Gedanken zu Paris. Zu Brüssel. Zum nächsten Anschlag.

terrorismus1

Es wird nicht der letzte sein. Auch Deutschland wird bald einen solchen Anschlag erleben.

Ist damit unsere Sicherheit erheblich gefährdet?

In Frankreich oder Belgien ist es immer noch wesentlich wahrscheinlicher, Opfer eines Verkehrsunfalls oder eines Unfalls zu Hause beim Putzen zu werden. Am hohen Sicherheitsniveau in Europa können solche Anschläge nichts ändern. -

Ich weiß, eine solche Antwort auf die Angstmacher empört all diejenigen, die meinen, man müsse sich der Angst hingeben, um richtig handeln zu können. Aber:

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Terroranschläge haben den Zweck, Angst zu machen, Panik zu erzeugen – und die Betroffenen dazu zu bringen, aus Angst dumm zu handeln. Gegen ihr Interesse zu handeln.

Das gelingt den Terroristen immer wieder. Bestes Beispiel: die USA in der Folge von 9/11.

Ziel der Anschläge in Frankreich und Belgien ist es, die Menschen gegen den Islam aufzubringen. Das würde die Muslime in Europa dazu zwingen, “Farbe zu bekennen” – also sich so, wie die Dschihadisten wollen, sich entscheiden für oder gegen den Dschihadismus.

Pogromartige Maßnahmen gegen Muslime würden einen Teil der Muslime dazu motivieren, sich nun ihrerseits zu rächen und sich für den Dschihadismus zu entscheiden.

Das dürfte die strategische Perspektive sein, soweit es eine gibt.

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Für viele, vielleicht die meisten Täter gibt es vermutlich keine strategische Kalkulation. Sie wollen ihrem Leben Sinn verleihen, indem sie sich für das, was sie ihre Religion halten, opfern.

In unseren Städten erzeugen wir solche desperaten Mentalitäten.

Die Dschihadisten werden dabei das Gefühl genießen, stark zu sein. Endlich stark. Endlich kann der junge Mann ein Held sein. Diese jungen Männer genießen die Aufmerksamkeit. Ihre Tat gibt ihnen Wert und Bedeutung. Sie genießen den Schrecken, den sie mit ihrem Selbstopfer verbreiten können.

Ihre Propaganda der Tat wirkt auf sie selbst und ihre kleine Klientel.

Man kann die nationalistischen Ergüsse der Rechtsextremen in Deutschland, Italien u. a. Ländern nach dem 1. Weltkrieg parallel dazu lesen. Auch da ergehen sich junge Männer in der Schönheit des Terrors, des Mordens, des Sich-Opferns für eine große Sache (der Nation, damals).

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Einmal angenommen, diese knappe Analyse ist stimmig. Was für eine Antwort würde daraus folgen?

a) Wir könnten uns fragen, ob es klug ist, einen Teil der Menschen in unseren Gesellschaften an den Rand zu drängen. Sozial und kulturell verwahrlosen zu lassen, getreu dem liberalistischen Motto, es solle sich halt mal jeder um sich selbst kümmern, und sowas wie eine Gesellschaft gebe es nicht.

b) Wir könnten uns fragen, ob es klug ist, die medial inszenierten Anschläge medial genau so zu präsentieren, wie die Dschihadisten sich das wünschen.

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Das fällt auf: Die Dschihadisten wissen, wie sie unsere Medien und unsere zur perversen  Aufmerksamkeit neigenden Medienkonsumenten bedienen können.

Die Anschläge in Brüssel wiederholen das Schema der zuerst von al-Qaida eingeführten Terrorstrategie, an verschiedenen Orten oder nacheinander Anschläge auszuführen. Der Anschlag auf den Flughafen in Brüssel und vor allem derjenige auf die Metrostation in der Nähe der EU-Institutionen beanspruchen politische Symbolik und haben diese auch erhalten. Die Demonstration richtet sich wie immer primär auf die Medien, die auch dieses Mal reflexhaft mit Dauerberichterstattung, Live-Blogs, Sonderberichten, Bildern, Äußerungen von Experten und Betroffenen als Lautsprecher und Propagandamittel für die Terroristen wirken. Medien sind Komplizen der Terroristen. Das war seit Beginn der Terrorstrategie nach der Erfindung des Sprengstoffs als Mittel der Massentötung auch die Absicht der anarchistischen “Propaganda der Tat”.

Obgleich die Strategie nun über 150 Jahre alt ist, triggert jeder Anschlag, der in den scheinbar sicheren Metropolen stattfindet, die erwartbaren Reaktionen ungebremst. Die Medien im Konkurrenzkampf um Aufmerksamkeit überstürzen sich, die meisten und besten und neuesten Informationen und Einschätzungen zu liefern. In Zeiten des Internet hat sich gegenüber den Zeitungen als den Massenmedien, die zu Beginn der “Propaganda der Tat” das Monopol hatten, nur weiter beschleunigt, vervielfältigt und in Echtzeit globalisiert. Im Grunde können nun erst Terroristen die globale Gesellschaft direkt in Erregung versetzen, was natürlich auch immer heißt, dass mit dem Entsetzen, der Angst und den Forderungen nach Verschärfung von Strafen und Überwachen auch der Werther-Effekt stimuliert wird. Jeder derart propagierte Terroranschlag wird, ebenso wie jeder medial gehypte “Amoklauf”, die westliche Variante des Selbstmordanschlags, Nachahmer anregen, die mit einer finalen Tat nach Aufmerksamkeit und Ruhm suchen.

Weltweit funktioniert die “Propaganda der Tat”, gleichwohl bleibt fraglich, warum die islamistischen Terroristen offenbar einen nicht abzureißenden Strom an Willigen finden, die sich auch unter geringer medialer Aufmerksamkeit in Ländern wie Afghanistan, Syrien oder Irak opfern, um nicht einen symbolischen Ort, sondern nur militärisch eine Offensive zu verstärken oder Angreifer zu treffen. Ihr Ruhm besteht letztlich darin, dass sie in der Gruppe zu den Auserwählten zählen und in Internetbotschaften als fröhliche Märtyrer gewürdigt werden.

Schreibt Florian Rötzer bei telepolis.

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Das Hauptopfer dieser Terroranschläge sind – von den Toten und ihren Angehörigen abgesehen – die Muslime in Europa.

Für sie wird – Attentat für Attentat – die Situation bedrängter.

Die Dschihadisten sind die besten Verbündeten der Islamfeinde.

Die Dschihadisten betreiben das Geschäft derer, die die Muslime aus Europa werfen wollen.

Die Extremisten stärken sich durch ihre jeweiligen Aktivitäten gegenseitig.

Zwischen die Mühlsteine geraten zu allererst die Muslime selbst.

Wie reagieren sie darauf?

Natürlich mit Erbitterung, Entsetzen, entschiedener Ablehnung der mörderischen Anschläge, die sie – zurecht – für anti-islamisch halten.

Genügt eine solche verbale Abwehr-Reaktion?

Immer weniger.

Müssten die Muslime Europas den Dschihadisten nicht ihrerseits den Krieg erklären?

Diese Dschihadisten können schließlich nur gedeihen, wenn sie Rückhalt in zumindest kleinen solidarischen Gruppen finden.

Gegen diese Dschihadismus-solidarischen Gruppen müssten sich die Muslime wenden. Nicht nur verbal.

Das fällt ihnen schwer.

Erscheinen ihnen die den Glauben radikal lebenden Glaubensgenossen nicht auch als Vorbilder? Als respektabel zumindest?

Wie aggressiv können Muslime werden, wenn Mohammed angegriffen wird! Warum nicht dieselbe Entschiedenheit, wenn es um salafistische Prediger geht? Um jene, die bewusst eine Kluft zwischen Muslimen und der westlichen Welt, in der sie leben und von der sie ein Teil sind, erzeugen?

Damit sind wir in der sensiblen Zone.

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Sensibel ist diese Zone auch für die pluralistische, liberale, von Grund auf multikulturelle Gesellschaft.

Sie reagiert auf ihre fundamentalistischen Ränder (zu der vor allem die Rechtsextremisten und die religiösen Sekten gehören) selbstbewusst oder gleichgültig tolerant.

