Kölner Silvester-Drama: Was tun mit den Tätern?

kriminalitaetAngela Merkel hat erst einmal richtig reagiert, wenn sie ankündigt: Die Ausweisungsregelungen müssen verschärft werden.

Allerdings: Wohin sollte man die Täter denn abschieben? Wenn es Irak, Tunesien oder Ägypten oder Libanon ist, dann geht das vielleicht – vorausgesetzt, diese Täter haben keinen deutschen Pass und diese Länder nehmen ihre Taugenichtse zurück. Im Fall von Syrern sehe ich kein Land, in das man sie bringen könnte.

Die Lösung wird dann wohl eher in einem längeren Gefängnisaufenthalt in Deutschland liegen, hoffentlich mit erfolgversprechendem Resozialisierungsprogramm.

Dafür werden aber die gesetzlichen Grundlagen erst einmal verbessert werden müssen.

Eine zweite Überlegung: Warum die hysterischen Übertreibungen?

Das hat mit dem Bedürfnis nach Instrumentalisierung zu tun. Man will hetzen gegen die Flüchtlinge und nutzt dafür jede Gelegenheit.

Köln (und die Vorfälle in anderen Städten) bietet in der Tat eine solche Gelegenheit. Denn das, was da passiert ist, ist übel und muss (und kann) künftig unterbunden werden.

 Die dritte Überlegung:

Auch Täter sind Menschen, Menschen mit Anspruch auf Menschenwürde. Der Staat ist grundgesetzlich daran gebunden. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Das gilt auch für Täter, Kriminelle.

Auch Täter gehören zum Rechtsstaat. Auch Rechtsbrecher haben Anspruch auf rechtsstaatliche Verfahren.

Wollen wir – den Hysterikern, Paranoikern, Hetzern folgend – Verfassung und Rechtsstaat außer Kraft setzen? Diejenigen, die das wünschen oder sogar fordern, sind weitaus gefährlicher für uns als die jungen männlichen Araber, die zum kriminellen Mob geworden sind.

Die vierte Überlegung:

Was macht das Hysterischwerden, was macht den Wutausbruch, die barbarische Hemmungslosigkeit für viele so attraktiv? Wie kommt es, dass so viele Menschen jeden Halt verlieren, wenn es um so etwas geht wie die massenhaften Übergriffe in Köln?

Es gehört nicht zum Ethos der meisten Menschen, sich selbst vernünftig unter Kontrolle zu halten. Selbstkritische Distanz zu sich selbst, zu seinen Gefühlen, Ängsten, Begierden, Leidenschaften, Wutausbrüchen – sowas lernt man schon lange nicht mehr. Es ist den meisten schier unverständlich. Sich seinen Aufwallungen hemmungslos hinzugeben scheint heute selbstverständlicher Teil unserer Kultur zu sein.

Da hat die Vernunft dann keine Chance mehr.

Auffallenderweise ähneln sich in dieser Hinsicht die enthemmten Täter von Köln und die nicht weniger enthemmten Beteiligten am Hetzmob gegen Flüchtlinge und Fremde.

Letztere sind sehr viel mehr – und sehr viel gefährlicher.

Die fünfte Überlegung:

Es wird interessant sein zu erfahren, was diejenigen unter den Tätern, die zum Kreis der Asylbewerber gehören, zu ihrem kriminellen Verhalten motiviert hat.

Einige Punkte habe ich schon in anderen Artikeln genannt.

  • Die frauenfeindliche Prägung durch die Kultur der Herkunftsgesellschaft (einschließlich des Beitrags der Religion dazu) ist ein wesentlicher Punkt.
  • Hinzu kommt die Erfahrung auf der gefahrenreichen und oft nur durch kriminelle Hilfenahmen möglichen Flucht, in der dann kriminelle Energie belohnt wir und kriminelles Verhalten als normal erscheint.
  • Ein anderer Punkt – einer, an dem wir etwas ändern können – ist die desolate Situation in den Flüchtlingslagern.Sie macht manche der Insassen verrückt.
  • Ein letzter Punkt: Vielleicht speziell in Köln und einigen weiteren Städten ist die Polizei nicht mehr hinreichend in der Lage, Kontroll- und Strafdruck aufrechtzuerhalten, teils aus Personalmangel, teils, weil die verwahrlosende Unterschicht zu groß wird. Auch in diesem Punkt wären wir selber gefordert.

Es sind Situationen, die die Menschen “böse” machen und destruktiv handeln lassen. An den Situationen muss man ansetzen, wenn man sich um die Sicherheit sorgt.

Eine sechste Überlegung:

Denken wir immer auch an die Asylbewerber und Flüchtlinge, die nicht kriminell werden. Es sind – fast alle.

Eine siebte Überlegung:

Natürlich sind Sanktionen, sind Strafen notwendig. Die Täter von Köln (und anderswo) müssen identifiziert, angeklagt, verurteilt und eingesperrt werden.

Eingesperrt – hoffentlich nicht mit dem Nebeneffekt, sie dort auf eine Akademie für professionelle Kriminalität oder auf eine Dschihadistenschule dazulernen zu lassen. Wir brauchen Gefängnisse, die resozialisieren und nicht solche, die die kriminellen Neigungen noch fördern.

Im Fall Köln wäre es gut, wenn die Verfahren sowohl der einheimischen Öffentlichkeit als auch den Asylbewerbern deutlich machen könnten, dass man durch kriminelles Verhalten erheblichen Schaden erleidet.

Entscheidend ist aber:

Vermeiden wir Verwahrlosung!
Vermeiden wir soziales Elend!
Vermeiden wir Ausgrenzung!

Hier liegen Ursachen der Kriminalität, die wir durch kluges politisches Handeln reduzieren können.

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