“NEBEN uns die Sintflut” (Lessenich) – Teil 3

theorieWir leben in einer Externalisierungsgesellschaft.

Die hat ihren Preis.

Ein Preis ist: Unsere Opfer kommen zu uns.

Die globalen Fluchtbewegungen nehmen zu.

Stephan Lessenich, “Neben uns die Sintflut”  liefert eine Theorie, die das Geschehen erklären kann.

Zum ersten Teil.

Zum zweiten Teil.


AUSBEUTUNG

“Ausbeutung findet .. immer dann statt, wenn Menschen über eine Ressource verfügen, bzwl. über diese in einer Weise verfügen können, die sie dazu befähigt, andere Menschen zur Produktion eines Mehrwerts zu bringen, von dessen Genuss die Produzierenden selbst wiederum ganz oder teilweise ausgeschlossen bleiben.”

Also, wenn ich andere für mich arbeiten lassen kann, ohne sie voll und fair am Ertrag zu beteiligen.

Ausbeutung ist Vorteilsnahme in einer sozialen Beziehung, möglich gemacht durch Übermacht bzw. strukturelle Verhältnisse, in denen Macht ungleich verteilt ist.

Das charakterisiert auch die globalen Verhältnisse.

In diesen sind auch die Unterschichten der mächtigen Länder noch privilegiert – gegenüber den Ausgebeuteten der ohnmächtigen Länder.

WIR in den Ausbeuterländern entwickeln den dafür nötigen HABITUS.

Das Rechtfertigen unseres relativen Reichtums ebenso wie das selbstverständliche Auslagern der Kosten unserer Lebensweise auf Dritte und der Ausblendung der dazugehörigen Strukturen ist uns zur Gewohnheit geworden: eine gemeinschaftlich geteilte Einstellung und Handlungsorientierung, die uns kaum bewusst wird.

Wenn die Chancen strukturell ungleicht verteilt sind und WIR dabei gewinnen, nehmen wir diese ungleiche Verteilung der Chancen nicht wahr.

So merken wir nicht, dass wir nicht über UNSERE Verhältnisse leben, sondern über die Verhältnisse ANDERER.

“Den Leuten in der Externalisierungsgesellschaft geht es gut, weil andere den Gürtel enger schnallen, weil anderswo Verzicht geübt wird – und zwar dauerhaft und ständig, auf dass die Externalisierungsgesellschaft nicht nur heute, sondern auch morgen und in Zukunft prosperiere.”

Wir haben kein Interesse daran, das zu wissen.

Wir wollen es also nicht wissen.

Aus den Augen, aus dem Sinn!

Aber was ausgelagert ist, ist damit nicht weg.

Es akkumuliert sich.

Das Unterdrückte kehrt wieder.

Es kommt von unten. Von hinten.

Zum Beispiel in Form von massenhaften Fluchtbewegungen.

Fortsetzung folgt.

 

 

 

Kommentare

  1. Jakobiner meint:

    Nachdem Madrassa of Times wieder versucht mich zu imstrumentalisieren und nun meinen Namen bringt und einen Artikel von meinem Blog, und versucht einen Spaltkeil zu Leo Brux reinzubekommen, dazu noch eine Erklärung

    Klarstellung zu meiner Jugendsünde auf dem islamophoben Hetzblog “Madrassa of Times”

    http://www.global-review.info/2017/01/17/klarstellung-zu-meiner-jugendsunde-auf-dem-islamophoben-hetzblog-madrassa-of-times/

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