AfD: Für die Einwanderer gibt es nur eine “Bringschuld”. (3. Programm-Artikel)

rechtsDas strategische Vorgehen der AfD wird auch deutlich im (für die Wähler) wichtigsten Kapitel des Programm-Entwurfs, dem über Einwanderung, Integration und Asyl.

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Ich beschäftige mich zunächst nur mit dem Vorspann zu diesem Kapitel.

Gerade beim politischen Thema Asyl und Einwanderung verantwortet ein ideologisch vergiftetes Klima der „politischen Korrektheit“ Sprachverbote und Sprachregelungen. Verstöße führen zu gesellschaftlicher Stigmatisierung, teilweise sogar zu beruflichen Nachteilen; diese Art von Umgang mit unangepassten Meinungen war in der Vergangenheit Merkmal totalitärer Staaten, aber nicht von freien Demokratien. Fehlentwicklungen im Asyl‐ und Einwanderungsbereich sollen um eines befürchteten Umschwungs der öffentlichen Meinung willen nicht zur Sprache kommen; gleichzeitig soll vom völligen Versagen der Asyl‐ und Einwanderungspolitik der vergangenen Jahre durch die herrschenden Parteien abgelenkt werden. Eine offene Diskussion wird damit verhindert.

Es klingt wie ein Witz.

Die Rechtspopulisten überschwemmen und vergiften die politische Öffentlichkeit seit Jahren mit ihren hysterischen und menschenfeindlichen Attacken auf die Einwanderungspolitik und auf die Einwanderer. Ungehindert.

Und behaupten, nicht zu Wort zu kommen.

Was ist “politisch korrekt”? – Dass man Minderheiten, dass man jene, die mit großen Nachteilen leben müssen, dass man die Opfer auch unserer Politik nicht auch noch demütigt, diskriminiert, beschimpft.

Wer darauf besteht, dass die Sprache und der Umgang mit Minderheiten und stigmatisierten Gruppen “fair” werden oder bleiben soll, der reklamiert für sich Meinungsfreiheit, fühlt sich in ihr beschränkt – als ob er nicht alle Freiheit genießt, seine Pöbeleien in die Öffentlichkeit hineinzutragen.

Sogar totalitär soll es sein, wenn man Hetze als Hetze, Pöbelei als Pöbelei bezeichnet und ablehnt.

Man möchte es – auch wenn man es im Programm nicht ausspricht – lieber so halten wie in Ungarn, in Russland oder in der Türkei. Die Regierung wird Sprachrohr des Volkes und schränkt die Freiheit der Opposition, in der Öffentlichkeit ihre Sicht vorzubringen, immer mehr ein.

Inwiefern fühlen sich die Hetzer gehindert bei ihrer Hetze?

Die schiere Tatsache, dass sich ein erheblicher Teil der Bevölkerung und der Institutionen nicht überwältigen lassen will von der Hetze und versucht, dagegenzuhalten, genügt den Hetzern, sich bedrängt zu fühlen.

Sie werden sich erst wohl fühlen, wenn der “Lügenpresse” endlich das Maul gestopft ist, wie Goebbels das ausgedrückt hat.

Also ob sie sich nicht frei öffentlich äußern dürften:

Das alles führt zu ungerechten Pauschalverdächtigungen gegenüber der Mehrzahl der rechtstreuen, integrierten ausländischen Mitbürger als auch der rechtstreuen Asylbewerber. Die AfD fordert daher das selbstverständliche Recht auf freie Rede für freie Bürger wieder ein. Niemand darf Angst haben, seine Meinung zur Einwanderungs‐ und Asylpolitik zu sagen. Dem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung muss auch auf diesem Politikfeld wieder zur uneingeschränkten Geltung verholfen werden.

Wie übrigens soll das geschehen?

Hat die AfD hier etwas praktisch vorzuschlagen?

