Der Druck auf Katar wächst. Nicht genug.

arabische-laenderDas Problem im Katar (und in den Golfstaaten) ist das kafala-System.

Es macht die Arbeitnehmer aus dem Ausland rechtlos. Man nimmt ihnen die Pässe weg und macht dann mit ihnen, was man will. Verträge? – Werden nicht eingehalten, Klagen vor katarischen Gerichten verhandelt, die grundsätzlich den Einheimischen recht geben.

Es hat System, wenn das passiert, was amnesty international bei seiner Recherche herausgefunden hat (in der Zusammenfassung von Spiegel Online):

  • Veränderte Arbeitsbedingungen, von denen Gastarbeiter erst nach ihrer Ankunft erfuhren – inklusive reduzierter Gehälter.

  • Fälle, in denen das Gehalt von Arbeitern erst mit monatelanger Verspätung oder gar nicht gezahlt wurde.

  • Unternehmer, die ausländischen Mitarbeitern Arbeitspapiere vorenthielten, so dass diesen die Verhaftung durch katarische Behörden drohte.

  • Fälle, in denen die Pässe von Migranten durch ihre Arbeitgeber konfisziert wurden, so dass diese nicht das Land verlassen konnten.

  • Arbeitszeiten, die zum Teil weit über das zumutbare Maß hinausgingen sowie die Verletzung von Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften

  • die Unterbringung von Arbeitern in “armseligen” Behausungen.

Die Untersuchung ist von Oktober 2012 bis März 2013 gemacht, aber erst jetzt veröffentlicht worden.

All die Glitzerbauten am Golf sind von Menschen errichtet worden, deren Gesundheit ruiniert wurde, deren Löhne – ohnehin skandalös niedrig – nur zum Teil ausbezahlt wurden, der Menschenwürde mit Füßen getreten wurde.

All die Fußballstadien und sonstigen Einrichtungen für die WM 2022 sind das Produkt einer besonderen Form von Sklavenarbeit.

Es gebe sicherlich teilweise “inakzeptable Zustände”, räumte al-Thawadi ein. “Wir werden alle Maßnahmen ergreifen, die notwendig sind.” Sicherheit, Würde und Gesundheit eines jeden, der an der WM mitarbeite, seien gesichert.

Das System wird nicht geändert. Man wird versuchen, Reporter künftig effizienter daran zu hindern, etwas über die Ausbeutungsverhältnisse herauszufinden.

Wie groß muss das Elend in Nepal und andernorts sein, dass sich dennoch genug Arbeiter finden, die das Risiko eingehen, am Golf durch Arbeit zerstört zu werden.

Kafala

Der kafil ist der einheimische “Bürge”. Er lässt den Vertrag mit dem Arbeiter machen (in Arabisch natürlich, der Arbeiter kann ihn nicht kontrollieren), er holt ihn ins Land, er nimmt ihm seinen Pass weg, er zahlt oder zahlt nicht, er schickt ihn zurück, wann immer er will. Der Arbeiter darf seinen kafil nicht aus eigenem Willen wechseln, der kafil kann ihn aber an einen anderen kafil verkaufen. Klagen gegen den kafil haben wenig Chancen, führen aber rasch dazu, dass der Arbeiter seine Arbeit und seinen noch nicht ausgezahlten Lohn verliert. Urlaub oder Krankengeld etc. gibt es natürlich nicht.

Für hochqualifizierte ausländische Arbeitskräfte hat das alles auch seine Nachteile, sie sind aber in einer besseren Verhandlungsposition.

Besonders betroffen sind die hilf- und rechtlosen Arbeiter aus den Ländern der Dritten Welt.

Fußball-WM in Stadien, die nach dem kafala-System erbaut worden sind?

Es wäre eine Schande.

Wird man sich das antun – oder doch noch den Absprung wagen?

Der Fußball ist so kommerzialisiert, dass fast nur noch das Geld zählt.

Was müsste man vom Katar fordern?

Eine Verdreifachung der Löhne – Auszahlung kontrolliert durch Vertreter der internationalen Gewerkschaften.

Anständige Behausungen – zur Verfügung gestellt durch den Katar selbst.

Freie Wahl des Arbeitsplatzes innerhalb des Katar für die ausländischen Arbeitskräfte; also Aufhebung des Kafala-Systems.

Kostenlose medizinische Versorgung der Arbeitskräfte.

Nicht zuletzt: Menschenwürdige Arbeitsbedingungen.

Gewerkschaftliche Organisation der Arbeitskräfte mit einem neutralen Arbeitsgericht.

Das sollte bei dem vielen Geld, das hier verpulvert wird, für den Katar peanuts bedeuten.

Mit diesen Forderungen sollte die internationale Fußballgemeinschaft an den Katar herantreten.

Ich weiß, solche Forderungen werden nicht einmal erwogen werden.

Die Leute mit dem vielen Geld halten zusammen. Global. Auf unser aller Kosten. Und wir – wir sind abgelenkt und egofixiert und merken nicht, was mit uns (!) gemacht wird.

Wenn sie – die Leute mit dem Geld – können, dann machen sie es auch mit uns so wie mit den Arbeitern aus Nepal. Katar – das ist ein Blick in unsere Zukunft.

Die Reichen werden so reich, die Armen so arm, dass die Reichen sich die Armen beliebig kaufen können. D. h. eines Tages: uns.

— — —

Der Fall Zahir Belounis (Zitate: WELT)

Zahir Belounis ist Profifußballer, 33, hat sich von einer Mannschaft im Katar kaufen lassen – und lebt nun seit zwei Jahren in einem Albtraum. Sie haben ihn rausgeschmissen – zahlen aber nicht das vertraglich vereinbarte Geld und lassen ihn auch nicht ausreisen.

Er hat eine Familie zu ernähren – und darf nicht arbeiten. Aber er darf auch nicht raus. Einfach so.

Belounis war Kapitän, er war maßgeblich am Erfolg beteiligt. Trotzdem sagte man ihm vor dem Beginn der darauffolgenden Saison, dass er nicht mehr gebraucht werde. Er wurde zum Zweitligisten Al-Markhiya verfrachtet, dann zu Al-Ahli. Obwohl er einen gültigen Vertrag hatte, wurde ihm erst weniger Geld gezahlt und dann gar nichts mehr. Der erste Monat, in dem auf seinem Bankkonto kein Geldeingang verbucht wurde, war der November 2011.

Belounis wütete, er drohte, er bat, er flehte, er nahm sich einen Anwalt, er reichte Klage ein. Jetzt, zwei Jahre nach der letzten Gehaltszahlung, sitzt er immer noch in seinem Haus in Doha. Eine Ausreisegenehmigung wurde ihm nicht erteilt, und über die Klage auf Gehaltsnachzahlung hat noch kein Gericht entschieden. Dass die Ausreise verweigert wird, weil er juristisch gegen seinen Arbeitgeber vorgehen wollte, kann Belounis nur vermuten. Er weiß es nicht, es gibt kaum Informationen.

Sein Fehler: Er hat sich zu wehren versucht. Das wird bestraft.

Jetzt würde er auch ohne das Geld, auf das er ein vertragliches Recht hat, ausreisen. – Zu spät. Er ist praktisch eingesperrt. Rechtlos.

Er ist nicht der einzige. Mehr als einem Dutzend Sportlern wird die Ausreise verweigert. Aber auch das Recht auf Arbeit.

Belounis hat nun einen Brief an Zinedine Zidane, den französischen Fußball-Helden, und Pep Guardiola, den Trainer des FC Bayern München, geschrieben. In dem Schreiben bittet er die beiden, “ihre Bekanntheit zu nutzen und sich einzumischen oder es zumindest zu versuchen, diese ausweglose Situation zu beenden.” Weiter heißt es: “Bitte verstehen Sie, dass ich ein Opfer bin.”

Belounis schreibt: “Sie wissen, wie es ist, Kinder zu haben. Stellen Sie sich vor, wie es ist, täglich in einem halbleeren Haus zu sein. Als sie mir versprochen haben, ein Ausreisevisum zu geben, habe ich meine Möbel verkauft. Wenn ich jetzt in die Augen meiner Töchter schaue, schäme ich mich. Ich ekele mich vor mir selbst, weil ich sie in eine solche Situation gebracht habe.” Am Ende des Briefs bittet Belounis Zidane und Guardiola, das Wort zu erheben und “zu tun, was möglich ist, um mir zu helfen, damit ich nach Hause kann.”

Leute, in diesem Land soll die FußballWM stattfinden?!

Kommentare

  1. Korbinian meint:

    Viele westliche Stimmen kritisieren den Kapitalismus anhand des Beispiels Katar. Dabei vergessen sie dass es sich dabei nicht um Kapitalismus handelt sondern um ein Sklavenhaltersystem. Im Kapitalismus gibt es nämlich Vertragsfreiheit.

    Aber immerhin hat Franz Beckenbauer in Katar ja keinen einzigen Sklaven entdecken können. Dann ist ja lles gut.

  2. Nehmen die Arbeiter diese Umstände in Kauf oder informieren sie sich garnicht, wenn sie die Reise an den Golf antreten?
    Es wäre ja sozusagen eine Reise in die Sklavenarbeit, mit Not im eigenen Land ist das nicht zu erklären.

    Es hätte sich doch schon längst rumgesprochen haben müssen, dass man lieber nicht in Katar arbeiten geht, weil man wohl garnicht bezahlt wird?

  3. Ich kann mir vorstellen, wie das geht.
    Die nepalesischen Arbeiter haben keinen Zugang zu den internationalen Medien. Die Regierung ist auch nicht interessiert dran, sie aufzuklären.
    Man hört also mal hier, mal da die eine oder andere Horrorstory. Im übrigen hört man die lockenden Töne der Werber. Man hört auch davon, dass mal einer tatsächlich so viel verdient hat, dass er sich ein Haus bauen konnte.
    Dazu kommt die Not. Das Gefühl, es unbedingt versuchen zu müssen. Vielleicht hat man ja Glück?

