Erdogans Putsch (4) – Deutschtürken in der Erdo-Falle (2)

tuerkeiEs gibt ca. 2,9 Millionen Einwohner türkischer Herkunft in Deutschland .

Davon sind etwas über 2 Millionen Erwachsene.

Etwa 1,4 Millionen haben einen türkischen Pass, waren also zum Beispiel wahlberechtigt am 1. November 2015 bei den letzten Parlamentswahlen der Türkei.

Von diesen 1,4 Millionen haben 570.000 abgestimmt. Das sind gut 40%. Keine sonderlich hohe Wahlbeteiligung.

Von diesen 570.000 haben knapp 60% AKP (also Erdogan) gewählt. Das sind etwa 340.000. Von den 1,4 Millionen wahlberechtigten Türken in Deutschland macht das 24%.

Nehmen wir an, dass ein Fünftel derer, die keinen türkischen Pass, aber türkische Herkunft haben, ebenfalls Erdogan gewählt hätten, kommen zu diesen 340.000 Erdo-Wählern nochmal ca. 150.000 dazu. Macht zusammen eine halbe Million.

So hoch ist die Zahl der Erdo-Türken in Deutschland zu schätzen.

Sie liegt also bei etwa einem Viertel der erwachsenen Deutsch-Türken.

Das sollte alle diejenigen berücksichtigen, die auf “die Türken” in Deutschland schimpfen.

Diese halbe Million Erdo-Türken in Deutschland macht natürlich heftig Propaganda und Druck auf den Rest.

Die sollen sich ihnen anschließen! Die sollen nicht zu Verrätern werden!

Andererseits: Erdo-Türken schließen sich aus der deutschen Gesellschaft aus. Das wollen viele türkischstämmige Bürger bzw. Einwohner Deutschlands natürlich nicht. Sie haben hier einen guten Arbeitsplatz, eine schöne Wohnung, eigentlich ist Deutschland ihre Heimat …

Wie viele Herzen und Köpfe erleben jetzt die Spaltung in sich selbst?

Wohin gehöre ich?

Wir wissen nicht, für wie viele die Frage keine Frage ist, weil sie sich ganz für Deutschland entschieden haben. Ich schätze, es ist mindestens ein Drittel dieser 2,9 Millionen, möglicherweise auch die Hälfte.

Bleibt immerhin etwa ein Drittel, das heftig hin- und hergerissen ist.

Immerhin 85% der Menschen mit türkischen Wurzeln in Deutschland fühlen sich eng oder sogar sehr eng mit der Türkei verbunden; gleichzeitig fühlen sich 87% eng bzw. sehr eng mit Deutschland verbunden.

Das lässt uns ahnen, dass bei sehr vielen die innere Spannung groß ist.

(Immerhin war die Verbundenheit mit der Türkei nicht so heftig, dass sich das bei den meisten auf die Wahlbeteiligung ausgewirkt hätte. Die niedrige Wahlbeteiligung spricht dafür, dass diese Bindung an die Türkei nicht so hoch anzusiedeln ist, wie es manchen erscheinen mag, der vor allem die Fanatiker wahrzunehmen gewillt ist.)

Erdogan zwingt sie nun zur Entscheidung. Deutschland oder die Türkei – wohin gehört ihr?

Es ist nicht gut, dass die Deutschtürken zu dieser Entscheidung gezwungen werden. Mit der Zeit würden Integration und Assimilation das Problem zugunsten Deutschlands lösen.

Dass so viele Deutschtürken sich bisher nicht lösen konnten von der Türkei, liegt auch an uns; liegt auch an unangenehmen Erfahrungen der Ausgrenzung und Ablehnung, die viele türkische Einwanderer hier machen mussten.

Die Zeit heilt solche Wunden.

Jetzt sind politische Umstände eingetreten, die den natürlichen Prozess unterbrechen.

Die Türkei, verkörpert durch einen türkischen Hitler (siehe Anmerkung unten!), will es wissen. Will die Deutschtürken gegen Deutschland und die Deutschen in Position bringen. Ein Viertel der Deutschtürken spielt dieses Spiel ganz offen und unverschämt mit, vertreten u. a. durch UETD und DITIB.

Wir tun gut daran, die Herausforderung anzunehmen.

Wir müssen gegenhalten!

Das ist gerade deshalb nötig, weil wir sehr viele Einwanderer im Lande haben und noch mehr bekommen werden. Es sollte Klarheit geschaffen werden: Wer als Einwanderer bei uns leben will, der muss sich im Konfliktfall für Deutschland entscheiden.

Sollte er es nicht tun, brauchen wir das nicht mit moralischer Empörung zu quittieren. Es ist jedermanns Recht, sich gegen Deutschland zu stellen. Aber wer Einwanderer in Deutschland ist und in sein Heimatland zurückkehren kann, der sollte die Konsequenzen aus seiner anti-deutschen Haltung ziehen und die Koffer packen.

Die Einwanderungspolitik kann nur aufrecht erhalten werden, wenn uns die Integration gelingt.

Auch die politische Integration.

Anmerkung:

Die Türkei erlebt ihr “1933″, und Erdogan hat sich ganz offen als türkischer Hitler positioniert:

  • Er hat in Wort und Tat die Gewaltenteilung abgeschafft und einen Polizeistaat geschaffen;
  • er setzt sich eins mit dem türkischen Volk (wer nicht für ihn ist, der ist kein richtiger Türke);
  • seine Anhänger sehen das genauso und bejubeln ihn als Großen Führer, schwören ihm bedingungslose Gefolgschaft;
  • er hat sogar selbst einmal Hitler als Vorbild erwähnt;
  • er wählt immer wieder faschistische Rhetorik (für uns auffälligstes Beispiel: die bei deutschen Bundestagsabgeordneten türkischer Herkunft nötige Blutprobe);
  • er möchte die Türken im Ausland gegen die dortigen Regierungen mobilisieren;
  • er säubert den Staatsapparat, so dass nur noch seine Anhänger dort Ämter haben;
  • er hat die Pressefreiheit, Medienfreiheit inzwischen fast völlig abgeschafft;
  • er führt einen offenen Krieg gegen eine renitente Minderheit im Lande, die Kurden.

