DITIB-Politik in der Moschee

tuerkeiIch lese gerade Constantin Schreibers Buch “Inside Islam”.

13 Moscheen hat er zum Freitagsgebet besucht und die Predigten dort aufgezeichnet.

Alle 13 Predigten finden sich ins Deutsche übersetzt in seinem Buch, jeweils mit einer kurzen Analyse durch Fachleute sowie einige persönliche Eindrücke des Autors.

Schreiber spricht gut Arabisch. Für die Übersetzung und die Analyse hat er sich aber auch mit Fachleuten zusammengesetzt.

Das Resultat dieser Moscheepredigt-Beobachtung ist deprimierend.

Nein, in keiner Moschee hat er Hasspredigten erlebt. Und man hat ihn überall freundlich geduldet.

Aber …

Wenn man als Deutscher diese Predigten liest, wird einem klar: Mit Integration ist da nichts. Da formiert sich eine Gegengesellschaft, eine, die sich radikal abschottet und mit unseren Verhältnissen nicht kompatibel ist. Eine, die ihre deutsche (also säkulare, liberale, moderne) Umwelt hauptsächlich für eine Gefahr hält.

Wer es nicht glaubt, möge die 13 Predigten lesen.

Ich nehme mal – aus gegebenem Anlass – die Sehitlik-Moschee (DITIB) als Beispiel (Seite 96-100).

Die Predigt ist kurz – und rein politisch. Total AKP. Propagandistisch. Es geht um den Putschversuch und seine Niederschlagung. Religion und Politik vermischen sich in einer Weise, die Religion zu Politik und Politik zu Religion macht.

Abdelhakim Ourghis Kommentar:

“Man muss immer auch den Kontext im Blick haben und was das für ein Imam ist, der diese Predigt hält. Hier ist es ein DITIB-Imam, also ein Staatsbeamter. Er gehört zum Ministerium für religiöse Angelegenheiten. Das heißt, diese Imame vertreten die Richtlinien der AKP.

Deshalb redet er die ganze Zeit über die Nation, und das bedeutet für ihn das Türkentum. Das ist eine politische Predigt im Sinne von Erdogan und seiner Partei.

Diese Predigt hat den Zweck, die enge Verbundenheit vieler Türken in Deutschland mit der Türkei aufrechtzuerhalten.

Wir wissen auch, dass die DITIB-Imame Hasspredigten gegen die Gülen-Anhänger gehalten haben und dass man sie denunziert hat.

Für mich hat das nichts mit Religion zu tun, sondern die Moscheen werden als Orte politischer Propaganda missbraucht.

Wenn wir über Integration von Muslimen in Deutschland sprechen, dann ist eine solche Predigt eher ein Hindernis.”

Schreiber fragt, ob eine solche Predigt von der Religionsfreiheit gedeckt sei.

“Wir müssen auch definieren, was Religion in Deutschland bedeutet. Religion heißt ja nicht, dass unter dieser Überschrift jeder machen darf, was er will. Das ist keine Religion, das ist Ideologie.

Und letztlich wage ich zu sagen, entwickelt sich hier ein Staat im Staate.

Eine solche Ansprache wie diese Predigt hat in einer Moschee nichts zu suchen.”

Schreiber fragt weiter, inwieweit in dieser Predigt Politik und Religion vermengt würden.

“Sie vermengen hier zwei ganz verschiedene Begriffe, Heimat und Religion. Heimat ist für die Imame ganz klar die Türkei.

Es ist die Instrumentalisierung der Religion zu politischen Zwecken.

Was haben Erdogan und die AKP mit dem Propheten Mohammed zu tun?

So etwas darf nicht uin Moscheen auf deutschem Boden gepredigt werden.

Professor Susanne Schröter ergänzt:

“Das Martyrertum scheint bei der DITIB immer häufiger aufzutauchen.

Die Martyrer sind die entscheidenden Figuren, die einen daran erinnern, dass man seine Heimatliebe nicht verlieren soll. Und mit Heimat ist natürlich Anatolien gemeint.”

Brauchen wir also ein Islamgesetz?

Nein. Ich denke, die ablehnende Haltung von SPD, Grünen und von der Regierung (also auch von Teilen der CDU) ist berechtigt.

Darüber geht der nächste Artikel.

 

Kommentare

  1. Jakobiner meint:

    Auch interessant: Constantin Schreiber berichtet in einem Interview mit dem Münchner Merkur davon, dass syrische Flüchtlinge überrascht gewesen seien, welch konservative, antimoderne Inhalte in deutschen Moscheen gepredigt werden. In Syrien wäre dies anders gewesen. Recht hat er, wenn er meint, dass das nicht mehr mit Relkigionsfreiheit gedeckt ist, da es sich hier um Ideologievertrieb handelt.

  2. Wir haben es hier mit ganz verschiedenen Problemen zu tun.

    Da ist die Religionsfreiheit, bzw. die Frage ob diese grenzenlos ist, oder wo sie gegebenenfalls endet und wer, wie darüber befindet.

    Da ist die Frage der territorialen Integrität eines Landes, in diesem Fall Deutschlands, ob und wodurch diese möglicherweise gefährdet wird.

    Da ist die Frage nach dem Ursprung einer kulturellen Identität von Menschengruppen, also gemeinsame Sprache, Ansichten, kultureller Hintergrund, dazu natürlich auch die Religion gehörend.

    Da ist die Frage nach dem Einfluss und der Wirkung von globaler Live-Kommunikation, früher der berüchtigten SAT-TV-Schüsseln, aber mehr noch des www. und der heute nahezu unbegrenzt vorhandenen Kommunikationsmöglichkeiten in sozialen Netzwerken die Bild und Ton (notfalls auch Text!) in Echtzeit um die Welt bringen.

    Wir haben im Laufe der Jahre verschiedentlich darauf hingewiesen, daß die erste und zweite Generation sich sprachlich schneller integrieren MUSSTE, wenn sie hier bei uns mit der deutschen Restgesellschaft interagieren, kommunizieren wollte. Dieser Grund ist definitiv entfallen, von der Entwicklung der weltweiten Kommunikation überholt.

    Wenn jetzt aber immer mehr und mehr oder weniger “autarke Inseln anderer Kulturen” in Deutschland oder sonstwo in Europa entstehen, in denen weder Integration besteht, noch der Versuch dazu unternommen wird, dann ist der nächste Entwicklungsschritt die proaktive Verdrängung der Ureinwohner, nein nicht der Indianer, sondern der Deutschen, Franzosen, Niederländer, Belgier, Dänen, Schweden, etc. aus diesen Gebieten. Wenn es starke kulturelle, religiöse und historische Bindungen in diesen Enklaven gibt, dann können diese recht problemlos aus fernen Hauptstädten gesteuert, regiert werden.

