“Deutschland wir immer unsicherer.” (Ergänzung)

kriminalitaetWikipedia bietet einen internationalen Vergleich der Tötungsraten an. Gezählt werden alle Tötungsdelikte, also nicht nur Mord, sondern auch Totschlag und unbeabsichtigte Tötungen.

Deutschland liegt hier bei 0,8 auf 100.000 Menschen.

Die sichersten Länder sind Island, Japan und Singapur mit 0.3 bzw. 0,2.

Südkorea: 0,9;Taiwan: 3,0; China 1,0.

Den Rekord nach oben haben Venezuela mit 54 und Honduras mit unglaublichen 90.

USA: 4,7
Kanada: 1,6
Australien: 1,1

Europa:
GB: 1,7
F: 1,0
Italien: 0,9
Österreich: 0,9
Niederlande: 0,9
Spanien: 0,8
Dänemark: 0,8
Schweden: 0,7

Russland: 9,2
Türkei: 2,6

Dann schauen wir uns die Länder Europas fast ohne Ausländer an:
Irland: 1,2
Finnland: 1,7
Baltische Staaten: 5 bis 7
Polen: 1,2
Tschechien: 1,0
Slowakei: 1,4
Ungarn: 1,3
Rumänien: 1,7
Bulgarien: 1,9

Also, sie haben auffallend mehr Tötungsdelikte als die Länder mit den vielen Ausländern.

Halten wir fest: In Polen (zum Beispiel) gibt es kaum Ausländer. Aber um 50% mehr Tötungsdelikte als in Deutschland, in dem sehr viele Ausländer leben.

In Polen könnte man mal überlegen, ob Ausländer dem Staat und der Sicherheit nicht eher gut täten …

Nett auch der Vergleich mit Putins Russland. Das auch gerne mittels Medien Deutschland für unsicher erklärt. Und die deutsche Rechte stimmt mit ein. – Die 10fache Tötungsrate! Die Zehnfache!

Ich frage:

Ist es nicht charakteristisch, dass unseren Paranoikern solche Statistiken völlig fremd bleiben?

Dass sie sich grundsätzlich nicht dafür interessieren?

Dass sie nicht einmal versuchen, sich diese Daten zu erklären?

Dass sie allenfalls mal generell auf Statistiken schimpfen?

Hier noch eine andere Statistik, diesmal direkte Mordraten. Das Resultat sieht ähnlich aus.

Diese Statistik liefert auch einen Zeitvergleich. Beispiel Deutschland:

0.5 letztes Datum;
0.6 vor 5 Jahren;
0.7 vor 10 Jahren;
1.2 vor 20 Jahren

Die Mordrate hat sich in den letzten 20 Jahren also mehr als halbiert!
Vor 20 Jahren gab es noch mehr als doppelt so viele Morde in Deutschland als heute!

Und da reden die Leute davon, Deutschland werde ständig unsicherer!

Was für ein Wahnsinn geht da ab?

Vergleiche den vorigen Artikel zum Thema!

Kommentare

  1. Korbinian meint:

    Island hätte somit nur einen einzigen Mord/Totschlag zu verzeichnen. Nicht schlecht.

  2. “Island hätte somit nur einen einzigen Mord/Totschlag zu verzeichnen. Nicht schlecht.”

    Das war kein Mord, sondern ein UNFALL. Der ist in seinem heissen Geysir-Whirlpool von einem abbrechenden Eiszapfen erschlagen worden…

  3. Island hat ca. 300.000 Einwohner.
    Einmal angenommen, ein Isländer liest alle Islandkrimis und lässt sich davon in seinem Gefühl beeinflussen, dann wird er annehmen, dass es nicht 1 Mord pro Jahr ist, sondern ca. 100! Dass man in Island nicht mehr sicher leben kann!

    Die Münchner Kriminalstatistik gilt für die Stadt und den Landkreis, also für knapp 2 Millionen Menschen. Ich hab vergessen, wie viele vollendete (!) Morde es 2015 waren – irgend eine Zahl um die 10. In ganz Bayern waren es ungefähr 40. Da gab es auch einmal ein Jahr mit Steigerung. Also, nicht jedes Jahr geht die Zahl zurück, aber auf mehrere Jahre gesehen ist sie bisher zurückgegangen.

    Gegenüber 2014 verzeichnet der Polizeibericht 2015 für München einen Rückgang der Tötungsdelikte (da sind nun alle Arten, außerdem auch diejenigen, die nicht zum Tod geführt haben, enthalten): 395 waren es 2014, 370 waren es 2015. Im Jahr der großen Flüchtlingswelle. Die Zahl der Vergewaltigungen hat leicht zugenommen, die Zahl der Körperverletzungen leicht abgenommen.

