Brexit

europaMal kurz zu diesem Thema, das immerhin am Rande auch mit dem Blog-Thema zusammenhängt.

Was werden die Brexit-Anhänger nun für ihren Austritt aus der EU bekommen?

Ich weiß es nicht sicher. Aber ich halte für wahrscheinlich:

Der Schaden wird überwiegen.

Es wird England und den Engländern schlechter gehen.

Nun, wie gesagt, ich weiß das nicht, ich halte es nur für wahrscheinlich, man kann sich da täuschen.

Warten wir es also ab.

Wäre ich Engländer, hätte ich für den Verbleib gestimmt.

Als das, was ich bin, sehe ich eine gute und eine schlechte Seite des Brexit.

Die schlechte: Ich vermute, dass die nationalistischen Feinde der EU für einige Zeit Auftrieb bekommen. Ich vermute, dass es wirtschaftliche Folgen geben wird, die nicht nur England hart treffen könnten, sondern auch die EU.

Die gute: Jetzt können wir alle mal sehen, was die Kosten eines Austritts (bzw. die Vorteile eines Drinbleibens) sind. Eine wichtige Information, die kaum anders zu bekommen ist als dadurch, dass es mal jemand ausprobiert.

Noch eine gute, vielleicht: Das Lager der Neoliberalen in der EU ist geschwächt, zum einen durch den Verlust der neoliberalen Stimme Englands in Brüssel und Straßburg, zum andern durch die wachsende Erkenntnis, dass generell die neoliberale Politik der EU unerwünschte Nebenwirkungen hervorbringt – dass sie letztlich Europa spaltet und insofern dann auch den antisozialen Gierhälsen und geldgeilen Vampiren auf die Dauer nicht mehr nützt.

Also, die Engländer könnten jetzt leichter die vielen Polen und anderen Osteuropäer aus dem Land werfen.

Werden sie das tun?

Ich möchte wetten: Nein.

Die Abschottung gegen Flüchtlinge aus dem arabischen und afrikanischen Raum haben sie ohnehin schon. Diese Schraube weiter zu drehen, das wird nicht viel bringen (und wäre auch bei Verbleib in der EU möglich gewesen).

England braucht wie alle anderen kapitalistischen Nationen für seine Wettbewerbsfähigkeit Einwanderung, und ziemlich viel.

Daran ändert sich durch den Brexit nichts.

Die Osteuropäer werden im Lande bleiben und weiter arbeiten können. Wenn auch unter etwas erschwerten Bedingungen.

Was machen jetzt die Schotten?

Ich denke, sie werden das nächste Referendum vorbereiten. In zwei oder drei oder vier Jahren wird erneut abgestimmt.

Bis dahin zeigt sich auch, was die Effekte des Brexit sein werden.

Es könnte also sein, dass die Engländer jetzt ihrem Großbritannien einen wirklich historischen Verlust zugefügt haben.

Was soll “Brüssel” jetzt machen?

Es wäre ein strategischer Fehler, wenn man versuchen sollte, die Folgen des Brexit für die Engländer möglichst abzuschwächen.

Das könnte andere (in Frankreich, Italien, Tschechien etc.) ermutigen, ebenfalls aus der EU auszusteigen.

Das Ideal für diese nationalbornierten EU-Feinde ist: Die Vorteile der EU genießen, aber eigentlich nicht dabei zu sein, um den jeweiligen nationalen Egoismus voll ausschöpfen zu können.

Klar, dass das so nicht funktionieren wird.

Kann sein, dass man jetzt ein EU-England-Verhältnis entwickeln wird, bei dem England hinter einem Schleier substanziell Mitglied der EU bleibt, obwohl es formal draußen ist.

Ich hielte das, wie gesagt, für einen großen strategischen Fehler, aber einen, den ich den ökonomisch verblendeten Hirnen in Brüssel durchaus zutraue.

Kommentare

  1. David Carbone meint:

    Ich bezweifle, dass die Briten langfristig wirtschaftlich Schaden davon tragen werden. Das Gleiche wurde vor 13 Jahren auch behauptetet, als man die Briten dazu gedrängt hat, dem Euroraum beizutreten. Keines der damals ausgemalten Szenarien ist eingetreten, im Gegenteil.
    Was Sie zum Brexit nicht erwähnen – die EU ist eine antidemokratische Institution, die im Lauf der Jahre immer mehr Macht an sich gerissen hat, mit einer Regierung, die nicht gewählt wurde und nicht abgewählt werden kann und einem Parlament, das keinerlei Rechte besitzt.

  2. Fantomas007 meint:

    Hier trägst Du ( stellvertretend für alle Weltretter) die Mitschuld, mein lieber Leo. Genauso für das Erstarken der AFD. Wenn ihr und euresgleichen euch gemäßigt hättet und nicht so sehr aufs Gaspedal gedrückt hättet, hätten die Brexit-Befürworter ein paar Prozent weniger Stimmen bekommen. Ihr habt einfach kein Gefühl für das richtige Maß.

