Alternative GEGEN Deutschland schafft in McPomm 21%

rechtsSie mögen Deutschland nicht.

Das Deutschland, in dem sie leben.

Das reale Deutschland.

Denn dieses Deutschland ist ihnen fremd.

  • Es ist pluralistisch.
  • Es ist multikulturell.
  • Es hat keine völkische, sondern eine demokratische Identität.
  • Es geht rechtsstaatlich zu.
  • Es ist liberal.
  • Es hat eine auf Kompromiss hin angelegte politische Kultur.
  • Es setzt auf Objektivität und sachliche Lösung von Problemen.
  • Es fügt sich ein in die Globalisierung.
  • Es geht mit bei der permanenten technologischen Revolution.
  • Es ist – ich gebe es zu – auch sozial ungerecht und wird immer ungerechter.
  • Es orientiert sich politisch und kulturell am Westen und nicht am Osten, an den Realitäten der Gegenwart und nicht an den Mythen einer verlorenen Vergangenheit.

Das alles geht ihnen gegen den Strich. Das reale Deutschland, in dem wir alles in allem recht gut leben, ist ihnen fremd, ist ihnen feind. Sie lieben unser gemeinsames Deutschland nicht, sie verabscheuen es.

Irgend ein mythisches Deutschland haben sie im Kopf, ein Deutschland, das es nie gegeben hat und das es nie geben kann und geben wird – DAS lieben sie.

Sie sehnen sich nach völkischer Homogenität und autoritärer Herrschaft. Sie wollen eine völkische Revolution.

Sie sind rein destruktiv. Sie sind fundamental dagegen. Aber wofür sie sind, das lässt sich kaum formulieren und praktisch nicht in Politik setzen. Sie wissen auch nicht, wie sie das machen könnten. Nämlich MIT unserer Verfassung, MIT unserer Wirtschaft und den Interessen der Wirtschaft, MIT der gegebenen Vielfalt, die inzwischen in jeder Hinsicht Grundlage aller Politik ist.

Politik muss sich in der Vielfalt bewähren. Dazu braucht man einen Sinn für Vielfalt, Liberalität, Kompromiss.

21% haben nun auch – nach Sachsen-Anhalt – die Alternative gegen Deutschland gewählt. Das ist ein Fünftel. Also nicht das Volk.

Man könnte sagen: DAS VOLK ist gegen Erdogan und die Erdotürken in Deutschland. Da ist es wirklich das Volk, und so unterschiedlich die Gründe und Motive und Interpretationen sein mögen, die hinter diesem Nein stehen, es ist einhellig so.

Was aber die Politik insgesamt angeht, so ist die AgD ein beträchtlicher Teil, eine starke Minderheit – aber eben doch nur eine Stimme in der Vielfalt der politischen Strömungen und Bewegungen.

Wir werden mit dieser deutschlandfeindlichen Truppe leben müssen. Sie wird sich immer wieder selbst das Leben schwer machen, weil negative Hirne auch nach innen sehr viel Gift verspritzen und destruktive Verhältnisse unter sich produzieren.

Deutschland bekommt also, was Holländer, Dänen, Franzosen, Österreicher, Italiener etc. auch schon haben – ein Fünftel, ein Viertel, ein Drittel der Bürger fühlt sich als Verlierer der Entwicklungen und rebelliert als politischer Pöbel, als Mob, destruktiv, selbstzerstörerisch.

Die Ursache dieser destruktiven Reaktion ist nur vordergründig die Einwanderung, der Flüchtlingszustrom. Die ganze Welt wird ihnen fremd, unheimlich, unerträglich.

Daran hat die neoliberale Prekarisierung und Entsolidarisierung der Gesellschaften schuld. Die neoliberale, antisolidarische Gestaltung des Modernisierungs- und Globalisierungsprozesses.

