Margot Käßmann und das Kopftuch

islamMargot Käßmann gibt uns in einer BILD-Kolumne ein Beispiel dafür, wie man auf rationale Weise Kritik an einen Phänomen wie dem Muslima-Kopftuch üben kann.Ich stimme ihr nicht in jedem Punkt zu, meine aber, dass es bisher der vernünftigste Beitrag zur Debatte ist, der sich gegen diese Kopftuch-Praxis ausspricht.

Als Frau habe ich Probleme mit dem Kopftuch!

Vergangene Woche hat das Bundesarbeitsgericht die Klage einer muslimischen Krankenschwester abgewiesen, die in einem evangelischen Krankenhaus bei der Arbeit ein Kopftuch tragen wollte. Grund ist, dass die Kirche als Arbeitgeberin das Recht hat, ihre Angelegenheiten als Religionsgesellschaft selbstständig zu ordnen und zu verwalten. Darüber wird nun wieder fröhlich gestritten. Dürfen Kirchen Sonderrechte haben? Werden so muslimische Frauen nicht weiter stigmatisiert?

Ich bin hin und her gerissen. Als Bürgerin plädiere ich für Religionsfreiheit. Als Frau habe ich Probleme mit dem Kopftuch. Warum nur wollen Religionsführer die Frauen immer zum Verstecken drängen? Das ist auch bei ­orthodoxen Juden so und auch in manchem christlichen Kontext soll die Frau das Haupt zumindest symbolisch bedecken. Was soll das denn heißen, dass ein Kopftuch vor begehrlichen Blicken der Männer schützt? Da scheinen mir doch eher Männer ein Problem zu haben. Können sie einer Frau denn nicht auf Augenhöhe begegnen?

Mir ist manches Mal gesagt worden, die westliche Gesellschaft sei dekadent und sexualisiert, weil Frauen sich hier freizügig kleiden – auch von konservativen Kirchenvertretern. Ich frage mich, ob nicht der Impuls, Frauen zu verhüllen, angefangen beim Kopftuch über Hidschab, Tschador bis zur Burka viel mehr von einer sexualisierten Beziehung sagt. Denn wenn ein Mann nicht mal die Haare, das Gesicht oder gar die Augen einer Frau ansehen kann, ohne dass das sexuelle Fantasien auslöst, sollte er sich in Therapie begeben.

Ich bin dankbar in einer freien Gesellschaft zu leben. Und ich finde es auch als ältere Frau schön, wenn ich die jungen Mädchen sehe, lange Haare wehen im Wind, der kurze Rock sieht toll aus. Gut, es gibt Geschmacksgrenzen, das finde ich schon . . .

Zu der freien Gesellschaft gehört aber auch, dass Frauen ein Kopftuch tragen können, wenn sie das denn freiwillig wollen. Verstehen kann ich es nicht, aber ich respektiere es. Und wir gewöhnen uns ja auch daran, dass Frauen mit Kopftuch Teil unseres Straßenbildes sind, viele von ihnen sehr schick dabei, keine Frage.

Aber ich finde, sie können dann nicht in einer öffentlichen Schule unterrichten. Nicht wegen der Religion, sondern weil sie damit für die Kinder nun mal für ein Frauenbild stehen, das nicht den Grundsatz: „Mann und Frau sind gleichberechtigt“ vertritt.

Eine Lehrerin mit Kopftuch darf beispielsweise, wenn sie konsequent ist, beim Elternabend nicht mit einem Vater allein im Raum sein, darf ihm nicht die Hand geben. Und ein christliches Krankenhaus kann das Kopftuch ebenfalls ablehnen, denn wir haben in den Kirchen lange genug dafür gekämpft, dass Mann und Frau gleichberechtigt sind. Noch einmal: Ich respektiere Frauen, die ein Kopftuch tragen wollen.