    Ich bin ja generell bei euch und mit euch, aber ich versteh einfach nicht, wie blind und taub man sein muss, um die Gefahr nicht mitzubekommen, die von den rechten Parteien droht, wenn man jeden Willkommen heißen will. Und das, während rundherum in Europa rechte Parteien immer stärker werden.

    Wenn ihr euch nicht mäßigt, wird die AFD noch viel stärker werden. Das ist keine Partei wie die anderen, die einfach nach einer gewissen Zeit wieder verschwinden wird.

  3. Fantomas, mit anderen Worten: “Hättet ihr mehr ‘AfD-Politik’ gemacht, dann hätte es die AfD nicht geben müssen. ” Nein, das ist vollkommen abzulehnen.

  4. Die Engländer haben sich da leider ordentlich verirrt. Cameron wollte sich Luft gegen Ukip verschaffen. Genau der Schwachsinn, der ähnlich von Fantomas gefordert wird. Auf der Schiene fährt Seehofer teilweise auch. Das kommt davon, wenn man sich von Protestparteien beeindrucken lässt. Dazu kam auch noch ein Teil Wähler, die die Wahl als Denkzettelwahl gesehen haben und daher pro Austritt gestimmt haben, ohne Konsequenzen zu bedenken.

    Allgemein zum geplanten Austritt, welcher Befürworter möchte denn die Jobs der dortigen Ausländer zu den gleichen Konditionen übernehmen? Sicherlich nur sehr wenige. Wie wollen die Engländer zukünftig am europäischen Binnenmarkt teilnehmen, ohne sich an die geltenden EU-Gesetze zu halten? Sie müssten sich immer noch an die Regeln halten, wie jetzt schon, aber Mitsprache haben sie dann nicht mehr. Wenn die Briten in der EU Arbeit suchen, muss zukünftig jeder EU-Bürger bevorzugt werden. Das sieht nicht gut aus.

    Prinzipiell ist jetzt interessant, ob die EU sich zeitlich hinhalten bzw. austricksen lässt. Momentan sieht es nicht danach aus, z.B. gibt es bereits Forderungen, der Austritt solle bitte schon nächste Woche beantragt werden. Nach zwei Jahren wären die Briten draußen. Abkommen verhandeln und beschließen würde mindestens weitere fünf Jahre dauern. Was wollen die in der Zwischenzeit machen?

  5. Fantomas007 meint:

    “Fantomas, mit anderen Worten: “Hättet ihr mehr ‘AfD-Politik’ gemacht, dann hätte es die AfD nicht geben müssen. ” Nein, das ist vollkommen abzulehnen.”

    Es muss nicht AFD-Politik sein. Einfach nur das richtige Maß. Und das richtige Maß ist nunmal nicht, was man gerne tun würde, sondern das, was möglich ist, ohne dass man den den rechten Parteien die Menschen in Scharen zuführt. Dieser Kompass fehlt euch einfach.

    “Genau der Schwachsinn, der ähnlich von Fantomas gefordert wird. Auf der Schiene fährt Seehofer teilweise auch.”

    Wenn die CSU bundesweit antreten würde, würde ich mir keine Sorgen um die AFD machen. Zumindest wäre ich mir bei der CSU sicher, dass sie niemanden deportieren würden, wenn sie die Macht dazu hätten.

    Hier :

    “Wenn am Sonntag Landtagswahl wäre, würde die CSU einer Umfrage zufolge die absolute Mehrheit behalten –”

    “Im Vergleich zur Bayerntrend-Umfrage vor einem Jahr legt die CSU um einen Prozentpunkt zu, während die SPD drei Punkte verliert. Größte Gewinner sind die AfD mit plus vier und die Grünen mit plus drei Punkten. FDP und Linke bleiben unverändert, während die Freien Wähler gleich fünf Prozentpunkte verlieren.”

    Während der CDU und SPD die Menschen in Scharen davonlaufen, legt die CSU zu. Macht weiter, mit eurer nicht sehen, nicht hören Taktik.

    “”Die Umfrage zeigt: Mit Klarheit, Entschlossenheit und einer Politik, die die Sorgen und Ängste der Bürger aufnimmt, hat die CSU auch in der Megaherausforderung der Flüchtlingskrise das Vertrauen der Bürger”, kommentierte CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer die Ergebnisse. “Wir wollen rasche Lösungen in der Flüchtlingskrise, dann wird auch die AfD wieder in der Versenkung verschwinden.”"

    http://www.welt.de/regionales/bayern/article150960771/CSU-mit-absoluter-Mehrheit-AfD-im-Parlament.html

  6. @Fantomas007:

    Du hast im Prinzip völlig recht. Die unkontrollierte Grenzöffnung ist der Hauptgrund für das Erstarken der AfD gewesen. Die CSU könnte hier einiges abfedern, ohne in komplette Fremdenfeindlichkeit zu verfallen.

    Was wir aber dringend brauchen (und hier sperrt die CDU seit Jahren) ist ein modernes Einwanderungsgesetz, das den Bedürfnissen der jeweiligen Beteiligten so weit wie möglich entgegen kommt.

