, dass du spinnst.

    Die Katholische Kirche ist eine Kirche. Sie hat als Kirche gewisse Rechte im Staat. Dito die evangelische Kirche. Dito die Israelitische Kultusgemeinde. Es gilt noch für viele mehr. Dieselben Rechte stehen den muslimischen Religionsgemeinschaften zu. Laut Grundgesetz und Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts. Bestreitest du das?

    Weiter: Wie entsteht denn nun eine “Machtstruktur” dadurch, dass Erdogan eine flammende Rede hält, in welcher er “seine” Türken dazu auffordert, so gut wie möglich Deutsch zu lernen, aber auch, die türkische Heimat nicht zu vergessen, nicht zu vergessen, dass sie türkische Wurzeln haben? DAS hast du noch nicht erklärt! Selbst wenn es völkisch und vordemokratisch wäre – was es nicht ist! – wie entsteht hier sowas wie eine “Machtstruktur”?

    Fakt ist, dass von den etwa drei Millionen Deutschtürken sich vielleicht die Hälfte zu Erdogan und zur AKP hingezogen fühlt. Die einen mehr, die andern weniger. Wie drückt sich das jetzt machtmäßig aus? Was wählen die, wenn sie wählen? SPD, CDU, CSU, Grüne, Linke – querbeet, die SPD bekommt wohl die meisten ihrer Stimmen. Gibt es in der SPD nun irgendwelche AKP- und Erdogan-Fans? Bitte, benenne sie mir und belege, dass es sich nicht nur um Deutschtürken, sondern explizit um Erdoganfans handelt! Meines Wissens sind es alle eher säkulare Politiker. Religiöse findet man eher in der CDU, aber das sind auch nur sehr sehr wenige, und ich hab meine Zweifel, dass Frau Özkan oder die jetzt in NRW aufgestellte griechische Türkin AKP-orientiert wären.

    Also wieder einmal: völlige Fehlanzeige, was die Macht angeht.

    Es finden sich auch keine AKP-Anhänger bei der deutschen Polizei, im deutschen Militär, in deutschen Gerichten, in deutschen Parlamenten oder Stadträten, in keiner Exekutive auf nationaler oder Länder- oder kommunalen Ebene, keiner ist Schuldirektor, keiner Universitätsprofessor, keiner Journalist bei irgend einem wichtigen Medium, keiner ist Gewerkschaftsführer, keiner ist Großunternehmer oder Bankier in Deutschland — verdammt noch mal, nirgends, wo Macht ausgeübt wird, findet sich ein türkischer AKP-Mann! Nicht einmal auf dem Unterhaltungsektor sind sie sichtbar vertreten.

    Was also soll dieses idiotische Geschwätz von der islamischen oder türkischen Macht in Deutschland??

  45. conring meint:

    @ Leo Brux
    “Wenn mal das Thema Nummer 1 in Deutschland die Roma sein werden, dann werden die Roma auch zum Thema Nummer 1 bei BlogIG und im MiGAZIN.”
    Nur als von den bösen Teutschen verfolgte Minderheit. Über deren Religiösität, die übrigens ziemlich interessant und verwickelt ist, würdest du und die ganzen Migazin-Islamisten kein Wort verlieren.

  46. Jakobiner,
    DU kannst die Muslime nicht in Ruhe lassen, und so zwingst du mich dazu, weiter drüber zu schreiben.

    Was die Parolen angeht: Marschierst du unter Parolen, die sich deine Gegner ausgesucht haben?
    Marschier du mal unter der Parole: “Ich entschuldige mich für die Aggressionen der Islamophoben!” (Und dann noch 9 weitere Parolen von solchem Kaliber.)

    Du, Jakobiner, bekriegst die traditional und konservativ Gläubigen. Mach das, wenn du willst, aber heuchel uns hier nichts vor. Es geht um die Integration der traditional und konservativ Gläubigen. Auch denen gibt unsere pluralistische Gesellschaft und unser GG ihr Recht auf religiöse Entfaltung.

    Mein Rat an dich in dieser Hinsicht: Lass sie doch einfach in Ruh! DU kannst sie nicht belehren.

  47. Roma: Ja, über Religion geht es bei denen kaum. Da würden wir dann exzessiv und obsessiv über Kriminalität schreiben. Und ich würde sie gegen diese aggressiven Vorwürfe verteidigen.

    Im MiGAZIN schreiben keine Islamisten. Es sei denn, du meinst (wie Erdogan), jeder gläubige Muslim sei ein Islamist.

  48. Jakobiner meint:

    Zu Leo Brux meint:
    9. Mai 2013 um 18:02

    Interessante Beispiele von christlichen Atheisten gebt ihr da ab.
    Akzeptiert – nur, würde die katholische Kirche jetzt Jakobiner als Vertreter der katholischen Kirche auf einer Katholikenkonferenz mit dem Staat akzeptieren?”

