“NEBEN uns die Sintflut” (Lessenich) – Teil 1

theorieWir leben in einer Externalisierungsgesellschaft.

Die hat ihren Preis.

Ein Preis ist: Unsere Opfer kommen zu uns.

Die globalen Fluchtbewegungen nehmen zu.

Betrachten wir die Argumentation von Stephan Lessenich, “Neben uns die Sintflut”.

Die Peripherie ist unsere NachbaLrschaft geworden. Was in der Peripherie passiert, wirkt auf uns im Zentrum zurück.

WIR halten die Machtpositionen in Politik und Wirtschaft, WIR bestimmen die Spielregeln, WIR wollen auf Teufel komm raus immer mehr und zu UNSEREN Konditionen, WIR nutzen dafür auch die Peripherie für uns, gemäß UNSERER Interessen.

Und dann verdrängen wir UNSERE Verantwortung.

WIR = Europa, USA, Japan, Australien. Inzwischen auch China.

Lessenich:

“Es geht um die andere Seite der westlichen Moderne, um ihr ‘dunkles Gesicht’, um ihre Verankerung in den Strukturen und Mechanismen kolonialer Herrschaft über den Rest der Welt.

Es geht um Reichtungsproduktion auf Kosten und um Wohlstandsgenuss zu Lasten anderer, um die Auslagerung der Kosten und Lasten des ‘Fortschritts’.”

Lessenich kritisiert UNS. Die Bürger. Die Mehrheiten in den wohlhabenden Ländern.

“Alles zu haben und noch mehr zu wollen ist kein Einstellungsprivileg derer ‘da oben’.

Den eigenen Wohlstand zu wahren, indem man ihn anderen vorenthält, ist das unausgesprochene und uneingestandene Lebensmotto der ‘fortgeschrittenen’ Gesellschaften im globalen Norden – und ihre kollektive Lebenslüge ist es, die Herrschaft dieses Verteilungsprinzips und die Mechanismen seiner Sicherstellung vor sich selbst zu verleugnen.

Im Weltmaßstab der nationalen Reichtumsverteilung gesehen, stehen nämlich wir Durchschnittsdeutsche ‘ganz oben’ – und sehen über die Verhältnisse ‘da unten’ gerne souverän hinweg.”

Wollen wir dem extremen, perversen Ausmaß globaler Ungleichheit ins Auge sehen?

WIR sind und bleiben auch deshalb (vorerst) reich, WEIL die anderen arm sind und arm bleiben.

Fortsetzung folgt.

Kommentare

  1. Na Leo, was ist das denn für ein Beitrag? Wenn ich mich recht erinnere, ein “alter Hut”, denn die Ausbeutung des armen “Südens” durch den reichen “Nordens” geht ja mindestens auf die Thematisierung durch den “seligen” Willy Brandt zurück, oder?
    Darüber hat BlogIG doch schon mehrfach geschrieben, über die Jahre…
    Trotzdem aktuell, weil leider ungelöst!

  2. Jakobiner meint:

    Naja, gibt es dieses “uns”denn eigentlich so? Dazu der Ungleichheitsbericht des Weltwirtschaftsgipfel von Davos:
    https://www.wsws.org/en/articles/2017/01/14/davo-j14.html

  3. Das Thema ist heiß, seit dem es die marxistische Imperialismusdebatte gibt.

    Es ist weiter aktuell. Warum also sollten wir daran nicht – in aktualisierter Form – anknüpfen?

    Lies mal weiter. Es kommen noch ein paar Artikel dazu.

    Im übrigen interessiert mich die Debatte dazu. Ob das alles so stimmt. Ich vertrete hier ja keine Dogmen, sondern Theorien, die stimmen können oder auch nicht. (Wobei ich immer unterstelle, dass JEDER eine Theorie dazu hat, ob ihm das nun bewusst ist oder nicht. Und dass die Theorie, die ich präferiere, zumindest aus meiner Sicht im Moment die relativ plausibelste ist.)

  4. Heiko Gerhauser meint:

    Kennst Du

    23 things they don`t tell you about capitalism

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