    Gegenüber 2006 liegt die Zahl der Tötungsdelikte leicht höher – zumindest gegenüber diesem Jahr und auf München bezogen ist es kein Rückgang. Deutlich ist der Rückgang aber bei den Vergewaltigungen, gering bei den Körperverletzungen. Raub und Diebstahl sind gegenüber 2006 stark zurückgegangen.

    Die Zahl der Mordopfer (das ist eine Untergruppe der Tötungsdelikte) ist laut Statista 2012 – 2015 etwa gleich geblieben: knapp unter 300 in ganz Deutschland.

    Eine Schwierigkeit ist bei all diesen Zahlen immer: Welche Kategorie ist es? Vollendeter Mord? Vollendeter + versuchter Mord? Nur Mord oder Mord und Totschlag? Welcher Einzugsbereich?

    Alles in allem aber ergibt sich auch für München und Bayern keine Zunahme der Morde bzw. Tötungsdelikte, eher eine Abnahme, aber, wie es scheint, nicht so deutlich wie im nationalen Rahmen.

    Eins aber ist und bleibt einfach und klar: Die Leute interessieren sich grundsätzlich nur für die Zunahmen, nie für die Abnahmen. Weniger Kriminalität – das wäre ihnen unangenehm.

    Auch die Polizei selber stellt gelegentlich und überrascht fest, dass sich die Wahrnehmung so sehr von ihren amtlichen Befunden unterscheidet. Ich würde vorschlagen, die Polizei ginge mal in die Offensive und würde all diejenigen, die immer nur das Negative sehen, ordentlich in die Pfanne hauen.

  4. Also, generell kann man sagen, je höher die Temperaturen desto mehr Tötungsdelikte. Es gibt nur 2 Ausnahmen, Russland und Saudi Arabien.

  5. Stephen Risch meint:

    Ich schreibe aus Venezuela.

    Heute morgen fragte ich einen Angestellten unseres Wohnblocks, warum er denn so traurig hereinschauen würde… “Mein Bruder ist gestern erschossen worden, als man uns beraubt hat”.

    Dann ein Vater aus dem Bekanntenkreis der Kinder: mit mehr als 20 Messerstichen bei einem Überfall auf die Wohnung verletzt worden – die Tocher mit fünft… kaum Medikamente zur Behandlung!

    Wie kann es sein, dass die seit 19 Jahren Gewalt- und Trennung vorbetende Regierung nicht zur Rechenschaft gezogen wird???

  6. Jakobiner meint:

    Jaja, Island ist ein hartes Kriminalitätspflaster. Letztens lief ein Krimi Soko Island–dabei war der Ermordete der Elfenbeauftragte der Regierung. Die spannende Frage bis zum Schluß: Haben Trolle ihm umgebracht? Ich habe ihn mir angesehen, da Franka Potente (Lola rennt) die Kommisarin war.

  7. Korbinian meint:

    Betr. Venezuela: und das alles ganz ohne Islam, dafür mit dem Sozialismus des 21. Jahrhunderts.

  8. Korbinian meint:

    Andererseits: wie hoch war die Wahrscheinlichkeit als Türke Opfer einer rechtsradikalen Terrorgruppe zu werden verglichen mit hier in Deutschland Opfer eines Terroranschläge zu werden? Ich glaube letztere holen auf.

  9. Heiko Gerhauser meint:

    Ein großer Anteil der Tötungsdelikte geschieht unter Verwandten oder Personen, die sich gut kennen.

    https://www.mpicc.de/files/pdf3/alb_krim_1_teil_5_ss15.pdf

    In Deutschland ist nur bei 16% der Delikte eindeutig keine Beziehung (Verwandschaft/Bekannstschaft) zwischen Opfer und Täter zu sehen.

    https://www.bayernkurier.de/inland/10784-deutsche-fuehlen-sich-immer-unsicherer

    Bei der gefühlten Sicherheit ist eine andere Art der Gewalt anscheinend dominierend, die im öffentlichen Raum. Nach Angst vor Mord und Totschlag wird in der im Bayernkurier zitierten Umfrage nicht explizit gefragt. Sehr wohl aber, ob die Befragten, bestimmte no-go areas meiden, und bei derart Fragen ist ein großer Anstieg da.

