Roma in Duisburg-Marxloh (1)

romaFakten können unangenehm sein.

Können sie auch schädlich sein?

Franz Voll hat sich ein halbes Jahr lang Duisburg-Marxloh angeschaut. Er hat dort gelebt und mit den unterschiedlichsten Leuten gesprochen. Ein Musterbeispiel an umsichtiger Recherche.

Der Autor der Reportage “Inside Duisburg-Marxloh. Ein Stadtteil zwischen Alltag und Angst” setzt ein Mosaik zusammen. Seine Kommentare zeigen, dass er wie ich die multikulturelle Realität sowohl schätzt als auch für unvermeidlich hält.

Gerade darum ist es ihm – ist es auch mir – wichtig, die Schatten wahrzunehmen und darüber zu sprechen.

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In Duisburg leben ca. 15.000 “Rumänen und Bulgaren”. Fast alle sind Roma. In Marxloh leben 6.000 von ihnen.

Die Polizei sagt: Ca. 2.000 von ihnen seien kriminell auffällig. Ziehen wir die Frauen und die KInder ab, dann sind 2.000 etwa die Hälfte. Die Dunkelziffer ist dabei noch nicht eingerechnet.

Das Problem mit der Kriminalität und der Verwahrlosung in Marxloh ist kein türkisches, sondern ein Roma-Problem.

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Franz Voll fragt einen Polizeisprecher: Und warum fallen die Rumänen besonders häufig durch Klauen auf?

Antwort:  “So blöd das jetzt klingt: Weil es für die keinen Unterschied macht, ob sie ihren Lebensunterhalt mit Klauen bestreiten oder im Knast sitzen. Im Knast kriegen sie jeden Tag warmes Essen, sitzen im Trockenen und kriegen von den Landsleuten noch ein paar gute Tipps, wenn sie wieder gehen. Denen geht es im Knast besser, als wenn sie täglich auf dem Handwerkerstrich dafür sorgen müssen, etwas zum Essen zu bekommen.”

Bekommen sie Hartz IV?

Nein. Sie dürfen als EU-Bürger einreisen und Arbeit suchen – 3 Monate lang. Dann müssten sie ausreisen. Tun sie aber nicht, oder sie kommen rasch wieder zurück. Wer hier noch nicht regulär gearbeitet hat, hat auch keinen Anspruch auf Sozialleistungen.

ABER:

“Manche von denen sagen in Interviews ja auch ganz offen, dass sie hier vom Kindergeld leben und von Gelegenheitsjobs. Die Jobs finden sie auch über den Schwarzarbeiterstrich, und dann schuften sie auf Baustellen für ganz wenig Geld, lassen sich also richtig ausbeuten. …

Wir haben zum Beispiel eine junge Rumänin erlebt, die für 30 Tage Arbeit 900 Euro bekommen hat. Keinen Tag frei, immer durcharbeiten. Davon hat sie 300 Euro Miete gezahlt, 300 Euro brauchte sie zum Leben und 300 Euro hat sie nach Rumänien geschickt.”

Wenn denen bei uns keiner mehr einen Job geben würde und die nicht schwarz etwas verdienen könnten, wären die Anreize für die auch nicht so hoch, hierherzukommen.

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Diese Roma machen Marxloh nicht zur No-go-Zone, sagt die Polizei. Aber sie machen Probleme.

“Die Probleme hängen vor allem damit zusammen, dass die Zuwanderer aus Osteuropa ganz andere Lebensgewohnheiten haben als wir. Die halten sich zum Beispiel im Sommer am liebsten in Gruppen draußen auf der Straße auf. Sobald es warm wird, ist bei denen Grillen angesagt, gern auch bis spät in die Nacht. So an die 150 Leute sind dann mindestens dabei. Und oft spielen mehr als 120 Kinder um Mitternacht noch Fußball auf der Straße. Dann wird die Polizei natürlich von den Alteingesessenen zum Einsatz wegen Ruhestörung gerufen. Dafür ist zwar eigentlich der Sonderaußendienst der Stadt zuständig, nur sind die damit auch überfordert.”

Hinzu kommt das Problem mit der Vermüllung.

Und das Kaputtwohnen. Nach kurzer Zeit sind viele der ohnehin eher armseligen Wohnungen ganz ruiniert. Manchmal wohnen bis zu 30 Personen in einer Zweizimmer-Wohnung …

>>>  Artikel 1; >>> Artikel 2; >>> Artikel 3>>>Artikel 4

(Es kommt noch härter. Und die Fragen lauten natürlich: Was tun? Wie ist DA Integration möglich?)

16. April 2017: Ich bin in Marxloh spazieren gegangen …

Vor einigen Jahren gab es Probleme in Duisburg-Rheinhausen. >>> Hier meine drei Artikel dazu.

 

Kommentare

  1. Und nicht die Ursache vergessen: die eklatante Diskriminierung der Roma in Rumänien.
    Wenn in einem EU-Land Menschen auf Müllkippen leben – ein Beispiel: https://andreas-moser.blog/2015/08/18/leicht-zu-verwechseln-34-muelltrennung/ – und von Behörden, Schulen, Ärzten und der Mehrheitsbevölkerung systematisch diskriminiert werden, dann ist das Gefängnis in Deutschland tatsächlich verlockender.

  2. Fantomas007 meint:

    Schaut euch das Video auf der Seite von Andreas an. Wenn ich unter solchen Umständen leben müsste, gäbe es wohl nichts, was ich nicht tun würde, um aus dieser Hölle zu entkommen, Kriminalität mit einbegriffen.

  3. Korbinian meint:

    @fantomas

    Endlich mal wieder ein Thema das nicht mit Osmanistan zu tun hat.
    Aber die Verarschung geht weiter:
    https://www.gmx.net/magazine/politik/tuerkei-erdogan/tuerkei-bittet-deutschland-wirtschaftshilfe-mehmet-simsek-normalitaet-beziehungen-32288860

  4. Korbinian meint:

    Das das was dort passiert in Rumänien eine Schande ist darüber brauch man wohl nicht zu diskutieren.

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