2

Nun kommt dieser Vorspann aber zum Thema: 

Deutschland ist aufgrund seiner geografischen Lage, seiner Geschichte, Bevölkerung und dichten Besiedelung kein klassisches Einwanderungsland, erst recht nicht als Ziel einer Masseneinwanderung, wie wir sie im Jahre 2015 erlebt haben.

Dennoch wandern seit Jahrzehnten Menschen nach Deutschland ein. Damit ist es de facto ein Einwanderungsland, ohne dass es dafür einen dementsprechenden Rechtsrahmen gäbe. Kanada und Australien sind uns Vorbilder darin, wie Einwanderungsländer eine gesellschafts‐, sozial‐, und arbeitsmarkverträgliche Einwanderung regeln.

Der deutsche „Sonderweg“ hingegen führt bisher fast ausschließlich zu einer Einwanderung in die Sozialsysteme, anstatt in den qualifizierten Arbeitsmarkt.

Das will die AfD ändern: wir fordern einen Paradigmenwechsel in der 1) Asylzuwanderung, 2) in der Handhabung der EU‐Personenfreizügigkeit, 3) in der qualifizierten Zuwanderung aus Drittstaaten sowie 4) bei der Integration von Einwanderern dieser drei Kategorien.

Wir dürfen durchaus annehmen, dass die AfD und ihre Wähler keineswegs so große Zahlen an Einwanderern aufnehmen möchten wie Kanada. Dass die AfD keineswegs das Selbstverständnis Kanadas als einer multikulturellen Nation übernehmen möchte. Es ist nicht der erste Fall von glatter Heuchelei in diesem Programm.

Deutschland bräuchte – wie im ersten Artikel bereits debattiert – eine beträchtliche Einwanderung, um das demografische Defizit auszugleichen. (Etwas, das auch die AfD ausdrücklich als große Gefahr bezeichnet, allerdings primär durch mehr Geburten gelöst sehen möchte. Wobei die AfD dazu Vorschläge macht, die darauf hinauslaufen, dass Frauen bzw. Familien in Deutschland noch weniger Bereitschaft entwickeln werden, Kinder in die Welt zu setzen.)

Die Einwanderung in die Sozialsysteme haben wir uns selbst zuzuschreiben. Wir hatten eigentlich genug Zeit seit 1960, uns zu überlegen, wie wir die Einwanderer erfolgreich integrieren können. Wie wir ihnen zuverlässig und systematisch die Voraussetzungen schaffen können, um in zweiter Generation genauso erfolgreich zu werden wie die Einheimischen. Es wäre kein großes Kunststück gewesen, das über Krippe, Kindergarten, Grundschule, Realschule/Gymnasium/Gesamtschule zu organisieren. Man hätte es nur wollen müssen. Dann hätte man die Mittel dafür freigemacht – eine Investition, die ein Vielfaches an Gewinn für Deutschland eingebracht hätte.

Das ist etwas, das die AfD bis heute nicht zu lernen bereit ist. Zum Thema Integration fällt ihr nur ein, dass sie Sache der Einwanderer selbst ist.

Dann ist es allerdings kein Wunder, wenn eine Einwanderung in die Sozialsysteme herauskommt.

Zu aller Schaden. Dem Schaden der Einwanderer und dem Schaden der Einwanderungsgesellschaft.

Aber es soll ja – so denkt man wohl insgeheim – beim Schaden bleiben, denn nur wenn Einwanderung als schädlich erkannt würde, könnte sie unterbunden werden. Eben darum geht es.

Zum geforderten Paradigmenwechsel in vier Bereichen:

a) Zum Programmthema Asyl werde ich einen eigenen Artikel schreiben.

b) Bezüglich der EU-Einwanderer übersieht die AfD, dass wir hier der unfaire Gewinner sind: Die EU-Länder, aus denen die meisten Einwanderer kommen, geben an uns die eher qualifizierten jungen Leute ab, die sie selber brauchen könnten. Insofern ist es falsch zu behaupten, die Einwanderung führe fast ausschließlich zur Einwanderung in die Sozialsysteme.

c) Wie Deutschland das eigene Potenzial ausschöpfen könnte, wenn es dafür das tut, was die AfD wirtschaftspolitisch und bildungspolitisch und gesellschaftspolitisch vorschlägt, bleibt ein Rätsel.

