Großspende für das Moscheeprojekt des Münchner Forums für Islam

muenchenVielleicht schafft das MFI (Münchner Forum für Islam) es doch noch, das Geld für eine repräsentative Moschee in Zentrumsnähe aufzutreiben.

Ich melde gern (wenn auch noch mit etwas Skepsis):

Das Moschee-Projekt des Münchner Forum für Islam (MFI) hat eine weitere Hürde genommen. “Ich habe heute den Ältestenrat informiert, dass das MFI sich aufgrund einer Spende nun in der Lage sieht, bis Ende 2015 den Kaufpreis für das Grundstück an der Dachauer Straße hinterlegen zu können”, erklärte OB Dieter Reiter (SPD).

Die Großspende eines Privatmannes aus Saudi-Arabien soll nach Informationen aus dem Rathaus in diesen Tagen eingehen, sodass der Verein die etwa 4,5 Millionen Euro für die 3000 Quadratmeter große Fläche zusammen hätte, um sie von der Stadt zu kaufen.

SZ

Wollen wir es nicht verschreien … Ich hoffe, die Nachricht kommt nicht voreilig.

Auf Basis dieser Zusage verlängerte der Ältestenrat am Freitag einstimmig die Frist um ein Jahr, bis zu der das MFI das Grundstück kaufen kann. Bis Ende 2016 muss laut OB Reiter ein “schlüssiges und transparentes Finanzierungskonzept, zumindest für den ersten Bauabschnitt, also für den Bau der Moschee, vorliegen”. Nur dann werde das Grundstück überschrieben. Solange soll das Geld auf einem Sonderkonto geparkt werden.

Die Gesamtkosten werden bei 30-40 Millionen Euro liegen.

Wer ist der Spender der Viereinhalbmillionen?

Er kommt aus Saudi-Arabien und soll ein alter Geschäftsmann sein, der nicht als Spender bekannt werden möchte.

Idriz werde, sobald das Geld auf dem Konto liege, den verantwortlichen Gremien der Stadt den Namen nennen.

(Die Erlaubnis dafür muss er sich aber von dem Spender noch holen, so scheint es. Das lässt vorerst Raum für Verdächtigungen.)

Es gebe weitere mögliche Großspender. Der Anfang sei jetzt gemacht.

Über das Projekt wacht übrigens ein Kuratorium, das aus rund 40 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens besteht, vor allem Vertretern aus Religion, Wirtschaft, Politik und Wissenschaft.

Unter ihnen sind etwa

  • der evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm,
  • Alois Glück, ehemaliger Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken,
  • Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime
  • und der ehemalige Rabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde, Steven Langnas.
  • Den Vorsitz hat der ehemalige Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) übernommen.

Dieser will nicht nur weitere Spender werben, er sorgt vor allem für einen enormen Vertrauensvorschuss.

Wenn er seinen Namen für das Projekt hergibt, dürfte es den Rathausparteien schwer fallen, dem Gemeindezentrum Steine in den Weg zu legen.

Sowohl die Mitgliedschaft als auch das Kuratorium als auch Idriz persönlich stellen sicher, dass das MFI die Orientierung fortführt, die in Penzberg seit vielen Jahren zu erleben ist. Dass also eventuelle Spender nicht in einer dem Vereinsziel widersprechenden Weise Druck ausüben können.

Ist Gefahr im Verzuge?

Im Gegenteil.

Es ist die richtige Antwort auf die Dschihadisten.

Denen geht es darum, die – wie sie es nennen – Grauzone zu zerstören: Ein klares Entweder-Oder sei von jedem Muslim gefordert. Entweder ihr seid für uns (für den “Islam” = für die Dschihadisten), oder ihr seid gegen uns. Es gebe nichts dazwischen. Man sei im Krieg.

Unsere “abendländischen” Islamophoben schließen sich dieser Strategie gern und mit Leidenschaft an. Auch unsere Grauzone (die bei uns  allerdings nicht grau, sondern “bunt” ist:  Pluralismus, Multikultur, Toleranz) muss zerstört werden.Die Vielfalt irritiert den antiliberalen Teil der Gesellschaft. Wir brauchen, so meint man da, Klarheit: Wer sich zum Islam bekenne, sei ein potenzieller Terrorist.

Solchen Leuten gefällt es, wenn ein Donald Trump verkündet, er werde die Grenzen der USA für jeden (!) Muslim schließen.

(Mal abgesehen davon, dass er natürlich Ausnahmen machen muss für die treuen US-Verbündeten und öl- und geldreichen Scheichs aus dem wahhabitischen Saudi-Arabien … )

München setzt seit Jahren souverän ein Zeichen dagegen. Die Islamfeinde kriegen hier kein Bein auf den Boden.

Die Situation dürfte sich allerdings in den letzten Monaten so angeheizt haben, dass mit giftigen Debatten auch in München zu rechnen sein wird.

So ist es durchaus ein Problem, wenn der Name eines Großspenders geheim bleiben soll.

Anmerkung:

Apropos Donald Trump: In den türkischen Medien scheint man ihn für die amerikanische Regierung bzw. für den nächsten Präsidenten der USA zu halten …

Wer mal etwas total Verrücktes lesen will, dem empfehle ich den Artikel darüber bei al-monitor.

