Die Woche in der Türkei (30): 20.07. – 26.07.2015

tuerkei

26.07.

In der SZ bestätigen zwei Artikel meine Vermutung: Erdogan betreibt den Konflikt mit den Kurden als Priorität – die Angriffe auf den IS sind dafür nur das Alibi.

Auch die Erdogananhänger hier in Deutschland interessieren sich eigentlich nur für die (von ihnen begrüßten) Angriffe auf die PKK. Sie merken nicht, wie sehr mittelfristig der IS die sehr viel größere Gefahr für sie ist.

Morgen oder übermorgen mehr darüber!

25.07.

Andere Interpretationen

Wird die Türkei für den Kampf gegen den IS sogar die Unterstützung der PYD/YPG (dem PKK-Ableger in Nordsyrien) suchen?

Oder kann die Türkei durch einen entschlossenen Anti-IS-Kurs die PKK und die YPG als Verbündete der NATO überflüssig machen?

Hürriyet

Auch diese beiden Optionen wird man im Auge haben müssen.

Warten wir’s ab!

Wie völlig anders sich Davutoglu heute im Vergleich zu vor einem Jahr über den IS äußert, stellt ein Hürriyet-Journalist hübsch zusammen.

Fuat Avni – der whistleblower mit viel insider-Wissen – tweetet: Hinter dem mörderischen Anschlag von Suruc steckt Erdogan. Er hat den Auftrag dazu gegeben. Das Ziel: Je mehr Chaos in der Türkei, desto bessere Chancen für die Wahl und für seine Pläne.

Hm. Dafür fehlen allerdings klare Belege. Das cui bono spricht gegen Erdogan. Aber ein cui bono reicht nicht aus für eine Anklage. Hat Fuat Avni irgendwelche konkreten Hinweise?

Die HDP kommentiert nicht dies, sondern die Angriffe auf die PKK:

“It is a plan to set the country on fire for the government to secure a single-party government in a snap election by creating a militaristic ad nationalist climate while creating an impression like it is conducting a comprehensive fight with terrorism,” a statement from the HDP said on Saturday.

Ähnlich wie ich interpretiert Mumtazer Türkone Erdogans politisches Spiel. Erdogan und der Kalif in Raqqa arbeiten Hand in Hand.

25.07.

Luftschläge gegen PKK, Luftschläge gegen den IS

The Turkish military on July 25 carried out fresh airstrikes and shelling against targets controlled by Islamic State of Iraq and the Levant (ISIL) jihadists in Syria and embarked on a new air campaign to bombard camps of the outlawed Kurdistan Workers’ Party (PKK) militants in northern Iraq.

“We have approved the third wave of airstrikes in Syria [against ISIL] and the second wave in Iraq [against PKK],” Turkish Prime Minister Ahmet Davutoğlu said in a press conference in Ankara on July 25. Both operations were completed later in the day, according to Turkish media.

“These operations are not ‘one-point operations’ and will continue as long as there is a threat against Turkey,” Davutoğlu said, before heading to Istanbul, where he was due to meet with President Tayyip Erdoğan and the head of the army later in the day. …

It said shelters and warehouses containing PKK weapons were hit in the northern Iraq operation, listing seven locations where the strikes had been carried out including Mount Kandil, where the PKK’s military leadership is based.

Hürriyet

Mit anderen Worten: Die Türkei nimmt den Krieg mit der PKK wieder auf und versucht – ganz im Interesse des IS – dessen stärksten Gegner zu schwächen.

Zum Ausgleich greift man auch den IS an. Bzw. man tut so, als ob?

Erdogan hat seine Prioritäten unmissverständlich klar gemacht: Die Kurden sind der größere, gefährlichere Feind. Mit dem IS hat er bisher ein recht entspanntes Verhältnis gepflegt. Wer weiß, ob die Doppelaktion nicht mit dem Kalifen abgesprochen ist?

Gegenüber der NATO braucht die Türkei als Alibi ein paar Attacken auf den IS, wenn man gegen den Verbündeten der NATO, die Kurden der PKK und YPG militärisch losschlagen will.

Oder ist es anders, und die Attacken auch auf den IS sind eine Kriegserklärung an den IS?

Ich halte das für möglich, aber nicht für wahrscheinlich. Der IS könnte die türkischen Urlaubsgebiete noch leichter zur Katastrophenzone machen als die PKK; letztere wird lange zögern, es zu tun, und es nur tun, wenn man zum Ergebnis kommt, dass keine andere Option mehr möglich ist als die Abspaltung der kurdischen Gebiete von der Türkei. Soweit ist es noch lange nicht.

Also muss Erdogan vorerst nur drauf achten, dass er sein friedliches Einverständnis mit dem IS bewahren kann – jedenfalls so lange, bis er die Allmacht für sich erreicht hat.

Nun, wie sich das verhält, darüber kann man nur spekulieren. Die Macht lässt sich nicht in ihre Karten schauen. Aber welchen Schluss sollen wir ziehen aus dem, was da gerade abläuft?

Glauben die Türken, sie könnten das kultur-nationale Erwachen der Kurden mit militärischem Terror stoppen und unterdrücken?

Glauben die Türken, die NATO sei bereit, einen ihrer unentbehrlichen Verbündeten gegen den IS zu opfern?

Politisch könnte sich Erdogans Kriegskurs gegen die PKK für ihn auszahlen. Dieser Kurs dürfte unter Türken überaus populär sein – nicht nur bei den Wählern der MHP. Die AKP wird wieder die absolute Mehrheit der Mandate erringen – und Erdogan käme seinem Ziel, Sultan und Alleinherrscher der Türkei zu werden, auf diesem Kriegswege näher.

Längerfristig ist diese Konzeption auch für die Türkei eine Katastrophe. Entsetzt über das kultur-nationale Erwachen der Kurden bemerken viele Türken nicht, dass die eigentliche Gefahr für sie vom IS ausgeht.

Anmerkung: Ich bin gern bereit, über den PKK-Terrorismus zu sprechen. Aber nur im Zusammenhang mit dem türkischen Staatsterrorismus gegen die Kurden und ihr Streben nach kultureller Eigenständigkeit und politischer Autonomie.

25.07.

Incirlik

darf die NATO jetzt für Angriffe auf den IS nutzen.

Hürriyet

Warum erst jetzt?

Außerdem: Eine IS-freie Zone soll in Nordwestsyrien dadurch gesichert werden, dass man von Incirlik aus die Dschihadisten von der FSA gegen die Dschihadisten vom IS durch Luftunterstützung stärkt.

Das Interesse der Türkei dabei: Diese Gebietsstreifen sollen nicht den Kurden (der YPG) in die Hände fallen.

Lieber kooperiert man mit Dschihadisten.

24.07.

Türkei greift IS militärisch an

Erstmals. Es sind ein paar Luftschläge gegen grenznahe IS-Stellungen.

Das kann nun zweierlei bedeuten:

1. Die Türkei nimmt nun – nach langem Zögern – den Kampf mit dem IS auf. Es wäre die dritte Wende in der Syrienpolitik: Die erste: Erdogan wendet sich gegen seinen früheren Freund und Verbündeten Assad und unterstützt logistisch (man weiß nicht genau, in welchem Umfang) den Aufbau der dschihadistischen Front gegen das Regime in Damaskus. Die zweite: Die Türkei reduziert diese Hilfe weitgehend, versucht sich neutral zu halten, gibt den Dschihadisten (auch vom IS) aber immer noch einen gewissen Spielraum in der Türkei und an der Grenze. Jetzt die dritte: Kriegshandlungen werden eingeleitet; es könnte sein, dass die Auseinandersetzung eskaliert. Beide werden dabei verlieren, die Türkei und der IS. Aber vielleicht können beide trotzdem nicht mehr anders.

2. Es kann aber auch sein, dass die Türkei es bei dem einen Vergeltungsschlag (wegen Suruc) belässt und hofft, den Krieg mit dem IS vermeiden zu können. Auch, um sich auf den bevorstehenden Krieg mit den Kurden vorbereiten zu können. Es wäre dann klug vom IS, würde er sich zurückhalten, also nicht mit einer Eskalation antworten.

Ich tippe erst einmal auf die zweite Deutung.

Sie enthält allerdings auch zwei Illusionen. Kann die Türkei den Kampf gegen die Kurden gegen den Willen der NATO führen? Einer NATO, für die – unter der Hand – PKK und YPG längst Verbündete im Kampf gegen den IS sind? Da sind der Türkei die Hände gebunden. Die zweite Illusion: Früher oder später kommt der Showdown IS contra Türkei oder ‘Türkei contra IS. Der Versuch, sich per Neutralität und heimlicher Unterstützung das Stillhalten des IS zu erkaufen, könnte noch einige Zeit funktionieren, aber die Zeit ist begrenzt.

Auch nach innen tut sich was. Sicherheitskräfte greifen auf IS-Vertreter und auf PKK-Anhänger und Linksradikale zu, nach dem Motto, linksradikal und gewalttätig sind sie allesamt. Damit entfremdet sich die AKP die Kurden (diejenigen, die der PKK durchaus distanziert gegenüberstehen) noch mehr als bisher schon.

21.07.

Suruç, der IS und die AKP

Bisher 32 Tote, 100 Verletzte. Fast alle junge Kurden, die gerade gekommen waren, um nach Kobane über die Grenze zu reisen und dort beim Wiederaufbau zu helfen. (300 von ihnen hatten sich im Garten des Kulturzentrums zu einer Pressekonferenz versammelt.)

Davutoglu, (formal) AKP-Chef und Ministerpräsident, hat insofern sofort richtig reagiert, als er den IS verantwortlich gemacht hat für den Anschlag, obwohl sich der noch nicht mit einer Stellungnahme gemeldet hat.

Die HDP, die YPG und die PKK beschuldigen dennoch die AKP bzw. Erdogan als verantwortlich oder mitverantwortlich.

Nun, hat nicht Erdogan immer wieder betont, die PKK/YPG/HDP seien die Hauptfeinde in diesem Konflikt? Steht nicht Erdogan für die Unterstützung des IS im Krieg mit Assad? Hat nicht der AKP-Staat dafür gesorgt, dass sich IS-Anhänger ungehindert in der Türkei ausbreiten dürfen (man denke etwa an die Versammlung von über 1000 IS-Anhängern zum öffentlichen Gebet in Istanbul).

Es gab in den letzten Wochen einige Verhaftungen von IS-Mitgliedern in der Türkei; man hört aber von keinen Anklagen und darf annehmen, dass die alle oder fast alle gleich wieder freigelassen worden sind. (Die Verhaftungen sind vermutlich nur Schaufensterpolitik.)

Erdogan macht uns und den Kurden immer wieder klar, dass er die eigentliche Bedrohung bei den Kurden sieht und nicht beim sunnitischen Partner im Krieg gegen Assad, dem IS.

So hat er die Türkei in den Syrienkrieg verwickelt und für den IS geöffnet und offen gehalten.

Das alles wird man berücksichtigen müssen, wenn man die Wut der Kurden auf Erdogan nachvollziehen will.

Für die regierungsnahen Medien (einschließlich dtn, auf Deutsch) ist das Grund, 90% der Berichterstattung und der Emotion in Hasstiraden auf die Kurden zu investieren. Auf die Opfer. Auch hier wird klar, dass nicht der IS der Feind ist, sondern die Kurden.

Einseitig und überdreht ist der Vorwurf an die AKP trotzdem. Die Mörder sind vom IS; auch wenn der IS kaum als Feind behandelt wird. Bisher jedenfalls.

Vermutlich dient der Terroranschlag dem IS auch oder vor allem als Warnung an die Türkei: Haltet euch mit euren Maßnahmen gegen unsere Leute zurück. Es könnte euch sonst genauso gehen wie den kurdischen jungen Leuten hier in Suruç. Und dann Tourismus adé, liebe Türken!

21.07.

Bahçeli, der Rassist

Die Türkei Erdogans hätte gern sehr viel engere, reichere Beziehungen zu China, ökonomisch und politisch. Als Gegengewicht zum Westen.

Da spuckt ihm der Uighurenkonflikt in die Suppe.

Der chinesische Staatsterror gegen die hartnäckig nach Souveränität (föderal in China oder via Unabhängigkeit) strebenden Uighuren, ihr Widerstand gegen die systematische und brutale Sinisierung ihres Landes, weckt die wüsten nationalchauvinistischen und rassistischen Instinkte bei einem erheblichen Teil der Türken.

Ihr Sprecher: Bahçeli, Chef der MHP.

Er kommteniert die jüngsten gewalttätigen Übergriffe auf chinesische Lokale, chinesisch aussehende Personen (auch ein Koreaner ist darunter), chinesische Einrichtungen:

“Our nationalist youth is sensitive to injustices in China. They should have the freedom to exercise their democratic rights. These are young kids. They may have been provoked. Plus, how are you going to differentiate between Korean and Chinese? They both have slanted eyes. Does it really matter?”

al-monitor

Ich übersetze:

“Unsere nationalistische Jugend ist empfindlich bezüglich der Ungerechtigkeiten in China. Sie sollten die Freiheit haben, ihre demokratischen Rechte auszuüben. Das sind junge Leute. Man hat sie vielleicht provoziert. Dazu kommt, wie soll man denn zwischen einem Koreaner und einem Chinesen unterscheiden? Sie haben beide Schlitzaugen. Ist das (der Unterschied?) wirklich wichtig?”

Das klingt nicht nach einem Scherz.

Die “Jungen Nationalisten” der MHP ziehen Flahnen auf, auf denen sie nach dem Blut der Chinesen lechzen.

Und die chinesische Provinz Sinkiang nennt man in nationalistischen Kreisen generell Ost-Turkestan.

Die Kurden im eigenen Land diskriminieren, ihnen ihr kulturelles Selbstbestimmungsrecht, die Autonomie im Rahmen eines föderalen Systems verweigern – aber für die Uighuren eben dies von den Chinesen zu fördern: Das ist für sie kein Widerspruch. Denn Türken sind natürlich für nationalistische Türken etwas Besonderes, etwas Anderes, etwas Besseres.

Für Erdogan, der in dieser Hinsicht ein etwas weitsichtigerer Nationalist ist (vielleicht dank seiner Religion), ergibt sich daraus ein weiteres politisches Dilemma. Sein China-Schmusekurs hat wohl wenig Chancen, unter den Türken populär genug zu werden, um zur Alternative zum EU-Kurs werden zu können.

Kommentare

  1. Korbinian meint:

    Dieser Turko-Rassismus ist dermaßen lächerlich und grenzdebil dass einem der Atem stockt. Man stelle sich vor unsere Nazis gehen für Afrikaans-sprechende Coloureds/Kleurlinge in Südafrika auf die Straße.
    https://en.wikipedia.org/wiki/Coloured

  2. Korbinian meint:

    Die Nazis müssten dann (wenn die Kleurlinge von z.B. den Zulu unterdrückt werden) irgendwelche Schwarzen zusammenschlagen, weil das ja alles Neger sind.

  3. über Zafer Senocak meint:

    Der unaufhaltsame Niedergang des Islam -von Zafer Senocak, ein mutiger Mann mit dieser Analyse:

    http://www.welt.de/debatte/kommentare/article144278938/Der-unaufhaltsame-Niedergang-des-Islam.html

  4. Korbinian meint:

    Ein lesenswerter Artikel von Zafer Senocak (eine Lagebeschreibung) : http://m.welt.de/debatte/kommentare/article144278938/Der-unaufhaltsame-Niedergang-des-Islam.html

  5. Axel Schaper meint:

    Es gibt sicherlich dann und wann inhaltliche Gründe für einen Kommentar; hier aber nur eine nötige Berichtigung: dtj ist das Deutsch-Türkische Journal, dtn heißt Deutsch-Türkische Nachrichten. Letztere kritisiert Brux zu Recht für die Nähe zum büyük usta.

  6. Jakobiner meint:

    Die PKK hat nun zwei türkische Polizisten als Reaktion auf das Attentat in Suruc erschossen mit der Begründung, dass diese mit dem IS unter einer Decke stecke. Erdogan bleiben nun drei mögliche Optionen: Gegen den IS mehr vorgehen, zu hoffen, dass über die Sache in den nächsten Wochen Gras wächst oder ein anderes Thema die Schlagzeilen beherrscht oder aber eben die antikurdische Karte zu spielen. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass er die dritte Variante wählt.