In dem Maße, in dem die Mitte dieser Gesellschaft (dank der neoliberalen Säure) zersetzt wird und in Gefahr gerät, abzusteigen, und in dem Maße, in dem diese Gesellschaft sich vom allzu raschen Entwicklungstempo der  Innovationen überfordert sieht, gehen ihr das Selbstbewusstsein und die Bereitschaft, gleichgültig auf die verrückten Ränder zu schauen, verloren.

Die Gefahr wächst, dass sich diese Gesellschaft selbst verrät. Dass sie also genau das tut, was sich die Terroristen bewusst oder unbewusst wünschen.

Dass sie diese Liberalität aufgibt.

Es ist die Liberalität, die die Dschihadisten verabscheuen.

Genauso, wie die Rechtspopulisten und Rechtsextremen diese Liberalität verabscheuen. Ein Orban sagt es ganz offen, ein Putin praktiziert es, die AfD deutet es in ihrem Programmentwurf immerhin an – die Liberalität ist das Ziel der Angriffe von beiden Seiten.

Das Mittel ist: Man muss den Leuten Angst machen. Je mehr Angst sie bekommen, desto eher sind sie bereit, auf Liberalität zu verzichten. Desto eher sind sie bereit, autoritäre Maßnahmen zu  fordern.

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Sieht man dieses üble Spiel kühl von außen, so stellt man kopfschüttelnd fest:

Wie kommen die Leute hier und heute dazu, sich so unsicher zu fühlen, sich so hysterisch um ihre Sicherheit zu ängstigen?

Faktisch konnten sie noch nie in der Geschichte so sicher leben wir heute.

Aber wie eine Droge ziehen sie sich die panikerzeugenden Bilder rein, die ihnen die dienstbereiten Medien gerne liefern.

So, wie sie nach Krimis, Thrillern, Horrorfilmen und dergleichen gieren und nicht genug bekommen können von Gewalt, Blut, Mord, Gefahr, Tod – virtuell natürlich nur.

Die Medien schaffen eine virtuelle Angstwelt, in der die Menschen ihrer Angstlust frönen können. Bis dann die Angst so groß wird, dass sie zu ganz real dummer Politik führt.

Anmerkung:

Die Terroranschläge in der Türkei haben einen anderen, einen ökonomisch-politischen Zweck. Sie sollen die Tourismus-Industrie treffen.

Anschläge des IS in der Türkei dienen auch dazu, die türkische Regierung auf ihrem Appeasement-Kurs gegenüber dem IS zu halten.

Zweite Anmerkung zu einer Parallele:

Wie viele muslimische Feinde der westlichen Gesellschaft und Kultur fühlen sich durch militante, gewalttätige Handlungen gegen diesen Feind insgeheim bestätigt?

Wie viele unserer Rechtspopulisten und Hysteriker fühlen sich sich durch Anschläge auf Flüchtlinge insgeheim bestätigt?

In beiden Fällen glauben die Gewalttäter, im Namen und im Sinne der großen, aber vielleicht etwas feigen und jedenfalls noch nicht entschlossen genug auftretenden Mehrheit der “guten Leute” zu handeln.

Kommentare

  1. Terror-Mafia in Brüssel-Molenbeek?
    23. März 2016

    Johan Leman, Anthropologe und Präsident eines Sozialzentrums in Molenbeek arbeitet seit über 30 Jahren in diesem Brüsseler Stadtteil, der in den letzten Jahren zu trauriger Berühmtheit gelangte. Er gab dem LE FIGARO ein Interview nach den Brüsseler-Anschlägen von Gestern.

    Leman spricht von einem „armen Croissant“, er hätte auch von einer „Sichel der Armut“ sprechen können, gebildet aus den Problemstadtteilen Schaerbeek im Norden, rechts des Kanals, Molenbeek im Westen, links des Kanals und Forest im Süden, wieder rechts des Kanals Bruxelles-Charleroi, der die Stadt in Nord-Süd-Richtung zerteilt.

    DAECH, oder IS, Islamischer Staat genannt, sei dort organisiert wie die Mafia und eng mit dem Drogenhandel von Cannabis aus dem RIF-Gebirge Marrokos verknüpft. In der Tat seien einige der jetzt im Nachhinein zu terroristischen Meisterhirnen und Hauptakteuren erklärten Männer wie zum Beispiel auch der letzten Freitag verhaftete Salah Abdeslam kleine Drogendealer in Molenbeek gewesen. Sie hätten jetzt vermutlich eine bereits vorbereitete Aktion vorgezogen, um auf die Verhaftung Abdeslams schnell zu antworten, im Mafia-Stil eben!

    In Molenbeek sei es jedem klar gewesen, daß es mit der Verhaftung nicht zu Ende gewesen sei, sondern daß es eine Antwort geben würde.

    Auf die Frage, ob die mediale Beschreibung Molenbeeks als Djihad-Basis in Europa zutreffen sei, antwortete er mit einem schlichten „Ja!“

    „Ja, es gäbe terroristische Zellen in Molenbeek! Das betroffene Gebiet sei aber viel größer und beschränke sich nicht auf das berüchtigte Molenbeek, sondern umfasse das ganze bereits benannte „arme Croissant“ um das Brüsseler Zentrum herum. Mit dem Auto brauche man keine zehn Minuten um das Gebiet zu durchfahren. Hier hätten die Terroristen, Familie, Freunde, Komplizen, Helfer, Sympathisanten und Unterstützer, kurz ihre Infrastruktur und Logistik.

    Die naivsten Kandidaten für den Djihad kämen aus Syrien, „im Dienste der Sache“. Die entschlossensten Kämpfer aber kämen von hier und sie seien, in vielen Fällen, eng mit dem Drogenhandel verbunden!

    Typische Beispiele dafür seien Salah Abdeslam, der letzte bekannte Überlebende der Pariser-Anschläge des 13. November 2015, aber auch Medhi Nemmouche, der im Mai 2014 den Terroranschlag gegen das Jüdische Museum in Brüssel ausführte. Der sei damals sogar in einem Drogendealer-Bus auf der Drogen-Route nach Marseille geflüchtet, wo er schließlich geschnappt worden sei.

    Es sei eine Besonderheit Molenbeeks, daß viele der hundertausend Einwohner aus Marokko, speziell dem Rif-Gebirge der Berber, der Region Ketama, stammten, dem Ursprungsort der Cannabis-Drogenroute, die von dort über Spanien oder direkt über Marseille, durch Frankreich, nach Molenbeek, Anvers, Rotterdam und Amsterdam führe.

    Wie es soziologisch in Molenbeek aussehe? Etwa 100.000 Einwohner, dazu etwa 5.000 Illegale, etwa 80% mit Migrationshintergrund, etwa zu 60% aus Marokko stammend, aber auch Pakistanis, Osteuropäer und Nordafrikaner. In den letzten 20 Jahren sei die Bevölkerung um ein Drittel angewachsen und die Hälfte sei unter 35 Jahren alt. Die Bevölkerungsdichte sei sehr groß und der entsprechend Druck wachse. Das gesamte „arme Croissant“ umfasse bis zu 250.000 Bewohner.

    Molenbeek sei bereits seit 15 Jahren mit Terrorismus verbunden. Man erinnere sich an die Morde des „Kommandanten Massoud“ um die Zeit des 11. September?

    Es gäbe hier eine „nebulöse Form des Terrorismus“, schon seit langer Zeit, ebenso wie in Frankreich, Großbritannien und Italien. Die Terroristen wechselten offenbar problemlos, ohne jede Schwierigkeit, von Land zu Land? Es sei nicht unmöglich, daß „diese Alten“, die in Frankreich um 1995 als GIA (Groupe islamique armé) bekannt wurden, hinter den Kulissen noch heute die Fäden zögen und sich der kleinen Drogendealer, der Abdeslams und Anderer bedienten?