    Es ist nicht so, dass niemand bezahlt wird. Ein gewisser Prozentsatz wird fast gar nicht bezahlt, fast alle bekommen deutlich weniger als vereinbart, aber wenn man wenigstens ein Drittel bekommt, ist das schon was für nepalesische Verhältnisse. Der Mann ist dann vielleicht gesundheitlich kaputt, aber das ist nicht so schlimm (?!), denn die Familie profitiert, und darauf kommt es an.

    Man sollte nicht unterschätzen, dass man, wenn man am Hungern ist, einiges Risiko einzugehen bereit ist, irgendwas zu bekommen. Das wird dann schamlos ausgenützt.

    Meine Vermutung ist, dass sich die Menschheit nach einigen Jahrhunderten der Besserung wieder auf ein solches Horrorsystem (Sklavenarbeit, Leibeigenschaft, Hörigenstatus, Fronarbeit, feudalistische Verhältnisse) zubewegt. Man braucht die Entwicklung, die seit 30 Jahren im Gange ist, nur entsprechend in die Zukunft zu verlängern. Die Reichen werden immer reicher und damit mächtiger, sie sondern sich immer mehr ab in ihre abgezirkelte Eigenwelt, und wer was werden will, der muss sich an sie verkaufen.

    Ich werd es nicht mehr erleben, aber meine Vorhersage für die nächsten 50 Jahre etwa ist die, dass sich neofeudalistische Strukturen ganz klar abzeichnen werden.

    Korbinian,
    ich geb dir recht: Kapitalistisch ist das nicht, feudalistisch ist es, was sich im Katar abspielt. Unser sich feudalisierende Kapitalismus spielt dabei gern mit. Und schau dir an, wie es glitzert! Geht dir da nicht das Herz auf? Blöde Demokratie, blöde Gleichheit – nein, Glanz und Gloria braucht die Welt, die Augen blendenden Luxus! Das gibt die wunderschönen Bilder, und wir sitzen da und dürfen (noch) mitträumen!

    Beckenbauer gehört zum neofeudalen Adel. Der Kaiser ist kein Mensch wie du und ich. Solche Menschen haben eine Aura, und wir gehen in die Knie. Wie es sich gehört.
    (Ich weiß, noch ist es nicht so weit, noch gibt es viele gleichmacherische Stänkerer und sozial orientierte Spielverderber. So schnell ist die Demokratie, ist die Welt derer, die Gerechtigkeit und Fairness fordern, nicht kleinzukriegen.)

  4. Academia meint:

    Der angebliche “Kaiser” , also Mr Beckenbauer, hat keine Sklaven vor Ort gesehen, geschweige den Bauarbeiter die an Ketten angelegt sind. jetzt weiss ich warum man ihn weltweit “Kaiser” nennt. Er hat die Bodenhaftung verloren und lebt in seiner Traumwelt in ST. Moritz mit angeschlossenem Golfplatz.

  5. Korbinian meint:

    Naja, mir geht da gar nichts auf. Ich würde sofort bemerken in was für einer bigotten Scheinwelt ich mich bewegen würde und ich würde mich ziemlich unwohl fühlen. War dort in den Golfstaaten schon mal jemand der hier mitliest?

  6. Korbinian meint:

    Apropos Glanz und Gloria: Die Oberbayern haben sich doch jetzt gegen Olympia entschieden. Deine Meinung dazu, Leo? Da haben der Geldadel und die SchnellaHöhaWeita-Fraktion aber schön dumm ausgeschaut.

  7. Christoph meint:

    Die Zustände in Katar sind wirklich unwürdig. Es ist traurig, dass die WM 22 an dieses Land vergeben worden ist. Ich bin jedoch nicht allzu zuversichtlich, dass sich an dieser Entscheidung noch etwas ändern wird.

    Deinen Ausblick auf die Zukunft unserer Gesellschaft halte ich für nicht zutreffend. Katar ist wirtschaftlich aufgrund des Öls zwar weit entwickelt, bei den Gesellschaftsthemen Gleichberechtigung, Emanzipation, Minderheitenschutz, Menschenrechte, Grundrechte etc. ist das Land auf dem Stand seiner Nachbarn. Aus europäischer Sicht also ca. 100 Jahre zurück.
    Das gilt für den Großteil der Dritte Welt Länder und zweite Welt Länder. Die Entwicklung der Gesellschaft hält mit der wirtschaftlichen Entwicklung nicht Schritt. Das war in Europa so, warum sollte es in diesen Ländern anders sein? Es bleibt zu hoffen, dass diese Länder schneller sind als Europa und Amerika. Wir haben es immer noch nicht geschafft für Chancengleichheit zu sorgen. Aktuell haben wir einen Schritt zurück gemacht.

  8. peter friedl meint:

    ich weiß gar nicht wieso sich jetzt alle welt aufregt…?
    alle touristen, die sich je in den vereinigten arabischen emiraten (incl. qatar + kuweit) aufhielten haben doch die vielen ausgemergelten inder, pakistanis, nepalis und philippinas gesehen, haben gesehen, wie sie in der größten hitze (50° und mehr) rasen mit der schere stutzen, in massen in lkws zum und vom arbeitsplatz gekarrt werden, wie sie auf den straßen aus alutöpfen ihren reis löffeln und konnte/kann die massenunterkünfte (allesamt containerbehausungen) am rande der wüstenstädte sehen.
    auch die reichen inder usw dort haben wenig bis kein mitleid mit ihren landsleuten, da glaubensbedingt jeder für sein eigenes karma verantwortlich ist. es geht ein sprichwort um: “ein inder mit einem aktenkoffer vergißt seine vormaligen freunde”.
    das kafala-system (heute eufemistisch ‘sponsoring’ genannt) war und ist auch wenn es in wikipedia pseudowissenschaftlich aufbereitet wird nichts anders als eine methode sich ohne arbeit geld zu ergaunern: legalisierter straßenraub. im jemen und oman ist es noch gang und gäbe und dringend angeraten sich bei verlassen der städte einen guide = sponsor zu suchen, damit man nicht an der nächsten kreuzung gemeuchelt wird.
    es gilt: jeder ausländer in den golfstaaten braucht einen ‘sponsor’ und es gilt auch: kein gesunder golfaraber bei klarem verstand arbeitet, denn jeder, aber auch wirklich jeder hat einen sponsor. der frühstücksdirektor ist hier prinzip. die, die wirklich arbeiten sind die ausländer, der araber unterschreibt nur. je höher er in der hierarchie steht, desto einträglicher das sponsoring. die höchsten raten erzielen natürlich die clanmitglieder der herrschenden familie.
    es ist ein bisschen so wie das mittelalterliche wegelagerersystem des deutschen adels: an jeder brücke eine abgabe… aber darüber kann euch der leo bestimmt mehr erzählen.
    selbst wenn man längere zeit bei jemanden (kein golfaraber) als freund wohnt und arbeitet muß das der jeweilige sponsor erfahren und erhält für seine ‘bürgschaft’ eine abgabe -> bei mir waren das für 3 monate 1200$.
    für jeden hotelmitarbeiter drückt das hotel einen sponsoringbetrag ab.
    das ist aber nur die eine seite, der menschliche umgang mit diesen arbeitern und arbeiterinnen ist der erheblich schlimmere aspekt. da der einheimische moralkodex diese arbeiter als nicht gleichwertig quasi menschlich respektiert sind sie jedem frevel ausgesetzt und keiner schert sich drum, auch nicht die dort ansässigen europäischen/amerikanischen ausländer, die ja nur dort leben, weil sie sich die taschen füllen wollen, um dann möglichst schnell das weite zu suchen.
    besonders schlimm ist die situation bei den sogenannten housemaids oder einfach maids. je mehr maids desto reicher die arabische familie. eine maid für die küche, für die wäsche, für die einladung, eine für die repräsentation und manchmal auch eine für die söhne, damit die ihre ersten erotischen erfahrungen machen können – da bevorzugt man in letzter zeit ukrainerinnen oder russinnen, habe ich mir sagen lassen.
    da bekommt die eine oder andere schon mal den stock zu spüren wenn der herr oder die dame unzufrieden ist. dass das keine ausnahme ist kann man in büchern oder bei amnesty nachlesen…

    was also soll die diskussion jetzt?
    einerseits bin ich dem fußball dankbar, daß diese fratze wenigstens zum teil medial sichtbar wird, andererseits habe ich wenig vertrauen in die rührseligen schriftwechsel von ein paar vip’s, denen bisher geld und ruhm wichtiger waren als ein paar namenlose verstorbene sklavenarbeiter.
    dass der franz keinen arbeiter gesehen hat glaube ich ihm sogar: vom flughafen in der abgedunkelten limousine zum hotel in die suite mit schnuckiliebling und wieder zurück. diese typen leben in einer parallelwelt und haben keine ahnung von der welt da draußen.

  9. Korbinian meint:

    Dass Problem bei Beckenbauer ist dass er sich gerade dann äußert wenn er keine Ahnung hat. Danke für diese Beschreibung Peter Friedl, mich wird dieses höllische Disneyland nicht zu Gesicht bekommen, jedenfalls nicht freiwillig.

  10. @Korbinian:

    Ja!

  11. bin ich dem fußball dankbar, daß diese fratze wenigstens zum teil medial sichtbar wird,

    frido, das trifft es gut. Eigentlich sollten wir der FIFA dankbar sein, denn jetzt erst kriegen wir es einigermaßen mit. Das heißt, diejenigen, die es mitkriegen WOLLEN, kriegen es mit.