Es ist ja in der Tat so: Für immer mehr Menschen gibt es keinen angemessenen Platz mehr in der Gesellschaft, keine Hoffnung auf die Zukunft mehr, keine vertraute Heimat mehr, keine verlässlichen Bindungen mehr, keine stabile Identität mehr. Keine Alternative innerhalb der gegebenen politischen Ordnung.

Also rebellieren sie.

Wenn die im Moment noch 80%, die nicht destruktiv agieren und reagieren, meinen, sie könnten und müssten einfach so weiter machen, es gebe keine Alternative – dann lassen sie die Alternative gegen Deutschland anschwellen.

Die Antwort, offensiv: Mehr Sozialstaat, mehr Solidarität, mehr Inklusion, mehr politischer Klartext.

Die Antwort, defensiv: Verteidigung der Gewaltenteilung. Der Vielfalt. Der Multikulturalität.

Die Antwort, strategisch: Weitere Ausgrenzung. Mit einem Mob kann man keine Politik machen.

Vgl. u. a. diesen Artikel von mir: Wird die AfD gefährlich?

Kommentare

  1. Korbinian meint:

    Grundeinkommen für alle, finanziert z.B. über eine Maschinensteuer, das wäre mein Ansatz. Darunter würde allerdings auch die Sozialbürokratie leiden, deswegen werden diese Ansätze auch von linker Seite gern beargwöhnt.

  2. Danke Dir für diese klaren Worte! Ich gebe sie gerne weiter.

  3. Diese rechten Erfolge sind die Folge von großen Koalitionen, besonders wenn sie lange dauern. Bei den 68ern war die Opposition Links, jetzt bei den 16ern ist sie Rechts.

    Das Gegenbeispiel ist Spanien, wo die Parteien eine mögliche GroKo systematisch ablehnen und deshalb im Dezember wohl die dritten Nationalwahlen in einem Jahr der Paralyse anstehen…

  4. almabu,
    meinst du nicht, dass die Parteien in Spanien gezwungen sind, auch ungeliebte Koalitionen einzugehen?

    An die ca. ein Dutzend Poster gerichtet, die ich hier nicht freischalte – und die natürlich den AgD-Erfolg feiern:

    NUR ein Fünftel der Wähler hat AgD gewählt – die anderen knapp 80% nicht. Angela Merkel hat insofern nicht verloren. 80% ist Angela Merkel immer noch lieber als die AgD.

    Von denen, die AgD gewählt haben, so lese ich, soll nur wiederum ein Viertel wirklich überzeugt sein von der Richtung und dem Programm der Truppe. Die anderen haben einfach Protest gewählt.

    Das wär ja doch interessant, mal zu sehen, wie sich die AgD-Repräsentanten inhaltlich zusammenraufen, wenn es denn für sie nötig wäre.

    Dieses Fünftel der AgD-Wähler wählt einfach mal die Zerstörung.

    Es ist da durchaus eine gute Frage, warum immer mehr Bürger einfach nur noch Zerstörung wählen. Das ist eine Frage, die ich u. a. den Finanzeliten stellen möchte. Und denen, die ihnen dienen. Angela Merkel und Wolfgang Schäuble gehören dazu. Auch Sigmar Gabriel. Der Markt macht die Menschen, macht die Gesellschaft kaputt. Nach und nach. Das Marktprinzip, das uns da sagt: Lassen wir den Markt nur alles zerstören, was er zerstören will – der Markt ist das Gute und stellt per saldo das Gute her.

    So zerstört er eben auch Solidarität, Vernunft, Verantwortungsgefühl, politische Rationalität.

    Der Markt macht immer mehr Menschen – verrückt.