    Speziell für GB sollte die EU umgehend ein umfangreiches Programm auflegen (das andernorts bereits scherzhaft “Brefugees welcome” genannt wird), damit wir den dortigen Finanz- und Wirtschaftsfachleuten einen zukunftssicheren Arbeitsplatz anbieten können, den sie recht bald in Klein-Britannien nicht mehr haben werden.

    PS für Leo: Zum immer wieder fälschlich verwendeten Begriff des “Neoliberalismus” empfehle ich einen kurzen Google-Blick unter “Eucken” Neoliberalismus gegen den Laissez-faire-Liberalismus.

  7. Es ist noch gar nicht sicher, ob der BREXIT wirksam wird, denn das Referendum ist nicht bindend für die britische Regierung. Sie muss aber einen von den Menschen akzeptierten Weg finden, so zu handeln. Ein Referendum mit dieser Reichweite sollte eine Mindestbeteiligung von 75% der Wahlberechtigten und ein Mindestergebnis von 2/3 der abgegebenen Stimmen haben, was rund 50% aller Wahlberechtigten entspräche. Die bis zu 48-jährigen haben mehrheitlich für den Verbleib in der EU gestimmt, die Älteren mit großer Mehrheit dagegen..

  8. Es muss nicht AFD-Politik sein. Einfach nur das richtige Maß. Und das richtige Maß ist nunmal nicht, was man gerne tun würde, sondern das, was möglich ist, ohne dass man den den rechten Parteien die Menschen in Scharen zuführt. Dieser Kompass fehlt euch einfach.

    Nein, was fehlt ist Aufklärung und Bildung. Mindestens die Politik und die öffentlich-rechtlichen müssten sich halt die Mühe machen, und ihre Pläne und die Fakten ausführlich erläutern und, besonders wichtig, kursierende Falschbehauptungen und Halbwahrheiten ununterbrochen aufzeigen und korrigieren.

  9. Fantomas,
    ich kann nicht sehen, dass wir JEDEN willkommen heißen.
    Ich sehe im Gegenteil, dass sich Europa, dass sich Deutschland gegen die Einwanderung von Flüchtlingen massiv wehrt. Was jedes Jahr 5.000 und mehr Flüchtlingen sogar das Leben kostet.
    Europa kämpft gegen den Flüchtlingszustrom. Rabiat.

    Das hat ja auch gerade England getan. Man werfe nur mal einen Blick auf Calais und den Tunnel.

    Das Problem ist nicht, dass dann immer auch Flüchtlinge durchkommen.
    Das Problem ist, dass es so viele Flüchtlinge gibt. Dass die Umstände (die wir geschaffen haben und weiter schaffen) so viele Flüchtlinge erzeugen.
    Das Problem ist weiter, dass wir Kommunikations- und Transportverhältnisse schaffen, die Flüchtlingsströme motivieren, erzeugen und möglich machen.

    Die Welt verändert sich. Man könnte auch sagen, sie geht allmählich aus den Fugen.

    Es ist schlicht nicht möglich, Flüchtlingsströme zu vermeiden, wenn ein Teil der Welt floriert und ein anderer Teil der Welt allmählich zugrunde geht. Die Leute gehen dahin, wo es bessere Lebenschancen gibt. Das war immer so und ist so und wird immer so bleiben.

    Dazu kommt nun noch, dass die reichen Nationen Einwanderung BRAUCHEN. Natürlich nicht Flüchtlings-Einwanderung. Aber Einwanderung + Willkommenskultur. Da kann man dann die Flüchtlinge nicht an den Grenzen erschießen.

    Es gibt für Europa nicht die Möglichkeit, sich abzuschotten. Wir leben in EINER Welt. Es gibt die Nationen noch, aber nur noch mit durchlässigen Grenzen.

    Wenn sich ein Land abschottet, werden die Rechtspopulisten nur noch stärker. Hätte zum Beispiel Merkel Anfang September entschieden, die Grenzen total dicht zu machen, wäre die AfD mindestens genauso stark geworden. Denn dann hätte die oberste Instanz die Hysterie und die Bösartigkeit – und damit die AfD – bestätigt. Beispiel Polen. Da gibt es (außer den nahen Verwandten aus der Ukraine) kaum Flüchtlinge. Trotzdem ist ein Flüchtlingsparanoiker dort an die Macht gekommen.

    Es ist zu kurz gedacht, wenn du meinst, ein anderer Kurs in der Flüchtlingsfrage würde die AfD aufhalten.

    Im übrigen, Fantomas, ein anderer Kurs – das hieße, Deutschland würde sich langsam, aber sicher den neuen Faschisten wie Gerlach annähern. Gibt dem Teufel den kleinen Finger, und er nimmt die ganze Hand.

    Eigentlich die einzige sichere Methode, sich vor Einwanderung und Flüchtlingen zu schützen, ist – die Verarmung. Schaffen wir bei uns selber ökonomisch und sozial unattraktive Zustände, gehen die Auswanderer und Flüchtlinge woandershin.

    Vielleicht solltest du auch bedenken, was es heißt, Menschen in der Not an der Grenze abzuweisen und ggfs. auszuweisen. Wenn sich DER TYP von Mensch politisch durchsetzt, der das kalten Herzens macht, dann hat diese Unmenschlichkeit auch nach innen Folgen. Die Unmenschlichkeit wird sich dann als Drang zur völkischen Säuberung äußern. Denn die – soziale! – Krise geht ja weiter, wird sich weiter verschärfen, und die Leute brauchen einen Sündenbock dafür.