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d) Kommen wir zm Abschnitt “Integration ist mehr als nur Deutsch lernen”.

Die multikulturelle Gesellschaft ist gescheitert. Um mit Einwanderern in der Zukunft friedlich zusammenleben zu können, ist deren Integration unerlässlich. Nur so lässt sich auch das weitere Vordringen von Gegen‐ und Parallelgesellschaften in unserem Land verhindern.

Gelungene Integration fordert von Einwanderern jeden Alters mindestens das Erlernen der deutschen Sprache, die Achtung unserer Rechts‐ und Gesellschaftsordnung sowie den Verdienst des eigenen Lebensunterhalts. Assimilation als weitestgehende Form der Integration ist zwar wünschenswert, aber nicht erzwingbar.

Jeder Einwanderer hat eine unabdingbare Bringschuld, sich zu integrieren; er muss sich sei ner neuen Heimat anpassen, nicht umgekehrt. Eine fortgesetzte Zuwanderung von Menschen mit denkbar schlechten Integrationsaussichten verschärft die bestehenden Probleme und ist daher unverantwortlich. Gute Integrationsaussichten müssen für eine Einreise mit der Absicht eines dauerhaften Aufenthalts künftig Bedingung sein. Der Daueraufenthalt setzt gelungene und dauerhafte Integration voraus. Wer sich umgekehrt der der Integration verweigert, muss sanktioniert werden und letztendlich auch sein Aufenthaltsrecht verlieren können.

Der hohe Standard unseres Bildungssystems ist der wichtigste Grund für die Stellung
Deutschland als eine der führenden Wirtschaftsnationen. Eine Absenkung der schulischen und beruflichen Anforderungen aus Gründen einer vermeintlich besseren Integration darf es nicht geben.

Dass die multikulturelle Gesellschaft gescheitert sei, kann man angesichts des relativen Erfolgs gerade der multikulturellen Gegenden Deutschlands (München, Stuttgart, Frankfurt, Hamburg zum Beispiel) kaum behaupten.

Eher sind diejenigen Teile Deutschlands in ökonomischen Schwierigkeiten, die kaum Ausländer aufgenommen haben. Allerdings auch diejenigen Bereiche, in denen die alten Industrien und Arbeitsplätze durch Digitalisierung und Modernisierung obsolet geworden sind. (Etwa im Ruhrgebiet.) Dafür tragen aber die Einwanderer keine Verantwortung.

Hinzu kommt, dass Einheimische und Einwanderer längst friedlich zusammenleben; dass die Einwanderer überwiegend Einheimische geworden sind. Auch wenn es Ecken in Deutschland gibt, in denen das nicht so gut gelungen ist. Das sind die Ausnahmen.

Ausnahmen, die von der AfD zur Regel erklärt werden.

Die AfD stellt nun die Bringschuld für die Integration in den Raum – und lässt sie da alleine stehen.

Der andere Teil der Integration – die Willkommenskultur und die Integrationsmaßnahmen des Aufnahmelandes, kommen bei der AfD im Programm (und wohl auch in den Gehirnen) nicht vor.

(Der Leser kann ja mal suchen, ob sich irgendwo ein Hinweis auf so etwas versteckt.)

Wir verstehen schon richtig: Einwanderung ist grundsätzlich nicht erwünscht, soll also auch nicht durch irgendwelche Maßnahmen unsererseits ermutigt und erleichtert werden.

So haben wir das schon in den 60er Jahren gehandhabt, in den 70er Jahren, in den 80er Jahren, in den 90er Jahren … Eigentlich ist es überraschend, wie gut sich die Einwanderer trotz UNSERES VERSAGENS und gegen den Willen der meisten Deutschen integriert haben.