  5. Leo, bittere Wahlergebnisse “umzuinterpretieren” scheint mir ein unzulässiger Weg, der letztlich Wahlen generell in Frage stellt. Man kann natürlich NICHT sagen daß alle, die nicht AfD gewählt haben, letztlich hinter Merkel stünden. Sie haben ja schließlich nicht CDU gewählt, was ihnen ja möglich gewesen wäre. Zwar stimmt es daß es wohl in allen Parteien Überschneidungen, Schnittmengen in gewissen Fragen gibt, auch in solchen die uns nicht gefallen, aber diese anzuführen würde den Wert von Wahlen grundsätzlich in Frage stellen. Man könnte zwar sagen, daß 81% NICHT Merkel wählten bei dieser Landtagswahl, aber eigentlich waren es 100% denn Merkel stand nicht zur Wahl, höchstens die von ihr zu vertretenden Folgen ihrer Politik. Jeder Wähler muss vorher abwägen, aber das Wahlergebnis zählt nur im entsprechenden Bundesland und so gesehen sind “Denkzettel” zwar üblich, treffen aber eigentlich die falschen Adressaten, einverstanden?

  6. Ich habe diesen Artikel in der Initiative Humanismus verlinkt:

    https://www.facebook.com/groups/153148274781316/

  7. @Leo

    “almabu, meinst du nicht, dass die Parteien in Spanien gezwungen sind, auch ungeliebte Koalitionen einzugehen? ”

    Das dachte ich in der Tat auch, musste mich aber in den vergangenen neun Monaten eines Besseren belehren lassen!

    Da kommen wohl verschiedene landestypische Aspekte zusammen? Grassierende Korruption, zumindest in allen etablierten Parteien.
    Der Hang zum schnellen Maximalertrag, also sich in extrem zugespitzter Situation seine Zustimmung so teuer wie überhaupt nur möglich abkaufen zu lassen, nach dem Motto “nach mir die Sintflut!”
    Extreme politische Differenzierung in kleine und kleinste Parteien und Gruppen bei gleichzeitiger Kompromissunfähigkeit.
    Eine Gro Ko wird als zutiefst undemokratisch empfunden, obwohl mittlerweile von den PSOE-Ex-Ministerpräsidenten Gonzalez und Zapatero empfohlen als bittere Medizin, “als sauren Apfel, in den man aus Verantwortung um das Land Spanien nun mal beissen müsste!”
    Es gäbe und gibt die rechnerische Möglichkeit den klaren Wahlsieger der letzten beiden Nationalwahlen Spaniens (am 20D und 26J), den konservativen Mariano Rajoy und seine Partido Popular, PP völlig aus der Regierung zu verdrängen, da er bisher max. seine eigenen 137 PP-Stimmen und 32 Stimmen der neoliberalen Ciudadanos (C’s), also in der Summe 169 Sitze anstatt der für eine absolute Mehrheit benötigten 176 Sitze von den 350 Sitzen des spanischen Parlamentes aufbringen konnte. Nur zwei mögliche Varianten, eine GroKo aus zwei Parteien (PP+PSOE) und eine GroKo aus drei Parteien (PP+C’s+PSOE) kämen über die Hürde der absoluten Mehrheit. Die rechnerische Alternative aus linken Gruppierungen, Splitterparteien und katalanischen und baskischen Separatisten wäre in der Praxis heillos zerstritten und würde zudem an der Aufsplitterung des heute real existierenden spanischen Staates arbeiten.

  8. OFF TOPIC:
    “..Was ist die Aufgabe des BND? Uns vor der Spionage der anderen zu schützen, oder um mit den anderen gegen Deutschland zu spionieren? ..”

    Aus der Leitung des französischen Auslandsgeheimdienstes DGSE ist zu hören, daß man wegen der sowieso engen Zusammenarbeit an eine Zusammenlegung des DGSE mit dem BND dachte, eine Art europäischer Geheimdienst sozusagen, der sich dann nationaler Kontrolle weitgehend entzöge? Wie weit die Politik in diese Pläne eingeweiht war ist nicht bekannt…

  9. almabu,
    ich steh ja auch nicht hinter Merkel, oder?
    Aber ich kann schon sagen, dass mir Merkel und die CDU lieber sind als die AgD.