  7. Korbinian meint:

    Hier mal ein kurzes aber knackiges Interview mit Ahmet Sik zur Lage:

    http://www.zeit.de/kultur/2015-07/tuerkei-journalismus-meinungsfreiheit-ahmet-sik

  8. Jakobiner meint:

    Interessant, Ahmed Sik rechnet also auch mit einer Intervention Erdogans in Nordsyrien. Nur: Dann hätte er Kurden und IS gleichzeitig als Feinde und vielleicht auch noch Assad , den Iran und die Hisbollah. Die No-Problem-Politik würde sich in eine All-Problems-Politik verwandeln. Erdogans Außenpolitik ist jetzt schon gescheitert, die Türkei wird schon nicht mehr als Regionalmacht wahrgenommen, inziwschen aber Iran,wie folgender lesenswerter Artikel in Al-Monitor zeigt:

    http://www.al-monitor.com/pulse/originals/2015/07/turkey-west-european-union-us-time-to-readjust-compass.html

    http://www.al-monitor.com/pulse/originals/2015/07/turkey-iran-greece-european-union-geopolitical-parenthesis.html

  9. Danke für den Hinweis. Ich mach mich gleich an die Korrektur.

    ( An alle: Bei mir funktionieren seit gestern weder Internet noch Telefon. Also schreibe ich von einer anderen Adresse aus. Hoffentlich schafft Vodafone es, den Defekt rasch zu analysieren und zu beseitigen.)

  10. Jakobiner meint:

    Die Türkei hat sich jetzt ein Feuergefecht mit dem IS geliefert.Momentan sieht es aber aus, als wolle man erst nur die Grenze dichtmachen, unter anderem mit einer transportablen 150 Km langen Mauer.Obama sagte Erdogan Hilfe zu:

    http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/krisen/id_74818828/tuerkei-beschiesst-is-im-syrischen-grenzgebiet.html

  11. Jakobiner meint:

    Der Nahostexperte der Uni Mainz ist der Anischt, dass Erdogan nicht gegen den IS vorgehen wird, da der Anschlag in Suruc nur Erdogans Gegnern galt, Erdoganistan zu viele gemeinsame Interessen mit dem IS gegen Kurden und Assad hat, zumal auch der Nukleardeal ziwschen den USA und Iran die sunnitische Schicksalsgemeinschaft noch verstärken dürfte:

    http://www.t-online.de/nachrichten/ausland/krisen/id_74797844/nach-suruc-anschlag-darum-bleibt-die-tuerkei-an-der-seite-des-is.html

  12. Jakobiner meint:

    Also vielleicht die Grenzen versuchen dichtzumachen, ein paar IS-Leute in der Türkei symbolisch verhaften und auch mal zurückschiessen.Eine gegenteilige Hypothese ist, dass Erdogan die Türkei jetzt als Regionalmacht beweisen will nach dem Atomdeal der USA mit dem Iran und dazu auch zu einer Syrieninvasion bereit ist. Das wäre aber sehr riskant und könnte die Lage völlig eskaliseren lassen, da die Türkei dann sowohl Kurden, wie IS wie Assad/Hisbollah/Iran zum Feind hätte und vielleicht in der Türkei dann auch wieder die PKK aktiv werden könnte. Falls Erdogan den Marsch nach Damaskus anterten sollte, müsste er schon größenwahnsinnig sein und ob das das türlische Militär und die NATO mitmachen, bleibt auch fraglich.

  13. Ja mach nur einen Plan
    Sei nur ein großes Licht
    Und mach dann noch nen zweiten Plan
    Gehn tun sie beide nicht

    Könnte das Erdogans Situation zwischen Assad – Kurden – IS – USA/EU sein?
    Ich glaube, alles, was er (bzw. die Türkei) da machen kann, wird falsch sein.
    Welche der schlechten Optionen wird – aus seiner Perspektive – am wenigsten falsch sein?

    Könnte sein: die Schonung des IS.
    Könnte aber auch sein, dass es das nicht mehr ist, weil weder die USA (und damit das türkische Militär) noch der IS diese Nicht-Fisch-Nicht-Fleisch-Politik noch allzu lang mitzumachen bereit sein werden.

  14. Jakobiner meint:

    Die Frage stellt sich ja auch, ob Erdogan bewußt ist, dass sich der IS auch gegen ihn wenden wird oder ob er auf eine Moderation des IS hofft.
    Irgendwie versucht man ja das Phänomen IS in Kategorien und Analogien zu bekommen.Mal als Vergleich zum Kommunismus: Könnte es sein, dass der IS momentan noch in jener Phase des Leninismus-Trotzkismus ist, der die Weltrevolution wollte, keine Grenzen kannte oder wie der IS sagt: Wir kennen keine Grenzen, sondern nur Fronten.
    Hofft die Türkei Erdogans dann vielleicht auf eine Stalinistische Phase des IS quasi eines Sozialismus in einem Land, einer Umma in einem Kalifat, einer Art Staatswerdung und der Absage an weltrevolutionäre Aktivitäten des IS, d.h. die Hoffmnung aus einem IS-Staat könne so ein Staat wie Saudiarabien werden, den man auch mit politischen und staatlichen Mitteln dann einbinden kann.Dennoch war ja bei den Kommunisten unter Lenin/Trotzki vor allem die internationale Arbeiterklasse das revolutionäre Subjekt, während der IS ja eher nur die sunnitische Ummah, als einen wesentlich begrenzetere, wenngleich zahlenmäßig immer noch bedeutende potentielle Audienz hatte.

  15. Jakobiner meint:

    Ein türkischer Freund meinte, dass neben den 1,2 Millionen syrischen Flüchtlingen im türkischen Grenzgebiet auch inzwischen 300 000 syrische Flüchtlinge allein in Istanbul seien, die Anzahl von IS-Sympathisanten und IS-Anhängern recht enorm sein könnte, zumal IS-Leute sich ja bisher in der Türkei recht ungestört hätten bewegen können–mit Ausnahme eben jener Verhaftung von ca. 500 IS-Symps in den letzten Wochen. Der IS habe also jederzeit die Möglichkeit die Türkei wie auch deren Metropolen mit einer Terrorwelle zu überziehen. Das könne dann den Ausnahmezustand und Kriegsrecht bedeuten, was wiederum Erdogan in die Hände spielen könnte, um dann doch noch seine Präsidialdiktatur durchzubekommen.Zumal auch die Kurden und ihre PKK dann sicherlich aktiv würden.Die Situation hat schon auch innenpolitische Brisanz.

  16. Nichts gegen historische Analogien.
    Aber sieht es im Moment wirklich so aus, als ob der IS sich so extrem mäßigen würde, dass die Nachbarn (und wir) mit ihm leben könnten? Eine solche Mäßigung und Normalisierung würde seine Lebensgrundlage und seine Attraktivität für verrückte Muslime zerstören. Die Kommunisten hatten immerhin ein ökonomisches Programm, das sie durchziehen konnten und das dem Kommunismus zeitweise eine gewisse Stabilität und sogar Stärke verliehen hat. Ist davon was beim IS zu bemerken?

    Der Kommunismus hatte was Konstruktives. Beim IS kann ich davon nichts erkennen. Außer natürlich, man meint, eine Gesellschaftsstruktur wie die im Hedschas des Jahres 600 wäre mit der modernen Welt und ihren Technologien und Vernetzungen durchaus kompatibel.

  17. Die Zahl der syrischen Flüchtlinge in der Türkei wird offiziell (es sind UN-Angaben) auf 1,8 Millionen geschätzt. Tendenz weiter steigend. Erdogan und ich werden hier einer Meinung sein: Unter diesen Flüchtlingen befinden sich genug IS-Terroristen, um die Türkei in den Horror zu bomben.

    Anders als ich kann Erdogan das aber nicht öffentlich sagen. Denn man würde dann fragen, wie es dem Großen Führer gelungen ist, diese Gefahr zu erzeugen.

  18. conring meint:

    @ Leo Brux
    “Anders als ich kann Erdogan das aber nicht öffentlich sagen. Denn man würde dann fragen, wie es dem Großen Führer gelungen ist, diese Gefahr zu erzeugen.”
    Da muss man ja aber doch auch mal fairerweise sagen, dass Erdogan den Bürgerkrieg in Syrien nicht geplant und auch nicht ausgelöst hat. Mit Assad hat er sich ja sogar im Rahmen seiner Null-Probleme-Außenpolitik sehr gut verstanden, inklusive gemeinsamer Familienurlaub.
    Und einen genialen Masterplan, der innerhalb kürzester Zeit den IS verschwinden lassen und Syrien befrieden wird, hat nunmal überhaupt niemand, wenn man von J. Todenhöfer mal absieht.

  19. Jakobiner meint:

    Zu Conring:

    Die Frage ist aber, warum Erdogan die 180-Grad-Wende machte. Er hätte ja auch weiterhin Assad unterstützen können. Waren es humanitäre Gründe? Daran glaube ich weniger. Ich glaube eher, er sah die Möglichkeit, dass die Muslimbrüder die Macht ergreifen und er so einen Bündnispartner für sein neoosm,anisches Reich gehabt hätte.

  20. Erdogan hätte sich neutral positionieren können; er hat aber die Dschihadisten stark gemacht, zusammen mit den Golfstaaten hat er sie gesponsort und ihnen die Grenze geöffnet, damit sie militärischen Widerstand gegen Assad aufbauen konnten. Später dann hat er getan, was er tun konnte, um weiter zum Sturz Assads (also zum Erfolg der Dschihadisten) beizutragen. Wahrscheinlich, so wie Jakobiner es vermutet, weil er glaubte, damit “seine” Muslimbrüder zu unterstützen. Das hat sich als fatale Fehleinschätzung erwiesen.

    Jetzt gibt es keine gute Lösung mehr, conring. Das ist es, was ich hoffentlich deutlich genug ausgedrückt habe.

    Wir können uns aber fragen, welche unter den schlechten Optionen die schlechteste und welches die beste sein könnte.
    Für UNS wäre wohl der Zusammenbruch des (gewiss verbrecherischen) Assad-Regimes die schlechteste. Für Erdogan aber – und das verüble ich ihm! – die beste. Denn sein Hauptgegner sind die Kurden, nicht die Dschihadisten. Eine fatal kurzsichtige Perspektive!

  21. Jakobiner meint:

    Die Frage ist auch, ob Erdogan nicht noch eine 180-Grad-Wende hinlegen würde, sich wieder mit Assad versöhnen, wenn die USA schon einen Deal mit dem Iran machen und er den USA nun auch wieder Incirlik für Luftschläge ggegen den IS gibt, wie auch die türkische Luftwaffe Einsätze gegen den IS fliegen lässt. Ist das denkbar?

  22. Jakobiner meint:

    Mal aus Erdogans Perspektive: Ziel war innenpolitisch eine Präsdidialdiktatur, zudem ein neoosmanisches Reich mit den Muslimbrüdern im sunnitischen Bogen, vielleicht dann sogar Marsch auf Damaskus, mekka und Jerusalem,eine Annäherung an China und Russland, Mitgliedschaft in der SCO,zumal Anerkennung als dominante Regionalmacht im Nahen Osten.Die Präsidialdiktatur scheiterte bisher, die Muslimbrüder wurden in Ägypten weggeputscht und radikalsiierten sich ion Syrien zum IS, der nun auch erste Anschläge auf die Türkei, China, die USA und Russland kamen mittels des Irandeals überein, den Iran als neue Regionalmacht anzuerkennen. Zum einen muss Erdogan darauf achten, dasss ihm die Türkei innenpolitisch nicht um die Ohren fliegt, zum anderen könnte es durchaus sein, dass er sich nun wieder mehr an den Westen anlehnt, wofür die Wiedereröffnung des US-Militärstützpunkts Incirlik spircht.Umgekehrt aber auch bezeichnend, dass bisher nur die Türkei und die USA reagieren wollen, der IS-Anschlag aber nicht zum NATO-Bündnisfall aufgeblasen wurde.SCheinbar heißt es auch in der Türkei: N boots on the ground, sondern Grenzsicherung, Inhaftierung der IS-und PKK-Netzwerke in der Türkei und Luftschlage mit den USA zusammen.Cielleicht erhofft sich Erdogan nachdem seine neoosmanischen und innenpolitischen Pläne einen Dämpfer erhielten, nun so wieder als Regionalmacht von den USA anerkannt zu werden.

  23. conring meint:

    “Für UNS wäre wohl der Zusammenbruch des (gewiss verbrecherischen) Assad-Regimes die schlechteste.”
    Wobei auch die Frage ist, was das Assad-Regime überhaupt noch in der Lage ist zu leisten. Im Augenblick sieht es doch sehr so aus, als wenn mehr als das Halten des gegenwärtig noch kontrollierten Territoriums nicht drin ist. Ob das Regime aus eigener Kraft in der Lage seine Herrschaft über das syrischen Gesamtterritorium wiederherzustellen, kann man schon bezweifeln.
    Und eine türkische Regierung, egal ob AKP oder TKKG, die einen quasi unabhängigen Kurdenstaat an ihrer Grenze goutieren würde, kann ich mir nur sehr schwer vorstellen.
    Die IS-Ideologen scheinen mir auch keine Strategie für ein Kalifat in seinen gegenwärtigen Grenzen zu besitzen, sondern den kleinen Jihad als großen Zweck ihres Gemeinwesens zu begreifen.
    Von daher wird es auch durch türkisches Eingreifen keine Lösung geben.

  24. Ein Dilemma für die NATIONALTürken. Wen wollen sie NICHT an der Grenze haben – den IS oder die Kurden? Beide nicht. Aber einmarschieren würde auch nichts dran ändern, außer, dass sie sich dann eben für den IS als Nachbarn entschieden hätten. GEGEN die NATO, gegen die EU.

    Wie gesagt, wenn das Assadregime zusammenbricht, gibt’s eine neue Flüchtlingswelle (von gigantischen Massakern mal abgesehen) – diesmal werden 2 Millionen Christen dabei sein, und die werden WIR aufnehmen müssen. WIR. Das “christliche” Europa. Wer denn sonst!

    Also nur mal voran, Erdogan! Voran mit der ethnischen und religiösen Säuberung Syriens. Immerhin, am Ende wäre Syrien zu hundert Prozent und verlässlich sunnitisch. Als nächstes käme dann wohl Jordanien dran? Oder der Libanon? Oder gar die Türkei?? Die ist ja noch längst nicht RICHTIG (nämlich total) gläubig-sunnitisch. Nicht einmal Erdogan selbst entspricht ganz dem Ideal.

  25. Jakobiner meint:

    Vielleicht kam Erdogan hier zur Ansicht, dass der IS, der sich aus radiaklisierten Sunniten vormaliger Muslimbrüder rekrutieren dürfte, nicht so instrumentalisierbar, ja vor allem kontrollierbar verhält wie von Erdogan für seine neoosmanischen Pläne gewünscht. Gegen den IS sind die Muslimbrüder ja eher noch gemäßigte Fundamentalisten. Es scheint ihm alles aus dem Ruder gelaufen zu sein, was bisher aus dem Ruder laufen konnte.

  26. Jakobiner meint:

    Aber ich halte eine weitere 180-Grad-Wende bei Erdogan auch wieder für nötig, nachdem seine No-Problem-Politik nun eine All-Problem-Politik wurde. Wie erklärt ihr euch sonst, dass er den USA Incirlik jetzt frei gibt und die türkische Luftwaffe jetzt gegen den IS vorggeht? Cem Özdemir meint, dies komme sehr spät, sei aber ein “game changer”. Und eine weitere Frage ist interessant: Spekuliert Erdogan vielleicht auch darauf, dass mit einer eventzuell republikanischen Regierung in den USA sich die Karten neu mischen lassen, ja die Türkei dann seitens der Neocons und Falken als Spitze gegen Assad und den IS die Entscheidung suchen lassen? Wie es aber asussieht wird es Hillary Clinton machen und die Republikaner zerlegen sich gerade selbst dank Donald Trump.Aber welche Politik ist unter Hillary Clinton zu erwarten? Obama Nachfolge oder eben doch liberaler Interventionismus?

  27. In den USA ist noch alles offen, d. h., man kann schlicht nicht vorhersagen, wer hier am Ende gewinnen wird. Clinton hat gute Chancen, Trump hat wohl null Chancen, aber vielleicht überraschen uns die Amerikaner mit einer politisch verrückten Kandidatur – und bis zum Wahltag läuft es aus irgend einem lächerlichen Grund schlecht für Clinton und gut für den Verrückten oder die Verrückte …

    Was macht ein verrückter Republikaner im Nahen Osten? – Er ist gegen fast alle, nur Israel, Jordanien und die Saudis mag er, und Sisi-Ägypten. Er stürzt Assad, bekriegt den Iran und die schiitischen Iraker, bereitet damit dem IS das Feld, dann schmeißt er Atombomben auf Syrien, um den IS aufzuhalten … So stelle ich mir das vor. Schließlich wird sich die ganze Welt gegen die Amerikaner verbünden, denn man bekommt den Eindruck, dass die noch gefährlicher, noch barbarischer sind als die Dschihadisten.
    (Eine Art worst case ist das. Ich hoffe sehr, dass es nicht so weit kommt. Aber ein Amerika, das von einem verrückten Republikaner regiert wird, könnte mich in einen Putinanhänger verwandeln. Und das will bei einem Putinfeind wie mir schon etwas heißen.)