    Ich habe keinerlei Bekanntheitsgrad,DESWEGEN scheide ich da aus,ABER: anders sehe es wohl aus, wenn Orianna Fallaci sich als Stellvertreterin eines katholischen Atheismuses zu solch einer Konferenz anbieten würde–sie würde sicherlich als Gesprächspartnerin akzeptiert und hatte auch schon persönliche Gespräche mit dem Papst.Der sagte zwar zu ihr: Deine Gottlosigkeit gefällt mir nicht,auch nicht, dass du den Islam so abwatschst, aber zumindestens berufst du dich auf deine katholische Herkunft.Ich selber glaube nicht an Gott, finde aber die katholische Soziallehre (als Kontrapunt zum Neoliberalismus) und den Gedanken einer Weltgemeinschaft von Menschen interessant und unterstützenswert.

  49. conring meint:

    @ Leo Brux
    “Interessante Beispiele von christlichen Atheisten gebt ihr da ab.”
    Jakobiner und ich sind eben echte mutireligiöse Multikulturalisten. Dass, worüber du und die ganzen Multikulti-Agenten nur reden, leben wir.

    “Fakt ist, dass von den etwa drei Millionen Deutschtürken sich vielleicht die Hälfte zu Erdogan und zur AKP hingezogen fühlt. ”
    Dazu fällt mir noch eine Bemerkung von Hatice Akyün ein:
    Die meinte zu so einem Erdogan-Auftritt in Köln sinngemäß:
    20.000 waren da. Mehr aber auch nicht.

  50. Jakobiner meint:

    Zu Leo Brux:

    “Was die Parolen angeht: Marschierst du unter Parolen, die sich deine Gegner ausgesucht haben?
    Marschier du mal unter der Parole: “Ich entschuldige mich für die Aggressionen der Islamophoben!” (Und dann noch 9 weitere Parolen von solchem Kaliber.) ”

    Wenn du das Grundgesetz und normale demokratische Werte als “Gegner”ansioehst, wird es schon krumm. Und klar: Ich hätte keine Berührungsängste auf einer Demo gegen Islamophobe und 9 Parolen mitzumarschieren, etwa:
    “Für die Verfassungsschutzbeobachtung von Freiheit und PI News”
    “Für die Säuberung des Verfassungsschutzes von islamophoben Elementen”,etc. Kannst dir ja gerne mal solche Parolen ausdenken–die können wir dann inhaltlich diskutieren und gegebenenfalls eine Demo in München gemeinsam organisieren (über den Friedel kannst du ja Kontakt zu mir herstellen…).Aber es wäre genauso zu begrüssen, wenn es eben mal eine Muslimdemo gebe, die ein solch klares und unmißverständliches Signal setzt–und du hast mir immer noch nicht gesagt, was an den Parolen jetzt inhaltlich falsch sein soll? Welcher integrationswillige Muslim und Auslädner könnte sich diesen Minimalforderungen nicht anschließen?

  51. Und weil der Papst mal mit Orianna Fallaci gesprochen hat, würde die katholische Kirche die Frau auch als authentische Sprecherin für die Katholiken bei einer Konferenz engagieren … Da kennst du die katholische Kirche aber schlecht, Jakobiner.

    Wie viele Deutschtürken pro Erdogan sind, weiß ich nicht. Es wär auch jeweils die Frage, wie sehr sie für ihn sind, wenn sie für ihn sind. Aber ich würde mal schätzen, es ist ungefähr die Hälfte, die ihn gut findet. So, wie ungefähr die Hälfte der Deutschen Angela Merkel für gut findet. Deswegen schalten sie noch nicht unbedingt den Fernseher ein, wenn ihre Angela eine nationale Rede hält.

  52. Doch, Jakobiner, ich hab klar gesagt, was dran falsch ist: Sie artikulieren die Unterstellungen und Präferenzen ihrer Feinde.
    Wenn man zum Beispiel die Grünen als Vaterlandsverräter angreifen würde, würde ich dann großen Wert drauf legen, vor einer Parole zu marschieren, die lautet: Ich bin stolz darauf, ein Deutscher zu sein! – ?

  53. conring meint:

    @ Leo Brux
    “Es sei denn, du meinst (wie Erdogan), jeder gläubige Muslim sei ein Islamist.”
    So eine ähnliche Sicht der Dinge scheint doch auch die Migazin-Leute zu leiten. Ständig Artikel über den Islam. Frei nach dem Motto: Jeder Migrant ist Muselman.

    Und religiös sind die Roma wirklich interessant. Da findet man strenge Katholiken und Anhänger seltsamer evangelikaler Richtungen. Alles dann noch mit patriacharalischen Clanstrukturen überwölbt.
    Hier wird übrigens evangelikalen Romas von der Katholischen Kirche geholfen:
    http://www.zeit.de/politik/2012-09/roma-berlin-neukoelln
    Zeigt doch, dass Jakobiner mit seiner Kirchensteuer nicht ganz falsch liegt.

