WER hat das getan?

kriminalitaetBeschuldigt und bestraft man in einer zivilisierten (aufgeklärten) Gesellschaft Unschuldige?

Bestraft man die Verwandten eines Mörders?

Gilt bei uns ethnische Kollektivverantwortung? (ein Jude = alle Juden = DIE Juden!)

Einmal angenommen, der Täter wäre der verdächtigte Mann aus Pakistan – was ja nun laut Polizei keineswegs sicher ist: Müssten dann (1) alle Pakistanis, (2) alle Flüchtlinge, (3) alle Muslime für seine Tat haften?

Wir haben in Deutschland gewisse rationale und rechtsstaatliche Standards, die eben dies ausschließen.

Es gibt aber offensichtlich eine Menge Leute, die diese Standards unbedingt außer Kraft setzen wollen.

2

WER war es denn nun in Berlin?

Für den Moment ist es noch so: Bisher erklärt sich niemand – auch nicht der IS, der sonst immer ganz schnell dabei ist, auch wenn die Tat nicht organisatorisch mit ihm verbunden ist – niemand erklärt sich als verantwortlich.

Seltsam.

(Nachtrag 22Uhr: Inzwischen hat sich der IS doch noch gemeldet. Offensichtlich hat er aber eher keine Beziehung zu dem Anschlag bzw. dem Täter, wahrscheinlich wissen sie auch noch nicht, wer es war. Sie bleiben allgemein: Es war “unser Soldat”.)

Ich vermute, dass es ein Täter aus dem dschihadistischen Bereich war. Ich halte das für halbwegs wahrscheinlich.

Aber nicht für sicher.

Zum Beispiel sehe ich die Möglichkeit, dass der Täter ein durchgedrehter AfDler war.

Der hat einfach nicht mehr die Geduld aufgebracht, auf ein dschihadistisches Verbrechen zu warten.

Ist eine solche Täterschaft – beim momentanen Stand der Ermittulungen – ausgeschlossen?

Die AfDler sprechen eine Sprache, die dermaßen von Hass und Aggression geprägt ist, dass man sich schon vorstellen kann: Da dreht mal einer durch!

Aber, wie gesagt, die These, dass es doch ein Dschihadist war, ist wahrscheinlicher.

3

Hören wir mal hinein in den irren Chorgesang der Rechtsextremisten zum Berliner Massaker:

Marcus Pretzell, Landesvorsitzender in NRW und EU-Abgeordneter

“Wann schlägt der deutsche Rechtsstaat zurück? Wann hört diese verfluchte Heuchelei endlich auf? Es sind Merkels Tote!”

Akif Pirincci kennen wir: Er bezeichnet

die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt bei Twitter als „Co-Mörderin“; diese hatte im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise gesagt, Deutschland werde sich verändern.

André Poggenburg, AfD-Fraktionschef Sachsen-Anhalt:

„Gutmenschengejaule zu Terror in #Berlin wird gleich einsetzen. Die #AfD dürfe nicht die Wahrheit dazu sagen weil das die Opfer verhöhne.“

Manfred Krah, CDU Sachsen:

Ich komme vom Weihnachtsmarkt und sehe auf Fox News von dem Anschlag in Berlin. Es ist grauenhaft. Was hat Merkel aus unserem Land gemacht?

Frauke Petry:

„Wir dürfen uns keinen Illusionen hingeben. Das Milieu, in dem solche Taten gedeihen können, ist in den vergangenen anderthalb Jahren fahrlässig und systematisch importiert worden.“ Deutschland, so Petry, sei nicht mehr sicher. „Es wäre die Pflicht der Bundeskanzlerin, Ihnen das mitzuteilen. Da sie es nicht tun wird, werde ich es tun”

Eine Miriam Oezen schreibt:

“Wer jetzt noch Welcome schreit,und Merkel und ihre Vasallen wählt,hat Blut an den Händen! “

Dazu noch dies von einem Harald Maier: :

Weil die Situation noch nicht klar ist, spricht er nicht nur schon vom Vertuschen: “#Lügenpresse versucht den #Berlin #Cardschihad als Unfall darzustellen! Das ist ein widerliche Sauerei in diesem Land! Presseabschaum”. Merkel müsse nicht nur weg, er wünscht auch: “#blutweihnachten Warum ist der nicht in #kanzleramt gerast?” Und, klar, die Lösung der Probleme: “Einsammeln und aus dem Land schaffen! Basta!”

(Zitate: FAZ und telepolis)

4

Also nun, mal abgesehen davon, dass wir den Täter noch nicht kennen:

Was ist das für eine Sprache?!

Was für ein radikaler Bruch mit den Traditionen der Aufklärung und des Rechtsstaats!

Die deutschen Taliban sprechen.

Wir hören die Sprache des Faschismus – die ja nach Überzeugung der Nazis die Sprache des Volkes, des gesunden Volksempfindens ist.

Wir dürfen aus dieser enthemmten Sprache schließen: Wenn diese Leute die Macht hätten, gäbe es keinen Rechtsstaat mehr. Gäbe es dafür den totalen Angriff auf Kollektive, wie im Dritten Reich auf Juden. Ohne Ansehen der Person. Du bist Muslim, du bist schuldig!

Diese Leute sind viele. Sie haben viele Sprecher und viele Anhänger. Die große Zahl macht sie gefährlicher als die Dschihadisten.

Diese können uns schmerzhafte Nadelstiche versetzen, aber sie können nicht unsere Demokratie, unsere liberale Gesellschaft zerstören.

Die AfD und ihre Anhänger in der CSU und CSU sind für uns gefährlicher, als es die Dschihadisten jemals werden könnten.

Wer das übertrieben findet, möge die obigen Zitate noch einmal lesen und sich überlegen, was aus solcher Hemmungslosigkeit für praktische Politik folgen würde.

Kommentare

  1. Silvia Öksüz meint:

    Nach langer Abstinenz (aus Zeitmangel): das mit dem durchgedrehten afd ler ist durchaus überlegenswert. Da kann man dann gleich draufdreschen auf die Flüchtlinge, da alle gleich einen Flüchtling vermuten.

  2. CSU: securitas atrium praecox?

    Ist es eine Alte-Männer-Krankheit, was Seehofer, Söder und Herrmann da kaum einen Tag nach dem Zwischenfall von Berlin, der bisher offiziell noch nicht als Terroranschlag bezeichnet wird, absondern?

    Es wirkt heuchlerisch, was Seehofer scheinbar nach den rechten Worten ringend, da in die öffentliche Diskussion einträufelt: DIE EINWANDERUNGSPOLITIK müsse überprüft werden!

    Wahrscheinlich habe ich da was verpasst? Bisher habe ich die zeitlich begrenzte Aufnahme von Flüchtlingen nicht „als Einwanderungspolitik“ gesehen, verstanden?

    Die Festnahme „eines Tatverdächtigen“ in einer einsamen Gegend im Tiergarten, an der Siegessäule, rund zwei Kilometer Luftlinie vom Breitscheidplatz entfernt und die Kommunikation dieser Festnahme an die Öffentlichkeit scheint einen Tag später als zumindest sehr gewagt?

    Was sickerte durch? Ein Flüchtling! Ein Moslem! Ein illegal eingereister Pakistani! Ein Polizeibekannter! Das war Wasser auf die Mühlen der CSU und ihrer außerparlamentarischen Geistesbrüder von der AfD:

    WIR HABEN ES JA IMMER GEWUSST!

    Keine 24 Stunden später sieht die politische Welt in Berlin schon wieder ganz anders aus: Der bisher Tatverdächtige wird wegen Mangels an Beweisen und Verdachtsgründen frei gelassen. Das lässt seine Festnahme im Nachhinein fast wie willkürlich erscheinen? Man brauchte dringend Einen, aber man hatte (leider) nichts gegen ihn? Vergessen wir nicht, das sind die Leute die seit Jahren versuchen in Berlin einen Flughafen zu bauen…

    Die Berichterstattung in der unvermeidlichen ARD-Sondersendung im Anschluß an die TAGESSCHAU lässt einen anderen Verdacht sprießen: Der rechte Flügel der CDU und „natürlich“ die CSU arbeiten kaum verhüllt, quasi halböffentlich, daran, Merkel zu entsorgen. Wie es scheint droht ihr derzeit die Gefahr nicht von der SPD (wie auch?), oder der Opposition, sondern von den eigenen Parteifeinden? Das scheint spannend zu werden, bleiben wir dran!

    ______
    PS: Nachdem der IS irgendwann, irgendwo zufällig von dem Anschlag in Berlin erfuhr, hat er prompt die Verantwortung dafür übernommen. Machen die immer! Frönt dem megalomanen Größenwahn und ist gut für die pupertären hormongesteuerten maskulinen Web-Groupies in aller Welt…

  3. Das ist halt schon Wahlkampfmodus. Die CSU muss mit allen Mitteln verhindern, dass die AfD in Bayern 20% der Stimmen holt, sonst wird es nichts mit der 5%-Hürde bei der BTW. Dann bleiben nur Direktmandate.

  4. Was ist das für eine Sprache?!

    Was für ein radikaler Bruch mit den Traditionen der Aufklärung und des Rechtsstaats!

    Die deutschen Taliban sprechen.

    Wohl eher bestellte Botnetze, die massenweise Kommentare abgeben.

  5. Jakobiner meint:

    Man weiß gar nicht, was man zu dem Anschlag sagen soll. Ich warte jetzt erst einmal ab, was die Ermittlungen ergeben und ob es sich überhaupt einen islamistischen Hintergrund hat, zumal der IS sich relativ spät dazu bekannt hatte.Der Zeitpunkt ist jedoch “gut” gewählt. Jedenfalls finde ich die Reaktionen Seehofers etwas pietätlos. Wie nach jedem Anschlag dieselben hilflosen Rituale: Die Betonung, dass es keine 100%tige Sicherheit gebe, dass man mehr Polizei brauche, die Vernetzung verbessern müsse,etc.. Dass man die Flüchtlinge registrieren müsse (ist das immer noch nicht geschehen?) und selbst wenn, ist das ja auch keine Garantie. Garantie auch für was? Man versucht das Ganze zu rationalisieren, etwa mi der Statistik, dass man 1000 mal wahrscheinlicher einen Verkehrsunfall oder einen Haushaltsunfall erleiden kann anstatt Opfer eines Terroransachlags zu werden, aber die Medienpräsenz des Vorfalls hinterlässt da doch ein seltsames Gefühl.Jedenfalls wird das alles mit der Flüchtlingspolitik in Verbindung gebracht–keine Flüchtlinge–keinen Terror, so die vereinfachte Sichtweise. Jeder Tote und Verletzte ist jetzt Merkels Toter.Nur: Hätte man die Flüchtlinge damals abweisen sollen? Die Leute machen es sich sehr einfach. Bestand überhaupt dioe Möglichkeit damals alle 1 Millionen Flüchtlinge zu registrieren und selbst wenn, hätten damit Schläferzellen verhindert werden können? Hätte man alle Flüchtlinge ohne Dokumente abwesien sollen? So konkret will einem das keiner genau erklären, WAS jetzt eigentlich schief lief.Kontrollverlust ist das Schlagwort.

    Zum Terroranschlag in Berlin erklärt der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland:

    „Wir trauern um die Opfer dieses abscheulichen Attentates. Wieder einmal hat ein Terrorist versucht, unsere Freiheit einzuschränken, in dem er Angst und Schrecken durch eine grausame Bluttat verbreitet hat. Unschuldige Menschen, die ausgelassen die Weihnachtszeit einläuten wollten, mussten für die kranken Ziele des Attentäters mit dem Leben bezahlen. Unser Mitgefühl gilt den Opfern und den Angehörigen.

    Trotz der Trauer müssen wir vernünftig reagieren und dürfen vor der Wahrheit nicht länger die Augen verschließen. Wir müssen endlich erkennen, dass diese schreckliche Tat auch Folge des Kontrollverlustes an den deutschen Grenzen ist. Wir haben schon immer darauf hingewiesen, dass die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel sehr große Gefahren birgt. Ein Staat, der in einer Notsituation nicht in der Lage ist, seine Grenzen zu schützen, hat versagt.

    Wenn sich in der Folge nun Politiker wieder einmal darauf zurückziehen, dies sei ein Einzeltäter und anstelle zu fordern, die innere Sicherheit zu erhöhen, mit dem Gedanken spielen, alle Weihnachtsmärkte zu schließen, dann haben sie nichts gelernt. Das wäre mehr als fahrlässig.

    Ich möchte in aller Deutlichkeit klarstellen: Solche Terroranschläge sind kein Einzelfall. Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit der unkontrollierten Zuwanderung aus dem muslimischen Raum nach Deutschland.