    Auf jeden Fall fällt der Schleier. Jeder KANN es jetzt WISSEN. Und trägt dadurch Mitverantwortung.
    Panzer etc. nach Katar, Saudi-Arabien?
    Fußball-WM nach Katar?
    Freundschafliches Händeschütteln unter Verbündeten?

    Das alles wird jetzt ein gutes Stück peinlicher.
    Die Gangster mit dem Großen Geld und ihre Hilfstruppen wird das nicht erschüttern. Aber etwas unangenehmer wird ihre Kungelei mit der Sklavenhaltergesellschaft am Golf doch.

    Wenn man dann noch hinzufügt, wie die Männer und Frauen trennen … und die Frauen einschränken …

    Christoph:
    Denk dir nur mal den Trend der letzten 20 Jahre auf 100 Jahre verlängert: Die Reichen werden reicher, reicher, reicher … Was für Folgen hat das?
    Du kannst natürlich einfach sagen, nee, die werden nicht reicher. Aber dann sag mir, was diesen Trend stoppen wird? DU wirst ihn nicht stoppen, oder?

    Korbinian,
    ich hab bei diesem Referendum gegen Olympia gestimmt.
    Ohne dass ich deshalb aber denen, die dafür gestimmt haben, böse bin.
    Es ist keine Entscheidung, bei der alle Argumente für die eine und kein Argument für die andere Seite spricht. Man legt die guten Argumente beider Seiten auf die Waagschale – und dann schaut man, wohin sie sich neigt.

  12. @ Leo Brux
    “Panzer etc. nach Katar, Saudi-Arabien?
    Fußball-WM nach Katar?”
    Wie ja schon Herr Friedl geschreiben hat. Wer es wissen wollte, wie in den dortigen Gesellschaften mit ausländischen Arbeitskräften umgegangen wird, der konnte es auch schon vorher wissen.
    Die WM ist auch nicht durch “uns” (Westen, Beckenbauer, BND) dahin gekommen, sondern weil die Quataris eben in der multikuturellen FIFA gut die Strippen gezogen haben. Der westlcihe Oberstrippenzieher Blatter war kein Freund dieser Entscheidung.
    Und warum sollten wir keine Panzer nach Saudi-Arabien liefern?
    Das Land ist doch total klasse:
    http://www.migazin.de/2013/10/21/die-hadsch-sinnbild-migration/

  13. Der Artikel wirbt nur für die Hadsch – nicht für das Land. Über das Land steht eigentlich gar nichts drin, oder?

    Zweitens: Es ist EINE Sache, zu wissen, dass es dort schlimm zugeht – ich hab darüber auch schon im 1. Jahr von BlogIG geschrieben, anlässlich Dubai: Die Hölle auf Erden. (War mein erster Weihnachtsartikel.)
    Eine ANDERE Sache ist es, dass endlich das Übel in die Medien kommt und zum Diskussionsgegestand wird.

    Was die FIFA-Entscheidung angeht, so hätten die westlichen Länder schlicht feststellen können, dass Katar kein Fußball-Land ist und kein Fußball-Publikum in der Größenordnung hat, die man braucht für all die Spiele und die Stadien.

  14. Christoph meint:

    @Leo Brux: Naja, ich alleine werde diesen Trend nicht stoppen können. Aber die politischen, gesellschaftlichen Optionen, die ich wahrnehmen kann, um Einfluss zu nehmen, werde ich auch wahrnehmen (z.B. Grün wählen, Umverteilungsinitiativen unterstützen, evtl. wieder pol. Arbeiten, am Diskurs teilnehmen).

  15. Gut so.
    Aber wir können daraus auch schließen, dass dieser Trend nicht gestoppt werden wird. Die Reichen werden also reicher und reicher und noch reicher und noch mächtiger … wohin führt das?

    Ich möchte meinen, dass das eine ebenso naheliegende wie berechtigte Frage ist.

  16. Korbinian meint:

    Vielleicht gehen ja die immer Reicheren an ihrer eigenen Dekadenz zu Grunde. Man kann sich doch ganz schnell verzocken.

  17. Christoph meint:

    Na ja, es muss nicht unweigerlich dazu führen. Der Feudalismus wurde durch das Bürgertum zurückgedrängt, obwohl der Adel reich und mächtig war.

    In der Umsetzung solcher Umwälzungen haben wir uns ja Gott sei Dank weiterentwickelt (z.B. deutsche Einigung), so dass es ohne Gewalt geht: Also mit demokratischen Beschlüssen. Zumindest hoffe ich das.

  18. es muss nicht unweigerlich dazu führen.

    Richtig. Es muss nicht. Aber es ist wahrscheinlich. Es ist nicht zu sehen, was diese Entwicklung stoppen wird.
    Sollte man nicht das, was MÖGLICHERWEISE oder sogar WAHRSCHEINLICHERWEISE kommt, antizipieren und die Antizipation laut aussprechen und öffentlich diskutieren? Sollte man nicht fragen: Leute, wollt ihr diese Entwicklung?

    Dann wird jeder sagen: NEIN!!

    Dann frage ich weiter: Und was machen wir, um diese Entwicklung zu stoppen und vielleicht wieder umzudrehen, also die Mitte wieder zu stärken?

    Schweigen im Walde …
    Ausreden …
    Ablenkungen …
    Resignation …

    Also sag ich, Leo der Prophet, es prophetisch voraus: Wir bekommen auf lange Sicht eine neofeudalistische Gesellschaft, eine neue Aristokratie, und die Masse des Volkes wird leibeigen oder Arbeitssklaven oder Lumpenproletariat. Ein Teil wird abgedrängt wie die Roma.

    Wie immer, so auch hier: Dem Propheten glaubt man nicht.
    Und dies, obwohl das, was der Prophet prophezeit, auf der Hand liegt. Ohne Mühe erkennbar ist.
    Es ist einfach zu unangenehm, und es ist ja doch nicht jetzt, und was weiß man denn schon von der Zukunft, und überhaupt …

    Halten wir fest: Die Struktur ist seit einigen Jahrzehten so, dass die Reichen rasch reicher werden, die Mittelschicht unter immer mehr Druck gerät und immer prekärer lebt, die Armen mehr und ärmer werden. Es besteht beinahe Konsens darüber, dass wir so weitermachen sollen. Weil’s ja doch das beste für uns ist, angeblich.

    Wer thematisiert das bei uns? Allenfalls die Linke.

  19. Christoph meint:

    Das Thema wird diskutiert:
    “Das DIW regte im November 2007 an:[31]
    „Vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung von Vermögenseinkommen und der stark ungleichen Vermögensverteilung sollte die Reform der Erbschafts- und Schenkungssteuer überdacht werden, da die Steuersätze im internationalen Vergleich gering und die Freibeträge bereits sehr umfangreich sind.“
    Zudem sei vor dem Hintergrund der Vermögensverteilung in Deutschland die Belastung großer Vermögen mit einer Vermögenssteuer oder einer Vermögensabgabe für Millionäre laut Studien des DIW (2010/2011) (im Auftrag der Grünen) sinnvoll. Diese Steuern oder Abgaben hätten – wie im Rahmen des Lastenausgleichsgesetzes von 1952 – den Zweck die Lasten der Finanzkrise sowie der teilweise hieraus resultierenden Staatsverschuldung Deutschlands besser zu verteilen.[32][33]”

    Man beschäftigt sich also doch mit dem Thema und historische Vorbilder für Maßnahmen gibt es auch.

    Ich setze mal eine Theorie dagegen und betätige mich als Prophet:

    Du hast Recht, die Mittelschicht wird kleiner und weist eine verhältnismäßig geringere Einkommensentwicklung auf als die Gruppe “Mehr Einkommen als die Mittelschicht”. Zur Gruppe “Mehr Einkommen als die Mittelschicht” zähle ich jedoch nicht nur die oberen 10%, sondern auch alle, die über ein Netto-Einkommen von mehr als 150% des Einkommensmedian in Deutschland verfügen. Nach OECD-Skala sind das 24.000 Euro im Jahr für eine Person.

    Diese Gruppe “Mehr Einkommen als die Mittelschicht” wird, so wie die Gruppe der Armen, immer größer. Die Gentrifizierung in den Großstädten ist ein Ausdruck dieser Entwicklung. Eine Masse an gut verdienenden Menschen aus der “Dienstleistungsbranche”, die hohe Mieten gern für ein wenig Vintage-Feeling zahlen. Der Dienstleistungssektor boomt, diese Gruppe wird weiter wachsen.
    Dies lässt sich auch an der Akademikerquote ableiten. Im Zeitraum von 1978 bis 2000 ist diese von 7% auf 17% gestiegen. Heute dürften es deutlich über 20% sein. Hierzu müssen dann noch die Menschen mit Abschlüssen in Berufsakademien und Fachakademien (in Bayern) bzw. Fachschulen gezählt werden, also der gesamte Tertiäre Bildungsbereich.

    Ich prognostiziere, dass ca. die Hälfte der Bevölkerung zur Gruppe “Mehr Einkommen als die Mittelschicht” gehören wird, ca. ein Drittel zur Mittelschicht (die dann nicht mehr Mittelschicht ist) und ein Fünftel arm ist. Ist das eine neofeudale Gesellschaft? Leidet die Masse der Bevölkerung? Ich meine: Nein. Der Mehrheit geht es gut, einem Teil ganz gut und wenigen schlecht. Eine feudale Gesellschaft, wo wenige über viele herrschen, ist es nicht.
    Aber: Ein erstrebenswerter Zustand der Gesellschaft ist dies trotzdem nicht. Unser Ziel sollte es sein, eine Spaltung der Gesellschaft abzubauen.

