PEGIDA wird für Dresden teuer werden.

rechtsAuf mittlere Sicht wird PEGIDA die Stadt Dresden schwer schädigen.

Es hat schon angefangen.

„Wir treiben die Politik vor uns her!“, johlen die Pegida-Marschierer. Mit ihrem Hass verjagen sie Ausländer aus Dresden. Die Universität und das Max-Planck-Institut spüren die Folgen.

Die FAZ titelt den Artikel:

Wo Fremdenhass herrscht, will niemand studieren

Solange es PEGIDA gibt, kommt kaum noch eine Fachkraft mehr und kaum noch eine hochqualifizierte Person, die irgendwie ausländisch ausschaut und darum damit rechnen muss, blöd angemacht und bedroht zu werden, nach Dresden.

Am Dresdener Max-Planck-Institut für Molekulare Zellbiologie und Genetik arbeiten rund fünfhundert Forscher, jeder zweite von ihnen kommt aus dem Ausland. „Wir sind blind für die Herkunft der Menschen“, sagt Hyman. Jedes Jahr werden zwischen sechzig und siebzig Stellen neu besetzt. Das Institut konkurriert mit Boston, San Francisco und dem Rest der Welt um die besten Köpfe.

Dresden musste sich nach der Wende erst als moderner Wissenschaftsstandort etablieren und ist immer noch dabei. Pegida und all die Berichte über das braune, fremdenfeindliche Dresden seien eine Katastrophe für den Forschungsstandort, sagt der Zellbiologe.

Das ist einer der Direktoren des Instituts.

Pegida ist längst kein Lokalphänomen mehr. Ganz gleich, ob Anthony Hyman in London oder Singapur ist – er wird von seinen Kollegen auf die Demonstrationen angesprochen. Im besten Fall sind die Kollegen neugierig und wollen wissen, was in Deutschland vor sich geht. Im schlimmeren Fall schütteln sie den Kopf und sehen alte Vorurteile bestätigt.

Einige seiner indischen und westafrikanischen Zellforscher fahren montags mit dem Taxi vom Labor nach Hause. Viele hätten Angst um ihre Familien. Hyman sorgt sich, schließlich trage er als Direktor Verantwortung für die Sicherheit seiner Mitarbeiter. Pöbeleien seien alltäglich geworden. Pegida habe die Büchse der Pandora geöffnet.

Dazu kommt die TU Dresden. Sie ist eine der 11 Exzellenz-Universitäten in Deutschland. An der TU ist der Anteil der Nicht-Deutschen nicht so hoch wie am Max-Planck-Institut, aber auch erheblich.

Eine chinesische Doktorandin, die ausgerechnet in Freital wohnt, wo nach Anschlägen auf Asylbewerberunterkünfte zuletzt ein mit Baseballschlägern bewaffneter Mob Flüchtlinge überfiel, wurde in der S-Bahn belästigt.

Ein schwarzer Wissenschaftler war an einem seiner ersten Tage in Dresden mit Kollegen in der Kneipe. Die Kollegen sagten halb im Ernst: Montags musst du aufpassen. Der schwarze Wissenschaftler hat nur gelacht.

Wie um das Gegenteil zu beweisen, stellte er sich an einem der nächsten Montage vor Demonstrationsbeginn auf den Theaterplatz. Ein Pegidist kam auf ihn zu. „Was machst du hier?“, fragte er. „Ich schaue mir Dresden an. Ich bin neu in der Stadt“, antwortete der Forscher. Weitere Demonstranten kamen. Sie umringten den Wissenschaftler fast. Er drehte um und ging nach Hause.

Körperliche Gewalt, sagt der junge Mann, brauchten die Pegida-Leute nicht. Angst machten sie auch so. Wer nicht europäisch aussieht, bewegt sich inzwischen vorsichtiger in Dresden.

… Der schwarze Wissenschaftler, der auf dem Theaterplatz von Pegidisten eingekreist wurde, sagt, dass er nach Deutschland gekommen sei, weil er hier hervorragend forschen könne. Und weil es ein freies und gerechtes Land sei. Nur, ob es noch ein sicheres Land ist, da sei er sich nicht mehr so sicher.

