England: “What a miserable, pathetic distortion of Britain is this petty fear of outsiders.”

grossbritannienSchreibt Jonathan Jones im Guardian.

“Was für eine erbärmliche, bescheuerte Verbiegung von Großbritannien ist diese kleinliche Angst vor Außenseitern!”

Der Kommentar hat ein Titelbild – direkt der Daily Mail entnommen, dem Massen-Hetzblatt, das xenophobe Tories und UKIP-Wähler schätzen.

Das Foto zeigt drei schwarze Männer, die gerade einem anfahrenden Laster nachjagen. Der eine springt auf, um sich hinten festzuhalten, zwei weitere rennen hinterher und werden es wohl auch noch schaffen. Sie lassen sich, am Wagen hängend, über die Grenze bringen. Es ist lebensgefährlich, wie sie das machen.

Die Daily Mail titelt:

Dying to get into Britain

Der Artikel darunter beschwört die Gefahr von einer halben Million Einwanderern in den nächsten fünf Jahren.

Das Bild mache den Betrachter aber eigentlich auf etwas anderes aufmerksam: Darauf, dass hier Menschen ihr Leben riskieren, um nach Großbritannien zu kommen, ihr Leben riskieren für ein besseres Leben.

Erweckt das nicht eher Sympathie?

Hat England, so fragt der Autor, nicht immer und immer wieder unendlich profitiert von seinen Einwanderern?

Er erinnert nebenbei an die Piloten der RAF, die 1940 in der monatelangen Luftschlacht über England die Insel vor der Invasion der Nazi-Armee bewahrt haben. Überraschend viele ihrer Piloten waren – geflüchtete Polen.

Das war, so Jones, “in our finest hour” (Churchill zitierend).

Jetzt haben wir, als Kontrast, “our meanest hour”.

EU-Mígranten werden schlecht gemacht und verhetzt, das Elend der Armen in Afrika wird ignoriert oder ihnen selbst als Schuld zugewiesen – und unsere Geschichtsvergessenheit erlaubt uns eine bequeme Boshaftigkeit.

Gibt es ein Land auf der Welt, das mehr verwickelt und verstrickt ist in die Geschichte der anderen Länder dieser Welt als England? Das Land, das über Jahrhunderte ein weltumspannendes Empire aufgebaut und verteidigt und für seine Zwecke ausgenützt hat?

Und die Bürger dieses Landes wollen heute behaupten, was jenseits der Insel geschicht, gehe sie nichts an?

Man kann das auch als politisch Rechststehender mühelos erkennen, etwa, wenn man das Buch “Empire” des Rechtsaußen unter den Historikern, Niall Ferguson, liest. Das Weltreich der Briten hat die moderne Welt geprägt und unsere englische Geschichte mit den Geschichten fast jeder Weltgegend vermischt.

John Donne schrieb im 17. Jahrhundert in einem bis heute berühmten Gedicht:

“No man is an island 

Entire of itself

Every man is a piece of the continent 

A part of the main.”

Die Meere sind seither kleiner geworden. Die Welt ist ein Tunnel, ein Flughafen, ein Klick im Internet. Für Menschlichkeit gibt es keine Grenzen – und die Dummköpfe und Heuchler die sie errichten wollen sind die wahre Gefahr für Britanniens großartige kosmopolitische Natur.

In dieselbe Kerbe schlägt ein weiterer Guardian-Kommentar, diesmal von Nick Cohen:

Beware the fake patriots’ anger on immigration

Vorsicht vor dem Ärger der Pseudo-Patrioten über die Einwanderung

Es habe einmal eine sehr vernünftige Debatte darum gegeben, wie man die ca. eine halbe Million umfassende Gruppe der illegal in England lebenden und arbeitenden Einwanderer amnestieren und integrieren könne.

Die Debatte sei jetzt tot.

Jetzt macht man Jagd auf sie. Mit ziemlich unüblichen Methoden für das an sich liberale Großbritannien.