    Die Grenzen müssen endlich kontrolliert werden, so dass niemand illegal einreisen kann, so dass es keine mehrfachen Identitäten geben kann, so dass polizeibekannte Asylbewerber sofort abgewiesen werden können. So können solche Anschläge nachhaltig verhindert werden.“

    Die Reaktion Gaulands ist für AfDverhältnisse eher moderat, wenn man das mit Pretzell verglicht (“Merkels Tote”). Der Zusammenhang ist gegeben.Dennoch sind auch die AfD-Forderungen kein Allheilmittel. Die Flüchtlinge sind schon im Land, auch wenn man die Grenzen jetzt kontrollieren würde und auch mit Registrierung wird man solche Terroristen nicht in den Zaum bekommen.Dass keiner mehr illegal einreisen kann, ändert ja nichts daran, dass ca. 1 Millionen schon im Lande sind, unter ihnen eben auch einige Terroristen.Interessant eher, dass die AfD keine Massenabschiebung oder Deportation aller Flüchtlinge fordert.

  6. Jakobiner meint:

    Die Reaktion Gaulands ist für AfDverhältnisse eher moderat, wenn man das mit Pretzell vergleicht (“Merkels Tote”). Der Zusammenhang ist gegeben.Dennoch sind auch die AfD-Forderungen kein Allheilmittel. Die Flüchtlinge sind schon im Land, auch wenn man die Grenzen jetzt kontrollieren würde und auch mit Registrierung wird man solche Terroristen nicht in den Zaum bekommen.Dass keiner mehr illegal einreisen kann, ändert ja nichts daran, dass ca. 1 Millionen schon im Lande sind, unter ihnen eben auch einige Terroristen.Interessant eher, dass die AfD keine Massenabschiebung oder Deportation aller Flüchtlinge fordert, was ja in ihrer Logik konsequent sein müsste. Aber auch wenn man keine Flüchtlinge hereingelassen hätte oder alle wieder abschieben würde, so gibt es genauso den “homegrown” Terrorismus und viele der zuvor versuchten oder gelungenen Anschläge gehen nicht auf Flüchtlingsterroristen zurück–sei es nun Paris, Nizza, Belgien, der Bonner Bomber oder die Sauerlandgruppe. Der Islamismus und der dschihhadistische Terror sind älter und breiter als nur auf einige Flüchtlinge begrenzt zu sein.Spätestens seit 9-11 müsste man das wissen. Jedenfalls ist es gut möglich, dass die AfD nach dem Berliner Anschlag jetzt bei 15-20% liegen wird und es bleibt abzuwarten, ob die Zeit bis zu den Bundestagswahlen 2017 anschlagsfrei bleiben wird.

  7. Gauland empfiehlt also, dass alle polizeibekannten AfD-Mitglierder nicht mehr über die Grenze gelassen werden?

  8. Jakobiner meint:

    Nach Terror in Berlin: Morgen (Mittwoch) Mahnwache am Kanzleramt, 18 Uhr. Mit Höcke, Gauland, Kubitschek, Elsässer, Däbritz.
    Elsässer heute auf COMPACT-TV am Tatort Gedächtniskirche – und morgen (Mi) mit „einprozent“ vor dem Kanzleramt (18 Uhr!!)

  9. Wäre es für Dschihadisten wirklich schwer, im Falle von streng kontrollierten Grenzen keine Dschihadis mehr einzuschleusen?

    Warum fordert die AfD (noch) keine Deportationen bzw. keine ethnische Säuberung? – Die Forderung liegt vorerst noch zwischen den Zeilen. Sie ist die logische Konsequenz. Warum aber sollte sich die AfD hier übereilen? Man macht sowas besser Schritt für Schritt. Erst einmal muss die Verfassung ausgehebelt werden. Dazu braucht man Mehrheiten. Die kriegt man nur, wenn man die Mitte hinreichend radikalisieren kann – wenn man also u. a. die Unionsparteien dafür gewinnen kann.

    Zu berücksichtigen ist auch: Ein sich abschottendes Deutschland – das wäre eine reine Defensivmaßnahme. Darin steckt nichts Konstruktives, nichts, das Zukunft öffnen oder offen halten würde. Es wäre krass gegen die Interessen der Wirtschaft – und gegen die materiellen Interessen der meisten Deutschen (auch wenn die es zum Teil nicht merken).

    Schließlich bestehe ich darauf, dass wir dies berücksichtigen: Deutschland wird immer sicherer. Trotz des Dschihadismus. Die Gefahr, dass einer von uns heute kriminell ums Leben gebracht wird, ist geringer denn je. Ist das nicht die auffallendste Verrücktheit dieser Zeit, dass die Leute nicht wahrhaben wollen, wie sicher sie leben, und dass sie heute sicherer leben als früher?

    Wenn jemand wissen möchte, ob es sich heute gefährlicher lebt in Deutschland oder nicht, was macht er dann – falls er nicht spinnt? Er wirft einen Blick auf die Kriminalstatistik. Diesen Blick verweigert ein großer Teil der Bürger. Woraus ich schließe: Diese Leute spinnen.

    Und ich glaube: Sie WOLLEN spinnen.

    Weil es ihnen “irgendwie” Befriedigung gibt.

  10. Nachdem nun bekannt wurde, dass Ausweispapiere des mutmaßlichen Täters im LKW-Fahrerhaus gefunden wurden, müssen die ganzen Verschwörungstheoretiker im Netz auf einmal ihre Kommentare umschreiben von: “Ursache ist die unkontrollierte Einwanderung” zu “Attentat/Attentäter wurde kontrolliert inszeniert”.

  11. Jakobiner meint:

    Interessant in diesem Zusammenhang auch die Aussage von Polizeigewerkschaftschef Wendt, dass das subjektive Unsicherheitsgefühl der Bevölkerung schon lange vor der Flüchtlingskrise trotz objektiv sicherer Lage und weniger Kriminalität gewachsen sei. Er meinte, dass er sich das auch nicht erklären könne und die Polizei versucht habe, diesem Trend durch Aufklärung entgegenzuarbeiten, was aber nicht gelungen sei.

  12. Das liegt an selektiver Wahrnehmung. Man hört nur, was man hören möchte. Keiner macht sich die Mühe und überprüft selbstständig Nachrichten. Man glaubt stattdessen bequem den Nachrichten, die der Bekannte geschickt hat oder die man auf bevorzugten Webseiten liest.

    Prinzipiell müsste man die Presse dazu verpflichten, immer Primärquellen zu verlinken, abzubilden oder mit Zitatnachweis anzugeben, damit man sich selbst ein Bild machen kann. Das Problem ist, dass viele Medien selbst Primärquelle sein wollen und deswegen nichts verlinken.

    Dann kann man dann sehr leicht schreiben, dass man die Nachrichten nicht glaubt. Jeder, der nicht dieser Ansicht ist, muss dann quasi die Arbeit der Journalisten noch einmal machen und sich alle Quellen zusammensuchen und lesen, um den Skeptikern das Gegenteil zu zeigen. Die sind in der Zwischenzeit aber schon bei der nächsten Nachricht.

    Unabhängig davon verkaufen sich schlechte Nachrichten auch einfach besser, weil dabei besonders starke Emotionen ausgelöst werden. Das hat einfach biologische Ursachen.

  13. Lutz Bachmann von Pegida hat sich bereits zwei Stunden nach dem Anschlag auf Twitter verplappert, dass der Täter nach internen Informationen Tunesier sein soll. Offensichtlich besteht da eine direkte Leitung für ihn, durch die er mit Infos versorgt wird.

  14. Das mit den Ausweispapieren wundert mich.
    Kann natürlich sein, dass der Mörder sie in der Hektik verloren oder vergessen hat.
    Kann aber auch sein, dass er da eine falsche Spur legen wollte.

    Fazit: Wir wissen noch nichts. Wir haben nur Möglichkeiten und Vermutungen.

  15. Selektive Wahrnehmung: Genau davon handelt die Rede von der post-truth oder postfaktischen oder Lügen-Ära.

    Immer mehr Leute verweigern die Realität.

    Realität ist immer etwas, das einem persönlich widersteht. Etwas anderes als man selber will. Ein Widerstand. Den muss man in sich hegen und pflegen. Das Realitätsprinzip ist etwas “Erwachsenes”, “Reifes”, Produkt von Erfahrung. Es lohnt sich, sich nicht in die Tasche zu lügen, es lohnt sich, dem Wunschdenken nicht nachzugeben, es lohnt sich, dieses bisschen Härte gegen sich selbst zu kultivieren und das Objektive als etwas Nicht-Subjektives anzuerkennen. Es ist eine Art Unterwerfung unter die Welt.

    Schwache Menschen ertragen das nicht. Flüchten sich in ihre Phantasiewelt, Traumwelt. Fakten werden zu Feinden, weil sie diese schöne andere Welt bedrohen.

    Diese Realitätsverweigerung scheint nun breiter und tiefer zu werden und sich auch politisch stärker zu manifestieren. (Es gab sie natürlich immer schon, mal mehr, mal weniger.)

    Frage: Warum flüchten immer mehr Menschen aus der objektiven in ihre subjektiven Parallelwelten?

  16. Tipp für Ottofant bzw. seinesgleichen (Fallberger, Bürgerwehr, Rolf, Olaf, etc pp):

    Sobald ihr mal was Substanzielles zu sagen habt, werde ich euch freischalten. Bloßes Gehetze und Gegröle langweilt. Bringt doch mal Argumente!

    Message an den Stalker Gerlach:

    Da kommt schon immer wieder mal ein Argument, aber immer ist es vergiftet. Warum sollen wir hier tagtäglich solches Gift fressen? Also, erst wenn du, Gerlach, anfängst, mal auch selbstkritisch zu werden – und das heißt: tatsächlich zu argumentieren versuchst – werde ich die Diskussion mit dir aufnehmen. Zeig uns, dass du erkennen kannst, inwiefern du unrecht hast oder gehabt hast! Zeig uns deine Bereitschaft, UNSERE Argumente selbstkritisch und umsichtig aufzunehmen! Ich weiß, als Fanatiker ist dir das nicht möglich. Ich erwarte es nicht. Drum lese ich deine tagtäglichen Beiträge nur mehr gelegentlich und eher kursorisch.

  17. Die Realität ist, dass es sowas wie Berlin, Ansbach und Würzburg nicht gab, bevor Merkel die Tore aufgemacht hat… genauso wenig wie Sexmobs zu Silvester oder bundesweite “Schwimmbadbelästigungen” durch kulturfremde Männergruppen!

    DAS IST DIE REALITÄT. Und je härter Ihr linken Schmierfinken diese leugnet, desto heftiger wird die politische Antwort in 2017 ausfallen!

    Schreibt einer der Hetzer.

    Ist das ein Argument?

    Widerlegt das die Statistik, die zeigt, dass Deutschland Jahr für Jahr eher sicherer geworden ist – trotz (oder sogar wegen?) der Zunahme an Migranten in Deutschland?

    Typisch für politische Idioten: Sie nehmen ein paar ihnen auffallende Beispiele und rechnen dann gnadenlos hoch. Und ethnisieren das Problem auch noch. Sie denken mit dem Arsch, nicht mit dem Kopf.

    Der Kopf würde ihnen sagen: Die Probleme mit Kriminalität sind marginal. Mit Deutschen, mit Ausländern … Das Leben hier und heute ist sicherer als früher – und sicherer als in den allermeisten Ländern der Welt.

    Ja, es gibt eine neue Art von Gefahr, den Dschihadismus. Einige wenige unter den Migranten sind Gefährder. Damit müssen wir noch besser fertig werden, da müssen wir noch das eine oder andere dazulernen. Aber das sind nur Nadelstiche, die insgesamt das Leben in Deutschland nicht gefährlicher machen. Jahr für Jahr gibt es weniger Morde in Deutschland … Das wird vermutlich auch so bleiben.

    Wer so tut, als ob es damit gefährlicher wird, arbeitet den Dschihadisten in die Hände. Er reagiert genau so, wie es die Dschihadisten beabsichtigen. Er macht sich zum Verbündeten der Dschihadisten. Was wollen die? Uns in Angst und Schrecken versetzen. Damit wir dann in der Panik falsch reagieren, damit wir uns dann in die Hose scheißen und uns selbst schädigen.

    Dschihadisten und AfD arbeiten zusammen. Spielen sich die Pässe zu. Leben und gedeihen zusammen.

    Ist euch der Jubel aufgefallen, mit dem unsere Rechtsextremen das Massaker in Berlin kommentiert haben?

    Natürlich bedauerlich für sie, dass der Täter – soweit wir es im Moment sagen können – kein Flüchtling, sondern ein als Gefährder geführter Tunesier ist.

    Was nahelegt, bessere Wege zu finden, mit solchen Gefährdern umzugehen. Die Verträge mit Ländern wie Tunesien müssen besser gestaltet werden, damit wir solche Typen rasch und zuverlässig abschieben können.

    Mit den Millionen Migranten in Deutschland haben solche Gefährder kaum etwas zu tun.