    Wie beim Fahrradfahren und Unfällen heißt da wenige Unfälle (bzw. Vorfälle) nicht unbedingt mehr Sicherheit. Bestimmte Straßen sind so unsicher für Fahrradfahrer, dass da fast niemand Fahrrad fährt, ergo gibt es auch keine Unfälle.

    Bei der Kernkraft wurde oft (dieser Konflikt ist in Deutschland per Kompromiss befriedet, deswegen die Vergangenheitsform) darauf hingewiesen, dass bisher (was noch immer so ist) kein einziger unbeteiligter Bürger durch deutsche AKW’s eindeutig nachweisbar das Leben verloren hätte. Das hat irgendwie bei der gefühlten Sicherheit nicht wirklich geholfen.

    Und auch bei der gefühlten Sicherheit durch Überfremdung machen sich viele Menschen eben gerade um langfristige Trends sorgen, und nicht unbedingt, dass die Einreisenden als allererstes damit anfangen massenhaft Leute abzuschlachten (die im ersten link angeführte Fremdenmordrate müsste bei einer Million Flüchtlinge um mindestens den Faktor zehn, wenn nicht den Faktor 100 höher sein als bei Einheimischen um den durch Verwandtentotschlag und dergleichen dominierten Abnahmetrend der Mord und Totschlagdelikte nachhaltig in einen deutlichen Anstiegstrend umzukehren).

    Die konkret aufgeführten Sicherheitssorgen im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise (Stichworte Silvester, Schwimmbad, terroristische Anschläge) haben wenig mit langfristigen Trends in der Mordrate zu tun, allerdings meiner Ansicht nach sehr wohl mit dem heutigen Asylverfahren und der Art und Weise, wie Leute in der Flüchtlingskrise in das Land gekommen sind:

    - viele junge Männer (= hohes Potential für Kriminalität)
    - aus Maghrebländern anscheinend selektiv mit sehr, sehr hohem Anteil Krimineller
    - sehr viele auf einmal und davon sehr viele mit falschen Angaben und ohne Pässe

  10. @ Gerhauser

    Wir haben ein Interesse daran, dass wir junge Leute nach Deutschland kriegen. Die Umstände machen es (leider) wahrscheinlicher, dass es mehr männliche als weibliche Einwanderer sind. Aber jung sollen sie sein. Das ist aus demographischen Gründen ein Segen für uns.

    Der Nachteil der etwas höheren Kriminalitätsneigung ist erstaunlich gering – auch wenn einige ihr Bestes geben, um uns hysterisch zu machen, weil sie grundsätzlich zur Xenophobie neigen.

    Wir brauchen junge Migranten in Deutschland. Denn wir selber kriegen viel zu wenig Kinder.

    Für den Fall, dass jemand meint, es ginge doch auch ohne Migranten, verweise ich auf die Gegenden in Deutschland, in die keine oder kaum Migranten gehen. Tote Hose ist da. Deutschland floriert genau da, wo auch viele junge Migranten zu finden sind.

  11. Heiko Gerhauser meint:

    Japan und Singapur sind interessante Länder. Beide zeichnen sich dadurch aus, dass sie fast keine Flüchtlinge aufnehmen. Singapur hat trotzdem einen extrem hohen Ausländeranteil, Japan einen recht niedrigen.

    Klar ist, dass der Ausländeranteil an sich in keiner Weise mit Kriminalität korreliert.

    http://mothership.sg/2015/09/singapore-comes-in-22nd-on-this-list-of-the-worlds-foreign-born-populations/

    Eine gewisse Korrelation ist zwischen Ausländeranteil und BIP zu erkennen, wobei da auffällt, dass Japan unter den reicheren Ländern das Land mit dem niedrigsten Ausländeranteil ist. Auch scheint ein hoher Ausländeranteil in größeren Ländern keine Bedingung für sehr hohes Wirtschaftswachstum zu sein (Beispiel China mit fast 0 Ausländern, noch viel niedriger als in Japan).

    Die Beweislage, dass ein hoher Ausländeranteil für hohes Wachstum nötig wäre halte ich für äußerst schwach, insbesondere für größere Staaten. Eine ziemlich kleine Gruppe an externen Talenten bzw. Wissensweiterreichern reicht wahrscheinlich völlig aus, wenn ansonsten lokal genug Arbeitskraft vorhanden ist.

    Von daher gehe ich davon aus, dass der hohe Ausländeranteil in z.B. München nicht so sehr der Grund für Münchens Wohlstand ist, sondern eher die Kausation in die andere Richtung geht. Weil München einen hohen Wohlstand genießt ziehen Migranten eher dahin als in ein Dorf in Mecklenburg-Vorpommern.