Max-Planck-Institut und TU sind nicht allein. Bei den Hotels stellt man einen Rückgang der Besucher fest. (Die zusätzlich übernachtenden Polizisten und Pegidaner von auswärts machen das nicht wett.) Wie geht es denjenigen Firmen, die für den Export produzieren und sich auf dem Arbeitsmarkt kaum darauf beschränken können, nur Deutsche bzw. Deutsch-Aussehende anzuheuern?

Der Fortbestand des internationalen Max-Planck-Instituts in der Stadt sei gefährdet, sagt Anthony Hyman.

Ich hoffe, die Dresdner fangen bald damit an, um ihre Stadt zu kämpfen. Wollen sie sich ihr Dresden von den Pegidanern kaputt machen lassen?

Dresden steht jetzt bereits weltweit im Ruf, die Stadt der deutschen Rassisten zu sein.

Ein solcher Ruf macht – arm.

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Zu PEGIDA & DRESDEN:

http://www.sueddeutsche.de/politik/dresden-pegida-hat-dresden-polarisiert-1.2699172

Es gibt die Sympathisanten und die entschiedenen Gegner, die sich zivilgesellschaftlich engagieren. Doch die Mehrheit der Dresdner hat sich noch gar nicht positioniert. Wir haben uns vorgenommen, ihnen diese Frage noch deutlicher, noch pointierter zu stellen. Soll von ihrer Stadt weiter das Bild von rassistischen Demonstrationen ausgehen, wo Journalisten und Schüler angegriffen und gewalttätige Ausschreitungen gegen Flüchtlingsheime provoziert werden? Oder stellen sich die 500 000 Dresdner, die bisher schweigen, auch mal offensiv und öffentlich gegen Pegida? Das ist der große Unterschied zu den Städten, in denen Pegida nicht funktioniert: Die Dresdner sind zum großen Teil noch nicht aufgestanden, sie haben ihren Arsch noch nicht vom Sofa hochbekommen. Sie müssen sich endlich bekennen.

Destruktive Typen gibt es auch auf der anderen Seite (ist es die andere Seite – oder nur die Rückseite desselben Blattes?), hier in Leipzig:

Am Rande einer Neonazi-Demonstration in Leipzig ist es am Samstag zu schweren Ausschreitungen zwischen linken Gegendemonstranten und der Polizei gekommen. Vermummte warfen Steine, Flaschen und Feuerwerkskörper, die Beamten gingen mit Wasserwerfern und Reizgas gegen die schwarz gekleideten Krawallmacher vor.

Nach Angaben einer Polizeisprecherin wurden Polizisten aus einer Menge von etwa 1000 Menschen heraus „massiv“ angegriffen. 40 Beamte wurden nach Polizeiangaben verletzt. Die Polizei nahm mehrere Menschen in Gewahrsam. Zahlen nannte sie zunächst nicht.

Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) nannte die Ausschreitungen „schockierend“. „Das ist offener Straßenterror“, teilte er mit. Kriminelle diskreditierten den so wichtigen, friedlichen Protest gegen Neonazis.

FAZ

Kommentare

  1. charly ecto meint:

    warum gibt es pegida denn? die antwort: weil viele die schnauze gestrichen voll haben von überfremdung und islamisierung! deutschland gehört den deutschen genauso wie etwa frankreich den franzosen. würde die politik handeln und endlich wieder politik für deutsche machen, bräuchte man kein pegida und die damit verbundenen randerscheinungen oder nebenwirkungen!

  2. ecto,
    wieso gibt es Pegida genau dort, wo es fast keine Muslime und kaum “Fremde” (“Ausländer”, Migranten) gibt?
    Aber dort, wo es viele gibt – etwa in München oder Augsburg oder Stuttgart etc. – da kriegen die Pegida-Typen keinen Fuß auf den Boden? Wie erklärst du dir das?

    Zweite Frage: Wie macht man Politik für Deutsche in einer globalisierten Welt? Wie macht man Politik für Deutsche, wenn unser wirtschaftlicher Erfolg darauf beruht, dass die Grenzen offen sind (für unseren Export) und dass sich unsere Firmen auf dem internationalen Arbeitsmarkt bedienen können?
    Wer trägt mehr zur Stärke Deutschlands bei – München oder Dresden? “Dresden” ist – glücklicherweise – nicht mehr repräsentativ für Deutschland.