  54. Jakobiner meint:

    Zu “conring meint:
    9. Mai 2013 um 18:28

    @ Leo Brux
    “Interessante Beispiele von christlichen Atheisten gebt ihr da ab.”
    Jakobiner und ich sind eben echte mutireligiöse Multikulturalisten. Dass, worüber du und die ganzen Multikulti-Agenten nur reden, leben wir. ”

    Da hat er völlig recht.Ich bin in eine zutiefst katholische Familie reingeboren und habe mir da eine gewisse Unabhängigkeit–auch eben über Auseinandersetzung mit Atheismus, Agnostizismus, anderen Weltreligionen und Weltphilosophien-erlangt. Genau deswegen möchte ich diese multikulturelle Bereicherung auch für Muslime. Warum willst du denen das vorenthalten?

  55. Javed meint:

    ” Die Katholische Kirche ist eine Kirche. Sie hat als Kirche gewisse Rechte im Staat. Dito die evangelische Kirche. Dito die Israelitische Kultusgemeinde. Es gilt noch für viele mehr. Dieselben Rechte stehen den muslimischen Religionsgemeinschaften zu. Laut Grundgesetz und Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts. ”

    Die Kirchen sind erstmal Körperschaften des öffR, juristische Personen also. So auch der Zentralrat der Juden. Unabhängig davon, dass der Islam keine Körperschaft ist (wird vielfach auch aus den eigenen Reihen abgelehnt), ist das Türkentum keine Religionsgemeinschaft.

    Der Status als Körperschaft bedeutet obendrein nicht, dass diese einen Machtanspruch gegen den deutschen Staat innehaben, sondern dass sie Selbstverwaltungsangelegenheiten wahrnehmen dürfen.

    Die Bundesrepublik ist so “konzipiert”, dass sie gerade nicht die Summe verschiedener Völkerschaften und Konfessionen ist, die sich die Macht teilen, sondern der Zusammenschluss deutscher Staatsbürger.

  56. conring meint:

    @ Jakobiner
    Den Ausführungen kann ichn nur zustimmen.

  57. Jakobiner meint:

    Zu Leo Brux:

    Leo Brux meint:
    9. Mai 2013 um 18:38

    Doch, Jakobiner, ich hab klar gesagt, was dran falsch ist: Sie artikulieren die Unterstellungen und Präferenzen ihrer Feinde.
    Wenn man zum Beispiel die Grünen als Vaterlandsverräter angreifen würde, würde ich dann großen Wert drauf legen, vor einer Parole zu marschieren, die lautet: Ich bin stolz darauf, ein Deutscher zu sein! – ?”

    Wieder weichst du abstrakt aus, um welche konkreten Forderungen und Parolen es sich handelt. Du könntest ja auch mal die obigen Parolen INHALTLICH abarbeiten–was dir daran passt oder nicht, was du daran für unbekömmlich für muslimsiche Demokraten hälst.. Aber es sind halt alles Parolen des deutschen Grundgesetzes und Selbstverständlichkeiten–scheinbar keine Selbstverständlichkeiten für dich und die von dir protektorierten Muslime?Welche der folgenden Parolen passt dir und deinen Muslimen jetzt oder eben nicht?
    “Männer und Frauen=Menschen”
    “Deutschland-danke für deine Toleranz”
    “Integration ist nicht gleich Moscheenbau”
    “Keine Morddrohungen gegen Exmuslime”
    “Weg mit der Scharia”
    “Ja zur kritischer Koranforschung”
    “Wir wollen keine Sonderbehandlung”
    “Verzeiht uns das Benehmen unserer halbwüchsigen Jugend”
    “Nein zu Terror, ja zu Israels Existenzrecht”
    “Das Grundgesetz hat für uns das letzte Wort”
    “Salman Rushdie hat ein Recht auf Leben”.

  58. Jakobiner meint:

    Zu Leo Brux:

    Leo Brux meint:
    9. Mai 2013 um 18:34

    Und weil der Papst mal mit Orianna Fallaci gesprochen hat, würde die katholische Kirche die Frau auch als authentische Sprecherin für die Katholiken bei einer Konferenz engagieren … Da kennst du die katholische Kirche aber schlecht, Jakobiner. ”

