Flüchtingskrise 2015 (19): Das Dankeschön einer Syrerin – an Deutschland und an all die freiwilligen Helfer

asylIch tippe hier den Leserbrief einer Syrerin an die SZ (17.9.2015, Seite R20) ab. (Die Absatz-Formatierung und Hervorhebung ist von mir. Am Ende ein grundsätzlicher Gedanke meinerseits.)

Ich war in den vergangenen Tagen im Flüchtlingslager am Hauptbahnhof, ich habe dort als Dolmetscherin geholfen, weil ich selbst seit drei Jahren als Flüchtling in Deutschland bin.

“Menschlichkeit …” – Der Begriff Menschlichkeit bezieht sich in seiner Bedeutung auf “alles, was Menschen zugehörig oder eigen ist”, insbesondere auf das, was den Menschen vom Tier unterscheidet. In diesem Sinne bedeutet “menschliches Verhalten”, wie sich ein ganz normaler Mensch verhalten soll.

Und dieses menschliche Verhalten haben wir Syrer nur von den Deutschen gesehen, dafür sind wir sehr dankbar.

Als ich vor circa drei Jahren nach Deutschland kam, habe ich erwartet, dass die Deutschen nicht so offen sind, um mit den Ausländern auf Englisch zu sprechen.

Aber als ich in einem Flüchtlingslager für drei Tage untergebracht wurde, habe ich gemerkt, dass die freiwilligen Helfer, Ärzte und Polizistgen sogar bereit waren, ein paar Wörter auf Arabisch zu lernen, wie zum Beispiel: Herzlich Willkommen, hier gibt es Essen, auf der anderen Seite befinden sich die Getränke, Schmerzen, Familien zusammenbleiben, und so weiter.

Die Deutschen haben mir etwas ganz Wichtiges beigebracht, und zwar, dass die Menschlichkeit gar nichts mit Sprache, Kultur, Staatsangehörigkeit, Ort, Beruf oder Religion zu tun hat, und dass man nicht wegen des Aussehens einen Menschen verurteilen darf!

Ich habe dort viel erlebt. Etwa auch, dass eine deutsche Polizistin wegen eines dreijährigen Mädchens geweint hat. Oder wie die Deutschen sich warmherzig um Kinder gekümmert haben, Spielzeuge verteilt haben und sogar mit denen gespielt haben, wie schnell und gut die Ärzte in Notfällen reagiert haben.

Ich war auch überrascht, dass so viele von den gespendeten Schuhen und viel Kleidung neu gekauft war – etwas, das wir selbst in unserem Heimatland leider nicht hatten.

Sie geben einfach ihr Bestes, damit sich Flüchtlinge wohl fühlen.

Ich habe auch gesehen, wie sie immer versucht haben, dass die Plätze möglichst sauber blieben, was wahrscheinlich kein anderes Volk tun würde.

Ich habe immer das schönste Lächeln von ihnen gesehen, während andere Länder nur ihre schmutzigen Zähne zeigen.

Die Flüchtlinge brauchen keine Krokodilstränen. Sie benötigen Hilfe, und das ist genau das, was Deutschland für sie getan hat.

Jetzt weiß ich ganz genau, warum ich München so liebe.

Im Namen meines Volkes, Deutschland, wir schätzen dein Willkommen, dein Verhalten, deinen Frieden, deine Sicherheit und deine medizinische Versorgung.

Danke, dass wir jetzt auf die Straße gehen ohne Angst vor dem Tod, dass wir hier keine Geräusche von Waffen hören.

Wir werden unseren Kindern erzählen, dass du uns in deinen warmen Händen in diesem Winter umarmt hast, während die reichen arabischen Länder ihre Tore zu gemacht haben.

Das werden wir nie vergessen.

Rwaida Seraj aus Syrien,

Studentin an der LMU München

Was machen Menschen, die menschlich (human) fühlen und denken? – Sie versuchen, eine win-win-Situation zu erzeugen. Der andere soll gewinnen, und damit gewinnt man auch selber.

Es gibt Menschen, und es gibt eine Politik, die instinktiv auf das Gegenteil setzen: Gewinne ich – oder du? Wenn ich gewinne, verlierst du, wenn du gewinnst, verliere ich. Dein Gewinn ist mein Verlust. Also kann ich nicht wollen, dass du gewinnst. 

Das sind die destruktiven Menschen, das ist die destruktive Politik.

Die win-lose-Situation gibt es auch, aber sie ist die seltene Ausnahme. Es gab sie etwa, als es die Welt mit Hitlers Deutschland zu tun bekommen hat. Oder heute, wenn wir den Islamischen Staat als Gegner sehen.

Der Regelfall ist: Konfliktsituationen, Konkurrenzsituationen können als win-win-Verhältnisse gestaltet werden.

Das ist es, was jemand beeindruckt, der wie diese syrische Studentin dankbar auf Deutschland schaut.

Es gehört auch ein gesunder, eben menschlicher Charakter dazu, dass man die win-win-Situation herstellt.

Die Fiesmenschen verstehen das aus Charaktergründen nicht.

Die syrische Studentin erlebt Menschen, die weltbürgerlich fühlen und denken. Für die das Menschsein nicht an den Grenzen der Nation, der Ethnie, der Religion und dergleichen Partikularismen endet.

Für das “Gutmenschentum” gibt es durchaus nicht nur moralische Gründe.

Angela Merkel hat nicht nur als Mensch, sondern auch als Politikerin, die auf den Nutzen der Nation schaut, recht, wenn sie die Kritik an ihrer Entscheidung für die syrischen Flüchtlinge zurückweist:

“Ich muss ganz ehrlich sagen: Wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land.”

Kommentare

  1. peter friedl meint:

    danke leo.
    das ist ein unabänderliches dokument für eine wunderbare zukunft.

    von leuten wie karlsen, die verhetzt, nicht eingebunden, nicht persönlich beteiligt und geifernd auf die katastrophe warten wirst du natürlich keinen smiley bekommen.

    und von leuten wie ralf, die das danteske ende, das grauen ersehnen – vorsichtig, tastend, versteckt – und meinen, weil sie fukuyama gelesen haben, der zwar hegel (im schnelldurchgang) referiert, aber dennoch nicht verstanden hat, schon die welt verstehen und keine ahnung von derselben haben, wirst du auch kein ‘like’ bekommen.

