Aktuelle Flüchtlingszahlen

asylZwischendurch mal ein Blick auf die aktuellen Zahlen.

1. Wie viele syrische Kriegsflüchtlinge sind 2015 nach Deutschland gekommen?

428.000.

2. Wie viele syrische Kriegsflüchtlinge haben es von Januar bis Mai 2016 geschafft, nach Deutschland zu kommen?

72.000.

3. Mit wie vielen wäre dann für das ganze Jahr 2016 zu rechnen?

?

4. Mit wie vielen Familiennachzügen syrischer Kriegsflüchtlinge ist zu rechnen?

Etwa 1:1. (Es dürfen nur engste Familienangehörige kommen. Ein Teil ist schon da. In nur einem Teil der Fälle ist der Familiennachzug beabsichtigt.)

Also ca. eine halbe Million.

Schrittweise. Über mehrere Jahre gerechnet.

(Diese Zahlen entnehme ich der ZEIT, die wiederum das BAMF zitiert.)

5. Wie viele Neuankömmlinge werden zurzeit insgesamt (nicht nur Syrer also) registriert?

Im April und Mai waren es noch je rund 16.000.

Davon ca. 2.700 aus Syrien und 2.300 aus Afghanistan.

Im Januar waren es noch 91.000, im Februar 61.000. Die Grenzschließungen machen sich bemerkbar.

6. Wie viele Asylanträge schafft das BAMF inzwischen pro Monat?

Bis September 2015 lag die Zahl bei ca. 20.000. Danach ist sie auf bis zu 50.000 pro Monat gestiegen. Im April und Mai ist sie wieder gefallen – auf unter 40.000.

Es gibt aber nach wie vor einen riesigen Überhang. Die Zahl der Beantragungen beläuft sich in den letzten Monaten auf 50.000 und mehr – viele, die letztes Jahr gekommen sind, werden erst jetzt als Asylsucher registriert. (Vorher ist nur mal ihre Ankunft registriert worden.)

(Diese Zahlen entnehme ich Spiegel Online.)

7. Aus welchen Ländern kamen die Flüchtlinge, die im Mai 2016 ihren Asylantrag stellen konnten?

  • Syrien 26.000
  • Irak 10.000
  • Afghanistan 8.000
  • Iran 2.000
  • Eritrea 1.000
  • Pakistan 1.000
  • Albanien 1.000
  • Russland 1.000
  • 6 Balkanstaaten (einschließlich Albanien) 3.000

(Zahlen von mir auf 1.000 gerundet; Quelle: BMI)

Man kann also sagen: Etwa die Hälfte der Flüchtlinge kommt derzeit aus Syrien.

8. Wie viele Flüchtlinge sind dieses Jahr bereits übers Mittelmeer in die EU gekommen?

Bis Ende Mai rund 200.000

150.000 nach Griechenland, 50.000 nach Italien.

9. Wie viele sind in diesem Zeitraum ertrunken?

Mindestens 2.800.

(2014 bis heute waren es über 10.000.)

(Diese Zahlen entnehme ich dem tagesspiegel.)

10. Wie viele Flüchtlinge warten an Afrikas Mittelmeerküste auf die Überfahrt in diesem Sommer?

?

(Ist es eine Million? Wie leben, wie überleben sie in Libyen, in Ägypten? Es muss die Hölle sein. Und trotzdem kommen sie. Inz

Inzwischen werden es auch viele Syrer sein, die es nicht mehr über die Türkei versuchen können.)

11. Was können wir persönlich tun?

Wie kann ich helfen? zeigt praktische Möglichkeiten und Aktivitäten auf.

Oder pro asyl. Dort findet man auch politische Aspekte: Was kann man politisch tun?

 

 

Kommentare

  1. Ich habe mir erlaubt, diese Zusammenstellung auf unserer FB-Seite Initiative Humanismus zu verlinken:

    https://www.facebook.com/groups/153148274781316/

  2. Ist off topic, macht aber nichts.

    Der Kommentar von Murat Kayman ist zwiespältig.

    Aber alles in allem das, was ich differenziert und zivilisiert nenne. Gute abendländische Argumentationstradition. Der Autor ist einer von uns. Auch wenn er in einigen Punkten etwas anders sieht als ich (und du, Frank). (Man vergleiche mal die Argumentationsprimitivität der Pegidaner und AfDler damit! Gute Nacht, Deutschland!)

    Das Wichtigste: Kayman sucht die Fehler auf der eigenen Seite. Das zeigt schon immer eine gewisse Qualität. Und Mut und Sinn für Wahrheit.
    Der Autor kritisiert masssiv sowohl die Ausgeflippten unter den türkischstämmigen Kritikern der Resolution als auch die Verbände in ihrer Kommunikationsunfähigkeit. Er kritisiert sie mit guten Argumenten.

    Auf der anderen Seite sieht er auch etwas ganz anders als wir beide.

    Erstens:

    Die 10 oder 11 türkischstämmigen Abgeordneten hatten nicht die Aufgabe, die türkische Community und ihre Tendenz in Sachen Armenier-Genozid zu repräsentieren, sondern die ihres Wahlkreises. Und der ist ganz überwiegend nicht-türkisch. Özdemir, z. B., ist nicht die Stimme der Türken in Deutschland. Definitiv nicht. Das hat ja auch Erdogan schon einmal wütend festgestellt …

    Özdemir vertritt mich, uns. U. a. Dass er aus der Türkei stammt, ist interessant, ein wichtiges Detail – aber sekundär. Ich bin für Özdemir, weil ich seine politische Agenda schätze und weil ich seine politische Kompetenz schätze. NUR darum.