Aber das Kopftuch ist nun mal kein Symbol für den Gleichheitsgrundsatz unserer Verfassung. Dazu wird das Verhüllen zu vielen Mädchen und Frauen in aller Welt aufgezwungen.
Wie heißt es in der Bibel: „Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde; und schuf sie als Mann und Frau“ (1. Mose 1,27)

Bleiben Sie behütet.

Der wichtigste Punkt, auf den Margot Käßmann nicht eingeht, ist: Das Kopftuch ist AUCH ein Schritt zur Emanzipation. Ein Zwischenschritt, so vermute ich.

Kulturen brauchen für revolutionäre Änderungen Zwischenschritte.

Seit 20 Jahren habe ich Gelegenheit, türkische Frauen, die das Kopftuch tragen, zu beobachten. Mir fällt dabei ihr Selbstbewusstsein und oft auch die Tüchtigkeit auf, mit der sie sprechen und handeln.

Für mich ist darum das Kopftuch auch ein Zeichen für Freiheit und Kompetenz geworden.

Margot Käßmann hat mit ihren Einwänden nicht unrecht. Vor allem mit ihrer Attacke auf die muslimische Männerwelt. Aber ihre Argumentation ist nicht umsichtig genug.

Sie ist auch in einem Punkt unfair. Die Muslimas, die das Kopftuch tragen, sind meiner Erfahrung nach nicht alle so “konsequent”:

Eine Lehrerin mit Kopftuch darf beispielsweise, wenn sie konsequent ist, beim Elternabend nicht mit einem Vater allein im Raum sein, darf ihm nicht die Hand geben.

Das gibt es auch, aber dann sollte solches Verhalten und nicht das Kopftuch selbst das Kriterium für ein Nein zur Beschäftigung sein.

Ein kritischer Kommentar von Detlef Esslinger in der SZ zum aktuellen Thema Kopftuchverbot für Krankenschwester im evangelischen Krankenhaus.

Das Gericht habe sich eigentlich nicht gegen das Kopftuch ausgesprochen, sondern nur einfach festgestellt, dass man einer kirchlich betriebenen Einrichtung das Recht lassen sollte, die Entscheidung, wen sie einstellen wollen, selbst zu treffen – weil sie karitativ und nicht-kommerziell arbeite. Im kommerziellen Bereich werden strengere Regeln angelegt zum Schutz der Minderheiten vor Diskriminierung.

Melis Alphan widmet sich bei Hürriyet in einer Kolumne dem Kopftuch in der Türkei, das nun schon für Mädchen ab 10 in den Schulen erlaubt wird.

Sie gibt zunächst einen Überblick über die Situation der Mädchen in der Türkei, die sich in den letzten 10 Jahren verschlechtert hat. Mehr Kinderarbeit, kein Rückgang bei den Kindsbräuten (ein Fall systematischer und staatlich erlaubter Vergewaltigung), das verschlimmbesserte Schulsystem, Ausbeutung in den Familien.

Die Kolumne endet:

With regard to child brides, we should actually be saying “girls who are statutorily raped,” instead of this phrase. Families marry off young girls because of poverty, and these children are treated as domestic workers in their new houses. The religious factor here is very important because, according to much of the religious segment of society, if a girl starts menstruating it means that she is mature. This pulls the age of marriage down to 12 or 13.

Of course, it is a topic that the giant-budgeted Directory of Religious Affairs (Diyanet) should prioritize. But while our state is expected to mobilize against these violations of fundamental rights, what does it do? It allows 10-year-old girls to wear headscarves at schools.

There was a basis to the objection against the ban on headscarves in universities and in public offices. There is no basis for the headscarf for children.

Kommentare

  1. Es sollte der/dem Einzelnen überlassen bleiben, ob er sein Haar verhüllt oder zeigt. Dies ist zunächst eine Entscheidung des Individuums und sollte als solche frei von gesellschaftlichen Zwängen sein.