    @korbinian – Flüchtlingskrise 2015 (16)

    ‘Was ist denn die Wirklichkeit? Kennst Du sie? Oder ist es nur Deine Wirklichkeit?’

    natürlich ist es meine wirklichkeit, was auch sonst: ich bin sterblich, ich bin verwundbar, kein gott. wenn du auf descartes anspielst, dann betrifft das nur die ganz bestimmte person, die individualität des menschen im universum und ganz sicher nicht das gemeinwesen.
    du verlangst viel von mir – zeit und aufwand -.
    denn, um meine wirklichkeit zu beschreiben mit ihren ganzen implikationen, hoffungen und enttäuschungen ist in diesem blog nicht der platz…
    aber wenn du möchtest können wir uns per email darüber austauschen.

  2. Ein beeindruckender Leserbrief. Mir persönlich ist sehr wichtig, wie die Krise zukünftig betrachtet wird und ich will, dass die Europäer als Helfer gesehen werden und nicht als Unterlasser. Mich freut es dabei insbesondere, dass Deutschland versucht, seiner Verantwortung bestmöglich nachzukommen.

  3. Jakobiner meint:

    Zu Peter Friedel:

    “und von leuten wie ralf, die das danteske ende, das grauen ersehnen”

    Der Mann hat wirklich einen Vogel. Wo ersehne ich denn das Grauen und dann noch ala Dante? Typisch auch: Inhaltlich nichts zu sagen haben und dann halt nur persönliche Kurzpöbeleien verfassen nach ansonst ellenlangen abstrakt- philosophischen Ausschweifungen, die gar nicht zum Thema passen, sondern ablenken sollen.Der Mann sollte Kulturkritiker irgendeines Feuillitons werden–da kann er dann seine Stilkritik und persönlichen Pöbeleien verfassen.

  4. Gerald Karlsen meint:

    Es fehlt Wohnraum, es fehlt Arbeit, es fehlt Geld, es fehlt jegliche Zukunftsperspektive für diese Leute!

    Von den völlig anderen Lebens- und Wertevorstellungen bei Leuten aus solchen Ländern wie Syrien, Irak usw. mal ganz abgesehen!

    Der “Dank” wird nicht lange anhalten. Dann komm die Unzufriedenheit. Dann der sozialen Unfrieden. Und irgendwann haben wir hier ein Pulverfass. Doch soweit denken Linke offenbar nicht.

  5. Gerald Karlsen, “irgendwann”? Wann soll das sein? Konkretes können Sie wohl nicht liefern.

  6. Jakobiner meint:

    Zu Frido:

    Ich kann mich noch an einen Abend bei dir erinnern,als wir über den Nahen Osten diskutierten und über dessen Demokratisierung.Einigkeit bestand noch in der Ablehnung des Irakkrieges unter Bush jr. Meinungsunterschiede ergaben sich zwischen uns bei der Beurteilung einer inneren demokratischen Bewegung. Da hatte ich eben auch realisitische Zweifel, meinte, dass man angesichts der überlla und seit 1928 lauernden, breit organiserten Muslimbruderschaft, des Islamismus und all seiner neueren Abarten lieber den stabilen Assad, Saddam Hussein und Ghaddafi tolerieren solle als kleineres Übel.Da meintest du, ich sollte mich als Pressesprecher Ghaddafis bewerben und unterstelltest mir quaisfaschistische Einstellungen. Inzwischen hatten wir den “arabischen Frühling”, der aber eben ein sehr “danteskes” Ende nahm, dass ich zwar nicht erhoffte, aber eben vorraussah–samt der Dominanz der Islamisten und Dschihhadisten und vorläufiger Krönung durch den IS.
    Also, wenn du dich auf Fukuyama und Hegel beziehst, wer liegt da richtig und falsch?

  7. Jakobiner meint:

    Zu Peter Friedel:

    Meiner Ansicht nach, ist es auch falsch Assad vor allem als Alewiten zu begreifen, wie auch Saddam Hussein oder Nasser, Sadat, Mubarak als Sunniten oder Ghaddafi als Vertreter eines bestimmten Stammes. Diese Leute hatten zwar diesen Hintergrund, transzendierten aber ihre Herkunft, waren vor allem sozialistische Panarabisten und stellten aufgrund dieses Programms und als junge Offiziere ihre eigentliche Macht her.Wie auch Kemal Attatürk. Die Baathparteien; Nasser und Ghaddafi hätten gar nicht so regieren können, wenn sie nicht auch Sympathsianten aus anderen Bevölkerungskreisen gehabt hätten, die ethnisch und religiös einen anderen Hintergrund hatten, aber denen eben das panarabische, sozialistische Programm oder eben bei Attatürk die Westorientierung und türkischer Ntaionalismus war, wie auch bei Sun Yatsen in China. Das waren mehr republikanische Kräfte. Assad und Saddam Hussein wie auch Attatürk hat niemals alle zu Sunniten, Alewiten,etc. missionieren wollen.Es war nie eine Frage der Religion. Selbiges auch mit Tito–eigentlich ein Kroate, aber er wollte Jugoslawien bei weitem nicht kroatisieren oder katholizieren oder ähnliches. Er wollte eben Jugoslawen.Ähnliches bei Stalin, eigentlich ein Georgier,aber ein strammer Sowjetmensch, den gerade der Kommunismus faszinierte, der über die Provizinialität Georgiens obsiegte.Trotzjki wiederum wollte den Weltsowjet und nicht Sozailismus in einem Lande ala Stalin, sah also die neue Identität des Sowjetmenschen über Staklins mehr neo- grossrussischer Reichsidee transzendieren.Ähnlcihes in Afrika. Ich hatte mit einem Freund einmal den Streit, ob man von Stämmen sprechen könne. Er meinte nein. Ich meinte ja. Natürlich gibt es Stämme, Clans,etc., aber der wesentliche Punkt ist dies nicht zu leugnen, aber eben darauf hinzuweisen, dass ein Mensch gleichzeitig mehrere Identitäten haben kann und sich auch aus stammes- regional-,ethnischer und religiösem Hintergrund zu einer gemischten oder neuen Identität entwickeln kann und zwar nicht nur als Individuum und im besten Fall als Weltbürger oder global citoyen, sondern auch erst einmal über grössere nregionale, nationale, supranationale Identitäten.Und es ist nie ein abgeschlossener Prozess.Es kommt darauf an, wie sich diese Identitätsidden bewähren.Das kann man in allen Ländern sehen, wo nach einer Periode hin zu grösseren Einheiten nun mehr die Regression zu Ethnizismus, Religiosität, Regionalismen, Seperatismen, Rückgriff auf archaische Stammeszugehörigkeiten oder im kleinen, soweit noch Großfamilen vorhanden auf Clans.etc. Zu diesem Idenitätsproblem, diesen staatsidentiotären Fragen ist Peter Friedel systematisch ausgewichen. Dabei stellen sie sich jetzt gearde!Aber außer persönlichem Geblöäke und Stilkritik kommt nix”

  8. Gerald Karlsen meint:

    KM, nein, “konrekt” kann Ihnen das mangels Glaskugel nicht sagen.