    Ich habe nicht gesagt, dass Orianna als Sprecherin des Katholizismus zugelassen würde, aber eben als Dialogpartnerin.Und genausolch einen Dialog braucht auch die Islamkonferenz, wenn sie nicht nur ein systemkonservierendes Insidertreffen von klerikalen Vertretern sein soll. Wie es eben Conring gesagt hat:
    “Hier ist doch die Frage, was überhaupt die Zielsetzung der Islamkonferenz ist. Wenn es eben nur ein Debbatierklub ist, dann müssen sich die Islam-Propagandisten sicher nicht über Aufklärung belehren lassen.
    Wenn man allerdings die Veranstaltung unter der Fragestellung “Wie kannn der Islam Teil einer säkularen und multireligiösen Gesellschaft werden?” betrachtet, dann könnten sich die Muslime da durchaus mal belehren lassen.” Und deswegen sollten sie die Abdel-Samads wie auch Vertreter der Kritischen Islamkonferenz genauso einladen und man sollte die Islamkonferenz eben zu einem echten DIALOGforum machen und nicht wie Friedrichs als Sicherheitskonferenz oder wie die Muslimverbände als Quasi-Insiderkonferenz unter sich, bei der sie alle Aufklärung raushalten und nur über die Verteilung der Pfründe diskutieren wollen.

  59. Jakobiner meint:

    Zu Leo Brux:
    Dazu erscheint mir jeder Jesuit diskussionsfreudiger und dialogfähiger als du und die von dir so gesehenen Muslime, für du dich als Sprecher fabrizierst.

  60. Javed,
    inwiefern beantwortet das jetzt die Frage nach der Macht?

  61. Jakobiner, conring:

    Ich bin stolz darauf, ein Deutscher zu sein! – Sollen die Grünen nun bloß deshalb, weil Rechtspopulisten sie Vaterlandsverräter nennen, diese Parole auf einer Demo vor sich her tragen?

    Also: Die Antwort ist klar. Man sollte vergiftete Köder nicht annehmen.

    Dazu erscheint mir jeder Jesuit diskussionsfreudiger und dialogfähiger als du und die von dir so gesehenen Muslime, für du dich als Sprecher fabrizierst.

    Wieder eine Jakobinische Unverschämtheit. Keine Antwort darauf.

    Hab ich was gegen Dialogveranstaltungen, in denen sich die Muslime den Herausforderungen der Religionszweifler oder aufgeklärt-religiöser Menschen stellen?

    Die Islamkonferenz ist aber eine politische Veranstaltung.

    Hab ich was gegen deine Eltern oder gegen atheistische Katholiken gesagt?
    Ich könnte mich ja selbst auch einen solchen nennen, wenn ich wollte.

    Für einen Dialog mit gläubigen Muslimen ist nur jemand geeignet, der auch dem konservativen und traditionalen Glauben mit Respekt zu begegnen im Stande ist — und der Gläubige nicht zu belehren versucht.

    Der richtige Ort, deine Aggressionen loszuwerden, ist BlogIG. Da tun sie niemandem weh, da machen sie nix kaputt.

    “Es sei denn, du meinst (wie Erdogan), jeder gläubige Muslim sei ein Islamist.”

    So eine ähnliche Sicht der Dinge scheint doch auch die Migazin-Leute zu leiten. Ständig Artikel über den Islam. Frei nach dem Motto: Jeder Migrant ist Muselman.

    conring, das ist Schmarrn.

  62. conring meint:

    @ Leo Brux
    “conring, das ist Schmarrn.”
    Wieso? Religionsmäßig werde ich auf der Seite nur über den Islam informiert. Selbst einen Beitrag über das Alevitentum sucht man vergeblich.
    Da schreiben doch auch einige Konvertinnen ohne Migrationshintergrund öfters über die tollste Religion der Welt.
    Und die Religiösität der Romas ist da doch auch kein Thema.

  63. Ab einem bestimmten Grad von Blödheit und Boshaftigkeit lohnt es sich nicht, weiter zu diskutieren.

  64. conring meint:

    @ Leo Brux
    “Ab einem bestimmten Grad von Blödheit und Boshaftigkeit lohnt es sich nicht, weiter zu diskutieren.”
    Stimmt natürlich. “Boshaftigkeit” lasse ich mir übrigens gerne attestieren. Daneben stimmt mein Befund eben auch:
    Migranten werden in der Multikulti-Presse immer mit Muslimen gleich gesetzt.

  65. Javed meint:

    Dass Bedingungen für Macht, bzw. Einfluss geschaffen werden sollen. Hätte das türkische Regime kein Interesse an einer Fünften Kolonne in Gestalt der Deutschtürken, würde es nicht so eine Hysterie wegen “Assimilation” verbreiten (“Verbrechen gegen die Menschheit” etc.), während es z.B. selbst seine Minderheiten nach allen Regeln der Kunst niederhält. Bei so viel Heuchelei fällt die Antwort auf das “cui bono ?” nicht schwer.

    Dass dies ihm auch gelingt, das ist freilich eine andere Frage. An eher substanzlosem Größenwahn mangelt es ihm an anderer Stelle jedenfalls nicht. Ich sagte ja auch, dass mich bloß die Schafsgläubigkeit deutscher Behörden, Politiker (und Medien) in Staunen versetzt.