    Was fehlt dann noch zur Unabhängigkeit? Eine eigene Justiz, eigene Steuererhebung und -eintreibung und eigene Ordnungskräfte.

    Meine Auflistung mag nicht vollständig sein, tendenziell richtig dürfte sie aber schon liegen? An welchem Punkt stehen wir heute? Was wird als nächstes erfolgen? Was könnten/sollten/müssten wir also tun, um diesen Fehlentwicklungen Einhalt zu gebieten?

  3. Jakobiner meint:

    Meine Forderung: Schließung der bestehenden (DITIB-) Moscheen und keine Genehmigung von neuen Moscheen, bis es nicht ein Islamgesetz gibt und neue Imame ausgebildet sind, die einen kompatiblen inklusiven und integrativen Islam vertreten!!!

  4. Jakobiner meint:

    “Da ist die Frage nach dem Einfluss und der Wirkung von globaler Live-Kommunikation, früher der berüchtigten SAT-TV-Schüsseln, aber mehr noch des www. und der heute nahezu unbegrenzt vorhandenen Kommunikationsmöglichkeiten in sozialen Netzwerken die Bild und Ton (notfalls auch Text!) in Echtzeit um die Welt bringen.”

    Deswegen wären ja eigene Fernsehen, Internet und Radioprogramme für Deutsche mit Migrationshintergrund und Ausländer von Nöten, wie. z:B. das von Özdemir vorgeschlagene deutsch-türkische ARTE, das Sprachkurse, Bildung und Staatsbürgerkunde nebst Unterhaltung bietet, damit die Diasporas nicht die Propagandasender ihres Ursprungslandes als einzige Alternative haben.

  5. Da in Deutschland die Meingsfreiheit ebenso gegeben ist wie die Versammlungsfreiheit, ist eine spezifische “Religionsfreiheit” entbehrlich. Sie dient derzeit lediglich zur Festigung oder Erlangung von Privilegien. Ihren ursprünglichen berechtigten Sinn als individuelles Freiheitsrecht hat sie seit der Abschaffung von cuius regio eius religio verloren.

    Hierzu unsere Ausarbeitungen in http://www.wissenbloggt.de/?p=16216

  6. Oh, ich werde moderiert! Schick!

  7. Ich verweise an dieser Stelle noch einmal an die Gründung der “Ibn Rushd-Goethe” Moschee in Berlin, mit Seyran Ates als Imamin und Mimoun Azizi von den liberalen Muslimen als eifriger Förderer. Hier kommt eine Bewegung in Gang.

    Derzeit leben die Initiatoren dieses Projekts, das die Menschenrechte und das GG achtet, leider mit Morddrohungen. Die einzigen Unterstützer bisher sind wir Humanisten (die ja angeblich so religionsfeindlich sind, hihi!). Alle anderen, Politik und Kirchen, legen sich ja lieber mit den Extremisten ins Bett. Es ist zum… na ja, ihr wisst schon!

  8. @ almabu

    Wenn jetzt aber immer mehr und mehr oder weniger “autarke Inseln anderer Kulturen” in Deutschland oder sonstwo in Europa entstehen, in denen weder Integration besteht, noch der Versuch dazu unternommen wird, dann ist der nächste Entwicklungsschritt die proaktive Verdrängung der Ureinwohner, nein nicht der Indianer, sondern der Deutschen, Franzosen, Niederländer, Belgier, Dänen, Schweden, etc. aus diesen Gebieten. Wenn es starke kulturelle, religiöse und historische Bindungen in diesen Enklaven gibt, dann können diese recht problemlos aus fernen Hauptstädten gesteuert, regiert werden.

    … Verdrängung der Deutschen etc. …: Über eine solche Erwartung wundere ich mich. Es wird doch das genaue Gegenteil passieren. Die sich abschottenden Minderheiten (in ihren “Enklaven”) werden deportiert werden. Rausgeschmissen. Oder sonstwie kaputt gemacht.

    Die Gefahr liegt nicht darin, dass wir verdrängt werden, sondern darin, dass wir faschistisch werden.

    Denn die Radikalreaktion geht natürlich am Ende nur, indem wir Rechtstaat, Verfassung, Aufklärung hinter uns lassen und wieder zu Barbaren werden.

    Richtig aber ist: Durch die veränderte Kommunikationssituation (digitale Medien mit ihren Möglichkeiten, “Enklaven” zu bilden) hat sich die Integrationsaufgabe erschwert. Darum müssen wir die Integration neu justieren. Darauf achten, was in den sich abschottenden Bereichen passiert, und dann rechtsstaatliche, der Aufklärung verpflichtete Wege finden, darauf zu antworten.

    Die Antwort kann auch hart ausfallen. Ich nehme mir grade die Erdotürken als Beispiel. Ein anderes wären die algerischen und marokkanischen Chaoten, die etwa in Köln zum Jahreswechsel 15/16 katastrophal auffällig geworden sind.

    Ich glaube, viele, die wie ich bisher auf die allmählich wirkende Integrationskraft Deutschlands gesetzt haben, wollen noch nicht umdenken. Man trennt sich nur ungern von Prinzipien und Gewohnheiten. Der Anpassungsprozess aber ist im Gange.

  9. Jakobiner meint:

    Zu Frank Berghaus:

    Dass du der Überblicker bist und Chefatheist, soll ja hier jeder durchblicken. Ich selbst bin auch Atheist, was nicht bedeutet, dass man mit religiösen Menschen nichts zu diskutieren hätte–aber eben auf Augenhöhe.Dr. Berghaus macht wie Korbinian immer kryptische Andeutungen und Links ohne einmal argumentativ auszuführen, was er jetzt eigentlich sagen will oder denkt. Wie immer will er uns auf seinen “Wissen bloggt”-Blog und zu den Humanisten locken anstatt einmal inhaltlich auf die Argumente einzugehen. Dies zum einen.

    “Ich verweise an dieser Stelle noch einmal an die Gründung der “Ibn Rushd-Goethe” Moschee in Berlin, mit Seyran Ates als Imamin und Mimoun Azizi von den liberalen Muslimen als eifriger Förderer.”

    Ja, Dr. Berghaus, erzählen Sie mal mehr, was diese Islamleute vertreten, inwieweit dies auf Resonanz stösst und inwieweit dies den Humanismus befördern soll!Werden sie zur Islamkonferenz eingeladen?