    Wer seinen Verstand benutzt, dürfte aber leicht darauf kommen, dass dies alles nicht folgenlos bleiben wird, wenn hier plötzlich Millionen Leute ohne Perspektive usw. sitzen und sehen, was sich viele Deutsche leisten können und sie nicht. Hinzu kommen kulturelle und religiöse Differenzen. Ich gehe von nur noch wenigen Jahren aus, bis es “knallt”.

  9. Gerald Karlsen, diejenigen ohne Perspektive sind doch die hiesigen Nationalisten, die sich nun einen deutschen Nationalismus 2.0 abschminken können.

  10. @ Peter Friedl
    “danke leo.
    das ist ein unabänderliches dokument für eine wunderbare zukunft.”
    Was soll ein “unabänderliches dokument” sein?
    Und eine “wunderbare zukunft” gibt es doch nur in der Altersversicherungswerbung.

  11. Jakobiner meint:

    Identität, Globaliserung und “Ich bin Malala”

    Die Menschheit hat sich mit der Entwicklung der Produktivkräfte von Kleingruppen in Stämme, dann Kleinstaaten und nun eben Nationalstaaten organisiert.Inzwischen entstehen auch schon supranationale Organisationen wie die EU und sind andere grössere Formationen neben Freihandelszonen angedacht.Die Entwicklung der Produktivkräfte ist keineswegs ein Produkt irgendwelcher Verschwörungen, sondern erfolgt sehr naturwüchsig und in Konkurrenz. Der politische Überbau schreitet meist langsamer voran als das Wachstum der Produktivkräfte, weswegen es zu Friktionen, Konflikten und auch Kriegen kommt. Das passt Verschwörungstheoretikern nicht, die sich auch die gesamte Wirtschaftsgeschichte als eine Aneinanderreihung von Verschwörungen ausmalen oder aber eben Wirtschaftskrisen und Finanzkrisen als Showinszenierungen, um die Leute in Angst und beim Arbeiten zu halten, Ursache und Wirkung wird hier systematisch verwechselt.Die Menschen, die dieser Globaliserung ausgesetzt sind, sortieren sich nach sozialen und kulturellen Identitäten. Die Gewinner werden teilweise mehr grössere politische Gebilde und damit einhergehende Multi-Kulti-Kultur bevorzugen, die Verlierer sich mehr auf den Nationalstaat oder kleinere, vermeintliche Schutzgemeinschaften zurückziehen, wie den Stamm,. die Region, den Clan, die Kleinfamilie, die WG,etc. Aucn die Idee von Gottesstatten und einer islamistischen Ummah mit Weltherrschaftsanspruch entstehen daraus, vor allem in Form des IS. Zumal gibnt es die Tendenz, dass nicht nur die Verlierer der Globaliserung sich vom Nationalstaat abspalten wollen, sondern die wohlhabendsten Bundesstaaten und regionalen Seperatismus nachzugehen und neue Kleinstaaten gründen wollen.Die Mittelschicht sieht sich sandwichmäßig eingepresst und ihre Erfolgsaussichten und die jeweilige Wahl der zu erhoffenden Schutzgemeinschaft und Identität bleibt oszilierend.Die rechte Mittelschicht verhält sich mehr wie die CSU in ihrem Identitätsdreiklang: Bayern die Heimat, Deutschland das Vaterland und Europa die Zukunft, was Bewegungsspielraum zwischen allen drei Ebenen bringt und sich nicht so eindeutig festlegen will. Den Mittelschichten und sozialen Verlierern, denen die rechte CSU zu vage ist, orientiert sich mehr an der AfD, die klarer der Nationalstaatsgedanken vertitt.Die NPD, die den völkischen Nationalstaat als nationalsozialistisches Ideal vertritt, kommt jedoch inzwischen nicht mehr so an. Im Europaparlamnet sind die meisten Fraktionen auch für das Hybridgebilde zwischen EU und Nationalstaat, nur die Rechtsextremisten wollen zurück zum Nationalstaat, während die Spinelligruppe , 156 Abgeordnete, zumeist aus den Liberalen, Grünen und den Sozialdemokraten und einigen prozentralistischeuropäuischen Konservativen vor allem einen europäischen Zentralstaat propagiert. Während die Bedeutung des Natioanlstaats in Europa infrage gestellt wird, erfreut er sich in China, Russland, Osteuropa,Lateinamerika und den meisten Teilen von Asien hoher und zunehmender Beliebtheit. Daran ändern auch Freihandelszonen nichts, während in Afrika, dem Nahen Osten und Zentralasien da eher Desintegrationstendenzen bestehen. Meiner Ansicht nach, ist es auch falsch Assad vor allem als Alawiten zu begreifen, wie auch Saddam Hussein oder Nasser, Sadat, Mubarak als Sunniten oder Ghaddafi als Vertreter eines bestimmten Stammes. Diese Leute hatten zwar diesen Hintergrund, transzendierten aber ihre Herkunft, waren vor allem sozialistische Panarabisten und stellten aufgrund dieses Programms und als junge Offiziere ihre eigentliche Macht her.Wie auch Kemal Attatürk. Die Baathparteien; Nasser und Ghaddafi hätten gar nicht so regieren können, wenn sie nicht auch Sympathsianten aus anderen Bevölkerungskreisen gehabt hätten, die ethnisch und religiös einen anderen Hintergrund hatten, aber denen eben das panarabische, sozialistische Programm oder eben bei Attatürk die Westorientierung und türkischer Ntaionalismus war, wie auch bei Sun Yatsen in China. Das waren mehr republikanische Kräfte. Assad und Saddam Hussein wie auch Attatürk hat niemals alle zu Sunniten, Alewiten,etc. missionieren wollen.Es war nie eine Frage der Religion. Selbiges auch mit Tito–eigentlich ein Kroate, aber er wollte Jugoslawien bei weitem nicht kroatisieren oder katholizieren oder ähnliches. Er wollte eben Jugoslawen.