    Was solle, was könne man tun?
    Der Staat, die Polizei, die Justiz und die Institutionen müssten in dieses Gebiet zurückkehren! Sie kännten es gar nicht mehr, hätten keinen Kontakt mehr mit dessen Bevölkerung! In einer Woche könnten sie wissen, wie diese Strukturen zusammengesetzt seien. Die Anwohner wären zur Kooperation bereit, wenn sie nur respektiert würden. Man müsse agieren wie die Italiener es in Sizilien erfolgreich gegen die Mafia vorgemacht hätten…

    NACHTRAG:
    Die Brüder Khalid, 27 und Brahim El Bakraoui, 31, zwei sattsam polizeibekannte Brüsseler Kriminelle, sollen die Selbstmord-Attentäter vom Brüseler Flughafen ZAVENTEM gewesen sein. Der dritte, noch flüchtige Attentäter, dessen Koffer nicht detonierte, soll Najim Laachraoui sein. Er gelte als der “Feuerwerker”, der Sprengstoffexperte der Gruppe? Das behauptet eine Exklusiv-Meldung des belgischen TV-Senders RTBF.

    Khalid soll unter falscher Identität die Wohnung in der Rue du Dries 60 im Brüsseler Stadtteil Forest angemietet haben, wo es vorige Woche eine Schiesserei mit der Polizei gab, die zu einem toten Terroristen(?) und vier verletzten Polizisten führte. Er soll auch eine Immobilie angemietet haben, die zur Vorbereitung der Attentate von Paris vom 13. November 2015 gedient haben soll.

    Damit gäbe es eine direkte Verbindung zwischen den Anschlägen von Paris und Brüssel durch die Brüder Abdeslam und El Bakraoui.

    Die Identifizierung des Trios soll durch einen aufmerksamen Taxifahrer gelungen sein, von dem sich sich von ihrer konspirativen Wohnung(!) abholen und zum Flughafen bringen ließen, ohne sich bei ihren schweren Koffern helfen zu lassen, wodurch sie sich auffällig machten.

    “…Un ressortissant turc fiché pour terrorisme depuis 2015 est également recherché. Son véhicule a été signalé à l’aéroport avec trois ou quatre passagers à bord, indique la Dernière Heure…”

    Nach einer Person türkischer Nationalität, seit 2015 wegen Terrorismus zur Fahndung ausgeschrieben, werde ebenfalls gesucht. Ihr Fahrzeug sei am Flughafen, mit drei, vier Insassen darin, erkannt worden, meldet die Letzte Stunde.

    Exklusiv: Najim Laachraoui in Anderlecht (südlich von Brüssel) verhaftet! Sein Bild, das die Medien für ihn veröffentlichten, wurde in der vorigen Woche von der NEW YORK TIMES als das Bild Salah Abdeslams veröffentlicht! Woher hatte die Zeitung zu diesem Zeitpunkt die Information, das zwischen diesen Männern ein Zusammenhang bestand?

    2. NACHTRAG: Die New York Times hat ihren Artikel inzwischen ohne Hinweis korrigiert und das Bild des falschen Salah Abdeslam durch das Bild des richtigen Abdeslam ausgestauscht. Eine Erklärung darüber wann, wie und durch wen die Zeitung das Bild von Najim Laachraoui erhielt, wäre schon sehr interessant gewesen…

    __________
    http://www.lefigaro.fr/international/2016/03/22/01003-20160322ARTFIG00176-johan-leman-abdeslam-en-prison-molenbeek-savait-que-ce-n-etait-pas-fini.php

    http://www.rtbf.be/info/societe/detail_les-freres-el-bakraoui-identifies-parmi-les-kamikazes-de-l-attentat-de-zaventem?id=9249275

    http://www.dhnet.be/actu/belgique/exclusif-najim-laachraoui-arrete-a-anderlecht-direct-56f2656235708ea2d3d54186

  2. Ist es eigentlich einer Stadtregierung nicht möglich, von vorne herein zu regeln: Bei uns lassen wir kein Ghetto entstehen! Wir lassen nicht einmal eine einzige Straße zum Ghetto werden, nicht einmal ein einziges Haus. Wann immer eine Problem-Konzentration entsteht, greifen wir sofort zum Arsenal unserer Eingriffsmittel und sorgen für eine Entzerrung, Entlastung, Entspannung.

    So geschehen in München und vielen anderen Städten in Deutschland. Migranten sind hier gut verteilt, es gibt keine Ghettos, keine Problemstraßenzüge, eine solide Infrastruktur fängt Probleme frühzeitig auf oder lässt sie erst gar nicht zur Bedrohung anwachsen.

    Da, wo man nicht genug aufgepasst hat bzw. die Prioritäten falsch gesetzt hat, sind Problemzonen entstanden.

    Offensichtlich in besonders dramatischem Ausmaß in Brüssel.

    Man sieht, wie wichtig es ist, dass die Politik SOZIAL AKTIV wird.

    Sollte es auch daran liegen, dass München, Stuttgart u. a. eben genug Geld im Stadtsäckel haben und Bremen, Duisburg, Dortmund und Berlin nicht, dann wandert die Verantwortung eine Ebene nach oben. Der Bund muss die Städte unterstützen, dass sie eine sozial gesunde Struktur bewahren bzw. wieder erzeugen können.

    Dann tut sich auch die Polizei leichter – und es kommt nicht zu Situationen wie die in Köln.

    Freilich, für unsere Hysteriker und Paranoiker ist München ein unangenehmes Beispiel. 40% Migranten (der ersten und zweiten Generation), 25% Ausländer, 10% Muslime – und KEINE nennenswerten Probleme. Weniger Kriminalität als im fast muslimfreien Dresden (8% Migrantenanteil).

    In Belgien hat man sich, so scheint es, um alles mögliche gekümmert, aber nicht darum, dass man Ghettos verhindern muss – und verhindern kann, wenn man will. Es ist eine Frage der Prioritäten.

    Das heißt nicht, dass es nicht auch in München zu einem Dschihadisten-Anschlag kommen kann. Allerdings müssten die Terroristen von außen kommen. Ich denke immer an die Möglichkeiten, die das Oktoberfest für einen solchen Anschlag bietet.

    München ist keine Brutstätte von Dschihadisten. Eher ein schwieriges Pflaster für sie. Es kann natürlich trotzdem auch in München vorkommen, dass der eine oder andere Jugendliche oder junge Mann sich zum angeblich gott-gefälligen Opfertod hingezogen fühlt. “Gott will es!”

    So, wie es hier auch vorkommt, dass sich der eine oder andere Jugendliche oder junge Mann zum angeblich volks-gefälligen Gewaltakt hingezogen fühlt. “Das Volk will es!”

  3. In Belgien leben über 600.000 Muslime, das sind 6% der Gesamtbevölkerung, davon ein großer Teil mit marokkanischen Wurzeln. Viele in Brüsseler Stadtteilen wie Molenbeek, Anderlech und Schaerbeek. Außerhalb der Hauptstadt leben die meisten Muslime in den Städten Amberes, Vilvoorde und Verviers.
    Die Experten versuchen zu ergründen, warum in diesem Land Jugendliche, Söhne und Enkel von Migranten, soviel Hass gegen die Länder entwickeln in denen sie aufgewachsen sind? Alle stammen sie aus Randgebieten mit hoher Arbeitslosigkeit, dem Fehlen von Chancen und wo die Integration nicht einfach ist.
    In Belgien sei die Herkunft einer Person ihr sozialer und ökonomischer Status, von entscheidender Bedeutung für ihren Erfolg. Diese Eigenart Belgiens sei in dem meisten anderen industrialisierten Ländern nicht so ausgeprägt, erläuterte in der BBC Christiane Timmerman, Mitglied des Zentrums für Migration und interkulturelle Studien der Universität Amberes.
    __________
    http://www.elperiodico.com/es/noticias/internacional/belgica-cuna-del-yihadismo-europa-4998014?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=elPeriodico-ed16h

  4. Ich sollte mich ja hier nicht mehr melden – so der Boss. Aber es nervt schon enorm, wenn ausgerechnet hier immer haarscharf an den wirklichen Problemen vorbei geredet wird. Nun hört man wieder allenthalben “Pray for Brussels”, wie man es vor ein paar Monaten bereits für Paris hörte. Als ob Religion die Lösung der Probleme böte! Nein: Religion IST das Problem – natürlich genährt durch die ghettohafte Diaspora-Situation, von der man nicht mit Sicherheit sagen kann, wer dafür verantwortlich ist.

    Ich erspare mir jetzt Links (die sich anbieten), da sie eh nicht zur Kenntnis genommen werden, da Diskussion nur im Rahmen des “Erlaubten” hier möglich ist.