“1933″ ist erst die Machtergreifung. Was kommt danach? Was kommt, wenn dieser hemmungslose maßlose Machtmensch die totale Macht einmal in der Hand hat?

Beachten wir auch diese Parallele: Hitlers Machtergreifung war populär. Er hatte die Mehrheit der Bevölkerung auf seiner Seite. Wenn die Mehrheit der Bevölkerung die Abschaffung der Demokratie begrüßt, ist das nicht Demokratie.

Nun, im Moment sehen wir erst die Anfänge.

Man kann den Erdo-Türken und denen, die nicht so recht wissen, wie sie sich – hin und her gerissen – verhalten sollen, nur raten, sich mit deutscher Geschichte zu beschäftigen. Was aus der Alleinherrschaft eines Machtmenschen werden kann. Dass das Volk in der Falle sitzt, wenn es sich einem Hitler oder Mussolini oder Erdogan anvertraut.

 

Kommentare

  1. Hmmmm, bitte den oberen Beitrag rausnehmen @Leo, WordPress hat meine Klammern fehlinterpretiert und Text gelöscht. Hier die richtige Version:

    Ein -wie ich finde- interessanter Beitrag zur Stimmungslage aus Berlin:
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/nach-dem-gescheiterten-putsch-der-tuerkei-konflikt-in-berlin/13920646.html

    “”Ob Parteien, Sportvereine, Gotteshäuser – fast jede Organisation der Türkei hat in Berlin einen Ableger. Man muss hier nicht nur kein Deutsch können, man kann auch im politischen Kosmos der Türkei stecken bleiben. „Wenn ich in eine Eckkneipe gehe“, sagt Riza, „sitzen da Polen, Deutsche, Kroaten. Die Türken aber wollen oft unter sich bleiben. Mehr als die Hälfte von ihnen stehen hinter Erdogan – oder noch rechts von ihm.”"

    Ich finde diesen Bericht einmal ganz interessant, da er trotz seiner Subjektivität einmal auf die Vermischung von Politik, Geheimdiensten und Mentalität eingeht:

    “Viele Türken sind nie in der Moderne angekommen. Das Leben besteht für sie aus Clan, Religion und Seilschaften.”

    Zur (möglichen) Rolle des MIT kommt folgendes:

    “So gebe es in der Stadt kleinkriminelle Deutschtürken, die sich jahrelang nur für Spielcasinos und Türsteherjobs interessierten, bis sie – der Kurdenkonflikt eskalierte gerade – plötzlich als „Turkos MC“ auftauchten. Der Politrockerklub führte 2015 antikurdische Aufmärsche an. „Auf einmal hatten die Geld und ‘nen Plan“, sagt der Jurist. „Dabei waren das kleine Dealer, letztlich Großmäuler.“ Die seien, schlussfolgert er, angeleitet worden. „Mich erinnerte das sofort an den MIT.“”

    Weiterhin scheint die Presse ENDLICH auch einmal die Türkische Gemeinde Berlin (TGB) näher ins Fadenkreuz zu nehmen, nicht zu verwechseln mit dem liberalen Türkischen Bund Berlin Brandenburg (TBB):

    “Im Kreuzberger Rathaus wird darüber gestritten, dass der Bezirk den Aleviten ein Grundstück für ein Denkmal zur Verfügung stellen will. Damit soll an die Massaker in Dersim in den 30ern erinnert werden, bei denen 60.000 Aleviten starben. Die Türkische Gemeinde lehnt das Denkmal ab. Und sagt, man werde „Teile der Bevölkerung gegen eine Denkmalsetzung“ mobilisieren.”

    Mobilisieren klingt ja erst einmal unverdächtig – nur, das kann man ja auf die Spitze treiben und damit jegliche Diskussion ausschalten, zumal so mancher Lokalpolitiker dann doch lieber aufgibt, anstatt sich einem organisierten und gesteuerten Shitstorm zu stellen. Ich erinnere an dieser Stelle nur einmal an das Spendenprojekt bei der Drogerie DM, und dem daraufhin ausgearteten Shitstorm, der das Unternehmen letztendlich dazu zwang, die Aktion abzublasen, da es konkrete Drohungen gegen Mitarbeiter und Kunden gab, und bereits Privatadressen von Filialleitern im Internet waberten. Wenn schon ein Denkmal oder eine Spendenaktion so aus dem Ruder läuft, drohen uns wahrlich feucht-fröhliche Zeiten, wenn es um die wahren Fleischtöpfe geht…

    Am Rande:
    Mich wundert eigentlich, dass die UETD mittlerweile so offen auftritt; vor wenigen Jahren noch hat man sich peinlichst bemüht, unpolitisch zu wirken, und nun meldet man selbst Demonstrationen an – gesteigertes Selbstbewusstsein, oder Größenwahnsinn? Möglicherweise wird ja in naher Zukunft -ganz zufällig natürlich- eine ähnliche Organisation gegründet, aber natürlich politisch neutral. Offiziell zumindest. Oder man nutzt die neue Partei von Herrn Aru dazu, nachdem sich die BIG-Partei ja selbst zerlegt hat, und als politische Basis nicht mehr zu gebrauchen ist.

  2. Korbinian meint:

    En büyük Türkiye!

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