Ähnliches bei Stalin, eigentlich ein Georgier,aber ein strammer Sowjetmensch, den gerade der Kommunismus faszinierte, der über die Provizinialität Georgiens obsiegte.Trotzjki wiederum wollte den Weltsowjet und nicht Sozailismus in einem Lande ala Stalin, sah also die neue Identität des Sowjetmenschen über Staklins mehr neo- grossrussischer Reichsidee transzendieren.Ähnlcihes in Afrika. Ich hatte mit einem Freund einmal den Streit, ob man von Stämmen sprechen könne. Er meinte nein. Ich meinte ja. Natürlich gibt es Stämme, Clans,etc., aber der wesentliche Punkt ist dies nicht zu leugnen, aber eben darauf hinzuweisen, dass ein Mensch gleichzeitig mehrere Identitäten haben kann und sich auch aus stammes- regional-,ethnischer und religiösem Hintergrund zu einer gemischten oder neuen Identität entwickeln kann und zwar nicht nur als Individuum und im besten Fall als Weltbürger oder global citoyen, sondern auch erst einmal über grössere nregionale, nationale, supranationale Identitäten.Und es ist nie ein abgeschlossener Prozess.Es kommt darauf an, wie sich diese Identitätsidden bewähren.Das kann man in allen Ländern sehen, wo nach einer Periode hin zu grösseren Einheiten nun mehr die Regression zu Ethnizismus, Religiosität, Regionalismen, Seperatismen, Rückgriff auf archaische Stammeszugehörigkeiten oder im kleinen, soweit noch Großfamilen vorhanden auf Clans.etc.
    Samuel Huntingtons „Kampf der Kulturen“/“Clash of Civilizations“ hat ja die These, dass sich infolge der Globalsierung die Staaten an kulturellen Identitäten, die vor allem religiös bestimm t seien.Orientieren würden. Er sieht da 8 Kulturkriese und eine konfuzianisch-islamische Achse gegen den Westen. Zwar hat er bei vielen Konflikten recht, etwa Jugoslawien oder der Ukraine, doch exisiert nicht der Islam, noch der Konfuzianismus, noch solche großreichgewordenen Kulturkreise. Henry Kissinger brachte dies mal auf die Frage: „Welchen Telefonnummer soll ich denn für welchen Kulturkreis anrufen?“. Ebenso fragte ja Kissinger ähnlich, bei hochhals laut vorgetragenen Vorträgen über Europa: „Europa, welche Nummer soll ich denn anrufen?“. Nun antwertete z.B. die CSU-EP-Abgeordnete Angelika Niebler dem guten Henry, dass die EU jetzt eine gemeinsame Telefonnummer habe, nämlich die Außenbeauftragte der EU, worauf Kissinger richtig bemerkte, dass diese ja keine Kompetenzen habe, sondern vor allem die Treffen der europäischen Staats- und Regierungschefs,. Sowie Außenminister und da vor allem Deutschland, Frankreich und GB entscheidend seien und ob er bei der neuen Telefonnummer nicht bei einer Hotline mit Endlosschleife lande. Und in der EU steht zumal ein Brexit bevor, erstarken die osteuropäischen Nationallsmen., wie aber auch in Frankreich, Österrecih, Skandinavien Echte Schweden, Front National, FPÖ,etc. Dennoch sieht Huntington all diese Prozesse der Gloablaiserung nur unter regressiven Momenten. Gegenbewegungen scheinen kaum möglich. Ich lese gerade „Ich bin Malala“. Ich dachte erst, dass die naives Kinderbuchgeschwätz sei, aber man erfärht sehr viel über die Geschichte Pakistans und Afghansitans wie auch dem Islam. Interessant finde ich folgende Selbstdefinition von Malala: Zuerst Swat, dann Paschtunin, dann Pakistani. Das ist war unlogisch, da Malala durchaus vorhat neue Ministerpräsidentin von Pakistan zu werden als neue Bhutto, gleichzeitig unterstützt sie aber mittels ihres Malalafunds nicht nur pakistanische Mädchen, sondern auch in Afrika und anderen Weltregionen. Zwar betitelt sich Malala identitär als regional, Stamm und Nationalstaat, sieht sich aber ebenso als global citoyen und internationale Weltbürgerin einer Idee der säkularen Aufklärung durch Bildung verpflichtet.Das sind die Tendenzen, die auch gegen diese ganzen regressiven Regionalismen, Nationalismen, Stammeszugehörigkeiten, religiösen Extremismen transzendieren,sondern eben quasi mit Hegel den Weltgeist auch ins hinterste Swattal, Paschtunenstammesgebiet , nach Pakistan, Asien und der Welt bringen wollen.Mit Che Guevara zu sprechen: Schafft ein, zwei, drei, viele Malalas!”

  12. Gerald Karlsen meint:

    KM, wenn die Sorge um Deutschlands Zukunft und den inneren Frieden für Sie “Nationalismus” ist, dann ist nun zumindest für jeden ersichtlich, wo Sie politisch stehen: Verdammt weit links! Vermutlich kurz vorm “Nie wieder Deutschland”-Block oder so (*kotz*).

  13. Gerald Karlsen meint:

    Hey Ralf, bau mal ein paar Absätze in Deine überlangen Beiträge. Das liest doch sonst kein Schwein durch :P

  14. Gerald Karlsen, deutsche Nationalisten lehnen Deutschland ab oder hassen das Land sogar. Die diffamieren es gerne abfällig als Buntland, Alemanistan, US-Kolonie etc. Ich habe noch nie einen national eingestellten Deutschen getroffen, bei dem das anders war. Ich habe dagegen eine ganz andere Ansicht, ganz gegensätzlich zu “Nie wieder Deutschland”.