    Also bitte, liebe Pöbler, versucht doch mal, dagegen anzuARGUMENTIEREN!

  18. Wikipedia bietet einen internationalen Vergleich der Tötungsraten an. Gezählt werden alle Tötungsdelikte, also nicht nur Mord, sondern auch Totschlag und unbeabsichtigte Tötungen.

    Deutschland liegt hier bei 0,8 auf 100.000 Menschen.

    Die sichersten Länder sind Island, Japan und Singapur mit 0.3 bzw. 0,2.

    Südkorea: 0,9; Taiwan: 3,0; China 1,0.

    Den Rekord nach oben haben Venezuela mit 54 und Honduras mit unglaublichen 90.

    USA: 4,7
    Kanada: 1,6
    Australien: 1,1

    Europa:
    GB: 1,7
    F: 1,0
    Italien: 0,9
    Österreich: 0,9
    Niederlande: 0,9
    Spanien: 0,8
    Dänemark: 0,8
    Schweden: 0,7

    Russland: 9,2
    Türkei: 2,6

    Dann schauen wir uns die Länder Europas fast ohne Ausländer an:
    Irland: 1,2
    Finnland: 1,7
    Baltische Staaten: 5 bis 7
    Polen: 1,2
    Tschechien: 1,0
    Slowakei: 1,4
    Ungarn: 1,3
    Rumänien: 1,7
    Bulgarien: 1,9

    Also, sie haben auffallend mehr Tötungsdelikte als die Länder mit den vielen Ausländern.

    Halten wir fest: In Polen gibt es kaum Ausländer. Aber um 50% mehr Tötungsdelikte als in Deutschland, in dem sehr viele Ausländer leben.

    Sollte man in Polen nicht mal überlegen, ob Ausländer dem Staat und der Sicherheit nicht eher gut täten?

    Ist es nicht charakteristisch, dass unseren Paranoikern solche Statistiken völlig fremd bleiben? Dass sie sich grundsätzlich nicht dafür interessieren? Dass sie nicht einmal versuchen, sich diese Daten zu erklären? Dass sie allenfalls mal generell auf Statistiken schimpfen?

    Hier noch eine andere Statistik, diesmal direkte Mordraten. Das Resultat sieht ähnlich aus.
    Interessant ist auch der Rückgang. Beispiel Deutschland:

    0.5 letztes Datum;
    0.6 vor 5 Jahren;
    0.7 vor 10 Jahren;
    1.2 vor 20 Jahren

    Die Mordrate hat sich in den letzten 20 Jahren also mehr als halbiert!
    Vor 20 Jahren gab es noch mehr als doppelt so viele Morde in Deutschland!
    Und da reden die Leute davon, Deutschland werde ständig unsicherer!

  19. Mit Statistiken lässt sich da nicht viel argumentierten. Die Projektion einer Schuld auf andere, egal ob Ausländer, Frauen, Liberale usw. hat bei jeder Person einen bestimmten Grund. Insbesondere Verlustängste spielen hier eine Rolle. Beseitigt man den Grund, dann verschwindet die Projektion.

    Heutzutage liegt sicherlich eine Hauptursache in der Unsicherheit der Arbeitswelt. Nicht jeder hat die Chance der Arbeit nachzugehen, die ihn erfüllt. Noch weniger haben die Chance, sich ihren Arbeitsplatz frei auszusuchen. Viele haben auch nicht die Möglichkeit sich umschulen zu lassen, sich weiterzubilden oder einen höheren Bildungsweg einzuschlagen.

    Die Leute stehen dadurch so unter Stress, dass sie sich früher oder später Gedanken machen, ob das Alles sein soll, was sie im restlichen Leben erwartet.

    Anstatt den schwierigen Weg über Forderungen nach Arbeitsmarktreformen zu gehen, wird ein einfacherer Weg eingeschlagen, um seinem Unmut Luft zu machen.

    Momentan ist das insbesondere Fremdenfeindlichkeit. Das ist aber alles nichts Nachhaltiges. Wenn die Leute ihre Fremdenfeindlichkeit ausleben dürften, dann wären sie hinterher genauso unglücklich wie vorher, weil der eigentliche Grund nicht behoben wurde.

    Es muss also eine Möglichkeit für diese Menschen geben, wie sie sich vorurteilsfrei äußern können, um ihren Grund vorzutragen.

    Die wahren Gründe würde ich wirklich sehr gerne von diesen Leuten hören.

  20. Ich denke schon, dass diese Statistiken uns helfen.

    Erstens brauchen wir sie selber. WIR müssen uns klar werden, was eigentlich los ist. ICH möchte schon gern wissen, was objektiv der Fall ist.

    Zweitens verunsichern solche Statistiken die Arschdenker und Gefühlshetzer. Auch wenn sie es nicht zugeben.

    Drittens gibt es immer viele Leute, die schwanken. Da kann klare Information Einfluss nehmen.

    Aber im Kern stimme ich dir natürlich zu. Die Leute sind tief verunsichert – aber nicht durch vermehrte Kriminalität oder mehr Morde; nicht einmal durch die höhere Zahl der Migranten. (Beleg: Die Verunsicherung ist um so höher, je geringer der Migrantenanteil ist.) Die Verunsicherung betrifft die Lebenswelt und Arbeitswelt. Das dort aus guten Gründen entstehende Unsicherheitsgefühl wird dann dumm gebündelt und – wie einst im Falle des Antisemitismus – auf eine Sündenbockgruppe gerichtet.

    Die Dschihadisten, Putin und die Rechtsextremen tun gemeinsam ihr bestes, um diese Konvertierung des Verunsicherungsgefühls in Fremdenfeindlichkeit und Islamophobie zu schüren. Sie möchten gern das relative erfolgreiche und relativ LIBERALE Europa aushebeln.

    Der Neoliberalismus der Wirtschaft ist dabei ihr mächtigster (wenn auch unfreiwilliger) Förderer: Er schafft mit seiner antisozialen Art (!) der Modernisierung und seiner perversen Art (!) der Globalisierung die Verunsicherung, von der die Dschihadisten, Putin und unsere Rechtsextremen profitieren.

    Inzwischen ist es hoch wahrscheinlich, dass es der Tunesier Amri war.
    Hilfreich, dass er seinen Ausweis im Wagen hat liegen lassen. Seine Fingerabdrücke hat er auch geliefert.

    Wenn die Zahl der “Gefährder” so groß wird, dass die Polizei mit der Überwachung überfordert ist, müssen wir uns in der Tat drastischere Maßnahmen gegen diese Verbrecher in spe zumuten.

    Woran unsere AfD-Heinis wohl gar nicht so viel Interesse haben. Für die geht es immer um ALLE Ausländer.

  21. Ottofant meint:

    Sie wollten Argumente?!

    Hier:
    “Die Realität ist, dass es sowas wie Berlin, Ansbach und Würzburg nicht gab, bevor Merkel die Tore aufgemacht hat… genauso wenig wie Sexmobs zu Silvester oder bundesweite “Schwimmbadbelästigungen” durch kulturfremde Männergruppen!”

    Das ist doch Fakt. Aber darauf gehen Sie gar nicht erst ein…

    Sie kommen lieber mit Statistiken. Ich weiß aber auch ohne Statistik, dass es so etwas bisher NICHT gegeben hat. Der kausale Zusammenhang zwischen Merkelpolitik und den zitierten Ereignissen ist nicht zu leugnen. Da müsste doch selbst dem größten Gutmenschen und Flüchtlingsversteher ein Licht aufgehen.

  22. Ottofant,

    gäbe es keine Ausländer in Deutschland, wäre Deutschland um einiges krimineller als jetzt.

    Schau dir einfach mal an, was abgeht, wo es keine oder fast keine oder sehr wenige Ausländer gibt. Es gibt dort mehr Kriminalität. Und dann überleg dir mal, warum das so ist.

    Kriminalität hat nicht nur, aber vor allem mit Armut zu tun. Bzw. mit sozialer Ungerechtigkeit.

    Ein Land oder eine Gegend ohne Ausländer oder mit sehr wenigen Ausländern ist in aller Regel auch vergleichsweise arm und abgehängt. (Siehe Anklam in MeckPomm, zum Beispiel.)

    Also: Möchtest du die Kriminalitätsraten von Polen, Slowakei, Ungarn, Tschechien oder den baltischen Staaten in Deutschland haben?

    Klar, wenn in Lettland Letten Letten ermorden, ist das nicht so spektakulär, als wenn in Lettland ein Ausländer einen Letten ermordet. Aber für das Opfer ist es ziemlich egal, welcher ethnischen Herkunft der Mörder ist. Und statistisch ist es auch egal.

    Ottofant,
    ich bin in meinem vorigen Beitrag auf dein Pseudoargument eingegangen – du hast es nur nicht gemerkt. Drum hab ich es jetzt etwas ausführlicher vorgebracht.

    Kommt noch etwas hinzu: Wir haben in Deutschland gottseidank keine Sippenhaftung. Und schon gar keine ethnische Kollektivhaftung. Die möchtest du wohl einführen, nicht wahr? Wenn 1 Tunesier als Dschihadist ein Massaker verübt, dann müssen alle Tunesier und eigentlich gleich alle Muslime in Deutschland bestraft werden. Ist das dein Standpunkt?

    Gemäß deiner Logik: Sollte zum Beispiel in Brasilien ein Deutschstämmiger zum Serienmörder werden, müssen dann in Brasilien alle Deutschstämmigen unter Verdacht geraten und irgendwie diskriminiert werden?

    Was verdammt noch mal haben die vielen anständigen Migranten aus aller Herren Länder mit dem Dschihadisten zu tun? Erklär uns das doch mal!

    Bist du jetzt direkt verantwortlich für die 10 Morde des NSU? Wieso nicht?

    Noch etwas zur Logik deines Pseudoarguments:

    Würde man alle Jungs, die zwischen 13 und 23 kriminell werden, exekutieren, würden sie keine Verbrechen mehr begehen. Bei jedem Täter, der vorher schon straffällig geworden ist, kann man also sagen: Diejenigen sind an dem Verbrechen schuld, die gegen diese Typen keine lebenslange Strafe oder Todesstrafe zu verhängen bereit waren.

    Dummerweise stellt sich aber heraus, dass eine Gesellschaft, die so unnachsichtig und brutal reagiert, damit gerade mehr Verbrechen generiert.

    Was du konsequent ignorierst, ist: dass Deutschland im großen und ganzen Jahr für Jahr eher sicherer wird. Trotz der großen Zahl von Migranten wird Deutschland sicherer. Ist dir das keinen Gedanken wert? Keine Anerkennung?

    Statt dessen betreibst du Panikmache. Die Leute sollen nicht spüren, dass ihr Leben, was Gewaltverbrechen angeht, sicherer geworden ist.

    Das alle Einzelfälle (auf die du dich so gerne beziehst) überragende Faktum ist: Das Leben in Deutschland ist sicherer geworden. Die Gefahr, Opfer eines Gewaltverbrechens zu werden, ist zumindest nicht gestiegen, ist eher gefallen.

    Warum sagst du nicht: Ja, das Leben in Deutschland ist trotz einiger schlimmer Verbrechen alles in allem sicherer geworden.

    Warum gibst du das nicht zu? Es ist die Aussage der Polizei. Lügt die Polizei? Hast du Anhaltspunkte dafür, dass die Kriminalstatistik der Polizei lügt?

    Ottifant,
    ich erwarte mir jetzt, dass du auf alle diese Punkte eingehst. Und zwar argumentativ eingehst.

    Also, an die Arbeit!

  23. Ottofant meint:

    Leo Brux,

    “gäbe es keine Ausländer in Deutschland, wäre Deutschland um einiges krimineller als jetzt.
    Schau dir einfach mal an, was abgeht, wo es keine oder fast keine oder sehr wenige Ausländer gibt. Es gibt dort mehr Kriminalität. Und dann überleg dir mal, warum das so ist. ”

    Eine sehr abenteuerliche These. Wenn es in anderen Staaten mit geringem Ausländeranteil mehr Kriminalität gibt, dann wohl eher, weil die dortige Justiz und Polizei nicht durchgreift oder es soziale und arbeitspolitische Missstände gibt. Ich stelle fest: Der Ausländeranteil in den deutschen Gefängnissen ist proportional gesehen enorm hoch. Enorm! Bei unter 20% Bevölkerungsanteil sind 70-80% der Häftlinge Ausländer. Und das schließt solche mit deutschem Passt nichtmal mit ein. In ungeschönten Zahlen dürfte der Anteil also bei 85-90% liegen. Wie gesagt, bei unter 20% Bevölkerungsanteil. Das ist keine abenteuerliche These wie bei Ihnen, sondern traurige Tatsache.