  10. Jakobiner meint:

    “Verdrängung der Deutschen etc” Almabu ist für mich das desaströse und zugleich tragische Beispiel eines Antiamerikanismus, das die Zerstörung Europas , auchg Deutschlands durch die USA immer kommen sah. Mittels Krieg und Euroshima, mittels der Flüchtlingswelle/”Volksmord”/”der grosse Austausch” und nun eben Erdogan und Fremdländische, die die Deutschen wie die Indianer ermorden wollen. Ein typisches Beispiel von verschwörungstheoretischer Paranoia, die sich allen Weltenlauf nur durch miese Machenschaften von der Open Society George Soros und anderer US-Juden vorstellen kann–da ist er Orbans Kampagne gegen Soros CEU-Uni in Budapest und Putin näher als er jemals seinenb pawloschen Antiamerikanismus ablegen könnte.

  11. Jakobiner,
    deine Forderung würde gegen die Verfassung verstoßen.

    Im übrigen kannst du niemand dazu zwingen, vernünftige integrative Medien zu nutzen. Was helfen Angebote, die nicht wahrgenommen werden?

  12. Moderiert? Vielleicht fehlt dir nur die Sekunde Geduld, die der digitale Äther manchmal braucht, um eine Message durchzulassen.
    21.40
    21.41

    Solange du nicht wieder unter die Gürtellinie haust, Frank, brauche ich dich nicht zu moderieren.

  13. Jakobiner:

    Obwohl bereits mehrfach gesagt und verlinkt, hier noch einmal speziell für sie, da sie es offensichtlich bisher verdrängt haben:

    Wer die Leute sind? Hier: http://www.muslimisches-forum-deutschland.de/

    Und wenn überhaupt jemand diese rasch wachsende Bewegung nicht nur zur Kenntis nimmt sondern mit diesen liberalen Muslimen diskutiert, dann sind es eben nur wir Humanisten – sonst niemand! Platte Atheisten schon einmal gar nicht.

    Gerne wiederhole ich den Link auf diese neue Seite noch einmal. Wenn Sie wieder nicht hinschauen gern auch noch ein drittes Mal:

    https://www.facebook.com/groups/1819933324922181/

    Es geht hier auch nicht um die Stärkung des Humanismus (das ist einstweilen nicht erforderlich) wie Sie annehmen, sondern um Aufbauhilfe für einen menschenrechtskonformen Islam (wie er von Khorchide und Mansour und eben uns vertreten wird).

    Schon einmal etwas vom Bündnis der Freidenker mit den Freireligiösen vor über hundert Jahren gehört? Die hatten enorme Erfolge, an die wir gerne anschliessen wollen.

    Waren diese exakten Auskünfte jetzt wieder zu kryptisch oder mangelt es dem “Atheisten” Korbinian nur wieder am Durchblick?

    Daher noch eine kleine Anmerkung zur Nullnummer Atheismus (aus unseren Ausarbeitungen):

    Ein Wort noch zum Atheismus:

    Speziell zu den Atheisten lässt sich festhalten, dass der Atheismus eine logisch isolierte Position ist, die über die sonstige Weltanschauung oder Ethik eines Menschen keinerlei Schlussfolgerungen zulässt. Daraus folgt, dass es für die Beurteilung des Atheismus völlig irrelevant ist, was irgendwelche Menschen, die auch Atheisten waren, Gutes oder Böses getan haben.

    Religionen haben jeweils eine charakteristische Ethik. So gibt es Dinge, die ein Christ/Moslem tun oder lassen sollte, weil er ein Christ/Moslem ist. Für den Atheisten hingegen gilt das nicht. Der handelt, wie es seinem persönlichen Gewissen entspricht, nicht im Namen des Atheismus, denn das wäre mangels einer damit verknüpften spezifischen Ethik gar nicht möglich.

    Ferner ist zu beachten, dass sich natürlich kein Atheist in seinem Atheist-Sein erschöpft. Zusätzlich hat er natürlich auch noch zahlreiche Meinungen zu allen möglichen Themen, die er auch als Theist haben könnte.

    Nicht jeder Atheist ist ein Humanist, aber jeder Humanist sollte ein Atheist sein.

  14. @Leo:

    OK, vielleicht war ich zu ungeduldig. Aber unter die Gürtellinie schiesse ich in aller Regel nicht. Das hat ein Humanist nicht nötig :D

  15. Jakobiner meint:

    Für Almabu ist doch alles klar: Die USA führten ihre Nahostkriege, um die Flüchtlingswelle und den “Grossen Austausch” zu realisieren und cum boni: Nur den USA und verschworenen Kräften wie dem US-jüdischen Soros, die “ns” mittels Finanzkrise und NATO-Mitgliedschaft gegen Russland bringen und ausbluten! Mal Ehrlich: Almabus Verschwörungsphantasien hören sich für mich wie jene Leute an, die behaupten, dass die Freimaurer, die Illuminaten, Rockefeller, die Rothschilds und die Wartburgbanl Hitler finanziert hätten, um den 2. Weltkrieg samt Holcaust zu fabrizierenb, um Israel dann gründen zu können. Almabu ist so ein zypischer antiamerikanischer Altlinker, der alles Böse in der Welt in den USA sieht.

  16. Jakobiner meint:

    Zu Dr. Berghaus:

    Erstens: Was soll plötzlich dieses Niedermachen des Atheismus.? Mir völlig unbegreiflich. Seid ihr jetzt nur noch Agnostiker oder werdet ihr inzwischen wieder rekigiös und entdeckt alle Schönheiten der Religion?

    Die Texte lese ich mir mal in Ruhe durch und werde darauf antworten.

    Als Gegenliteraturtip, der auch auf eurer Humanistenseite einmal zur Diskussion gestellt werden könnte: Das Manifest des linken Counterjihads–mit reichlich zu Religion und Islam.

    https://www.global-review.info/2017/03/19/manifest-des-linken-counterjihad-2/

  17. @Jakobiner:

    Deine Ausführungen beweisen, dass du vom Humanismus heutigerTage nicht den blassestens Schimmer hast. Was soll der Blödsinn mit dem Agnostizismus? Ich habe doch alles haarklein erklärt, was unser Dialog mit den liberalen Muslimen bedeutet. Aber die Tragweite ist offensichtlich nicht nur dir unklar.

  18. Jakobiner,
    da geht es dir mit dem Frank Berghaus so wie mir auch, gelegentlich. Er macht sich nicht immer hinreichend verständlich.

    Bemerkenswert ist schon, wie er sich auf die Seite islamistischer Türken schlägt und so tut, als ob deren Neigung zum Dschihad (für Erdogan, die Türkei, den Islam) generell außer Betracht bleiben darf.