    Das reale und erfolgreiche Deutschland von heute findest du eher in Gegenden wie München + Umland. Kritik wäre daran zu üben, dass Deutschland sozial zu wenig tut für die Gebiete, die nicht so florieren, und für jene Schichten, die in der verschärften Konkurrenz um gute Noten, Arbeit und Wohnen den Kürzeren ziehen. Kritik wäre also am Mangel an Solidarität und Sozialpolitik in Deutschland zu üben, nicht an den Muslimen oder den Flüchtlingen.

    Dritte Frage: Sind 10% der Bürger DAS VOLK? Da hätte die SED seinerzeit auch sagen können: WIR sind das Volk!

  3. Ach L.B….Sie sind und bleiben einer derjenigen denen erst der Balken auf den Kopf fallen muss…ich hoffe dann aber richtig…ihre Argumentationskette ist so löchrig das man das nicht mal mehr stopfen kann….na dann warten wir es doch mal ab wann in den gesättigten Gegenden der alten Bundesrepublik der Ofen mal so richtig anfängt zu brennen und in den besten Gegenden die Flüchtlingsheime, Unterkünfte usw.usf. den Aufsstand gegen Deutsche und deren Heim nicht nur proben sondern anführen…….materieller Wohlstand verbunden mit Deutschlandhass und einen Job im öffentlichen Dienst…noch geht es gut…aber wie lange noch???
    Reden sie nicht über Mitteldeutschland wenn sie keine Ahnung haben…ihresgleichen ist und sind doch die Ursache für die Medienhetze und das Bild im Ausland…PEGIDA daran schuld???Die Wende ist in Sachsen enstanden und nicht in München oder Hamburg….10%Frage?? So steht die AfD in Bayern sie Neunmalkluger….in Mitteldeutschland mitterweile bei 16%….na was wird wenn dann werden nach dem Winter wenn die nächste Million kommt vor allem in Bayern und in BW sind Wahlen????
    Das wird noch so richtig lustig in den gesättigten Gebieten….in Mitteldeutschland wird das wohl nicht mehr funktionieren…..so was nennt man dann den kommenden Bürgerkrieg…im übrigen proben nicht die Rechten, natürlich alles Neonazis, sondern der Mob von der Antifa wie z.B. in Leipzig den schon lange….das nennt man linke Gegendemonstranten….es leben die Medien mit ihrer Darstellung der ach so Guten die man offensichtlich zur Gewalt getrieben hat….
    Wie kann man nur so beschränkt sein….

  4. @ Karl

    In welcher Weise greift Karl Fakten und Argumente in meinem Artikel auf? Er nimmt sie ausschließlich als Polemik. Es gibt, so scheint es, für ihn keinerlei sachliche Ankünpfungspunkte. Nichts, das man argumentativ abwägen kann. ALLES ist Polemik für Karl. Man könnte sagen, es herrscht hier virtueller Bürgerkrieg. Hier wird – verbal – Bürgerkrieg gespielt.

    Erst ist der Bürgerkrieg in den Köpfen. Dann, so hofft Karl wohl, bald endlich in der Realität. Das versucht er herbeizuschreiben, herbeizudenken. Dafür versucht er weitere Kombattanten zu gewinnen.


    na dann warten wir es doch mal ab wann in den gesättigten Gegenden der alten Bundesrepublik der Ofen mal so richtig anfängt zu brennen und in den besten Gegenden die Flüchtlingsheime, Unterkünfte usw.usf. den Aufsstand gegen Deutsche und deren Heim nicht nur proben sondern anführen…

    /

    Wenn ich das richtig verstehe, erwartet Karl, dass die Flüchtlinge bald einen “Aufstand” gegen uns machen werden. Bis jetzt würden sie ihn erst proben?

    Was für eine Phantasie steckt da drin? – Ich vermute, Karl wünscht sich den Aufstand “der Deutschen” gegen die Flüchtlinge, die Einwanderer und die “Undeutschen”, die sie reinlassen und auch noch willkommen heißen. In seinem Hirn dreht sich das dann erst einmal um und resultiert in der Vorstellung eines Aufstands der Flüchtlinge.

    Diese Verkehrung kann unbewusst passieren – oder bewusst als Angstmache vorgenommen werden.