    “Kommt noch etwas hinzu: Wir haben in Deutschland gottseidank keine Sippenhaftung. Und schon gar keine ethnische Kollektivhaftung. Die möchtest du wohl einführen, nicht wahr? Wenn 1 Tunesier als Dschihadist ein Massaker verübt, dann müssen alle Tunesier und eigentlich gleich alle Muslime in Deutschland bestraft werden. Ist das dein Standpunkt?”

    Nein, das ist nicht mein Standpunkt. Mein Standpunkt ist, dass wir a) deutlich zu viele Ausländer in Deutschland haben, diese sich b) oft schlecht an die hiesigen Gepflogenheiten anpassen und b) bei der Flüchtlingswelle viele kriminelle Personen mit “reingekommen” sind. Die zahlreichen kleinkriminellen Übergriffe, die Übergriffe auf Frauen und Mädchen und natürlich die Kapitalverbrechen gehen somit – zumindest indirekt – auf das Konto von Merkel. Der kausale Zusammenhang lässt sich nicht leugnen.

    “Was verdammt noch mal haben die vielen anständigen Migranten aus aller Herren Länder mit dem Dschihadisten zu tun? Erklär uns das doch mal!”

    Auch wenn ich der Meinung bin, dass wir viel zu viele Ausländer in Deutschland haben, würde ich nicht pauschal alle Ausländer als kriminell oder dschihadistisch einstufen.

    “Würde man alle Jungs, die zwischen 13 und 23 kriminell werden, exekutieren, würden sie keine Verbrechen mehr begehen. Bei jedem Täter, der vorher schon straffällig geworden ist, kann man also sagen: Diejenigen sind an dem Verbrechen schuld, die gegen diese Typen keine lebenslange Strafe oder Todesstrafe zu verhängen bereit waren.”

    Kennen Sie das New Yorker Modell? “Three strikes and you are out”. So etwas bräuchten wir. Zumindest in Großstädten mit hohem Ausländeranteil und sogenannten Intensivtätern.

    “Was du konsequent ignorierst, ist: dass Deutschland im großen und ganzen Jahr für Jahr eher sicherer wird. Trotz der großen Zahl von Migranten wird Deutschland sicherer. Ist dir das keinen Gedanken wert?”

    Wenn wir 10 Personen haben, von denen 5 Personen jeweils 2 Verbrechen begehen, hat statistisch gesehen jeder ein Verbrechen begangen. Richtig? Trotzdem nicht stimmig, oder? Um es anders zu formulieren: Wenn die Kriminalität bei den Deutschen abnimmt, die Zahl bei nicht-deutschen Tätern (oder solchen mit “Migrationshintergrund”) aber zunimmt, sieht es in der statistisch gut aus. Solche Dinge wie in Ansbach, Würzburg und Berlin werden statistisch auch wenig “ausmachen”. Trotzdem sind es für die Menschen einschneidene Erlebnisse. Genauso die gefühlten hunderte “Schwimmbadübergriffe”, die es vor der großen Grenzöffnung in dieser Form und Geballtheit in deutschen Geschichte auch noch nie gab. Darüber sollten Sie mal nachdenken.

  24. Hier:
    “Die Realität ist, dass es sowas wie Berlin, Ansbach und Würzburg nicht gab, bevor Merkel die Tore aufgemacht hat… genauso wenig wie Sexmobs zu Silvester oder bundesweite “Schwimmbadbelästigungen” durch kulturfremde Männergruppen!”

    Das ist doch Fakt. Aber darauf gehen Sie gar nicht erst ein…

    Sie behaupten, es gab nie gewalttätige Mobs und sexuelle Gewalt in Deutschland? Erzählen Sie das mal deren Opfern. Der erste Sprengstoffanschlag in Deutschland fand übrigens schon 1875 in Bremerhaven statt mit über 80 Opfern. Das ist Fakt.

  25. Ottofant meint:

    1875. Aha. Guter Witz, KM.

    Ich rede von der Gegenwart. Und nein, solche Vorfälle wie in den letzten Monaten gab es in DIESER FORM bisher NICHT in Deutschland.

    Sexuelle Belästigung/Vergewaltigung war in Deutschland bisher kein Gruppenphänomen. Die massenhafte Belästigung in Schwimmbädern ebenso nicht. Sicherlich graben Sie jetzt irgendwo einen Fall aus, aber der kausale Zusammenhang zwischen der Grenzöffnung und dem plötzlichen deutlichen Anstieg solcher Fälle ist nicht zu leugnen. Da müssen Sie schon arge Verrenkungen anstellen.

  26. Ottofant,

    du wirst zugeben müssen, dass allenthalben in Europa es nicht so ist: mehr Ausländer – mehr Kriminalät. Der Zusammenhang ist nicht gegeben. Eher schaut es umgekehrt aus. Was immer der Grund sein mag – darüber können wir uns schon streiten – es ist halt so. Mehr Ausländer bedeutet NICHT mehr Kriminalität. Sonst müsste sich das doch statistisch in der Weise zeigen, dass man sagen kann: Höherer Prozentsatz von Ausländern bedeutet höhere Kriminalitätsbelastung.

    Können wir das mal so festhalten, Ottofant?

    Und können wir festhalten, dass die Kriminalitätsbelastung offensichtlich weniger ethnisch als sozial bedingt ist: je (relativ) ärmer die Leute, desto häufiger kriminell!

    Zur Gefängnisbevölkerung:

    In Deutschland liegt der Ausländeranteil in den Gefängnissen bei etwa 28%. Bei einem Ausländeranteil von knapp 10%. Das ist also in der Tat beträchtlich mehr.

    Schaut man aber nun kriminalwissenschaftlich genauer hin, ergibt sich:
    1. Wer wird ganz überwiegend kriminell? – Junge Männer der Unterschicht. Vergleichen wir dann die jungen Männer der Unterschicht, die keine Ausländer sind, mit denen, die Ausländer sind, nähern sie sich statistisch stark an. (Ausländer in D sind im Durchschnitt eher männlich, eher jung, eher Unterschicht.)
    2. Viele der ausländischen Gefängnisinsassen gehören nicht zur Wohnbevölkerung, sondern sind zu Zwecken der Kriminalität eingereiste Personen. Etwa auf Einbruch spezialisierte Osteuropäer. Oder die internationalen Drogenhändler. Die müsste man rausrechnen, denn es geht ja um die Frage, ob die bei uns lebenden Ausländer mehr oder weniger kriminell sind, und nicht um Kriminaltouristen.

    Auf jeden Fall ändert ein höherer Anteil an der Gefängnisbevölkerung nichts an der faszinierenden Tatsache, dass gerade da, wo es viele Ausländer gibt, die Kriminalitätsbelastung nicht höher, sondern oft sogar niedriger ist.

    Warum kannst du das nicht einfach mal anerkennen, Ottofant?

    Indirekt tust du es sogar: in deinem letzten Absatz. Da gibst du zu, dass Deutschland sicherer wird. Du meinst nur, es könnte ohne Ausländer noch sicherer sein. Aber heute ist es auch deiner Einsicht nach sicherer als früher, nicht wahr? Oder hab ich deinen letzten Absatz falsch verstanden?

    Aber du und deinesgleichen, ihr lebt politisch davon, dass mehr Leute in Panik geraten. So schürt ihr das Lügenfeuer.

    Kannst du mir erklären, warum die AfD und generell die völkische Rechte nicht einfach mal anerkennem, dass es sich in Deutschland heute sicherer lebt als früher?

    Schwimmbadübergriffe: Die kommen nur in die Medien, weil es eben besonders sexy ist, wenn Ausländer dran beteiligt sind. Aber erstens sind sie eher selten, zweitens hat es sie mit einheimischen Jungs schon immer gegeben. Ich spreche da aus Erfahrung. (Nein, nicht in dem Sinne, dass ich selber …)

    Worauf es den völkischen Hetzern ankommt, wird aus einer Bemerkung von dir recht deutlich:

    Solche Dinge wie in Ansbach, Würzburg und Berlin werden statistisch auch wenig “ausmachen”. Trotzdem sind es für die Menschen einschneidene Erlebnisse.

    Gewisse bei uns eher seltene Übergriffe, die es früher eher noch häufiger gab als heute, werden von dir ethnisch aufgeladen.

    Das ist die Methode “Stürmer”. Natürlich haben Juden in der Weimarer Republik auch Verbrechen begangen. Der “Stürmer” hatte es sich zur Aufgabe gemacht, genau diese “jüdischen” Verbrechen als jüdische zu markieren und besonders herauszustellen. Das Ziel dieser Hervorhebung war klar: Es ging um Hetze.

    Wenn ein Jude ein Mädchen sexuell missbraucht hat – war das was Anderes oder Schlimmeres als wenn ein Nicht-Jude das gemacht hat? Für die Antisemiten: JAA!

    Genauso ist das mit dir, Ottofant. Würde mal in einem Schwimmbad ein Mädchen von einem “biodeutschen” Jungen sexuell belästigt, käme das nicht einmal in die Lokalpresse.

    Wenn du auf alles das argumentativ antwortest, schalte ich deinen Beitrag wieder frei. Für den letzten, jetzt freigeschalteten Beitrag möchte ich dir meine Anerkennung aussprechen. Es war ein ernsthafter Versuch zu argumentieren. Schließlich, Ottofant, sind wir keine Barbaren, sondern Vertreter einer Tradition der Aufklärung, die nicht mit Bauch und Arsch und Fäusten denkt, sondern mit dem Kopf.

  27. Belästigung in Schwimmbädern ist auch heute kein Gruppen- und kein Massenphänomen. Außer in der erhitzten Phantasie einiger Hetzer. Es ist eine schon immer mal auftretende Unsitte – seit Frauen und Männer gemeinsam baden.

  28. Ottofant meint:

    Zum Thema Gefängnisse:
    Der Ausländeranteil (Pass-Deutsche mit Migrationshintergrund noch nicht eingerechnet) liegt z.B. in Baden-Würtemberg bei über 44(!) Prozent! Das sollte man zur Kenntnis nehmen, bevor man die Dimensionen verkennt.
    Die Quelle hierfür: http://www.focus.de/politik/deutschland/mehr-gefangene-als-haftplaetze-auslaenderanteil-nimmt-zu-gefaengnisse-in-baden-wuerttemberg-sind-uebervoll_id_5881871.html

    Zum Thema Schwimmbäder:
    Natürlich gibt es auch Fälle, wo ein Deutscher mal ein Mädchen belästigt oder gar vergewaltigt hat. Der Unterschied ist, dass dies Einzeltaten und vor allem Einzeltäter sind. Das Phänomen, dass Gruppen von Männern über Mädchen oder erwachsene Frauen herfallen, ist in dieser Form neu. Siehe letztes Silvester und die wirklich zahlreichen Vorfälle mit Flüchtlingen in und um Schwimmbäder. Das sollte man nicht bagatellisieren. Man sollte lieber die Ursachen eruieren: Das Frauenbild in der islamischen Welt! Unverschleierte, allein ausgehende Frauen gelten als “Schlampen”, als “Freiwild” und es irgendwie schon “okay”, wenn man sich da mal “bedient”.

    Zum Thema Sicherheit/Statistik:
    Ja, ich meinte in der Tat, dass Deutschland ohne die Ausländerkriminalität statistisch sogar noch sicherer wäre. Denn der Rückgang bei Straftaten betrifft ja nicht alle Tätergruppen und Art der Delikte gleichermaßen.

    Ich bitte um Verständnis, dass ich mich etwas kürzer fassen muss heute. Morgen ist Weihnachten und ich muss noch einige Dinge vorbereiten. Trotz aller Differenzen auch Ihnen frohe Weihnachten.

  29. Ich rede von der Gegenwart. Und nein, solche Vorfälle wie in den letzten Monaten gab es in DIESER FORM bisher NICHT in Deutschland.

    Also haben alle rechten Internetseiten, die schon vorher über solche Sachen berichtet haben, ja schamlos gelogen.

    Sexuelle Belästigung/Vergewaltigung war in Deutschland bisher kein Gruppenphänomen. Die massenhafte Belästigung in Schwimmbädern ebenso nicht. Sicherlich graben Sie jetzt irgendwo einen Fall aus, aber der kausale Zusammenhang zwischen der Grenzöffnung und dem plötzlichen deutlichen Anstieg solcher Fälle ist nicht zu leugnen. Da müssen Sie schon arge Verrenkungen anstellen.

    Brauch ich gar nicht, weil ich nämlich weiß, wo ich mich informieren kann.

    Obwohl es, Ihrer Ansicht nach, bisher kein Phänomen war, führt das Bundeskriminalamt trotzdem Opferstatistiken zu vollendeter Gruppenvergewaltigung und vollendeter überfallartiger Gruppenvergewaltigung:

    Opfer Gruppenvergewaltigung 2000: 262
    Opfer Gruppenvergewaltigung 2015: 232

    Opfer überfallartiger Gruppenvergewaltigung 2000: 159
    Opfer überfallartiger Gruppenvergewaltigung 2015: 106

    Da müssen Sie nur in die aktuellen PKS-Zeitreihen schauen. Eine Zunahme der Anzahl der Fälle ist nur rein emotional vorhanden.