    Wie kommt Murat Kayman auf die Idee, Özdemir und die anderen türkischstämmigen Befürworter der Resolution hätte hier die türkische Community vertreten sollen?

    Irgendwie erinnert mich das an die Pegidaner, für die Özdemir auch ganz und gar ein Türke ist und eigentlich nichts anderes als nur ein Türke, der für die Türken spricht und Deutschland türkisieren will. Diese ethnischen Zuschreibungen so hoch zu werten – das ist Rassismus und Chauvinismus. Heutzutage eine Verrücktheit.

    Zweitens:

    Implizit geht der Autor davon aus, dass die Türkei und die Türken schon recht hätten, wenn sie den Armeniergenozid leugnen.

    Er hat nicht verstanden, dass es schlechterdings keine Möglichkeit gibt, diesen Völkermord zu leugnen – außer, man ist ein Nationaltürke, der vor lauter nationalem Ehrenwahn und aufgrund eines von historischen Mythen systematisch vergifteten Hirns nicht sehen will, was der Rest der Welt sieht, wenn er auf die Ereignisse schaut.

    Drittens:

    Murat Kayman ignoriert etwas, was er als jemand, der Deutschland bestens kennt, wissen und berücksichtigen müsste: Die Deutschen sehen ihrem eigenen Völkermordsverbrechen, dem Holocaust, offen ins Gesicht. Sie leugnen ihn nicht nur nicht, sie verbieten das Leugnen rechtlich und finanzieren an allen einschlägigen Orten Gedenkstätten, die von ehemaligen Opfern gestaltet werden, und in den Schulbüchern wird nichts versteckt. Auch die deutsche Verantwortung nicht.

    Das lässt uns die türkische Weigerung, den Völkermord an den Armeniern als Völkermord zu erkennen, in einem besonders trüben Licht erscheinen.

    Wir haben wenig Geduld, wenig Toleranz gegenüber den deutschen Holocaust-Leugnern. Warum sollten wir mehr Toleranz gegenüber den türkischen Genozid-Leugnern haben?

    Ein interessanter Fall ist der Völkermord an den Herero. Praktisch ist er auch als deutsches Verbrechen identifiziert, auch offiziell. Niemand wird dafür kritisiert, der das, was da zu Kolonialzeiten von deutschen Kolonialisten verbrochen worden ist, als Völkermord bezeichnet.

    Ich zitiere: “Am 10. Juli 2015 erklärte auch das Auswärtige Amt, der Satz „Der Vernichtungskrieg in Namibia von 1904 bis 1908 war ein Kriegsverbrechen und Völkermord.“ sei die künftige politische Leitlinie der deutschen Bundesregierung.” (siehe Wikipedia)

    Kayman scheint das nicht ganz mitbekommen zu haben. Jedenfalls ist ein Vergleich Deutsche-Herero // Türken-Armenier falsch. WIR wehren uns nicht gegen die Benennung als Völkermord im vorliegenden Fall.

    Viertens:

    Niemand macht sich die Mühe, die von ihm vertretene Position über 51 Wochen hinweg auf unterschiedlichste Weise darzulegen, zu erläutern und zu verbreiten. Niemand kommt auf die Idee, Abgeordnete gerade auch zu diesem Thema einzuladen und die eigene Position überzeugend zu erläutern. In der 52. Woche aber erwacht man aus dem Dornröschenschlaf der Selbstgerechten und will dann den großen vaterländischen Aktivisten geben.

    Wenn Murat Kayman damit meint, man hätte die Armenier-Völkermord-Position der Türken den türkischstämmigen Abgeordneten nahebringen müssen, dann schätzt er die Situation falsch ein. Da gab es kaum eine Chance auf Überzeugungsarbeit, denn diese Abgeordneten wissen, von wem sie gewählt (oder nicht gewählt) werden.

    Resümee:
    Murat Kayman macht seine Sache in dem Artikel recht gut. Der Adressat sind seine Ko-Türken in Deutschland. Denen liest er die Leviten. Wir würden uns wünschen, dass er auch mit den türkischen Geschichtsmythen aufräumt. Das macht er nicht. Schade, aber auch wiederum verständlich. Ich denke mir da: Das kommt schon noch. Erdogan arbeitet am totalen Bruch der Türkei mit Deutschland. Das treibt die Klärung voran.

    Jene Deutschtürken, die meinen, die deutsche Haltung “in solchen Sachen” sei unerträglich, haben die Freiheit, ins Gelobte Land zurückzukehren. WIR werden uns von TÜRKISCHEN Geschichtsmythen nicht einnebeln lassen.
    Das kann nun, in einer Zeit, in der die Türken einem Erdogan zujubeln, jeder Türke von mir ins Gesicht gesagt bekommen. (Ich war da früher duldsamer und hab es akzeptiert, wenn jemand, der in der Türkei in die Schule gegangen ist, mit türkischen Geschichtslügen vollgestopft worden ist und die zu einem Teil seiner Identität gemacht hat. Die Zeiten ändern sich …)

  3. @Leo:

    Danke für das ausführliche Eingehen. Ich bin in allen Punkten d’accord!

  4. Korbinian meint:

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