  5. Eine unvollständige Vorgeschichte des belgischen Terrors:
    1960er Jahre, Brüssel: Saudi Arabien finanziert Wahabismus.
    1969, Brüssel: Granate verletzte zwei israelische Airline-Crew-Mitglieder.
    1972, Brüssel: Personal von Israels Botschaft angeschossen.
    1979: Brüssel: 12 Verletzte Israelis bei Granate auf Flugzeug.
    1980, Anvers: Granate auf jüdische Kinder, 1 Toter.
    1981, Anvers: Autobombe vor Synagoge, 3 Tote.
    1982, Brüssel: MG-Anschlag auf den Eingang einer Synagoge.
    1989, Brüssel: Präsident jüdischer Vereinigungen ermordet.
    1990er Jahre, Brüssel: Rückzugsgebiet für GIA- und FI-Kämpfer.
    2001, Afghanistan, 2 Brüsseler Tunesier töten Kommandant Massoud.
    ????, Mohamed Merah, Killer von Toulouse-Montauban, in Brüssel radikalisiert.

  6. Korbinian meint:

    Hmm… es könnte natürlich auch passieren dass sich viele Muslime von ihrer eigenen Religion distanzieren und sich anderweitig um ihr Seelenheil kümmern.

    @almabu Mit Amberes ist wohl Antwerpen gemeint, oder?

  7. Zu behaupten, Religion sei DAS Problem, ist zwar falsch, aber es ist eine Hypothese oder Meinung, die man vertreten und diskutieren kann, Frank.

    Also diskutiere ich sie hier mal, und du kannst drauf antworten, wenn du willst.

    WENN Religion DAS Problem ist, dann ist DAS Problem mit dem Ende der Religion gelöst.

    Im kommunistischen Russland (unter Stalin und danach) und im kommunistischen China (unter Mao etwa) gab es also DAS Problem nicht.
    Väter, die ihre Kinder und Ehefrauen umbringen, zum Beispiel, müssen irgendwie religiös sein, denn sonst würden sie sowas Gemeines nicht machen.
    War Hitler religiös in dem Sinne, den du meinst, Frank? Waren die Nazis religiös in dem Sinne, den du meinst, und wenn ja, haben sie getan, was sie getan haben, weil sie katholisch oder evangelisch waren?
    Ja, tun die Kriminellen dieser Welt, was sie tun, weil sie Muslime, Christen oder sonst wie religiös sind?
    Geschah der Völkermord an den Armeniern durch die Jungtürken aus religiösen Gründen?
    Haben die Roten Khmer aus religiösen Gründen ein Viertel ihres Volks umgebracht?
    Haben die Hutu der Interahamwe in Rwanda 1993 aus religiösen Gründen oder weil sie religiös waren den Völkermord an den Tutsi verübt?
    Handeln die Rechtsradikalen in Deutschland hier und heute rechtsradikal, weil sie Christen sind?

    - Du siehst schon, dass ich die Reihe der Beispiele noch lange fortsetzen könnte. Religionslosigkeit macht die Menschen nicht besser. Nicht menschenfreundlicher.

    Ich sehe in der Religion EIN Problem, allerdings auch nur insoweit, als sie fundamentalistisch geglaubt und gelebt wird und als ein solcher religiöser Glaube verschmilzt mit sozialen und sozialpsychologischen Faktoren.
    Das ließe sich genauer beschreiben. Ansätze dazu findest du ja in meinen Artikeln. Aber wir könnten versuchen, dieser komplexen Sachlage genauer auf die Spur zu kommen.

    Was dann aber wohl nicht in deinem Interesse ist. Denn für dich ist es von zentraler Bedeutung, dass Religion und nur Religion DAS Problem ist.

    So kann man dann die Dschihadisten in einen Topf werfen mit den nichtdschihadistischen Religiösen.
    Grade die Sicht, die auch die Dschihadisten gern erzwingen würden: Muslime, ihr müsst euch entscheiden! Entweder ihr seid Wahre Muslime, dann folgt ihr unserem Dschihadismus. Oder ihr seid laue, unechte Muslime, dann gehört ihr der Hölle und hier auf Erden zu unseren Feinden.

    Sozusagen seitenverkehrt bildest du diese Aufforderung ab. Nicht Dschihadismus ist das Problem, nicht religiöser und gewalttätiger (hier islamistischer) Fundamentalismus ist das Problem, sondern Religion überhaupt.

    Wer möchte dir da folgen, Frank?

    Du hättest gern den Krieg gegen Religion überhaupt. Gegen alles, was Religion ist. So klingt deine Behauptung jedenfalls. Was soll man denn anderes aus einer so pauschalen Äußerung herauslesen: Religion IST das Problem.

    Dein Satz enthält keine Einschränkung. Er sagt nicht: Islam ist das Problem. Er sagt nicht fanatische Religion ist das Problem. Er sagt nicht, fundamentalistische Religion ist das Problem. Er sagt nicht, fundamentalistische Religion in Verbindung mit etwas anderem (etwa gewisser sozialer Gegebenheiten) ist das Problem. Nein – RELIGION IST DAS PROBLEM. Pauschal. Religion. Religion überhaupt. Wer also religiös ist, wer irgendwie irgend einer Religion sich zugehörig fühlt, der ist Teil des Problems, Teil des Dschihadismus.

    Ja, wer möchte dir da folgen?

    Aber sicher meinst du es nicht so, wie ich es hier – deinem Satz folgend – zu entfalten versucht habe. Nur, wie meinst du es? Wie kannst du es meinen, wenn es am Ende auf den Satz hinauslaufen soll und hinauslaufen muss: Religion IST das Problem?

    Wir erinnern uns an einige deiner früheren Beiträge. In denen hast du deine hemmungslose Verachtung aller Religion ungeniert geoffenbart. Im Namen der Vernunft müsse Religion überhaupt überwunden werden. Sie sei nur eine Last, eine Verirrung, eine Störung, eine Gefahr.

  8. @almabu “Mit Amberes ist wohl Antwerpen gemeint, oder?”

    @KORBINIAN

    Ja, das stimmt, sorry! Das passiert mir öfter, ein typischer Fehler, wenn man gewohnt ist mehrsprachig zu lesen, dann kommt es – zumindest bei mir – fast regelmäßig dazu, mal Worte und/oder Namen im falschen Kontext zu gebrauchen. Ist das Alter, vermutlich?

  9. @KORBINIAN
    Antwerpen (Deutsch) = Amberes (Spanisch) = Anvers (Französisch) = Antwerp (Englisch). Da kann man schon mal in’s Schleudern kommen…

  10. Das Problem ist nicht die Religion, sondern dass sich Leute fanatisieren lassen und dabei die Fähigkeit zur objektiven Hinterfragung verlieren.

  11. @Leo:

    Da du wie üblich die Dinge vermischst und mit Unterstellungen paarst, sei es mir erlaubt, die humanistische Sicht noch einmal darzustellen.

    Niemand kann oder will Religionen verbieten. Ganz im Gegenteil stützen wir aktiv die neueren Ansätze, die sich gerade im muslimischen Bereich heute (als zartes Pflänzchen noch, aber immerhin) zeigen. Mouhanad Khorchide und Ahmed Mansour mit ihrem Muslimischen Forum (http://www.muslimisches-forum-deutschland.de/) finden bei uns immer wieder lobende Erwähnung (Abdel-Hakim Ourghi ist sogar Gruppenmitglied bei uns). Ebenso erkennen wir die Leistungen eines Amer Albayati mit der Initiative Liberaler Muslime Österreich (ILMÖ) an, so dass wir in etwa jede zweite Veröffentlichung bei uns verlinken – und zwar nicht unter der Rubrik „Audiatur et altera pars“, in der sich in aller Regel Aiman Mazyek wiederfindet.

    Wir differenzieren also sehr genau. Und das schon seit über hundert Jahren, als es noch eine rege Zusammenarbeit zwischen Freidenkern und Freikirchlern gab. Heute ist das mehr oder weniger eingeschlafen, da die Freikirchler in D mehr und mehr durch amerikanisch geprägte Evangelikale beeinflusst werden.