    Zum Schluss, wirf einen Blick auf München. 40% Migranten insgesamt, bei den Erstklässlern (6-7Jährigen) 70%. Und München gedeiht und ist sicher und stabil. Diese Erfahrung sorgt dafür, dass in München die Bäume für die AfD nicht allzu hoch in die Höhe wachsen. 10% sind schon auch drin für die AfD in München, aber damit können wir leben. Für München hat sich die Offenheit gelohnt.

  10. Frank,
    es gab keine “unkontrollierte Grenzöffnung”. Wer es bis an die deutsche Grenze schafft, findet eine offene Grenze vor. Das ist der rechtlich gegebene Zustand auch schon vor dem großen Ansturm im September. Es waren dann vorübergehend so viele, die rüber wollten, dass in der Tat die Registrierung und Unterbringung nicht hinreichend zu leisten waren, zwei oder drei Monate lang. Insofern ist da etwas außer Kontrolle geraten.

    Es ist aber ein falscher Eindruck, wenn man sagt, Merkel habe die Grenze GEÖFFNET. Sie hat sie nur so offen gelassen, wie sie war.

    Sie hat sie nicht schließen lassen. Was rechtswidrig gewesen wäre.

    Wer an die deutsche Grenze gelangt, KANN Asyl verlangen. Verandelt wird dann im Lande und nach rechtlichem Verfahren. Deutschland hat nicht das Recht, Flüchtlinge an seinen Grenzen zurückzuweisen.

  11. Auch wenn die britische Regierung nun den Austritt zeitlich verzögern und vielleicht auch mit Tricks unterlaufen möchte – die Entscheidung ist gefallen und MUSS umgesetzt werden. Je schneller, desto besser.

  12. Wer freut sich über den Brexit?

    Alle Rechtsradikalen in allen Ländern.
    Der IS.
    Putin.
    Trump.
    Auch Erdogan? (Er hat sich dazu noch nicht geäußert.)

    Ausnahmen?
    Kaczynski in Polen. Der hasst Deutschland und fürchtet, dass nun das Gewicht Deutschlands noch wächst. Dazu kommt, dass viele Polen in England leben und arbeiten – die werden es jetzt schwerer haben.
    Gibt es weitere Ausnahmen?

    Man sieht, die Populisten von rechts hängen irgendwie zusammen – Le Pen, Strache, Gauland, Wilders, Putin, Trump … Und der IS freut sich auch. Sie alle bevorzugen das Kaputtmachen. Sie haben Konjunktur.

    Es gibt also so etwas wie eine Internationale der Kaputtmacher. Der Verrücktspieler. Und immer mehr Leute ziehen das Verrücktspielen in der Politik vor.

  13. Der Bürgermeister von Calais fordert jetzt die sofortige Rücknahme der derzeitigen britischen Zoll- und Grenzabfertigung im Hafen von Calais, auf vorgelagertem französischen Territorium, zurück auf britischen Boden, also nach der Landung der Fähren in Dover oder anderswo, was sofort die Flüchtlingsfrage, z.B. den “Dschungel” von Calais auf die britische Insel verlagern würde, denn die Flüchtlinge könnten dann auf britischem Boden, der nicht zu Schengen gehört, ihre Asylanträge stellen!

  14. Es ist übrigens eine BürgermeisterIN, Namens Natacha Bouchart, Französin deren Eltern einen armenisch (Vater) und polnischen (Mutter) Migrationshintergrund haben und die seit 2008 im Amt ist und den Les Republicains des Nicolas Sarkozy angehört.
    https://fr.wikipedia.org/wiki/Natacha_Bouchart

  15. Korbinian meint:

    Die AfT macht den Dexit ;-)

  16. K.Gerlach meint:

    “…ass in der Tat die Registrierung und Unterbringung nicht hinreichend zu leisten waren, zwei oder drei Monate lang. Insofern ist da etwas außer Kontrolle geraten. ”

    …nach SPIEGEL-Informationen……..bei gerade mal 0,01 Prozent der 282.700 Asylentscheidungen stichprobenartig überprüfen können, ob die jeweilige Entscheidung korrekt war. Dabei wurden etwa die Bescheide der Flüchtlinge sowie die Protokolle ihrer Anhörungen kontrolliert.

    Derzeit liegen beim Bamf noch mehr als 450.000 unerledigte Asylanträge.

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fluechtlinge-bamf-experten-entsetzt-ueber-mangelhafte-qualitaetskontrolle-a-1099573.html

  17. Registriert und untergebracht sind sie, die Flüchtlinge. INSOFERN ist das unter Kontrolle. Dass die Lagerhaltung und die schikanöse Prozedur Kritik verdienen, steht auf einem anderen Blatt.