  66. Das kommt dir deshalb so vor, weil du nur das liest.
    Schaut man sich im Moment die Startseite des MiGAZINs an, so findet man ca. ein Dutzend gefietscherte Artikel. Davon haben drei mit dem Islam zu tun.

    Migranten werden in der Multikulti-Presse immer mit Muslimen gleich gesetzt.

    Einfach bloß dumm? Oder einfach bloß Lüge? Oder gibt es eine Kombination aus beidem?

  67. @Javed

    5. Kolonne: Also, wenn es sowas gibt, muss sich die ja irgendwie zeigen. Wo und wie spielt im bundesdeutschen Politik- und Machtspiel eine 5. (türkische) Kolonne mit?

    Bitte bitte, zeig es mir!! Ich möchte sie marschieren sehen!!

    Könnte Erdogans Rede nicht einfach mehr türkische Innenpolitik sein? Gar nicht auf Deutschland, sondern auf die Türkei zielen? Mit seiner Rede verschlechtert er doch seine Stellung gegenüber Deutschland. Er schwächt seine Position hier – aber er gewinnt in seinem eigenen Lande, weil er (scheinbar) zeigen kann, dass er die Interessen seines Volkes kraftvoll zu vertreten weiß.

  68. conring meint:

    @ Leo Brux
    “Davon haben drei mit dem Islam zu tun.”
    Drei von zwölf sind 25%. Sind jetzt soviele Migranten Muslime?
    Und gab es auf Migazin schon mal einen Artikel über das Religionsleben von nichtmuslimischen Migranten? Da dürfte der Anteil gegen Null tendieren.
    Über das Migrationsgeschehen in Österreich berichtet ja auch Helga Suleiman, die dortens auch nur über ihre Lieblingsreligion schaffelt.

  69. 4 Millionen von 16 Millionen sind doch 25%. Ich finde es auch seltsam, dass hier Kritik ans Migazin gerichtet wird. Warum schreiben Sie nicht einfach das Migazin an und fragen dort nach?

  70. Und diskutiert man sonst wo in den Medien andere Religionen?
    Nehmen wir mal die SZ. Da geht es um Christen (Katholiken, Protestanten), und sonst um Muslime. Das spiegelt das Interesse der Leser, würde ich sagen.

    Was würde conring machen, wenn irgendwas Unerhebliches über die Griechisch-Orthodoxen kommt? Liest er das dann? Die Muslime ärgern ihn, darum möchte er was über die Muslime lesen. Er trägt also selber zu einem Aufmerksamkeitsplus für den Islam bei – und schiebt die Schuld dann den Muslimen zu.

  71. Eddy meint:

    Herr Brux,

    Respekt für ihre Versuche, den populistischen und zumeist unsachlichen Vorwürfen von Jakobiner und conring mit Argumenten entgegenzutreten. Es ist schon schwer, die Argumentationskonstrukte dieser Diskussionsteilnehmer zu lesen, geschweige wie Sie diese ernst zu nehmen und zu beantworten.

  72. conring meint:

    @ Leo Brux
    “Die Muslime ärgern ihn, darum möchte er was über die Muslime lesen.”
    Das ist nun eine nicht beweisbare Unterstellung.
    Ich sage nur, dass die ganze Islamdiskussion eher weniger mit Einwanderung zu tun hat. Die große Mehrheit der Migrationshintergründler (zeigt jede Statistik) sind keine Muslime. Deswegen verstehe ich es einfach nicht, warum der ganze Einwadenderungsdiskurs sich so zwanghaft auf den Islam fokusiert.

  73. conring meint:

    @ KM
    “Warum schreiben Sie nicht einfach das Migazin an und fragen dort nach?”
    habe ich mal gemacht. Keine Antwort bekommen.
    Als Kommentator bin bei denen auch seit einiger Zeit gesperrt. Ich habe da auch nicht anders geschrieben als hier.

  74. Sag ich doch auch!
    Es sind ja nicht die Muslime, die dran schuld sind, dass wir so viel über sie reden.
    WIR SELBER machen das! WIR sind fixiert auf die Muslime, auf den Islam.
    Die Muslime hätten gern ihre Ruhe.

    Aber wenn sich der deutsche Mob auf sie stürzt und wenn sich die Medien so sehr um sie kümmern, dann MÜSSEN sie ja doch auch mal antworten, und indem sie antworten, verstärken sie die Beschäftigung mit dem Thema; sie sind aber nicht die Ursache dafür, dass es zu dieser obsessiven Beschäftigung kommt.