    Bemerkenswert war auch, wie er keinen Widerspruch erkennen kann, wenn ein Deutschtürke für Erdogan und seine autoritäre Herrschaft schwärmt (und für die autoritäre Türkei, die ihm seine Heilige Heimat ist, ein viel besseres Land als leider säkulare Deutschland) und GLEICHZEITIG in Deutschland die Demokratie und den Pluralismus hochhält.

    Darauf angesprochen ziert er sich, seine Ausführungen dazu zu erläutern – er tut nur mal ärgerlich so, als ob doch alles klar wäre.
    Natürlich, es IST alles klar – für ihn selber. Aber eben nicht für uns. Und eigentlich schreibt er ja wohl nicht für sich selber, sondern für andere. Er sollte sich also ein bisschen in uns hineinversetzen und FÜR UNS verständlich schreiben.

  19. Korbinian meint:

    Erdogans bester Kartoffeldeutscher:

  20. Heiko Gerhauser meint:

    Hallo Leo,

    Es gibt tatsächlich objektive Gründe für eine andere Abwägung von Rechten in unterschiedlichen Ländern je nach aktueller Lage. Deutschland ist nicht durch einen Militärputsch bedroht, und es wüten keine Bürgerkriege in Nachbarländern.

    Auch besteht ein erheblicher Unterschied in der subjektiven Wahrnehmung von zum Beispiel der Meinungsfreiheit in Deutschland und der Türkei.

    Für mich erklärt sich so recht leicht der von Dir wahrgenommene Widerspruch.

    In England habe ich einen Arabischkurs gemacht, fast alle anderen waren pakistanische Muslime. So wie hier die Meinung weitverbreitet ist, dass Religionsfreiheit und Säkularismus universale Werte sind, die schließlich und endlich überall auf der Welt gelten werden, und auf jeden Fall gelten sollten, sieht das bei vielen Pakistanis in Bezug auf den muslimischen Glauben ähnlich aus.

    Irgendwann sind wir in dieser Logik alle Muslime, und so wie bei Dir das Bedürfnis nach Assimilation* da ist hier in Deutschland, und ein Sendungsbewustsein für Religionsfreiheit in der Welt,

    gibt es auch so ein Sendungsbewustsein bei vielen pakistanischen Muslimen. Vor 20 Jahren hat mich das überrascht, wie jemand zu mir superselbstverständlich und sich moralisch völlig im Recht fühlend sagen kann “Ich strebe an, dass dieses Land muslimisch wird, und dass dann alle Nichtmuslime eine extra Steuer von 10% zahlen”.

    Inzwischen kann ich das gut nachvollziehen, und vor allem, ich habe so viel Kontakt mit Muslimen, dass ich sehe, wie so ein konträres Sendungsbewustsein doch mit friedlichem und freundschaftlichem Zusammenleben funktionieren kann.

    *konkret machst Du einen Unterschied zwischen Kurden (Indigenen) und rezent Zugewanderten, und was Du von letzteren forderst würde ich persönlich als Assimilation sehen, so ähnlich wie die in den USA erfolgte Assimilation der deutschen Zuwanderer.

  21. Heiko Gerhauser schreibt:

    gibt es auch so ein Sendungsbewustsein bei vielen pakistanischen Muslimen. Vor 20 Jahren hat mich das überrascht, wie jemand zu mir superselbstverständlich und sich moralisch völlig im Recht fühlend sagen kann “Ich strebe an, dass dieses Land muslimisch wird, und dass dann alle Nichtmuslime eine extra Steuer von 10% zahlen”.

    Inzwischen kann ich das gut nachvollziehen, und vor allem, ich habe so viel Kontakt mit Muslimen, dass ich sehe, wie so ein konträres Sendungsbewustsein doch mit friedlichem und freundschaftlichem Zusammenleben funktionieren kann.

    Klar, so lange diese (!) Muslime nicht die Macht haben, ernst zu machen. Solange sind sie nett und freundlich, zumindest uns gegenüber. (Weniger gegenüber den Muslimen, die für sie Abtrünnige sind.)

    Ich traue ihnen nicht mehr über den Weg.

    Und die von deinem Beispielgeber geäußerte Hoffung nehme ich wörtlich.

    Der will das. Und ich will nicht, dass es auch nur annähernd so weit kommt.

    Die Gefahr besteht natürlich nicht. Aber ich hab schon mehrfach geschrieben, dass eine ganz andere Gefahr darin liegt. Sobald die Bürger merken, was diese Muslime für eine Perspektive hier haben (bzw. sich einbilden), wird es von deutscher, von nicht-muslimischer Seite aus ernst. Wenn die Regierung da nicht hart reagiert auf solche verdeckt operierenden Todfeinde unserer Gesellschaft, dann werden das die Bürger selbst in die Hand nehmen müssen. Aber vermutlich werden sie vorher rechtsradikale Politiker wählen, damit eben doch der Staat die Sache in die Hand nimmt. Diese (!) Muslime mit Sendungsbewusstsein, von denen du so tust, als ob sie mit uns friedlich und freundschaftlich zusammenleben wollen, können am Ende Deutschland faschistisch machen.

    Ich lese deine Äußerung nochmal Sie ist tatsächlich erstaunlich. Mir kommt der Verdacht, dass du ein AfDler bist, der uns hier mal provozieren will.

    Das muss man sich ja nun mal mehrfach durch den Kopf gehen lassen:

    Muslime mit Sendungsbewusstsein kündigen also an, sie wollten Deutschland islamisch machen und uns Nichtmuslime dann das historisch übliche Kopfgeld zahlen lassen. Darauf reagierst du dann in der Weise, dass du meinst: Kein Problem, man kann ja doch trotzdem mit ihnen friedlich und freundlich zusammenleben.

    So ein Schluss kann eigentlich nur aus dem Kopf eines pseudo-strategisch denkenden Islamophoben kommen, der uns als Teufels Advokat provozieren will.

    Gibt es – außer Heiko Gerhauser – auch nur einen anderen Deutschen, der auf diese Perspektive von islamischen Fanatikern so reagieren würde, wie er vorschlägt?

    So, wie Heiko das vorschlägt, so stellt sich Pegida wohl alle diejenigen vor, die nicht wie sie an die Islamisierung des Abendlandes glauben.

  22. Heiko Gerhauser meint:

    Hallo Leo,

    das mit der Kopfsteuer ist mir konkret so gesagt worden, aber nur einmal vor 20 Jahren.