  18. Ich erlaube mir, sämtliche Kommentare zum Brexit von einem “Brexiter” (der uns unter diversen anderen Namen schon bekannt ist, etwa als Hofer-Anhänger) zu bringen:

    1
    Warum wollte die Mehrheit der Briten raus?
    Nicht, weil Sie Europa nicht mögen.
    Sie wollten raus, weil sie die Schnauze voll haben von Massenmigration und Überfremdung ihrer Heimat (UK).
    Der Brexit ist vor allem ein Protest gegen die Ausländer- und Asyl-Politik. Verständlich, wenn man weiß, wie es in Great Britain zum Teil schon jetzt aussieht!

    Insofern: Fantomas007 hat absolut recht. Die “Gutmenschen” und Asyl-Befürworter sind größtenteils Schuld am Brexit. Der Brexit ist ein Zeichen gegen maßlose Einwanderung und Ausdruck der (berechtigten) Angst vor Überfremdung.

    2
    Fantomas — Leute wie Brux sollen “vom Gas” gehen? Das kannst Du vergessen!
    Die (Möchtegern-)Weltverbesserer werden nicht ruhen, bevor nicht auch der letzte Migrant hier erfolgreich eingewandert ist. Ob er dann zeitlebens alimentiert werden muss oder nicht, spielt für solche Leute keine Rolle.

    Ich hoffe, Leo & Co. drücken noch viel mehr aufs Gas! Denn wie Du – lieber Fantomas – es schon richtig erkannt hast, fördert dies die AfD! Man könnte beinahe, Brux ist Wahlkampfhelfer (unfreiwillig, natürlich). Je schneller “Multikulti” überhand nimmt, desto schneller kommt die AfD an die Macht.

    Ich sehe das nach dem Motto: Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Denn entweder knallt es dann einmal heftig und man kann danach zum “Neustart” übergehen oder Deutschland geht langsam und schleichend vor die Hunde.

    3
    Als ob die Politik und die sogenannten Öffentlich-Rechtlichen dem Volk offen sagen würden: “Ja, wir sind dabei, aus Deutschland einen brandgefährlichen Vielvielvölkerstaat zu machen, denn unsere Gutmenschen und Teile der Wirtschaft [Lohndumping] wollen das so!”

    Das wäre die Wahrheit, aber die wird niemand sagen. Stattdessen versucht man lieber, Fakten zu schaffen. Klappt ja auch ganz gut. Allein letztes Jahr über eine Million Leute aus kulturfremden Ländern ins Land gelasssen. Leute, bei denen Frauen nichts wert sind und die sich einen Dreck um unsere Werte scheren. Aber wird schon gut gehen, ist klar…

    4
    Mit der AfD wird es hoffentlich einen Neustart geben. Leute wie Brux sind dann Schnee von gestern.
    Wir Deutsche haben nur eine Heimat und wir solllten sie schützen.

    5
    Die AfD wird nächstes Jahr richtig zulegen und in den Bundestag einziehen. Mit freundlicher Unterstützung u.a. von Leo Brux, der hier indirekt Wahlkampf betreibt :) Ebenso, wie die ganzen anderen Bessermenschen und Pseudo-Menschenfreunde.

    6
    Leute wie Leo Brux = Totengräber unserer Heimat!
    Spätestens, wenn Gruppenvergewaltigungen und Bürgerkrieg an der Tagesordnung sind, werden Leute wie Sie EVENTUELL merken, dass die “Rechten” ja doch nicht völlig Unrecht hatten.

    7
    Grenzen dicht, Problemmigranten raus, Bürgerwille erfüllt!
    Das Leben könnte so schön und einfach sein. Wären da nicht Leute wie Du.

    Also wird jetzt die neue britische Regierung – was tun? Die Einwanderung stoppen?
    Das hat mit aller Macht schon die alte getan, bzw. versucht zu tun. Mein Gott, was haben die schon alles in Bewegung gesetzt, um die jährliche Zuzugszahl niedrig zu halten!

    Aber nun sollen endlich die englischen Firmen dran gehindert werden, “Fremde” anzuheuern. Na, die werden sich das nicht gefallen lassen. Und wenn sie es sich gefallen lassen müssen, dann werden viele von diesen Firmen schwächer werden und viele von ihnen ins Ausland gehen.

    Schauen wir mal.

    Apropos Vergewaltigungen … Das gehört zu den Obsessionen unserer Hysteriker. Blöd nur, dass die reale Zahl der Vergewaltigungen sinkt, während die Zahl der Migranten zunimmt. Eine seltsame Korrelation …

    (Die Polizei selbst verweist in ihrer Analyse darauf, dass erstens die Kriterien für das, was als Vergewaltigung gilt, drastisch verschärft haben; dass sich zweitens die Anzeigenbereitschaft dramatisch erhöht hat, dass drittens generell das Klima heute weniger misogyn ist als früher. Ich würde hinzufügen, dass sich auch dank der leichten Zugänglichkeit von Pornografie der Triebdruck bei den Männern reduziert hat; man kann sich auch anders und gefahrloser befriedigen … Das alles soll nicht heißen, dass das Problem der sexuellen Belästigung und das darüber hinausgehende Problem der Vergewaltigung schon gelöst hat. Da haben wir noch einen weiten Weg vor uns, ganz unabhängig von Migrationseffekten, und man sollte sich nie einbilden, so etwas wie Diebstahl oder Körperverletzung oder Mord oder Vergewaltigung sei völlig aus der Welt zu schaffen.)