    Es ist nicht nur so, dass die Zahl der failed states zunimmt; aich die Abenteuer-Politiker nehmen zu. Generell: der politische Irrsinn.
    Das hat seinen Grund in der totalen Überforderung der Menschheit. Wir haben uns eine Welt geschaffen, die immer mehr aus dem Ruder läuft. Beherrscht haben wir die Welt nie, aber früher war das nicht so schlimm, weil unsere Mittel nicht gewaltig genug waren, um allzu viel kaputt zu machen. Das ist jetzt anders, und es wird immer schlimmer. Destruktionspotenzial UND Unübersichtlichkeit der Verhältnisse nehmen beide zu.

  28. Cenki66 meint:

    Kein Wort über die Gewalt der PKK. Deine Analysen waren auch mal umfassender, Leo. Aber Erdogan macht wohl auch blind.

    Tzz

    #terrorunterstützer

  29. Korbinian meint:

    Keine Angst Cenki,
    Erdogan räumt auf.
    http://www.welt.de/politik/ausland/article144433477/Tuerkei-fliegt-nun-Luftangriffe-auf-PKK-Stuetzpunkte.html

    Aber dummerweise wird er wohl den IS im Land nicht so schnell klein kriegen. Nachdem die Dschihadisten im Schatten von Erdogans Muslimbrüdern wachsen und gedeihen konnten beißen sie nun in die Hand ihres Herrchens. Macht Dir das keine Sorgen, warmer Muslimbruder Cenki?

  30. Korbinian meint:

    Die Türkei steht gerade wieder fest an der Seite der USA:
    http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-07/tuerkei-islamischer-staat-luftangriffe

    Das wird unsere nationaltürkischen USA-Hater wahrscheinlich gar nicht erfreuen.

  31. Cenki66 meint:

    korbi

    ich bin seit 5 Wochen in der Türkei, die Berichte sind mir nicht entgangen und Angst habe ich keine. Wie du ja weisst, rekrutiert ja auch die PKK u.a. Kinder, jetzt verstehe ich deine Sympathie für die Truppe.

    Mir geht es hier um die “initiativgruppe”. ich glaube die Webseite sollte blog initiativgruppe antierdogan heissen. das bemängele ich hier schon länger. denn das was hier steht, kann ich auch in der axelspringerstiefelpresse bild und co. nachlesen und kommentatoren deinesgleichen gibt es auf diesen blättern zu genüge.

    nichts neues hier.

    #terrorunterstützer
    #germandoppelmoral

  32. Cenki66 meint:

    *kommentatoren, die das Niveau runterziehen

  33. Cenki66 meint:

    korbi

    noch ein nachtrag: wie gesagt, bin schon länger hier unten. und jeder, ob das nun verwandte sind oder mir fremde Personen: selbst der verblendetste AKPler, der unabdingbar für den friedensprozess war, hat die schnauze nun gestrichen voll. Die dafacto Regierung steht unter Zugzwang, so dass die Bevölkerung nun ein für alle mal Ruhe haben möchte.
    So viel zu meinen Beobachtungen, natürlich ist das nicht repräsentativ. Aber immerhin realitätsnäher als die Auslandskorrespondenten der Axelspringerstiefelpresse, die einmal die Istiklal hoch und runterlaufen und dann meinen, dass sie die gesamte türkische Gesellschaft erklären können.

    so sieht es nämlich auch hier aus: leo scannt sämtliche anti-Erdogan seiten und vergisst dann eben mal zu erwähnen, dass auch die pkk zur Gewalt griff, obwohl diese Sache weniger mit der pkk zu tun hatte. ich unterstelle ihm dabei nicht mal böse Absicht, sondern mangelnde recherche. und das tut ein hetzblatt für 80 pfennig auch.

  34. Cenki,
    bei deiner Kritik an der PKK übersiehst du konsequent nationaltürkisch die Verbrechen des türkischen Staates seit Atatürk und bis in die jüngste Zeit an den Kurden. Du übersiehst den türkischen Staatsterrorismus und den völkischen Assimilationsdruck, den die Türken auf die Kurden seit Atatürks Zeiten ausgeübt haben. Dagegen hat sich die PKK gebildet. Sie hat nicht weniger brutal zurückgeschlagen.

    Auch für die jetzige Zeit kann man feststellen:
    - Der türkische Staat setzt immer wieder mal (wenn auch zurückhaltender als früher) terroristische Gewalt gegen die sich organisierenden Kurden ein. Mit entsprechender Gegengewalt ist dann zu rechnen.
    - Das Problem haben die Türken, nicht die Kurden verursacht.

    Ich attackiere hier nicht speziell Erdogan in dieser Frage. Ihn natürlich auch. Aber vor allem meine ich Türken wie dich. Ich attackiere die Nationaltürken. Diejenigen Türken, denen das Türkischsein wichtiger ist als das Menschsein. Den nationalkranken, nationsbesoffenen Türken. Nationalismus akzeptiere ich nur bei denen, die durch eine übermächtige Nation aus nationalistischen Gründen unterdrückt werden. Nationalismus ist ein Fieber. Der Organismus wehrt sich gegen eine Krankheit. Die Nationalisten würden gern ihr Nationalfieber auf Dauer stellen.

    Du, Cenki, wirst dich als Deutscher (nicht im nationalistischen, sondern im staatsbürgerlichen Sinn) entscheiden müssen, ob du das völkische Konzept vertreten willst. Wenn ja, dann musst du auch den Deutschen erlauben, das völkische Konzept des Deutschtums zu vertreten. Du weißt, was das für nichtassimilierte (!) Türken in Deutschland heißen würde? Das völkische Denken läuft darauf hinaus, alles Fremde zu eliminieren, also erst einmal radikal auszugrenzen und im zweiten Schritt dann rauszudrängen, ggfs. zu deportieren. Wie kann man in Deutschland als Deutschtürke türkisch-völkisch denken, ohne dies zu berücksichtigen?

    Lies dir die Diskussionsbeiträge von Karlsen durch. Da hast du den völkischen Deutschen. Gefällt er dir? Kaum. Aber du bist ideologisch (das Völkische betreffend) mit ihm verwandt.

    (Im Falle der Kurden kommt noch verschärftend hinzu, dass sie – relativ zu den Türken – keine Einwanderer in Ostanatolien sind. Sondern ein indigenes Volk.)

  35. dtn ist mehr oder weniger ein Erdogan-Organ geworden.

    Die HDP hat natürlich nicht, wie unterstellt, vorher zur Gewalt aufgerufen.
    Und wenn sie jetzt betonter als vorher an den Frieden mahnt und ans Verhandeln, dann würde ich das nicht so kommentieren, wie dtn das macht.
    Wie schon Cenki zeigt: Die Nationaltürken wollen jetzt den Krieg mit den Kurden. Das erhöht ja auch Erdogans Chancen, genug Wählerstimmen für die nächste Wahlrunde und eventuell für eine Sultansverfassung zu bekommen.

    Dass ein paar Bomben auf IS-Stellungen geworfen wurden, ist – so müssen wir wohl annehmen – nur die Ablenkung vom eigentlichen, dem Krieg mit den Kurden. Erdogan hat immer klar gemacht, dass die PKK Gefahr Nummer eins ist und Priorität hat. Möglicherweise hat er darüber sogar mit dem Kalifen gesprochen und ihm gesagt: Pass auf, ich helfe dir jetzt gegen die Kurden, die euch ja doch einige militärische Probleme in Nordsyrien machen; und dafür muss ich, um den Westen und die NATO abzulenken, auch ein paar Bömbchen auf euch abwerfen. Aber meine Aktionen gegen die PKK helfen euch sicher mehr als diese Alibibömbchen euch schaden.

  36. Cenki66 meint:

    Leo,
    Du brauchst nicht vom Thema ablenken. Ich lebe nach den Regeln des Islam, jeglichen Nationalismus lehne ich ab und kenne auch die Fehler seit der Republik Gründung. Das habe ich gefühlt zehn Mal erwähnt.
    Ich hätte von dir erwartet, dass du in diesem Fall die Morde der PKK mit in deine Analyse einbezogen hättest. Du bist unseriös, scheinbar ist dir türkisches Blut billiger.

    Und tschüss

    #terrorunterstützer

  37. Das sind wir wohl irgendwie beide, Cenki …

    Und tu mal nicht so, als ob du kein türkischer Nationalist wärst. Davor bewahrt dich auch deine Religion nicht. Sie verschmilzt nur damit.

    Wie wäre es sonst möglich, dass du die Ursache des PKK-Terrorismus NUR bei den Kurden und nicht AUCH und VOR ALLEM bei den Türken (Staat und Volk) siehst?

    Weil du als Nationaltürke blind für die Fehler der Türken (nicht nur der von Atatürk und den Kemalisten) bist.

    Auch Völker machen Fehler – und bezahlen dann dafür.

  38. Erdogan war derjenige, der die Aufarbeitung der Machenschaften des tiefen Staates erst ermöglich hat. Durch den Ergenekon Prozess kam erst zum Vorschein, dass das türkische Militär bzw Geheimdienst (Jitem) die kurdische Zivilbevölkerung damals massiv terrorisiert hat. Dazu kam die türkische Repressionspolitik und wenn ein Visionär wie Turgut Özal etwas verändern wollte, wurde er ermordet (vermutlich auch durch den tiefen Staat). Einseitige Schuldzuweisungen sind jedoch schwachsinnnig, da die PKK nicht nur türkische Soldaten und Zivilisten auf dem Gewissen hatte, sondern auch die kurdische Bevölkerung terrorisiert hat. Wer als Kurde nicht für die PKK war, war ihr Feind und wurde somit umgebracht, Kinder wurden als Soldaten in die Berge verschleppt, es wurde Schutzgeld erpresst und massiv Drogenhandel betrieben. Die beiden letzten Punkte kamen auch in Deutschland zur Anwendung, wie der Verfassungsschutz festgestellt hat. Weiterhin ist die PKK auf der internationalen Drogenliste.

    Erdogan war derjenige, der der kurdischen Bevölkerung mehr Rechte gegeben hat, er war derjenige, der eine friedliche Lösung in Kooperation mit Öcalan (womit sich Erdogan viele Feinde auf Seiten der Opposition und der türkischen Bevölkerung geschaffen hat) angestrebt hat. Jetzt Erdogan vorzuwerfen, er würde die Friedensbemühungen sabotieren ist schwachsinnig, da er diese überhaupt erst ins Leben gerufen hat. Nicht umsonst hat Erdogan bei den vorletzten Wahlen eine Menge Stimmen von der kurdischen Bevölkerung erhalten. Er war es, der den Kurden mehr Rechte und Ihre Identität wieder gegeben hat (kurdisch an Schulen, Umbenennung der Orte in ihre alten kurdischen Namen, kurdischer Sender etc). Die Stimmverluste bei den aktuellen Wahlen sind wohl einerseits auf den ins Stocken geratenen Friedensprozess sowie die Zurückhaltung in Bezug auf Hilfe für die Kurden in Kobane und andererseits aufgrund des Glaubwürdigkeitsverlusts in Folge der Korruptionsvorwürfe einzuordnen.

    Die PKK, welche aktuell gerne als Unschuldslamm dargestellt wird, hat allein seit Juni mehrere türkische Militärstationen angegriffen, hat zuvor bereits während des Waffenstillstands ohne Ende die Projekte in Osttürkei sabotiert (wie z.B. den Bau des Flughafens in Sirnak), hat allein seit dem Anschlag in Suruc zwei Polizisten ermordet, weitere zwei Polizisten in einen Hinterhalt gelockt (1 gestorben, 1 schwer verletzt), zwei Zivilisten ermordet (standen laut PKK angeblich dem IS nahe) und einen Soldaten umgebracht. Die Reaktion der Türkei mit der Bombardierung im Nordirak ist damit absolut verständlich. Und erst daraufhin “kündigt” die PKK den Waffenstillstand? Das ist wohl ein schlechter Witz. Man sollte aufhören hier von Krieg gegen die Kurden zu schreiben, es ist ein Krieg gegen die PKK und nicht gegen die kurdische Zivilbevölkerung. Die PKK ist nicht gleich “die Kurden”, wie uns gerne in den Westmedien suggeriert wird. Schließlich wurden aus Syrien auch eine Menge kurdischer Flüchtlinge in der Türkei aufgenommen. Und zur kurdischen Autonomieregierung in Nordirak pflegt die Türkei beste Beziehungen.

    Was die HDP anbelangt, ist schwer zu beurteilen. Demirtas ruft nach dem Suruc-Anschlag dazu auf, dass sich die Kurden bewaffnen sollen, hat vor der Wahl bereits mit Terror gedroht, wenn man die 10% Hürde nicht schaffen sollte oder bspw. eine Abgeordnete nach den Wahlen sagte wörtlich “ihr werdet euch aus diesem Land verpissen, wir wissen, wie wir die Kalashnikovs, welche ihr auf uns richtet, auf euch richten werden”. Diese Drohung war an die kurdischen Dorfschützen, welche für den türkischen Staat arbeiten, gerichtet. Die HDP kann viel von Menschenrechten und friedliches Miteinander erzählen, erweckt bei mir jedoch bei solchen Reden nicht gerade einen friedfertigen Eindruck!

  39. Cenki66 meint:

    scheinst mich ja besser zu kennen als mich.
    wie gesagt, der Staat hat genügend Fehler gegenüber Minderheiten getan, das weiss ich, zum x-ten mal. Ich fordere aber meine Rechte demokratisch ein und nicht mit Molotow-, Kalashnikow und co.
    Heute sind wieder zwei Soldaten gefallen, fasel’ du noch weiter mit deiner Anti-Erdogan Kampagne. Du machst dich unseriös, dein Medium hat kein Unterschied mehr zu dem Mainstream Bullshit. So kann man sein Medium auch verhunzen.
    Du sollst Türkei Freund sein?? Ein verblendeter Heuchler bist du, wenn du in deinen Analysen nicht mal Worte über die Gewalt der PKK verlierst. Du misst mit zweierlei Maß und lenkst auf mich. Sagen wir ich sei der größte türkische Fascho, der rumläuft, das sollte aber dir keinen Anlass geben, nicht über die Gewalt der PKK zu berichten, das versuche ich die ganze Zeit zu vermitteln. Lieber wirfst du mit Nebelkerzen in dem du mit Nationalismus vorwirfst. Kehr’ erst mal vor der eigenen Tür und erwähne mal lieber in deinen Analyse u.a. auch die Gewalt der PKK, denn die ist gerade NACH dem Vorfall in Suruc nicht unerheblich.
    Bevor du das nicht tust, bist du für mich ein verblendeter Heuchler oder aber es steckt Kalkül dahinter. Wenn du dann auch noch rotzfrech erzählst, dass du Türkei Freund bist, dann bedeutet es, dass du eine Frau, die kurz vor dem Ertrinken ist, rettest um sie dann anschliessend zu vergewaltigen.

    Das gleiche tun übrigens deutsche Politiker. Scheinbar gibt es bessere Terroristen, siehe Reaktionen auf die Äusserungen von von der Leyen.

    Ich habe fertig.

    #GermanDoppelmoral
    #Terrorunterstützer

  40. Da sollte sich Leo mal in “unseren” İstanbuler Stadtteil Sultanbeyli begeben. Da wird er sicherlich ganz schnell eines Besseren belehrt werden was das Nicht-zur-Gewalt- Aufrufen der Kurden angeht. Dieser Stadtteil ist von sehr vielen Kurden bevölkert und ausserdem der Wahlkreis von Selahattin Demirtaş. Ja, wirklich. Das kannst du sicher bei Onkel Google rausfinden, Leo.
    Was dort jedes Jahr an Nevruz zum Beispiel los ist. Oder aber auch ganz besonders jetzt. Was meine Stiefsöhne da so zu berichten wissen… Holla die Waldfee.. Sultanbeyli ist normalerweise recht ruhig, aber sobald irgendwo was in Bezug auf kurdische Belange losgeht, ist dort Kriegsgebiet, da wird dem Aufruf der Oberkurden gefolgt.