  75. conring meint:

    @ Leo Brux
    “Die Muslime hätten gern ihre Ruhe.”
    Das stimmt sicher für die Muslime, aber für die Islamverbandfunktionäre?
    Die brauchen doch auch die mediale Aufmerksamkeit. Wenn sie alle die Islamkonfernz fürso schrecklich halten würden, würden sie einfach nicht da hin gehen.
    Da es aber über dieses Event mediale Aufmerksamkeit und wahrscheinlich auch jedes Jahr zu verteilende Staatknete gibt, sind sie doch dabei.

  76. Für die Islamfunktionäre gilt es ganz besonders. Sie sind fast alle auch ganz unfähig, öffentlichkeitswirksam aufzutreten. Drum sieht und hört man immer nur Alboga und Mazyek. Die sind nicht drauf vorbereitet, im Scheinwerferlicht zu stehen. Es ist ihnen auch recht unangenehm.

    Ich glaube, sie werden auch von den Ansprüchen auf interreligiösen Dialog schnell überfordert, sowohl sprachlich als auch theologisch. Sie haben alles das nicht studiert, was ein durchschnittlicher christlicher Theologe drauf hat an Hermeneutik, Religionstheorie, Religionsgeschichte, Religionsphilosophie, Religionssoziologie, Religionspsychologie, samt der Auseinandersetzung mit dem Denken der Aufklärung und der Auseinandersetzung mit den großen Theorie über den Menschen (Darwinismus, Psychoanalyse, Neurowissenschaft, Strukturalismus, Ethnologie, etc.).

    Es dauert noch eine Generation, bis die Muslime in Deutschland hier Anschluss finden werden.

    Es ist wirklich so, ich habe es oft genug beobachten können: Das Rampenlicht der Öffentlichkeit ist den Islamfunktionären schrecklich. Sie sind ihm kaum gewachsen, und sie wissen es.

    Drum gibt es aus dem islamischen Bereich auch kaum ein bedeutendes Buch zum Thema Sarrazin, Rechtspopulismus, Angriff auf den Islam. Fast alle guten Bücher und Aufsätze dazu stammen von – Nicht-Muslimen. Bade, Bahners, u.a. — mich eingeschlossen. Nicht einmal die relativ kompetenten Gülenisten bringen auf diesem Gebiet viel Nützliches zusammen.

  77. http://www.turkishpress.de/de/news/10052013/die-scharia-aabf-fordert-von-muslimen-distanzierung/4937
    … ich hoffe mal das passt hierhin. Ansonsten bitte verschieben..
    Was sich die Alevitische Gemeinde dabei wohl gedacht haben mag?

  78. Ich werde wohl bald einmal darüber etwas schreiben.
    Ob diese Alevi wissen, was sie tun?
    Aus welchen Gründen identifizieren sie Scharia mit extremen Varianten von Scharia?

  79. Ich vermute mal, dass die Alevi überangepasst sein wollen um ja nicht aufzufallen. Vielleicht entgeht man ja auf diese Art und Weise der Verfolgung durch diverse Hasstiraden und -taten..

  80. Die Solidaritätserklärung für den Hetzer Findikci ist praktisch eine Kriegserklärung an 3 Millionen sunnitische Muslime in Deutschland. Was treibt diese Alevi-Vereinsvertreter?

    Ich bin dabei, meine Gedanken dazu zu sortieren.

    Hypothese 1: Sie sehen die Gefahr, die ihnen in der Türkei drohen könnte, nachdem sie dort praktisch keinen Schutz mehr vor der – sunnitischen – Staatsgewalt mehr genießen.

    Hypothese 2: Der Angriff auf die Religion in Deutschland ist eigentlich ein Angriff auf die Politik der Türkei (der AKP, Erdogans).

    Hypothese 3: Die üblichen Psychogründe – Neid, Eifersucht, Kompensation von Minderwertigkeitsgefühl, Paranoia, Identitätsbildung durch Ab- und Ausgrenzung, Revanche für Beleidigungen, …

    Hypothese 4: Diese Vereine schaden sich mit diesem Auftreten vor allem selbst. Denn die Politik wird MIT den Sunniten kooperieren, und Scharia wird dabei KEINE Rolle spielen. Weil generell Scharia in Deutschland keine Rolle spielen kann, es sei denn eine so bescheidene wie das katholische Kirchenrecht auch.

    Hypothese 5: Gefragt, ob sie die Scharia als nationales Recht haben wollten, haben Ägypter u. a. überwiegend, bei den Türken haben nur 14 Prozent ja gesagt. Das heißt, die allermeisten gläubigen Sunniten in der Türkei haben verstanden, religöses Recht und staatliches Recht zu trennen. Scharia ist darum in Bezug auf Deutschtürken kein großes Problem – egal, wie man sie versteht und konzipiert.

    Wie gesagt, bald kommt ein Artikel dazu von mir. Ich möchte aber vorher mit “meinen” Alevis über das Thema diskutieren.