    Außerdem haben die 21% AgD-Wähler nicht wegen der Politik in McPomm AgD gewählt, sondern wegen der Politik in Berlin. Sie haben also gegen Merkel gewählt. Während die andern zumindest gut demokratisch meinen, mit Merkel leben zu können. Die AgDler wollen – auch wenn sie es nicht direkt zugeben – den Bruch der Verfassung, eine völkische Revolution, eine radikale Spaltung der Gesellschaft mit dem Ziel, die völkische Definition des Deutschtums durchzusetzen.

  10. Was folgt praktisch daraus, almabu?
    Dass sich Spanien jetzt als Land auflösen muss – oder dass irgendwer die Diktatur ausrufen muss – weil keine Regierung mehr möglich ist?
    Ich denke, eine schlechte Koalition ist immer noch besser als einer von diesen beiden Extrem-Optionen.

    Eine weitere Möglichkeit wäre ja, dass sich Spanien in seine Regionen auflöst. Auf Regionalebene gibt es vielleicht noch regierungsfährige Mehrheiten ohne ungute Koalition.

    Ich denke immer, man sollte grundsätzlich nur koalitionsfähige Parteien wählen. Man sollte es vermeiden, eine Partei zu wählen, die mit den meisten anderen Parteien nicht kann. Absolutismus und Reiheit sind mir fremd.

    Warum wollen so viele Wähler eine Partei haben, die nicht großzügig kompromissbereit ist? Vermutlich aufgrund eines Charakterfehlers. So würde ich es jedenfalls gemeinerweise nennen. Politik ist immer Gemeinschaftsarbeit. Auch dann, wenn Konkurrenz herrscht. Aber die brutale totale Konkurrenzorientierung der kapitalistischen Wirtschaft schlägt auf die Gesellschaft zurück und verdirbt den Charakter der beteiligten Personen. (Vor dem Kapitalismus war es der Absolutismus der Religion, davor die Selbstfixiertheit der Familie oder des Clans oder des Stammes oder des Standes. UNSERE Aufgabe wäre es, immer engagiert für das Gemeinwohl zu kämpfen – und dies ist nur denkbar, wenn man die Interessen und Interessendefinitionen aller Beteiligten berücksichtigt.)

  11. Ja, almabu,
    da die EU nicht in der Lage ist, sich einigermaßen demokratisch zu organisieren, wäre ein EU-Geheimdienst eine üble Sache. Wie du sagst: noch mehr der Kontrolle entzogen als die nationalen Geheimdienste. Die allerdings operieren ja auch schon fast unkontrolliert. Jedenfalls ist das, was uns da als Kontrolle verkauft wird, weitgehend Täuschung. Die Kontrolleure wollen die Geheimdienste nicht kontrollieren. Sie meinen, dass die sonst ineffizient werden: Echte Kontrolle würde auch Transparenz bedeuten, Geheimdienste wollen nun mal grundsätzlich total intransparent bleiben. Man kann das aber nicht laut sagen, weil es gegen die Verfassung und gegen den öffentlichen Willen wäre. Eine der notorischen und systematischen politischen Lügen, mit denen wir ganz selbstverständlich leben. Nur als Nicht-Politiker kann man das aussprechen.

  12. “Was folgt praktisch daraus, almabu?
    Dass sich Spanien jetzt als Land auflösen muss – oder dass irgendwer die Diktatur ausrufen muss – weil keine Regierung mehr möglich ist?
    Ich denke, eine schlechte Koalition ist immer noch besser als einer von diesen beiden Extrem-Optionen.. ”

