Ein Londoner wird Bürgermeister von London: Sadiq Khan

multikultur… und Beppe Grillo, die zeitgenössische Mussolini-Spielart meint:

“Ich will sehen, was geschieht, wenn sich der Bürgermeister in Westminster in die Luft sprengt”  (n-tv)

Diese hetzerische, rassistisch motivierte “Befürchtung” hat die Mehrheit der Wähler in London nicht.

Sadiq Khans Eltern kommen aus Pakistan, er selbst ist Engländer, 1979 in London geboren, Menschenrechtsanwalt, Mitglied der Labour Party und dort am rechten Flügel (Blair & Co, contra Corbyn) angesiedelt, schiitischer Muslim.

Er selbst bezeichnet sich als britischen Muslim. Seinen Amtseid hat er auf einem Koran abgelegt.

Mit über 1,3 Millionen Stimmen (57%) hat er die Bürgermeisterwahl in London für sich entschieden. Von den 8,6 Millionen Einwohnern der Stadt London (ohne die Vororte) ist ca. 1 Million muslimisch.

Da er als Menschenrechtsanwalt unvermeidlich auch gelegentlich mit Islamisten in Kontakt gekommen ist, bringen ihn Hetzer gern und leicht in Verbindung mit ihnen. Khan hat u. a. Guantanamo-Häftlinge verteidigt.

Khan hat sich u. a. für die gleichgeschlechtliche Ehe eingesetzt – Islamisten haben ihn daraufhin zum Nichtmuslim erklärt und mit dem Tod bedroht.

Seine Frau trägt KEIN Kopftuch.

Khan ist nicht der einzige Muslim in Amt und Würden; Sajid Javid ist britischer Wirtschaftsminister, Tory.

Was heißt das?

Der Islam erobert England? Taqqiya?!

Oder Muslime integrieren sich und SIND Engländer? (Wie Juden Deutsche, zum Beispiel. War Außenminister Rathenau, 1922 von Rechtsradikalen ermordet, etwa kein Deutscher?)

Unvermeidlich: Die Islamopoben “erwarten” jetzt, dass er in London die Scharia einführen wird.

Nun, schauen wir mal.

Aber wir wissen schon: Wenn da in seiner Amtszeit nichts dergleichen passiert, dann ist das natürlich auch nur wieder Täuschung.

Die Wahl Sadiq Khans spricht für die Londoner. Die Mehrheit (bzw. “das Volk”) ist nicht verhetzt. Auch eine Mehrheit derer, die den Tory gewählt hat, hat das nicht deshalb getan, weil sie Angst vor dem Muslim hatte, sondern weil man konservativ wählen wollte.

Da, wo es einen hohen Anteil von Muslimen gibt, ist in der Regel die Islamophobie relativ geringer als dort, wo den Bürgern die Erfahrung mit Muslimen fehlt.

Kommentare

  1. Korbinian meint:
  2. Ist ja wohl eher ein Hetzartikel.

    Grad so, als wenn ich Seehofer vorwerfen würde, er wolle Bayern re-christianisieren.

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