  41. Cenki,
    ich wiederhole mich: Die Gewalt in der Türkei im Fall der Kurden geht seit Atatürk vom Staat aus. Die Kurden haben darauf nur reagiert. (Manchmal problematisch, das gebe ich zu.)

    Dein konsequentes Leugnen der türkischen (!) Verantwortung für die Verbrechen der PKK zeugt von DEINER Doppelmoral. Die Türken dürfen über die Kurden terroristisch herfallen, die Kurden dürfen sich dagegen nicht mit Gewalt wehren. Warum hat die Türkei (warum haben türkischer Staat und türkische Mehrheitsgesellschaft) den Kurden im Lande nicht kurdische Schulen und Universitäten, kurdische Medien, Kurdisch als zweite Amtssprache, kurdische regionale Autonomie zugestanden? Das sind doch alles Selbstverständlichkeiten, Cenki. FÜR UNS hier in Deutschland sind das Selbstverständlichkeiten. Für dich scheinbar nicht.

    Jeder PKK-Terroranschlag ist auch Folge türkischer Fehler, türkischer Verbrechen.

    Jetzt erleben wir ein kurdisches Erwachen. Du möchstest es (wie vermutlich die meisten Türken) durch Staatsterror zerstören.

    Was hindert dich und deine Türken daran, die Kurden als zweites Staatsvolk der Türkei zu betrachen und die kulturellen und politischen Konsequenzen aus einer solchen Anerkennung zu ziehen?

    Auf solche Dinge gehst du nicht gerne ein. Lieber fixierst du dich auf einzelne Terroranschläge – als Vorwand dafür, dass man die Kurden NICHT als zweites Staatsvolk der Türkei anerkennen könne.

  42. Emre,
    die PKK möchte gerne politisch in dem Gebiet, in dem die Mehrheit der Menschen kurdisch ist und politisch hinter ihr steht, politisch mitreden. Wenn Ankara das vernünftig machen würde, gäbe es die von dir erwähnten Probleme nicht.

    Was Erdogan angeht: Er hat 10 Jahre lang relativ gut Politik gemacht. Ich habe ihr darum unterstützt. (Wenn auch immer mit einer gewissen Vorsicht und Reserve, weil er und seine Partei mir nicht zuverlässig liberal erschienen sind.) Ich hab hier auch immer wieder – in vielen Artikeln! – sehr begrüßt, dass der Militärkemalismus entmachtet worden ist.
    Seither hat Erdogan seine Politik geändert. Jetzt braucht er den Krieg mit den Kurden dafür, sein Ziel, die Alleinherrschaft, zu erreichen.

    Die Kurden tun gut daran, sich zu bewaffnen. Schließlich hat Erdogan ihnen den Krieg erklärt.

  43. Silvia,
    haben denn die Kurden nicht gute Gründe dafür, Türken mit größtem Misstrauen zu begegnen? Schließlich werden sie seit Atatürks Zeiten brutal nicht nur vom Staat, sondern auch von den national denkenden Türken unterdrückt. Gibt es etwa in Sultanbeyli ein kurdisches Schulsystem? Wieso nicht? Gibt es in den Heimatgebieten der Kurden ein kurdisches Schulsystem? Warum nicht?

    Ohne Kampf werden sie gegen die völkisch denkenden Kurden nicht viel erreichen. Aber jede Kampfaktion der Kurden ist die Folge der türkischen Unwilligkeit, die Kurden als eigenständiges Volk anzuerkennen und ihnen voll und ganz kurdische Kultur, kurdisches Bildungssystem, politische Autonomie in ihren Heimatgebieten zuzugestehen.

    Es war und ist schon klug von Demirtas und seiner HDP, es immer auch wieder friedlich und mit Verhandlungen zu versuchen. Aber das passt Erdogan im Moment nicht in sein Konzept. Er braucht das Chaos, damit die Türken ihn am Ende doch endlich zum Alleinherrscher machen. Erdogan braucht den Krieg mit den Kurden. Also macht er ihn. Und die meisten Türken machen gerne mit. Warum? Weil sie diejenigen Kurden hassen, die sich nicht brav assimilieren wollen.

    (Hat Erdogan nicht Assimilation als Verbrechen bezeichnet? Aber Assimilation ist für ihn und für viele Türken nur dann ein Verbrechen, wenn Türken assimiliert werden sollen; nicht aber, wenn man Kurden einem Assimilationsdruck aussetzt.)

  44. Korbinian meint:

    Na cenki, ich freue mich für Dich dass Du das Land der Lügenpresse (PEGIDA dixit) verlassen hast und beim Goldenen Sultan bist. Das muss für Dich wie eine Befreiung sein.

  45. Korbinian meint:
  46. Leo nicht den Kurden wurde der Krieg erklärt, sondern der PKK. Und dies erst, nachdem die PKK den Waffenstillstand gebrochen hat. Politisch möchten die Kurden mit der HDP etwas verändern und das kann man nur Begrüßen, aber nicht durch Waffengewalt. Die HDP sollte meiner Meinung nach auch in ihren Reihen aufräumen und die Verbindung zur PKK kappen. Die PKK übt einen zu großen Einfluss auf die Partei aus, so dass die Türken mit einer starken Abneigung gegenüber der HDP reagieren.

    Viele Türken skandieren, dass Türken und Kurden Brüder sind. Es ist eine falsche Unterstellung Ihrerseits zu behaupten, dass die Türken die Kurden gern assimiliert haben möchten. Die Türkei war auf einem guten Weg, indem Sie den Kurden mehr Rechte gegeben haben. Das es bspw. nun auch kurdisch als Wahlfach in der Schule gibt oder das die Orte in die kurdischen Namen umbenannt werden, zeigt doch, dass man den Kurden Ihre Identität wiedergeben möchte und nicht vor hat, Sie zu assimilieren. Auch der Bau einer kurdischen Universität in Diyarbakir ist in Planung. Früher wurde die Region sehr vernachlässigt, mittlerweile wurden viele Infrastrukturmaßnahmen ergriffen. Die PKK behauptet dann wieder, der Bau von Staudämmen, Straßen, Flughäfen etc. diene dazu, dass das Militär leichter eingreifen kann im Osten und versucht dann diese Bauvorhaben zu sabotieren. Die PKK weiß, dass Sie an Macht verlieren, wenn die AKP den Kurden mehr Rechte und Beteiligung am wirtschaftlichen Aufschwung gibt. Die PKK hat während des Waffenstillstands eine Menge kurdischer Dorfschützen ermordet, es kam immer wieder zu Übergriffen auf türkische Militärstationen, Krankenhäuser, Stadtverwaltungen, Schulen etc wurden attackiert, Bauarbeiter entführt, Maschinen/LKWs in Brand gesteckt. Und dies allem im mehrheitlich kurdisch bewohnten Osten der Türkei. Die Leidtragenden dieser Repressalien durch die PKK sind wieder die kurdische Bevölkerung! Das sollte man doch bitte Mal zur Kenntnis nehmen. Die PKK nutzt ihre Waffen zur Einschüchterung der kurdischen Bevölkerung. Während die Menschen in der Krim an die Urne zum Referendum gegangen sind, standen bewaffnete Separatisten daneben. Ungefähr so würde es aussehen, wenn die Kurden über eine Autonomie abstimmen und die bewaffneten PKK Terroristen daneben stehen. Solche Methoden ziehen eine demokratische Abstimmung ins Lächerliche.

    Die PKK in sich ist auch zersplittert, nur so lässt sich erklären, weshalb der Waffenstillstand öfters gebrochen wurde, obwohl Öcalan immer zur Waffenruhe aufgerufen hat. Ich finde es schade, dass Sie JEDE Terroraktion der PKK als Folge der türkischen Politik sehen, da die PKK oft genug auch ohne Fehler der türkischen Politik zu den Waffen gegriffen haben. Und man kann nicht jedes Mal etwas in Brand stecken oder morden, nur weil einem etwas nicht passt.

  47. Cenki66 meint:

    leo,
    liegt vielleicht an deinem alter, dass du mir nicht ganz folgen kannst. for you in englisch: turkey had much failures against minorities.

    auch ich habe u.a. über die machenschaften der jitem hier explizit geschrieben und die türkischen Fehler. aber man muss wohl dinge öfter wiederkauen.

    nach deiner logik ist der IS ein Produkt der fehlerhaften us Politik und somit legitim. na wenn das so ist, dann wünsche ich dir, dass mal einer deiner liebsten bei einem anschlag der pkk oder is nur mit dem schrecken davon kommt. vielleicht dämmert es dann bei dir. bei allem Respekt vor deiner symphatie zu terroristen: wieso kannst du nicht mal einen satz über die Opfer der pkk Gewalt in deiner Analyse oben verlieren. ich bleibe dabei, du bist ein heuchler, verblendet oder aber es steckt Kalkül dahinter.
    ich kann sagen, dass Terror was schlechtes ist, ob das systematischer staatsterror ist, is ist oder pkk ist. das kannst du nicht sagen, du hegst sympathie für terroristen. für dich gibt es gute terroristen und schlechte terroristen, du spielst ein dreckiges spiel. pfui teufel!

    #guteterroristenschlechteterroristen

  48. @Emre
    aynen öyle…

  49. Korbinian meint:

    @cenki Ich glaube es liegt eher an Deiner dummdreisten Blödigkeit dass Leo Dir nicht folgen kann. Wenigstens hat Dein Versuch Englisch zu schreiben mich gerade ordentlich erheitert.

  50. Korbinian meint:

    @Emre

    Eine gute Zusammenfassung! Würdest Du es denn befürworten dass es eine Abstimmung über Autonomie in den kurdischen Vilayets (https://en.wikipedia.org/wiki/Turkish_general_election,_2015#/media/File:Turkish_general_election_2015,_provinces_and_districts.png) geben soll nach z.B. einem spanischen Vorbild?

  51. Es ist nicht bloß jitem, cenki.
    Es ist der türkische Staat. Mit seiner gesamten Kurdenpolitik seit Atatürk. Es ist das türkische Volk selbst, das sich gegenüber dem kurdischen Volk kolonialistisch-terroristisch verhalten hat.

    Wie ist das, wenn man als Kurde die selbe Freiheit und Anerkennung haben will, die dir als Türke selbstverständlich ist? Wenn man als Kurde sein Kind in eine kurdische Schule schicken will, zum Beispiel.

    Das Verhältnis des türkischen Staates zu den Kurden auf dem Gebiet der Türkei war von Anfang an gewalttätig, kolonialistisch, bisweilen dann auch terroristisch – staatsterroristisch.

    Das ist die Seite der Medaille, die du konsequent ausklammerst.

    Aber die Kurden können diese Seite nicht ausklammern.
    Und ich auch nicht.

    Wie kommt es, dass du diesen Zusammenhang nicht erkennen kannst?

    Darf sich denn ein Volk, das gewaltsam unterdrückt wird, nicht gewaltsam wehren?

    Dürfen sich die Palästinenser nicht gegen die israelische Gewalt mit Gewalt wehren?

    In diesem Fall sind wir doch (vermutlich) einer Meinung und bezeichnen den gewaltsamen Widerstand der Palästinenser gegen die israelische Besatzung nicht einfach nur als Terrorismus. Auch wenn wir beide nicht jede Form der Gegengewalt billigen.
    (Zivilisten umbringen ist auf keinen Fall gerechtfertigt. Auch der Unterdrückte darf keine Kinder, keine Frauen ermorden. Aber Anschläge auf das Militär und die Polizei können legitim sein. Ob sie legitim sind, ist dabei nur die eine Frage, die andere ist, ob sie strategisch und taktisch klug sind.)

  52. Mein Mann sagt, dass die PKKler sich dermassen ans Terrorisieren gewöhnt haben, dass die gar nicht mehr anders können. Egal was jetzt aus Ankara alles an Gutwilligkeit kommt: der Terror geht weiter.

  53. Korbinian meint:

    @Silvia

    Was sind denn das für konkrete Gutwilligkeiten die da aus Ankara kommen? Gibt es da irgendwelche Gesetzesvorschläge? Vielleicht wissen Sie da mehr?

  54. Cenki66 meint:

    @korbi
    spielst du jetzt anwalt für leo? egal was du schreibst dich nehme ich nicht mehr ernst. es sei denn du antwortest auch auf meine frage, wie du im falle suruc zur gewalt von der pkk stehst. du sorgst eher dafür, dass das niveau hier sinkt. und tschüss.

    @leo

    türkiyenin özellikle azınlıklara karşı çok büyük hataları oldu. özellikle cumhuriyet tarihinden bu yana.
    mehr sprachen kann ich leider nicht.

    ich erwarte nicht, dass du türkeifreundlich bist, wie du behauptest. ich erwarte aber, dass du fakten in deine analyse einbeziehst, ansonsten bist du entweder ein heuchler mit doppelmoral oder aber es steckt kalkül dahinter.
    ganz einfache frage: warum findet der mordanschlag der pkk an die sicherheitsleute keine erwaehnung in deiner analyse? darauf erwarte ich eine antwort. selbst die kaeseblaetter vom axelspringerstiefel verlag haben das in einem nebensatz erwaehnt. arm von dir, dass du das nicht tun kannst. ansonsten musst du dir von mir eben diese ‘dummdreisten’ behauptungen von mir gefallen lassen. nur weil du die augen vor den gewaltakten der pkk verschliesst, heisst das nicht, dass du mich als nationalist bezeichnen musst. ich gebe die fehler der türkei zu. du als türkei freund und selbsternannter umfassender analytiker erwaehnst nicht mal im falle suruc die gewalt der pkk. lachhaft.
    dein erdoganhass muss dich dermassen verblendet haben.

    also einfache frage: warum findet der gewaltakt der pkk keine erwaehnung?

    #terrorunterstützer
    #germandoppelmoral

  55. Cenki66 meint:

    2. einfache frage: ist die gewalt der is ein produkt der besatzung der usa und somit legitim?

    zwei einfache fragen auf die ich einfache antworten haben will, nach möglichkeit ohne nebelkerzen auf cenki a la ich sei nationalist.

    #germandoppelmoral
    #terrorunterstützer

  56. @Korbinian
    Zum Beispiel alles was man bis jetzt als Entgegenkommen bezeichnen kann: in den Schulen darf die kurdische Sprache gelehrt werden, es gibt einen kurdischen TRT-Sender, im Parlament darf man auch kurdisch sprechen. Die Infrastruktur in den dortigen doch sehr ländlichen Gebieten wurde doch sehr modernisiert.. Man hätte die dortige GEgend ja auch auf Mittelalter-Niveau lassen können was das angeht. Hat man aber nicht.
    Und trotzdem wird weiter terrorisiert.

  57. Kommt aus Ankara irgendwas Gutwilliges bezüglich der Kurden?
    Nicht dass ich wüsste.

    Ich seh nur den bestialischen Hass auf die Kurden, nicht nur bei der Regierung, sondern auch beim Volk. Türkisch-völkisches Denken ist für mich so pervers wie deutsch-völkisches Denken. Zum Kotzen.

    Den Kurden der Türkei bleibt also nichts anderes übrig, als ihre Gebiete von der Türkei abzuspalten. Kurdistan ist schließlich ihr Land und nicht das der Türken. Vor 1923 und nach 1923.

    Wer kann nicht anders als zu terrorisieren? Es sind die Türken, wenn es um diejenigen Kurden geht, die sich nicht assimilieren wollen.

  58. Cenki,
    habe ich die Morde an PKK-Kurden besonders thematisiert? – Nein. Da haben einige stattgefunden, nicht wahr? Da sind einige von türkischen Soldaten oder Polizisten umgebracht worden in den letzten Monaten, nicht wahr? Ich hab dazu nichts gesagt. Solange das nur Einzelfälle waren, muss man sie im Interesse des Friedens eher herunterspielen. Auf beiden Seiten. Wichtig ist in solchen Fällen, auf die Verhältnismäßigkeit der jeweiligen Antwort zu achten.

    Im übrigen weichst du wieder aus. Du weigerst dich, mein historisches Argument für die Kurden zu beantworten.

    IHR seid für den Krieg gegen das kurdische Volk. Das Volk, das im Südosten der Türkei mehrheitlich HDP gewählt hat.

    Falls dieser Kampf wieder zu einem Bürgerkrieg wird, werdet ihr ihn teuer bezahlen. Nicht nur die Kurden werden ihn verlieren – ihr Türken werdet ihn genauso verlieren. Am Ende lacht der IS und fährt die Ernte ein.