  30. Ich stelle fest: Der Ausländeranteil in den deutschen Gefängnissen ist proportional gesehen enorm hoch. Enorm! Bei unter 20% Bevölkerungsanteil sind 70-80% der Häftlinge Ausländer. Und das schließt solche mit deutschem Passt nichtmal mit ein. In ungeschönten Zahlen dürfte der Anteil also bei 85-90% liegen. Wie gesagt, bei unter 20% Bevölkerungsanteil. Das ist keine abenteuerliche These wie bei Ihnen, sondern traurige Tatsache.

    Der Anteil liegt bei etwa 30%. Wo haben Sie bitte Ihre Zahlen her?

  31. Heiko Gerhauser meint:

    Ob das in Köln als “Opfer überfallartiger Gruppenvergewaltigung” gezählt werden kann? Da gab es
    http://www.express.de/koeln/express-hat-alle-gesichtet-das-steht-in-den-1190-anzeigen-aus-der-silvesternacht-24320160

    über 500 Anzeigen wegen sexueller Übergriffe, aber war das eine “Gruppenvergewaltigung”?

    Sicher kann man das aufbauschen, sexuelle Gewalt und Terrorismus hat es immer schon gegeben. So Statistiken zu bringen wird aber bei vielen, die das hören, ähnlich ankommen, wie wenn einem Atomkraftgegner egal was er sonst so sagt, zehnmal vorgebetet wird, dass bisher noch kein einziger Toter in Deutschland durch deutsche AKWs zu beklagen ist.

    Ich fürchte das ist kontraproduktiv und befördert unnötig gesellschaftliche Konflikte, die dringend befriedet gehören.

  32. Ottofant meint:

    KM, ich wette, dass diese Zahlen in den 80′igern noch deutlich geringer waren.

    Davon abgesehen, darf man wohl davon ausgehen, dass diese Zahlen weiter zunehmen werden. Wir haben ganz überwiegend männliche Flüchtlinge ins Land gelassen, ohne ihre Frauen. Junge Männer, die – das ist ja durchaus natürlich – mal “einen wegstecken” wollen. Und da die meisten deutschen Frauen daran verständlicherweise wenig interessiert sein dürften und diese Männer auch kein Geld für’s Bordell haben, kann man sich ja leicht ausrechnen, was vermutlich passieren wird… außer man lebt in den Linkenstr. 1 in 12345 Wolkenkuckuksheim.

  33. Ottofant meint:

    KM,

    “Der Anteil liegt bei etwa 30%. Wo haben Sie bitte Ihre Zahlen her?”

    Das war eine Schätzung, wenn man die Personen mit “Migrationshintergrund” einrechnet. Vielleicht zu hoch gegriffen. In BaWü liegt der Anteil aktuell jedoch gemäß offizieller Zahlen bei über 44% (ohne die mit “MiGraHiGu”). Rechnet man das hoch, kommt man locker auf über 50% nicht-(ethnisch)-deutscher Insassen. Bei einem Ausländeranteil von 15-20% in der Bevölkerung. Schon erschreckend, finde ich. Sicherlich haben Sie dafür eine gute Erklärung parat.

  34. Ottofant meint:

    Heiko,

    die Konflikte würden befriedet, wenn Merkel endlich ihren fatalen Kurs ändert. Sonst wird die AfD mächtig profitieren, soviel steht fest. (Nicht das mich das stören würde, es braucht wohl mal ein heftiges politisches Gewitter).

  35. Das war eine Schätzung, wenn man die Personen mit “Migrationshintergrund” einrechnet. Vielleicht zu hoch gegriffen. In BaWü liegt der Anteil aktuell jedoch gemäß offizieller Zahlen bei über 44% (ohne die mit “MiGraHiGu”). Rechnet man das hoch, kommt man locker auf über 50% nicht-(ethnisch)-deutscher Insassen. Bei einem Ausländeranteil von 15-20% in der Bevölkerung. Schon erschreckend, finde ich. Sicherlich haben Sie dafür eine gute Erklärung parat.

    In BW liegt der Ausländeranteil der Verurteilten im Gefängnis bei knapp 36%. Die Zahlen mit 44% umfassen auch Untersuchungshaft und nichtdeutsche Verdächtige werden besonders oft in Untersuchungshaft verwahrt.

    2000 gab es noch 6137 Gefangene in BW, davon 1930 Ausländer. 2016 gab es 5028 Gefangene, davon 1805 Ausländer. Die Zahlen sind nicht gestiegen sondern rückläufig. Mit Untersuchungshaft gingen die Zahlen von 8513 Gegangenen im Jahr 2006 auf 6170 im Jahr 2016 zurück.

  36. KM, ich wette, dass diese Zahlen in den 80′igern noch deutlich geringer waren.

    Also z.B. nach PKS 1985 lag die Zahl der Opfer von vollendeten Gruppenvergewaltigungen bei 129. Bei vollendeten überfallartigen Gruppenvergewaltigung lag die Zahl bei 97 Opfern. Bei 61 Millionen Einwohnern im Jahr 1985 sind das etwa 0,37 Opfer je 100.000 Einwohner. 2015 sind es etwa 0,41 Opfer je 100.000 Einwohner. Die Zahl war 1985 also geringer, aber nicht deutlich geringer.

  37. Sicher kann man das aufbauschen, sexuelle Gewalt und Terrorismus hat es immer schon gegeben. So Statistiken zu bringen wird aber bei vielen, die das hören, ähnlich ankommen, wie wenn einem Atomkraftgegner egal was er sonst so sagt, zehnmal vorgebetet wird, dass bisher noch kein einziger Toter in Deutschland durch deutsche AKWs zu beklagen ist.

    Ich fürchte das ist kontraproduktiv und befördert unnötig gesellschaftliche Konflikte, die dringend befriedet gehören.

    Die Konflikte kommen nicht aus der Statistik sondern werden von einzelnen Personen geschürt. An den Zahlen kann man langfristige Entwicklungen sinnvoll nachvollziehen. Das ist eine notwendige Abstraktion.

  38. Ottofant meint:

    KM,

    man kann sich das auch schön rechnen. Unterm Strich sind laut den Zahlen Ausländer definitiv öfter kriminell als Einheimische. Und das obwohl – ich betone das nochmals – jene Personen mit “MiHiGru” noch gar nicht eingerechnet wurden. Wenn man als Deutscher also nun befürchtet, dass aufgrund der Massenmigration von Flüchtlingen, die nichts mehr zu verlieren haben, die Kriminalität insgesamt steigt, ist das nachvollziehbar. Zumal diese Personen nicht gerade aus als fortschrittlich und besonders humanistisch geprägten Kulturkreisen kommen. Ganz im Gegenteil.

    Vielsagend übrigens für mich, dass Sie auf mein Argument bzgl. der sexuellen Problematik (hundertausende männliche Flüchtlinge, die hier keine Sexualpartner haben oder finden werden) nicht eingegangen sind. Ich nehme an, Sie selbst sind auch ein Mann. Für unsere Frauen werden das noch sehr “aufregende” Zeiten, befürchte ich.

  39. Jakobiner meint:

    Angesichts der Tatsache, dass dieser Amri quer durch Europa reisen konnte, wie auch anhand der Voirgeschichte, zeigt sich wie lückenhaft die europaweite und deutsche Sicherheits ist.Und es ist ja noch haarsträubender. Der tunesische Terrorist wurde ja als Gefährder schon vom Staatsschutz observiert und es soll auch bekannt gewesen sein, dass er sich als Freiwilliger für ein Attentat zur Verfügung stellte.In Deutschland soll es 596 Gefährder geben, also tickende Zeitbomben, die nur warten, bis sich ihnen eine Chance bietet. Da man die nicht rund um die Uhr überwachen kann, wäre zu überlegen, ob man die nicht einfach in Schutzhaft nimmt. Das ist aber ein heikles Thema–siehe „Schutzhaft“der Nazis, die ja dann Gesinnungshaft war.In Frankreich verhängt man über Gefährder Hausarrest und Fußfesseln, aber das ist keine Graantie, wie das Attentat auf den katholischen Geistlichen zeigte, bei dem der Täter Gefährder war und eine Fußfessel trug.Interessant auch immer dieser Vorwurf des „Behördenversagens“. Dieses kommt im wesentlichen aufgrund der liberalen Gesetzeslage zustande, die eben keine wirklichen wirksamen Maßnahmen zulässt und solche Leute haben gutes Wissen und Gespür die Lücken im System zu entdecken.Da stellt sich dieselbe alte prinzipielle Frage, inwieweit Sicherheit vor Rechtsstaatlichkeit geht.Aber es geht ja nicht um Rechtsstatt, sondern um den liberalen Rechtsstaat, der eben freizügiger ist als ein konservativer CSU-Rechtsstaat.Auch interessant, dass dieser Berliner Moscheenverein als Stützpunkt des IS in Deutschland bekannt und nicht verboten ist. Gibt es denn da keine rechtliche Handhabe? Dass Bachmann Kontakte zur Polizei hat, halte ich für wahrscheinlich. Der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft Wendt gab ja Elsässer auch schon ein Interview in COMPACT und seit dem NSU weiss man wie eng die Kontakte zwischen Sicherheitsapperat und Rechtsradikalen ist.

  40. Jakobiner meint:

    Auch interessant, die Reaktion Trumps auf den Berliner Anschlag: “Wann schlagen wir zurück?”. Irgendwie scheint der gute Mann zu ignorieren, dass seit diesem Monat schon eine Großoffensive gegen den IS in Mossul und Raqqa läuft. Ihm schweben wohl medienträchtige Gegenschläge mit Luftschlägen vor, die man propagandistisch verwerten kann. Eher so: Auge um Auge, Zahn um Zahn.

  41. Ottofant, umgekehrt wird ein Schuh daraus: Leute wie Sie brauchen es sich nicht schlecht rechnen, schon gar nicht katastrophal schlecht. Ich behaupte nicht, dass alles toll und wunderbar ist. Leute wie Sie behaupten aber, dass alles deutlich schlimmer geworden ist. Ist es aber nicht. Und ich begründe das auch. Selbst mit mehr “MiHiGru” sind die Zahlen rückläufig oder stagnieren.

    Wenn man als Deutscher also nun befürchtet, dass aufgrund der Massenmigration von Flüchtlingen, die nichts mehr zu verlieren haben, die Kriminalität insgesamt steigt, ist das nachvollziehbar.

    Emotional ist das nachvollziehbar, aber wenn man allen Leuten die Fakten ordentlich präsentieren würde und auch mal einen Blick auf das Ganze wagt, dann würde das schon ganz anders aussehen.

    Vielsagend übrigens für mich, dass Sie auf mein Argument bzgl. der sexuellen Problematik (hundertausende männliche Flüchtlinge, die hier keine Sexualpartner haben oder finden werden) nicht eingegangen sind. Ich nehme an, Sie selbst sind auch ein Mann. Für unsere Frauen werden das noch sehr “aufregende” Zeiten, befürchte ich.

    Wenn die alle ungebunden sind, dann kann es schon einmal keinen zukünftigen Familiennachzug von Millionen Angehörigen geben.

  42. Ottofant,

    deine Behauptung über die “Schwimmbadserie” ist reine Phantasie. Oder Hetze. Es sind auch im Falle von Flüchtlingen nur seltene Ausnahmen. Oder sagt die Polizeistatistik da etwas anderes?

    Wie gesagt, du arbeitest nach “Stürmer-Manier”: Das Nazi-Hetzblatt hat Woche für Woche alle Infos über Verbrechen von Juden in Deutschland gesammelt und dargestellt und breitgetreten und kommentiert. Damit man den Eindruck bekommen hat, dass Juden besonders kriminell und gefährlich sind.

    So machen PI, AfD und du es auch.

    Das sind die Nazi-Methoden der Informationsverzerrung.

    Für Deutschland liegt die Gefängnisquote im Fall von Ausländern bei um die 30%. In einigen Bundesländern liegt sie höher, in anderen niedriger.

    Auf meine Argumente dazu bist du nicht eingegangen. Ich bitte dich, das nachzuholen!

    Ich ergänze: Berlin, 3,5 Millionen Einwohner, hat ca. 8 Millionen Touristen im Jahr. Von denen wird dann auch ein (kleiner) Teil kriminell, manche reisen sogar extra nach Berlin, um als Einbrecher oder Drogenverkäufer dort zu “jobben”. Diese “Touristen-Kriminalität” macht sich statistisch stark bemerkbar. Sie hat aber mit den IN BERLIN LEBENDEN Ausländern (15%) nichts zu tun. Einmal angenommen, ein amerikanischer Tourist bringt in Berlin seine Frau um, dann erscheint das in der Berliner Kriminalstatistik als Mord, der von einem Ausländer begangen wird. Möchtest du diesen Mord den in Berlin wohnhaften Ausländern zuschreiben? Das selbe gilt für die russische Einbrecherbande, die ein, zwei Monate in Aktion ist, dann von der Polizei erwischt und verhaftet wird und nun dort im Gefängnis sitzt.

