Erdogans Putsch (6) – DITIB in der Erdofalle

tuerkeiDITIB ist Dachverband für ca. 900 Moscheevereine in Deutschland und eine türkische Regierungsorganisation. Organ der türkischen Regierung. Also Erdogan unterstellt. DITIB ist weisungsgebunden. Ankara befiehlt, Köln gehorcht – und jeder der 900 Moscheevereine gehorcht.

Man steht zwangsläufig treu zum türkischen Hitler. Agiert als verlängerter Arm des türkischen Hitler.

Vielleicht in manchen Personen und in manchen Fällen mit Bauchschmerzen, aber die Freiheit hat man bei DITIB nicht, sich von Erdogan zu distanzieren. Die große Mehrheit wird ohnehin zu den Erdogan-Fans zählen.

Ich bin mir sicher, dass ein kluger und weltoffener und demokratisch gesinnter Mann wie Generalsekretär Bekir Alboga todunglücklich ist und weiß, was auf DITIB zukommt.

Er weiß, dass Erdogan DITIB in Deutschland kaputt macht.

“Wir dürfen uns jetzt nicht spalten lassen!” sagt er.

Die Spaltung ist da. Und er steht auf der falschen Seite. Der Seite des türkischen Hitler.

Auch Alboga verteidigt erdogantreu die Abschaffung von Demokratie und Rechtsstaat in der Türkei.

Ich zitiere die SZ:

Die Kritik in Deutschland an dieser Entwicklung ist heftig.

Cem Özdemir, Parteichef der Grünen, fordert die Ditib auf, nicht “zum verlängerten Arm” von Erdoğans AKP zu werden; sie müsse sich klar von den nationalistischen Gruppen distanzieren, die Özdemir eine “türkische Pegida” nennt.

Auch der SPD-Integrationsbeauftragte Aziz Bozkurt nannte die Entwicklung der Ditib “erschreckend”; der Moscheeverband biete derzeit das Bild einer Organisation, “die unserem Zusammenleben nicht guttun kann”.

Jens Spahn, Vize-Chef der CDU, erklärt, mit dieser Ditib könne es keine Staatsverträge geben, zum Beispiel über den Religionsunterricht.

Spricht man mit dem Ditib-Generalsekretär Alboğa, merkt man bald, wie sehr er unter Druck steht von beiden Seiten.

Natürlich habe es in den Gemeinden Überreaktionen gegeben, die nicht gut seien, aber man müsse auch die Emotionen verstehen. Ja, natürlich hätte man jene Journalisten und Richter, die Reue zeigten, nicht mit der Polizei abführen sollen – eine Kritik an der Verhaftungswelle von Oppositionellen ist das nicht.

Redet man mit Ditib-Vertretern vertraulich, bekommt man schon mal zu hören: Wenn wir zu kritisch werden, sind wir weg, dann kommen die wahren Hardliner.

Kein Wort zu Erdogans Putsch. Kein Wort zur Abschaffung von Demokratie und Rechtsstaat.

Sollen sie doch kommen, die Hardliner bei DITIB!

Was tun?

Aziz Bozkurt, Vorsitzender der AG Migration und Vielfalt der SPD (FAZ):

Für unsere Einwanderungsgesellschaft stellt sich mehr denn je die Frage: Müssen Staat und Gesellschaft nicht genauer hinschauen, wenn Unrechtsregime und zunehmend autokratische Staaten, wie die Türkei, plötzlich in Form von in Deutschland organisierten Verbänden am Verhandlungstisch sitzen und Ansprüche geltend machen wollen?

Die Frage stellt sich beispielsweise dann, wenn Beiräte für islamische Lehrstühle an deutschen Hochschulen eingerichtet werden sollen.

Die Frage stellt sich, wenn Staatsverträge mit Muslimen abgeschlossen werden sollen.

Die Frage stellt sich, wenn es um die Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts geht.

Der Islam und die Muslime gehören selbstverständlich zu Deutschland. Ob Organisationen wie die Ditib zu Deutschland gehören? Daran darf gezweifelt werden. So lange, bis die Leine in die Türkei gekappt wurde.