Bald wird es für alle, die nach England kommen, einen eigenen Ausweis geben. Noch sei es in England nicht üblich, wie in Deutschland oder sonst in Kontinentaleuropa der Polizei das Recht zu geben, jeden Bürger nach dem Ausweis zu fragen, einfach mal so aus Verdachtsgründen …

Kommentare

  1. conring meint:

    @ Leo Brux
    Mit einem Lastwagen kann keiner ins UK kommen.
    Auch waren die britischen Insulaner immer schon recht xenophob. Die seit dem 19. Jahrhundert einwandernden Iren waren auch ziemlich massiven Ressentimets wegen ihrer unbritischen Religion ausgesetzt.
    Eine größere, nichteuropäische Einwanderungbewegung gibt es erst seit den 1950er Jahren. Kosmopolitisch war man auch immer nur im Hinblick auf Waren- und Geldströme. Das Ziel des “Empire” war es nie, Einwanderung nach Britannien zu generieren. “Brithishness” sollte eher exportiert werden, um in den Kolonien ergebene Untertanenverbände zu generieren.
    Es gibt daneben auch eher unschöne Seiten der Einwanderung:
    http://www.telegraph.co.uk/education/educationnews/10775755/State-schools-isolate-non-Muslims.html

  2. Von Pocahontas bis zu den Polen haben die Engländer schon reichlich Fremde aufgenommen. Dass das meistens mit irgend welchen Haken verbunden war, ist doch klar. Aber England war immer mehr oder weniger eine Einwanderungsinsel.

    Und 400 Jahre lang oder mehr auch eine Gesellschaft, die sich massiv global eingemischt hat, vom Sklavenhandel über den Indienhandel und den Opiumhandel und dem Eisenbahnbau bis heute zum Landgrabbing und zum Finanzkasino der heutigen Londoner City.

    Die Britishness war einmal recht selbstbewusst; man hat sie anderen auch dadurch eingepflanzt, dass man sie zum Lernen nach England geholt hat.

    Was den Lastwagen betrifft – gibt es nicht den Ärmelkanal-Tunnel mit Autotransport-Zugverkehr?

  3. conring meint:

    @ Leo Brux
    “Aber England war immer mehr oder weniger eine Einwanderungsinsel.”
    Die “Einwanderung” von William the conqueror und seinen Normannen war eine äußerst brutale Eroberung.
    “Britishness” hat daneben auch immer eine fremdenfeindliche Komponente.
    In den Sherlock-Holmes-Geschichten sind Ausländer immer die Bösen. Und der große Kipling hat ja auch sehr schön gereimt:
    “OH, East is East, and West is West, and never the twain shall meet..”

    “Was den Lastwagen betrifft – gibt es nicht den Ärmelkanal-Tunnel mit Autotransport-Zugverkehr?”
    Leicht zu kontrollieren.
    ,

  4. “OH, East is East, and West is West, and never the twain shall meet..”

    Wunderbar!
    Wie man sich doch irren kann!

    Die Inder haben Englisch als eine Amtssprache übernommen, dazu Kricket als Nationalsport … Engländer sind schon stolz darauf, dass sich WEST and EAST auf diese Weise getroffen haben, und sie werden überzeugt sein, dass dies nicht zum Schlechten passiert ist.

    Umgekehrt haben sie auch viel durch die intensive Begegnung mit Indien bekommen: abgesehen von beträchtlichen Mengen an Profit: Gandhi, Baumwolle, östliche Weisheit, Curry, Empire, Bangalore-Connections, Tigerfelle, tolle Geschichten (privat, filmisch, literarisch), tüchtige Einwanderer … … …

    Ost hat West und West hat Ost schon zu Kiplings Zeiten getroffen, und beide haben sich durchdrungen. Kiplings Widerstand dagegen ist ein Zeichen FÜR diese Begegnung und Durchdringung. Es mag aber manchen heute überraschen, wenn er erschrocken feststellen muss, dass die Durchdringung nicht einseitig zu sein scheint, dass also nicht nur der Westen den Osten “penetriert” hat.

  5. E.Lämer meint:

    Aktueller Bericht im TAGESSPIEGEL zur Situation in einigen Städten Englands, wo man langsam merkt, was da vorgeht:

    “In England sollen muslimische Fundamentalisten Schulaufsichtsgremien unterwandert haben. Sie sollen dort ihre Regeln durchgesetzt und Lehrerinnen rausgeekelt haben.