    Es gäbe – wie ich schon schrieb – rein zahlenmäßig drei Möglichkeiten einer spanischen Regierung:
    1.) GroKo aus PP und PSOE etwa unserer GroKo aus CDU/CSU und SPD entsprechend. Das sind die “staatstragenden Regierungsparteien” seit der Reetablierung der spanischen Demokratie nach Franco. Sie sind aber auch beide stark herabgewirtschaftet und in extreme Korruptionsfälle (rund 1.600 laufende, nicht abgeschlossene Verfahren!) verwickelt. Die Unzufriedenheit der Spanier führte zu Neugründungen von Parteien und Gruppierungen auf beiden Seiten des politischen Spektrums, um die jeweiligen eigenen Unzufriedenen vor Abwanderung ins gegnerische Lager zu bewahren. Rechts waren dies die CIUDADANOS, (C’s), die Bürger um Albert Rivera, einen Katalanen aus Barcelona. Links waren die PODEMOS und eine Reihe von regionalen Varianten, die zumeist aus “den Empörten” der ausserparlamentarischen Opposition der vergangenen Jahre hervorgegangen sind. Dann gibt es die canarischen, baskischen und katalanischen Separatisten. Die Katalanen sind mit ihren 17 Sitzen ein Sonderfall, den sie nehmen Plätze in einem Parlament ein, dem sie gar nicht angehören wollen, dessen Regeln sie nicht einhalten wollen, z.B. die zu Grunde liegende Spanische Verfassung, die Monarchie als Staatsform, die Gesetze und die Justiz des Landes. Dies hindert sie aber nicht daran, im Parlament zu sitzen, sich dies teuer honorieren zu lassen und von innen an dessen Zerstörung zu arbeiten, wogegen sich die Zentralregierung nur halbherzig mit rechtlichen Schritten wehrt, welche die Separatisten (ein gutes Drittel der Katalanen maximal!) folgenlos ignorieren.
    2.) Eine Dreier-GroKo aus PP+C’s+PSOE. Sie läge mehr neoliberal Rechts. Die PSOE mit ihren 85 Sitzen würde bei diesem Modell eigentlich nur dazu benötigt die fehlenden 7 Stimmen zur absoluten Mehrheit zu liefern, wozu sie wohl zu stolz ist? Konflikte gäbe es – ebenso wie bei Variante 1 der GroKo bei sozialen Kürzungen im medizinischen und Bildungbereich, beim Arbeitsrecht und bei der Schaffung von Arbeitsplätzen. Nur betrüge das Verhältnis von PP zu PSOE in Variante 1 etwa 3/4 zu 1/4 und wäre somit etwas weniger schmachvoll für die PSOE als Variante 2.
    Die Variante 3, also eine Koalition aus PSOE, PODEMOS in allen Varianten, sowie den canarischen, baskischen und katalanischen Nationalisten bzw. Separatisten sehe ich persönlich als rein theoretisches Zahlenmodell das in der Praxis nie funkltionieren würde, weshalb man es das “Modell Chaos” nennen könnte?
    Diese drei Varianten wären Modelle mit einer eigenen Regierungsmehrheit. Dazu gäbe es die Variante der Minderheitsregierung der PP. Dazu könnte sich Mariano Rajoy oder ein anderer Kandidat im zweiten Wahlgang, wo nur die einfache, nicht die absolute Mehrheit benötigt würde, durch entsprechend abgesprochene Enthaltungen der anderen Parteien oder Teilen von ihnen zum Ministerpräsidenten wählen lassen und Spanien regieren, wobei er sich aber für jedes Projekt Mehrheiten beschaffen müsste. Das wäre durchaus machbar, würde aber wohl Erpressungen und Bestechungen Tür und Tor öffnen?
    Jedenfalls muss es nicht sein, daß es in Spanien seit (inkl. Wahlkampf) jetzt ungefähr 11 Monaten keine normal arbeitende Regierung gibt, wobei Spötter dies nicht unbedingt als Nachteil bezeichnen…

  13. EU-Ultimatum an Spanien: 15. Oktober 2016!

    Spanien, der EU-Staat seit 9 Monaten ohne rechtmäßige neue Regierung, beginnt die Geduld der EU zunehmend zu strapazieren.

    Das Land hatte im Jahr 2015 die verbindliche 3% Vorgabe der maximalen erlaubten Neuverschuldung „gerissen“, worauf in der EU eine konkrete Strafe steht. Diese Neuverschuldungsgrenze hat aber z.B. auch Frankreich folgenlos nicht eingehalten. Im Falle von Italien ist mir die aktuelle Situation nicht bekannt?