  15. Gerald Karlsen meint:

    KM, solche Leute kenne ich nicht. Ich selber bin kein Nationalist, auch wenn aus Ihrer Pespektive eventuell so aussehen mag.

  16. Gerald Karlsen, von Ihnen habe ich ja auch nicht geschrieben. Sie fahren ja eher auf der ethnokulturellen Konservatismus-Schiene.

  17. Gerald Karlsen meint:

    Kroatiens Innenminister Ranko Ostojic sagte am Freitag, nach der Einreise von 13 000 Flüchtlingen könne sein Land keine weiteren Menschen mehr aufnehmen.

    Quelle: bild.de

    Wie man sieht: Andere Regierungen schützen ihre Länder und Bürger! Sind das alles böse Unmenschen? Nur Merkels Deutschland lässt quasi unbegrenzt Leute rein… vermutlich bis zum Kollaps!

  18. Gerald Karlsen, relativ zur Einwohnerzahl gesehen wären die 13 000 Flüchtlinge in Kroatien in Deutschland etwa 250 000 Flüchtlinge, dabei ist Deutschland zusätzlich noch sehr viel größer und reicher als Kroatien.

  19. Gerald Karlsen meint:

    Ja, 250.000 sind ja auch noch vertretbar. 1 Million eventuell auch noch, aber irgendwann ist einfach eine Grenze erreicht. Leider faselt Merkel ja von “keiner Obergrenze”, was den Ansturm zusätzlich anfacht. Ungarn und Kroatien zeigen immerhin klare Kante. Daumen hoch dafür!

  20. Gerald Karlsen, Sie wissen aber schon, dass Merkel von politisch verfolgten Menschen gesprochen hat?

  21. @KM
    Aber Sie wissen schon, dass Armut, Krieg und Bürgerkrieg im Sinne des Grundgesetzes keine Asylgründe sind.
    Wieviel der Flüchtlinge sind im Sinne des Grundgesetzes politisch Verfolgte? 10, 20, 30?
    Sunniten sind in Syrien nicht politisch verfolgt. Und die stellen den größten Teil der Flüchtlinge. Oder werden Moslems aufgrund ihres Glaubens politisch verfolgt?

  22. Jakobiner meint:

    “Zu KM meint:
    19. September 2015 um 13:12
    Gerald Karlsen, Sie wissen aber schon, dass Merkel von politisch verfolgten Menschen gesprochen hat?”

    Inzwischen stellt aber die CSU auch dies infrage. Kreutzer (CSU) äußerte, dass es auch bei den Kriegsflüchtlingen eine Grenze geben müsste. Vom normalen Menschenverstand sind solche Maximalforderungen wie “Unbegrenztheit” real ohnehin nicht durchhaltbar und sollte man nicht 1:1 als Offene Grenzen für alle oder so gelesen werden. Letztendlich wird sich Merkel auch an der Realität orientieren, wenn ich sie richtig einschätze. “Unbegrenzt”dürfte eher meinen, soviele wie wir aufnehmen KÖNNEN.

  23. Jakobiner meint:

    Bei Maybrit Illner waren Oppermann (SPD) und Scheuer (CSU-Generalsekretär) und beide stimmten überein, dass die EU ihre Außengrenzen schützen müsse, damit der Schengenraum und die offenenen Grenzen innerhalb der EU erhalten bleiben. Wie das aber konkret aussehen soll, blieb offen. Grenzzäune demnächst auch in Griechenland, Kroatien, Slowenien,Rumänien, Bulgarien (hat dies ja schon wie nun Ungarn), Italien, Spanien? Jedenfalls sollen jetzt sogenannte EU-Hotspots in Griechenland und Italien eingerichtet werden–scheinbar zu Registrierungszwecken. Steinmeier bei Erdogan überbrachte 1 Mrd. Euro EU-Hilfe für die Flüchtlingslager und bat ihn die Grenzen nicht zu öffnen– sind die denn inzwischen nicht schon längst offen?

  24. Eurostat nennt Zahlen zu den Asylsuchenden in der EU in den ersten beiden Quartalen des Jahres 2015.
    Obwohl also der gewaltige Ansturm des dritten Quartals in diesen Zahlen nicht vorhanden ist, können trotzdem interessante Erkenntnisse gewonnen werden, die man so wohl nicht einfach vermutet hätte:

    z.B. daß Ungarn, auf eine Million Einwohner bezogen, mit 3.317 Asylanten mehr als die dreifache(!) Anzahl an Asylanten hatte als Deutschland mit 997 pro Million Einwohner und dass auch Österreich mit 2.026 pro Million und Schweden mit 1.467 pro Million noch vor Deutschland liegen und dass Deutschland von Malta(!) mit 883 pro Million und der Schweiz mit 851 pro Million dicht gefolgt wird (Tabelle, S.2).

    z.B. dass bei der größten Gruppe der Asylanten, nämlich bei 27% die Herkunft nicht ausgewiesen wird. Dann kommen mit 21% die Syrer, mit 13% die Afghanen, aber mit 8% schon die Albaner, vor den Irakern 6% und den Kosovaren 5%. Wussten Sie, dass 3% der Asylanten aus der gerade mit unserer Hilfe “demokratisierten” Ukraine stammen und 2% aus Russland (Tortengrafik, Seite 3)?

    Wussten Sie, dass diese Ukrainer um ein Vielfaches lieber in Spanien Asyl beantragen als bei ihren nächsten NATO-Nachbarn im Baltikum, in Polen, der Tschechei und der Slowakei (Tabelle S. 4)?

    http://ec.europa.eu/eurostat/documents/2995521/6996925/3-18092015-BP-EN.pdf/b0377f79-f06d-4263-aa5b-cc9b4f6a838f

  25. Jakobiner meint:

    Zu Gerald Karlsen:

    Das war jetzt der Herbstansturm, der sehr überraschend kam und alle unvorbereitet traf– im Winter dürfte es ruhiger werden. Bis zum nächsten Frühling dürfte sich die Lage entspannen und der erste Ansturm absorbiert worden sein. Zudem sind jetzt alle vorgewarnt und ergreifen Maßnahmen.Jetzt dürfte erst einmal ein halbes Jahr Atempausen sein, bei dem sich EU, Bund, Länder und Kommunen erst einmal besser koordinieren können, vielleicht auch die strukturellen Rahmenbedingungen und notwendigen Gesetze auf den Weg bringen. Wie es aussieht stellt die EU jetzt auch 5 Milliarden Euro bereit, um die Lage in den Flüchtlingslagern vor Ort zu verbessern, USA und Golfstaaten werden gerade angefragt. Also mal abwarten, ob sich all diese weniger schönen Szenen nächstes Jahr wiederholen werden oder man daraus gelernt hat und besser vorbereitet ist. Vielleicht spielt sich bis dahin auch eine gewisse Routine ein. Ich glaube jedoch nicht, dass die Politik innerhalb des nächsten halben Jahres untätig bleibt und den nächsten Ansturm abwartet.
    Bis dahin werden wahrscheinlich neue und substantielle Weichenstellungen vorgenommen.