    Ich lasse mich da gerne eines besseren belehren, aber so wie ich das sehe legt die Beweislage nahe, dass Reichtum Migranten anlockt, und das ansonsten relativ wenig kausative Korrelation zwischen Reichtumsschaffung und Ausländeranteil an sich besteht.

    Keine Korrelation ist schon mal besser als eine negative Korrelation. Deutschland könnte prinzipiell so wie die Schweiz, Singapur oder Australien noch deutlich mehr Einwanderer aufnehmen, ohne dass das den deutschen pro Kopf Wohlstand senken würde.

    Ich sage hier prinzipiell aus guten Gründen. Wenn aus dem Maghreb über die Asylschiene vor allem junge, kriminelle Männer nach Deutschland kommen, die dann über Jahre illegal abgetaucht hierbleiben oder mit viel Mühe nach zwei, drei oder fünf Jahren abgeschoben werden, dann sorgt das garantiert für einen Wohlstandsverlust hier.

    Das Problem ist nicht die Einwanderung an sich, das Problem ist das Asylsystem. Ich finde die Obergrenzendiskussion so schrecklich scheinheilig und daneben. Pakistan will jetzt alle afghanischen Flüchtlinge ausweisen (bzw. ist schon dabei), interessiert hier niemanden, und wenn da jemand in der deutschen Botschaft in Pakistan anklopft und um ein Visum bittet mit dem einzigen Grund Asyl, wird das immer verweigert werden.

    Wenn Du da von “Umständen” sprichst, hört sich das ja wie höhere Gewalt an. Von wegen. Aus Serbien, wo kein Visum nötig ist und keine Gewaltmärsche oder Schlauchbootfahrten für 10000 Euro nötig sind, kommen praktisch genauso viel Frauen wie Männer.

    Wer hierher kommt und wie viele kommen, hängt teils sehr wenig von konkreten Kriegsereignissen ab. Es hängt vielfach in erster Linie von den Kosten und Schwierigkeiten der Anreise nach Deutschland ab. Wenn da jemand eine Möglichkeit schafft (in den Achtzigern die Einreise in die DDR mit gültigem DDR Visum und dann das Asylgesuch in der BRD, 2015 die rapide Senkung der Kosten und Erhöhung der Bekanntheit der Balkanroute)

    dann kommen die Leute in Massen, weil einfach ein Riesenstau von Fluchtwilligen permanent da ist. Würde Ungarn eine flüchtlingsfreundliche Regierung bekommen und so wie die DDR vor 30 Jahren freizügigst Visa ausstellen, kämen Millionen, bzw. so viele, dass Deutschland entweder die Grenzen schließt und doch selber abweist, oder Ungarn mit entsprechend hohen Zahlung besticht mit dem freizügigen Visaverteilen mal bitte schnellstmöglich wieder aufzuhören, bzw. hier würden die Standards so massivst in den Keller gehen, dass nach Deutschland zu fliehen sehr unattraktiv würde.

    Ich bin für Einwanderung, ich bin extremst multi kulti eingestellt. Und gerade deswegen lehne ich das deutsche Asylsystem und ein “weiter so” ab. So schafft man keine Akzeptanz, so wird die völlig unnötig vernichtet, und ebenso unnötig wird der gesellschaftliche Frieden in Gefahr gebracht.

    Vielleicht lässt sich das scheinheilig mit Lösungen a la (wir bestechen Ägypten das Mittelmeer zu überwachen und wer dann von der ägyptischen Marine gerettet wird, wird selbstverständlich nach Ägypten gebracht, wohin denn sonst, die italienische Marine bringt die Leute ja auch nach Italien und nicht nach z.B. Australien)

    machen,

    mir wäre es aber viel lieber, wenn sich mal die linke Hälfte des gesellschaftlichen Konflikts ein Herz nehmen würde, und einen vernünftigen, menschlichen Kompromiss akzeptieren würde, auch wenn der Kompromiss etwas selber die Hände dreckig machen beinhaltet, und sei es nur durch niedrigere Standards bei den Leistungen für Flüchtlinge.

    Ein Riesenumdenken ist vielleicht zu viel verlangt, wenn da viel Scheinheiligkeit stattdessen geht, aber zumindest bei Maßnahmen wie Transitzonen und Abschiebehaft für Maghrebstaaten könnte von grüner Seite die “ist alles inhuman und menschenverachtend” Rhetorik etwas runtergefahren werden und ein Kuhhandel akzeptiert werden, der dafür sorgt, dass der gesellschaftliche Konflikt etwas befriedet wird und Leute nicht unnötig in die Arme der AFD treibt.