Wollen wir weiter darauf hoffen, dass das so bleibt – dass auch die jetzigen Einwanderer diese “Bringschuld” begleichen, ohne dass unsere Gesellschaft ihnen entgegenkommt?

Die AfD spricht, ich wiederhole es, mit keinem Wort über Integrationshilfen.

Sie hat einzig Strafen vorzuschlagen, wenn die Integration misslingt oder verweigert wird.

Strategisch leuchtet das ein: Je weniger Integration gelingt, desto besser – für die, die grundsätzlich gegen Einwanderung sind.

Also schlägt die AfD die Rückkehr zur Unions-Politik der 70er Jahre vor. Als ob die erfolgreich gewesen wäre …

Vielleicht geht es aber um mehr. Je mehr Konflikte, desto besser – für die AfD.

Kommentare

  1. Niemand darf Angst haben, seine Meinung zur Einwanderungs‐ und Asylpolitik zu sagen.

    Anders formuliert: Kein Einwanderungs- und Asylgegner muss sich mit Kritik auseinandersetzen. Das verkraften die sonst nicht. Alle müssen ihre Ansichten unwidersprochen wahrnehmen.

  2. Was sollen denn ‘gute Integrationsaussichten’ sein? Wird da einfach wild spekuliert und falls einem ein Einwanderer subjektiv nicht zusagt, dann werden ihm einfach schlechte Integrationsaussichten unterstellt, obwohl er die rechtlichen Bedingungen erfüllt?

  3. Die AfD dürfte derzeit wohl die demokratischste Partei im deutschen Parteienspektrum sein und ihre erste Forderung sind Volksentscheide nach schweizer Vorbild. Damit ist diese Partei eine klare Notwendigkeit für die deutsche Demokratie der Zukunft.
    Diese Partei wird an Zustimmung gewinnen, denn die Migrationspolitik der Merkelregierung ist ein Verbrechen an Demokratie und Rechtsstaat.
    Es ist an der deutschen Bevölkerung in einem demokratischen Rechtsstaat, darüber zu entscheiden, welche und wieviel Migration sie möchte.

    Dass diese Diskussion von ideologischen Voreingenommenheiten bestimmt ist, zeigt sehr anschaulich die frühere Argumentation der Flüchtlingsstrom-Befürworter, als damals die Forderung nach Grenzsicherung laut wurde.
    “Zäune bringen nichts, die Menschen kommen trotzdem!”
    Was für eine ideologische und dreiste Behauptung das doch war, hat das kleine Mazedonien nun gezeigt. Grenzen sichern und der Zustrom geht gegen Null.
    Qoud erat demonstrandum!

  4. Antwort auf fruuf kommt am Sonntag.

    Hier nur so viel: Ist Deutschland Mazedonien? Wo wären die hunderttausende Flüchtlinge vom September jetzt,wenn wir sie nicht reingelassen hätten? Illegalerweise, übrigens. In der Türkei bestimmt nicht. Also dann doch auch bei uns.

  5. Auf dem IG-Blog nichts geschah,
    man Leo nicht in „Minga“ sah?

    Von der Isar an den Po gekommen,
    ist hoffentlich nicht drin geschwommen?

    Ab Sonntag ist er wieder da,
    jetzt weilt er noch in Padua…

  6. Korbinian meint:

    Ein Wort das man in der Bruxschen Argumentation vergeblich sucht:
    Eigenverantwortung.

    Schlimmer Terminus, voll neoliberal und der Paternalismus mit dem wir den Einwanderern begegnen wär dann auch passé, geht gar nicht.

    Eine schlimme Sünde ist eine erfolgreiche Einwandererin:
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article152594591/Ich-bin-Migrantin-und-werde-als-Nazi-bezeichnet.html
    Die wird dann mal schnell als Nazi beschimpft wenn man dem Narrativ nicht mehr nach dem Mund redet.