    Einige kaleidoskopartige Splitter dazu:
    Ich bin im südlichsten Deutschland geboren und aufgewachsen und nur der Rhein hat verhindert, dass ich heute Schweizer bin ;-)
    Meine Oma und die Frauen ihren Alters auf dem Land trugen praktisch ständig Kopftuch. Das war praktisch und Schutz zugleich. Ich glaube mich zu erinnern, dass Frauen ab einem bestimmtem Alter auch in der Kirche separiert von den Männern und mit bedecktem Haupt saßen? Niemand käme wohl heute auf die Idee, dies als “Undeutsch” und für mit unserer deutschen Kultur unvereinbar zu halten? Was hat sich also geändert? Die Zeit, die deutsche Kultur?
    Zu dieser fernen Vorzeit trugen auch die meisten Männer einen Hut und dies aus völlig weltlichen Gründen. Ein mir sehr nahestehender junger Mann in Köln trägt seinen Hut vermutlich auch im Bett, wohl im Glauben, dass er zu wenig Haare darunter habe? Eine mir bekannte Sportlehrerin war während ihres gesamten Berufslebens betont elegant und stets mit Kopftuch gekleidet. Es war ihr Markenzeichen und keinen hat’s gestört und es hatte keine religiösen Gründe. In Hollywood-Filmen aus den 50ern war das Kopftuch der Gipfel der modischen Extravaganz. Es hat also wohl etwas mit Zeitgeist zu tun und damit auch mit Kultur.
    Wir können froh sein, dass die islamischen Kopftuchforderer statt dessen nicht das Heraushängen des Penis aus der Hose verlangen, als Beschnittenen-Ausweis sozusagen?
    Aber das, was wir als deutsche Kultur bezeichnen, ändert sich permanent, wenn vielleicht auch nur langsam. Es dürfte absolut sicher sein, dass in fünfzig bis hundert Jahren islamisches Gedankengut in die sogenannte deutsche Kultur eingeflossen sein wird, denn dies ist ein permanenter Prozess, eine Nacheilende Anpassung an die Realitäten auf der Straße. So könnte es kommen, dass einmal ein Lederbehoster Ahmet mit einer verschleierten Frau im Dirndl auf einen Jager-Tee aufs Oktoberfest geht und beide den Event geniessen. Wo wäre da das Problem?

  2. Jakobiner meint:

    Ganz interessant hierbei, der Toleranzbegriff einiger Grünen: Als die CSU-Bundestagsabgeordnete Dorothee Bär im Bundestag mit Dirndl an der Sitzung teilnahm, ereiferten sich Grünen-Frauen darüber, dass dies “rückständig”sei und ein traditionelles Frauenbild verkörpere, das sie ablehnten. Das ist gut: Beim Kopftuch fordern diese Grünenpolitikerinnen Toleranz, beim bayerischen Dirndl wird dies sofort als Angriff aufs Frauenbild und als “rückständig”und Hort der Reaktion gewertet.

  3. Jakobiner meint:

    “In Hollywood-Filmen aus den 50ern war das Kopftuch der Gipfel der modischen Extravaganz.”

    Mit Ausnahme von Grace Kelly und zwei anderer US-Schauspielerinenn hat nie eine Hollywooddiva in den 50er Jahren ein Kopftuch angezogen–und in genannten Fällen nur beim Fahren mit dem offenen Coupe, um die Frisur vor dem Fahrtwind zu schützen. Keineswegs aber aus christlichen oder religiösen Gründen oder gar um ein weltanschauliches Statement hiermit geben zu wollen. Dazu war der Restkörper keinesfalls körperfeindlich gekleidet. Diese herbeigezogenen Vergleiche hinken also gewaltig.

  4. Jakobiner meint:

    Und genannte Hollywood-Schauspielerinnen zeichneten sich auch nicht gerade dadurch aus, mit ihren Reize vor der bösen Männerwelt zu sparen und begehrliche Blicke abwenden zu wollen.

  5. Jakobiner meint:

    Dazu schätze ich auch, wenn Dorothee Bär mit Rainer Brüderle an besagter Hotelbar im Dirndl gesessen wäre und dieser gemeint hätte “Sie füllen aber ihr Dirndl gut aus”, dass sie dies als Kompliment angesehen hätte. Grünen-Politikerinnen fordern darauf gleich eine “Sexismusdebatte”. Wer ist hier eigentlich “rückständig”?