  12. Ottofant meint:

    Faule Kompromisse befrieden gar nichts.

    Die AfD profitiert, weil…

    a) Merkel stur an ihrem Kurs festhält (wie lange noch?)
    b) Taten wie jetzt in Berlin und davor den Leuten Angst machen (berechtigterweise)
    c) die Leute einen Zusammenhang zwischen a) und b) herstellen (ebenfalls verständlich)

    Hinzu kommt eine allgemeine Unzufriedenheit mit den “Etablierten”, nicht nur bei der Asyl- und Migrationspolitik.

  13. Allen hier Frohe Weihnachten oder je nach Konfession einfach schöne Feiertage!

    Die FAZ schreibt hier über eine gewisse Ernüchterung der zunächst euphorischen Arbeitgeber über die zahllosen Niedriglöhner in Aussicht:

    http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/arbeitgeberverband-vorbildung-der-fluechtlinge-ist-vielfach-deutlich-schlechter-als-wir-gehofft-hatten-14590432.html?xtor=EREC-7-Der_Tag_am_Mittag-20161224&utm_source=FAZnewsletter&utm_medium=email&utm_campaign=Newsletter_FAZ_Der_Tag_am_Mittag

  14. ErdoWahn säubert Türkei ethnisch und schickt die bei ihm Unerwünschten zu seiner Freundin nach Deutschland:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/zahl-der-tuerkischen-asylbewerber-verdreifacht-a-1127485.html

  15. Heiko Gerhauser meint:

    Ich bin Weltbürger und von daher ist Abschiebung von Kriminellen erstmal für mich persönlich eine reine Verschiebung nicht Lösung des Problems. In Deutschland werden in NRW wohnhafte kriminelle Bayern ja auch nicht nach Bayern abgeschoben.

    Das Problem bei Immigranten aus den Maghrebstaaten ist nicht nur, dass da anscheinend ein sehr hoher Anteil an Kriminellen dabei ist.
    https://www.welt.de/politik/deutschland/article156200060/Polizei-verdaechtigt-Nordafrikaner-besonders-haeufig.html
    Es ist auch, dass die Ablehnungsquote da extrem hoch ist, und damit greift Dein Argument, Leo, dass wir die Leute brauchen würden (was an sich, wie ich oben erläutert habe, schon auf einer sehr dünnen faktischen Unterbauung liegt),

    eben nicht. Denn wenn die hier nicht anerkannt werden, gibt es nur Untertauchen in die Illegalität oder Abschiebung, und in beiden Fällen tragen diese Immigranten nie zu Wohlstandsmehrung hier bei.

    Sie kriegen auch nicht wirklich eine Chance. Von daher halte ich rumeiern bei Abschiebehaft mit Naziverweisen da auch für die betroffenen Personen selber für kontraproduktiv. Was hilft das denn die hier (auf freiem Fuß zwar) ewig in die Länge ziehend in der Schwebe zu halten?

    Das ist doch für deren eigene Zukunft nicht gerade förderlich und muss doch mal gegen ein paar extra Wochen Abschiebehaft abgewogen werden. Das ist sicher hart, aber kurz und schmerzhaft halte ich tendenziell besser als ewiges Herumgequäle mit permanenter Unsicherheit.

    Es dürfte es auch einfacher machen die Leute dann im Maghreb wieder zu resozialisieren. Und ja als Weltbürger mache ich mir auch über diesen Aspekt Gedanken. Selbst wenn Deutsche nur an sich denken, wollen die doch immer noch gerne in Tunesien Urlaub machen können, ohne da dann von Terroristen abgeschlachtet oder von Dieben bestohlen zu werden.

  16. Korbinian meint:

    also wegen dem wetter kommen die maghrebler bestimmt nicht hier her, eher wegen des Sozialstaats der ja auch Geduldeten offensteht (abgeschoben wird in Deutschland quasi nicht).
    Ich würde gern einen Tausch machen:
    Wir ziehen alle in den Maghreb (nehmen alles dazugehörige Know-how natürlich mit) und die Marokkaner, Algerier und Tunesier können es sich hier im nasskalten Germania magna libera einrichten.

