Osteuropa contra, Deutschland pro. Warum?

osteuropaDie interessante Frage ist hier: Warum ist das so?

In (der)

  • Slowakei (75 Prozent),
  • Polen (73 Prozent),
  • Ungarn (72 Prozent) und
  • Tschechien (70 Prozent)

sagen die jungen Menschen „Nein, mein Land sollte keine Flüchtlinge aufnehmen“.

  • In Österreich (61 Prozent) und
  • Deutschland (73 Prozent)

sagen die Jugendlichen mehrheitlich „Ja, mein Land sollte Flüchtlinge aufnehmen“.

Selbes Ergebnis, wenn man die Frage anders stellt:

“Immigranten sind eine Gefahr für die Sicherheit deines Landes.”

Zustimmung

  • in Ungarn 70%
  • in der Slowakei 68%
  • in Polen 60%
  • in Tschechien 60%
  • in Österreich 36%
  • in Deutschland 27%

Befragt wurden rund 3000 junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren in Deutschland, Österreich, Polen, Slowakei, Tschechien und Ungarn.

WELT

Ich kann nur EINEN Grund erkennen:

Erfahrung.

Dort, wo es viele Einwanderer gibt, merken die jungen Leute, dass es kein größeres Problem ist.

Dort, wo es wenige oder gar keine Einwanderer gibt, phantasieren die Leute.

Gibt es eine andere (zusätzliche) Erklärung?

Man könnte noch auf den mentalen Schaden verweisen, den die vielen Jahre kommunistischer Herrschaft in den Gehirnen der Bürger angerichtet hat.

PS:

Die Bereiche, in denen Migranten eine Willkommenskultur vorfinden, sind ökonomisch besser aufgestellt und werden auch in Zukunft stärker punkten werden. München, Stuttgart, Frankfurt etc. boomen. Dem Osten FEHLEN die Einwanderer. Was wird daraus auf längere Sicht folgen?

Wer sich gegen die Globalisierung abschottet, scheint zu verlieren.

 

Kommentare

  1. Heiko Gerhauser meint:

    Unterschiedliche Medienberichterstattung könnte der Grund sein.

    Laut Bloomberg hat Polen eine Million Ukrainer in den letzten drei Jahren aufgenommen.

    https://www.bloomberg.com/news/articles/2017-03-06/million-migrants-fleeing-putin-score-a-policy-jackpot-for-poland

    Ich halte sehr wenig von der deutschen Flüchtlingspolitik. Die moralische Überheblichkeit dabei stinkt.

    Und ist auch unangebracht. Leute werden durch hohe Sozialhilfe hierhergezogen, dazu gebracht Ihre Pässe zu vernichten oder über Ihr Alter zu lügen, und sich Verbrechern anzuvertrauen.
    Und die moralische Schuld dafür sehe ich bei Deutschland, nicht bei den Flüchtlingen!!!
    Hier werden moralisierend völlig falsche Anreize gesetzt.

    Du willst bei bisher völlig harmlosen Türken, die schon Jahrzehnte hier leben und einen deutschen Pass haben Gesinnungstests.

    Da lehne ich sie eindeutig an. Wenn man so was macht, bitte bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist, also vor und kurz nach der Einwanderung.

    Und meiner Meinung nach sollte Zuwanderung direkt in Arbeit oder Ausbildung führen, nie in die weltweit gesehen sehr hohe Sozialhilfe.

  2. Du willst bei bisher völlig harmlosen Türken, die schon Jahrzehnte hier leben und einen deutschen Pass haben Gesinnungstests.

    Ach Heiko Gerhauser,
    wieso soll ich sowas wollen?
    Wo steht das?
    Bitte zitiere die Stelle, in der ich einen Gesinnungstest fordere!

    Ich frage. Ich empfehle.

    Und schon das interpretierst du in dieser Weise?
    Das ist schon Erdogan-ähnlich. Trump macht das auch so.

    Wenn die in Deutschland bleiben wollen, sollen sie doch. Ich meine nur, dass es zunehmend ungemütlich für sie werden wird.

    Aber gut, erklär du mir, wieso diese Erdotürken unbedingt im ihnen doch offensichtlich feindlich gesinnten Deutschland verbleiben wollen.