  26. Gerald Karlsen meint:

    Ja, hoffentlich die richtigen ” Weichenstellungen” (= klares Kontigent, Punkt).

  27. Jakobiner meint:

    Zu Gerald Karlsen meint:
    20. September 2015 um 00:13

    “Ja, hoffentlich die richtigen ” Weichenstellungen” (= klares Kontigent, Punkt).”

    Apropos Obergrenzen und Kontingente. Bundesinnenminister De Maiziere hat jetzt im SPIEGEL-Interview die Forderung nach Obergrenzen und Kontingenten erhoben. Martin Schulz (EP-Präsident/SPD) hält dies für nicht realisierbar, da es die Weigerung einiger EU-Länder gebe, überhaupt Flüchtlinge aufzunehmen. Heribert Prantl (SZ) schlug eine “Koalition der Willigen”vor, die das alleine durchziehen. Die Koalition der Unwilligen dürfte im übrigen gerade diese Koalition der Willigen während des Irakkrieges 2003 sein. Kriege anzetteln, aber für die Folgen nicht aufkommen wollen–dabei müsste es anders herum sein.

    Zu Almabu:

    “z.B. daß Ungarn, auf eine Million Einwohner bezogen, mit 3.317 Asylanten mehr als die dreifache(!) Anzahl an Asylanten hatte als Deutschland mit 997 pro Million Einwohner und dass auch Österreich mit 2.026 pro Million und Schweden mit 1.467 pro Million noch vor Deutschland liegen”

    Tja, wie interpretiert man das dann? Ist Ungarn nicht xenophob und Deutschland schon mehr? Aber wie gesagt, das war vor dem Herbstansturm. Es wäre auch mal interessant zu wissen, wie eine andere demokratische ungarische Regierung als Orban den Massenansturm bewältigt hätte.

  28. Jakobiner meint:

    Ganz interessanter Artikel in der FAZ:

    “Die Rechtspopulisten klein halten
    Ist Deutschland dem Flüchtlingszustrom gewachsen? Eine naive Willkommenseuphorie ist in der jetzigen Situation ebenso falsch wie Panikmache. Denn wer in der Asylpolitik Ängste schürt, macht alleine die Rechtspopulisten stark. ”

    http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/kommentar-die-rechtspopulisten-klein-halten-13812657.html

  29. Jakobiner meint:

    Der FAZ-Artikel gefällt mir ganz gut, weil er eben von der unkritischen Willkommenseuphorie warnt, wie aber auch für Panikmache. Mit ersterem sind so Leute wie der Peter Friedel gemeint, die übers Teddybärverteilen und eitle Zurschaustellung eigener arabischer Sprachkünste, sowie seiner breiten Belesenheit , wenngleich bei fehlender intellektueller Durchdringung nicht hinauskommen (man kann ja viel lesen, aber man muss es auch verstehen–Pädagogen sprechen da auch von funktionellem Analphabetismus) , aber eben nichts von der Realwelt kapiert haben. Auf Fukuyma und Hegel berufe ich mich nicht, da sie wie schon Popper feststellte, philosophischer Schrott sind, typisch deutsche Philosophie, die er immer verachtete. Da halte ich es eher mit dem Marx, der den Hegel auf den Kopf stellte.

  30. Jakobiner,
    mir kommt es bei deinem letzten Beitrag so vor, als ob du eigentlich eher von dir selber sprichst.

    Ich möchte dich bitten, bei frido zu entschuldigen. Andernfalls werde ich dich rausschmeißen. Wegen Schlagens unter die Gürtellinie.

  31. almabu,
    die Asylbewerberzahl im Falle von Ungarn dürfte nur die dort Registrierten und die Durchreisenden meinen. Das Land selber hat kaum Asylbewerber aufgenommen, meines Wissens.

  32. Jakobiner meint:

    “und von leute wie ralf, die das danteske ende, das grauen ersehnen – vorsichtig, tastend, versteckt – und meinen, weil sie fukuyama gelesen haben, der zwar hegel (im schnelldurchgang) referiert, aber dennoch nicht verstanden hat, schon die welt verstehen und keine ahnung von derselben haben, wirst du auch kein ‘like’ bekommen.”

    Ich bin bereit mich zu entschuldigen, wenn er sich für diese Passage entschuldigt. Das ist auch ein Schlag unter die Gürtellinie, die du aber nicht ahndest.

  33. Charlie Sing meint:

    Querdenken ist gefragt:
    Obwohl meine Familie nachweislich in vergangenen Generationen sich mutig gegen Nazi aufgelehnt hat: Es kam doch was auch irgendwie einleuchtend ist, zur Schuldfrage. All diese Verbrechen wurden nun einmal im Namen meines deutschen Volkes gemacht! Daran gibt es nicht zu rütteln.

    Jetzt komme ich auf den Islam. Ich bin immer sehr befremdet, wenn sich moslemische Frauen mit Kopftuch in deutschen Fernsehsendungen tummeln und vom Stolz auf Ihre Religion sprechen! Das was im Namen des Islam weltweit veranstaltet wird sollte alles andere als stolz machen!

    Darüber sollte man auch mal mit den Vertretern dieser Glaubensrichtung in Deutschland frei diskutieren dürfen. Warum sollen nur wir aus unserer Geschichte lernen? Gerade wir Deutschen haben gelernt kollektiv zu den Fehlern der Vergangenheit zu stehen. Ich vermisse dass im Dialog mit den islamischen Vertretern hier und ihren Botschafterinnen.