    Dies können wir nur erreichen, wenn die Gruppe “Mehr Einkommen als die Mittelschicht ohne die obersten 10%” bereit ist, ihr Vermögen und das der obersten 10%, an die Mittelschicht und die Armen umzuverteilen. Dazu ist diese Gruppe aber (noch?) nicht bereit. Die Grünen sind bei der BTW grandios gescheitert, ihr Klientel mit höheren Steuern zu dieser Wende zu bewegen.

    Vielleicht wird das was, wenn in der Gruppe “Mehr Einkommen als die Mittelschicht ohne die obersten 10%” der Neid auf die richtig Reichen so sehr wächst, dass man zu persönlichen Einschnitten bereit ist.

  20. Ich prognostiziere, dass ca. die Hälfte der Bevölkerung zur Gruppe “Mehr Einkommen als die Mittelschicht” gehören wird,

    Wie kommst du darauf?
    Es sieht doch eher so aus, als ob sich diese Mittelschicht auf höchstens 20% belaufen wird. Auch unter den Akademikern werden bald diejenigen die Mehrzahl sein, die in prekären Verhältnissen leben müssen.

    Das heißt: Ein knappes Drittel profitiert (und je höher man in diesem Drittel steht, desto mehr profitiert man, so dass sich auch hier eine extreme Hierarchie entwickelt), zwei Drittel fallen ab. Das spiegelt sich auch in der Einkommensentwicklung der letzten 20 oder 30 Jahre wieder.

    Die Gentrifizierung wird von diesem oberen Drittel betrieben.

    Ändern könnte man daran nur noch etwas, wenn man sich wieder auf den Klassenkampf besinnt. Das wird nicht geschehen. Ergo: Es geht in die Richtung Zweidrittelgesellschaft, in die Marginalisierung von zwei Dritteln der Gesellschaft. Dies als Zwischenschritt. Irgendwann wird auch das obere Drittel dramatisch zerbrechen, ihr größerer Teil wird sich auch nur noch unter üblen Bedingungen erfolgreich an das oberste Prozent – an die neuen Aristokraten – verkaufen können.

    Da du natürlich Klassenkampf ablehnst, würde mich interessieren, was denn den von mir beschriebenen Trend aufhalten soll. Die liebe nette Einsicht der Gewinner, dass es anders besser wäre? Dass sie was opfern sollte? – Das zu erwarten wär doch lächerlich.

    Nicht vergessen: Im Moment ist die Situation noch – im historischen Vergleich – nicht so schlecht. Ich beschreibe einen Trend, verlängere ihn gedankenspielerisch weit in die Zukunft – und komme zu einer schrecklichen Prognose. Schon jetzt ist die Zweidrittelgesellschaft am Horizont erkennbar. Aber auch sie wäre noch ein Zwischenspiel, denn der Abstiegstrend ginge ja weiter.

  21. @ Leo Brux
    “Ich beschreibe einen Trend, verlängere ihn gedankenspielerisch weit in die Zukunft – und komme zu einer schrecklichen Prognose.”
    Solch, von Ihnen prognostizierten Einkommensverhältnisse, gab es in jeder vormodernen Gesellschaft. Da war ja dann die segensreiche Religion ein Band, durch das das Ding zusammen hielt.
    Industriegesellschaften dürften so überhaupt nicht funktionieren können, da bekanntlich Autos keine Autos kaufen können.
    Wann hat es eigentlcih den “Klassenkampf” diesseits der marxistsichen Rhetorik und Legendenbildung gegeben?

  22. conring,
    eine neo-aristokratische Gesellschaft wird keine Marktgesellschaft mehr sein. Wozu dann Autos für die Masse? Wie in der alt-aristokratischen Gesellschaft sich Rüstungsmacher und Goldschmiede und dergleichen den Reichen nützlich machen konnten, so wird es auch ein Äquivalent für die Luxusbedürfnisse der Neu-Aristokraten geben.

    Klassenkampf: Die Kapitaleliten führen ihn. Sie sorgen dafür, dass ihre Klasse so gut wie den gesamten Wert des Produktivitätsfortschritts für sich einheimsen können. Alles Wachstum geht in ihre Kassen. Wie machen sie das nur? Indem sie ihre Möglichkeiten nutzen, über die von ihnen dominierten Medien den Naiven und unterhaltungsmäßig Abgelenkten Nebel in die Hirne zu blasen. Indem sie die Parlamente die passenden Steuergesetze machen lassen. Zum Beispiel.

    Diejenigen, die die eigentliche Arbeit machen, kommen heute schon relativ schlecht weg.
    Nicht mehr arbeiten, sondern arbeiten lassen ist das, was Prestige verleiht.
    Das ist der Trend. Wir stehen noch mit einem Bein in der Welt der alten Arbeit, des real investierten und ökonomisch fruchtbaren Kapitals, mit einigem Sinn für Gerechtigkeit.
    Aber der Trend führt uns heraus aus dieser Welt.

    Nach mir die Sintflut.
    Ich werd es nicht mehr erleben.

    Aber bitte, sagen Sie uns doch mal, was auf die Dauer passieren wird, wenn tatsächlich die Reichen immer reicher und noch reicher werden.
    Geld ist immer auch Macht … Bei einer extremen Ungleichverteilung des Geldes kann es auch nicht mehr richtig demokratisch zugehen. Und irgendwann kippt es ganz.

    Es kann natürlich anders kommen. Ein Nuklearkrieg kann den von mir prognostizierten Trend dadurch beenden, dass er einen großen Teil der Menschheit tötet und einen großen Teil der Fläche unbewohnbar macht. Das könnte dann eine andere Art der Re-Barbarisierung der Rest-Menschheit nach sich ziehen.

    Wir bewegen uns im Feld der Möglichkeiten. Ich bin kein Prophet. Ich hab keine Kristallkugel.
    Ich stelle Hypothesen über die künftige Entwicklung auf.
    Daran kann man sich kritisch beteiligen.
    Ich meine, gute Argumente für meine Alptraum-Prognose zu haben.
    Wer eine plausiblere Zukunfsprognose mit netterem Zukunftsverlauf stellen will, ist frei, dies zu tun. Und die Argumente dazu zu liefern, die diese Prognose plausibel machen. (Wunschdenken gilt nicht.)

  23. Christoph meint:

    “Wie kommst du darauf?”

    In Deutschland werden seit Jahren Ingenieure gesucht (70.000 freie Stellen auf 26.000 Bewerber in 2013). Bei den IT-Spezialisten sieht es nicht anders. Jeden Tag entstehen neue Start-Ups, die ausgeklügelte Dienstleistungen für Smartphones, Tablets etc. anbieten. Durch die Energiewende entstehen neue Anforderungsprofile an die Mitarbeiter der Energieunternehmen. Neben dem klassischen Geschäft muss nun zusätzlich komplizierte IT zur Steuerung und Regelung bedient werden.

    Diese Entwicklungen haben alles eines gemeinsam: Die Komplexität der erbrachten Leistungen steigt, damit auch ihr Preis und die Qualifikation der Mitarbeiter. Höhere Qualifikation ist gleichbedeutend mit mehr Geld. Ein Beispiel: Das Einstiegsgehalt eines Ingenieurs liegt bei.ca 35-40 TEuro brutto im Jahr. Damit liegt man am oberen Ende der OECD-Skala zur Mittelschicht.

    Wenn ich diesen Trend in die Zukunft prognostiziere, sehe ich eine hoch technologisierte Gesellschaft, die gut bis sehr gut ausgebildete Menschen benötigt, die in Ihren Arbeitsbereichen Spezialisten sind. Ein Drittel der Gesellschaft wird zu wenig sein, um alle Aufgaben zu erfüllen. Ich erwarte die Hälfte der Gesellschaft.

    Diesen Trend wird die Demografieentwicklung noch zusätzlich anheizen. Weniger Arbeitnehmer müssen mehr Jobs für Hochqualifizierte ausfüllen. Wenn auch dieser Trend in 20-30 Jahren sicherlich ins Gegenteil umschlagen wird und nur temporär Wirkung zeigt.

    Worauf stützt du deine Annahme, dass es nur ein oberes Drittel oder Fünftel geben wird?

    Klassenkampf: Ich kann mit dem Begriff wenig anfangen. Ich kenne den “Klassenkampf” nur aus dem Geschichtsunterricht in der Schule. In diesem historischen Kontext ist der Begriff meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß. Die Gesellschaft ist vielfältiger geworden und dabei gleichzeitig die Interessen Ihrer Menschen. Eine Definition nur über das Einkommen reicht nicht mehr aus. Die eigene Lebensweise wird immer mehr zum Identifikationsmerkmal.

    Ich glaube, dass es die homogene Mittelschicht oder Arbeiterklasse nicht mehr gibt. Vielmehr existieren viele kleine Interessengruppen innerhalb der alten Klassenbegriffe. Einige Gruppen ziehen durch die alten Klassen hindurch (z.B. Veganer zu sein, ist nicht nur die Beschränkung auf bestimmtes Essen, sondern ein Lebensgefühl).

    Diese Zersplitterung der Gesellschaft schwächt die “Mittelschicht”, da es keine gemeinsame Stimme ist, mit der gesprochen wird. Wenn du unter Klassenkampf den Zusammenschluss zu einer gemeinsamen Stimme verstehst (quasi eine Entsplitterung), finde ich das gut. Gewaltsame Aufstände, Barrikadenkämpfe oder gar Bürgerkrieg finde ich kurz gesagt Sch… Hier besteht letztlich noch die Gefahr, dass am Ende ein Despot die Macht ergreift.

    Was kann man tun: Nun der gesetzliche Mindestlohn ist ein erster Schritt. Auch wenn 8,50 Euro zu wenig sind. Aber die gesetzliche Festlegung ist ein Erfolg. Die Höhe kann man anschließend korrigieren. Wobei das in beide Richtungen geht.