    Außer Erdogans Bestreben, die Alleinherrschaft zu erringen, gab es keinen Grund, den Bürgerkrieg neu aufflammen zu lassen. Oder war auch der Unwille, den Kurden größere Zugeständnisse zu machen, ein Grund dafür, jetzt wieder den Bürgerkrieg zu starten?

  59. Der IS ist eine Folgewirkung der US-Invasion im Irak. Nicht ein Produkt, aber ein Resultat der US-Politik. Die USA tragen die Verantwortung für die katastrophale Entwicklung im Nahen Osten.
    (Sie weigern sich übrigens, dies zu erkennen. So, wie sich die Israelis weigern zu erkennen, dass der Terror der Hamas u. a. palästinensischer Widerstandsgruppen die Folge ihrer Besatzungspolitik ist.)

    Darf ich dir jetzt auch eine einfache Frage stellen?
    Ist die Hamas einfach nur eine Terroristenbande? Oder repräsentiert sie AUCH den politischen Willen und den Befreiungskampf eines Volkes?

    (Genau wie die PKK im Falle der Kurden!)

  60. Silvia,
    man hat schon ein paar gute Schritte gemacht in den letzten 12 Jahren. Aber es geht doch um viel mehr. Es geht um ein kurdisches Schulsystem. Wie viele kurdische Kinder werden heute in den kurdischen Gebieten kurdisch unterrichtet? Nicht bloß mal als Zusatzunterrichtsfach so nebenbei!

    Und terrorisiert werden nachwievor hauptsächlich die Kurden selber durch türkische Staatsorgane.

    Einen kurdischen TRT-Sender wird es schon geben – einen, der Erdogan-Propaganda ausstrahlt. Das ist es wirklich nicht, worauf sich die Kurden einlassen können. Hat die Türkei den Kurden Südostanatoliens wirklich einen freien Sender genehmigt?

  61. @korbinian
    Ich hätte nichts gegen ein kurdisches Autonomiegebiet einzuwenden, wenn die territoriale Integrität der Türkei nicht gefährdet wird, wenn es nicht zu einer Ausgrenzung der dort lebenden Nicht-Kurden kommt und wenn das dortige Regime nicht aus den Wurzeln der PKK entstammt. Ich befürworte jedoch eher eine Lösung auf Landesebene im türkischen Parlament ohne Autonomieregierung, da dies zu einer Spaltung in der Gesellschaft beitragen könnte.

    Man muss den Kurden und auch anderen Minderheiten ihre Rechte geben, niemand darf aufgrund seiner ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit unterdrückt werden. Dafür müssen die Politiker erst einmal lernen, mit der Opposition zu reden (gilt leider für alle Parteien) statt immer nur über einander herzuziehen. Die ideologischen Ansichten sind tief in der türkischen Bevölkerung verankert und dies spiegelt sich dementsprechend auch in der Politik wider (Sunniten vs Alewiten, Kemalismus vs Religion, Nationalist vs Kurden usw). Egal welche Regierung an der Macht ist, es wird keine Kompromissbereitschaft an den Tag gelegt, deswegen sind alle Koalitionen vor der Alleinherrschaft der AKP auch so kläglich gescheitert.

    Ich könnte jetzt noch einiges über das Bildungssystem (kritische Auseiandersetzung mit Atatürk statt einseitige Gehirnwäsche in der Schule, Abschaffung der ÖSS, große Ungleichheit zwischen staatlichen und privaten Unis, Mitdenken statt Bulimielernen etc), über die nicht nachhaltige Wirtschaft (innovationslos, kaum produzierende Industrie, keine Hi-Tech Industrie, Mangel an inländischen Fachkräften, kaum erneuerbare Energien trotz günstiger geografischer Aspekte etc), das unfaire Steuersystem,
    die Diskrepanz zwischen ländlichem und städtischem Raum, Bevölkerungsflucht in Großstädte und und und ausführen, weiche jedoch vom Thema ab. Vielleicht sollte man bei den kleinen Dingen anfangen, wie z.B. die Abschaffung der Nationalhymne vor einem Ligaspiel. Das ist einfach nur absurd, über die Hälfte der Spieler auf dem Platz kommen aus dem Ausland, da hat die Nationalhymne einfach nichts zu suchen.

  62. Korbinian meint:

    @Emre

    Das klingt alles sehr vernünftig, letztendlich liegt alles beim großen Führer, er gibt die Richtung vor und ich befürchte er wird mittelfristig mal wieder alles verhauen.
    http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-07/erdo-an-sieht-keine-chance-fuer-friedensprozess-mit-kurden

    Ob in den USA mittelfristig noch auf die Türkei gesetzt wird steht auch auf einem anderen Blatt:
    https://www.washingtonpost.com/opinions/open-the-door-to-the-kurds/2014/02/15/2a4b5648-95a3-11e3-afce-3e7c922ef31e_story.html

  63. Korbinian meint:

    @cenki Ich glaube mittlerweile dass der Anschlag in Suruc mit wissen Erdogans und des türkischen Geheimdienstes durchgeführt wurde. Um die PKK aus der Reserve zu locken, hat ja geklappt. Deine albernen Hashtags und kindische Hetze gegen Deutschland disqualifizieren Dich. Wie heißt es so schön: Home is where the heart is. Ich hoffe Du bleibst da unten. Güle güle!

  64. Emre,
    da liegen wir im großen und ganzen gar nicht so weit auseinander.

    In einem wesentlichen Punkt aber doch:
    Südostanatolien ist zunächst einmal das Land der Kurden, nicht der Türken. Die Türken sind hier nur die Einwanderer, die Kolonialisten, die Unterdrücker. Das muss endlich revidiert werden, etwa im Rahmen einer Autonomie und einer Kulturhoheit der Kurden.
    Dazu ist die Türkei, sind die Türken grundsätzlich nicht bereit.
    Insofern IST die türkische Gesellschaft gespalten.
    (Du schreibst, eine Autonomieregelung würde zu einer Spaltung führen – aber die ist doch seit Atatürks Zeiten Realität, brutale Wirklichkeit!)

    Ich frage mich, wie kannst du schreiben, eine Spaltung der türkischen Gesellschaft (gemeint ist: derer, die türkische Staatsbürger sind) müsse vermieden werden, wenn sie doch seit Beginn der Republik unübersehbare Tatsache ist?

    Dank der PKK und ihrem bewaffneten Kampf bleibt nun seit einiger Zeit den Türken (= den Nicht-Kurden der Türkei) nicht viel anderes mehr übrig als die Rechte der Kurden wenigstens mal wahrzunehmen und in Erwägung zu ziehen. Die Türkei sollte also der PKK dankbar sein, dass sie die restlose Assimilation verhindert hat. Statt dessen ist man ihr genau deswegen böse.

    NUR die PKK kann sicherstellen, dass die Türken die Rechte der Kurden nicht wieder einfach übergeht und die Assimilierung weiter vorantreibt.

    Das wirst du mir doch wohl zugeben: dass die türkische Politik bezüglich der Kurden vom Beginn der Republik an auf Assimilation aus war.

    Assimilationsdruck aber, so sagte Erdogan selber in Deutschland, sei ein Verbrechen!

    Mit anderen Worten, die Türkei hat von Beginn an eine verbrecherische Assimilationspolitik betrieben. Und betreibt sie – wenn auch gemäßigt – weiter. Denn immer noch dürfte im kurdischen Gebiet die Schulsprache nicht Kurdisch sein, auch wenn es hier und da (es würde mich interessieren: an wie vielen Schulen? mit wie vielen Schulstunden?) ein bisschen Kurdisch schon möglich ist.

    Kurdisch muss die Verkehrssprache in den kurdischen Vilayets werden, ebenso Amtssprache und Schulsprache. Die Türken, die dort leben (wollen), sollen gefälligst so Kurdisch lernen, wie die Kurden überall in der Türkei Türkisch lernen sollen.

    Ich weiß, dass das alles mit den Türken, so wie sie sind und so wie sie denken, nicht möglich sein wird. Darum vermute ich, dass der Konflikt letztlich, in 20 oder 30 oder noch mehr Jahren, auf eine Spaltung hinauslaufen wird.

    Schuld daran werden nicht die Kurden sein, sondern die Türken. Weil sie nicht fähig sind, ihre Nation als die von zwei verschiedenen Völkern mit zwei verschiedenen Muttersprachen zu verstehen.

    Die HDP ist im Südosten von einer großen Mehrheit der Kurden gewählt worden. Die HDP spricht für die dortigen Kurden. Die HDP ist aber auch die politische Partei der PKK. Ohne PKK keine HDP.

    Wer die PKK vernichten will, will das kurdische Selbstbewusstsein und die eigenständige Vertretung kurdischer Interessen vernichten.

    Der jetzt vielleicht erneuerte Bürgerkrieg wird dieses kurdische Selbstbewusstsein weiter stärken.

    So, wie die Hamas – ob sie mir nun gefällt oder nicht – die legitime politische Vertretung der arabischen Palästinenser ist, so ist die PKK die legitime politische Vertretung der türkischen Kurden. Dass Hamas und PKK in ihrem Abwehrkampf, im Befreiungskrieg auch zu terroristischen Mitteln greifen, ist zu kritisieren – aber verantwortlich für das Klima der Gewalt ist Israel – bzw. ist die Türkei.

  65. Ahmet Adem meint:

    Hallo,

    ich bin schockiert das jemand der den Namen IG benutzt solche Meinungen vertreten darf.
    Die Legitimation von Terror, besonders wenn er nationalistisch orientiert ist, ist in einer demokratischen Gesellschaft nicht akzeptabel.
    Die Romantisierung von Mord, Drogen- und Waffenschmuggel, Erpressung und Entführung (Bericht der Deutschen Regierung zur PKK) mit dem Vorwand man handele unter Selbstverteidigung sind eine Relativierung abscheulichster Verbrechen.

    Wer unter dem Deckmantel des Einsatzes für Minderheiten Terrorganisationen unterstützt, kann deswegen auch kein Freund des Deutschen Rechtsstaates sein, es wiederspricht unseren Grundsätzen diametral.

    Wie steht die IG zu ihren Auslassungen?
    “Wir fördern in unserem Verein auch das gegenseitige interkulturelle Verständnis und tragen so zu einem weltoffenen Miteinander bei.”

    Wie genau fördert ihre Einstellung den interkulturellen Austausch?

    Zu ihrem Israel beispiel kann ich nur sagen, dass die Kurden weder in einem umzäunten Reservat leben, noch Millionen von Kurden zum Exodus gewzungen wurden, ebensowenig daran gehindert werden sich millionenfach im Westen der Türkei anzusiedeln.

    Türken sind 500 n.Chr. in den Süd-Ost Anatolien eingewandert, jetzt noch von Einwanderung zu reden und paralellen zu Israel zu ziehen grenzt an Rassismus.

    Sie schreiben: “Ich seh nur den bestialischen Hass auf die Kurden, nicht nur bei der Regierung, sondern auch beim Volk.“

    Und umgekehrt stört sie das kein bischen! Ihnen geht es nur darum gegen die Türkei zu sein, egal was.

    Es gibt keinen Hass auf Kurden, einen bestialischen schonmal garnicht.
    Bestialischer Hass ist, wenn man Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer wissentlich ersaufen lässt.

    Millionen Kurden, auch wenn sie sich nicht zur Türkei bekennen oder unter sich bleiben und nur kurdisch sprechen leben in relativen Frieden. Wer das leugnet tut dies mit Absicht oder war noch nie in der Türkei speziell in Kurdischen Vierteln.
    Verhandelt wird am Verhandlungstisch, demonstriert wird friedlich!

    Der Spaß hört auf, wenn man sich Handgranaten und Kalaschnikows besorgt und durch die Straßen stolziert oder Polizisten/Wehrpflichtige vor den Augen ihrer Familie ermordet, letzteres sehen sie aber wohl als Gerecht.

    Und noch was, auch die Hamas ist eine Terrorganisation, daran gibt es keinen Zweifel. Sie ist ein Resultat der Israelischen und Europäischen Politik.

    ABER: Das legitimiert deswegen nicht den Terror den diese Organisation verbreitet!
    Terror kann man verstehen ABER es gibt dafür kein Verständnis, ein gewaltiger Unterschied!

    Wobei wie oben beschrieben die Situation in der Türkei nicht mit der in Israel vergleichbar ist und ein Vergleich hier Schwachsinn wäre, trotzdessen ist das Vorgehen der Hamas FALSCH.

    Sie schreiben, die Hamas wäre die legitimi Vertretung der Palästinenser, liegt es daran, dass sie diese gewählt haben? Die Kurden und einige Türken haben die HDP gewählt und nicht die PKK oder wollen sie beide gleichsetzen? HDP bestreitet das selber, nehmen wir sie beim Wort oder?

    Vergessen wir nicht erst letztes Jahr hat Israel im Schatten der WM Tausende Palästinenser durch Bombardements ermordet und große Teile der ohnehin maroden Infrastruktur zerstört, zeigen sie mir auch nur anährend Vergleichbares in der Türkei!

    Ich verstehe auch wieso Israel so handelt, ich habe aber dafür ebensowenig Verständnis!

    Terror ist die falsche Antwort! IMMER! Wer das nicht kapiert, ist nicht besser als diejenigen die er kritisiert.

    Ich lese zwischen den Zeilen nur Hass gegenüber Türken, AKP ist da nur ein Vorwand. Dasselbe sieht man bei PKK, Hamas oder Alqaida, nicht fähig zu echter Politik, blind vor Wut!

    Mit IG ist das nicht vereinbar, eine Schande!

  66. @ Ahmet Adem:

    Zur Einwanderung der Türken in Anatolien: Die Schlacht von Mantzikert, die den Weg dafür frei gemacht hat, war im Jahr 1071.
    Da waren die Kurden schon da.

    Zum übrigen: KEIN Wort von Ahmet Adem über den Terror gegen die Kurden seit der Republikgründung. KEIN Wort über die Diskriminierung, über die Assimilierungspolitik. Wer hat das Klima der Gewalt aufgebaut? – Der türkische Staat. Wer hindert die Kurden bis heute daran, ihre Kinder in kurdischen Schulen mit Kurdisch als Schulsprache zu unterrichten?

    Terror sieht Ahmet Adem NUR und ausschließlich auf der Seite der Opfer des türkischen Staatsterrors gegen die Kurden.

    Aber wenn Terror, wie er schreibt, IMMER die falsche Antwort ist, warum empört er sich dann nicht über die staatsterroristischen Aktivitäten der Türkei? Die vom Staat gestützten Terrorakte der türkisch-sunnitischen dschihadistischen Hizbollah? Des terroristisch agierenden türkischen Militärs? Der terroristisch gegen die Kurden agierenden türkischen Polizei? (Solange man als Türke und im Namen des türkischen Staates für das Türkentum Terrorakte begeht, ist das für einen Ahmet Adem, so sieht es aus, immer nur Verteidigung und legitim.)

    Bei allen Unterschieden im Detail ist die Situation der Hamas mit der Situation der PKK vergleichbar. In beiden Fällen gibt es ein Kolonialvolk, das dem autochthonen Volk sein Land raubt und seine Selbstbestimmung vorenthält.

    Wir können uns sowohl im Fall der Hamas als auch im Fall der PKK darüber einigen, dass Mordanschläge auf zivile Personen ein Verbrechen sind. Aber wenn Bürgerkrieg herrscht, dann heißt das auch, dass beide Seiten sich als Krieger begegnen. Man kann dann nicht einer Seite einseitig vorwerfen, zur Gewalt zu greifen; und man wird sich Fall für Fall fragen, wer denn für die Bürgerkriegssituation verantwortlich ist. Im Fall Palästina ist das Israel, im Fall Kurdistan ist das die Türkei.

    Da Ahmet Adem wohl nur Türken kennt, die national borniert denken, meint er, ich müsste Türken generell verabscheuen. Ich finde aber nur das Nationaltürkische abscheulich, genauso, wie ich das Nationaldeutsche abscheulich finde und generell nationalistisches Denken. Die Menschen, die solchermaßen national denken, sind aber oft auch sehr anständige, tüchtige, nette Leute, mit denen ich mich gut verstehen kann, jedenfalls solange ich nicht über den Nationalwahn sprechen muss.

    Ahmet Adem wird genau das Problem in Deutschland haben, das ich hier immer wieder hervorhebe: die totale Einsamkeit seiner Position. Die Nationaldenkenden unter den Deutschen mögen die Türken sowieso nicht und sähen sie gern verschwinden, die Nichtnationaldenkenden dagegen haben Schwierigkeiten mit den nationaldenkenden Deutschtürken. Da bleiben keine Freunde übrig.