  81. David Carbone meint:

    “http://www.turkishpress.de/de/news/10052013/die-scharia-aabf-fordert-von-muslimen-distanzierung/4937
    … ich hoffe mal das passt hierhin. Ansonsten bitte verschieben..
    Was sich die Alevitische Gemeinde dabei wohl gedacht haben mag?”

    Was ist daran verkehrt? Den Aleviten geht es um eine Abkehr von der die veralteten Auslegung der Scharia. Als verfolgte und unterdrückte Minderheit wissen sie, wie es ist, unter der Knute des turko-sunnitischen Islam zu leben. Ich kann das gut nachvollziehen.

  82. Dass ein Religionsfeind wie du, David Carbone, das so sieht, ist verständlich.

    Aber immerhin schreibst du: Abkehr von der veralteten Auslegung der Scharia. Es gibt also auch für dich eine modernere, zeitgemäßere Auslegung der Scharia? Wenn es die gibt bzw. geben soll, dann werden die sunnitischen Muslime die schon selber entwickeln müssen. Da brauchen sie keine Belehrung ausgerechnet von ihren Todfeinden. Eine Kriegserklärung und eine pauschale Diffamierung, wie sie die Aleviten in ihrer Presseerklärung bringen, führt eher zum Gegenteil, zur Verhärtung.

    Vielleicht könnten die Islam”kritiker” ja auch einmal zur Kenntnis nehmen, dass in Sachen Scharia in Europa schon etwas in Bewegung ist.

    Wenn man die Sache mal politisch-strategisch sieht:
    Die Alevi in Deutschland erklären den Sunniten den Krieg. (Tun sie faktisch mit dieser Presseerklärung.)
    Die Sunniten in der Türkei registrieren: Aha, die Alevi erklären uns den Krieg. Was können wir da machen? Dann haben wir eben Krieg mit den Alevi – in der Türkei!

    In Deutschland wär das kein so großes Problem. Da haben die Alevi den Schutz des Staates und der Gesellschaft, da gibt es keine Unterdrückung für sie. Aber in der Türkei? Ist es wirklich klug für Aleviten, den Sunniten in der Türkei den Krieg zu erklären?

    Ich habe geschreiben, diese Aleviten, die die Kriegserklärung unterschrieben haben, haben nicht gewusst, was sie tun.

    Der Hetzer Findikci hingegen lacht sich ins Fäustchen. Er WILL den Krieg – und hofft, dass das Militär dann wieder putscht und seine brutale Diktatur erneut errichtet. Ich vermute, das ist auch die Hoffnung mancher von denen, die hier unterschrieben haben: Die Rückkehr zur kemalistischen Militärdiktatur. Ein Viertel der Bevölkerung zwingt drei Vierteln der Bevölkerung ihren säkularistischen und antidemokratischen Kurs auf.

  83. conring meint:

    @ Leo Brux
    “Vielleicht könnten die Islam”kritiker” ja auch einmal zur Kenntnis nehmen, dass in Sachen Scharia in Europa schon etwas in Bewegung ist.”
    Was die “Scharia” betrifft, wäre ich dafür, dass die Bundesregierung einen Preis auslobt:
    Jeder Politiker, Publizist und Religionsverband, der ein Jahr lang nicht über “Scharia” im Zusammenhang mit dem Islam in der BRD spricht, bekommt 10.000 Euro.

  84. conring meint:

    @ Leo Brux
    warum sollten die hiesigen Aleviten irgendwelche Sympathien für die Sunniten (gerade türkische) hegen?
    In der Türkei mag man die Aleviten doch auch nicht so richtig.
    Wahrscheinlich versprechen sich die alevitischen Verbandsfunktionäre einfach von deutschen Staat mehr Verständnis und Entgegenkommen für ihre Probleme, wenn sie sich als Aleviten, als wenn sie sich mit den Leuten von DITIB und Milli Gürüs als “Muslime” solidarisieren. Ist ja auch nicht abwegig.
    In der Türkei solidarisierern diese Sunniten auch nicht mit den Aleviten.

  85. David Carbone meint:

    “Aber immerhin schreibst du: Abkehr von der veralteten Auslegung der Scharia. Es gibt also auch für dich eine modernere, zeitgemäßere Auslegung der Scharia?”