    Nicht vergessen: Kriminell sind vor allem a) Männer, b) jung, c) Unterschicht. Wenn man schon Ausländer und Nicht-Ausländer vergleichen will, dann muss man diese Kategorien berücksichtigen.

    Wie gesagt, DARAUF musst du eingehen, Ottofant!

    70er und 80er Jahre:
    Da war meines Wissens die Kriminalitätsbelastung am höchsten. Seither ist sie deutlich zurückgegangen.

    Für die 50er und 60er Jahre ist es nicht leicht, die Statistiken zu vergleichen, da man damals Gewaltverbrechen noch recht anders (weniger streng) eingeschätzt hat. Was heute schwere Körperverletzung ist, war damals oft noch leichte; leichte Körperverletzung wurde seltener angezeigt – die hat halt zum Alltag dazugehört, jedenfalls unter den Jungs und den jungen Männern. Vergewaltigungen – die Frauen haben sich geschämt und sie nicht angezeigt, die Polizisten haben die (wenigen) anzeigenden Frauen angeschaut, als ob sie schuld wären, nicht-vollendete Vergewaltigung war eher keine Vergewaltigung …

    Die Zeiten haben sich geändert. Das Leben in Deutschland ist heute – was physische Sicherheit angeht – SEHR VIEL SICHERER als in jeden der früheren Jahrzehnte.

    Das SICHERHEITSGEFÜHL hingegen war noch nie so verunsichert.

    DAS ist es, was wir erklären müssen. Woher kommt diese groteske Diskrepanz?

    Hunderttausende Migranten, männlich, jung, haben hier keinen Sexualpartner. Und trotzdem passiert kaum etwas. Und trotzdem kommt es zu keinem statistisch bemerkbaren Anstieg von Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen.

    Was macht da ein verzweifelt auf Fälle hoffendes Gehirn wie das von Ottofant?

    Es phantasiert sich was herbei.

    Es nimmt die paar Fälle, die es natürlich gibt, und bläht sie in seiner Phantasie zu einer Epidemie auf.

    Aber die Polizeistatistik bleibt nüchtern. Da is nix. Da sind Einzelfälle, ein paar davon spektakulär, aber alles in allem bleibt das Leben in Deutschland trotz der Masseneinwanderung des letzten Jahres sicher und ist wohl sogar noch sicherer geworden, gemäß dem Trend.

    Woher kommt dieser Trend?

    1. Demographie: Die Bevölkerung wird im Durchschnitt älter. Ältere sind weniger kriminell.
    2. Die Kinder werden immer weniger geschlagen: Fast immer sind es geprügelte Kinder, die kriminell werden.
    3. Es kommen kaum noch ungewollte Kinder auf die Welt: Besonders die sind früher kriminell geworden – weil sie die Ablehnung durch die Eltern kompensieren mussten.

    In Bezug auf die Migranten: Natürlich, weil sie eher jung und männlich sind und eher aus Familien kommen, in denen sie geschlagen wurden, ist die Kriminalitätsneigung etwas höher.

    Aber erstens braucht Deutschland junge Einwanderer, und zweitens fällt auf, dass die Migranten, die zu uns kommen, eher zu denen gehören, die anpassungsfähig und fleißig und konstruktiv kompetent sind. (Ausnahmen bestätigen die Regel.) So macht sich der natürliche Effekt (jung-männlich-geschlagen-Unterschicht) nicht so stark bemerkbar, wie eigentlich zu erwarten wäre.

    Würde sich Deutschland weitgehend gegen Einwanderung abschotten, würden wir allmählich stagnieren und damit ärmer werden. Was die Kriminalität befördern würde. Der Armutsfaktor!

    So erkennt man – um die Ecke herum gesehen – dass uns die Einwanderung von jungen Migranten trotz deren etwas höherer Kriminalitätsneigung sicherer macht.

    Man kann das dann direkt am Vergleich von München und Dresden (zum Beispiel) ablesen. Die Kriminalitätsbelastung in Dresden bzw. die Gefährdung des Lebens in Dresden liegt etwa bei der von München – obwohl München größer ist und obwohl München 5x so viele Ausländer als Einwohner hat.

    Schlussbemerkung:
    Ottofant, wir erwarten von dir, dass du genau auf unsere Argumente eingehst.
    Da liegen dir jetzt einige präzise Antworten vor. Versuch doch mal, jede von ihnen genau zu durchdenken. Es wäre doch auch für dich peinlich, wenn du diesen Antworten ausweichen würdest, oder?

    Oder denkst du dir insgeheim, dass ja ohnehin nicht um Fakten geht? à la Trump?

    Lektüreempfehlung:
    http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2016-03/fluechtlinge-kriminalitaet-auslaender-polizeiliche-kriminalstatistik

  43. Jakobiner,
    man könnte das alles auch etwas anders interpretieren.

    Ich persönlich habe kein großes Problem damit, dass die Welt und die Menschen nicht perfekt sind und dass das Leben grundsätzlich lebensgefährlich ist und dass man halt nie ganz sicher sein kann, nicht einem Verkehrsunfall zum Opfer zu fallen, etcetera.

    Das ist eben das Leben.

    So gibt es eben auch Kriminalität. Auch Morde. Auch Dschihadisten.

    Wieso soll ich jetzt sicherheitswahnsinnig werden?

    Was hätte ich davon?

    Ich würde mich nur noch unsicherer fühlen.

    Je mehr Sicherheitswahn, desto mehr Sicherheitsmaßnahmen – und desto heftiger der Sicherheitswahn.

    Das ist eine Spirale in den Irrsinn.

    Fakt ist, dass wir hier und heute – trotz oder vielleicht sogar wegen unserer Liberalität – sicherer leben als früher.

    Daran ändern auch die Attacken der Dschihadisten nichts.

    Wieso lassen wir uns hysterisieren?

    Das ist es, was die Dschihadisten wollen.

    Sie wollen uns dazu zwingen, die ihnen verhasste Liberalität preiszugeben.

    Alle sollen fanatisch werden. Fanatische Muslime oder fanatische Muslimfeinde. Es soll Krieg sein. Die ultimative Zuspitzung – das wollen die Fanatiker haben, die Fanatiker beider Seiten.

    Was ist da unsere Aufgabe, Jakobiner?

    Ich stimme zu, wenn es um die Frage geht: Wie können wir uns vor den Gefährdern wirkungsvoller schützen?
    Ich stimme zu, wenn Kritik geübt wird an dem Fehler der europäischen Sicherheitsbehörden im Fall Amri.

    Ich stimme nicht zu, wenn wir die Reisefreiheit für sicherheitsgefährdend erachten und sie nun einschränken wollen.

    Die Einschränkung der Freiheit bringt nicht mehr Sicherheit.

    Sie bringt uns am Ende einen autoritären Staat, der von oben her kriminell ist und der – allmählich – die ganze Gesellschaft verarmen und verwahrlosen lassen wird.

  44. Jakobiner meint:

    Auch interessant: Marokkos Geheimndienst hat den BND und das BKA mehrmals vor Amri gewarnt, unter anderem auch mit der Warnung, dass ein Anschlag unmittelbar bevorstehe. Das BKA erwiderte, derartige Warnungen erhalte man zu Hunderten. Man fragt sich, wozu es dann noch Warnungen bedarf, zumal wenn vor einem bevorstehenden Anbschlag gewarnt wird, also konkrete Gefahr und nicht irgendeine anstrakte Gefährdungslage besteht.

  45. A N K L A M

    Noch ein kleiner Nachtrag. Jetzt spiel ich mal “Stürmer”!

    Anklam (dpa/mv) – In einem Club in Anklam soll eine 28-jährige Frau vergewaltigt worden sein. Demnach war es am frühen Sonntagmorgen in der Damentoilette zu dem sexuellen Übergriff gekommen, wie die Polizei am Montag in Neubrandenburg mitteilte. Die Frau sei medizinisch versorgt worden. Sie trug aber keine schweren körperlichen Verletzungen davon, wie es weiter hieß. Bei dem Täter soll es sich um einen kräftigen, tätowierten und etwa 25 bis 30 Jahre alten Mann handeln. Die Polizei sucht Zeugen.

    (Lokalpresse, 10.10.2016)

    Da es in Anklam keine ausländische Wohnbevölkerung gibt und die paar Flüchtlinge, die in der Nähe untergebracht sind, sich kaum in so einen Club trauen dürfen, können wir davon ausgehen: Das war ein Biodeutscher!

    Wieso kommt das nicht in den Fernsehnachrichten?

    Man stelle sich vor, der Verdächtige wär ein Flüchtling!

    Ich konnte leider nicht herausfinden, wie hoch statistisch die Kriminalitätsbelastung in Anklam ist (um sie dann mit jener von ähnlich großen bayerischen Kleinstädten zu vergleichen, in denen es hohe Prozentzahlen für Ausländer gibt – unter Berücksichtigung, dass man Touristen-Kriminalität rausrechnen muss).

    Ich vermute, dass es da zwischen Anklam und – zum Beispiel – Berchtesgaden oder Schrobenhausen oder Lohr kaum einen Unterschied geben wird. Eher dass es in diesen ausländer-reichen bayerischen Kleinstädten noch sicherer zugeht als in Anklam. Nicht weil die Anklamer schlechtere Menschen wären, sondern weil sie in Anklam ärmer sind.

    Zugabe:

    http://www.prignitzer.de/regionales/newsticker-nord/polizei-sucht-einen-einbrecher-und-findet-zwei-verdaechtige-id15387896.html

    Einbrecher in Anklam, diesen November.

    Die Polizei hat eine mehrmonatige Einbruchserie in Anklam und Ueckermünde (Kreis Vorpommern-Greifswald) aufgeklärt. Als Tatverdächtige wurden am Freitag zwei 19-Jährige in Anklam festgenommen, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Ermittler hatten die Wohnung eines verdächtigen Anklamers durchsucht und stießen dabei auch gleich auf den anderen gesuchten Mann. Diesem werden von September bis November etwa 40 Einbrüche in Lauben in Ueckermünde mit erheblichen Schäden zur Last gelegt.

    Scheinen biodeutsche Anklamer zu sein. Wie üblich: Mann, jung, Unterschicht.

    Also, das waren jetzt nur mal die Monate Oktober und November 2016 in Anklam, 11.000 Einwohner, 100% biodeutsch.

    Noch eine Zugabe!

    Surfen macht Spaß!

    http://www.polen-pl.eu/kriminalitaet-an-der-deutsch-polnischen-grenze-politik-und-polizei-suchen-dialog-mit-buergern/

    Da finde ich: 17% der Straftäter im Landkreis Uckermark sind Ausländer.

    Aber es gibt dort kaum wohnhafte Ausländer. Die 17% sind praktisch alle – “Touristen”, also Gangster, die zu kriminellen Zwecken kommen und dann versuchen, schnell wieder zu verschwinden.

    In dieser Gegend sind also fast alle ausländischen Kriminellen keine einheimischen Ausländer, keine in Deutschland wohnhaft gemeldeten Ausländer, sondern Osteuropäer, die zum Zwecke der Straftat kurz einreisen und dann wieder abhauen (wenn sie können).

    Da kann man sich vorstellen, wie sehr der Anteil der Ausländer an den Delikten auch generell statistisch verzerrt wird durch solche “Touristen”.

    Ich surfe weiter und finde noch das (1. Dezember 2016):
    Reichsbürger in der Nähe von Anklam verhaftet.

    Wie ein Polizeisprecher am Donnerstag erklärte, handelt es sich um einen 54 Jahre alten Mann aus der Nähe von Anklam, gegen den wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt wird. Der Mann sei vorher nicht zur Hauptverhandlung am Gericht erschienen und wurde deshalb am Mittwoch vorgeführt. Er kam in ein Gefängnis nach Stralsund.

    „Reichsbürger“ halten Verwaltungen auf Trab
    Auch beim Richter habe der Beschuldigte deutlich gemacht, dass er die deutsche Gerichtsbarkeit nicht anerkenne wie andere Reichsbürger auch. So habe er keine persönlichen Angaben gemacht und das ihm übergebene Exemplar des Haftbefehls zerrissen.

    Der 54-Jährige soll im April eine Frau in einem Dorf bei Anklam gewürgt haben. Zudem soll er am 14. Oktober wegen einer Zwangsräumung bei ihm die Klinke der Haustür unter Strom gesetzt haben. Polizisten, die als Amtshilfe zum Einsatz kamen, habe er mit einem Messer bedroht.