    Religiöse Ansätze, die ihren Fans so etwas wie eine spirituelle Heimat geben, sind also völlig ausserhalb unserer „Schusslinie“. Das liegt an unserer individualistischen humanistischen Grundeinstellung, dass ein jeder nach seiner Façon selig werden soll. Wir sind nicht so hypertroph, zu glauben, dass der Humanismus für alle eine lebenswerte Form des Daseins darstellen könnte. Deine katholische Mutter darf also ganz unbesorgt sein :-)

    Problematisch wird die Fragestellung doch erst an dem Punkt, an dem es Religion nicht gelingt (trotz aller Exegese und tafsîr), friedliche Versionen umfassend zu formulieren. Wenn man also extremistisch eingestellten Imamen (zum Beispiel in DITIB-Moscheen) nicht entschieden das Handwerk legt, muss man sich nicht wundern, wenn Radikalisierungen eintreten, die schliesslich auch zur Gewalt im Namen der „einzig wahren Wahrheit“ führen kann. So etwas lässt sich ja mitten in Deutschland durchaus verfolgen: es ist eine Realität, der wir uns stellen müssen.

    Ein weiteres Grundprinzip, das wir im Humanismus hoch halten ist: Keine Toleranz gegenüber Intoleranz! Und dies kommt nun an dieser Stelle zum Einsatz. Wir können und werden nicht akzeptieren, dass „allgültige Wahrheiten“ für alle als verbindlich deklariert werden – was nun einmal ein Grundprinzip aller massgeblichen Religionen ist.

    Der „kriminelle“ Attentäter hat im Übrigen kein Schuldbewusstsein, da er seine Rechtfertigung direkt dem Koran entnehmen kann „Nicht du hast getötet, sondern Allâh hat es getan“. Und schon ist er exkulpiert. Daher ist es unseres Erachtens falsch, hier von (areligiösen) kriminellen Neigungen zu sprechen, die eine in die Ecke gedrängte Jugend ins „Abenteuer“ zwingt. Der religiöse Zusammenhang lässt sich nicht wegdiskutieren (ebenso wenig wie bei evangelikalen Mördern, die mal so eben einen Abtreibungsarzt erschiessen: Schuldgefühl gleich Null).

    Wenn also Aiman Mazyek sich auch nach Brüssel (nach Paris, ja nach jedem Anschlag) hinstellt und (wie gestern auf N24) gebetsmühlenartig wiederholt, dass das nichts mit dem Islam zu tun habe, so irrt er (wohl absichtsvoll, denn er ist nicht dumm). Würde er sagen: „Das hat nichts mit dem Islam zu tun, den ICH PRAKTIZIERE“, so könnte man ihm wohl kaum widersprechen. Er sagt es aber nicht. Er will „den“ Islam insgesamt mit solchen Äusserungen reinwaschen, was natürlich nicht gelingen kann. Wir sind uns vollkommen darüber im Klaren, dass der gemeine Moslem genauso wenig zur Gewalt neigt wie der gemeine Christ, aber wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass auch die beobachtbaren Gewaltorgien direkt aus dem Herzen der Religionen herrühren.

    Zu Kommunismus und Nationalsozialismus, da die ja immer wieder gerne, wenn auch unzutreffend, beigezogen werden. Wir sehen als Humanisten keinen prinzipiellen Unterschied zwischen Religionen und quasi-religiösen Ideologien. Sie sind recht parallel konstruiert, immer von oben nach unten, mit einer Funktionärsclique/Priesterschaft, die alleine die „Wahrheit“ verkünden. Wenn also in kommunistischen Systemen Religion bekämpft wurde so geschah dies allein aus dem Grund, eine evtl. lästig werdende, gegenläufige Ideologie klein zu halten. Im Nationalsozialismus hat man übrigens einen anderen Weg gewählt: Man schloss ein umfangreiches Konkordat, um die Gläubigen auf die Seite zu ziehen, was auch weitestgehend gelungen ist. Bereits im März 1933 wurden übrigens alle atheistischen und freidenkerischen Verbände verboten. Wer in die SS aufgenommen werden wollte, durfte kein Atheist sein – er musste zumindest „gottgläubig“ angeben. Deschner hat diese Details (und sehr viele mehr) in seiner zehnbändigen „Kriminalgeschichte des Christentums“ sehr anschaulich dargestellt. Die These, dass der Nationalsozialismus atheistisch gewesen sei, lässt sich in dieser Form nicht halten.

    Fazit: Humanisten werden sich niemals mit vor allem den monotheistischen Religionen abfinden, die aufgrund ihres umfassenden Wahrheitsanspruchs Radikalisierung indirekt fördern und nicht entschieden unterbinden. Daher ist auch der zugegeben arg verkürzte Satz gerechtfertigt: Religion IST das Problem.

  12. Nein, ist sie nicht. Sie wäre erst ein Problem, wenn ein solcher Attentäter nur durch das Lesen des Koran zu dieser Tat getrieben worden wäre, ganz ohne weitere Einflüsse, wie radikale Prediger. Was Sie meinen ist nicht die Religion sondern bestimmte religiöse Organisationsformen.

  13. Es gibt zum Glück auch Moslem-Gruppen, die das realistisch sehen. Hier die heutige Presseaussendung der oben erwähnten ILMÖ:

    http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160324_OTS0106/solange-die-schlaefer-unter-uns-sind-bleibt-die-terrorgefahr

  14. Mal schauen wie lange er das überleben wird:

  15. Auch Muslime wollen sich nicht mehr bieten lassen, was da stets gleich und unsinnig von den Islamverbänden kommt. Es reicht – daher die Aktion “Not In My Name”:

    https://www.facebook.com/IchSprecheFuerMich/photos/a.1539257426374044.1073741829.1538913296408457/1539241283042325/?type=3&theater

  16. Es ist unabdingbar: die Politik darf sich von heuchlerischen islamistischen Fundamentalisten nicht mehr über den Tisch ziehen lassen.

    Wovon redet der Typ? Er lebt wohl in einer Parallelwelt. Und möchte gern, dass wir den Krieg mit allen gläubigen Muslimen anfangen.

    Fazit: Humanisten werden sich niemals mit vor allem den monotheistischen Religionen abfinden, …

    sagt Frank. Nun ja, auch das ist eine Kriegserklärung. Oder wie soll man das anders verstehen? Krieg den Christen! Denn mit einer monotheistischen Religion dürfe man sich nicht abfinden – sie muss also irgendwie vernichtet werden.

    Da helfen dann Ablenkungsmanöver nicht, wie sie in den Erläuterungen davor angeboten werden. Es geht diesen fanatischen fundamentalistischen Typen um Krieg. Krieg in unserer Gesellschaft. Ohne Krieg sind sie nicht zufriedenzustellen. Der Feind muss vernichtet werden.

    Es sind genau diese Fanatiker, die unser Problem darstellen. Die Fanatiker bei den Muslimen ebenso wie die Fanatiker bei den Antimuslimen und bei den Atheisten.

    Wir müssen uns vor den Fanatikern schützen! Vor dem Fanatismus.

    Die Gewaltorgien, von denen Frank spricht, stammen aus dem Herzen von Fanatikern, die religiöse Fanatiker sein können – aber genausogut auch atheistische. Sie stammen aus den Herzen und Hirnen von Fundamentalisten. Von Leuten, die fanatisch überzeugt und auf Krieg mit ihren Mitmenschen aus sind wie – zum Beispiel – Frank selbst und seine Atheisten-Gang.
    Schaut euch die Sprache an, zu der er sich immer mal wieder hinreißen lässt! Die den bestialischen Hass auf einen Teil der Menschheit immer wieder mal durchscheinen lässt. (Man erinnere sich an die hemmungslose Verachtung, mit der er über den “Osterhasenglauben” der Christen gesprochen hat.)

    Er hat mehrfach behauptet, Deutschland entwickle sich derzeit in Richtung Theokratie. Warum? Weil die Regierung mit den Kirchen kooperiert? (Was sie eigentlich seit jeher getan hat und heute eher weniger tut als früher.)

  17. Die Website „algerie patriotique“ veröffentliche einen Artikel unter dem Namen Sonia Baker, in dem die Jahrzehnte alte Terror-, bzw. Freiheitskämpfer-Geschichte Belgiens, Brüssels und ganz speziell Molenbeeks thematisiert wird:

    Die radikalsten Islamisten seien damals in Belgien wie Könige empfangen worden und konnten angeblich vollkommen frei agieren!