    Anfang August wurde Spanien von der EU dann nicht nur die Strafe erlassen, sondern zwei weitere Jahre Zeit gegeben, die Neuverschuldung unter die magische Marke von 3% zu drücken. Spanien sollte seine Neuverschuldung nun in 2017 und 2018 jeweils um 0,5% senken um die Zielvorgabe zu erfüllen.

    Jetzt soll Spanien seinen Haushaltsentwurf für 2017 bis zum 15. Oktober nach Brüssel einreichen und das ohne vernünftige Regierung! Auch sollte das Land zu diesem Zeitpunkt konkrete Maßnahmen nennen, mit denen es die Zielvorgaben erreichen will.

    Die EU „drückte ihre Hoffnung aus“ auf eine „stabile Regierung in Spanien“ und vermied es peinlichst die Konsequenzen zu benennen, falls Spanien einfach die Verlängerung des Haushaltsentwurf diesen Jahres einreicht, wie das in den spanischen Autonomien zuweilen geschieht wenn es schnell gehen muss und man sich wieder mal nicht einig ist.

    Vielleicht würden die Dinge in Spanien beschleunigt wenn alle Gehälter, Zahlungen, Sachleistungen nur ausgezahlt würden, wenn sich eine rechtmäßige, voll geschäftsfähige Regierung im Amt befände?

  14. Ich habe die AfD eher bei 25% erwartet und die SPD bei 27%. Am Ende waren es dann doch 10% Abstand. Dann ist noch die NPD rausgewählt worden. Lief daher deutlich besser als gedacht.

  15. Die AfD, mit vielen Ex-CDU-Mitgliedern in ihren Reihen kannibalisierte die CDU mehr als die SPD und dazu kamen noch “Leihstimmen” der NPD. Auch wenn Weg-Bumm! ein eher kleines Bundesland ist und in absoluten Zahlen vernachlässigbar, so ist das Wahlergebnis doch ein böses Zeichen für Berlin

  16. Wählerwanderung zur AfD (laut Infratest Dimap):
    56.000 Nichtwähler mobilisiert
    20.000 NPD-Anhänger überzeugt
    23.000 CDU-Wähler gelockt
    16.000 SPD-Wähler rübergezogen
    18.000 Linke umgedreht (mehr als von der SPD!)

    Tja, dumm gelaufen, ihr Bundespolitiker in Berlin!

  17. Wenn man sich die Wanderungen genauer ansieht, dann stellt man fest, dass SPD und CDU gegenüber der vorherigen Wahl kaum an absoluten Stimmen verloren haben, sie konnten die Abwanderungen an die AfD also ausgleichen. Der relative Verlust ist Folge der höheren Beteiligung an der Wahl.

  18. Mag schon so sein, aber dann hätten SPD 16.000 und CDU 23.000 Nichtwähler reaktiviert, die AfD hingegen 56.000, oder? Ich finde das nicht beruhigend, Sie etwa? Am Beunruhigendsten müssten diese Zahlen wohl für Erzengel Gabriel von der SPD sein?

  19. Prinzipiell muss man noch die nächsten Legislaturperioden betrachten. Entscheidend ist nämlich, ob die AfD die Ergebnisse nach fünf oder zehn Jahren wiederholen kann oder ob sie den Weg geht, wie schon die Republikaner, DVU oder jetzt die NPD, wovon ich ausgehe und was sich schon in diversen innerparteilichen Entwicklungen gezeigt hat (Austritte, Führungsstreit, Fraktionsspaltungen, unfähige Leute etc.). Was ich höchstens beunruhigend finde, ist dass einige Leute aus den anderen Parteien (Teile der CDU, CSU, SPD und der Linken) in Richtung AfD-Politik schwenken wollen. Das ist vollkommen unsinnig und bringt absolut nichts bezüglich einer Profilierung. Das muss man unterlassen.