    Sicher. Ich halte zwar nicht viel von institutionalisierten Religionen und ihrem Anspruch auf Deutungshoheit in Fragen der Moral und des Anstandes, aber was die Scharia angeht, sollte man nicht gleich in Panik verfallen, sobald dieses Wort fällt. Es gibt genauso eine zeitgemäße Auslegung der Scharia wie es eine zeitgemäße Auslegung des katholischen Moralkodex gibt. In beiden Fällen hat sie sich bisher allerdings (noch) nicht durchsetzen können.
    Was den sunnitischen Islam diesbezüglich betrifft, so wird ja in Einzelfällen bereits versucht, den Koran auch als historisches Werk zu betrachten und seine Entstehungsgeschichte kritisch zu hinterfragen. Bei den Hadithen, von denen die meisten ohnehin Erfindungen oder gefälscht sind, gibt es diesen Ansatz schon länger und mittlerweile sogar ein kleine, aber stetig wachsende Gemeinde von Muslimen, die diese vollkommen ablehnen. Wenn man den religiösen Texten also einen historisches Moment zugesteht, muss man dies bei der Scharia auch tun, weil ja die religiösen Texte die Grundlage der Scharia bilden. Ich denke, dass diese Diskussion langfristig noch zunehmen wird, auch wenn die überwiegende Mehrheit der Religions-”Gelehrten” noch immer am Dogma vom Qur’an als zeitlosem, unmittelbarem Wort Gottes festhält. Die Muslime in der islamischen Welt begreifen langsam, dass sich ihr Leben nicht dadurch verbessert, dass sie noch mehr Beten, noch mehr Fasten und noch öfter in die Moschee gehen, obwohl ihnen die Kleriker dies immer weismachen wollen.
    Von diesem Ansatz sind die deutschen Islamverbände allerdings noch meilenweit entfernt, insofern kann ich die Ablehnung der Aleviten inhaltlich gut nachvollziehen. Ob hier auch eine politische Motivation dahintersteckt, steht auf einem anderen Blatt.

  86. conring,
    ums Mögen geht es nicht. Ist dir das bei der ganzen Sache nicht aufgefallen?
    Es geht um die Kriegserklärung.

    Indirekt steckt in der Presse-Erklärung drin: Der Staat und die Kirchen sollen ab sofort alle Beziehungen zu den sunnitischen Moscheevereinen und ihren Dachverbänden abbrechen und sie zu outlaws erklären. – Ganz wie das PI und Konsorten haben wollen.

    DIE werden sich freuen, so einen Verbündeten zu bekommen.

  87. pinetop meint:

    Bei der Diskussion um die Islamkonferenz wurden einige Sachverhalte nicht thematisiert.

    Man muss klären, was unter Religionsfreiheit zu verstehen ist. Religionsfreiheit ist das Recht des Individuums sich einer Religion anzuschließen, sie zu wechseln oder sich von jeder Religion loszusagen. Sie ist damit ein Teil der allgemeinen Gewissensfreiheit, und in einer Gesellschaft, welche die Gewissensfreiheit als höchsten Wert verteidigt, ist die besondere Hervorhebung einer Religionsfreiheit damit schlicht und einfach überflüssig. Demgegenüber wird Religionsfreiheit zu oft als Recht einer Gemeinschaft mißverstanden. Dieses Recht eines Kollektivs kann durchauch in Konkurrenz treten zur individuellen Freiheit. Nämlich dann wenn religiöse Riten für das Individuum zwingend werden und dem Individuum kein Rechtsweg möglich ist. Bei einem Verständnis von Religionsfreiheit als ein Recht, das ausschließlich dem Individuum gewährt wird, wäre die Beschneidungsdebatte im letzten Jahr anders verlaufen.

    Wieviel Respekt dürfen Religionsgemeinschaften einfordern. Nach meiner Vorstellung dürfen sie gar nichts fordern. Wenn sie Respekt erwarten, müssen sie ihn erarbeiten und dürfen nicht auf eine Rechtsgestaltung hoffen. Es ist nicht einzusehen, warum Ungläubige am Karfreitag auf Christen Rücksicht nehmen müssen und ihnen das Tanzvergnügen untersagt ist. Ähnlich Respekt heischend gebärdet sich der Islam. Es ist keineswegs absurd anzunehmen, dass an staatlich festgestzten islamischen Feiertagen, der öffentliche Genuss von Alkohol unter Strafe gestellt wird. Das Verlangen nach Respekt kann durchaus zur Folge haben, dass Schweinefleich nicht mehr gut sichtbar in der Wursttheke ausgelegt wird oder dass FKK-Baden nicht mehr gestattet wird. Ich gebe zu, dass ich hier spekuliere, aber diese Spekulationen sind alles andere als abwegig.

    Die christlichen Kirchen sind in Deutschland mit schönen Privilegien und großzügiger finanzieller Unterstützung durch den Staat ausgestattet. Das weckt natürlich Begehrlichkeit von moslemischer Seite. Deshalb wäre es am einfachsten und gerechtesten, den christlichen Kirche eben diese Sonderrechte zu nehmen.

    Der Staat muss weltanschaulich neutral sein und auf jede Privilegierung von Religionsgemeinschaften verzichten. Ich fürchte nur so kann unsere Freiheit auch in Zukunft gesichert bleiben bzw. erweitert werden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

*