    Schließlich scheint unser Brexit-Begeisterter zu meinen, die AfD stehe schon an der Schwelle zur Macht, an der Schwelle zur Rückwärts-Revolutionionierung Deutschlands.

    Seine Beiträge sind reine Bauch-Produkte. Das Hirn spielt da nur eine Durchgangsrolle. Oder findet ihr etwas in den Bemerkungen von Herrn Brexit, das argumentativ greifen könnte?

    Der letzte Beitrag lässt uns an Breivik denken. Der hat auch keine Migranten umgebracht, sondern Norweger, die Norwegen daran hindern, glücklich zu werden.

    Der eigentliche Hass von Gerlach, Brexit etc. gilt nicht den Migranten oder den Muslimen, sondern denen, die wie ich die Tür offen halten. WIR werden beiseite geräumt werden müssen.

    Aber ist es nicht eher die Wirtschaft, die die Tür für Migranten offen hält? Weil sie sich auf dem international werdenden Arbeitsmarkt bedienen will?

  19. Jetzt heißt es, in England gibt es nicht genug Handelsexperten, um überhaupt neue Verträge mit der EU auszuarbeiten. Vielleicht 20 Personen. Notwendig wären hunderte. Von daher werden am wahrscheinlichsten einfach die jetzigen EU Gesetze quasi eins zu eins ins britische Recht übernommen.

    Von den Verantwortlichen lässt sich auch niemand blicken, während die Schotten und die EU bereits handeln wollen.

    Fakt ist, niemand hat wirklich mit dem Ausgang gerechnet, nicht einmal die Befürworter. Nichts wurde für diesen Fall vorbereitet.

  20. Den Brexit-Betreibern saust die Muffe.
    Ich gebe zu, ich weiß auch nicht, wie das für GB ausgehen wird. Wie groß der Schaden werden wird. Das kann glimpflich abgehen, kann aber auch schlimm werden. Ein ziemlich riskantes politisches Abenteuer. So sind sie eben, die Populisten: Politik wütend aus dem Bauch heraus! Und dann .. ja dann … äh … shit!

    Die Engländer sollten sich, wenn die Folgen sich als negativ herausstellen sollten, diese Brexit-Propagandisten (auch die in den Medien, auch den Hauptpromotor des Brexit, Murdoch) zur Brust nehmen.

    Die EU hat, um ihres eigenen Bestandes willen, allen Grund, GB den Ausstieg teuer zu machen. Der Schaden kommt aber wohl auch ohne speziellen EU-Beitrag zustande. Vieles wird nun aus GB in die EU verlagert, nach Frankfurt zum Beispiel …

    Auf jeden Fall, jetzt tragen die Brexit-Betreiber die Verantwortung für das, was in GB schief laufen wird. Von irgendwelchen Vorteilen scheint schon gar nicht mehr die Rede zu sein.

  21. Zitat von Farage von Mitte Mai:

    Nigel Farage warns today he would fight for a second referendum on Britain in Europe if the remain campaign won by a narrow margin next month.

    The Ukip leader said a small defeat for his leave camp would be “unfinished business” and predicted pressure would grow for a re-run of the 23 June ballot.

    Farage told the Mirror: “In a 52-48 referendum this would be unfinished business by a long way. If the remain campaign win two-thirds to one-third that ends it.”

    http://www.mirror.co.uk/news/uk-news/nigel-farage-wants-second-referendum-7985017

  22. Diverse britische Großbanken haben inzwischen so viel an Wert verloren, dass der Handel kurz ausgesetzt wurde. Hat aber nichts geholfen. Solange Cameron und Co auf Zeit spielen, wird es nur kritischer werden, weil keiner weiß, woran er eigentlich ist.

  23. David Carbone meint:

    »So sind sie eben, die Populisten: Politik wütend aus dem Bauch heraus!« Niemand weiß wie groß der Schaden wird. Niemand weiß aber auch, ob es überhaupt nennenswerte Schäden geben wird. Aber plötzlich ist jeder Wirtschaftsexperte und glaubt zu wissen, dass die Sache schief geht und in welchem Ausmaß. Die EU kann es sich allerdings gar nicht leisten, mit den Briten zu brechen, denn Großbritannien ist die zweitgrößte Wirtschaftsmacht in Europa und die fünftgrößte der Welt.

    Ich wundere mich nur, dass jemand, der ständig den Populisten ihren Populismus vorwirft, selbst zu solchen Methoden greift und versucht die Leave-Befürworter pauschal in die populistische, wenn nicht gleich in die extremistische Ecke zu stellen. »Politik aus dem Bauch heraus« ist normalerweise eine Formulierung, die von selbstgefälligen Eliten verwendet wird, um Verachtung gegenüber dem Wähler auszudrücken, dem man eine autonome Entscheidung nicht zutraut. Die Presse ist derzeit voll davon. Es wird gewettert und auf den Tisch gehauen dass die Fetzen fliegen, mit einem Vokabular, dass an das Säbelrasseln einer dunklen Vergangenheit erinnert. Es fehlt eigentlich nur noch die Erklärung der Nibelungentreue.