  6. Jakobiner meint:

    “Wir können froh sein, dass die islamischen Kopftuchforderer statt dessen nicht das Heraushängen des Penis aus der Hose verlangen, als Beschnittenen-Ausweis sozusagen?”

    Das wäre doch mal eine konstruktive Lesweise des Koran.Aber Vorsicht: Freudscher Penisneid!

  7. Jakobiner meint:

    “Of course, it is a topic that the giant-budgeted Directory of Religious Affairs (Diyanet) should prioritize. But while our state is expected to mobilize against these violations of fundamental rights, what does it do? It allows 10-year-old girls to wear headscarves at schools.”

    Seltsame Kritik an der türkischen Dinayet.Da werden eben ja von dieser Behörde gerade diese Rollen beabsichtigt und das Kopftuch ist da eben kein Zwischenschritt zu Emanzipation, sondern im Gegegnteil soll diese Rollen ja eher zementieren und ausbauen, damit mehr Muslime geboren werden, wie Erdogan ja ankündigte. Zumal will er ja auch eine “neue religiöse Generation”heranzüchten.Das sind eigentlich so Vorstellungen, die Frauke Petry von der AfD mit ihrem Slogan “aktive Bevölkerungspolitik”und Verbot der Abtreibung, damit jede deutsche Familie wieder mindestens 3 Kinder hat, beabsichtigt. Unterstützt wird sie hierbei von der katholischen Kirche (Papst, Woelki, Zollitsch), Teile der Protestanten und radikalen “Lebensschützern”(Abtreibung=Holocaust) in den seit 4 Jahren nun jährlich stattfindenden “Marsch fürs Leben”, bei dem Beatrix von Storch ganz vorne mitschreitet.

  8. In Spanien ist die konservative Regierung Mariano Rajoys mit dem Versuch gescheitert, die relativ freie Regelung der Schwangerschaftsunterbrechung der sozialistischen Vorgängerregierung zurück zu nehmen. Der den katholischen Ultras vom Opus Dei nahestehende Justizminister Gallardon erklärte darauf hin seinen Rücktritt und die Kirche und der Opus toben! Die PP Rajoys hatte dieses Thema “Zurück in die Vergangenheit” im Wahlprogramm und auch durchzusetzen versucht, wurde aber von den spanischen Frauen schon bei der Europawahl mit einem Verlust von 2,5 Mio Stimmen “gewarnt”! Da machte Rajoy lieber einen Rückzieher und ließ Gallardon über die Klinge springen…

  9. Jakobiner meint:

    Zumal weiss ich nicht, wie es mit dem gesetzlichen Heiratsalter in muslimischen Gesellschaften aussieht.Wäre mal interessant zu wissen.Aber eben nicht nur das Gesetz, sondern die Realität. Ideologisch dürften da viele Muslime auch nicht so das Problem sehen, denn das große Vorbild, der Prtophet Mohammed hatte ja auch eine minderjährige (glaube 9-Jährige) “Frau”, Aische . Kopftuch bei 10-jährigen Mädchen– kann man bei 10-Jährigen von eigenem Willen und Emanzipation reden? Da dürften ja eher gesellschaftliche Zwänge und der Einfluß der Familie den Ausschlag geben. Eebenso könnte man es ja auch als Freiheit sehen, in Schulen kein Kopftuch tragen zu müssen–vielleicht auch ein Zwischenschritt zur Emanzipation…

  10. @ Jakobiner,

    erst mal die Bitte umn ein bisschen Selbstbeschränkung.

    Zum Inhalt: Mich wundert es immer wieder, wie manche ihre Vergleiche wählen. Frau Bär ist keine Muslima; es handelt sich nicht um ein Einwanderungs-Übergangs-Problem. Im übrigen darf sie sich auch nach Meinung der grünen Abgeordneten, die sie kritisieren, mit im Parlament Dirndl zeigen. Es wird ja wohl kein Verbot angeregt.