    Der britische Bildungsminister Michael Gove will schärfer gegen religiösen Fundamentalismus in britischen Schulen vorgehen. In einem ersten Schritt soll die Schulaufsichtsbehörde Ofsted 15 Schulen in Birmingham überprüfen und „vorurteilsfrei“ herausfinden, ob an den säkularen Staatsschulen nicht muslimische Lehrer, vor allem Lehrerinnen, von muslimisch unterwanderten Elterngremien „kaltgestellt“ wurden und religiöse Eiferer den Unterricht bestimmen.
    Selbst Muslime beschweren sich über fundamentalistische Indoktrination ihrer Kinder

    Journalisten fanden Beweise…..”

    http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/grossbritannien-muslimische-fundamentalisten-sollen-schulen-unterwandert-haben/9807926.html

  6. Die übliche Paranoia.

    “From the outset the trust has argued that the pretext for these latest inspections – the so-called Trojan Horse dossier, now widely seen as a hoax – was prejudicial. We believe the inspections were approached with a pre-conceived notion of what would be found.”

    Teachers at the schools have reported “inappropriate” questions and comments from Ofsted inspectors, with an inspector alleged to have told one of the schools it would be downgraded because it failed to teach “anti-terrorism”.

    Guardian

    Das ganze ist weitgehend Erfindung. A hoax.

    Locals insist the reality is that Muslims, both liberal and conservative, have been getting more involved in their children’s schools to raise standards, not “Islamise” them. But the result of the uproar has been to poison community relations and deter ordinary Muslims from taking part in civic life for fear of being branded “extremist”.

    http://www.theguardian.com/commentisfree/2014/apr/23/war-islamism-hatred-violence-blair-cameron-toxic

    Der Artikel weist gleichzeitig darauf hin, wie sich die Regierung gerade bemüht, mit den wirklichen Fundamentalisten, den Wahhabiten von Saudi-Arabien, einen gewaltigen Waffendeal auszuhandeln. Außerdem werden auch mit britischem Geld via Saudi-Arabien die AlQaida-Dschihadisten in Syrien finanziert.

  7. E.Lämer meint:

    “….whether the climate of intense media and political scrutiny under which the Ofsted inspections have been completed can truly mean they can be considered fair or credible.”

    Natürlich. Weil diese Dinge durch die Medien öffentlich wurden, kann es jetzt natürlich kein ehrliches und faires Ergebnis mehr geben, sagt die Schulverwaltung. Die Untersuchen laufen übrigens noch.

    Wenn Sie die Situation in Birmingham so gut (kennen Sie die Stadt überhaupt?) kennen würden wie ich ( ein Produktionsfirma, mit der wir arbeiten, liegt in Telford in der Nähe von Birmingham, ich bin daher seit 2005 mehrfach pro Jahr dort) , könnten Sie mitreden.

    Wir werden sehen.

    “Der Artikel weist gleichzeitig darauf hin, wie sich die Regierung gerade bemüht, mit den wirklichen Fundamentalisten, den Wahhabiten von Saudi-Arabien, einen gewaltigen Waffendeal auszuhandeln.”

    Was hat das mit der isl. Einflussnahme auf brit. Schulen zu tun?

    ” Außerdem werden auch mit britischem Geld via Saudi-Arabien die AlQaida-Dschihadisten in Syrien finanziert. ”

    Das gilt dann auch für fast alle europ./westl. Staaten. Sollen diese Staaten dann in ihren eigenen Ländern einfach dabei zusehen, wie
    von isl. konsvervativen Kräften unser über Jahrzehnte erkämpftes,
    offenes,freies,liberales Bildungssystem negativ beeinflusst wird?
    Sind Sie z.B. für die Geschlechtertrennung ( die in bes. Schulen in
    Birmingham kompl. durchgesetzt ist) ?

  8. @ Lämer:

    In unserer Hetzkultur sollte man vorsichtig sein und der antimuslimischen Propaganda nicht immer gleich auf den Leim gehen.
    Haben wir nicht allen Grund, den hysterischen Islamfeinden zu misstrauen?

    “Der Artikel weist gleichzeitig darauf hin, wie sich die Regierung gerade bemüht, mit den wirklichen Fundamentalisten, den Wahhabiten von Saudi-Arabien, einen gewaltigen Waffendeal auszuhandeln.”

    Was hat das mit der isl. Einflussnahme auf brit. Schulen zu tun?