  20. Trotzdem, almabu,
    in absoluten Zahlen hat die SPD sogar ein paar tausend Wähler dazugewonnen.

    Das demokratische Lager ist alles in allem stabil geblieben – sogar in McPomm.

    KMs Hinweis ist besonders bedenkenswert. Schauen wir doch erst einmal ein paar Jahre, was die Alternative gegen Deutschland aus den Wahlergebnissen macht!

    Ich rate dazu, gelassen zu bleiben. Die Alternative gegen Deutschland ist und bleibt inkompetent und ein Sich-selbst-Vergiftungsverein. Solange es keine wirklich schwere Wirtschaftskrise gibt, bleibt sie auch bei diesen Ergebnissen ein marginales Phänomen.

    Was die CSU angeht, so möge sie doch bitte erst einmal die deutsche Wirtschaft von ihrem Konzept (worin besteht das eigentlich?) überzeugen, bevor sie auf Merkel losgeht. Wollen denn BMW, Siemens, Rexroth etc, dass Deutschland künftig mehr im eigenen Saft schmort? Die CDU und die CSU sind Wirtschaftsparteien …

    Die Wirtschaft selbst wird auch mehr tun müssen, um ihre Politik der (partiell und relativ) offenen Grenzen fortsetzen zu können.

  21. Die Unterschicht fühlt sich (vermutlich zu Recht?) von dieser Zuwanderung bedroht. Das wird sich noch schneller auf dem Wohnungsmarkt als auf dem Arbeitsmarkt zeigen, aber auch bei den Sozialversicherungen…
    Der Mindestlohn dürfte bald Geschichte sein, fürchte ich?

  22. Die systematische Verwahrlosung der Unterschicht ist die natürliche Folge neoliberaler Politik. Die Folge einer Politik GEGEN den Sozialstaat. Statt froh und stolz zu sein auf unseren Sozialstaat und ihn eher zu stärken bei den immer nötigen Anpassungen an neue Entwicklungen, reduzieren wir ihn nun schon seit drei Jahrzehnten. Angeblich sei er zu teuer … Freilich, wenn die Reichen und die Multinationalen Konzerne immer weniger Steuern bezahlen, obwohl sie einen immer größeren Teil vom Kuchen (und, nebenbei, das gesamte Wachstum seit drei Jahrzehnten) für sich beanspruchen, ist es nicht erstaunlich, wenn zu wenig Geld für diejenigen da ist, die wirtschaftlich und sozial schwach sind, und zu wenig, um für die grade für den Normalbürger notwendige Infrastruktur zu sorgen.

    Der Mindestlohn war eine gute Entscheidung gegen diesen Trend. Wieso sollte man grade jetzt grade ihn opfern – und damit einen der wirklichen Gründe für die zunehmende Verunsicherung und Verwahrlosung der Unterschicht noch wirksamer machen?

  23. Der Mindestlohn wird nicht offiziell abgeschafft werden, aber es wird darunter angesiedelte Tarifmodelle für Flüchtlinge und ein wachsendes Heer von komplett Illegalen geben, die sich hier irgendwie durchwursteln müssen!

  24. Da hast du wohl leider recht. Damit ist zu rechnen.

  25. Tja, und man hätte es verhindern können. Mit zwei einfachen Worten:
    GRENZEN DICHT.

    Aber Merkel hat sich für den Ausverkauf unserer Heimat entschieden. Sie riskiert langfristig Wohlstand, Frieden und die innere Sicherheit. WOFÜR eigentlich? Um als Humanistin in die Geschichtsbücher einzugehen?

    Es ist einfach unglaublich, was hierzulande geschieht. Das die AfD “nur” knapp 21% geschafft hat, ist sicherlich der medialen Dauerdiffamierung und der Angst vieler Leute, als “Nazi” gebrandmarkt zu werden, geschuldet. Normalerweise hätte die Partie locker 30-40% erreichen müssen. Da sieht man mal, wie manipulierbar der deutsche Michel ist. Leider.

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