    Saudi Arabien, Marokko und Algerien spielten darin eine Rolle und die durch die belgischen Behörden offenbar geduldete Funktion Molenbeeks als Rückzugs- und Planungsraum von bewaffneten Gruppen wie GIA (Groupes Islamiques Armés) und FIS (Front Islamique du Salut), die in Algerien aktiv Regime-Change betrieben und z.B. jahrelang die algerische Bevölkerung massakrierten in ihrem Befreiungskampf.

    Brüssel habe sich seit langem am Waffenhandel aktiv beteiligt.

    Die Routen für Kämpfer und Nachschub verliefen durch Belgien, Frankreich und Spanien und unter den Augen der dortigen Sicherheitsbehörden

    __________
    http://www.algeriepatriotique.com/article/quartier-de-molenbeek-fief-des-soutiens-aux-gia-algeriens-dans-les-annees-1990
    https://de.wikipedia.org/wiki/Islamische_Heilsfront
    http://www.uni-leipzig.de/~orient/gruppen/FIS.htm
    https://de.wikipedia.org/wiki/Groupe_Islamique_Arm%C3%A9

  18. Im Zuge der Fahndung nach den Attentätern des 13. November von Paris, sollen die Behörden ein mehrstündiges Video gefunden haben, das Islamistenkreise, möglicherweise das Umfeld der Terroristen, mit versteckter Kamera von einer Person gemacht haben, deren Identität die Polizei schützt, aber die zu den höchsten Verantwortlichen der belgischen Nuklearindustrie zählen soll?

    Dies könnte die Reaktion der Behörden erklären, die nach den Anschlägen nur noch den wichtigsten, unbedingt benötigten Bediensteten der belgischen AKW’s den Zugang erlaubten und den Rest der Belegschaft vorerst nach Hause schickte?

    In dieser Phase der Ermittlungen und unter dem Eindruck der Ereignisse wird von allen Seiten heftig spekuliert. Ob für Belgien und seine Nachbarn eine reale, konkrete Gefahr durch einen Anschlag auf die belgischen AKW’s bestand, ist schwer zu sagen, sie kann aber durch die potentielle Gefährlichkeit dieser Technologie auch nicht ausgeschlossen werden.
    __________
    http://www.lefigaro.fr/actualite-france/2016/02/17/01016-20160217ARTFIG00343-les-terroristes-de-paris-espionnaient-un-haut-responsable-du-nucleaire-belge.php

    http://www.dhnet.be/actu/belgique/exclusif-les-kamikazes-des-attentats-de-paris-visaient-nos-centrales-nucleaires-56c392303570b1fc1130638b

  19. “..C’est un signe marquant de l’amitié entre les Etats-Unis et la Belgique”, a pour sa part déclaré M. Michel, confirmant la reprise prochaine de la mission des F-16 belges dans la lutte contre le groupe djihadiste Etat islamique (EI) en Irak, avec une possible extension à la Syrie voisine…” (LA DERNIÈRE HEURE)

    Belgien schickt zur Bekämpfung des IS-Terrorismus seine F-16 Jets nicht “um die Ecke”, nach Molenbeek, sondern in den Irak, mit der ausdrücklichen Option deren Einsatzgebiet auf Syrien auszuweiten!

    Was machen die Verhandlungen in Syrien, was der Waffenstillstand? Syrien scheint gerade ein bißchen in den Hintergrund gerückt worden zu sein?

  20. „…Der Antiterror-Ermittlungsrichter Marc Trevidic erklärte letztes Jahr vor der Untersuchungskommission der französischen Nationalversammlung über Dschihadistennetzwerke:
    „Die älteren werden wieder aktiv. Dazu gehört Farid Melouk, von dem ich jetzt weiß, dass er in Syrien war… Ich habe ihn im Jahr 2000 getroffen, als ich mit dem ersten ‘afghanischen’ Netzwerk zu tun hatte. Er war der Anführer eines sehr großen Netzwerkes, das Dschihadisten geschmuggelt hat… Diese älteren haben eine große Anzahl von Kontakten in Belgien und Frankreich.“

  21. Sorry, hier oben fehlt der Link zur Quelle des Zitates, deshalb NEU:
    „…Der Antiterror-Ermittlungsrichter Marc Trevidic erklärte letztes Jahr vor der Untersuchungskommission der französischen Nationalversammlung über Dschihadistennetzwerke:
    „Die älteren werden wieder aktiv. Dazu gehört Farid Melouk, von dem ich jetzt weiß, dass er in Syrien war… Ich habe ihn im Jahr 2000 getroffen, als ich mit dem ersten ‘afghanischen’ Netzwerk zu tun hatte. Er war der Anführer eines sehr großen Netzwerkes, das Dschihadisten geschmuggelt hat… Diese älteren haben eine große Anzahl von Kontakten in Belgien und Frankreich.“

    __________
    http://www.wsws.org/de/articles/2016/03/25/belg-m25.html

  22. Man sollte sich eben nicht mit Fanatikern einlassen. Das war abzusehen und jedes noch so differenzierte Bemühen ist vergeblich.

    Und wenn der Papst sagte, dass er Frieden auf der Welt wünsche, so würden ihm von entsprechenden Typen wohl auch noch Kriegsgelüste unterstellt.

    Gelegentlich täuscht man sich in Menschen, die man einstmals für rational und sachlich gehalten hat.

  23. DER MISSBRAUCHTE GLAUBE
    Die gefährliche Macht der Religionen
    Der neue Titel des DER SPIEGEL:

    Natürlich kann auf dem Titel des Nordatlantikbrücken-Kampfblattes der Schurke (Teufel?) Putin nicht fehlen.

    Und der katholische Papst Franziskus ist besonders gefährlich, er wäscht wildfremden Menschen mit Migrationshintergrund die Füße und KÜSST die auch noch.. ihh, AfD, Pedida, zu Hilfe!

  24. Europäer missbrauchen die Türkei um ihre Extremisten nach Syrien zu exportieren!
    26. März 2016

    Ich rechne mich zu den eher Erdogan-Türkei-kritischen Zeitgenossen und bin gegen eine EU-Mitgliedschaft der Türkei (Türkei zu groß, EU kaputt!) und auch gegen die geplante Visafreiheit, die zu einer “Entsorgung von unerwünschten Minderheiten in die EU” durch mögliche Bürgerkriege des Erdogan-Systems führen könnte? Gerade deshalb will ich die Gelegenheit nutzen, hier einmal eine andere Sicht der Dinge, die der Türkei, zu schildern. Ein aktueller Artikel des THE GUARDIAN bietet sich hier geradezu an.

    Die Türkei beschuldigt europäische Regierungen, versucht zu haben, ihr Extremisten-Problem nach Syrien zu exportieren! Die EU habe dabei dabei versagt ihre Grenzen zu kontrollieren und Zusagen, sicherheitsrelevante Informationen zu teilen und im Kampf gegen den Djihadismus zu kooperieren, nicht eingehalten.

    Das Versagen wurde dem THE GUARDIAN durch türkische Stellen an Hand von mehreren dokumentierten Fällen belegt, wo ausländische Kämpfer mit Pässen, die in Interpol-Fahndungsdateien gelistet gewesen seien und Koffern voller Waffen und Munition von europäischen Flughäfen in die Türkei eingereist seien und nach ihrer Ausweisung durch die Türkei und deren Warnung an die entsprechenden europäischen Herkunftsländer dort einfach frei gelassen worden seien.

    Die Frage ist schon erlaubt: Wer mit fragwürdigen Papieren und unerlaubtem Gepäck in der Türkei ankommt, der muss irgendwo in Europa unbehelligt in einen Flieger gestiegen sein!

    “Wir (die Türken) haben den Verdacht, daß der Grund warum diese Leute zu uns kamen darin liegt, daß man sie in den Herkunftsländern los werden wollte!”

    Dieses Gespräch des GUARDIAN mit türkischen Sicherheitskreisen fand VOR den Anschlägen des 22. März von Brüssel, aber nach den Anschlägen des 13. November 2015 von Paris statt.