    Dass es sein könnte, dass die meisten Brexit-Wähler weder xenophob noch Populisten auf den Leim gegangen sind, sondern einfach nur genug von der EU in ihrem jetzigen Zustand haben, kommt nur wenigen in den Sinn. Alle schreien, aber niemand legt einen Plan vor, wie sich die EU so reformieren lässt, dass zukünftig keinMmitgliedsland mehr auf die Idee kommt, sie verlassen zu wollen. Man denkt nicht mal dran. Und niemand scheint sich groß daran zu stören, dass die EU keinerlei demokratische Legitimation besitzt und sich ein Schein-Parlament als Haustier hält. Statt dessen schießt man sich lieber auf den Brexit-Befürworter ein, den alten, fremdenfeindlichen Sack vom Lande, der der jungen Generation ihre Zukunft gestohlen hat. Die Tatsache, dass die Wahlbeteiligung bei den 18-24jährigen bei gerade mal 36 % lag, wird dabei großzügig unterschlagen. Den um ihre Zukunft betrogenen Jungen war ihre Zukunft anscheinend nicht viel Wert.

  24. Die EU will nicht mit den Briten brechen, sondern schnellstmöglich die neuen Beziehungen ausarbeiten, weil sie den Ernst der Lage erkannt hat. Die Engländer wollen sich wohl eher auf ein Kräftemessen mit den Finanzmarktspekulanten einlassen. Es ist jetzt schon klar, dass dies nicht gut ausgehen wird, zumal damit die komplette europäische Wirtschaft in massive Gefahr gebracht wird. Und da wollen die verantwortlichen englischen Politiker noch monatelang warten? Kein vernünftiges Unternehmen wird jetzt noch irgendwelche Investitionen für die Zukunft in England vornehmen.

    Weiterhin ist es offensichtlich, dass es den Befürwortern (Protestwähler ausgekommen, die haben ihren Fehler schon erkannt) zuerst um die Ausländerfrage ging.

  25. Korbinian meint:
  26. Korbinian meint:

    Nachdem Brexit jetzt der Eexit. Good bye three lions.

  27. Carbone,
    schon richtig, es gibt nicht nur populistische Dummköpfe, es gibt auch Rattenfänger, die bewusst ihr Süppchen kochen und den Leuten vorschwatzen, wie einfach und klar doch alles sein könnte, wenn man nur machen würde, was “uns” der Bauch sagt.

    Gehörst du zu ihnen?

    Auch du möchtest es dir möglichst einfach machen. Die Frage, wie man etwas so Hyperkomplexes wie eine EU, dazu noch in einer Zeit, in der sich alles rasant beschleunigt, einigermaßen richtig hinbekommt, die stellst du dir nicht. Du lebst noch in der Märchenwelt der einfachen Verhältnisse.

    Selbstgefällige Eliten gibt es. Aber auch selbstgefällige Populisten, selbstgefälligen Mob, selbstgefällige Dummköpfe.

    Jedenfalls merken wir im Moment nicht, dass sich die “Sieger” irgendwie freuen. Schockstarre herrscht vor. Führende Brexit-Vertreter eiern plötzlich rum, wenn sie sich überhaupt an die Öffentlichkeit wagen. Irgendwie ist den Brexit-Fans der Optimismus abhanden gekommen. Warum nur? Wieso bestehen sie jetzt nicht auf der sofortigen Antragsstellung und raschen Verhandlungen? Es geht doch um die Befreiung Englands aus den europäischen Fesseln! Aufatmen müssten die Engländer doch jetzt! Demnächst sind sie die unerträglichen EU-Verhältnisse los, sie können wieder ganz sie selbst sein, ihre eigenen Geschicke entscheiden …
    Sag mir, wieso herrscht jetzt plötzlich die Katerstimmung vor?

    Was die jungen Leute betrifft: Denen fehlt oft die Erfahrung. Sie merken (noch) nicht, wie ihnen die depperten Alten die Zukunft vermasseln.
    Aber vielleicht merken sie es jetzt. In England und darüber hinaus. Wenn es so kommt, wie die meisten befürchten: dass England schwere Nachteile zu erwarten hat.

  28. KM,
    Leute wie Farage haben kein Problem damit zu sagen: Im einen Fall gilt das, im andern nicht. Hätten wir so knapp verloren, hätte es gegolten. Jetzt haben wir so knapp gewonnen, also ist das kein unfinished business, sondern der Start in eine glücklichere englisch-nationale Zukunft.