    Der Text der Studentin hat mir gefallen, wobei es nicht nötig sein dürfte sich für selbstverständliches zu bedanken. Mir reichen die Floskeln der Moslems jedoch bei weitem nicht, immer wieder zu beteuern, sie seien eine friedliche Religion. Sie müssen sich endlich auch mit ihren Auswüchsen auseinandersetzen. Schließlich und endlich wird in vielen Ländern der Koran mit schauerlichen Methoden ganz im Sinne der Texte des Propheten betrieben und in Fernsehsendungen zu beteuern, dies sei nur eine Frage der Interpretation ist wohl etwas dünn.

    Der Terror des IS funktioniert ähnlich wieder der Terror der Nazis. Das eigene Volk und Andere sollen durch Angst gefügig gemacht werden und die (Untermenschen)Ungläubigen vernichtet. Ich freue mich jedenfalls über jede moslemische Frau, die ganz im Sinne von Freiheit und Gleichberechtigung das Kopftuch in der Schublade lässt. Sie hat es außerdem im freien Westen nicht nötig sich als gehorsame, sittsame Frau zu verkleiden!

  34. Erstens, eine deutsche Kollektivschuld für den zweiten Weltkrieg gibt es nicht. Das haben die Alliierten nach dem Krieg extra betont. Es wird gerne das Gegenteil behauptet, um einen Punkt zu haben, den man den Alliierten vorwerfen kann.

    Weiterhin ist der Vergleich Deutsche >Nazis und Muslime>islamische Terroristen vollkommen für die Tonne. Ein nachvollziehbare Zusammenhang wäre z.B. NSDAP-Mitglied>Nazi-Kriegsverbrecher und Islamist> Terrorist. Das heißt, Sie können gerne von Leuten wie Salafisten verlangen, sich zum Terrorismus usw. zu äußern. Der Durchschnittsmuslim in Deutschland ist da vollkommen außen vor.

  35. Charlie Sing meint:

    Ich habe mein ganzes Leben mit erarbeiteten Steuergeldern in diesen vielen Töpfen mit eingezahlt und mich darüber nie beschwert. Lass gut sein. Was ist denn ein Durchschnittsmoslem? Eine neue Religionsgemeinschaft? Lass und trefflich weiter streiten:

    Im Juni 67 besuchte der Schah Berlin. Wir alle kennen die Bilder der sich gerade entwickelnden linken Studentenbewegung und die beiden Opfer die dies forderte. Ich war noch sehr jung und damals verstand ich kaum warum sich die Studenten so aufregten. Es ging wenn ich mich dunkel erinnere wohl um seinen brutalen Geheimdienst und die Art und Weise, wie er sich und seine Familie bereicherte.
    In den westdeutschen Magazinen wurde die verzückte einfache Hausfrau mit Hochglanzbildern gefüttert und es entstand so ein ähnliches Bild wie „wir sind Pabst“ „wir sind die Königin von Persien“…dies nur am Rande, wie verschieden man die Welt betrachten kann.

    Ich verfolgte in den vergangenen Jahren interessiert Publikationen die darüber berichteten, was dieser Schah denn sonst noch so getrieben hatte. Er hatte sein Volk dem Westen weit geöffnet. Gemeinsam mit den Frauen an seiner Seite kämpfte er für die Freiheit von Frauen in seinem Land. An die Unis studierten Frauen. Man sah kaum Kopftücher, lediglich bei den alten Frauen, was man respektierte.

    Zwischen 1978/1979 kehrte der Ajatollah Chomeini aus seinem Exil Paris zurück und putschte sich wohl vorbereitet an die Macht. Mit wessen Hilfe und Wissen möchte ich hier gar nicht weiter spekulieren und ausführen.
    Da ich in dieser Zeit aber lebte vielen mir Veränderungen auf. In den Jahren nach dieser Machtübernahme begannen auch in Deutschland plötzlich wieder Frauen ein Kopftuch zu tragen, die hier aufwuchsen, zur Schule gegangen waren und schon 20 oder 30 Jahre in einem freien Land lebten. Ich registrierte politische Sendungen in denen berichtet wurde, wie die Frauen im Iran wieder in die alte sittsam, gehorsame Rolle gezwungen wurden und darunter litten. Man konnte sich nur verwundert die Augen reiben, warum hier plötzlich so viele freiwillig wieder in die Rolle schlüpften.

    Nein, hier gestört hat das Niemanden wirklich, warum auch. Wir sind ein freies Land und wenn jemand plötzlich die Klobürste als chic verbreitet, wer weiß, wie viele sie tragen würden. So gesehen also kein Drama oder Grund zum Nachdenken? Oder vielleicht doch: Denn hier wird etwas hervorgeholt, was genau das Gegenteil zum Ausdruck bringen soll, als den freien Stil der westlichen Welt: Die gehorsame, sittsame Frau. Ganz im Gegensatz zur europäischen selbst bestimmten Frau.
    Von einer türkischen Freundin wurde ich in dieser Zeit auf das Thema angesprochen: Sie kam aus dem Urlaub aus der Türkei zurück und meinte damals: „Ich mag gar nicht mehr nach Ankara fliegen. Dort tragen wieder so viele dieses Kopftuch. Ich verstehe das nicht. Wir waren doch so frei. Ich habe mich richtig unbehaglich gefühlt.“ Ich war erstaunt, dass sie die gleiche Veränderung so beklemmend empfand. Aber nein, nicht erstaunt: bestätigt, denn mein Instinkt sagte mir schon lange: Hier geht es um viel mehr, gerade für uns Frauen….Und wenn ich dann lese. Frau Klöckner (CDU) ist völlig entgeistert, dass ein Imam in Deutschland ihr den Handschlag verweigert dann weiß ich, dass mein gesunder Menschenverstand noch völlig intakt ist und wir in unserer naiven Liberalität und Offenheit ein gefährliches Spiel spielen, welches wir verlieren werden.

    1967 hätte sich im Iran niemand vorstellen können noch einmal zurück ins Mittelalter geschickt zu werden. Aber wir haben alle zugesehen. War ja so weit weg….