  7. Die AfD hat erstmal drei Prozentpunkte in der letzten Umfrage verloren, von Zunahme kann man da nicht sprechen. Für Volksentscheide bin ich auch. Zum Beispiel über vollkommene Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare mit normalen Ehen, Verbot einer möglichen Wiedereinführung des Abstammungsprinzips, massive Steuererhöhungen für die Grenzbefestigung, Einführung eines verpflichtenden Grenzschutzdienstes für alle Befürworter der Flüchtlings-Abschottung, Einführung einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf Autobahnen etc. Mal schauen, ob die AfD-Anhänger dann immer noch für Volksabstimmungen sind.

  8. Korbinian,
    Wo oder bei wem fehlt es an Eigenverantwortung?
    Bei den Flüchtlingen und Migranten doch kaum. Eher bei uns, bei Fragen der Integration. Da machen wir unsere Hausaufgaben nicht ordentlich.

    Wer mit den Wölfen heult, der sollte sich nicht wundern, wenn die, die die Wölfe fürchten müssen, ihn – fälschlicherweise – auch für einen Wolf halten. Soviel zu den von dir verlinkten Klagen.

    Auch du gibst dich gelegentlich als “Wolf”.

  9. Korbinian meint:

    Wo und wie handeln Flüchtlinge und Migranten eigenverantwortlich?
    Was sollen wir denn für Hausaufgaben machen?

    Bitte gib doch darauf mal eine Antwort außerhalb Deines Narrativs von der Unmündigkeit der hier Ankommenden.

  10. Die Entscheidung, sich auf die Flucht zu begeben und sich den Weg nach Deutschland zu suchen, ist eine eminent eigenverantwortliche Tat.
    Die Flüchtlinge nehmen, so weit wir es ihnen erlauben, ihr Schicksal in die eigene Hand. Da steckt auch Mut, Energie, Kompetenz drin.
    Die Flüchtlinge verdienen unseren Respekt. Für ihre kluge Entscheidung und für das Übernehmen eines hohen Risikos. Sie verdienen auch unser Verständnis für ihre Not, ihre Verzweiflung. In Not & Verzweiflung nicht bloß zu jammern, sondern sich aufzumachen und eine Chance für ein Entkommen und ein besseres Leben zu suchen, dazu gehört – Eigenverantwortlichkeit.

    Unsere Hausaufgaben? – Wieso nutzen wir die Kompetenzen der ankommenden Flüchtlinge so wenig? Wieso registrieren und testen wir nicht sofort die Kompetenzen eines jeden Flüchtlings und suchen dann sofort für ihn a) die passende Fortbildung oder ergänzende Ausbildung, b) eine auch bezahlte Arbeitsmöglichkeit? Wieso, zum Beispiel, setzt man diejenigen, die medizinische Kompetenzen haben, nicht sofort für die Betreuung der Flüchtlinge ein? Wieso organisiert man nicht sofort mit Hilfe der Lehrkräfte unter den Flüchtlingen Unterricht für die Flüchtlingskinder (auf Arabisch)? Etcetera.
    Das sind nur ein paar Hinweise auf unsere Hausaufgaben.

  11. Korbinian meint:

    Hat nicht Frau Nahles gesagt dass 90% der Flüchtlinge nicht auf dem deutschen Arbeitsmarkt vermittelbar sind?
    Die Kinder sind noch in eine Zukunft hier integrierbar, der Unterricht müsste dann allerdings auf Deutsch stattfinden.

  12. Nicht unmittelbar vermittelbar.

    Es gibt aber auch wertvolle Aktivitäten außerhalb des Arbeitsmarktes. Mindestens die Hälfte der Flüchtlinge könnte sinnvoll und dabei lernend und etwas Geld verdienend beschäftigt werden, vor allem in der Selbst-Organisation, die ich angedeutet habe.