  3. Heiko Gerhauser meint:

    Hallo Leo,

    Das Wort Gesinnungstest hast Du nicht verwendet. Ich glaube auch nicht, dass Du einen Fragebogen möchtest.

    Ich meine damit sehr konkret die Rede, die Du der Kanzlerin empfiehlst. Das Wort Gesinnungstest war da vielleicht unglücklich gewählt.

    Die Türkeipolitik der Bundesregierung ist in Ordnung. Da sehe ich keine großen Fehler.

    Auswandern (zurück in die Türkei) ist eine sehr schwerwiegende Entscheidung. Das bedeutet Freunde aufgeben, den Job aufgeben etc. So wichtig ist den meisten Menschen die große Politik nicht. Auch viele Russen finden Putin toll und wollen deswegen nicht zurück nach Russland.

    Bei den letzten Wahlen war es nur einer halben Million wichtig genug, zum Wahllokal zu fahren. Und das ist nun wirklich eine viel leichtere Entscheidung als eine Auswanderung.

  4. Auch russlandstämmige Deutsche würde ich fragen, inwiefern ihnen alles in allem Deutschland dann doch als die bessere Option erscheint, wenn sie Putin und sein Russland für toll halten.

    Ist doch eine interessante Frage. Nicht zuletzt in Hinblick auf die Liberalität, die Demokratie. Wie kann man einen Diktator wie Putin schätzen? Wie kann man eine so rechtloses System wie das in Russland schätzen? Das möchte ich dann doch auch gern wissen.

    Wir müssen die Anhänger der Diktatur bzw. der autoritären Herrschaft schon konfrontieren mit ihrer demokratiefeindlichen Einstellung.

    Mich interessiert die politische Gesinnung von Leuten, die sich politisch äußern. Es gibt gänzlich unpolitische Menschen; die verschone ich natürlich. Aber wer mir sagt, Erdogan und/oder Putin und/oder Orban seien doch gute, starke Politiker, die viel Gutes für ihr Land tun, der sollte schon merken, dass er anderen Menschen gegenübersteht, die bereit sind, die freiheitlich-demokratische Grundordnung zu verteidigen gegen die Angriffe autoritär gesinnter Menschen.

    Mein Gefühl gegenüber den Erdotürken ist vor allem das der Verwunderung. Wie kann man – als Minderheit in einem anderen Land – die Mehrheit dermaßen grob und krass vor den Kopf stoßen? Wie kann man, wenn man doch offensichtlich das Leben in Deutschland schätzt und nicht vor hat, in die Türkei auszuwandern, der Welt erklären, Deutschland sei irgendwie faschistisch und die Türkei unbedingt vorzuziehen? Wir wissen auch, was Erdogan und seine Sprachrohre über uns sagen und schreiben – wie kann man sich da als jemand, der in Deutschland seinen Platz behalten möchte, hinter den stellen, der solche Angriffe auf uns richtet?

    Es hat etwas so extrem Unlogisches, dass ich immer noch den Kopf schüttle und mich frage, wie einer das in seinem Kopf zustandekriegt.

    Damit meine ich nicht die Laune einer schwachen Stunde oder von mir aus eines schwachen Tages. Da kann man schon mal ganz inkonsistent denken und fühlen und sich äußern.

    Es ist aber eine verfestigte Einstellung, eine konstante Einstellung. Da muss doch einem Deutschtürken der Widerspruch irgend wann einmal auffallen.

    Der Hauptgrund meiner Herausforderung liegt genau da: Ich will, dass sich die Leute des Widerspruchs bewusst werden. Und die Konsequenz daraus ziehen. Entweder – oder. Das muss nicht gleich sein. Aber auf die Dauer ist dieser Widerspruch von beiden Seiten her nicht zuträglich.

  5. Als ich ein Jahr in Rumänien lebte, habe ich dazu mal einen etwas ironischen Erklärungsversuch abgegeben:
    https://andreas-moser.blog/2015/09/20/osteuropa-fluechtlinge/

  6. @ Andreas Moser

    Eine wunderbare Satire.
    Danke für den Link.

    (Ich wollte, ich könnte auch mal so eine gelungene Satire hinkriegen.)

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