    Sehr viel. Denn offensichtlich betrachtet England nicht einmal den islamistischen Fundamentalismus der Wahhabiten als Gefahr und als Feind. Wenn man an Saudi-Arabien Hightechwaffen in riesiger Menge liefern kann, dann heißt das im Klartext, dass das Freunde sind und dass man sich mit denen ruhig in ein gemeinsames Bett legen kann.

    Also, wenn gewisse Leute was gegen den islamistischen Fundamentalismus tun wollen, sollen sie sich doch auch mal an ihre Regierung wenden und darauf bestehen, dass Saudi-Arabien nicht als lieber Freund behandelt werden darf.

    Die Islamfeinde sind aber ebenso Heuchler wie sie Feiglinge sind. Gegen das Geld trauen sie sich nicht anzustinken, aber gegen die kleinen muslimischen Nachbarn, da spielen sie die Löwen.

  9. Betamax meint:

    Schätzen UKIP Anhänger wirklich die DAILY MAIL ?
    Vielleicht lesen sie sie gelegentlich, aber großartig schätzen werden sie sie nicht, da dort viel zu negativ über die UKIP berichtet wird.

    z.B. hat die UKIP die laufende Kampagne der Regierung, in der man einfach auf Verdacht mal “illegale Migranten” melden soll, oder die man dafür hält, in der Wortwahl scharf kritisiert.
    Darüber konnte man selbst im Guardian lesen. Die DAILY MAIL hat dies als “Opportunismus” verleumdet, obwohl dies nicht das erste Mal war, daß die UKIP sich gegen platte Kampagnen dieser Art ausgesprochen hat.

    Die Tories haben in der Einwanderungspolitik verbal die UKIP längst rechts überholt.
    Nur in der Realpolitik zeigt sich dies ( noch ? ) nicht.
    Die UKIP hat auf sehr viel absurde Projekte in der “Entwicklungshilfe” hingewiesen, bei denen bei der notleidenen Bevölkerung nichts ankommt, stattdessen teure Prestigeprojekte wie Landebahnen oder sogar Weltraumprogramme mit britischem Steuerzahlergeld finanziert werden.

    Außerdem grenzt sich die UKIP von Parteien am rechten Rand scharf ab. Bei aller Kritik an ihr, sollte man sie nicht in die Ecke der “Rechtspopulisten” schieben. Dort steht ohnehin längst der rechte Flügel der Tories.

  10. E.Lämer meint:

    “Denn offensichtlich betrachtet England nicht einmal den islamistischen Fundamentalismus der Wahhabiten als Gefahr und als Feind.”

    Wenn ich S.A. einen Panzer verkaufe, zum Einsatz dort in S.A. , muß ich dann S.A. zugestehen, seine unfreien Vorstellungen von Gleichberechtigung,
    Scharia/Religion in MEINEM Land umzusetzen ? Nein, muß ich nicht.

    “… aber gegen die kleinen muslimischen Nachbarn”

    Es geht nicht um den kleinen muslimischen Nachbarn, es geht um Organisationen, die auch diesen kleinen muslimischen Nachbarn für
    ihre Zwecke/Macht/Einfluss quasi missbrauchen.

  11. conring meint:

    “Kiplings Widerstand dagegen ist ein Zeichen FÜR diese Begegnung und Durchdringung.”
    Kiplings Gedicht kann man übrigens auch ganz anders deuten, wenn man es ganz liest.
    Die ersten vier Verse lauten:
    “OH, East is East, and West is West, and never the twain shall meet,
    Till Earth and Sky stand presently at God’s great Judgment Seat;
    But there is neither East nor West, Border, nor Breed, nor Birth,
    When two strong men stand face to face, tho’ they come from the ends of the earth!”
    Erzählt wird dann die Geschichte von zwei Protagonisten (Kamal und the Colonel`s son), die für Ost und West stehen. Die two strong men finden im Bereich der militärisch-männlichen Ehre ein Feld in dem sie sich sehr ähnlich sind. Enden tut die Ballade sogar mit einer Art rituellen Gabenaustausches (Pferd gegen Pistole).

  12. conring meint:

    @ Leo Brux
    “Denn offensichtlich betrachtet England nicht einmal den islamistischen Fundamentalismus der Wahhabiten als Gefahr und als Feind.”
    England und auch die BRD machen einfach Geschäfte mit den Leuten. Ist doch nicht verwerflich?
    Daneben kann man natürlich moralisch-rigoros verlangen, dass der Kontakt zu Regimen wie in Saudi-Arabien abgebrochen wird. Dann sollten doch allerdings deutsche MuslimInnnen nicht mehr dahin reisen.