    Du verstehst meine Argumentation nicht richtig, vielleicht habe ich mich auch etwas verquer ausgedrückt. Die 10% Steuer hört sich besonders unfair an, wenn da nicht dazu erwähnt wird, dass Muslime ja auch eine Steuer zahlen sollen (Zakat).
    https://en.wikipedia.org/wiki/Zakat#Contemporary_practice

    Ein Grund, warum Du meine Argumentation nicht verstehst, ist aber sicher auch, dass Du zu sehr in Schwarz Weiß Denken gefangen bist. Staatlich als Steuer eingeforderter Zakat und Restriktionen der Religionsfreiheit werden von weiten Teilen der Bevölkerung in Malaysia und Pakistan getragen (in beiden Fällen kenne ich da viele Menschen persönlich). Mit den Menschen kann man zusammen arbeiten, trotz underschiedlichem Sendungsbewustsein.

  23. Korbinian meint:

    @Gerhauser

    Mit diesen Menschen kann man zusammenarbeiten wenn sie hier als Gäste aktiv sind oder in Malaysia/Indonesien tätig sind.
    So bald diese Leute hier Mitbestimmungsrechte einfordern und politisch aktiv werden wollen sind sie als Verfassungsfeinde bloßzustellen.

  24. Könnte es nicht sein, werter Heiko Gerhauser, dass es bei der Sache mehr um das Ziel geht, Deutschland muslimisch zu machen?

    Genau das phantasiert auch Pegida und phantasieren auch AfD und phantasieren auch die Islamophoben.

    In deren Fall ist es Paranoia, im Fall der sendungsbewussten Muslime ist es Aggression. Die Aggression von Einwanderern gegen die einheimische Bevölkerung und Kultur.

    Auf das Phänomen, dass die aggressiv sendungsbewusste Minderheit sich zunächst, so lange es nötig ist, freundlich und nett und friedlich verhält, aber dann, sobald sie die Macht dazu hat, ihr Gesicht zeigt, gehst du natürlich nicht ein.

    Das führt mich dazu, dich für einen agent provocateur zu halten. Einen Pegida-Anhänger, der hier sein Spielchen treibt.

    Ich glaube, bessere Werbung für Islamophobie und Pegida kann man kaum machen als du.

  25. Korbinian meint:
  26. Heiko Gerhauser meint:

    Stell Dir vor, andere Leute teilen Deine Werte nicht zu 100% und das geht, ohne dass die deswegen Unmenschen wären. Das ist der Kern, dessen was ich sagen wollte. Das müsstest Du wissen, von all dem, was ich sonst so schreibe.

    Und an dieser Stelle verabschiede ich mich auch erst einmal bis auf weiteres.

  27. Karma meint:

    Zur Info:
    Die DITIB Bad Kreuz veröffentlichte korankonform auf Facebook: „Freundschaft und Beziehungen zu Ungläubigen sind verboten. Wer Allah und Allahs Freunde verlässt und sich eine Beziehung zu ungläubigen Juden, Christen oder Atheisten begibt oder deren Entscheidungen akzeptiert oder deren Bestimmung gehorcht, ein solcher Mensch trennt sich von Allah” (Sure 3:28, 3:118, 4:89)
    http://www.ardmediathek.de/tv/defacto/defacto-deckt-auf-DITIB/hr-fernsehen/Video?bcastId=3437388&documentId=40305406

    Das steht auch 1:1 so im Koran:
    Sure 3:28 Die Gläubigen sollen sich nicht die Ungläubigen anstatt der Gläubigen zu Freunden nehmen. Wer das tut, hat keine Gemeinschaft mehr mit Allah.
    Sure 3:118 O ihr, die ihr glaubt, schließt keine Freundschaft, außer mit euresgleichen. Sie werden nicht zaudern, euch zu verderben, und wünschen euren Untergang.
    Sure 4:89 Sie wünschen, daß ihr ungläubig werdet, wie sie ungläubig sind, so daß ihr alle gleich werdet. Nehmt euch daher keine Beschützer von ihnen, solange sie nicht auf Allahs Weg wandern.

    Wie ist das zu bewerten?
    Gehört das zur Religionsfreiheit?
    Der Koran soll ja Wort für Wort von Allah diktiert worden sein.

    Könnte das der Grund für Bassam Tibis Aussage sein: “Man muss offen sagen, die Religion des Islam erlaubt die Integration nicht. Ein Muslim darf sich einem Nichtmuslimen nicht fügen. Wenn er in der Diaspora lebt, dann ist das eine Notsituation, und er kann sich absondern. Das besagt die normale Religion und nicht die fundamentalistische Variante.” und zum Dialog der Kulturen: „Der christlich-islamische Dialog beruht auf Täuschungen und fördert westliches Wunschdenken.“

  28. Karma meint:

    Zur Info:
    Die DITIB Bad Kreuz veröffentlichte korankonform auf Facebook: „Freundschaft und Beziehungen zu Ungläubigen sind verboten. Wer Allah und Allahs Freunde verlässt und sich eine Beziehung zu ungläubigen Juden, Christen oder Atheisten begibt oder deren Entscheidungen akzeptiert oder deren Bestimmung gehorcht, ein solcher Mensch trennt sich von Allah”
    http://www.ardmediathek.de/tv/defacto/defacto-deckt-auf-DITIB/hr-fernsehen/Video?bcastId=3437388&documentId=40305406

    Das steht auch 1:1 so im Koran:
    Sure 3:28 Die Gläubigen sollen sich nicht die Ungläubigen anstatt der Gläubigen zu Freunden nehmen. Wer das tut, hat keine Gemeinschaft mehr mit Allah.
    Sure 3:118 O ihr, die ihr glaubt, schließt keine Freundschaft, außer mit euresgleichen. Sie werden nicht zaudern, euch zu verderben, und wünschen euren Untergang.
    Sure 4:89 Sie wünschen, daß ihr ungläubig werdet, wie sie ungläubig sind, so daß ihr alle gleich werdet. Nehmt euch daher keine Beschützer von ihnen, solange sie nicht auf Allahs Weg wandern.

    Wie ist das zu bewerten?
    Gehört das zur Religionsfreiheit?
    Der Koran soll ja Wort für Wort von Allah diktiert worden sein.

  29. Karma meint:

    Die sogenannten Hassprediger zitieren in ihren Predigten meist nur Suren aus dem Koran.

    Bei den etwas unhöflichen Suren höre ich immer wieder das Argument, dass man Wörter und Sätze aus dem Arabischen nicht 1:1 übersetzen kann. Aus der jeweiligen Übersetzung und der Auslegung könne man dann aber erkennen wes Geistes Kind der Imam ist.