    Als ein typisches Beispiel wird jetzt für dieses Verhalten der europäischen Sicherheitsbehörden der von Erdogan geschilderte Fall des Selbstmord-Attentäters vom Brüsseler Flughafens Ibrahim El Bakraoui geschildert, der im vergangenen Juni Gaziantep festgenommen worden sei unter dem Verdacht als ausländischer Kämpfer in Syrien in den Djihad ziehen zu wollen. Die belgischen Behörden wurden über seine Festnahmein der Türkei informiert, erklärten aber keine Hinweise auf terroristische Verbindungen El Bakrouis zu kennen und wollten den Mann nicht zurück haben (obwohl der doch angeblich, wie anderen Ortes zu lesen war, wegen einer offenen Gefängnisstrafe international gesucht worden sei?) So wurde er von den Türken in die Niederlande geschickt, von wo er unbehelligt nach Belgien zurück kehrte!

    Auch Frankreich sei über einen der Terroristen der Bataclan-Konzerthalle im Vorfeld in ähnlicher Weise gewarnt worden.

    Wie es scheint, kehren die Türken die ständigen Vorwürfe der Europäer wegen lascher Sicherheitsmaßnahmen bei der Einreise von Extremisten in die Türkei einfach um?

    Dabei sind tausende Djihadisten unbestritten durch die Türkei nach Syrien eingereist, aber die Europäer haben das nach türkischer Ansicht so eingefädelt…

    Russlands Präsident Putin warf Erdogan nach dem Abschuss der russischen SU-24 über Syrien sogar öffentlich vor, Komplize der Terroristen zu sein.

    Die Türkei habe seit 2015 ihre Grenzkontrollen massiv verstärkt, während in Europa das Chaos weiter gehe.

    So sei ein Norweger aus Oslo unbehelligt in die Türkei ausgeflogen, in dessen Gepäck sich ein Kampfanzug, ein Erste Hiilfe Paket, Messer, Gewehrmagazine und Teile eines AK-47 Kalashnikov-Sturmgewehres befunden hätten!

    Zwei Monate später sei ein Deutscher unbehindert über Paris in die Türkei geflogen, der eine kugelsichere Schutzweste, militärische Tarnungsgegenstände und Ferngläser im Gepäck gehabt habe.

    2013 sei ein dänischer Doppelstaatler beim Überschreiten der türkisch-syrischen Grenze festgenommen und nach Kopenhagen zurück geschickt worden. Dort habe er von den Dänen neue Papiere bekommen und sei erneut nach Syrien aufgebrochen!

    Ein Brite sei im gleichen Jahr unbehelligt von London nach Istanbul geflogen, dessen Pass in einer Interpol-Liste gestohlener oder verlorener Pässe eingetragen gewesen sei!

    Im Falle eines Franzosen habe dessen Schwester im Vorfeld der Reise die Türken von der Absicht ihres Bruders informiert, sich radikalen Gruppen anzuschließen. Die Türken alarmierten die Franzosen, doch diese ließen den Mann dann doch problemlos in die Türkei ausreisen.

    Die Türkei habe von den Europäern seit 2012 entsprechende Informationen gefordert um Djihadisten an der Einreise in die Türkei hindern zu können. Das funktioniere erst in jüngster Zeit einigermaßen gut. Jetzt gäbe es in der Türkei immerhin eine Liste mit 38.000 Namen potentioneller Gefährder, denen die Einreise verwehrt werde. 3.200 seien bereits abgewiesen worden.

    Die Europäer misstrauten Erdogan wegen dessen islamistischen Wurzeln. Die Türkei sei aber auf Zusammenarbeit angewiesen habe sie doch in Europa keine(?) eigenen geheimdienstlichen Erkenntnisse. Doch die Europäer spielten das „Blame-game“ und beschuldigten lieber die Türkei als selbst ihre Hausaufgaben zu machen. Aus der Umkehrung der Vorwürfe spiegelt sich ein tiefes gegenseitiges Misstrauen von Ländern, die in Sicherheitsfragen zusammen arbeiten sollten, sich aber gegenseitig für einen Teil des Problems halten. Das kann, das wird so wohl nicht funktionieren?

    Woher kämen ISIS (IS) und Al Nusrah? Von Al Khaida im Irak. Die Türkei habe sie nicht geschaffen. Wir (die Türken) haben unser Grenzen nicht ausreichend bewacht, aber der Hauptfehler war es, der Führung der USA und der EU zu folgen. (Und wenn mal an der syrischen Grenze türkische Polizei eine aus Granaten und Waffen bestehende “Hilfslieferung” des MIT an die syrischen Rebellen entdeckt und türkische Journalisten “die Frechheit besitzen” darüber zu berichten, dann steckt man sie als Spione ins Gefängnis und schafft die Pressefreiheit gleich ganz ab!)

    Der New America Thinktank aus Washington untersuchte eine Probe von 604 Djihadisten aus 26 westlichen Staaten die sich in Syrien und dem Irak dem IS oder anderen islamistischen Gruppen anschlossen. Rund 15%, einer von 7 Kämpfern war weiblich, eine Kämpferin und durchschnittlich 22 Jahre alt, während das Gesamtdurchschnittsalter bei 25 Jahren lag. Fast 20% waren unter 20 Jahre alt und von denen über ein Drittel Frauen! Die zahlreichen Rückkehrer nach Europa stellten ein erhebliches Risiko für Europa dar, das es in dieser Form für die USA nicht gäbe. Na, dann machen die USA ja wohl alles richtig?

    __________
    http://www.theguardian.com/world/2016/mar/25/turkish-officials-europe-wanted-to-export-extremists-to-syria

  25. Frank,
    du als antireligiöser Hetzer reklamierst Rationalität und Sachlichkeit.
    Jemanden, der sich gegen die atheistische Hetze wehrt (obwohl er eigentlich selber Atheist ist), wird dir zum Fanatiker.

    Der Dieb auf der Flucht schreit: Haltet den Dieb!

    Du hast schon früher sehr deutlich gemacht, was du von mir hältst. Ich habe draus den Schluss gezogen, dass wir beide nicht miteinander können.
    Wir müssen auch nicht. Also lassen wir’s einfach!
    Du kannst ganz einfach drauf verzichten, auf meinem Blog zu kommentieren, und wenn es dir beim Lesen unmöglich wird, dich zurückzuhalten, dann verzichte eben auch auf das Lesen!

    Ich bin nun mal ein Freund der Religion und von religiös-gläubigen Menschen und verteidige sie gegen unfaire Attacken. Auch als Atheist mache ich das, und vielleicht grade weil ich Atheist bin.

    Ich bin kein Türke, aber ich verteidige Türken, wenn sie unfair angegriffen werden. Ich bin kein Jude, aber ich kämpfe gegen Antisemitismus. Ich bin heterosexuell, aber ich mag Homosexuelle und Homosexualität. –
    Ich liebe die Vielfalt und tu, was ich kann, um sie zu erhalten. Ich schätze das ANDERE, also das, was ich selber nicht bin, weil ich ein soziales Wesen bin, das weiß, dass Gemeinschaften nur stark sind, wenn sie vielfältig sind. Wenn sie NICHT homogen sind.
    Religion gehört zu einer Gesellschaft dazu. In verschiedenen Ausprägungen. Eigentlich waren Menschen von Beginn an religiös, in der einen oder anderen Weise. Gläubig. Es lohnt sich, hier und heute darüber nachzudenken, wie man zeitgemäß situationsgemäß gläubig sein kann.

  26. almabu,
    ich bin immer skeptisch bei solchen Detailinformationen.
    Die Erfahrung sagt mir, dass in den meisten Fällen der Fall sehr viel komplizierter liegt, als es bei der knappen Erwähnung zu sein scheint, und dass mit solchen Details interessierte Kreise allerlei Verwirrung stiften können und wollen.

    Dass den Sicherheitsbehörden der EU-Länder gelegentlich durch mangelnde Aufmerksamkeit etwas entgeht, was ihnen nicht entgehen müsste, liegt in der Natur der menschlichen Neigung zu Fehlern. Sowas ist mir eher sympathisch, auch wenn ich natürlich hoffe, dass der Chirurg, der mich operiert, seine Sache professionell-perfekt macht.

    Es ist ziemlich offensichtlich, dass die offizielle Türkei Daesh zwar nicht als Verbündeten (gegen die Säkularen und gegen die Schiiten und gegen die Kurden) sieht, aber doch als eine Macht, auf die man (gegen die Säkularen und gegen die Schiiten und gegen die Kurden!) bauen möchte – oder als eine Macht, deren Wut man sich lieber nicht zuziehen möchte. Woraus folgt, dass man gegenüber Daesh Appeasement betreibt. Mit allen Begleiterscheinungen.