    Zu Anklam empfehle ich meinen Artikel: Die ideale AgD- und NPD-Stadt

    Anklam: 11 000 Einwoner. So gut wie KEINE ausländische Wohnbevölkerung da. Völkisch homogen, Deutsche ganz unter sich. Über 35% wählen AfD und NPD. Wirtschaft: Tote Hose.

    Resümee:

    Meine drei “Stürmer-”Meldungen stammen alle aus der Gegend von Anklam und aus den letzten drei Monaten. Würde man das fortsetzen, käme man auf eine ganz schöne Latte von Straftaten in diesem Nest. Alle völkisch Deutsch.

    Die Straftaten, die einreisende und wieder ausreisende Osteuropäer verüben, sind da nicht drin. Die rechne ich den Anklamern nicht an. Die Anklamer sollen nur mal nicht so tun, als ob sie weniger kriminell wären als zum Beispiel die Ausländer, die in bayerischen Städten wie Lohr am Main, Berchtesgaden oder Schrobenhausen wohnen.

  46. Jakobiner meint:

    Ich sehe keinen “Sicherheitswahn”, wenn man die bekannten 596 Gefährder einsperrt und die Gefährdermoscheen schließt und verbietet. Das ist doch eher ein chirurgischer Minimalsteingriff.

  47. Bei den Nazis gab es die Institution der “Schutzhaft“. Ohne rechtlich hinreichende Grundlage (unter Umgehung der Gerichte) konnte man in diesem Verfahren alle diejenigen ins KZ einliefern (und dies auf beliebige Zeit), die man für “Gefährder hielt.

    Unsere heutigen Gefährder ebenso zu behandeln – nämlich ohne hinreichende (!) rechtsstaatliche Begründung quasi lebenslängliche Haft auszusprechen, ohne Gerichtsurteil vielleicht auch noch (denn die Gesetze und die Verfassung geben “Schutzhaft” nicht her) — das wäre praktisch eine Abschaffung des Rechtsstaats. Wenn man in den Rechtsstaat ein solches Loch bohrt, dann mag man meinen, es sei ja nur ein Loch – der Rechtskörper (sozusagen das Fass) ist ja sonst noch heil – aber durch das Loch läuft das Recht heraus … das “Fass” leert sich …

    Ein Schließen der Gefährdermoscheen dürfte eher machbar sein. Ich denke, dass wir da in der Tat schärfer werden müssen.

    Ich glaube auch, dass wir mit den Ländern, aus denen die Gefährder kommen, zumindest zum Teil bessere Rücknahmeabkommen schließen können. Mit Tunesien, Algerien, Marokko, Ägypten auf jeden Fall. In anderen Fällen wird es schwierig werden. Mit Afghanistan, Syrien, Libyen, aber auch Libanon (wo schon bald die Hälfte der Bevölkerung Flüchtlinge sind …) dürften solche Abkommen unmöglich sein. Was machen wir da?

    Es gibt da keine perfekte Lösung. Wir sollten machen, was geht – und uns im übrigen mal bitte bitte nicht hysterisieren lassen.

  48. Ottofant meint:

    Ihr linken Vögel könnt mich mal! :P

    Von Euch kommt doch nur gutmenschliche Propaganda. Zahlen schönrechnen und Vorfälle relativieren. Falls es Euch selber mal trifft, seid Ihr bestimmt die Ersten, die laut aufheulen. Heuchler.

    Ich gehe jetzt scheissen und denke dabei fest an Blog IG. Dann flutscht es wie von selbst.

    Hehehehehe!
    (Infantil und Spaß dabei! ;) )

    :D

  49. Korbinian meint:
  50. Heiko Gerhauser meint:

    Beim Cicero Artikel hält sich der Autor auffällig bedeckt bei der Nennung konkreter Handlungsempfehlungen.

    Die Analyse:
    “Wer es schafft, der bekommt Geld und Unterkunft von den Deutschen. Wer unterwegs umgefallen oder im Mittelmeer ertrunken ist, hat halt Pech gehabt. Das versuchen uns die Medien als Humanität zu verkaufen.”

    trifft aber den Punkt, der bei mir moralisch extremst aufstößt, sehr gut.

  51. Jakobiner meint:

    Der großangekündigte Aufmarsch der Rechten zu einer Mahnwache vor dem Bundeskanzleramt war ein voller Reinfall. Nur 500 Leute kamen, zumeist auch nicht aus Berlin, sondern die üblich Verdächtigen und der Petryflügel der AfD hielt sich auch auf Distanz. Elsässer versucht dies dennoch noch als Sieg zu verkaufen. Hier sein Demobericht:

    “500 bei Mahnwache vor dem Kanzleramt, IB-Blockade der CDU-Zentrale gewaltsam geräumt. Platzverweise gegen Kubitschek, Elsässer und ca. 80 Unterstützer von der Polizei physisch durchgesetzt.

    War es ein Erfolg? Ist das Glas halb voll oder halb leer? 500 Menschen auf der Mahnwache vor dem Kanzleramt – das war angesichts einer sehr kurzfristigen Mobilisierung von nur 24 Stunden unerhört gut. Angesichts des schwersten Terroranschlages in der BRD seit 26 Jahren (Oktoberfest) war es aber ein eher deprimierendes Ergebnis. Berlin ist ein Sumpf: Der Multikulti-Moloch tanzt weiter auf den Gräbern der Ermordeten. Am Sonntag sprach ich vor 5.000 Menschen in Dresden, am Samstag vor 350 in Görlitz – die Sachsen sind ein gesundes, rebellisches Volk. Dort lebt der Widerstand. Berlin ist komatös, leprös, verfault. Erst wenn die Ostdeutschen eines Tages auf die Hauptstadt marschieren, wird es anders werden. Wir arbeiten dran…

    Unter die Postivposten fällt, dass die Mahnwache erstmals von einem neuen Bündnis getragen wurde: Die Prominenz der AfD-Aufrechten wie Björn Höcke und Alexander Gauland, dazu zahlreiche Landtagsabgeordnete aus verschiedenen Bundesländern beteiligten sich an einer Aktion, die von der Vernetzungsplattform einprozent veranstaltet wurde, zu der auch das Spektrum von Pegida, Sezession und COMPACT gehört. Die AfD-Liberalen werden vermutlich in den nächsten Tagen aufheulen wegen dieses Schulterschlusses. Besser wäre, wenn sie selbst etwas auf die Beine stellen und demonstrieren würden, dass sie es besser können. Die Praxis ist das Kriterium für die Richtigkeit einer Strategie…

    Uneingeschränkt positiv fällt die Bilanz des zweiten Teils des Abends aus: Die Identitäre Bewegung besetzte den Eingang zur CDU-Zentrale. 40 bis 50 Jugendliche, mutige Jungs und Mädels, entschlossen, laute Sprechchöre, untergehakt, bei minus fünf Grad… Top organisiert, das Ganze!

    Gegen 19.30 Uhr dann unfassbare Szenen: Jürgen Elsässer und Götz Kubitschek und 80 Unterstützer werden mit „körperlicher Gewalt“ von der Polizei attackiert und über eine vierspurige Straße auf die andere Seite abgedrängt, während wir das Deutschland-Lied singen… Polizei-Bullis verstellen uns die Sicht, damit die Räumung der Blockade losgehen kann: Mit Gewalt werden die jungen Leute über den Asphalt geschleift, in die grünen Minnas verfrachtet. Auf meinen Protest antwortet ein Uniformierter: „Das war doch sanft. Wärt Ihr Linke, hätten wir ganz anders reingeschlagen.“ (Mein Live-Kommentar mehrfach im Stream oben, z.B. bei 13:10)

    Dabei hätte es gar keiner Polizeigewalt bedurft! Alles, was die Identitären mit dieser Aktion erreichen wollten, war, einen hochrangigen CDU-Politiker aus der Zentrale zum Gespräch zu bitten, um ihm/ihr den Identitären Forderungskatalog zu überreichen. Wäre dies geschehen, hätte die Aktion friedlich und vor allem frühzeitig beendet werden können. Doch das Regime verweigerte sich, weil es die Hosen voll hat, also wurde die Polizei dazu missbraucht, mit Gewalt gegen die jungen Frauen und Männer der IB durchzugreifen!

    Die Blockierer wurden zur Personalienfeststellung auf die Wache gebracht und müssen nun mit Anklagen rechnen. Die Rechtshilfe wird organisiert und finanziert von Einprozent, keiner der mutigen Aktivisten wird hängengelassen! Bitte spendet auf das Konto von einprozent: Ein Prozent

    https://juergenelsaesser.wordpress.com/2016/12/22/21-dezember-trauer-und-wut-in-berlin-bilanz-eines-denkwuerdigen-abends/#more-8552

    Die Einprozentbewegung der Rechten scheint eher auf dem Stand einer Einerpromilebewegung zu bleiben.Demgegenüber demonstrierten Zehntausende für ein friedliches Miteinander in Berlin und anderen Städten und gegen die Rechten und besuchten wie gehabt die Weihnachtsmärkte und Großveranstaltungen.Der Anschlag hat also nicht so die Wirkung, wie sich die Rechten erhoffen. Von einem deutschen 9-11 samt Patriot Act oder Pariser Zuständen mit Verhängung des Ausnahmezustands oder Panik in der Bevölkerung kann keine Rede sein.

  52. Jakobiner meint:

    Die Einprozentbewegung der Rechten scheint eher auf dem Stand einer Einerpromilebewegung und nicht einmal das zu bleiben.Demgegenüber demonstrierten Zehntausende für ein friedliches Miteinander in Berlin und anderen Städten und gegen die Rechten und besuchten wie gehabt die Weihnachtsmärkte und Großveranstaltungen.Der Anschlag hat also nicht so die Wirkung, wie sich die Rechten erhoffen. Von einem deutschen 9-11 samt Patriot Act oder Pariser Zuständen mit Verhängung des Ausnahmezustands oder Panik in der Bevölkerung kann keine Rede sein. Der Großteil der Bevölkerung sieht die Toten der Anschläge eben nicht als Merkels Tote, wenngleich es breite Unzufriedenheit über die Flüchtlingspolitik gibt. Aber tausend- doer zehntausendfach gegen das Bundeskanzleramt zu marschieren wollen sie auch nicht, nicht einmal zu einer Mahnwache mit 500 üblich Verdächtigen reichte es und selbst der Petryflügel der AfD hält sich zurück. Die vielzitierte Volkswut und Angst sucht sich andere Kanäle und scheint auch nicht so groß, wie dies die Rechte gerne hätte. Eher scheint die Bereitschaft groß zu sein, in der Krise zusammenzustehen und sich nicht gegeneinander aufbringen zu lassen.

  53. Jakobiner meint:

    Wagenknecht zu Anschlag „Deutsche Politik stärkt Terrorbanden“
    Der Anschlag von Berlin bestimmt weiter die Sicherheitsdebatte. Linkspartei-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht gibt der deutschen Politik eine Mitverantwortung für die Schlagkraft der Terrormiliz IS in Europa.
    26.12.2016
    Die Linken-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht wirft der Bundesregierung vor, das Erstarken terroristischer Gruppen mitverantwortet zu haben. „Wir müssen darüber sprechen, warum es überhaupt eine solche Häufung islamistischer Terroranschläge gibt – in Deutschland, Europa, im Nahen Osten“, sagte die Linksfraktionschefin der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.
    Es stelle sich die Frage: „Welche Mitverantwortung hat die westliche, insbesondere die amerikanische, aber auch die deutsche Außenpolitik für das Erstarken des „Islamischen Staats“ (IS) und anderer Terrorbanden?“ Seit 15 Jahren werde ein sogenannter „Krieg gegen den Terror“ geführt, zuerst in Afghanistan, dann auch im Irak, in Libyen und in Syrien. „Und die Bilanz all dieser Kriege ist, dass der islamistische Terrorismus nicht geschwächt, sondern massiv verstärkt wurde.“ Durch die Kriegsbeteiligung der Bundeswehr sei Deutschland inzwischen selbst zur Zielscheibe geworden. „Wir müssen diese Politik verändern“, forderte die Politikerin.
    „Wir müssen zivile Unterstützung leisten“, betonte sie. „Aber alle Einsätze, bei denen die Bundeswehr für den Tod von Menschen mitverantwortlich ist, müssen sofort beendet werden.“
    Es sei schlimm, wenn in Syrien Krankenhäuser und Schulen von den Russen oder Präsident Baschar al-Assad in Schutt und Asche gebombt werden. „Aber auch bei den Angriffen der US-geführten Koalition geschieht Ähnliches und es kommen unzählige Zivilisten ums Leben, etwa in Rakka oder aktuell in Mossul.“ Das Gleiche gelte für die amerikanischen Drohnenangriffe. Damit werde Hass geschürt und das Vorurteil bestätigt, dass dem Westen Menschenleben in der islamischen Welt nichts wert seien. „Es ist zutiefst unehrlich, Russland zu verurteilen und selbst das Gleiche zu tun.“
    Deutschland dürfe sich auch nicht ständig „der US-Hegemonie“ unterordnen. Mit dem Wahlsieg von Donald Trump sei ein Loslösen „aus dem Schlepptau der US-Politik“ dringender geworden. Die Vereinigten Staaten hätten die Nato in ein Interventionsbündnis verwandelt. Ersetzt werden müsse die Nato durch ein kollektives Sicherheitssystem unter Einschluss Russlands. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sei im Wesentlichen immer dem Willen Washingtons gefolgt.