    Nehmen wir als Beispiel mal 5 der gebräuchlichsten Übersetzungen der Sure 8:55.
    Ahmadeyya: Wahrlich, die schlimmsten Tiere (dawaabb) vor Allah sind jene, die undankbar sind. Darum wollen sie nicht glauben.
    Rudi Paret: Als die schlimmsten Tiere (dawaabb) gelten bei Allah diejenigen, die ungläubig sind und (auch) nicht glauben werden.
    M. A. Rassoul: Wahrlich, schlimmer als das Vieh (dawaabb) sind bei Allah jene, die ungläubig sind und nicht glauben werden.
    Azhar: Die schlimmsten Lebewesen (dawaabb) sind nach Gottes Urteil die Ungläubigen, die vorsätzlich nicht glauben wollen.
    Zaidan: Gewiß, die Übelsten der sich bewegenden Lebewesen (dawaabb) , sind bei ALLAH diejenigen, die Kufr betrieben haben, so verinnerlichen sie den Iman nicht.

    Lebewesen wurde mir mal von einem Muslim als die höflichste angeboten.
    Darauf habe ich ihm allerdings fragend geantwortet, dass doch auch Kakerlaken zu Lebewesen gehören und das mir da Vieh schon etwas lieber wäre. Mir fielen dazu gerade die Hauskatzen, Hunde und die heiligen Kühe in Indien ein.

    Das Ursprungs-Wort aus dem arabischen für Vieh leitet sich aus “dawaabb” ab und ist je nach Übersetzung unterschiedlich. Man kann es mit Tier übersetzten oder mit Vieh oder Geschöpf auf der Erde oder bewegenden Lebewesen. Manche Imame sagen auch, dass einfach ein Ausdruck für die Undankbaren ist, die nicht an Allah glauben wollen. Einige Islamwissenschaftler sagen dazu, man könne es nur in seinem historischen Kontext sehen, obwohl sie anerkennen dass der Koran als zeitloses und direktes Wort Allahs gilt.

    Wie bewerten wir einen Prediger, der eine dieser Übersetzungen verwendet und wie bewerten wir den Islam, ob solcher Aussagen.

  30. Karma meint:

    Zur Diskussion:
    Nachfolgender Kommentar von mir, zu eine Studie der Uni Münster, wurde von der FAZ nicht zur Veröffentlichung freigegeben:
    Titel: Nach der Studie der Uni Münster muß man 7% der Türken in D als Risikogruppe betrachten.
    Einige, nicht ganz unwesentliche Daten, wurden scheinbar als nicht relevant betrachtet. Z.B. stellt die Uni Münster in ihrer Studie fest, dass ein kleiner, aber immer noch beachtlicher Anteil der Befragten die Ansichten vertritt, wonach in bestimmten Fällen die Anwendung von Gewalt aus religiösen Motiven akzeptabel ist. Die gewaltsame Verbreitung und Durchsetzung des Islam finden danach nur etwa 7% der Befragten gerechtfertigt. Bemerkenswert bei dieser Fragestellung ist, dass dabei die Antworten „weiß nicht/keine Angabe“ und „lehne ich ab“, nicht aufgeführt oder gar nicht abgefragt wurden. Die gewaltsamen Verbreitung und Durchsetzung des Islam sehen nach dieser Umfrage also zwar nur ca. 7% der Befragten als gerechtfertigt an, das ergibt allerdings¸ bei ca. 3 Mio türkischstämmigen in Deutschland, auch nur 210.00, die zur gewaltsame Verbreitung und Durchsetzung des Islam bereit sind und die beim Ruf des Sultans auf Straße gehen könnten. Die Anzahl der deutschen Polizeibeamten betrug 2012 ca. 244.000.

    Quelle: https://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/religion_und_politik/aktuelles/2016/06_2016/studie_integration_und_religion_aus_sicht_t__rkeist__mmiger.pdf

    Was ist die Meinung des Forums dazu?

  31. Karma meint:

    Brauchen wir also ein Islamgesetz?

    Im Sinne einer säkularen Grundordnung sollte die Sonderrolle der Religionen endlich beendet werden.

    Art 4 GG unterliegt leider keiner direkten im GG festgelegten Beschränkung wie politische Parteien gem. GG Art. 21 (2) oder Vereine Art. 9 (2). Deshalb setze ich mich als säkularer Bürger für eine Ergänzung des GG Art 4 ein, wie bei Vereinen oder Parteien, denn grund- und menschrechtswidrige Weltanschauungen-Religionen sind genauso gefährlich für die freiheitlich demokratische Grundordnung wie Vereine oder Parteien! Es kann zudem auch nicht sein, dass reaktionäre totalitäre Ideologin, die im Gewand einer Religion daherkommen, die über Generationen erkämpften Werte der Aufklärung, wieder außer Kraft setzten.

    Der Islam in seiner bislang gültigen und somit ausschlaggebenden orthodoxen Grundform kann und darf in dieser Form auch niemals Bestandteil einer aufgeklärten, säkular-demokratischen Verfassungs- und Gesellschaftsordnung sein. Deshalb ist es auch absolut unverantwortlich, den Islam in das ohnehin überholte deutsche Staatskirchenrecht hinein holen zu wollen. Deshalb sollte das deutsche Staatskirchenrecht abgeschafft werden und die Säkularisierung endlich vollendet werden. Die verschiedenen Religionsgemeinschaften können sich ja dann als gemeinnützige Vereine organisieren.

    Aus Sicht der Aufklärung sind Religionen ja auch nur Weltanschauungen-Ideologien, die politische und religiöse Wertvorstellungen/Normen beinhaltet, die von ihren Anhängern geteilt und für wahr gehalten werden. Deshalb dürften sie eigentliche auch keinen anderen Stellenwert haben als der Humanismus, Nihilismus, Atheismus, Sozialismus, Kommunismus, Faschismus, Nationalsozialismus usw.

    Zudem sagt GG Artikel 3
    (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
    (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

    Religiöse Weltanschauungen werden aber gegenüber allen anderen Weltanschauungen ganz klar bevorzugt.

    Sinnvoll wäre auch noch ein Verbot von religiösen Parteien, denn religiöse Parteien können meiner Meinung nach die religiös-weltanschauliche
    Neutralität des Staates nicht garantieren und bei der CDU/CSU hört ja die christliche Nächstenliebe eh schnell auf, wenn die Geschäfte ihres Klientels gefährdet sind. Die CDU/CSU müßte sich dann eben umbenennen und das C eignet sich ja doch auch bestens als Abkürzung für Clientele, damit könnten diese Partei dann einem Verbot aus dem Weg gehen. Das hört zudem auch weltoffener an, ist auch islamischen Ländern unverfänglich und wird wahrscheinlich weltweit auch besser verstanden.