  17. Na ja, sooo schlecht ist es in D ja auch wieder nicht! Ich jedenfalls würde es nicht gegen Wüsten, Halbwüsten oder leergefischte Meere eintauschen…

  18. Korbinian,

    wenn man sich mal die üble Situation männlicher junger Marokkaner und Algerier anschaut, dann wundert es zumindest mich nicht, warum sie mal testen, ob sie es nach Europa schaffen und ob sie dort irgendwie überdauern können. Was haben sie denn zu verlieren?

    Es ist nun mal so, dass Marokkaner und Algerier unsere Nachbarn sind, und es ist nicht klug, seine Nachbarn zu ignorieren oder verkommen zu lassen. Man muss immer schauen, dass es den Nachbarn einigermaßen gut geht – das ist gut für einen selber. Es ist eigentlich ganz egoistisch gedacht. Ich will, dass es den Marokkanern und Algeriern besser geht, weil es dann mir auch besser geht.

    Wenn wir uns diesen naheliegenden Gedanken mal angewöhnt haben, Korbinian, dann könnten wir konstruktiv weiter überlegen. Was können WIR dafür tun, dass es ALLEN unseren Nachbarn besser geht?

    Kann sein, dass das nicht ohne Opfer unsererseits abgeht. Aber trotz Opfer – am Ende gewinnen wir, indem alle gewinnen.

    Ich weiß auch, dass mein Gedankengang für eine Mehrheit (und für dich auch, Korbinian) keine Plausibilität hat.

    Was folgt daraus?

    Dass uns die gerechte Strafe trifft. So oder so. WIR MACHEN UNSERE WELT KAPUTT. Mit Abschottung sowieso. Denn die Abschottungsmentalität hindert uns daran, konstruktiv auf die globale Abwärtsspirale zu reagieren.

  19. Korbinian meint:

    Ich weiß auch, dass mein Gedankengang für eine Mehrheit (und für dich auch, Korbinian) keine Plausibilität hat.

    Jetzt werde doch mal konkret Leo, wie kann man es denn angehen dass es dem Maghreb besser geht?

  20. Korbinian meint:

    Vielleicht sollte man mal dort ansetzen dass die jungen, männlichen Nordafrikaner Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht machen dürfen ohne dass sich die Familien danach in Ihrer Ehre verletzt fühlen, dass kann man nur durch aufklärerische Maßnahmen erreichen (es darf aber auch nicht kolonialistisch westlich rüberkommen). Nur zu, ich warte auf Deine Vorschläge.

  21. Korbinian,
    du weißt, ich bin ein Gegner des Kapitalismus und des Materialismus. Ich hab was dagegen, unsere Welt, unser Leben, unseren Alltag, unsere Kommunikation zu kommerzialisieren. WIR haben Kapitalismus und Materialismus global durchgesetzt, verbunden mit hedonistischer Kultur. Das Glücksversprechen lautet: Arbeite fleißig, dann geht es dir gut. Geh dahin, wo es Arbeit gibt, und da arbeite fleißig – dann kommt das Geld, genug Geld für den glückbringenden Konsum.

    Wir haben uns dabei die Welt so eingerichtet, dass WIR in den privilegierten Ländern profitieren – und der größere Rest der Menschheit abgehängt wird. Ein Teil schafft den Anschluss, um einen hohen Preis allerdings – die meisten auf dieser Welt schaffen den Anschluss nicht.

    Zunächst kann uns das kalt lassen. Wir hier schotten uns ab und überlassen die andern ihrem Schicksal. Aber es scheint nicht ganz so zu klappen mit der Abschottung und mit der Auslagerung der Probleme.

    Ich werde demnächst eine kleine Artikelserie dazu bringen, basierend auf Lessenich, NEBEN uns die Sintflut.

    Ich kann’s auch noch konkreter für dich machen. Ich meine, wir sollten wenigstens die Hälfte unseres Wohlstands opfern – nicht für Almosen, sondern dafür, dass wir die Struktur der Wirtschaft global fair machen. Weniger ist mehr – das müsste unser Motto sein.

    Nehmen wir mal ein Land, das ich dank eines Buches ein bisschen zu kennen meine: Mali. An dem Beispiel ließe es sich zeigen, wie man es vor dem destruktiven Westen retten und es erlauben und fördern könnte, dass es seine Lebensmittel und seine Handwerksgüter überwiegend selber produziert. Das ist natürlich nicht im Interesse der Konzerne, nicht im Interesse einer kapitalistisch gedachten Weltordnung.