    Das Konzept des bedingungslosen Grundeinkommens kann den Druck aus der Gesellschaft nehmen. Mit dieser Grundversorgung für jeden gäbe es kein Druckmittel mehr für die Inhaber der Produktionsmittel, da verhungern theoretisch nicht mehr funktioniert.

  24. Christoph,
    ich schau mir einfach die Einkommensstatistik an, dann seh ich, wie es sich entwickelt. Man braucht viele Ingenieure, aber mehr als 5% der Arbeitsbevölkerung werden sie auch nicht ausmachen. Im übrigen holt man sich einen Teil der besten aus dem Ausland. Es entsteht ein globaler Arbeitsmarkt. Daran führt kein Weg vorbei. Der globale Arbeitsmarkt senkt so lange die Gehälter, bis eine globale Arbeitervertretung bzw. Gewerkschaftsmacht entsteht.

    Es ist eher zu befürchten, dass statt einen Drittel nur ein Viertel zu dieser relativ privilegierten Gruppe gehören werden.

    Klassenkampf: Was ist das, was die die Oberschicht gegenüber der Mittel- und Unterschicht betreibt? Ein Kampf, der dazu führt und führen soll, dass die Oberen immer mehr auf Kosten der Mittleren und Unteren bekommen. Natürlich unter dem Motto: Wir haben uns das verdient.

    Und so geht es dahin, und die Mittelschicht ist zu dumm oder zu abgelenkt zu begreifen, was da passiert.

  25. @ Leo Brux
    “Wer eine plausiblere Zukunfsprognose mit netterem Zukunftsverlauf stellen will, ist frei, dies zu tun. Und die Argumente dazu zu liefern, die diese Prognose plausibel machen.”
    Hat doch Christoph getan.
    Übrigens sollte man eben auch definieren über welchen Teil der Welt man redet.
    Refeudaliserierung in der EU halte ich für relativ unwahrscheinlich. Dagegen hat ein Land wie Katar eben den Feudalismus bislang noch überhaupt nicht hinter sich gelassen.

  26. Ich gehe davon aus, conring, dass die Reichen immer reicher werden – bei uns hier in Europa – und ziehe daraus meinen Schluss. Ich frage, was doch wohl die naheliegende Frage ist: Wo endet das?

    Was macht Christoph?
    Er sagt, nein, die Reichen werden nicht immer reicher werden.

    Ich antworte:
    Die Statistik der letzten Jahrzehnte zeigt das aber, und ich wüsste nicht, was sich daran in den kommenden Jahrzehnten ändern sollte.

    Christoph:
    Aber unsere Wirtschaft braucht doch qualifizierte Arbeitskräfte, die dann auch gut bezahlt werden müssen.

    Ich:
    Ja, schon einige, aber das wird nur eine Minderheit sein. Und auch da kommt der Lohndruck und die totale Abhängigkeit von den Superreichen, die sich alles gekauft haben, die Medien, die politische Macht. Die wirtschaftliche Macht haben sie sowieso, und um wirkliche freie Marktkonkurrenz handelt es sich auch heute schon nur noch bedingt.

    Also, ich verstehe schon, dass Sie, conring, ebenso wie Christoph sich genug Wunschdenken gönnen, um beruhigt oder nicht allzu beunruhigt in die Zukunft schauen zu können.

    Deshalb entfällt für euch auch die Notwendigkeit, etwas zu tun gegen den Trend, dass die Reichen ständig reicher werden und die Kluft zur Mittelschicht ständig größer wird.

    Das ist für euch vernünftig. Die meisten Bundesbürger der Mittelschicht würden euch dabei zustimmen. Also: Es gibt für euch keinen Grund, sich hier besondere Gedanken zu machen. Es wird schon alles ok gehen.

    Und so können die Reichen ständig reicher werden – auf unsere Kosten, und dies in einer Demokratie, in der die Reichen keine Mehrheit haben.

  27. @ Leo Brux
    “Ich gehe davon aus, conring, dass die Reichen immer reicher werden – bei uns hier in Europa – und ziehe daraus meinen Schluss. Ich frage, was doch wohl die naheliegende Frage ist: Wo endet das? ”
    Natürlich werden in Europa die Reichen immer reicher. War auch schon immer so. Allerdings werden die Armen dadurch nicht immer ärmer. Die bleiben einfach arm.
    Warum es zu einer Refeudalisierung kommen sollte, begründen Sie nirgends.

  28. Korbinian meint:

    Diesen kleinen exklusiven Club der Reichen und Superreichen kann man auch gut im Fußball beobachten: Es spielt immer dieselbe kleine Clique in Europa die Titel unter sich aus. Von Deutschland gar nicht zu reden.
    Wie weit die Realität und Selbstwahrnehmung auseinander gehen kann man sehr gut am Beispiel FC Bayern München sehen: Da weint ein Steuersünder Hoeneß bei der Hauptversammlung wie ein Schulbub und schafft es doch tatsächlich die “kuschelige” Bayern-Familie als Opfer der bösen Hetzmedien darzustellen. Den Medien die zu über 50% pro Bayern berichten, einen Verein wo fast die gesamte Deutschland AG Geld reinbuttert. Wie soll man so etwas nennen? Schizophren trifft es wohl am besten.

  29. “…Aber bitte, sagen Sie uns doch mal, was auf die Dauer passieren wird, wenn tatsächlich die Reichen immer reicher und noch reicher werden.
    Geld ist immer auch Macht … Bei einer extremen Ungleichverteilung des Geldes kann es auch nicht mehr richtig demokratisch zugehen. Und irgendwann kippt es ganz…”

    Gute Analyse, Leo!
    Unser ganzes wirtschaftliches System ist aus dem Gleichgewicht geraten und dieser Trend nimmt noch zu!
    In Zeiten von Inflation bei gleichzeitigen Negativzinsen und angedachten Zwangs-Solis von 10% auf Sparvermögen wird ja schon das Geld der kleinen Leute arg strapaziert. Die schlauen Reichen flüchten sich mit ihrer Kohle in Anlagevermögen von Wirtschaftsunternehmen. Da gibt es in der Tat noch hübsche Renditen, aber natürlich nicht für alle, sondern nur für einen Teil der Anlagen. Es entsteht eine Blase des scheinbar billigen Geldes und diese wird platzen. Das Steueraufkommen eines Landes der Ersten Welt aus den auf Drittweltniveau schrumpfenden Löhnen und Gehältern seiner im Internationalen Wettbewerb stehenden abhängig Beschäftigten erzielen zu wollen ist schon rein mathematisch zum Scheitern verurteilt und gesellschaftlich nicht durchsetzbar. Es ist einer der Gründe, dass Deutschland einen gigantischen Investitionsstau vor sich her schiebt. Die Konsequenz des globalen Dorfes für die Wirtschaft ist das globale Slum für die Beschäftigten. Dazu braucht es dann auch keine teure Demokratie in der schönen neuen Welt der Neocons, die in Wirklichkeit eher an die Zeiten des Manchester-Kapitalismus anknüpft…

  30. Christoph meint:

    “Was macht Christoph?
    Er sagt, nein, die Reichen werden nicht immer reicher werden.”

    Dieser Satz stimmt nicht. Das die oberen 10% immer reicher werden, habe ich nie bezweifelt. Ich habe deiner Auffassung, dass dieses Thema nicht diskutiert wird, widersprochen.
    In meiner Prognose bin ich zum Ergebnis gekommen, dass wir in einer geteilten Gesellschaft leben. Einer Hälfte geht es sehr gut, der anderen Hälfte eher mittelmäßig. Aber es ist keine neofeudale Gesellschaft. Zu dieser oberen Hälfte habe ich auch die abgehobenen 10% unserer Gesellschaft gezählt.

    Exkurs: Ja, ich glaube auch, dass diese Menschen zu viel Geld haben und das Gespür für die Realität verloren haben. Das passiert wahrscheinlich, wenn man zu viele Nullen vor dem Komma hat. Sicher gibt es hier auch Ausnahmen; z.B. wer Mitglied bei “Giving Pledge” ist, hat ein Ungleichgewicht zumindest mal erkannt. Aber das sind Ausnahmen.

    Ich habe auch aufgezählt, mit welchen Ideen die Vermögensverteilung verändert werden kann/könnte:
    - Vermögenssteuer
    - Mindestlohn
    - Grundeinkommen.
    Ich würde auch eine Anhebung der Erbschaftssteuer unterstützen. Alles über 5 Mio. Erbschaft mit Steuersatz 50%. Damit verteilt sich das Vermögen innerhalb weniger Jahrzehnte immer wieder neu.

    Was schlägst du vor, um deine Prognose abzuwenden? Wie sieht deine Vorstellung von einem Klassenkampf aus?

  31. Ein aktueller Beitrag zum Thema Verarmung in Deutschland steht in der taz.

    Zu Beckenbauer und Katar gibt es auch News. Er gibt es noch nicht zu, aber er hat für den Katar gestimmt. Auch Druck ausgeübt? Das jedenfalls bestreitet er. “Gespürt” habe er keinen politischen Druck … Vielleicht, weil er den Druck selber ausgeübt hat, oder weil gar kein Druck nötig gewesen ist?
    Es gehört einiges dazu, die FußballWM an einen Staat wie Katar zu vergeben: nicht gerade ein Fußball-Land, dazu die Hitze, dazu die Unterstützung von Dschihadismus, dazu der Wahhabismus als Religion, dazu – nicht zuletzt – das kafala-System, die Sklavenhaltung von Arbeitskräften aus dem Ausland.


    “Ich habe noch keinen einzigen Sklaven in Katar gesehen”
    , sagt Franz Beckenbauer.