  32. Karma meint:

    Um keinen falschen Verdacht oder sogar Generalverdacht aufkommen zu lassen, bitte ich zum Schluss noch LEO BRUX darum, doch mal bitte zu recherchieren, was uns die DITIB mit den 54 Moscheen sagen will, die sie nach dem Eroberer von Konstantinopel Sultan Mehmed II. Faith benannt hat.

    Unter dem Oberbefehl von Sultan Mehmed II. Faith wurde die Stadt, bis auf wenige Viertel, die sich ergeben hatten, geplündert. Der Eroberung fielen auch große Teile der Bevölkerung zum Opfer. Wenige byzantinische Gelehrte konnten auf Schiffen entkommen. Verschont blieben nur die Viertel die sich bedingungslos ergaben. Die byzantinischen Adligen wurden mitsamt ihrer Familien geköpft. Damit wurde auch das christlich byzantinische Reich ausradiert.

    Die Benennungen könnten leicht missverstanden werden und im Sinne von Erdogan gedeutet werden, er hatte nämlich schon am 6. Dez 1997 den türkischen Dichter Ziya Gökalp mit folgenden Zeilen zitiert: “Die Demokratie ist nur der Zug, auf den wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind. Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme und die Gläubigen unsere Soldaten.”

  33. Heiko Gerhauser,
    ich habe Nazis und Evangelicals und Salafisten und Pegidaner und all die andern von der selben oder einer ähnlichen Kategorie nie für Unmenschen gehalten. Im Gegenteil, ich bestehe darauf, dass sie normale Menschen sind, überwiegend auch in ihrem Alltag im menschlichen Rahmen anständig.

    Aber politisch sind sie meine Feinde. Nicht nur Gegner, sondern Feinde. Weil sie mich in meiner Existenz bedrohen. Weil sie Demokratie und Rechtsstaatlichkeit und Humanität in Frage stellen. Es ist etwas Destruktives, Bösartiges in ihren politisch wirksamen Anschauungen, dass mir – das uns, den Menschen, die Liberalität leben und Liberalität brauchen, um leben zu können – gefährlich wird.

    Wir fangen an, uns gegen diesen Ansturm der neuen Barbarei zu wehren, komme er uns nun eher religiös (islamistisch in Europa und darüber hinaus, evangelikal in den USA, russisch-orthodox in Russland, hinduistisch in Indien) oder säkularistisch (neonazistisch, identitär-völkisch, antiliberal, xenophob, islamopob).

    Es gilt, uns des Sinns der Aufklärung neu zu vergewissern und zu überlegen, wie die Institutionen und Parteien und die politische Öffentlichkeit reorganisiert werden können, um diesen Sinn der Aufklärung zu bewahren, aus dem unsere Zivilisation und unsere Demokratie gewebt sind.

    Stell Dir vor, andere Leute teilen Deine Werte nicht zu 100% und das geht, ohne dass die deswegen Unmenschen wären. Das ist der Kern, dessen was ich sagen wollte. Das müsstest Du wissen, von all dem, was ich sonst so schreibe.

    Möchtest du mir damit unterstellen, dass ich jeden, der meine Werte nicht zu 100% teilt, für einen Unmenschen halte?

    Und was für ein feiges Ausweichmanöver.

    Du glaubst, wir sollten gegenüber Leuten, die ausdrücklich als Ziel erklären, Deutschland islamisch zu machen und dann über uns ihre islamistische Herrschaft zu errichten, nachsichtig sein und sie einfach nur für nette Mitbürger zu halten?

    Das ist dermaßen abwegig, dass es nur verständlich wird als Trick eines Islamophoben, der ja der Überzeugung ist, das Abendland werde islamisiert, und der eine solche naive Einstellung (für die du plädierst!) uns allen unterstellt. Der Pegidaner bzw. Islamophobe glaubt doch, dass wir Idioten widerstandslos eine Islamisierung über uns ergehen lassen würden – und du bestätigst ihm das entweder – oder du bist selber islamophober Stratege in der Rolle des advocatus diaboli.

    Der Einwand gegen mich wäre schon berechtigt, der formuliert: Es gibt ja nun diese Gefahr überhaupt nicht. “Das Abendland” wird nicht islamisiert. Jeder, der nicht gerade paranoid ist, wird das erkennen.

    Aber warum passiert es nicht? – Weil natürlich bei uns niemand (außer vielleicht Heiko Gerhauser) so naiv ist, so etwas passieren zu lassen.

    Der Islam in Mitteleuropa wird liberal werden, ein europäischer, aufgeklärter Islam werden – oder er wird hier in Europa untergehen.

    Das liegt schon mal am exzessiven Ressentiment, das die für uns zum Teil unsäglichen Formen und Inhalte des traditionalen und des salafistischen bzw. muslimbrüderlichen Islam zeigen.

    Wir sind fast überall in Europa eine durch und durch säkulare Gesellschaft, unser Denken ist säkular und säkularistisch; sogar bei den allermeisten gläubigen Christen, ist das so (außer vielleicht in Osteuropa).

    Lass jemand die 13 Predigten lesen oder irgend eine andere Freitagspredigt hören – es stellt sich das Gefühl ein, dass es in Form und Inhalt geradezu grotesk ist.

    Und wenn man sich dann vorstellt, eine beträchtliche Einwandererminderheit schart sich um diese groteske Gedankenwelt und will damit in Deutschland ausdrücklich eine Gegenkultur etablieren, dann läuten die Alarmglocken.

    Das ist auch ein Verdienst von Erdogan.

    Er sagt es ja ganz offen: Erobert euch Europa! Geburtendschihad! Dschihadismus, wenn der Westen uns, die Türken, weiter so behandelt wie bisher. “Jetzt befehlen wir!” sagte der türkische Außenminister.

    Man braucht sich da nicht in die Hose zu machen. Die Türkei ist ein rabiater Zwerg. Brüllt herum und hat wenig Substanz, wenig Ressourcen auf der politischen Bühne – ein tobender Köter ohne viel Biss und Muskeln.

    Aber wer sich den verbalen Kriegserklärungen von Erdogan und seiner Truppe anschließt, der wird außerhalb der Türkei zwangsläufig als Feind identifiziert, isoliert und diskriminiert. Was soll man denn sonst mit so jemand machen? Diese Leute stellen sich selbst ins Abseits.