  22. Jugendliche aus Syrien und Libyen müssen offenbar auch erst Erfahrungen mit Obdachlosen in Berliner U-Bahnen machen dürfen “brennen die etwa?”:

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/berlin-verdaechtige-stellen-sich-nach-angriff-auf-obdachlosen-a-1127587.html

  23. Unser Urlaubsparadies: Das Mittelmeer der 5.000 Ertrunkenen!

    In den Hafenstädten der Westtürkei wird immer noch angeboten, was der Flüchtling fürs Überleben auf dem Mittelmeer für ausreichend hält. Trotz EU-Türkei-Vertrag scheint sich das Geschäft für die Händler noch zu lohnen? Sicher ist es erheblich zurück gegangen, man rechnet mit etwa 100 Bootsflüchtlingen pro Tag, die es von hier aus auf die nahen griechischen Inseln versuchen, doch es wird weiterhin verkauft…

    Die weit größeren Zahlen machen Subsahara-Afrikaner aus, die es auch jetzt, mitten im Winter, in überladenen Booten über Libyen nach Italien versuchen. Dies Geschäft blüht und macht libysche Schlepper reich…

    Seit dem Untergang zweier Boote am 22. Dezember ist die Zahl der BEKANNT GEWORDENEN OPFER der Mittelmeerfluchtrouten erstmals über die schauerliche Grenze von 5.000 Ertrunkenen angestiegen. 2014 waren es 3.279 und 2015 dann 3.777 Ertrunkene. Dürre Zahlen schrecklichen Leides…

  24. Wenn man konsequent alle kriminellen Handlungen von Flüchtlingen medial präsentiert, dann funktioniert das wie bei Streichers “Stürmer“. Eine bewährte Methode, auch heute noch.

    Wieso werden wir nicht wütend, wenn die Medien und wenn die Leute uns ethnische Zuschreibungen zumuten?

    Dieselben, die achtlos über die Nachricht hinweggehen, wenn es sich um KEINE “Juden” handelt, kriegen sich nicht mehr ein, WENN es sich um “Juden” handelt. (Für “Juden” kann man auch X setzen, oder – aktuell – Muslime oder Flüchtlinge.)

    Offensichtlich haben wir wenig gelernt aus unserer Geschichte. Die Gehirne neigen immer noch zu völkischem Denken und damit verbundenen Klischees und Sündenbockbedürfnissen. Da ist dann plötzlich nichts mehr da von Aufklärung, Blick aufs Individuum, umsichtiger Betrachtung der Ursachen und Zusammenhänge … Der Barbar möchte wüten. Der Faschist kommt raus.

    (almabu, ich unterstelle das nicht DIR.)

    Gefährlich sind in besonderem Maße die selbstgerechten Wutmenschen und Hetzer. Das zeigt die deutsche Geschichte deutlich genug. Man verlängere einmal die Linie vom völkischen Hetzer gegen Flüchtlinge hin zu einer politischen Praxis, die dieser Hetze entspräche. Es wären Verhältnisse – wie in Russland. Oder wie in der Türkei. Mindestens. Dort dreht sich die Spirale auch weiter und weiter, der mörderische Tiefpunkt ist dort auch noch nicht erreicht.

  25. Wir brauchen ein Gleichgewicht aus öffentlicher Sicherheit der Bevölkerung (und das gebietet Ehrlichkeit über Täter, Tatumstände) und der real existierenden Gefahr der pauschalen Ausgrenzung, Zuschreibung von Taten auf Gruppen bestimmter sozialer Kriterien oder Ethnien. Es kann bei dem Versuch, ein solches Gleichgewicht herzustellen, zu Tage treten, daß unsere polizeilichen und oder juristischen Möglichkeiten der konkreten Situation nicht gewachsen sind, dann haben wir ein Problem! Dann müssen wir Risiken und Folgen gegen Chancen und Prinzipien abwägen, denn ich glaube wir sind uns hier vermutlich einig, das die Lösung nicht in einer Einschränkung der Freiheit FÜR ALLE gegen eine angemessene Handhabung konkreter Fälle von Rechtsbrüchen von einigen aus anderen Kulturkreisen liegen kann? Wenn jemand aus einer Kultur und einem Rechtssystem, wo Verstösse den unmittelbaren Tod zu Folgen haben können, auf unser ausgeklügeltes, austariertes Balancesystem aus Judikative und Exekutive stösst, dann muss er das nicht automatisch verstehen? Wenn er wegen einer Tag (womöglich) geahndet wird, das entsprechenden Verfahren und ein Urteil aber nicht zeitnah erlebt, könnte er zu dem Trugschluß kommen, daß diese Dinge hier risikofrei weil straffrei sind? Wir alle, außer dem betroffenden Deliquenten, wissen daß dies nicht so ist, aber das hält sie vielleicht in einer konkreten Situation nicht vom Rechtsbruch, von einer Straftat ab. Da kann es aber auch keine “mildernden Umstände” geben, weil sonst die Gleichheit vor dem Gesetz tangiert wird…
    Ein ganz anderes Thema ist die Ausschlachtung solcher Delikte und Straftaten, die wir jetzt vor dem aktuellen Fall in aller heftigkeit erleben werden. Da werden politische Süppchen gekocht und zwar von ALLEN Seiten, sogar von den GRÜNEN, den LINKEN und den sonstigen üblichen Verdächtigen…

