Was tun gegen Deutschlandfeinde in Deutschland? (3)

multikulturIch werfe einen kurzen Blick auf die fünf Gruppen und frage, wie wir bisher mit ihnen umgehen.

1. Salafisten aller Art, gewaltorientiert oder auch nicht.

Sie sind zuverlässig isoliert, politisch wie gesellschaftlich.

Man ist sich hier einig, oben und unten, links Mitte und rechts – allen ist klar, die sind Fremdkörper in Deutschland, potenziell gefährlich, und wenn wir sie loswerden könnten, dann wäre das gut.

WIE wir sie loswerden könnten, das ist allerdings eine noch politisch offene Frage. (Auch dürfte es noch manche unter uns geben, die meinen, es seien nicht so viele, drum brauche es noch keine drastischen Maßnahmen über das hinaus, was wir ohnehin schon zur Überwachung und Isolierung tun.)

Keine Frage sollte aber sein: Rechtsstaatliche Formen müssen dabei gewahrt bleiben.

2. Junge männliche verwahrloste Typen aus Marokko, Algerien u. a., wie wir sie in Köln erleben mussten.

Auch hier sind wir uns einig. Wir müssen schauen, dass möglichst wenige von diesen jungen Männern nach Deutschland, nach Europa kommen können.

Ob es helfen würde, Marokko und Algerien zu “sicheren” Ländern zu erklären? Es wäre eine Zwecklüge. Muss das sein?

Wir brauchen auf jeden Fall zweierlei: Wirksame Abkommen mit den Herkunftsländern dieser jungen Männer – und polizeiliche Aktivitäten, die dafür sorgen, dass diese Machos keine Chance mehr haben für ein kriminelles Dasein.

An dieser Stelle sind wir wohl im Moment noch ziemlich hilflos, ratlos.

3. Erdogan-Türken, teils mit, teils ohne deutschen Pass.

Viele von ihnen leben schon lange in Deutschland und sind an sich gut integriert. Aber sie haben sich faktisch für die Türkei und gegen Deutschland entschieden. Sie können uns nur noch hassen – weil wir ihren mehr oder weniger angehimmelten Erdogan für ein politisches Monster halten.

Eine ihrer großen Organisationen – die politische – ist ohnehin für deutsche Politiker tabu. Perfekt isoliert. Die andere, die religiöse – DITIB – wird wohl in den nächsten Monaten und Jahren isoliert werden.

Anders als die ersten beiden Gruppen gehe ich vorerst davon aus, dass sie nicht gewalttätig oder sonstwie kriminell werden. Wir können also gelassen zuschauen, ob die Erdo-Fans nicht freiwillig die Konsequenzen ziehen und ins Gelobte Land zurückkehren.

4. Arabische Familienclans, die sich in Berlin und andernorts systematisch abschotten.

Da haben wir bei unserer Einwanderungspolitik einen Fehler gemacht.

Glücklicherweise sind es nicht viele, die zu dieser hochkriminellen Gruppe gehören. Ich sehe aber kaum eine Integrationschance – und keine Chance, sie wieder loszuwerden.

Was tun?

5. Russland-Deutsche, die mit Putin und Russland sympathisieren – und Deutschland für dekadent und pervers halten.

Auch die sind nicht viele – aber sie haben etwas, was sie gefährlicher macht als die vier davor genannten Gruppen.

Sie sind nicht isoliert. Sie haben Anschluss an einen Teil der deutschen Öffentlichkeit – an den kultur-reaktionären Teil der Deutschen. Sie gehören zu Pegida, sie gehören zur AfD, sie gehören zum Extremismus der Mitte.

Sie haben alle einen deutschen Pass.

Es sind rabiate Deutschlandfeinde – und wir werden mit ihnen leben müssen. Ich sehe keine Chance, sie zu isolieren oder sie loszuwerden.

Fortsetzung folgt.

Anmerkung: Ich bitte darum, die Artikel zu diesem Thema im Zusammenhang zu lesen und zu kommentieren.

Kommentare

  1. Wolfgang meint:

    @ Leo:
    Der von dir verwendete Begriff “Deutschlandfeinde” fokussiert den Kern deiner Aussage zu sehr auf eine persönliche Ebene (Feinde Deutschlands, Feinde der Deutschen) und wirkt daher ziemlich missverständlich und irritierend. Allen beschriebenen Gruppen (außer vielleicht Gruppe 2 und evtl. auch noch Gruppe 4) geht es doch eher um die Feindschaft gegenüber Pluralismus, Liberalität, Weltoffenheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit etc. Egal ob in Deutschland, USA, Kanada, Benelux oder sonst wo.