    Man kann allerdings immer noch feststellen: Offensichtlich findet auch Ahmet Altan (zum Beispiel) Deutschland immer noch besser als die Türkei. Denn er bleibt hier. Er möchte, so nehme ich an, gern weiter hier leben, arbeiten, sein Geld verdienen. Deutschland ist seine Heimat, nicht die Türkei. Da können wir Nichttürken die Türkei in ihrem Nationalrausch und ihrem Versuch, den Kurden ihre Rechte vorzuenthalten, noch so kritisieren.

    Wie verhält es sich mit unserem IG-Leitsatz:

    “Wir fördern in unserem Verein auch das gegenseitige interkulturelle Verständnis und tragen so zu einem weltoffenen Miteinander bei.”

    Der bedeutet: Wenn jemand – wie Ahmet Adem und seine Gesinnungsgenossen – den Kurden in der Türkei ihr Selbstbestimmungsrecht vorenthalten will und wenn nochdazu der Große Führer der Türken nach der Alleinherrschaft greift, dann trägt das nicht zum gegenseitigen interkulturellen Verständnis bei, zum weltoffenen Miteinander. Zu dem Miteinander gehören auch diejenigen Kurden, die (zurecht) auf der Selbstverständlichkeit einer vollen Gleichberechtigung ALS KURDEN in der Türkei bestehen – samt kurdischsprachigem Bildungssystem und Autonomie kurdischer Vilayets.

    Wenn Israel Frieden mit den Palästinensern machen will, muss sie ihn mit der Hamas machen.
    Wenn die Türkei Frieden mit den Kurden machen will, muss sie ihn mit der PKK machen.

    Zu den bemerkenswerten Aspekten von Ahmet Adems Beitrag gehört auch, dass ihm offensichtlich der IS kaum interessiert. Die Bomben auf den IS und die paar wenigen Verhaftungen bedeuten nur ein Alibi, eine Ablenkung von der eigentlichen Aufgabe.

  67. Ahmet Adem meint:

    Schlacht von Manazkirt war gegen die Byzantiner, auch davor seit dem 5. Jh. fand die Einwanderung statt.

    Einwanderung müssen auch Kurden erlauben, gerade wenn sie 1500 Jahre zurückliegt. Außerdem wandern Kurden selber in West Anatolien ein, was gut ist.

    Terror lehne ich immer ab! Sie offensichtlich nicht! PKK Terror passt ihnen weil gegen die Türken, sprechen sie es doch aus.

    Alles was sie anführen sind Rechtfertigungen von Mord und Gewalt. Ein merkwürdiges Verständnis von Demokratie haben sie.

    Den Kurden steht der friedliche Kampf für Freiheit offen. Wieso seit 100 Jahren immer mit Gewalt? Wieso sind dann Kurden besser als Türken wenn sie nach ihrer Meimung die gleicjen Mittel verwenden?

    Wenn sie den Unterschied zwischen Staaten und Terroristen nicht kennen, besuchen sie eine Volkshochschule.

    Jitem wurde vor Gericjt gebracht auch alte Generäle, gibs Gerichte bei PKK?

    Die Distanzierung von Gewalt ist für sie also obsolet, wenn nach eigener Ansicht ein Unrecht vorliegt? Gleiches miz gleichem Vergelten.
    Sehr alt Testamentarisch, kommen sie im 21. Jh. an!
    Ist das auch die Meinung der IG, das man Terroristen unterstützt wenn sie für einen Nationalstaat kämpfen? Gewalt als legitimes Mittel?

    Interessant.

  68. Korbinian meint:

    @Ahmet Adem War Atatürk eigentlich auch ein Terrorist? Der hatte eine Gegenregierung gebildet (und die Nationalversammlung) und wurde von den Osmanen in Istanbul in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Klarer Fall von Terrorismus, oder? Kommt immer auf die Perspektive an.

  69. Ahmet Adem meint:

    Hallo Korbinian,

    sie müssen das weiter ausführen wenn sie Gründumg der türkisvhen Republik und Pkk vergleichen wollen.

    Hat die pkk eine verfassung? wie sieht diese aus? hat die pkk eine regierung und einen neuen staat ausgerufen? welche staatlichen strukturen hat die pkk? Armee und Ämter aufzählen.

    wo wurde öcalan gewählt? wo ist das kurdische parlament und wieder welche verfassung? Aus welchen Ämtern kommen die Spitzen der Pkk?

    Atatürk war General. die meisten anderen waren Generäle und hohe Beamte des osman. reiches. diese haben Atatürk ermächtigt Parlament zu gründen.

    Atatürk hat für das osmanische reich gekämpft und sich teilhabe verdient. Sultan hat durch die unterzeichung und zulassen der griechischen invasion hochverrat begangen.

    ich höre…

  70. Korbinian meint:

    Das spielt keine Rolle, die osmanische Regierung war international anerkannt und die Gegenregierung +parlament waren nicht ermächtigt worden diese Rolle zu übernehmen. Da gab es auch keine Wahlen, die kamen erst später. Somit war das Vorgehen der Atatürken illegal.

  71. Ahmet Adem meint:

    Aus Wikipedia
    “Den ersten Kongress hielt Mustafa Kemal vom 23. Juli bis 7. August 1919 in Erzurum ab. Zuvor trat er am 8. Juli von seinem Rang als Pascha zurück und verließ damit die Osmanische Armee. Am nächsten Tag wurde er in Erzurum zum Vorsitzenden des Kongresses gewählt.

    Unter seinem Vorsitz trafen sich 56 Delegierte aus den Städten Erzurum, Sivas, Bitlis, Van und Trabzon. Die Delegierten waren Mitglieder der Sancaks, der alten Osmanischen Verwaltungseinheiten. Am 23. Juli verabschiedete der Kongress eine 10-Punkte-Resolution. Darin wurde die Wiedereinsetzung des Osmanischen Parlaments sowie die Unabhängigkeit, Souveränität und Unteilbarkeit des türkischen Staates gefordert. Auch die Vertreter der sechs östlichen Provinzen stimmten für das Verbleiben im Reich. Dieser Beschluss richtete sich gegen die Gründung eines armenischen Staates.”

    usw.

    Sie müssen sich besser informieren. Meine anderen Punkte bleiben unbeantwortet von ihnen.

    Natürlich spielt die Situation des osman. reiches eine rolle. Das osmanische Parlament wurde defacto aufgelöst. Wiedrrstand richtete sich außerdem in erster Linie gegen die Besatzer. Den Kongress bildetem ehemaligr Valis des osman. Reiches.

    Fast alle Abgeordnete aus Istanbul haben sich der neuen Regierung angeschlossen.

    Ich warte auf ihre Argumente, wo genau sind die Ähnlichkeiten. sowohl historisch politisch gesehen als auch rechtlich? Welche Rechtsnachfolge tritt die Pkk an usw.

  72. Korbinian meint:

    Ein paar Abgeordnete und Gouverneure aus den Provinzen, aha. Im unbesetzten Anatolien hatte Atatürk Unterstützung, aber nicht von der osmanischen Regierung.

  73. Cenki66 meint:

    Hallo Emre,

    wo kann ich deine Aussagen unterschreiben? Du hast es gut zusammengefasst. So kompakt habe ich es bisher nicht zusammengefasst. Bin aber ganz deiner Meinung. Allerdings muss ich auch deine Euphorie dämpfen: Noch ist alles im grünen Bereich. Wenn du aber mal etwas “giftig” wirst, oder gegen den Strom schwimmst, dann schmeckst du nicht mehr. Dann wirst du entweder vom Blogbetreiber höchstpersönlich als Nationalist abgestempelt (siehe u.a. auch in diesem Beitrag ggü. mir) oder aber es wird dir von Kommentatoren nahe gelegt, dass du am Besten gar nicht mehr zurück kommen sollst (Anmerkung: Mache noch Urlaub in der Türkei) So einfach ist die Lösung hier. Das war mal hier ein qualitativ hochwertiger Blog, aber leider schwindet die Qualität und m.E. trägt der Blogbetreiber nicht unwesentlich dazu bei. Schon zwei türkischstämmige Foristen, die nicht hätten unterschiedlicher sein können, haben diesen Blog verlassen, und sind auch konsequent fern geblieben. Ich leider bin da (noch) nicht so konsequent. Keine Ahnung warum.
    Bin gespannt, wann du das Handtuch wirfst.

    Eigentlich wollte ich Leo nur auf einen Umstand, nämlich die Gewalt der PKK im Falle Suruc hinweisen, und wurde dann in eine langatmige Diskussion verwickelt.
    Wie ich zu diesem Thema stehe, kannst du weiter unten lesen.

    Ansonsten: Nach allen Regeln der Rechtsstaatlichkeit müssen alle Bürger der Türkei ihre Rechte erhalten. Es ist schon genug Blut von Opfern und genug Tränen von Müttern geflossen. Ich bin auch der Meinung, dass die territoriale Integrität der Türkei gewahrt werden sollte. So wie die türkische Gesellschaft für das Präsidialsystem noch nicht bereit ist, denke ich wäre die Gesellschaft für eine Autonomie noch nicht soweit. Die Türkei tickt zentralistisch (Ob das gut oder schlecht ist, ist ein anderer Punkt). Jeder schreit nach einem eigenen Staat für die Kurden. Wie das aber umgesetzt werden soll, darüber schweigt man. Sagen wir der Südosten spaltet sich ab, was passiert mit der nicht unerheblichen Zahl an Kurden, die im Westen der Türkei leben? Bevölkerungstausch? Ich denke wir Türken und Kurden sind kulturell schon zu sehr vermischt, dass man das nicht trennen kann. Mischehen etc. Deswegen denke ich, dass die ewigen Vergleiche mit Palästinenser und Israelis arg hinken. Das kommt aber davon, wenn in den hiesigen Medien stets pauschalisierend von DEN Türken und DEN Kurden gesprochen wird. Kalkül oder schlampige Recherche?

    Lieber Korbi,

    eine nicht unerhebliche Meinung ist das, die du der Regierung vorwirfst. Schon möglich, dass das von Erdogan geplant ist. Selbst ein HDP Verbot wird thematisiert.
    Es gibt auch Stimmen, die sagen, dass man viel Hoffnung in die HDP gesteckt hat, und diese wohl sich nicht eindeutig von der PKK distanzieren können (das wäre wie wenn die von dir nahegelegte BIG Partei keinen Bruch mit der IS machen würde). Wahrscheinlich werden wir die Wahrheit nicht erfahren. Möglich ist beides. Ich debattiere aber gerne mit dir darüber. Das zum ersten Teil deiner Aussage.

    Zum zweiten Teil: Mal wieder wirst du ausfallend. DU hast mit solchen dummen Bemerkungen angefangen. Von wegen Wald und Schall und so, ne? Du hast mich als Muslimbruder denunziert und ich gebe zu ich habe dann weitergemacht. In fast jedem Kommentar gibst du ein dummen Spruch ab. Ich habe dich ein paar mal darauf hingewiesen. Anschliessend hast du mir dann mit einer Anzeige gedroht. Ja, wie kindisch ist das denn? Ähnelt wie die Drohung von özdemir und Roth an die DTZ (Link kann ich nachreichen, schreibe den Text leider offline). Wer austeilt muss auch einstecken können. Es liegt nun auch an dir, wie ich mich gegenüber dir verhalte.

    Und nein, es ist keine Hetze gegenüber Deutschland. Ich habe meine Aussagen stets begründet. Als ein deutscher Muslim mit türkischem Hintergrund weiss ich zu gut, wie es ist, Hetze ausgesetzt zu sein. Wozu das führt, sieht man an den aktuellen Entwicklungen: Flüchtlingsheime werden abgefackelt, Moscheen brennen, NSU, Akten werden geschreddert etc. Aber laut Verfassungsschutzpräsident ist der islamistische Terror die größte Gefahr.

    Und dann kommst du um die Ecke von wegen ich solle gleich da unten bleiben. Vor 5 Jahren fand ich solche Aussagen noch traurig. Heute habe ich ein müdes Lächeln für solche Aussagen. Selbst wenn ich die Bildungspolitik, Rentenpolitik anspreche, dann höre ich seit über 15 Jahren: “Alz op das in de Türkai besser wär.” Sorry ich kann mit solchen Vergleichen nichts anfangen. Immer wenn ich irgendwelche Missstände angesprochen habe, dann hiess es: “Wenn’s dir net passt, dann geh’ doch in dein Land zurück.” In gleicher Manier kommst du daher. So sieht also Lösung aus? Klingt ein bisschen nach Herrenmensch findest du nicht?
    Nein mein Freund, ich muss dich leider enttäuschen. Ich sitze während ich diesen Text schreibe im Flieger nach Frankfurt. Ich bin Meenzer, engagiere mich zivilgesellschaftlich in Meenz, lebe in Rheinhessen, arbeite dort und drücke dort meine Steuern ab. Stets wenn Migrantenorganisationen etwas für dieses Land tun wollen, wittert man eine geheime Agenda. Von daher: Hoff’ du ruhig weiter, ich bleibe langfristig in der Bundesrepublik und zu deiner Begeisterung werde ich, so Gott will, auch was für den demographischen Wandel der Bundesrepublik tun, versprochen ;-) Und ich bin sicherlich kein Einzelfall. Entweder kommst du damit klar, oder aber es gibt einen Spruch im Türkischen “Köpeklerin duasi kabul olsa, gökten kemik yagardi.” Google Translator wird dir helfen.

  74. Cenki66 meint:

    Lieber Leo,

    Türksat 4A macht’s möglich. Scann’ einfach mal die Kanäle durch. Ich war selbst überrascht, wie viele private kurdische Sender es gibt. Bin seit über einem Jahr Satellitabtinent, von religiös angehaucht bis linksorientiert (übrigens trommelt ein Ali Dogan vom AABF seine Gegendemonstranten beim Besuch des “Diktators” über Cem TV zusammen. Cem TV gibt es nur über Türksat und Azersat ist im Gespräch. Ich glaube da muss der Diktator noch lernen, wie man den Transponder lahmlegt). Bei einem Kanal habe ich echt geschluckt, als ich ein Interview gesehen habe. Es war stets die Rede von Kurdistan, ist ein ultrareligiöser Kanal. Kudus TV heisst der Sender. Angeblich ein schiitisch angehauchter Kanal.

    Ich will aber die Demokratiefortschritte nicht an TV-Sender messen. Das wäre sehr unterentwickelt. Es gibt da noch einiges zu tun in der Türkei. Aber auch meine Frage an dich: Wie soll eine Autonomie oder eine ländergründung aussehen? Was geschieht mit den Kurden im Westen des Landes?

    Mir ging es lediglich um die Gewalt der PKK im Falle Suruc. Ich schreibe aber bereits einen halben Roman, das kommt davon wenn man mit einer Bluetooth Tastatur, One Note und einem Smartphone bewaffnet ist und noch ca. 3 Stunden Flugzeit vor sich hat ;)

    Schau mal, wenn ein Knirps eine türkische Fahne abhängt, stand die Türkei auf dem Kopf. Da hast du aber Recht, solche Dinge, die für den stolzen Türken schon Hochverrat bedeuten und man den Knirps am besten tot sehen wollte, MÜSSEN des Gemeinwohlwillen drüber hinweggesehen werden. Da bin ich deiner Meinung. Nationalisten haben das als Hochverrat angesehen.
    Sorry, aber wenn es um Menschenleben geht, da hört der Spaß auf. Und wer Zivilisten umbringt, der ist ein Terrorist, ob das nun Staatsterrorismus ist oder eine Organisation, die sich angeblich für mehr Rechte einsetzt. Ob das die türkischen Streitkräfte sind, die pKK, HAMAS oder das israelische Militär. Da erkenne ich leider keine klare Linie von dir. Es kommt mir so rüber: IS darf das nicht, PKK darf das. Mittlerweile bringt die PKK (gestern schon wieder), Militärs, die in Zivil sind, um. Während in W-Tal ein Dutzend Bekloppte mit Sharia Police Westen durch die Straßen gezogen sind, stand die Bundesrepublik auf dem Kopf. Und du willst mir erzählen, dass die Türkei die Füße still halten soll, wenn es Menschenleben kostet? Tut mir leid, ich kann dir nicht ganz folgen. Google mal nach “bicak kemige dayandi” im Zusammenhang mit der PKK.
    Komisches Verständnis deinerseits. Die PKK hatte keinen Grund gehabt mit den Polizistenmorden in Aktion zu treten. Und da kann ich ein Stück weit Korbi folgen, dass es geplant von der Regierung gewesen sein könnte. Ist nicht auszuschliessen, aber bewiesen ist es nicht.