  26. Also ich bin kein Experte in Sachen Russland, USA, Israel, Iran, Polen, Ungarn oder der Türkei und vielen anderen Kandidaten und kann deshalb deren Tiefpunkte nicht verorten. Einer der letzten Brüller ist aber die Verhaftung des Kantinenchefs der CUMHURRYIET, weil er sich verbal, also rein theoretisch weigerte, Erdogan bei einem unwahrscheinlichen Besuch der Zeitung einen Tee zu servieren!

  27. almabu,
    das erste, was wir brauchen, ist das Anerkennen des Faktums, dass wir heute sicherer leben als früher. Dass die Gefahr, Opfer eines Verbrechens zu werden, eher gesunken ist. Dass es also keinen Grund für die momentane Angstwelle gibt.

    Dass jedenfalls die Verunsicherung nicht wirklich von einer – eben nicht gestiegenen – Kriminalität ausgeht, sondern von etwas anderem.

    Wieso diese Obsession mit ausländischen Delinquenten? Die ist krank. Die ist verrückt.

    Schon gut, ich kann diese Obsession nur beschreiben und in Frage stellen – ich kann sie nicht stoppen, nicht abschwächen. Aber warum sollten wir uns von ihr mitreißen lassen? Warum sollten wir uns ihr nicht in den Weg stellen?

    Ich bin für mich verantwortlich, für das, was ich tue oder nicht tue. Aus diesem Verantwortungsgefühl heraus protestiere ich gegen die verantwortungslose Bereitschaft so vieler Menschen, sich ihrer Angst hinzugeben und ihre Angstlust auszuleben und sich in einen Sicherheitswahn hineintreiben zu lassen.

    Es gibt ein paar Dinge, die besser gemacht werden könnten und die zu noch etwas mehr Sicherheit beitragen könnten. Aber recht viel mehr Sicherheit als die, die wir haben, dürfte kaum möglich sein. Jedenfalls nicht jenseits von Utopia.

    Die derzeitige Sicherheitshysterie ist ein Produkt völkischer Hetze.

    Die Leute spinnen.

    Und je mehr der Staat – hektisch und opportunistisch – nachgibt, verbal und durch Pseudoaktivitäten, desto mehr fördert er die Hysterie.

    Die Feinde der Liberalität sehen genau darin ihre Chance: die Dschihadisten genauso wie die AfDler. Die arbeiten hier Hand in Hand.

    Dschihadisten und AfD sind Verbündete.

  28. “…Die Feinde der Liberalität sehen genau darin ihre Chance: die Dschihadisten genauso wie die AfDler. Die arbeiten hier Hand in Hand.

    Dschihadisten und AfD sind Verbündete…”

    Darin sind wir uns einig, Leo!

  29. BKA-Bericht: Flüchtlinge begehen weniger Straftaten

    Einem BKA-Bericht zufolge, der der Süddeutschen Zeitung und dem NDR vorliegt, gehen Straftaten von Flüchtlingen zurück.Im dritten Quartal sank die Zahl um etwa ein Viertel.Die meisten Straftaten sind Bagatelldelikte wie etwa Schwarzfahren.

    http://www.sueddeutsche.de/politik/fluechtlinge-bka-bericht-fluechtlinge-begehen-weniger-straftaten-1.3315641

  30. Man muss noch berücksichtigen, dass sich Bagatelldelikte bei einzelnen Personen häufen.
    Und dass Schwarzfahren ebenso wie Falschparken eigentlich kein kriminelles Delikt ist; oder das Überschreiten der Aufenthaltsgrenzen.

    Interessant ist auch, dass die Flüchtlinge aus Syrien, Irak und Afghanistan weitaus weniger kriminell werden als jene vom Balkan und aus Nordafrika.

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