  13. Letzteres ist nicht belegt und wird auch von Ihnen nicht belegt. Es ist nur eine Anschuldigung.

    Ersteres aber lässt tief blicken. Man darf also die Wahhabiten stark machen. Womit Sie sich als Heuchler entpuppen, E. Lämer.

    Was die Auseinandersetzung mit Einwandererminderheiten und ihren jeweilig mitgebrachten und geschätzten Kulturen angeht, so wird jede Einwanderungsgesellschaft klugerweise eine zivile und tolerante Form der Reaktion und des Aushandelns wählen müssen, wenn es ihr um Integration geht.

    Auf dieser Ebene findet unser beider Debatte nicht statt; jedenfalls merke ich bei Ihnen keinerlei Versuch, sich differenziert und sachlich mit den Streitpunkten auseinanderzusetzen.

    Zum Hetzen, Herr Lämer, gehen Sie bitte woandershin.

  14. conring,
    es ist grundsätzlich problematisch, Waffen an jene zu verkaufen, in deren Hände man sie eigentlich nicht so gerne sehen möchte.

    Ich stelle keine moralisch-rigorose Regel auf. Auch werfe ich unserer Regierung nicht vor, anti-islamisch zu sein.
    Allerdings, wenn man für heute gewisse Grundregeln des politischen Verhaltens aufstellt, dann wird es schwierig, das theokratische Regime im Iran anzuklagen und ihm diese theokratischen Formen vorzuwerfen und für das Feindbild zu nutzen, wenn man GLEICHZEITIG Saudi-Arabien mit seinem noch viel rabiateren, extremeren, unmenschlicheren theokratischen Regime als guten Verbündeten sieht. Und dann sogar noch militärisch aufrüstet.

    Übler wird es, wenn ein deutscher Islamfeind seine Feindseligkeit selektiv den meist braven, gar nicht wahhabitischen oder salafistischen Muslimen in Deutschland entgegenschleudert, aber zum deutschen Bündnis mit dem nun wirklich üblen wahhabitischen Regime – schweigt.

    Da fehlt es doch etwas an der Konsistenz, finden Sie nicht?

    Na, ich kann mir schon vorstellen, warum manche die Widersprüchlichkeit nicht sehen. Sie denken sich: Mich interessiert nur, was intern bei uns passiert. Draußen, jenseits unserer Grenzen herrscht der Hobbes’sche Naturzustand, jeder ist des andern Wolf, aber hier bei uns drinnen, da soll die Wärme der Homogenität herrschen, da wollen wir sauber und rein bleiben und EIN Volk mit EINER Kultur, damit wir nicht uns gegenseitig als Wölfe anfallen müssen.

    Dass wir nicht mehr EIN Volk mit EINER Kultur, sauber und rein, sind oder werden können, ist für viele schwer einzusehen.

  15. conring meint:

    @Leo Brux
    “es ist grundsätzlich problematisch, Waffen an jene zu verkaufen, in deren Hände man sie eigentlich nicht so gerne sehen möchte. ”
    Warum sollte manPanzer in der Hände en Saudis nicht sehen wollen?
    DIe können damit nur in der Wüste herumfahren
    Gubt es eigentlich Statements der Muslimverbände gegen Waffenliefrung an die Saudis?

  16. conring,
    wer weiß … Es gibt Umschwünge, manchmal recht überraschende …
    Und von uns gelieferte Waffen in den Händen von erklärten Feinden der Menschenrechte?

    Außerdem dachte ich doch, die Islamfeinde, um jetzt von denen zu sprechen, gingen davon aus, dass er fanatische Islam die Welt erobern will. Müssten da unsere Warner vor der islamistischen Weltverschwörung nicht Sturm laufen gegen unsere Waffenlieferungen an genau diejenigen, die die Welt zu erobern versuchen?

    Es ist natürlich denkbar, dass die Islamparanoiker ihrer eigenen Paranoia nicht glauben. Wenn man ihre Gleichgültigkeit gegenüber der Lieferung von riesigen Mengen von hightech-Waffen an Wahhabiten denkt, möchte man glauben, dass sie sich selber nicht so recht ernst nehmen.

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