    DAS können wir ihm glauben. Mit Arbeitern verkehrt der Herr nicht (mehr). Schließlich ist er Kaiser. Außerdem tragen Sklaven doch immer Ketten; bei Bauarbeitern geht das nicht, ergo … logisch?

    Wir sollten mal über ein Amtenthebungsverfahren nachdenken.

    Sarkozy war wohl der größte Förderer von Katar. Nicht zum Schaden französischer Baufirmen, die jetzt nepalesische und andere Sklavenarbeiter verheizen. Sind nicht auch deutsche Firmen zugange?

  32. Christoph,
    du siehst das also auch: Die Reichen werden immer reicher, die Kluft wird immer größer …
    Was heißt das unter dem Gesichtspunkt der Macht? Denn Geld ist Macht. Die Superreichen können sich am Ende alles, was käuflich ist, kaufen. Zu ihren Bedingungen. Wir kennen das von aristokratischen Gesellschaften her.

    Was ich vorschlage?
    1. Dass man das Faktum öffentlich ins Zentrum der Debatte stellt.
    2. Dass man die Folge – das Schwinden der Demokratie, das Verarmen immer größerer Teile der Bevölkerung, das Abheben der Superreichen – öffentlich debattiert, und zwar immer, wenn es ums Geld geht: um die Steuern, um die Sozialleistungen, um die Gehälter und Löhne, etc..

    Dann wird man sehen, was die Leute meinen. Ob sie den Arsch hochkriegen und Politiker wählen, die es so sehen, oder ob sie lieber weiter politisch vor sich hinträumen wollen und sich allenfalls über die sexy Themen erregen: Ausländer, Muslime, Verbrechen, Sozialbetrüger, irgendwie korrupte Politiker …

    Es liegt in der Hand der Bürger. Wenn die natürlich GLAUBEN, dass es schlecht für sie ist, wenn die Regierung via Steuergesetzgebung die Reichen stärker belastet, dann kann man nix machen. Dann resigniere ich.

    Schau dir die publizistische Front an, die polemisiert gegen Mindestlohn, gegen höhere Steuern für die Gut- und Bestverdiener, gegen stimulierende Investitionen des Staates im Bereich Infrastruktur und Bildung (auf Kredit). Da hast du die Truppen des Klassenfeinds. Die Generale dahinter sind weniger sichtbar; sie halten sich lieber fern vom Schussfeld.

    Man muss den Feind erkennen, um gegen ihn kämpfen zu können. Um sich wehren zu können.

    Man braucht deshalb keinen Schaum vor dem Mund zu kriegen. Natürlich sind die Krösusse und ihre Hilftruppen auch Menschen, von uns Kleinen nicht wesentlich verschieden. Sie tun auch manchmal das Richtige. Und ob ihnen die Albtraum-Perspektive klar ist, die ich zugespitzt vorgeführt habe, ist auch offen.

    Sie machen halt Profit hier und jetzt, und so viel wie geht, und kümmern sich weniger um die Umwelt, die Demokratie und die sozialen Folgen ihrer Tätigkeit und mehr darum, dass sie, die “Erfolgreichen”, immer noch erfolgreicher werden können, immer noch reicher – auf Kosten derer, die sie für schwächer halten und dies es deshalb auch verdienen, immer weiter abzusinken. Die Gewinner finden gar nichts dabei, nichts Schlimmes. So ist das Leben eben. Sozialdarwinismus ist doch keine Sünde, oder?

    Wir hingegen sollten erkennen, das DAS nicht in unserem Interesse ist.

    Dazu muss man allerdings ein bisschen über das eigene HierUndJetzt-Ego hinausschauen und längerfristig, umsichtig, auch ein wenig solidarisch denken können.

    Wenn ich bloß ein Ego bin, das hier und jetzt seinen individuellen Nutzen zu maximieren versucht, dann ziehe ich es vielleicht vor, mich schmeichelnd unterwürfig an die Reichen ranzuhängen und zu schauen, ob sie MIR MIR MIR nicht ein paar saftige Stückchen von ihrem opulenten Schlemmertisch zuwerfen: Hundchen, friss! – Danke, Herrchen! Und ich lecke lieb an den krokodilledernen Designerschuhen meines Herrchens und fühle mich als was viel Besseres, auch natürlich besser Genährtes als diese vielen dummen Straßenköter draußen, die nix abkriegen, weil sie sich nicht ordentlich zu benehmen wissen und darum nicht rein dürfen.

  33. Christoph meint:

    Dann sind wir doch ziemlich auf einer Wellenlänge.

    Die Grünen haben mit Ihrem Wahlprogramm für die Bundestagswahl versucht, dieses Thema in einen Diskurs zu überführen. Es hat nicht funktioniert, auch wenn es sicherlich noch andere Gründe für das schlechte Wahlergebnis gibt.

    Für diesen Diskurs brachen wir viel Geduld.

  34. fantomas007 meint:

    “Für diesen Diskurs brachen wir viel Geduld.”

    Nein! Für diesen Diskurs brauchen wir eine EU, die mit einer Stimme spricht. Für diesen Diskurs brauchen wir weitere Länder in der EU, die reich an Rohstoffen sind.

    Erst dann kann man Regeln aufstellen, an die sich jeder halten muss, wenn sie mit der EU Handel treiben will. Vorher wird man außer Kosmetik nicht viel ändern. Was nützt es, wenn ein Unternehmer kurz nach Irland springen muss, um sich seine Vorteile weiterhin zu sichern. Es wird nur die kleinen Betriebe treffen, die umso mehr bluten müssen, weil die großen sich verdrücken werden.

    Hört sich alles so schön an. Nehmen wir es den Reichen, die mehr als genug haben und es kaum vermissen werden und geben es den Armen. Im Grunde ist nichts daran auszusetzen. Nur, es wird nicht funktionieren. Jedenfalls noch nicht.

    Es gibt kein Klassenkampf in meinen Augen. Es gibt nur die Gier, die jeden übermannt, wenn es was zu holen gibt. So ticken die meisten Menschen. Ich kannte mal vor langer Zeit einen Kommunisten. Er hat immer so schöne Reden geschwungen und war auch sonst sehr sympathisch. Mit den Jahren ist er selber zu Reichtum gekommen. Von seinen früheren Predigten wollte er plötzlich nichts mehr wissen.

  35. Noch ein schönes Beispiel für Klassenkampf von oben. Jakob Augstein schildert es bei Spiegel Online.

    Wir haben uns daran gewöhnt, dass in unserer Wirtschaftsverfassung nicht der demos herrscht und schon gar nicht die aristoi – sondern einfach nur die Wenigen. Unser System ist weder demokratisch noch aristokratisch. Es ist die reine Oligarchie.

    Die Gewinne fließen an die Aktionäre, die Boni fließen an die Banker – aber das Risiko trägt der Staat. Daran hat sich seit der Finanzkrise nichts geändert. Es ist ein unmoralisches System. Und es hat mit Marktwirtschaft gar nichts zu tun. Es ist eine perverse Form des Klientel-Kapitalismus. Eine staatlich sanktionierte Ausbeutung der Allgemeinheit.

    Tolles System – für die Handvoll Leute, die absahnen.
    Die große Mehrheit, was macht die? – Sie glaubt der Propaganda der Reichen. Sie glaubt, es seien die hohen Sozialkosten, die an ihrem Verdienst knabbern.

    So geht das Spiel: Die Reichen sorgen dafür, dass die Mittelschicht unter Druck gerät und Angst bekommt. Die Mittelschicht schimpft dann auf die Armen und beklagt sich über die hohen Sozialabgaben, die zu leisten sind. Je stärker die Reichen es schaffen, die Schraube anzuziehen und die Mittelschicht zu ängstigen, desto heftiger greift die Mittelschicht die Unterschicht an.
    Perfekt!

    Wenn man über die Medien genug Meinung machen kann, kann man genau das hinbekommen: Die oben treten die Mitte, die Mitte gibt die Tritte weiter an die unten. Die Mitte will gar nichts wissen davon, dass sie von oben getreten wird. Sie bildet ich ein, die Tritte, die ihr weh tun, kämen von unten. Das sagt ihnen jeden Tag ihre Tageszeitung, ihr Fernsehkanal, ihre Partei. Man ist sich einig: Die schmerzhaften Tritte kommen von unten. Von den Sozialschmarotzern. Von den Faulen. Von den Unfähigen. Von den Fremden. – Die Opfer werden zu Tätern. Vor allem dann, wenn sie sich auch noch zu wehren versuchen, sei es in Form von Streiks, sei es in Form von anarchischer Rebellion.

    Der Klassenkampf läuft. Hier und jetzt. Er ist unsere Realität. Allerdings läuft er einseitig.

    Ich bin nicht optimistisch. Ich glaube nicht, dass die Mittelschicht kapieren wird, was mit ihr geschieht.

  36. fantomas,
    gibt es auch keinen Klassenkampf von oben?
    Von Seiten der Finanzeliten etwa? Von Seiten der Reichen?

  37. fantomas007 meint:

    Sie sind gehandicapt Leo. Sie können nicht anders. Das Übel, manchmal auch Segen, wenn es um Innovationen geht, ist die Gier, die fast jeden übermannt. So sind die meisten Menschen. Ich ertappe mich selber manchmal dabei. Es ist einfach schwierig gegen die eigene Triebe oder Emotionen zu kämpfen, die in jedem Menschen angelegt sind. Die Vernunft zieht viel zu oft den kürzeren. Der Klassenkampf findet nicht statt, weil sich alle verabredet haben, sondern weil die Gier stärker ist als die Vernunft.