    Mit der Wahl dieses Begriffes bietest du den betroffenen Personen zahlreiche Ablenkungs- und Angriffsflächen, ohne sich mit dem Kern deiner Aussagen auseinandersetzen zu müssen. Was Cenki ja auch weidlich auszunutzen versucht.

    Ich sehe auch, das die von dir beschriebenen Gruppen hoffnungslos in der Minderheit sind und nicht den Hauch einer Chance auf gesellschaftliche Anerkennung haben, geschweige denn Mehrheiten oder Wahlerfolge organisieren könnten.

    Allerdings können sie, im Schulterschluss mit unseren westlichen Menschenfeinden a la AFD, Wilders, Trump, Le Pen, Orban & Co dazu beitragen, eine Eskalationsspirale in Gang zu setzen, die irgendwann kaum noch zu stoppen ist.

    Das ist doch die viel größere Gefahr!
    Und es scheint, das alle demokratisch, weltoffen und eher liberal orientierten Menschen der Wucht dieser Entwicklung nach wie vor fassungslos, sprachlos und ratlos gegenüberstehen.

    Das sollten wir bald überwinden, denn diese Leute meinen sehr ernst was sie sagen oder oft auch nur andeuten. Man muss nur hinhören (Erdogan ist ein gutes Beispiel).

    Deine in letzter Zeit sehr scharfe und konfrontative Sprache in Bezug auf türkische Erdogan-Unterstützer in Deutschland kann ich schon gut nachvollziehen. Und doch befürchte ich, das du mit der Art über das Ziel hinaus schießt.

    Das man den Erdogan-Unterstützern aber entschieden entgegen treten und Grenzen aufzeigen muss, wenn sie die türkische Politik nach Deutschland tragen, ist völlig klar.
    Ob dies tatsächlich so geschieht ist eine andere Frage.

  2. Korbinian meint:
  3. Die Erdogan-Fans scheint es nicht zu stören, daß ihr Idol und seine Sippe sich Milliarden vom Vermögen des türkischen Volkes stehlen. Die im FOCUS genannten Zahlen sind konservativ, sind viel zu niedrig. Die kriminelle Pujol-Sippe in Katalonien benötigte rund 25 Jahre um 2-3 Milliarden Euro vom Vermögen der Katalanen zu rauben und dabei nach bewährter “Haltet-den-Dieb-Methode ” zu krakelen “Madrid beraubt uns!”

    Auch Erdogan benötigt stets äußere oder innere Feinde um die Türken von diesem Raubzug abzulenken und es scheint ihm zu gelingen?
    ———-
    http://www.focus.de/finanzen/news/palaeste-unternehmen-firmen-vater-der-tuerken-wie-erdogan-zu-seinem-gigantischen-vermoegen-kam_id_5750986.html

  4. Korbinian meint:

    Der 15. Juli 2016 soll als ‘Gedenktag der Märtyrer’ in Erdogans Türkei gelten.
    Diese Dramatisierung der Ereignisse und Instrumentalisierung von Toten erinnert an das Vorgehen eines bekannten Österreichers, der den 8. November 1923 (Marsch zur Feldherrenhalle in München) ebenfalls als ‘Gedenktag für Märtyrer’ in einem ‘demokratischen’ Deutschland unter Herrschaft des Hakenkreuzes etablierte und feierte.

    Erdogans Blutzeugen für die Bewegung. Aber alles ist demokratisch.

  5. Wolfgang,
    deine Befürchtung, dass der von mir verwendete Begriff (Deutschlandfeinde) “ziemlich missverständlich und irritierend” wirkt, ist ernst zu nehmen. Ich werde darauf in einem eigenen Artikel zu dieser Serie eingehen.

    Ich habe mir natürlich schon auch dabei gedacht, dass bisher eher rechtsorientierte Feinde des realen multikulturell bunten Deutschland, Feinde der liberalen Verfassung diesen Begriff gebrauchen – und völkisch aufladen.

    Deutschlandfeinde sind auch diejenigen, die das liberale, bunte, demokratische, pluralistische, minderheitenschützende Deutschland ablehnen. Es gibt ja doch wohl kein anderes Deutschland – jedenfalls zurzeit.

    Mehr zu alledem kommt bald, wie gesagt in einem eigenen Artikel.

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