    Damit haben wir zwei zu bedenkende Unterschiede.

    Ich würde dir trotzdem zustimmen, dass die “Emanzipationskritik” der Grünen-Politikerinnen SCHIEF liegt.

    Inwiefern die (englisch zitierte) Kritik an Diyanet seltsam sein soll, hab ich nicht verstanden. Die Kolumnistin sagt, statt sich für das Kopftuch 10jähriger Mädchen zu sorgen, hätte Diyanet andere Prioritäten wählen sollen, die mehr im Interesse der Mädchen liegen.

    Natürlich ist die Kopftuchpolitik in der Türkei anders zu bewerten als in Europa. Bei uns ist es die Verhaltensweise einer kleinen Minderheit, in der Türkei wird es die mehr und mehr aufgedrängte Verhaltensweise einer bevormundenden Regierung und Bevölkerungsmehrheit. Minderheiten, die unterdrückt werden, müssen wir verteidigen; Mehrheiten oder Regierungen, die bevormunden und dafür ihre Übermacht gebrauchen, muss man bremsen.

  11. der Prtophet Mohammed hatte ja auch eine minderjährige (glaube 9-Jährige) “Frau”, Aische

    —-
    eigentlich wollte ich mich ja hier vorerst zurückziehen, aber wenn es um die religion geht, an die ich glaube, kann man das so nicht stehen lassen. gibt es quellen für diesen unsinn?

  12. mit quellen meine ich natürlich islamisch-wissenschaftliche quellen, überlieferungen, hadithe etc. keinen copy+paste müll von irgendwelchen möchtegern islam-experten, selbsternannten nahost experten oder islamabschwörer, die dann einen türkischen nachnamen haben um dann als “der/die muss es ja wissen, da er/sie türke/in ist” präsentiert zu werden.

  13. Academia meint:

    Die Regierung sollte m.M. nach die Qualität der Schulbildung an den staatlichen Schulen verbessern, anstatt sich unproduktive Gedanken über die Heranziehung einer sunnitischen religösen Jugend zu ereifern. Wenn man die Politiker fragt warum Sie das Gesetz revidiert haben, bekommen die Journalisten immer als Musterantwort “der Wille des Volkes”. Wenn die Journalisten fragen, was ist den mit den Willen der Aleviten oder Säkularen? Dann antworten die Politiker immer mit , die werden ja auch nicht unterdrückt seit 1923 in einem muslimischen Staat.

  14. Korbinian meint:

    @Cenki

    Also laut allen verfügbaren Quellen war Aischa bei der Eheschließung zwischen 9 und 15 Jahren alt. nach heutigem Maßstab minderjährig. Damals galten andere Maßstäbe. Wo ist jetzt das Problem?

  15. fantomas007 meint:

    @ Cenki

    Ohne jetzt lange zu suchen, es gibt schon Quellen, die besagen dass sie neun Jahre alt war. Daneben gibt es Quellen, die besagen, dass sie deutlich älter war. Wie viel Wahrheit hinter diesen Hadithen steckt, sei mal dahingestellt.

    Der immer wieder auftauchende Vorwurf, Mohammed wäre Pädophil gewesen, ist absolut unglaubwürdig. Er hatte mehrere Frauen, die deutlich älter waren. Ein Pädophiler hätte sich nur auf kleine Mädchen beschränkt oder zumindest mehrere Minderjährige zu seinem Lustobjekt gemacht. Aischa war mit Abstand die jüngste, die er geheiratet hat und selbst hier ist nicht eindeutig geklärt, wie alt sie war, als sie Mohammed geheiratet hat. Und außerdem war es eine politisch motivierte Heirat.

    Hier gibt es einen groben Überblick dazu:

    http://www.eslam.de/begriffe/a/aischa_bint_abu_bakr.htm

    Abgesehen davon, darfst Du nicht vergessen, dass auch Mohammed ein Mann seiner Zeit war. Die Moralvorstellungen von damals kann man nicht mit heutigen Moralvorstelungen vergleichen. Was allerdings wahr ist, ist, dass Mohammed den Frauen von damals deutlich mehr Rechte zugesprochen hat, als es zu der Zeit üblich war.