    Ich denke, soweit kann man schon gehen, das als Hypothese zur Erklärung des türkischen Verhaltens heranzuziehen.

    Ich würde auch annehmen, dass Erdogan, sobald er es sich leisten kann, einen noch sehr viel islamistischeren Kurs in der türkischen Innen- und Außenpolitik fahren wird.

    Interessant dazu zu lesen ist das Statement des jordanischen Königs und seines Außenministers. Es ist ein ganz offizielles Statement:

    King Abdullah of Jordan accused Turkey of exporting terrorists to Europe at a top level meeting with senior US politicians in January, the MEE can reveal.

    The king said Europe’s biggest refugee crisis was not an accident, and neither was the presence of terrorists among them: “The fact that terrorists are going to Europe is part of Turkish policy and Turkey keeps on getting a slap on the hand, but they are let off the hook.”

    Asked by one of the congressmen present whether the Islamic State group was exporting oil to Turkey, Abdullah replied: ”Absolutely.”

    Abdullah made his remarks during a wide-ranging debriefing to Congress on 11 January, the day a meeting with the US president, Barack Obama, was cancelled.

    The White House was forced to deny that Obama snubbed one of America’s closest allies in the Middle East, attributing the cancellation to “scheduling conflicts”, although Obama and Abdullah met briefly at St Andrews Airforce base a day later.

    Present at the meeting in Congress were the chairmen and members of the Senate Intelligence, Foreign Relations and Armed Services committees, including Senators John McCain and Bob Corker, and Senators Mitch McConnell and Harry Reid, the Senate Majority and Minority leaders respectively.

    According to a detailed account of the meeting seen by MEE, the king went on to explain what he thought was the motivation of Turkey’s president, Recep Tayyip Erdogan.

    Abdullah said that Erdogan believed in a “radical Islamic solution to the region”.

    He repeated: “Turkey sought a religious solution to Syria, while we are looking at moderate elements in the south and Jordan pushed for a third option that would not allow a religious option.”

    The king presented Turkey as part of a strategic challenge to the world.

    “We keep being forced to tackle tactical problems against ISIL but not the strategic issue. We forget the issue [of] the Turks who are not with us on this strategically.”

    He claimed that Turkey had not only supported religious groups in Syria, and letting foreign fighters in, but had also been helping Islamist militias in Libya and Somalia.

    Abdullah claimed that “radicalisation was being manufactured in Turkey” and asked the US senators why the Turks were training the Somali army.

    Etc.

    Wie immer, so bin ich auch hier vorsichtig. Auch wenn immerhin der König von Jordanien das sagt, und auch noch auf höchster Ebene, muss es noch nicht richtig oder vollständig richtig sein. Aber interessant ist es doch.

    Es zeigt auf jeden Fall, wie tief die Kluft innerhalb der NATO ist – zwischen der Türkei und dem Rest.

    Man kann natürlich das türkische Verhalten auch abwiegelnd interpretieren. Vielleicht möchte man das im Moment in der EU – wegen der Flüchtlingsfrage. Aber sollte die Sicht des Königs von Jordanien sich einigermaßen als berechtigt erweisen, dann stünden die EU-Verhandler in einigen Jahren ganz schön bedeppert da.

    Also, ich halte mich da vorerst noch offen.

    Interessant in diesem Zusammenhang könnte auch die Verhaftung von Erdogans Schützling Reza Zarrab in den USA sein. Der Gangster hat zur Belohnung seiner korrupten Dienste (Geldwäsche beim Handel mit dem Iran in Milliarden-Dimensionen) höchste Anerkennung und Belohnung seitens Erdogans und seiner Leute erfahren; da nun aber sein Kompagnon im Iran zum Tode verurteilt worden ist, weiß er, dass auch er auf der Todesliste steht und dass er wohl auch in der Türkei nicht mehr sicher ist – und so hat er es vorgezogen, sich in die USA bzw. unter die Bewachung der USA zu stellen, um so wenigstens mit dem Leben davonzukommen. Was wird er den Amis dafür bezahlen müssen? Informationen, wie Erdoganistan das Embargo des Westens gegen den Iran kriminell korrupt umgangen hat! In großem Stil. Das ergibt zumindest ein Druckmittel, das die USA auf diese Weise gegen Erdogan in die Hand bekommen.

  27. Korbinian meint:

    Nun ja, das Problem bei den monotheistischen Relegionen ist ja evident: Nur mein Gott kann allumfassend Recht haben, die anderen liegen alle falsch.

    Bei den Römern und Griechen gab es da früher mehr Toleranz, der Pantheon war einfach größer,

  28. Korbinian,
    das ist eine zu enge, vielleicht auch schon veraltete Auffassung von monotheistischer Religion.
    Als Sohn meiner Mutter (einer tiefgläubigen Katholikin) widerspreche ich dir. Alle Religionen liegen richtig – das hab ich von meiner kreuzbrav katholischen Mutter gelernt. Es gibt nur EINEN Gott – ja, und eben darum haben alle, die an Gott glauben (sei es der katholische, der evangelische, der muslimische, der jüdische Gott; sogar diejenigen, die an viele Götter glauben, sind auf dem richtigen Weg).

    Mag schon sein, dass das nicht die offizielle katholische Lehre ist. Aber mir als Kind war das egal, und später als nicht mehr gottgläubigen Person, die aber von so einer Religion geprägt worden ist, konnte es mir auch egal sein.

    Es muss etwas in der christlichen Religion (und wohl auch in der islamischen) liegen, das eine solche mystische Weise des Gottesverständnisses und Religionsverständnisses möglich macht.

    Die sich von einander abschottenden und gegenseitig misstrauisch bis feindselig beäugenden Kulturen der vor-modernen Zeiten konnten sich unabhängig von ihrer jeweiligen Religion nicht dazu entschließen, dass alle Menschen ihre Brüder und Schwestern sind. Kann ich verstehen. Aber in den großen monotheistischen Religionen (ebenso wie im Konfuzianismus, im Taoismus, im Buddhismus, vielleicht auch im Hinduismus) steckt das Potenzial, diese lokale Begrenztheit zu überwinden und ALLE Menschen als Kinder Gottes zu begreifen – eines Gottes, der ALLE seine Kinder liebt, und zwar genau so liebt, wie sie sind.

    Was meinst du zu so einer religiösen Perspektive, Korbinian?

    Zumindest musst du zugestehen, dass du im Moment mit jemandem diskutierst, der genau diese Perspektive (obgleich auf atheistisch gewendete Weise) nicht nur vertritt, sondern auch lebt. Es ist also nicht bloß mal so ein Gedanke.

    Ich geb dir natürlich zu, dass der Anteil der Menschen, die ihre Religion so verstehen, nicht so groß ist wie der Anteil der Menschen, die – getreu ihrer lokal-bornierten bzw. lokal-bornierenden Prägung – ihre Religion zur Ab- und Ausgrenzung gebrauchen.

    Aber müssen wir Atheisten denn unbedingt in die Fußstapfen der borniert-ausgrenzenden Religion treten? Läge es uns nicht näher, in die Fußstapfen der inklusiven Religionsvarianten zu treten?

    Ich denke, das wäre in unser aller Interesse – angesichts der EINEN Welt, in der wir heute leben. Wir Menschen können uns die Ausgrenzungshaltung immer weniger leisten.

  29. Bei News, ob von Profimedien oder von Bloggern, gibt es einen systemimanenten Konflikt zwischen Aktualität und Seriosität der Meldungen. Im Fall der Brüsseler Anschläge musste SEHR VIEL korrigiert werden, was auf einen hohen Grad an Spekulation hinweist..

  30. Weil halt jeder sofort berichten will, wie schon gesagt. Wenn abgewartet wird, bis etwas handfestes vorliegt, dann kommen auch immer schnell Vorwürfe, etwas würde vertuscht werden. Außerdem wird dann die Konkurrenz vorbeiziehen. Den Teufelskreis könnte man natürlich brechen, indem man grundsätzlich betont, dass man überhaupt nichts genaues weiß, aber dann denken sich die Leute ‘Warum informiere ich mich hier? Die wissen ja sowieso nichts.’

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