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/wagenknecht-zu-anschlag-deutsche-politik-staerkt-terrorbanden-14591911.html

  54. Die Volkswut besteht zu sehr großen Teilen aus Kommentar-Bots und -Spammern die gegen Bezahlung Wind im Internet machen. Bisher gibt es aber offensichtlich keine Bots für Demos.

  55. Jakobiner meint:

    Da sind die Rechten Opfer ihrer eignenen postfaktischen Manipulationen geworden.Digitale ist eben nicht analoge Realität. Da wird es dann eben wieder prä- oder eben faktisch.

  56. @ Ottofant und seine drei smiley-post:

    Mit einer sachlichen Debatte wird es dann wohl nix. Der arme Mann hat immer nur einen Schuss auf Lager. Ist der verschossen, steht er hilflos da – und kann nur noch toben.

    Immerhin gibt er zu, dass er infantil ist.

    Preisfrage: WAS FÜR EINE DEUTSCHE TRADITION ist das?

  57. Korbinian,

    ein durch und durch unredlicher Artikel.

    Ich nehme als Beispiel nur mal was vom Anfang:

    Nehmen wir das Beispiel Syrien. Die Menschen sind entweder innerhalb Syriens oder in die Anrainerstaaten geflüchtet. Sie waren stets im Blickkontakt mit ihrer Heimat. Wo waren die Humanisten unter uns, als das UN-Welternährungsprogramm die Gelder für die syrischen Flüchtlinge in den bereits existierenden Unterkünften kürzte?

    Müssten sich das denn nicht eher all diejenigen Fragen, die sich für die syrischen Flüchlinge nicht interessiert haben, solange sie nicht zu uns zu kommen versucht haben?

    Müsste sich also nicht der Autor des Artikels das selbst fragen?

    Es waren doch grade Leute wie ich, die frühzeitig gesagt haben, dass wir den Flüchtlingen in den Nachbarländern mit Milliardenbeiträgen helfen müssten.
    Dazu sind aber eben nur wir “Gutmenschen” bereit. Nicht jemand wie der Autor des cicero-Artikels. Der zeigt sich in dem zitierten Absatz als Heuchler.

    Es geht so weiter in diesem Artikel. Er lässt kaum ein Klischee aus.

    Diese verlogene Darstellung betitelt sich dann mit dem Hinweis: Jedes Unrecht beginnt mit einer Lüge.

    Aber bitte, auf welchen Punkt soll ich noch eingehen, Korbinian?

  58. Gerhauser,

    welche Medien versuchen auf welche Weise, uns den Tod von Flüchtlingen im Mittelmeer als Humanität zu verkaufen?

  59. Korbinian meint:

    Hast Du den Artikel komplett gelesen, Leo? Ich bin mir da nicht so sicher. Du bist nur auf gewisse Buzzwords angesprungen.
    Wie wäre er denn redlich in Deinen Augen?

  60. Heiko Gerhauser meint:

    Ich kenne keine Medien, die uns den Tod von Flüchtlingen im Mittelmeer als Humanität verkaufen.

  61. Dann hab ich dich missverstanden, Heiko?

  62. Was den verlinkten Artikel angeht: Das, was ich zitiert und kritisiert habe, reicht ja wohl, oder?

    Redlich wäre bezüglich des angesprochenen Punkts gewesen, wenn er Autor die Kritik auch an sich selbst und die Flüchtlingshysteriker gerichtet hätte. Wenn er zugegeben hätte: WIR interessieren uns für Flüchtlinge nur, sobald sie an unseren Grenzen auftauchen.

    Wie kommt er denn darauf, dass in Deutschland auch nur die geringste Bereitschaft bestünde, die Flüchtlingsnot von Menschen zu beheben, die weit weg sind und keine Chance haben, zu uns zu kommen? Aus den Augen, aus dem Sinn. Soweit man doch was mitkriegt, leistet man sich halt ein kleines Almosen und findet es ok, wenn Deutschland im Namen aller ein paar warme Decken spendiert.

  63. Jakobiner meint:

    Hier einmal zur Diskussion gestellt: Handelte es sich bei den sogenannten Behördenpannen um Anis Amri und das Berliner Attentat nur um unglückliche Zufälle oder eine bewusste staatliche Verwicklung des Sicherheitsapperates, die zum Ziel hat die deutsche Flüchtlings- und Sicherheitspolitik zu verändern? Handelt es sich gar nicht um Behördenpannen, sondern um zu lasche Gesetze wie der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft Wendt meinte, der eine Verschärfung eben jener Gesetze forderte und auch schon in der rechtsradikalen COMPACT-Postille Jürgen Elsässers ein Interview gab, jenem Elsässer, der nun infolge des Anschlags eine Demo vor dem Bundeskanzleramt zum Sturz Merkels mit Götz Kubitschek, Gauland, Höcke und Pegidaleuten organisierte ? Jürgen Elsässer hatte schon während der Flüchtlingskrise 2015 einen offenen Brief an die Angehörigen der Bundeswehr und des Sicherheitsapperates geschrieben, die Gesetze in die eigene Hand zu nehmen und ohne Weisung der Bundesregierung den Schutz der Grenzen zu gewährleisten. Bezeichnenderweise folgte dem ein Papier von ungenannt bleibenden Mitgliedern des Sicherheitsapperates, der in der Welt veröffentlicht wurde und ebenso dazu aufrief, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen, da Merkel eine Rechtsbrecherin sei. Heribert Prantl wiederum meinte, dass die Gesetze völlig ausreichend gewesen wären, um solche Gefährder wie Anis Amri in Untersuchungshaft zu stecken- wenn dem so wäre, warum geschah dies dann nicht? Ist dem überhaupt so oder stimmt, was Wendt sagt und Prantl hat unrecht? Wie weit gehen Wendts Gesetzesverschärfungen? Soll man Schutzhaft für die 597 Gefährder einführen, um diese tickenden Zeitbomben, die nicht rund um die Uhr observiert werden können aus dem Verkehr zu ziehen und alle Gefährdermoscheen- und vereine schließen und verbieten? Letzteres ist ja schon jetzt möglich.Wie verträgt sich dies mit dem Rechtsstaat? Schutzhaft gab es ja bei den Nazis gegen alle Oppositionellen von KPD, SPD, Zentrum, DDP bis hin zu eigenen NS-Dissidenten.Würde eine solche Schutzhaft, die zwar die Gefährder beseitigt, nicht den gesetzlichen Weg in die Gesinnungshaft ebnen, die dann auch sukkzessive ausgeweitet und auf andere Gruppen ausgeweitet werden kann, wenn man schon solch einen Präzendenzfall schafft? Zumal eben selbst in Frankreich im Ausnahmezustand auch nicht Schutzhaft, sondern Hausarrest und Fussfesseln gegen Gefährder verordnet werden. Und wie kam es, dass Pegidachef Lutz Bachmann noch vor der Regierung und den Medien von der Identität des Attentäters wußte-laut eigener Auskunft aus führenden Polizeikreisen?Und wie kann es sein, dass der marrokanische Geheimdienst den BND und das BKA mehrmals vor Anis Amri warnte, da er konkrete Attentatspläne hatte und darauf keine Reaktion erfolgte? Diese und andere Ungereimtheiten sollen hier einmal beleuchtet werden. Dazu zwei Artikel von der World Socialist Website, die die These einer gewollten Verstrickung des Sicherheitsapperates stützen und der Lihop (Let it happen on purpose)-These um 9-11 und um Pearl Harbour ähneln. Gegenargumente willkommen. Eines fiele mir schon ein: Wenn die Sicherheitsapperate solch ein Eigenleben führen würden, dann hätten sie schon längst eine geheime Gladio oder neue NSU organisieren und anleiten können, die die islamistischen Gefährder sukkzessive umbringt. Gegenargument wäre: Dass die beabsichtigte Änderung der Flüchtlings- und Sicherheitspolitik breiter angelegt ist. Diskussion eröffnet.

    http://www.wsws.org/de/articles/2016/12/24/amri-d24.html

    http://www.wsws.org/de/articles/2015/10/28/krit-o28.html

  64. Anregender Beitrag,
    Jakobiner.

    Grundsätzlich gehe ich immer eher von Inkompetenz als von Verschwörung aus, obwohl auch verdeckte Pläne eine entscheidende Rolle spielen können. Oft ist es eine Kombination aus beidem.

    Im Fall Amri war es ein Mangel an Kompetenz, keine Absicht.

    Bei diesem Vorwurf des Kompetenzmangels muss man immer dazudenken: drei Finger weisen auf mich selbst zurück! Grundsätzlich, ich akzeptiere Kritik nur im Zusammenhang mit Selbstkritik. ANDERE zu kritisieren und sich dabei ganz im Recht zu fühlen – das ist billig. Zu billig.

    Ich neige dazu, erst einmal Prantl recht zu geben: Schöpfen wir doch den Rahmen der Möglichkeiten aus! Sorgen wir europaweit für bessere Vernetzung der Sicherheitsbehörden! Für bessere Abschiebeverträge mit den Ländern, bei denen das geht. – Wir brauchen keine Schutzhaft.

    Apropos 600 Gefährder. Anderswo hab ich gelesen, es seien derzeit 200. Die Zahl ist so oder so überschaubar. Vermutlich ist mindestens die Hälfte dieser Gefährder ungefährlich, man weiß es nur nicht sicher genug.

    Müsste man nicht alle diejenigen für mitschuldig an den Dschihadisten-Verbrechen halten, die die Dschihadisten zu ihren Verbrechen motivieren?

    Also alle, die mit Angst und die mit Hetze auf sie reagieren.

    Der Erfolg von Amri besteht ja nicht darin, 12 oder ein paar mehr Menschen umgebracht zu haben, sondern darin, den destruktiven Kräften in Deutschland Auftrieb gegeben zu haben. Der Erfolg liegt im Erzeugen von Angst, Panik, Wut, Überreaktion, Spaltung.

    Die Toten von Berlin sind Opfer derer, die den Dschihadisten ihren Rausch vermitteln, dieses wunderbare Gefühl gescheiterter, sonst ohnmächtiger und verkommener Typen: Sie schaffen es, der übermächtigen feindlichen Welt Angst einzujagen und sie zu selbstzerstörerischem Handeln zu verleiten.

  65. Heiko Gerhauser meint:

    Zu Gefährdern: Ich habe keine Ahnung, nach welchen Kriterien Leute zu Gefährdern deklariert werden, und habe den Eindruck, dass ich da nicht der einzige bin. Von daher finde ich es sehr schwer sinnig mögliche Maßnahmen zu diskutieren. Auch bei Anis weiß ich einfach zu wenig, als dass mir persönlich klar wäre, dass hier ein Fall von Inkompetenz vorliegen würde.

    Zu Deiner Frage: Ich denke schon, dass Du mich falsch verstanden hast. Ich habe ein riesiges moralisches Problem, dass ein Asylantrag für eine afghanische Familie nur möglich ist, wenn sie sich für viel Geld erstmal Verbrechern anvertraut. Dabei muss sie oft alles verkaufen, Haus, Auto, alles ist dann weg, auch wenn sie unterwegs von der iranischen Polizei aufgegriffen und wieder nach Afghanistan deportiert wird. Die Reise ist nicht nur teuer, sie ist auch gefährlich.

    Diese moralischen Bedenken wiegen bei mir sehr schwer, und ich hätte daher gerne Alternativen. Ob dies jetzt sehr großzügige Hilfe in einem Nachbarland, eine sehr hohe Aufnahme (viele Millionen) in Deutschland bei niedrigerem Versorgungsstandard (bei sehr hoher Aufnahme wüsste ich nicht, wie der jetzige Versorgungsstandard zu halten wäre), oder eine ähnlich hohe Aufnahme in Deutschland wie bei dem jetzigen Verfahren, aber mit Visa und Direktflug, und gleichzeitig einer wirksamen begleitenden Limitierungsmaßnahme (Details, lass mich mal schwammig sein)

    wäre,

    das ist mir im Prinzip egal. Was nicht sein darf, ist dass die Alternative schlechter ist als der Status quo, also nur die Limitierungsmaßnahme (Abkommen mit Ägypten zur Seenotrettung im Mittelmeer???, wie gesagt da bin ich lieber mal schwammig) kommt und kein passender Ausgleich.

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