    Stell Dir vor: Irgendeiner in der vergangenen Zeit erstreitet das Wahlrecht für die Frauen. Und zweihundert Jahre später wirft ihm einer vor, dass er nichts dafür getan hat, dass die Frauen im Arbeitsleben integriert worden sind und er deshalb ein Frauenunterdrücker war.

    Ich glaube nicht, dass Mohammed ein Prophet war, aber lass Dich nicht mit unsinnigen Vorwürfen, die nichtsagend sind, aus Deinem Konzept bringen. Wenn Du so aus dem Konzept gebracht wirst, wirst Du genauso schnell wieder zurückfallen. Eine Eiertanz, den ich selber durchgemacht habe. Und Du kannst jeden auf die Bibel verweisen. Sie sollen ihr Buch mal etwas genauer lesen. Die Bibel braucht sich vor dem Koran weiß Gott nicht zu verstecken, wenn es um Gewalt oder Gottes Gesetze geht. Die Bibel besteht nicht nur aus der Bergpredigt von einem Menschen, der niemals die Macht inne hatte. Mohammed hat auch wunderbare, schöne Predigten gehalten, bevor die Verfolgung der Muslime anfing und die Kriege losgingen und die Realität ihn eingeholt hat.

    Und die Gewaltsuren im Koran sind keine ewigen Anweisungen. Sie beziehen sich immer auf ganz bestimmte Konflikte (Tafsir-Buch zur Hilfe nehmen). Und nachdem diese Konflikte geklärt wurden, waren sie damals schon obsolet. Nur Schwachsinnige wie die ISIS deuten den Koran so, wie es zu ihrem gewalttätigen naturell passt.

  16. @korbinian

    ich habe kein problem, ich fragte lediglich nach einer quelle

    @fantomas007

    danke für deine erläuterung/erklärung. *daumenhoch

    bye

  17. @Fantomas007:

    Hast du zu “Tafsir” einen Link?

  18. Hat sich erledigt! Alles gefunden :-)

  19. Es war in der Antike und im Mittelalter durchaus etwas Normales, dass Ehen vor der Geschlechtsreife geschlossen – aber natürlich erst nach der Geschlechtsreife vollzogen wurden.

    Wenn Aisha 9 war bei der Eheschließung, heißt das nicht, dass die Ehe dann auch vollzogen wurde.

    Generell:
    Wer meint, unsere heutigen Wertmaßstäbe auf die Welt der Antike und des Mittelalters anwenden zu müssen, der wird ALLE Menschen der Antike und des Mittelalters als Verbrecher, als bösartig, als pervers einschätzen müssen. ALLE. Vielleicht sogar ohne Ausnahme.

    Darin steckt dann natürlich auch ein Problem, das naive Fundis (Evangelikale, Salafisten, jüdische Fundamentalisten) gern ignorieren, wenn sie einen bestimmten kleinen Ausschnitt der Vergangenheit idealisieren, samt einiger religiös verehrter Personen.

    Die Texte der Antike und des Mittelalters sind für die jeweiligen Zeitgenossen geschrieben worden, nicht für uns hier und heute.

  20. @ Leo Brux
    Um mal auf den Artikel zurück zu kommen.:
    Frau Käsmann hat hier wirklich recht.
    Ihr Einwandung, dass es sich bei der ganzen Sache um eine Art Emanzipation handelt, lässt sich so richtig im konkreten Fall, von dem Frau Käsmann ja ausgeht, nicht belegen.
    Esslinger hat sicher auch recht. Allerdings würde desens Argumentation heissen, dass es in der BRD eine strengere Trentung zwischen Staat und Religionsgemeinscxahften geben müßte. Also auch Schließung staatlicher Theologieseminare und Ende des Religionsunterrichtes in seiner jetzigen Form.

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