  38. Aber von oben findet er statt, oder?
    Die machen das doch ganz cool. Schon mit Gier, aber auch mit Strategie.

    Oder du meinst, es ist kein Klassenkampf, weil zwar die von oben angreifen, aber die unten verteidigen sich nicht dagegen?

  39. fantomas007 meint:

    “Aber von oben findet er statt, oder?
    Die machen das doch ganz cool. Schon mit Gier, aber auch mit Strategie.”

    Natürlich findet er statt. Aber ich kann es nicht wirklich verurteilen. Es ist eine menschliche Eigenschaft, die jeden befällt. Ich kann die Reichen nicht verfluchen, weil ich weiß, dass sie nicht anders können. Sie sind der Gier erlegen. Und wir, die glauben so frei davon zu sein, sind keineswegs moralisch besser, solange wir nicht dieselbe Macht und den Reichtum genossen haben. Sie verhalten sich nicht so, weil sie den Armen eins auswischen und den Krieg erklären wollen. Sie sind Opfer der Gier.

    Eine Eigenschaft, die zugleich auch der Motor der innovativen Wirtschaft ist, wohlgemerkt. Ist die Gier jetzt schlecht oder gut? Ich denke ohne Gier würden wir immer noch in Höhlen hocken und vor uns hin grunzen. Auf der anderen Seite kann die ungezügelte Gier fatale Flogen haben.

    Eure Vorschlage sind alle edel, nachvollziehbar und vernünftig. Ich würde sie ja auch unterschreiben. Man muss sich nur fragen, in wieweit das funktionieren kann.

    Schau Dir China an. Sie diktieren nach belieben, wer in ihrem Reich Geschäfte machen darf. Sie ändern nach Gutdünken, was immer wie wollen.
    Jeder größere Autohersteller der dort produzieren will, muss einen chinesischen Partner haben. Staatsaufträge bekommen hauptsächlich die Staatsfirmen. Und trotzdem spielen die Europäer die Speichellecker.

    Der Grund liegt darin, dass China ein riesiger Markt ist. Doch es ist nichts im Vergleich zur EU. Wenn die EU eine Einheit wäre, wie China, könnte man tatsächlich sehr vieles von dem umsetzen. Vorher wird sich kaum etwas ändern. Nur eine wirkliche EU-Gemeinschaft kann die Gier im Zaum halten, ohne zugleich die Innovation und den Fortschritt zu lähmen.

    “Oder du meinst, es ist kein Klassenkampf, weil zwar die von oben angreifen, aber die unten verteidigen sich nicht dagegen?”

    In der heutigen Welt haben die da unten keine Chance. Ab und zu werden sie in paar Bobbons bekommen und denken, sie hätten was erreicht. Sie freuen sich ja schon, wenn sie durch irgendeine Änderung 300 Euro mehr im Jahr haben. Da kann ich nur sagen: herzlichen Glückwunsch!

    Die Angst, dass Arbeitsplätze verloren gehen könnten lähmt sie alle. Und leider ist diese Angst nicht unberechtigt. Es sei denn, wie weiter oben beschrieben.

  40. fantomas007 meint:

    Ein einfaches Beispiel: Verdi setzt Amazon unter Druck. Sie wollen ihnen das Weihnachtsgeschäft vermiesen. Allerdings haben sie die Befürchtung, dass nicht allzu viel beim Streik mitmachen. Im Internet wird Verdi übelst von Amazon-Mitarbeitern beschimpft, weil sie Angst haben, dass Amazon wegen Verdi nach Polen umzieht. In einer EU, wie ich sie mir vorstelle, wäre es scheißegal, ob Amazon nach Polen geht oder nicht. Und selbst wenn sie sich außerhalb der EU ansiedeln will, würde sie nichts erreichen, weil die EU die Zollschranken nur denen öffnen würde, die gewisse Standards einhalten, die sie bestimmt. Und dazu würden Mindestlöhne gehören.

  41. Auch wenn ich pessimistisch bin, fantomas:
    Meinen Mund mache ich trotzdem auf.
    Eintreten tu ich trotzdem für die Mittelschicht und die Unterschicht.
    Kämpfen tu ich trotzdem.

    Wie gesagt, man kann das durchaus ohne Schaum vorm Mund. Ohne zu moralisieren.

    Aber wir haben INTERESSEN. Gemeinsame Interessen. Wo käme ich hin, wenn ich nicht versuchen würde, die zu vertreten?

  42. Ist es möglich, dass “jemand” ein Reduzierungsprogramm für die die Weltbevölkerung fährt? Ich habe mal irgendwo gelesen, dass eine schlaue Stiftung die optimale Weltbevölkerungsgröße irgendwo zwischen 500 und 1.000 Millionen verortete? Wenn aber bei Eliten solche Gedanken kursieren,

  43. wie kann man dann erwarten, dass Politiker das Ziel verfolgen, dass es der Unterschicht besser gehen sollte, wenn “man” eigentlich der Meinung ist, dass Milliarden Menschen zuviel auf der Welt sind?

  44. Passend dazu die Meldung heute in den Printmedien, dass die Lebenserwartung der deutschen Unterschicht deutlich geringer ist, als beim Rest der Deutschen. Na also, jetzt noch ein wenig medizinische Leistungen kürzen und alles regelt sich mit der Zeit biologisch?

  45. Academia meint:

    Leo! ich stimme Dir zu mit der These des Klassenkampfs. Vielleicht sollte ich/wir/alle hier einen passenderen bzw. zeitgemäßeren Begriff erfinden. Mein ehemaliger herzensguter, italienischer Chef hat mir immer zu verstehen gegeben, daß sein Herz kommunistisch sei und er für alle Ideen und Konzepte offen sei damit das Geschäft boomt, aber wehe ich fordere eine Gehaltserhöhung dann sei er doch lieber Kapitalist.

  46. almabu,
    ursächlich für die geringere Lebenserwartung sind wohl hauptsächlich die ungesunden Ernährungspräferenzen, der Konsum von Alkohol u. a. und der Mangel an Bewegung. Das ist in der Unterschicht ein größeres Problem als in der Oberschicht und der Mittelschicht. Die unterschiedliche medizinische Versorgung kommt als Faktor sicherlich hinzu.

    Unter ökologischen Gesichtspunkten wäre eine schrumpfende Menschheit durchaus wünschenswert. In dieser Hinsicht verhalten wir Deutsche uns vorbildlich. Erstens bekommen deutsche Frauen nur 1,3 Kinder in ihrem Leben, durchschnittlich. Zweitens fördern wir die Homosexualität. Würde uns das die ganze Welt nachmachen, wäre das ein gewichtiger Beitrag zur ökologischen Nachhaltigkeit unserer irdischen Existenz.

    Vom Standpunkt der künftigen Aristokraten aus ist das zweischneidig.
    Weniger Menschen bedeutet einerseits weniger Hungeraufstände und dergleichen, andererseits verringert sich dann der Lohndruck, die künftigen Leibeigenen (die heute noch die Mittel- und Unterschicht bilden) werden quantitativ weniger und damit wertvoller und damit teurer und aufmüpfiger. Insofern sollten sich die Reichen & Eliten das mit der Reduzierung auf eine halbe oder eine ganze Milliarde Menschen nochmal gut überlegen.

    :) :) :) :) :) :) :) :) :)

  47. Korbinian meint:

    Hier nochmal ein guter Kommentar zum Fall Zahir Belounis:

    http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/fall-belounis-feige-fussballhelden-12683720.html

  48. Alles überaus peinlich für Beckenbauer, Guardiola, Zidane. Das Geld hat sie verführt.
    Geld Geld Geld.
    Lukrative Verträge, Zugänge zu Nebenverdiensten …

    Die mit dem Geld kaufen sich Macht, Einfluss, Entscheidungen. Ab einem gewissen Betrag wird fast jeder käuflich.

    Darüber sollten sich alle diejenigen nicht beklagen, die der Meinung sind, dass es ok ist oder akzeptabel, wenn die Reichen immer reicher und reicher werden. Diejenigen, die eigentlich nichts tun wollen gegen diesen Trend, den es auch in Deutschland gibt.

  49. fantomas007 meint:

    OT:

    Ein Artikel über den Einfluss türkischer Serien im nahen Osten und dem Balkan. Die eingeblendete Doku ist interessant zu schauen. Es kommen Frauen in der Doku zu Wort, die sich von den Serien inspiriert gefühlt haben und ihr Leben in die eigene Hand genommen haben.

    Es gab in der Vergangenheit auch mal einen Artikel in dem selbst die Amerikaner den Einfluss türkischer Serien im nahen Osten bemerkt und anschließend darüber nachgedacht haben, in die türkischen Produktionen zu investieren, weil sie der Ansicht waren, dass der Einfluss nicht zu unterschätzen ist.

    Natürlich laufen die Machthaber immer wieder Sturm gegen die türkischen Produktionen.

  50. fantomas007 meint:
  51. Ich kenne diese Serien nicht (auch wenn ich gelegentlich mal die eine oder andere Folge der einen oder anderen Serie gesehen – und natürlich sprachlich nicht gut genug verstanden habe).

    Mein Eindruck ist aber: Es handelt sich eher um Produktionen der säkularen Türkei und nicht um solche der Erdogan-Türkei. Sie sind zwar vorsichtig, islamische Gefühle werden nicht beleidigt, auch die kulturellen Mechanismen sind ziemlich “mediterran” (die Männer- und Frauenrolle sowie Sex und Gewalt betreffend) – aber gewiss nicht islamisch. Die Heldinnen tragen nie oder fast nie das Kopftuch, zum Beispiel. Gehen die Männer ständig in die Moschee? Spielt Religion im Leben der Identifikationspersonen eine zentrale Rolle? Kaum.

    Das ist mein vager und punktueller Eindruck. Stimmt er?