Die Irrsinnigen haben, so scheint es, überall Konjunktur, in den USA, in Europa, in Deutschland, in der Türkei.

Zur weiteren Information: Die Erklärung von Benjamin Idriz zum Pariser Dschihadisten-Anschlag.

Ihr seid niemals Muslime! Stellungnahme des MFI an die Attentäter von Paris und an uns alle

November 14, 2015

Wieder sind wir als Muslime in ganz besonderer Weise erschüttert, in ganz besonderer Weise fassungslos, und in ganz besonderer Weise herausgefordert! Wenn Menschen bei solchem Tun, wie heute Nacht in Paris, sich tatsächlich auf Gott berufen, dann rufen wir Muslime ihnen laut und deutlich entgegen: NIE kann Gott, der Allerbarmer und Allbarmherzige, Sein Prophet oder unser Glaube, der Islam, für eure Verbrechen eingespannt werden!

Vor über einem Jahr haben Münchner Imame in ihrer Deklaration in aller Deutlichkeit erklärt, wie und warum der Islam solchen Terror und jede Art von Terror von Grunde auf ablehnt und verabscheut. Die “Deklaration der Imame” ist auch heute unsere Antwort.

Es müssen aber noch mehr Muslime, theologische Autoritäten und einfache Gläubige, in diesem Sinn auftreten – immer noch lauter und noch entschiedener – solange auch der Missbrauch unserer Religion immer noch weiter zunimmt.

Es müssen aber auch die Ursachen für die menschliche Zerrüttung, wie sie hier sichtbar wird, von der ganzen Weltgemeinschaft noch viel entschiedener bekämpft werden. Ungerechtigkeit und Perspektivlosigkeit in Nahost, die Gewalt des Assad-Regimes und die Schreckensherrschaft der “I.S.”-Terrororganisation und vieler anderer. Es muss endlich ein funktionierender Mechanismus der Weltgemeinschaft geschaffen werden, der hier wirksam dagegen vorgehen kann.

Wir rufen alle Muslime – Einzelne wie Organisationen – dazu auf, sich unter keinen Umständen mit Kriminellen zu identifizieren, deren Tun zu verteidigen oder zu verharmlosen. Muslime solidarisieren sich mit allen Opfern; wer auch immer wo auch immer unter Gewalt und Vertreibung leidet. Wir wehren uns dagegen, dass der Hass aus anderen Regionen der Welt hierher gebracht werden soll, und arbeiten für ein friedliches Miteinander in Europa, wo wir zuhause sind.

Ebenso rufen wir die Muslime und Nicht-Muslime in München auf, in einer gemeinsamen Demonstration unsere Trauer über die Terroropfer sowie unseren Abscheu vor den Tätern zu manifestieren. (Die Einzelheiten dazu werden in Kürze bekannt gegeben.)

Wir müssen jetzt alle zusammenstehen, Muslime wie Nicht-Muslime, alle, die gemeinsam ein friedliches Miteinander aufbauen möchten, gegen all jene, die sich dem entgegenstellen.

Imam Benjamin Idriz

Vorsitzender des Münchner Forums für Islam

Imam der Islamischen Gemeinde Penzberg

Kommentare

  1. Korbinian meint:

    Dann wollen wir mal hoffen dass das Kuratorium den Laden einigermaßen unter Kontrolle hat, sonst heißt es nachher auch in München: Grüß Gott Efendi Salafist.

  2. Für Salafisten ist doch Benjamin Idriz ein rotes Tuch. Ein Verräter. Die schlimmste Art von Verräter, nämlich einer von denen, die die Muslime zur “Nachlässigkeit” und zur Anpassung an die Feinde Mohammeds verführen. Man stelle sich vor, dieser Imam sagt, Deutschland entspreche als Rechtsstaat und Demokratie sehr viel eher der Scharia als die islamischen Staaten, die Diktaturen sind.
    Wieso sollte also dieser Imam dem Salafismus die Tür öffnen?
    Er steht an vorderster Front gegen die Salafisten. Wir sollten ihn unterstützen.

    Im Vorstand des MFI ist auch Stefan Jakob Wimmer. Er ist Privatdozent und Lehrbeauftragter an der Kulturwissenschaftlichen und an der Katholisch Theologischen Fakultät der LMU. – Wie kommt es, dass ein Katholik Vorstandsmitglied in einem islamischen Verein ist?
    Einmal angenommen, man hätte einen katholischen Kirchenverein – und dort einen evangelischen Theologen als eines der Vorstandsmitglieder: Wofür würde das sprechen, Korbinian? Dafür, dass dieser Kirchenverein für die Ökumene steht und gewiss nicht zu den hardlinern, zu den katholischen Fundamentalisten gehört.

    Das alles heißt ja nicht, dass man gegenüber dem Islam oder speziell gegenüber MFI unkritisch sein müsste. Aber soviel müsste doch auch dir einleuchten, dass dieser Verein mit uns verbündet ist gegen den Salafismus und gegen den Dschihadismus.

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