    Aus ihrer Antwort erkenne ich diesen leicht genervten Unterton. Schade, wir alle sollten über diese Dinge reden und verstehen was hier wirklich vor sich geht und welche Gefahren darin verborgen sein können. Wir sind eine Demokratie und genau dies kann der Hebel werden uns und unsere westlichen Werte in ein oder zwei Generationen ganz einfach mit der Wahlurne zu Grabe zu tragen. Und ein Imam, der in unserem Land lebt und sich so verhält, führt mit Sicherheit nichts im Schilde was in ein freies Land gehört.

    Ja, es klingt fast lächerlich, eine solch tief greifende Veränderung an einem Kopftuch und einem Handschlag auszumachen. Aber wie war das noch mit dem Flügelschlag des Schmetterlings….

    Ich bin sehr dafür dass die Welt freiheitlich zusammenwächst nur so können wir globale Probleme überhaupt noch in den Griff bekommen. Aber wir sollten darauf achten, dass wir das mit anderen Menschen auf Augenhöhe tun. Und diese Frage möchte ich auf moslemischer Seite geklärt haben: Sind Ungläubige für sie auf Augenhöhe wenn sie noch nicht einmal einen Handschlag wert sind und man sie als Unrein betrachtet.
    Wir sitzen auf einem so hohen Ross, dass alleine diese Vorstellung in den meisten Diskussionen erst überhaupt keine Erwägung findet. Es ist in dem meisten Köpfen überhaupt nicht vorstellbar in dieser Form Diskriminierung zu erfahren. Es könnte aber dennoch sein, dass die Ungläubigen die neuen Schwarzen auf dem Planeten werden. Ich weiß ich bin provokant mit dieser These. Eine Auseinandersetzung mit dem Thema Koran schadet nicht.

  36. Entweder geht es Ihnen um das Thema Frauenrechte und Meinungsfreiheit (Ungläubige haben andere Ansichten) und dann betrachten Sie die Gesamtheit oder Ihnen geht es nur um Muslime. Es gibt auch viele Leute die gegen Schächten sind, aber nur um sich über Muslime beschweren zu können. Tierschutz im weiteren Sinne ist denen vollkommen egal.

  37. Korbinian meint:

    Morrissey gehört jedenfalls nicht dazu. Da bekommt jede Religionsgemeinschaft ihr Fett weg.

  38. Charlie Sing meint:

    Ich denke es geht um all diese Themen. Leider muss ich feststellen, das das Denken von Verteidigern der Situation und von rechten Pöblern auf der anderen Seite bereits so verhärtet ist, dass keine Seite mehr bereit ist ihre Standpunkte wirklich konstuktiv zu überdenken. So funktioniert dass nicht! Natürlich geht es um Frauenrechte, natürlich geht es um schächten. Du musst Dir alleine Frage gefallen lassen: Warum glaubst Du das es Leute gibt, die den Menschen- und Frauenschutz in diesen Fällen lediglich vorschieben? Ist das die Generalausrede sich nicht wirklich damit zu befassen? Ja, ich kenne auch aufgeklärte moslemische Bürger, ja ich weiss, dass viele Muslime sich distanzieren. Leider noch nicht genug. Das nähme aber Luft aus dem Kessel. Wenn wir wirklich aus der Geschichte lernen wollen, dann müssen wir uns konstruktiv genau dieser Diskussion stellen. Nämlich: an welchen Punkten muss diese Relgion sich deutlich reformieren um in eine Gesamtwelt von heute zu passen. Totalitäre Machtansprüche sind uns bleiben gefährlich für die Welt. Die Haltung, ich will darüber nicht weiter reden und nachdenken spielt genau den Rechten in diesem Land in die Hände und ist völlig kontraproduktiv. Ich möchte von meinen Enkeln nicht irgendwann die Frage gestellt bekommen: Warum habt ihr nichts gemacht, ihr wusstet doch von den anderen Ländern genau was los war?

  39. Charlie Sing meint:

    Egal welche Religionsgemeinschaft Mist baut: Man kann Zeichen setzen und austreten! Ist Dir bekannt, dass es eine solche Welle in der moslemischen Glaubensrichtung gibt. Mir nicht. Think about it.

  40. Korbinian meint:
  41. charlie Sing meint:

    Danke für die Info. War mir so nicht bekannt. Wenngleich ich glaube, dass dies ein sehr geringer Anteil sein wird die sich auf diesem Wege distanzieren.

  42. @Korbinian:

    Allein in Berlin hat es in diesem Jahr bereits über 600 Gotteswechsler gegeben. Manche versprechen sich davon wohl Vorteile beim Bleiberecht.

  43. Charlie Sing, in Deutschland können kaum Muslime austreten, weil es nur wenige anerkannte islamische Religionsgemeinschaften gibt.

    Das Vorschieben der Gründe ist offensichtlich. Die selbsternannten Islamkritiker wollen nicht als ausländerfeindliche Rassisten dastehen und aus ihrem sozialen Umfeld ausgeschlossen werden. Dann tut man so, als hätte man noch gute Absichten. Das hört aber meistens an der Landesgrenze auf. Häufig hört man: “dann geh’ doch nach Saudi-Arabien”.So einen Kommentar bringt jemand, der mit den Zuständen dort kein Problem hat. Es geht also nicht um die Zustände an sich sondern um das Wo. Aus den Augen, aus dem Sinn.

  44. Charlie Sing meint:

    Auch Deine Schreibweise ist bereits von Vorurteilen und Vorabverurteilung stark geprägt.
    Bitte um Erklärung: Warum ist ein Islamkritiker selbsternannt. Warum wird ein Islamkritiker als ausländerfeindlicher Rassist überhaupt angesehen. Glaubst Du wirklich da so ein konstruktiver Dialog stattfinden kann der dann auch noch Probleme löst?

  45. conring meint:

    @ KM
    “Charlie Sing, in Deutschland können kaum Muslime austreten, weil es nur wenige anerkannte islamische Religionsgemeinschaften gibt.”
    Kann man aus dem Islam überhaupt austreten?
    Ist doch auch in vielen islamischen Ländern gar nicht so einfach.
    Und dass Iraner, die sich eher für die Dreifaltigkeit erwärmen können, dieses in ihrem Heimatland nicht an die große Glocke hängen, kann man auch nachvollziehen. Die Leute müßten sonst schon bereit sein den Märtyrertod zu sterben.

  46. Conring, ich zitiere es noch einmal für Sie:

    Egal welche Religionsgemeinschaft Mist baut: Man kann Zeichen setzen und austreten!

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