  29. David Carbone meint:

    »Selbstgefällige Eliten gibt es. Aber auch selbstgefällige Populisten, selbstgefälligen Mob, selbstgefällige Dummköpfe.«

    Nicht zu vergessen die selbstgefälligen Scheinheiligen und Salon-Sozialisten, die ständig gegen Neoliberalismus, die Banken, die Spekulanten und das ungerechte Wirtschaftssystem wettern und sich als Anwalt der Abgehängten ausgeben, aber schnell die Fronten wechseln, wenn der depperte kleine Mann nicht pariert wie gewünscht. Plötzlich kein Wort mehr über die Massenarbeitslosigkeit in Südeuropa, an der die EU eine Mitschuld trägt. Kein Wort mehr über eine abgehobene Brüsseler Beamtenklasse, die Steuererleichterungen und private Shopping-Mals unter Ausschluss des gewöhnlichen Pöbels erhält. Auch kein Wort mehr über die geplante Wasser-Privatisierung, die Wasser zum Spekulationsobjekt machen soll, über eine EU die Lebensmittel auf Halde produziert, um sie hinterher wieder zu vernichten und schon gar nichts über mangelnde Bereitschaft zu Reformen oder eine EU-»Regierung«, die keinem Wähler gegenüber verantwortlich ist. Plötzlich ist das alles hochkomplex und viel zu kompliziert als das der einfache Mensch das alles überblicken kann, weswegen er jemanden braucht, der ihn an die Hand nimmt und nötigenfalls verbal auf ihn einprügelt, wenn er nicht spurt. Ein gesundes Maß kennt der Scheinheilige dann nicht mehr.

    Gehören Sie dazu?

  30. Carbone,
    da du ja nun regelmäßig meine Artikel und Diskussionsbeiträge liest, weißt du, dass ich nicht dazu gehöre. Was fragst du also?

    Ich schätze auch mal, dass die Zahl der von dir so genannten Salon-Sozialisten sehr gering ist und sich eher auf dem rechten Flügel der SPD befindet.

    Du aber gehörst zu den selbstgefälligen Populisten, die sich einbilden, durchzublicken, und die es sich deshalb einbilden können, weil sie sich gar nicht bemühen, die Welt, in der sie leben, mit dem Kopf zu verstehen. Das ist die Trump-Welt, die Teaparty-Welt in den USA, die Brexit-Welt in England, etc..

    Es ist eine Idiotie, die Schwierigkeiten, die wir unten und oben feststellen – die ökonomischen, sozialen, kulturellen, politisch Verunsicherungen – nun ausgerechnet den Flüchtlingen oder den Einwanderern zuzurechnen. Es ist einfach B L Ö D.

    So, wie es 1928-33 b l ö d war, die Schuld an der Wirtschaftskatastrophe (der Deflationskrise) und den sonstigen politischen Schmerzen der Deutschen damals (unverdaute Niederlage im 1. Weltkrieg, Demütigung durch Versailles, radikaler Kulturwandel, Gefahr des Kommunismus) den J u d e n zuzuschreiben.

    Ich gäbe dir schon recht, wenn du schreiben würdest: Am Brexit und an der EU-Skepsis trägt ganz zentral und vor allem auch die EU selbst (mit ihrer neoliberalen und zugleich nationalistischen und zugleich bürokratischen Tendenz) die Verantwortung.

    Ich gäbe dir auch recht, wenn du feststellen würdest: Eine Änderung ist selbst jetzt nach dem Brexit nicht zu erwarten. Die werden weiter machen wie bisher. Die EU-Politik ist in den Händen erstens der Wirtschaftslobbyisten und zweitens der Nationalisten in den (demnächst nur noch) 27 Ländern.

    Ich gäbe dir auch recht, wenn du feststellen würdest: Es gibt zwar die EU und sowas wie ein leichtes Gefühl bei vielen Europäern, Europäer zu sein, aber keine Leidenschaft für Europa; statt dessen sehr viel mehr Nationalgefühl, auch wenn es schon ziemlich gebrochen und verunsichert ist durch die reale (und unausweichliche) Globalisierung von Technologie, Wirtschaft, Kultur, Politik.

    Wenn wir an diesem Punkt mal mit der Debatte starten könnten, ergäbe sich vielleicht eine fruchtbare Diskussion.

    Ich hab schon auch Verständnis für diejenigen, die sagen: Vorsicht, Leute, wir dürfen nicht zu viele Flüchtlinge und Einwanderer ins Land lassen! Und nicht bloß deshalb, weil sonst die AfD stark wird.

    Auch darüber kann man mit mir reden – aber bitte ohne Menschenfeindlichkeit, ohne hetzerische Behauptungen über die Flüchtlinge bzw. Einwanderer. Gefühl muss dabei sein, Sorge, Kopfschütteln auch über manche Verhaltensweise — nur, mit Hetze, Hass und Aggression kommt man bei mir (argumentativ) nicht durch. Da schlage ich hart zurück. Ich gehöre zu den Gutmenschen, ok, aber nicht zu den Weicheiern. Und nicht zu den Träumern. Ich hab das Ganze im Blick, und die Realität ist die Realität, ob sie mir schmeckt oder nicht.

    Das aber würde ich auch – in der Debatte – von dir verlangen, Carbone. Den Blick aufs Ganze. Was da vor sich geht auf dieser Welt, technologisch, ökonomisch, politisch, kulturell – in allen Dimensionen, nicht bloß in der von den Populisten vom Hass verengten Perspektive.

    Wenn ich mir deine letzte Einlassung anschaue und mal den polemisch gegen mich gerichteten Ton herausnehme, sehe ich, dass wir schon einiges auch gemeinsam haben.

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