    Reden sie nicht über Mitteldeutschland wenn sie keine Ahnung haben… … in Mitteldeutschland mitterweile bei 16%”

    Mit Mitteldeutschland meint Karl das, was wir Ostdeutschland nennen. Für Karl gehört also, folgt man seiner Nomenklatur, Westpolen zu Deutschland. Man muss heute schon ein regelrechter Nazi sein, um so weit zu gehen.

    Einmal angenommen, die Pegidaner würden diese Sicht übernehmen und propagieren, vielleicht auch die AfD, was hieße das? Was hieße das in unserem Verhältnis zu allen unseren Nachbarn? Zu Europa?

    Ich bin mir sicher, dass Pegida und AfD sich vehement dagegen verwahren werden, von einem wie Karl vertreten zu werden. Sie werden ees entschieden ablehnen, dass ein Karl mit seinen Äußerungen irgend etwas mit ihnen zu tun hat.

    10%Frage?? So steht die AfD in Bayern sie Neunmalkluger….in Mitteldeutschland mitterweile bei 16%….na was wird wenn dann werden nach dem Winter wenn die nächste Million kommt vor allem in Bayern und in BW sind Wahlen????

    Die Grünen liegen bei ca. 10% deutschlandweit, in einer Stadt wie München knapp unter 20%, in Baden-Württemberg auch. Heißt das jetzt, die Grünen sind das Volk?

    Sie sind ein Teil des ziemlich bunten Volkes hier in Deutschland, zu dem inzwischen ca. 20% Migranten (Einwohner mit Migrationshintergrund) gehören.

    Sie sind ein Teil davon, genau wie die Pegidaner auch. Völker sind recht vielfältige, eben bunte Mischungen. Wenn ein Teil des Volkes daherkommt und behauptet, er und nur er sei DAS Volk, dann können wir uns denken, was das politisch am Ende bedeuten würde, sollte dieser Teil tatsächlich Macht in die Hände bekommen. Wir haben 1933-45 damit Erfahrungen gemacht. Ich mach mir keine Sorgen darum, dass in Deutschland wieder eine Volksgemeinschaft angestrebt wird – die daran beteiligte Minderheit hat keine Chance, das Rad der Geschichte zurückzudrehen, und hat auch keine Chance, den Individualismus, der sich voll durchgesetzt hat, durch einen neuen völkischen Kollektivismus zu ersetzen.


    Das wird noch so richtig lustig in den gesättigten Gebieten….in Mitteldeutschland wird das wohl nicht mehr funktionieren…..so was nennt man dann den kommenden Bürgerkrieg…

    Man merkt schon, wie Karl sich einen Bürgerkrieg herbeiwünscht. Er wäre die Voraussetzung für Möglichkeit der ethnischen Säuberung, die er sich ersehnt, die Re-Homogenisierung Deutschlands.

    Was wird in “Mitteldeutschland” nicht mehr funktionieren? Das hab ich nicht ganz verstanden. Vielleicht meint er: die Ansiedlung von Einwanderern. Ostdeutschland soll also – stagnieren und verarmen. Denn nichts anderes bedeutet das heutzutage, wenn man sich der Globalisierung verschließt.


    im übrigen proben nicht die Rechten, natürlich alles Neonazis, sondern der Mob von der Antifa wie z.B. in Leipzig den schon lange….das nennt man linke Gegendemonstranten…

    Der Unterschied zum rechten Mob: Der linke Mob wie der in Leipzig genießt keinerlei Unterstützung. Die würden kein Viertelprozent in die Wahlurne bekommen, wenn sie eine Kandidatur versuchen sollten. Kein Medium unterstützt sie. Diese angeblich linken Idioten sind einfach nur eine Verwahrlosungserscheinung, die zum selben Muster gehört wie die jungen Rechtsradikalen und die jungen Dschihadisten. Junge Leute, die aus der Gesellschaft herausgefallen sind.

    POLITISCH gefährlich werden können in Deutschland nur die Rechtsradikalen. Nur sie finden eine gewisse Resonanz in der Bevölkerung. Siehe Karl.


    Wie kann man nur so beschränkt sein….

    Ja. In diesen Seufzer kann ich einstimmen.

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