    Deutsch oder Arabisch für die Kinder? Ich verstehe nicht, wieso da ein Gegensatz sei soll. Sie werden umso besser Deutsch lernen, je besser sie Arabisch können. Ihr Arabisch ist eine so wertvolle Kompetenz und Ressource, dass sie nicht nur nicht verkümmern soll, sondern dass wir Deutsche ein Interesse daran haben, dass sie sich ebenfalls gut entwickelt.

  13. Zwei Teenies enthüllen Schweizer Hilflosigkeit bei muslimischen Sonderwünschen!
    5. April 2016

    Die BBC berichtete eben über einen Fall in der Nordschweiz, im Kanton Basel, wo in dem 10.000 Einwohner Städtchen Therwil die Realität der muslimischen Einwanderung zu Tage trat: Zwei 14- und 15-jährige muslimische Teenager, die seit Jahren in der Schweiz leben, weigerten sich von einem Tag zum anderen ihren Lehrerinnen die Hand zu geben!

    Händeschütteln gehöre zur Schweizer Kultur und Lebensart und die sollten die Migranten ja neben dem Lehrstoff der Schule auch kennen und respektieren lernen, sollte man meinen?

    Die Schule erteilte jedoch den beiden Jugendlichen die Erlaubnis ihren Lehrerinnen den Handschlag zu verweigern!

    Damit war das Thema natürlich nicht beendet:
    Christian Amsler, Vorsitzender der Schweizer Kantonalkonferenz der Bildungsminister urteilte, daß die Schule einfach einer unangenehmen Sache aus dem Weg gehen wollte und dabei einen Fehler gemacht habe.

    Bürgermeister Reto Wolf sagte, daß die Stadt unzufrieden mit der Entscheidung der Schule sei, die vom Kanton betrieben werde: „In unserer Kultur und Kommunikationsart ist ein Handschlag normal und drückt den Respekt für die andere Person aus und das muss den Kindern in der Schule beigebracht werden!“

    Die Schweizer Justizministerin Simonetta Sommaruga sagte, Händeschütteln sei Teil der Schweizer Kultur und Lebensart im Alltag.

    Eine lokale Lehrer-Gewerkschaft bezeichnete die „weibliche-Händeschüttel-Befreiung“ der Schule für die beiden Jugendlichen eine Diskriminierung der Frauen.

    Felix Mueri, Vorsitzender der Bildungs-Kommission des Schweizer Parlamentes und SVP-Mitglied (Anti-Migrations-Partei) sagt, die Entscheidung der Schule sei das falsche Signal: „Heute ist es der Händedruck und was kommt Morgen?“

    Auch einige muslimische Gruppen und Verbände sind mit der Entscheidung der Schule nicht einverstanden.

    Die Schweizer Föderation Islamischer Organisationen sagt, der Koran verlange an keiner Stelle Lehrerinnen den Handschlag zu verwehren.

    Saida Keller-Messahli vom Forum Fortschrittlicher Islam riet der Schweiz extremistischen Forderungen nicht nachzugeben.

    Das kleinere Islamic Central Council of Switzerland bezeichnete den Handschlag zwischen Männern und Frauen aber als verboten! „Nach den Sex-Attacken der Kölner Silvesternacht wurde von Muslimen verlangt Abstand zu Frauen zu halten. Jetzt verlangt man von ihnen Frauen näher zu rücken?“

    Die Justizministerin beeilte sich zu betonen, daß diese Ausnahme für muslimische Jugendliche nicht ihrer Vorstellung von Integration entspräche!

    Die bedrängte Schule suchte nach einem Kompromiss und fand ihn darin, daß die beiden muslimischen Jugendlichen künftig weder Lehrerinnen noch Lehrern die Hand zu geben brauchten!

    Der Rektor Juerg Lauener sagte die Schule habe keinen Grund ihre Politik zu ändern, es sei denn der Kanton Basel gäbe ihr andere Anweisungen!