  34. conring meint:

    @ Leo Brux
    “Es gilt, uns des Sinns der Aufklärung neu zu vergewissern und zu überlegen, wie die Institutionen und Parteien und die politische Öffentlichkeit reorganisiert werden können, um diesen Sinn der Aufklärung zu bewahren, aus dem unsere Zivilisation und unsere Demokratie gewebt sind.”
    Dass ist doch ein sehr frommer Wunsch.
    Gerade linke Tiefdenker dies- und jenseits des Rheins haben uns doch gelehrt, dass die Aufklärung nur ein böser Diskurs ist, um die Hegemonie des Westen zu begründen.
    Übrigens sind die Wurzeln der westlichen Zivilisation tatsächlich tiefer.
    Lesetip: Michael Mitterauer, Warum Europa? Mittelalterliche Grundlagen eines Sonderweges. 2004.

  35. Conring,
    es gab immer auch Anti-Aufklärer. Das erstens. Zweitens: Es gehört zur Aufklärung, dass sie sich auch selbst kritisiert.

    Dass die europäische Aufklärung nicht aus dem Nichts kommt, also selber wieder ihre Wurzeln hat, versteht sich auch von selbst.

    Du sagst also der Aufklärung ab, conring, bekennst dich also zur Rückkehr in die Barbarei. Ins Mittelalterliche. Ins Unaufgeklärte.

    Ist es das, was du mit deiner post sagen wolltest?

  36. conring meint:

    @ Leo Brux
    “Ist es das, was du mit deiner post sagen wolltest?”
    Wo steht dieses in meiner post?
    Was das Mittelalter betrifft würde ich allerdings den Begriff “Barbarei” als Epochenbeschreibung durchaus für fragwürdig halten. Das “finstere Mittelater” ist auch nur ein Kampfbegriff.

  37. Du würdest eine Rückkehr zu mittelalterlichen Rechtsformen und politischen Strukturen nicht als Barbarei, nicht als barbarisch bezeichnen? Oder eine ins Mittelalter weisende Abkehr von den Maßstäben der Aufklärung bezüglich dessen, was als rational gilt?

    FINSTER war das Mittelalter nicht für die, die im Mittelalter gelebt haben, sondern für die, die vom Standpunkt der Aufklärung aus auf das Mittelalter und seine Kultur zurückgeblickt haben bzw. sich von der brutalen Dominanz mittelalterlicher Macht noch in den Zeiten der Aufklärung befreien mussten.

    Es ist für einen aufgeklärten Denker durchaus naheliegend, die Möglichkeit der neuzeitlichen Aufklärung im Mittelalter (wie in der Antike) zu entdecken. Denn der Aufklärer glaubt nicht daran, dass seine aufgeklärte Sichtweise aus dem Nichts heraus kommt; er operiert immer mit dem Konzept der Evolution. Insofern wird der Auklärer sagen: Das Mittelalter ist ein Teil meiner selbst. Auch ein Teil der Aufklärung also. Das Mittelalter wird in die Aufklärung integriert und ist insoweit auch nicht vorbei, aber hoffentlich überwunden.

    Was ist für dich “Aufklärung”? Was bedeutet sie für dich heute?

  38. conring meint:

    @ Leo Brux
    “Du würdest eine Rückkehr zu mittelalterlichen Rechtsformen etc.”
    Wer will denn dieses?
    Fordert irgendjemand ernsthaft die Wiedereinführung mittelalterlicher Rechtsformen?
    Obwohl das sicher in einem Einwandererland ohne rechtliche Leitkultur durchaus ein interessantes Experiment wäre… ganz mittelalterlich könnte jeder nach dem Recht seiner Herkunftsgruppe leben…
    Es gibt ja durchaus mulikuturelle VorturnerInnen (etwa Frau Özoguz mit ihren Ideen zur Kinderehe), die solches tun.
    Wahrscheinlich ahnen die chen aber gar nicht, dass sie mittelalterlicher Barbarei frönen.

  39. conring meint:

    @ Leo Brux
    “Was ist für dich “Aufklärung”?” ist natürlich eine einfache und zugleich sehr komplizierte Frage.
    Die einfachste und zugleich komplizierteste Anwort meinerseit ist, dass ich einfach auf den Königsberger N-Wort-Hasser und seine Ausführungen zu diesem Thema verweise.

  40. conring meint:

    Wenn ich übrigens mittelalterliche Rechts- und Gesellschaftstrukturen so platt unkritisch betrachte, wie es vieler ortens mit der frühislamischen oder auach osmansichen Geschichte geschieht, dann könnte ich das Mittealter tatsächlich als Paradies verkaufen.
    Beispielsweise das ottonische Reich als Refugium des christlich-multikuturellen Feminismus.
    Die beste Poesie dieser Zeit ist von einer Nonne, Hroswith von Gandersheim, geschrieben worden.
    Und die Frauen und Schwestern der Otoonen haben alle kräftig in der Politik mitgemischt. Die byzantinische Ehefrau Ottos II. hat sogar die Regenschaft für ihren Sohn Otto III. geführt. Und dessen Schwestern, die “Dominae Imperiales” (Thietmar von Merseburg), habern bei der wahl seinen Nachfolgers, Heinrich, Herzog von Baiern, das endscheidenen Wort gesprochen. Goldene Zeiten eben.

  41. conring,
    meine Frage war nicht, ob du zurück willst ins Mittelalter, sondern ob du für die Schritte rückwärts in Richtung Mittelalter den Ausdruck “Barbarei” für angemessen hältst.

    Im übrigen hab ich dich auch direkt etwas gefragt:

    Was ist für dich “Aufklärung”? Was bedeutet sie für dich heute?

    Findest du diese Frage nicht beantwortenswert? Nur mal so auf Kant zu verweisen, beantwortet meine Frage nicht. Was bedeutet seine Antwort HEUTE? Und was bedeutet sie FÜR DICH?

    Aus deiner Bemerkung zu Özoguz (welcher? doch sicher nicht der SPD-Frau) schließe ich, dass du Aufklärung nicht an einer Denkweise, sondern an einem Denkresultat festmachst.

    Umso dringender meine Frage, was FÜR DICH Aufklärung hier und heute ist.

    marginal:

    Ich halte zum Beispiel unsere Bundeswehr und die Ausgaben Deutschlands für Rüstung auch für eher marginal. Die Bundeswehr spielt nur eine marginale Rolle in der Politik. Anders als in England, zum Beispiel. Oder in Russland, USA, Türkei.

    So ist es auch mit den Kirchen und der Religion in Deutschland.

    Wenn du natürlich Offizier der Bundeswehr oder auch nur Rekrut oder vielleicht auch Lieferant der Bundeswehr bist, dann ist sie – für dich – nicht marginal.

    Aber insgesamt gesehen spielt sie eben eine nur marginale Rolle. Eine Rolle am Rande. Durchaus sichtbar, durchaus wirksam im kleinen Rahmen, aber eben keine Hauptrolle.

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