Vom Islamgesetz in Österreich muss man nicht viel halten, aber einen Fahrplan, um Organisationen wie Ditib hier heimisch zu machen, braucht es in Deutschland allemal.

Bis dahin heißt es: Staatsverträge mit Muslimen, die eine hohe symbolische Kraft haben? Auf jeden Fall, aber nicht mit dem verlängerten Arm Erdogans.

Islamische Lehrstühle? Nur ohne den Einfluss und das ständige Genörgel vom Ausland gesteuerter konservativer Verbände.

Und eine Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts? Auf keinen Fall für die Ditib.

Reicht das?

Die Imame von DITIB kommen aus der Türkei und werden von der Türkei bezahlt. Dem wird wohl bald ein Riegel vorgeschoben werden. Wie in Österreich wird eine Finanzierung aus dem Feindesland Türkei unmöglich gemacht werden. – Wer bringt die Gesetzesentwürfe ein?

Die Beteiligung von DITIB in irgendwelchen Gremein wird nach Möglichkeit ausgesetzt; etwa, wenn es um die Gestaltung des Religionsunterrichts geht.

In allen Kommunen könnte DITIB bald wie Scientology behandelt werden: als unerwünschte Organisation, mit der Kooperation unterbunden wird.

Kommentare

  1. Cenki66 meint:

    Vom Islamgesetz in Österreich muss man nicht viel halten, aber einen Fahrplan, um Organisationen wie Ditib hier heimisch zu machen, braucht es in Deutschland allemal.

    Die Imame von DITIB kommen aus der Türkei und werden von der Türkei bezahlt. Dem wird wohl bald ein Riegel vorgeschoben werden. Wie in Österreich wird eine Finanzierung aus dem Feindesland Türkei unmöglich gemacht werden. – Wer bringt die Gesetzesentwürfe ein?

    —–

    Darum geht es doch, nur darum! Aber schön, dass gemeckert wird und keine Alternative angeboten wird. Was wäre denn die Alternative zu den Imamen aus der Türkei. Kurz- bis mittelfristig NICHTS. Das sind ausgebildete Theologen, die Ahnung vom Fach haben.
    Man will die DITIB aus den Fängen der Türkei befreit wissen, bietet aber keine vernünftige Alternative in Deutschland an.

    Ohne Bezahlung, nur Laien, dann bin ich mal gespannt, was hier abgeht. Dann wird man merken, dass die gescholtenen DITIB-Imame dafür gesorgt haben, einen vernunftorientierten Islam zu vermitteln.

    Der Umstand, dass die Imame aus der Türkei kommen und bezahlt werden, verheimlicht die DITIB ja nicht. Aber daraus ein Strick zu drehen, man würde eins zu eins das durchreichen, was Erdogan befiehlt ist reine Hetze, die nicht belegbar ist.

    Auch hier habe ich nach konkreten Beispiel genannt, gleichwohl ich auch Gegenbeispiele genannt haben, dass dem nicht so ist. Frau Özoguz wurde bekanntlich zum Iftar nach Köln eingeladen. Paar Tage zuvor hatte Erdogan noch diese beleidigt. Folglich müssten doch bei DITIB Köpfe rollen. Über diesen Umstand bist du auffällig leise.

    Wenn keine konkreten Beweise da sind, ausser die gebetsmühlenartige Wiederholung, dass die Imame auf der Gehaltsliste des türkischen Staates stehen, geht das schon in Richtung Agitation.

    Gruß
    Cenki

    Signatur:
    http://blog.initiativgruppe.de/2016/07/05/der-blogger-macht-eine-woche-pause-und-was-passiert-1/#comment-61718

  2. Korbinian meint:

    Vom Islamgesetz in Österreich muss man nicht viel halten, aber einen Fahrplan, um Organisationen wie Ditib hier heimisch zu machen, braucht es in Deutschland allemal.

    Als nächstes erkennen wir dann die Praxis der obersten Rechtsgelehrten aus Saudi-Arabien hier an. Wird ja immer lustiger.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

*