    Ich kann auch deinem Vergleich mit den Palästinensern nicht folgen. Die HAMAS wurde gewählt, die PKK nicht. Die PKK repräsentiert nicht das kurdische Volk, auch wenn das in den hiesigen Medien so suggeriert wird. Auch hier: schlampige Recherche oder Kalkül? Und nochmal hier: Wer Zivilisten mordet ist ein Terrorist, da rede ich nichts schön im Gegensatz zu dir.
    Es fällt auch auf, dass die Medien von “DEN Kurden” spricht, wenn es um die PKK geht. Nach dieser Logik könnte man ja meinen, dass die USA, GB und derzeit auch die Türkei gegen Muslime vorgeht. Nein, Leo, man muss haarscharf zwischen blutrünstigen Terroristen und einem Volk unterscheiden. Auch mit Sätzen wie “nicht jeder Kurde ist Terrorist aber jeder PKKler ist ein Kurde” oder analog mit Muslimen, kann ich auch nichts anfangen. Nach dieser Logik würde nämlich der deutsche Staat nicht gegen den NSU vorgehen, sondern gegen Deutsche. Solche Wortspiele sind nicht förderlich.
    Und genau das geht nicht spurlos an der türkischen Community vorbei. Wenn man das thematisiert, ist man ja aber entweder Nationalist oder aber man soll das Land verlassen. Wie gesagt die Erwähnung der PKK Morde in deiner Analyse oben, hätte jede Menge Diskussionen erspart. Klar hast du bisher nicht alles erwähnt, wie denn auch. Aber gerade im Fall Suruc, ist das nicht unerheblich und doch sehr erwähnenswert.

  75. @ Cenki und Ahmet:

    Nachwievor weigert ihr euch, euch der türkischen Gewaltgeschichte gegen die Kurden zu stellen. Ihr reduziert das Übel auf Jitem. Aber wie ist man unter Atatürk, Inönü, etc. mit den Kurden umgegangen? Staatsterror, Assimilierungszwang. Das ging so weit, dass man noch 1980 (nach dem Putsch) von “Bergtürken” gesprochen hat, staatlicherseits. Damals wurde dann die PKK gegründet – als Antwort auf den türkischen Staatsterrorismus.

    Die PKK hat also der türkische Staat zu verantworten.

    Und insoweit sich Nationaltürken nicht bereit erklären, den Kurden im Lande als Kurden (samt Sprache, Kultur und Eigenwillen) die Gleichberechtigung zuzusprechen, sondern meinen, man solle und könne das gewaltsam unterdrücken, haben auch diese Türken die PKK zu verantworten.

    So, wie wir unseren NSU zu verantworten haben.

    Blutrünstige Terroristen? – Na, wieso hat dann Erdogan ein Jahr und länger mit ihnen verhandelt? Mit blutrünstigen Terroristen verhandelt man nicht.
    Wieso gab es kaum Anschläge durch die PKK (ja, einige wenige gab es, aber weniger, als von PKK-Feinden GEGEN die PKK und ihre Anhänger verübt wurden, nicht wahr?!).

    Wieso ist für euch der türkische Staat nicht “blutrünstig”, obwohl er doch Terror gegen eine autochthone Minderheit betreibt und zu verantworten hat?

    Den Kurden steht der friedliche Kampf für Freiheit offen. Wieso seit 100 Jahren immer mit Gewalt? Wieso sind dann Kurden besser als Türken wenn sie nach ihrer Meimung die gleichen Mittel verwenden?

    Wenn einer so etwas Geschichtsfälschendes schreibt, entlarvt er sich. Die ganze Terrorpolitik gegen die Kurden, von Atatürk bis vor kurzem – total ignoriert.

    Die AKP hat dankenswerterweise um 2011 herum den Kurs geändert und den Friedensprozess eingeleitet. Nicht konsequent, aber immerhin. Ich habe das immer gewürdigt, obgleich ich skeptisch war, weil es im Grunde eine reine Regierungsaktion war ohne Beteiligung der Öffentlichkeit und der Opposition. Aber immerhin, es war schon mal eine Bewegung, die in die richtige Richtung ging, und eine Abkehr von 80 Jahren brutalen Terrors, totaler Unterdrückung, nackter Assimilationspolitik, garniert mit Mord und Folter.

    Die PKK hat sich seit dem Beginn des Friedensprozesses zurückgehalten. Beide Seiten haben immer mal wieder gegen das Friedensgebot verstoßen, aber es waren vereinzelte Vorfälle. Für beide Seiten kein Grund, den Verhandlungsprozess zu beenden.

    Wenn Erdogan ihn jetzt beendet, dann deshalb, weil er für den Friedensprozess mit der PKK und ihrer Mehrheit in Südostanatolien ohnehin nicht viel Bereitschaft in der Öffentlichkeit findet und weil er die HDP ausschalten muss, wenn er sein Ziel, die Diktatur, erreichen will.

    Wie man sieht, er kalkuliert hier richtig.
    Und ich bin nicht überrascht.

    Die Anhänger der Erdogan-Diktatur und des türkischen Staatsterrorismus gegen eine autochthone Minderheit werden in Deutschland kaum auf Verständnis treffen, Cenki und Ahmet.

    Manche werden fragen, wieso man mit euch nicht “völkisch” verfahren sollte, nachdem ihr selber doch auch völkisch, türkisch-völkisch tickt. Eure politischen Verwandten in Deutschland sind Pegida und die AfD.

    Als jemand, der das völkische Denken bekämpft, lehne ich einen solchen völkischen Rückschluss ab. Mein Punkt ist: Demokratie und Menschen- und Bürgerrechte – wozu die Rechte von Minderheiten, insbesondere auch autochthonen Minderheiten gehören.

    So, und nun lest noch einmal den Anfang dieser post: das, was ihr unbedingt aus euren Köpfen fernhalten wollt: die türkische Terrorgeschichte GEGEN die Kurden, die zum gegenwärtigen Gewaltklima führt!

    Und bedenkt, dass die Kurden der Türkei nachwievor auf Selbstverständlichkeiten verzichten müssen: ein kurdisches Bildungssystem, die Anerkennung des Kurdischen als zweiter Amtssprache, die Autonomie jener Gebiete, in denen sie die Mehrheit stellen.

    Möchtet ihr beide mir oder der IG wirklich empfehlen, diese drei Selbstverständlichkeiten bezüglich der Kurden in der Türkei zu ignorieren?

  76. Ahmet Adem meint:

    Sie sprechen die Sprache der Radikalen!

    “Nein, eine Grenze hat Tyrannenmacht, zum letzten Mittel, wenn kein anderes mehr verfangen will, ist ihm das Schwert gegeben.”

    Vielleicht sollten sie weniger Schiller lesen und sich mehr mit unserem Verständnis von Recht auseinandersetzen? Ihre Vorstellungen sind schon etwas in die Jahre gekommen.

    Mörder, Diebe und Verbrecher aller Art, sahen sich in ihren Taten immer als edle Kämpfer für Freiheit und gegen Unterdrückung. Und Leute wie sie haben ihnen immer in ihren warmen Stuben zugejubelt, fernab der Verbrechens.

    Sie kennen nichtmal die historischen Hintergründe, worüber reden sie überhaupt? Zitieren sie aus einem PKK Handbuch?
    Der erste Kurdenaufstand wurde von einem islamistischen Fundamentalisten angeführt und Opfer waren vor allem Aleviten. Ziel war die Wiedereinsetzung des Kalifats. Dieser Stammesführer ist heute ein Held der Kurden und wird als Vorbild genommen und diese reden von Menschenrechten? Wie zynisch!

    https://de.wikipedia.org/wiki/Scheich-Said-Aufstand

    Hätten die Kurdischen Warlords von Anfang an den Weg des Dialogs mit der neuen Regierung gesucht, gäbe es keine Spirale der Gewalt und den Türken würde es leichter fallen auf Forderungen der Kurden einzugehen. Von Anfang an hat man die Staatsautorität untergraben, mit Gewalt.

    Wer Wind sät wird Sturm ernten, besagt ja ein Deutsches Sprichwort.

    Die Kurdischen Stammesführer hatten Angst ihre Privilegien und Reichtum die ihnen vom Sultan zugstanden wurde, durch die beschlossen Landreformen zu verlieren, im groben dreht sich die Sache immer noch darum.

    Engelsgleiche Kurden, die von barbarischen Türken seit Jahrunderten unterdrückt und enteignet werden.
    Das ist dann die Sichtweise, die sich verblendete PKK Kurden und linksextremisten, sowie Kurdistanromantiker zusammengebastelt haben, um ihr Märchen vom Kurdischen Befreiungskampf zu verbreiten. Ich hoffe sie glauben das, trotz ihres Unwissens, selber.

    Für sie sind Türken Einwanderer in der TÜRKEI, ein interessanter Gedanke nach 1500 Jahren Einwanderungsgeschichte. Wer so denkt, denkt in rassistischen Denkmustern.

    Kurden sind ebenso Einwanderer im Westen der Türkei, zu Millionen. Kurden müssen auch akzeptieren, dass die Türkei ein Einwanderungsland ist, jetzt kommen z.B. Syrer, früher kamen Juden usw. ist doch gut, eine Bereicherung!

    Das Land gehört nicht ihnen alleine. Wenn man was will muss man den Weg der Verhandlung suchen, nicht den Weg der Gewalt.

    Geographie bestimmt die Politik, lautet ein Grundsatz. Leben sie mal Tür an Tür mit den übelsten Terroristen, dann reden wir weiter. In Europa selber hat man sich doch noch vor kurzem die Köppe eingeschlagen, aber jetzt den großen Lehrer spielen…

    Außerdem PKK Agenda ist und bleibt die Gründung eines Kurdischen Staates. Menschenrecht und Demokratie sind nur Stichwörter um politischer rehabilitiert zu werde, sowas nennt man Täuschung. An der alten Agenda hat sich nix geändert, wenn sie Pkk seiten lesen wüssten sie das!,

    Der Staat hat das Recht und die Pflicht Ordnung herzustellen, das ist hier nicht anders. In Deutschland gilt auch Recht und Ordnung. Einmal in der Einkaufsstraße Koran verteilt und schon ist man auf der Terrorliste, soviel dazu.

    Leute wie sie leben in einer Mischung aus Karl May Roman und der Idealiserung von Terroristischer Gewalt. Eine per Definition anti Demokratische Haltung.

    Terror ist kein Mittel in einer Demokratie, auch nicht als ultima ratio. Sie sprechen aber der Türkei überhaupt ab, ein Staat zu sein.
    Wieso, treten sie dann in den Dialog mit türkischen Staatsbürgern? Paradox finde ich! Was soll aus den Millionen werden, die sich zum türkischen Staat bekennen? Sie setzen sich für Integration ein, aber sind ein politischer Feind der größten Migrantengruppe und ein Feind ihrer Heimatlandes, tolle Voraussetzungen!

    Nein! Ich angagiere mich auch in türkischen Vereinen und wir stehen in einem wunderbaren Dialog mit alles staatlichen und NGOS. Dialog findet immer mit gegenseitigem Respekt und auf Augenhöhe statt. Wer Terrorismus legitimiert, egal ob Islamistisch oder nationalistisch, ist kein Gesprächspartner!

    Wer PKK gut findet, der findet auch Hamas, AlQaida usw gut, denn sind alle aus dem selben Holz geschnitzt, ein Unding! Heuchlerisch ist der, der zwischen guten und schlechten Terroristen unterscheidet.

  77. Cenki66 meint:

    Leo,

    mittlerweile glaube ich echt, dass du entweder einen an der Waffel hast, oder aber, dass du hier bewusst Fronten aufbaust, damit dein Blog attraktiv bleibt.

    Lies dir einfach mal meine Äusserungen bezüglich der verfehlten Kurdenpolitik der Türkei seit der Republikgründung durch.

    Wenn ich für dich immernoch Nationalist bin, dann bist du ein Türkenhasser, der Terror an Türken unterstützt. (sorry eine andere Sprache verstehst du nicht)

  78. Ahmet Adem meint:

    Ein Verbrechen ist auch, die Türken als Besatzer in Anatolien darzustellen.
    So versucht man nämlich Terrorismus als Befreiungskampf zu inszenieren.

    Es ist schon ziemlich verdreht zu welchen Tricks einige greifen um sich moralisch reinzuwaschen.

    Sovjetunion in Afghanistan , USA in Vietnam usw. das sind Besatzungen fremder Staaten und dann steht den besetzten Völkern der organisierte und geordnete Kampf gegen die Besatzer frei.
    Die Besatzer haben ja immer die Wahl das Land zu verlassen!

    Dann sagen sie Mal einem Türken in Süd-Ost Anatolien (also der Türkei) dessen Familie dort seit 10 Generationen lebt, er sei ein Besatzer Kurdistans.

    Deutschland hat Afghanistan angegriffen mit der Begründung Deutsche Sicherheit wird auch am Hindukusch verteidigt.
    Aber wenn die Türkei einen AntiTerror Kampf gegen PKK (international als Terroristisch eingestuft) im EIGENEN Land führt, dann protestieren einige in Deutschland. Das ist doch heuchlerisch und unglaubwürdig, zynisch!

    Wir schauen nach vorne und gestalten unsere Zukunft positiv.

    Ahmet Adem

  79. Ahmet Adem meint:

    Die türkischen Kurden sind meine Brüder.

    Und die die PKK unterstützen und uns Türken hassen auch sie werden irgendwann ihren Fehler einsehen und dann kann man eine gemeinsame Zukunft in Frieden, ohne PKK Drohung gestalten.

    Denn es gibt nur eine Türkei und wenn der Terror aufhört, werden die Türken bereit sein den Kurden die das wollen Zugeständnisse zu machen. Kurdische Bildung und Selbstverwaltung wenn gewünscht. Aber mit Erpressung, Anschlägen und Drohung werden sie nix erreichen, nur Ablehnung und gegenreaktion!

    Erste Schritt ist die Anerkennung der Türkei und seiner Grenzen und Bekentnis zur gemeinsamen Türkei und Ablehnung von PKK.
    Dann können türkische Kurden alles bekommen von mir aus, aber Loyalität ist unabdingbar in der Region, eine Grundvoraussetzung.

  80. Cenki,
    da ich – so wie eigentlich fast alle Deutschen, die sich mit der Türkei und den Kurden beschäftigen – von deiner Warte aus verrückt bin, würde ich vorschlagen: Du verzichtest künftig darauf, hier weiter zu schreiben. Wir zwei können nicht miteinander diskutieren.

    Wieso willst du überhaupt mit uns Verrückten reden?

    Ich hab auch keine Lust, mich ständig zu wiederholen.

    Das gilt auch für Ahmet Adem, der nachwievor behauptet, die Türken wären bereits gegen 500 in Anatolien eingewandert. Wie kommt er darauf?

    Warum die kurdischen Völker keine eigenen Staaten bilden dürfen (die Türken aber schon), erklärt er auch nicht.

    Terror ist kein Mittel der Demokratie. Ja. Das sag dann mal dem türkischen Staat, das sag der AKP, der MHP, der CHP! Wie kommt es denn, dass der türkische Staat in seiner gesamten Geschichte (ein paar wenige Jahre ausgenommen) die Kurden mit Terror überzogen hat? Ihnen verboten hat, ihre Kultur zu leben?

    Sag mir doch mal, Ahmet Adem, wer unter den Deutschen heute auf deiner bzw. auf Erdogans oder MHP-Seite steht? – Du bist mit deinen Nationaltürken in Deutschland allein. Einsam und allein. Niemand sieht hier die Dinge so wie du.

    Was du mir vorwirfst, musst du ganz Deutschland vorwerfen. Ganz Europa. So wie in der Armenier-Genozid-Frage, so seid ihr jetzt auch in der Kurdenfrage ALLEIN.

    Das ist die Folge nationalistischer Engstirnigkeit.

    Sollte sich der aktuelle Angriff der Türken auf die Kurden zum erneuten Bürgerkrieg ausweiten, und sollte sich Erdogan bald tatsächlich zum islamistischen Diktator mausern – getragen von diesem nationaltürkischen Kampf, dann bin ich gespannt, wie man in Deutschland drauf reagieren wird. Die Türkei mag in der NATO sein, und das hilft ihr ein bisschen.

    Aber ob die NATO-Solidarität ausreichen wird angesichts eines islamistischen Diktators und seiner terroristischen Politik gegen eine autochthone Minderheit?
    Ob seine Weigerung, gegen den IS anzutreten, in Verbindung mit der Bekämpfung des wichtigsten Gegners des IS, nicht noch üble Folgen haben könnte?
    Nun, wir werden sehen!