  52. fantomas007 meint:

    Die Produktionen werden immer professioneller. In der Anfangszeit hab ich die Serien noch belächelt. Einige haben mich an “gute Zeiten schlechte Zeiten” der öffentlich rechtlichen in Deutschland erinnert. Es gibt immer noch Produktionen auf diesem niedrigen Niveau. Aber es gibt auch inzwischen Produktionen, die so professionell sind, dass man denken könnte, sie seien in Hollywood entstanden. Sowohl die schauspielerische Leistungen als auch die Dialoge können sich immer mehr sehen lassen. Ich bin mir sicher, die eine oder andere Serie würde auch im Westen einschlagen. Sie sind um einiges besser, als das, was die Deutschen oder andere Europäer zu bieten haben.

    “Es handelt sich eher um Produktionen der säkularen Türkei und nicht um solche der Erdogan-Türkei. Sie sind zwar vorsichtig, islamische Gefühle werden nicht beleidigt, auch die kulturellen Mechanismen sind ziemlich “mediterran” (die Männer- und Frauenrolle sowie Sex und Gewalt betreffend) – aber gewiss nicht islamisch.

    Das ist richtig! Dabei sollte man auch vorsichtig sein. Man erreicht Menschen besser, wenn man sie nicht beleidigt. Alles andere führt zu verhärteten Fronten, die nur Trotz erzeugt.

    “Die Heldinnen tragen nie oder fast nie das Kopftuch, zum Beispiel. Gehen die Männer ständig in die Moschee? Spielt Religion im Leben der Identifikationspersonen eine zentrale Rolle? Kaum.

    Das ist mein vager und punktueller Eindruck. Stimmt er?”

    Ja, das stimmt. Aber die Serien sind in religiös konservativen Kreisen mindestens so beliebt wie in westlich eingestellten Kreisen der türkischen Gesellschaft.

  53. conring meint:

    @ Fantomas007 et Leo Brux
    Das Fehlen der Religion in türkischen Fernsehserien könnte auch einfach daran liegen, dass die Macher sich entschiedenen haben, dieses kontroverse Thema weitläufig zu umfahren.
    In amerikanischen Sopa Operas und südamerikanischen Telenovelas kommt Religion deshalb ganz bewußt nicht vor.

  54. Academia meint:

    TRT (Staatsfernsehen) hat einen sehr schlechten Ruf . Zur Zeit etwas religöser, wenig objektiv, wenig kritisch gegen die Regierung. Kein Vergleich mit BBC , ARD/ZDF, SRF 1+2 oder ORF. Was die Leute natürlich tierisch nervt, da es die Bürger es z.T. mitfinanzieren mit der Stromrechnung . Auf der Stromrechnung steht klitzklein TRT Gebühr und die Höhe ist abhänig vom Stromverbrauch und mann muss es bezahlen.
    Also keine Chance zu entkommen, auch wenn man kein Fernseher hat.

    Während die Bigplayer wie Kanal D, StarTV und ATV die Masse ansprechen, sind die Serien modern und westlich geprägt und die Frauen sind selbstbewußt und säkulär und kämpfen gegen korrupte Mafia Machos im Hochglanzformat mit schicken Autos , Apartments und Villen von denen man nur träumen kann (ich auch).

    Bei einigen Spartensender wie Samanyolu (Zaman) und Kanal 7 sind die Helden in den Serien sehr religös, weniger selbstbewußt und beziehen ihre Kraft durch die Religion gegen das Böse. Die Serien spielen entweder auf dem Lande oder in den “Gece Kondular” der großen Städte. Die Säkulären hier sind i.d.R. Alkoholiker/-in, notgeil und haben wenig soziale Kompentenzen.

  55. Wie erfolgreich sind diese “religiösen” Serien?

  56. Academia meint:

    Kann man auch verstehen mit wenig Türkischkenntnissen.
    http://www.televizyondizisi.com/index.php/29-kasim-2013-cuma-reytingleri-tns/169463/23/

    Samanyolu TV sehr ich das Zielpublikum bei 55plus, also in der Türkei schon Oma und Opa TV.

  57. @Academia
    Da fallen mein Mann (41) und ich (39) wohl aus dem Rahmen, wenn wir Samanyolu tv schauen :) Mein Mann mag auf diesem Sender die Tierdokus, und dann gibts da ab und zu mal Serien, die aber eher was für den religiöseren Typ Mensch sind.
    Das mit den big playern Kanal D etc. stimmt.
    TRT Çocuk finde ich allerdings nicht schlecht gemacht. Ist in etwa mit dem KiKa hier zu vergleichen, allerdings mit etwas WErbung dazwischen. Und Die Serien und Filme auf TRT 1 kann man sich auch ansehen.

  58. fantomas007 meint:

    @ Leo

    “Wie erfolgreich sind diese “religiösen” Serien?”

    Mein Eindruck ist, dass sie auf verlorenem Posten stehen. Sie sind nicht gerade erfolgreich und auch nicht zu vergleichen mit den aufwendigen und teuren Produktionen, die im Privatfernsehen laufen. Und wie Academia bereits geschrieben hat, werden sie eher von der älteren Generation bevorzugt. Und die verlinkte Statistik bestätigt dies auch. Auf den ersten 23 Plätzen ist die TRT kein einziges mal vertreten.

    @ Silvia

    “Und Die Serien und Filme auf TRT 1 kann man sich auch ansehen.”

    Anschauen kann man sich vieles, vor allem wenn man eine religiöse Ader hat.

    Die Serien auf TRT sind größtenteils Billigproduktionen a la “gute Zeiten schlechte Zeiten”. Damit ist kein Blumentopf zu gewinnen.

  59. @Fantomas
    Ich dachte dabei eher an die Filme. Sehr oft auch Hollywood-Produktionen. Auch deutsche Filme habe ich dort schon gesehen. Sogar manches mal bevor ich sie auf Deutsch angeschaut habe.

  60. Korbinian meint:

    Anschauen kann man sich vieles, vor allem wenn man eine religiöse Ader hat.

    Auch die Chroniken von Narnia und Harry Potter ;-) ? Gab es keine Fatwa vom Erdogan als Harry Potter in der Türkei lief?

  61. fantomas007 meint:

    “Auch die Chroniken von Narnia und Harry Potter ;-) ? Gab es keine Fatwa vom Erdogan als Harry Potter in der Türkei lief?”

    Du würdest Dich wundern, was alles in den türkischen Kinos läuft, dagegen sind die Serien eher harmlos für Erdogan. Er hat allerdings schon mal versucht sich bei einer Serie einzumischen, aber es hat nichts gebracht.

    Er sollte sich davor hüten die Serien zu verbieten, denn das könnte ihm tatsächlich Stimmen bei der nächsten Wahl kosten :)

    Auch in arabischen Ländern hat man, versucht man, immer wieder, türkische Serien zu verbieten. Aber oft müssen die Machthaber das Verbot wegen heftiger Proteste zurücknehmen. Irgendein Turkstaat, weiß nicht mehr welches, ließ gleich von Anfang an, vorausschauend, aufgrund der Erfahrungen, die die arabischen Länder gemacht haben, verbieten, dass türkische Serien Fuß fassen. Wenn man etwas nicht kennt und sich nicht daran gewöhnt hat, gibt es auch keine Proteste.

    @ Silvia

    Na dann ist ja gut :)
    Ich dachte schon, Du wärst ein Fan dieser Billigproduktionen :)

  62. conring meint:

    Harry Potter gilt übrigens in evangelikalen Kreisen, ähnlich wie Ottfried Preußlers Krabat als Teufelswerk.
    Die Chroniken von Narnia sind da schon unbedenklicher. Das Werk ist wie sein Autor schwerst religiös-reaktionär.

  63. fantomas007 meint:

    @ conring

    Und ich dachte immer, das wären Abenteuerfilme :)

  64. Eine Serie habe ich dort besonders geliebt. Lief aber auf FOX. “Harem” .. herrlich subversiv manches Mal :) Die Anspielungen auf das aktuelle Tagesgeschehen sind genial. Da wird einfach alles durch den Kakao gezogen. Von Kunst/Kultur über Wirtschaft bis zur Politik. Verpackt als Satire auf Muhteşem Yüzyıl. Absolut zum Kringeln.

  65. fantomas007 meint:

    “Verpackt als Satire auf Muhteşem Yüzyıl. Absolut zum Kringeln.”

    Ich werd mir mal eine Folge heute Abend reinziehen :)

  66. @Fantomas
    Viel Spaß :)

  67. fantomas007 meint:

    “In Kroatien feiert die Serie ebenfalls einen Riesen-Erfolg. Dort kann „Das prächtige Jahrhundert“ 21 Prozent aller Einschaltquoten auf sich verbuchen. In Serbien liegt der Anteil bei 20 Prozent. Hinzu kommt, dass sich osmanische Literatur-Bücher sowohl unter den Muslimen als auch unter den Christen des Balkans gut verkaufen.

    Ein weiterer positiver Effekt lässt sich in der Stadt Kosovska Mitrovica im Kosovo beobachten. In der Stadt beäugen sich Albaner und Serben im Regelfall mit Argwohn. Sie wohnen in getrennten Vierteln.

    „Es ist 20.45 Uhr. Die Straßen auf beiden Seiten der Stadt sind leer. Kirchen- und Moscheegänger kleben sich an die Bildschirme. Herzlichen Glückwunsch, Süleyman!“, zitiert AFP einen Bericht aus einem Balkan-Magazin.“

    :) :) :)

    http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2013/12/495581/tuerkische-sultan-serien-begeistern-menschen-vom-balkan-bis-arabien/

  68. fantomas007 meint:

    Filme schauen ist immer besser als sich zu bekriegen :)

  69. @Fantomas
    Das ist wahr.. :)

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