    Örtliche Bildungspolitiker sagten die Schule habe eine pragmatische Lösung gefunden, die aber keine Dauerlösung sein könne, denn die Regeln sollten für ALLE Schüler GLEICH sein…
    __________
    http://www.bbc.com/news/world-europe-35967349

  14. K.Gerlach meint:

    «Mit dem Islam kam die Befreiung der Frau»
    Gefährlich?
    Vor allem junge und gesunde Männer sind immer bereit für Sex. Dass nirgends mit Reizen gegeizt wird, kommt erschwerend hinzu: Miniröcke und nackte Haut, wohin man schaut. Aber ich sage Ihnen, dass das überhaupt nicht gesund ist. Das kann übel enden. Wenn Männer ständig erregt sind, ist das beispielsweise schädlich für die Prostata.

    http://www.20min.ch/schweiz/basel/story/-Mit-dem-Islam-kam-die-Befreiung-der-Frau–19025889

    Es geht um die Frage, was schwerer wiegt: religiöse Gefühle oder Zurückweisung?

    Rashidi und andere Exponenten des IZRS betonen, dass das Gebot des Nicht-Anfassens in beide Richtungen gilt. Es sei somit keine Diskriminierung der Frau, sondern ein “Konzept der Geschlechtertrennung, um die Verführung zu verhindern”, wie es Qaasim Illi formuliert. Auch er ist Konvertit und Vorstandsmitglied des Zentralrats. Den erzwungenen Handschlag sieht Illi als Eingriff in die Intimsphäre: “Würde die unsittliche Annäherung zwischen einem jungen Mann und einer Lehrerin erzwungen, grenzt das an körperliche Nötigung.”

    Am Montagnachmittag verschickte der IZRS eine seitenlange theologische Erklärung, die zwischen fremden geschlechtsreifen Männern und Frauen, Verwandten, Kindern, älteren Männern, bei denen “die Triebe” nachgelassen hätten, hübschen und weniger hübschen Mädchen differenzierte. Es ist bisher nur ein Entwurf, doch der dürfte für weiteren Zündstoff sorgen.

    http://www.sueddeutsche.de/panorama/islam-streit-in-der-schweiz-duerfen-maenner-und-frauen-einander-die-hand-geben-1.2933860

    Na, Brux, dann dürfte das ja auf Ihre ( und meine) Altersgruppe nicht mehr zutreffen,
    gehören wir doch zu denen, bei denen “die Triebe” nachgelassen hätten… LOL

  15. Gerlach, gehen Sie mal erst einmal auf die Antworten zu Ihrer letzten Diskussion ein, da Sie sich für einige Zeit nicht gemeldet haben.

  16. Ja, das hab ich mir auch gedacht.

    Hier ist der Link zurück:
    http://blog.initiativgruppe.de/2016/03/02/holt-doch-die-fluchtlinge-gleich-direkt-aus-griechenland-ab/

    Es wär schon interessant gewesen, darauf eine gerlachische Antwort zu bekommen. Zum Nachdenken war die Zeit lang genug.

    Dass viele in der mittelmeer- bzw. nachöstlichen Welt geprägten Männer auf alles Weibliche sehr anders reagieren als wir (heute; früher waren wir uns ähnlicher in dieser Hinsicht …), wissen wir. Es ist schon ein Problem, aber nur ein kleines, marginales. Und eins, das sich auswächst. Die Kinder und Kindeskinder assimilieren sich in dieser Sache zuverlässig. Mit dem Islam hat es auch nur am Rande zu tun – christliche Männer aus der selben Gegend (Kopten zum Beispiel) reagieren ziemlich ähnlich wie Muslime.

    Was MIR vor allem auffällt, ist, wie solche Reibungen hochgespielt, wie sie hysterisiert werden. Als ob WIR bedroht wären. Als ob wir BEDROHT wären. Die das Sexuelle betreffenden Empfindlichkeiten der traditional-nahöstlichen Welt sind krank; krank ist aber auch die hysterisierende Reaktion der Xenophoben. Man muss mit beidem leben. Kollektive Neurosen gehören zum Alltag einer jeden Gesellschaft.

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