    Ich werde hier noch so manches Wort finden müssen gegen die nationaltürkische Borniertheit und ihre politischen Folgen. Vielleicht werden sich die Cenkis und Adems ganz in ihre nationalistische Festung zurückziehen müssen und auf Kommunikation ganz verzichten. Sie haben uns nichts zu sagen, und wir haben ihnen nichts zu sagen.

    Und die türkisch-sunnitischen Dachverbände werden hübsch brav den politischen Mund halten und in Deckung gehen, sobald jemand mal fragt, was denn da in den Moscheevereinen so geredet wird.

    Ich sehe den Tag kommen, an dem Millionen Kurden und säkulare Türken nach Deutschland fliehen, um dem Terror der Erdoganisten und Nationaltürken zu entgehen. Noch ist es nicht so weit. Aber die Sprache der Nationalbornierten lässt uns erwarten, dass es schlimm kommen wird. Wahrscheinlich werden dann andere – die Nationaltürken unter den Deutschtürken, in die andere Richtung wandern.

    Im Moment noch ziehen sie allerdings Deutschland noch vor. Sie bleiben hier, was darauf schließen lässt, dass sie eigentlich dieses verdammte antitürkische Deutschland doch noch für besser halten als die geliebte Pseudoheimat Türkei.

  81. Jakobiner meint:

    Zu Cenki und Ahmed:

    Abgesehen von der Unterdrückung der Kurden in der türkischen Geschichte:Es ist schon richtig, dass die PKK seit Juni vermehrt Anschläge unternommen hat (das war aber niemals ein Grund den Friedensporzss aufzukündigen–auch von türkischer Seite nicht) und dass sie NACH Suruc 2 Polizisten, die dem IS nahestanden und nun 4 Militärs (nach Aufkündigung des Friedensprozesses durch Erdogan und damit freier Hand für türkische Militär Pkkler zu töten) erschossen hat. Doch dem ging ja die langwierige faktische Unterstützung des IS und seines Terrors seitens der Erdogantürkei gegen die Kurden (und eben nicht nur gegen die PKK/YPG) in Kobane und in Syrien und Irak vorraus. Diese Toten betrachtet ihr gar nicht, wie ihr euch auch einmal vorstellen solltet, wie man sich fühlt, wenn gleich in Grenznähe in Kobane ein Völkermord seitens des IS abläuft und man dabei zusehen soll. Ebenso ignoriert ihr, dass die Türkei wesentlich zu den Flüchtlingsströmen und dem Bürgerkireg in Syrien beigetragen hat durch die Unterstützung der Antiassadkräfte, die im wesentlichen Dschihhaddisten sind. Kommt alles nicht in eurer Rechnung vor. Ja, es ist eher auffällig, wielange sich die PKK und wielange sich auch die anderen Kurden zurückgehalten haben. Zudem haben die Kurden versucht mittels der HDP den legalen Weg zu gehen und Erdogan will nun die HDP zerstören, weswegen er ihr PKK-Nähe andichtet. Umgekehrt hat die Trükei aber ein recht auf die territoriale Integrität ihres Staatsgebiets und ich bin auch dagegen, dass die PKK einen Kurdenstaat im Südosten errichten will.
    Wir sollten nicht die Grenzen neu ziehen, da dies nur zu einem einzigen Blutvergiessen führen wird. Aber die HDP fordert nur mehr Autonomie (wie Korbinain sagte nach dem spanischen Modell) und wird ebenso von Erdogan und den Kemalisten verfolgt, die jetzt die Immunität der HDP-Abgeordneten aufheben lassen wollen.Das zeigt doch ganz klar, dass es nicht nur gegen die PKK, sondern eben gegen DIE Kurden geht.

  82. Ahmet Adem meint:

    Die meisten Türken sind hier geboren, wieso sollen sie das Land verlassen wenn Ihnen was nicht passt? Sie können auvh gerne das Land verlassen nach Kurdistan.

    Wir stehen in bestem Dialog zu allen möglichen Organisationen. Wieso sollten wir uns zurückziehen? Ganz im Gegenteil.

    Unsere Prämisse ist immer zuhören und aktiv Konflikte lösen und nicht radikale Fördern. Ich sage ja ein komiashes Verständnis von Miteinander haben sie.

    Ich verstehe nicht, welches Amt bekleiden sie, für welche Partei sprechen sie? Wer soll wen isolieren?

    Diskurs findet auf der Straße statt, zwischenmenschlich und nicht in Blogs wie ihren.

    Nein, Leo Brux wir werden den Integrationsprozess hier und den Friedensprozess in der Türkei weiter fortfühten, Extremisten gibt es immer, aber diese sind die eigtl. isolierten. Zu welchen gehören sie?

    Sie sind frustriert weil die Welt nicht mit Gewalt den Türken eine lektion erteilt. Kurdischer extremismus ein tolles mittel um sich wichtig zu fühlen, bekommt man bestimmt viel umsonst tee in linksextremen Vereinen. Isolation der Türkischen Gemeide, das ist ihr wunschdenken.

  83. Korbinian meint:

    Der Friedenswächter Ahmet Adem. Mit der Argumentation einer Schießbudenfigur. Und der Gegner ist natürlich linksextrem, so so. Ruf doch mal bei PEGIDA, vielleicht unterstützen die Euch.

  84. Cenki66 meint:

    Leo & Jakobiner

    nee, also ich weiss echt nicht, was ich noch sagen soll. leo, ich positioniere mich eindeutig, aber du kommst mir ständig mit der nationalismus keule und stellst mich als faschisten dar. wie soll ich da vernünftig diskutieren?

    @jakobiner

    glaub mir, ich erfreue mich auch nicht an der aktuellen situation. wie soll es denn weiter gehen? ich bin verfechter des friedensprozesses. ob nun erdogan’s kalkül dahinter steckt oder ob es nach nationaltürkischer manier “den kurden kann man sowieso nichts recht machen” verfahren wird: ich als verfechter des friedensprozesses stelle mir gerade ernsthaft die frage: fast 2 Jahre war doch frieden möglich? wer/was inszeniert da etwas? vor allem wem nützt da ganze?
    du magst mit deiner analyse recht haben, ich bleibe jedoch dabei, dass für eine umfassende analyse die anschläge der pkk hier mindestens mal in einem satz hätte erwähnt werden sollen. ansonsten fehlt etwas in der analyse. darauf will ich hinaus. wozu dann die diskussion geführt hat, siehst du ja selbst. fehlte ja noch, dass ich hier als türkischer hitler beschimpft wurde.

  85. Korbinian meint:

    ich als verfechter des friedensprozesses stelle mir gerade ernsthaft die frage: fast 2 Jahre war doch frieden möglich? wer/was inszeniert da etwas? vor allem wem nützt da ganze?

    Es ist doch offensichtlich: Die Kurdenpartei hat Erdogan den Weg zur absoluten Mehrheit versaut und soll jetzt büßen. Und wer weiß ob diese Anschläge alle von der PKK waren, könnte ja auch der tiefe Staat dahinterstecken (der nationaltürkische Untergrund, der gern auch mal ein paar Aleviten oder Hrant Dinks vor die Linse nimmt) um die HDP zu diskreditieren.

  86. Jakobiner meint:

    Zu Cenki:Wo du recht hast: Westliche Menschen neigen immer etwas zur Romantisierung und Idealisierung vermeintlicher Befreiungsbewegungen.Die PKK ist eine marxistische Terrororganisation, die eine Art Stalinschen Einparteienstaat anstrebt.Ob die Kurden dann in einem solchen glücklicher wäre–dahingestellt. Ich kann mich noch erinnern, wie der bayerische Innenminister Beckstein die kosovarische UCK als drogendealende Terrororganisation einstufte, diese Einschätzung dann aber nach Beginn des Kosovokrieges zurückgenommen wurde und die UCK als vom Westen und der NATO zu unterstützende Befreiungsfront gefeiert wurde. Sieht man sich den jetzigen Kosovo mit seiner Mafiaökonomie an, die jährlich 200 000 Kosovraen auswandern lässt (bei 2 Millionen Bevölkerung), wird einem so langsam klar, was man da unterstützt hat. Anderes Beispiel ist Südsudan: Wie wurden die südsudaneischen Rebellen als Befreiungsfront gegen die muslimische Zentralregierung in Khartum gefeiert. Nun da sie selbst einen Staat haben, haben sie das Land in einen blutigen Bürgerkrieg gezogen, mit Massen von Flüchtlingen und Toten.Man vergesse auch nicht die breite Unterstützung vieler westdeutscher Linker für Mao oder Pol Pots Roten Khmer, die damals auch als Befreiungsbewegungen durchgingen.Aber man sollte schon fein zwischen PKK und HDP differenzieren.

  87. Na, Cenki,
    wo hätte ich dich denn als Faschisten oder Hitler hingestellt?
    Ich halte die türkische Politik gegenüber den Kurden seit Atatürk (und mit Ausnahme der paar letzten Jahre) für brutal völkisch. Es ist die etwas abgeschwächte Fortsetzung der ethnischen Säuberungen, die Armenier und Griechen in Anatolien eliminiert haben. Eine bösartige, durch und durch destruktive, kriminelle Politik, die ich nicht nur der Regierung, sondern auch dem türkischen Volk vorwerfe. Dennoch bin ich nie auf die Idee gekommen, Atatürk als Faschisten zu bezeichnen. Oder die türkische Politik als faschistisch. Nicht einmal beim Putsch von 1980 hab ich das gemacht. Aber türkisch-völkisch ist die Grundeinstellung der Nationaltürken doch wohl, und da reihe ich dich mit ein, weil auch du nicht anerkennen willst, dass der Konflikt mit all seinen wechselseitigen Übeltaten von der Türkei und den Türken ausgeht und nicht von den Kurden. So echauffierst du dich über PKK-Terrorakte, ohne ZUGLEICH dich auch über die Terrorakte von staatlicher Seite zu echauffieren. Du nimmst Partei für die Täter. Für die Türken.

    Die Kurden haben die PKK gebraucht und brauchen sie nach wie vor. Denn sonst gehen sie gegen euch Türken unter. Was euch natürlich nicht stören würde. Völlig assimilierte Kurden sind euch recht. Wenn sie Türkisch sprechen und die türkische Identität annehmen, dann dürfen sie, wie die Lazen und andere, durchaus sagen, dass sie eigentlich mal Kurden waren.

    Also, sag uns: Bist du dafür, dass die Kurden der Türkei ein eigenes kurdisches Bildungssystem zugestanden bekommen? Dass sie in ihren Vilayets (da, wo sie die Mehrheit sind) politische und kulturelle Autonomie bekommen, etwa so wie die Basken in Spanien oder die deutschen Südtiroler in Italien?

    Wenn du ja sagst, müsstest du HDP wählen …

  88. Korbinian meint:

    na Cenki, alter Doppelmoralist?
    In der Türkei auf die Kacke hauen und in Deutschland das PEGIDA-Opfer spielen.

    http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-07/pkk-tuerkei-angriffe-stellungen-arbeiterpartei

    #staatsterrorunterstützer
    #nationalchauvinist

  89. @jakobiner

    mit dir lässt sich wenigstens seriös diskutieren, auch wenn man nicht einer meinung ist!

    @leo

    dass du mich trotz meiner distanzierung als nationalist beschimpfst (ja, ich sehe das als beleidigung an meine person an), findei ch nicht in ordnung. du hast weiter oben noch emre gelobt, ich sage zu ihm, dass ich seine aussagen vollkommen in ordnung finde, aber cenki wird dann trotzdem als nationalist dargestellt.

    meine äußerung zur kurdenpolitik seit atatürk habe ich oben schon geschrieben. alles nochmal wieder zu kauen ist für mich zeitverschwendung.

    für ein kurdisches bildungssystem bin ich zu haben. ich würde eine hdp aber nicht wählen, da diese mir nur auf die belange der minderheiten abzielt. das ist auch der grund warum seit gründung der akp, die anderen etablierten parteien gescheitert sind.

  90. @korbi

    auch bei dir wiederhole ich mich: schon möglich, sage ich zu deinem ersten post.
    zu deinem zweiten post: kann ich nichts mit anfangen, da ich mich weiter oben von jeglichem terror, auch vom staatsterror distanziert habe.

    eine längere antwort habe ich dir bereits geschrieben, scheint dir wohl entgangen zu sein.

  91. “Ein Beitrag, der deutlich macht, wie romantisch verklärt die Linke in Bzg auf die PKK ist und der ebenso jeden, der meint an deren Großdemos teilnehmen zu müssen, wachrütteln sollte.

    “Es dürfe nicht vergessen werden (so der Verfassungsschutz), dass die PKK eine ausländische extremistische Organisation sei. …

    Wie der Verfassungsschutz erklärt, fährt die PKK ihre friedliche Linie in Europa lediglich aus taktischen Gründen, auch, um von der EU-Terrorliste genommen zu werden. Zudem werde versucht, Einfluss auf westliche politische Kreise zu nehmen. So wehrten sich verschiedene kurdische Organisationen gegen den IS, wobei die Peschmerga nicht mit der PKK (!!!) zu verwechseln seien.

    Die PKK indes kämpfe gegen den IS, um ihre eigenen Ziele vor Ort zu realisieren. Um eine Befreiung und Demokratisierung gehe es der PKK dabei weniger, wie es vom Verfassungsschutz heißt.”

    http://m.welt.de/regionales/hamburg/article144695849/Bei-Hamburgs-Kurden-waechst-die-Wut.html

    @jakobiner

    geht so in richtung deiner aussagen.

  92. die Türkei ermahnen, aber selbst dann so eine show abziehen. die masken fallen….

    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/ermittlung-gegen-netzpolitik-org-faq-a-1046219.html

    #GuteMeinungsfreiheitSchlechteMeinungsfreiheit

  93. Jakobiner meint:

    Breaking News: Die Kurden des Nordiraks unter Barzani distanzieren sich jetzt ganz offiziell von der PKK und fordern diese auf, das Land zu verlassen.
    Ob Barzanis Peshmergas dann auch gegen die PKK militärisch vorgehen, um ihre Forderung umzusetzen, bleibt jedoch abzuwarten. Erdogan und den IS wird es jedenfalls freuen.

  94. conring meint:

    @ Cengi
    “die Türkei ermahnen, aber selbst dann so eine show abziehen. die masken fallen….”
    Hier sollten Sie vielleicht einfach mal in den deutschen Medien lesen, wie das Ganze kommentiert wird. Im Augenblich sieht es doch so aus, dass der Generalbundesanwalt froh sein kann, wenn er nicht seinen Posten verliert.

  95. Jakobiner meint:

    In dem SPIEGEL-Artikel heißt es aber auch:

    Die türkische Regierung spricht von einem “Krieg gegen den Terrorismus”. “Allerdings griff die Luftwaffe den IS bisher nur drei Mal an, die PKK hingegen Dutzende Male.”

    http://www.spiegel.de/politik/ausland/tuerkei-barzani-fordert-pkk-zum-verlassen-des-nordiraks-auf-a-1046327.html

    Leos Theorie scheint sich zu bewahrheiten.

  96. Jakobiner meint:

    “PKK für die aktuelle Eskalation mitverantwortlich
    Erbil – Der Präsident des autonomen Gebiets Kurdistan im Nordirak, Massoud Barzani, hat die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) mitverantwortlich für das Ende des Aussöhnungsprozesses in der Türkei gemacht.
    “Dass der Friedensprozess zwischen Türken und Kurden bedroht ist, liegt nicht nur am türkischen Präsidenten Erdogan, sondern auch an Hardlinern bei der PKK, die keinen Frieden wollen”, sagte er dem Münchener Magazin “Focus”.(…)”Die PKK überschätzt sich selbst”, sagte Barzani. Das Abkommen der Türkei mit den USA werde “eine enorme Wirkung in der Region entfalten”. Er befürchte aber, dass bei weiteren Kämpfen der Nordirak zum Schlachtfeld werde.”

    http://derstandard.at/2000020030909/Erneut-zwei-Polizisten-bei-PKK-Angriff-erschossen

  97. @jakobiner

    genau das ist es, was ich meine: dass eine verhandlung mit der autonomen regierung unter barzani funktioniert ist bemerkenswert. in den medien wird aber steht von “türken bombardieren kurden” gesprochen. ganz so einfach ist die lage nun doch nicht.

    die türkei macht deutlich: wir setzen uns zwar mit euch an einen tisch, lassen uns aber nicht an der nase herumführen.

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