Wo in Deutschland geht es am kriminellsten zu? – Im Osten.

kriminalitaetSo gefährlich ist es in Ihrer Region: Ich entnehme diese Karte Spiegel Online. Sie basiert auf der aktuellen polizeilichen Kriminalitätsstatistik (PKS).

 

Sie beweist uns, dass Kriminalität erstens mit Großstadt und zweitens mit Armut zu tun hat und drittens NICHT mit Ausländern.

Dazu vergleichen wir einmal die beiden Großstädte München und Dresden. (Ich hoffe, Sie kennen Deutschland gut genug, um diese Orte auch ohne Namensnennung auf der Karte fixieren zu können.)

München ist offensichtlich weniger gefährlich als Dresden. Dabei hat München einen etwa fünfmal so hohen Ausländer- und Migrantenanteil als Dresden.

Das Umland von München ist offensichtlich weniger gefährlich als das Umland von Dresden. Bei ähnlich unterschiedlichem Anteil von Ausländern und Migranten.

Man kann sich einmal speziell den Nordostwinkel Deutschlands herausgreifen. Da liegt auch Anklam, die national befreite Zone. Es gibt dort kaum Ausländer. Wahrscheinlich weniger als 1%. Und das vergleichen wir nun mit dem Südostwinkel Deutschlands, mit Berchtesgaden. Dort dürfte der Ausländeranteil bei über 10% liegen, der Migrantenanteil noch höher. Der Unterschied beträgt also das ungefähr Zehnfache. Wie verhält sich das nun mit der Kriminalität? – Sie ist in der Anklamer Gegend (dem Osten von MeckPomm) deutlich höher.

Wo liegen die Schwerpunkte der Kriminalität? In den Großstädten, und da vor allem im Norden, Westen und Osten.

Und sie liegen dort, wo die Menschen relativ wenig verdienen: im Osten vor allem.

Diese (gerundeten) Zahlen sollten Sie immer im Kopf parat halten:

  • München: 25% Ausländer, 40% Migranten.
  • Dresden: 5% Ausländer, 8% Migranten.

Und Dresden hat mehr Kriminalität als München. Die PKS-Zahlen: Dresden 10.283; München 6.696.

Die Dresdner Zahl liegt nur wenig unter jener von Duisburg (10.955).

Oder vergleichen wir Cham (an der tschechischen Grenze) mit einer PKS-Zahl von 2.940 mit Vorpommern-Greifswald (dort liegt auch Anklam) mit 6.808 registrierten Straftaten pro 100.000 Einwohnern.

Kommentare

  1. Korbinian meint:

    Sind da die Zahlen der Grenzkriminalität Richtung Polen mit drin? Sollte man auch erwähnen wenn man sich die Landkreise östlich von Berlin anschaut.

  2. Korbinian,
    wie sieht das an der bayerisch-tschechischen Grenze aus?

    Es gibt eine Menge grenzüberschreitender Kriminalität in Europa. Die geht aber eher in Richtung Städte. Da ist für die Gangster was zu holen.

    Die deutlich höhere Kriminalitätsbelastung der urbanen Räume gegenüber den ländlichen hat nicht nur, aber auch damit zu tun, dass eine polnische, russische, baltische, rumänische Einbrecherbande natürlich nicht nach Anklam oder Cham kommt, um ihrer Tätigkeit nachzugehen, sondern nach Berlin oder Hamburg oder München.

    Genauso, wie ein großer Teil der Gewaltkriminalität mit den Zuständen in den Flüchtlingslagern zu tun hat. Ich hab das selbst gesehen. Da haben wir Verhältnisse, in denen Gewalttätigkeit systematisch hervorgerufen wird. Es ist Gewalt von Flüchtlingen gegen Flüchtlinge. Der Raum ist zu eng, die Situation zu deprimierend. Da explodiert schnell mal etwas.

  3. In Österreich kursieren angeblich Listen mit türkischen Doppelstaatlern, was in Österreich offiziell verboten ist, die sich “irgendwie” nach dem Erhalt der Österreichischen Staatsangehörigkeit “quasi unbeabsichtigt und nicht in betrügerischer Absicht” ihre türkische Staatsangehörigkeit zurück geholt hätten. Diese verschiedenen Listen sollen anläßlich des Referendums entstanden sein, an dem sich anscheinend auch zahlreiche österreichische Politiker verschiedener Parteien mit türkischen Wurzeln beteiligt hätten. Die Veröffentlichung dieser Listen (angeblich mit 45.000 Namen) wurde mehrfach angekündigt, ist aber bisher noch nicht erfolgt.
    So ist es letztlich schwer zu bewerten, was da Real oder Fake im Busche ist?
    http://derstandard.at/2000056499582/FPOe-will-von-vielen-Bezirksraeten-mit-illegalem-Doppelpass-wissen?ref=nl&userid=193567&nlid=2

  4. Ich habe mit dieser Karte der Kriminalitätsstatistik ein grundsätzliches Problem. Sieht man sie sich an, dann gibt es in Deutschland was die Kriminalität betrifft zwei Hälften den “sicheren Süden” um Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen und den “kriminellen-unsicheren Rest. Auch gibt es sehr häufig (mit Ausnahme von München!) hohe Kriminalität in Städten und geringe im unmittelbaren Umland. Das scheint mir unlogisch und eine Folge der statistischen Aufbereitung der Daten und deren optische Präsentation die zur Irreführung des Betrachters führen kann und so ihren Zweck verfehlt. Mit dieser Karte wird Politik gemacht, aber werden die Daten überall nach gleichen Kriterien in gleicher Weise erfasst? Wer dabei schlampt, oder Daten anders erhebt, wird durch Sicherheit verkündendes “helles Gelb” belohnt?
    Glaubt wirklich jemand, daß die Stadt Würzburg mehr als 4x so kriminell ist, wie der Landkreis Würzburg? Noch krasser verhält es sich in Stadt und Landkreis Schweinfurt wo die Stadt Schweinfurt 10x so kriminell sein soll? Das ist doch blanker Humbug!

  5. Da die Bezugsgröße dieser Karte immer 100.000 Einwohner sind, sind dünner besiedelte Flächenstaaten scheinbar im Vorteil vor dicht besiedelten Regionen wie HH, Berlin, NRW, etc.

  6. almabu,
    ich glaube schon, dass es tatsächlich so ist. Kriminalität ist primär urban. Es gibt eine ziemlich intensive und kompetente Kriminalitätsforschung, die das bestätigt. Die PKS ist insofern schon zuverlässig, nehme ich an.

    Ich kenne keine seriöse (kriminalwissenschaftliche) Analyse, die das bestreitet. Kennst du eine?

    Das Problem liegt für den Laien eher im Verstehen, in der Interpretation.

    So muss man zum Beispiel überlegen, wo die mobilen Kriminellen bevorzugt zuschlagen. Diese mobilen Kriminellen wohnen nicht da, wo sie ihrem Job nachgehen. Sie gehen dahin, wo was zu holen ist – und wo sie die besten Chancen haben, damit durchzukommen. Beides ist nun mal auf dem Land, im Dorf oder in der Kleinstadt, weniger gegeben als in größeren Städten und besonders in Millionenstädten.

    Dann muss man berücksichtigen, dass Armut zu Verwahrlosung und Kriminalität sehr stark beiträgt. Wo konzentrieren sich die Armen?

    Ein dritter Faktor ist die Anonymität. Auf dem Dorf kennt jeder jeden, in der Kleinstadt beinahe auch. Aber in Städten mittlerer Größe überwiegt bereits die Anonymität.

    Mich interessiern im Zusammenhang mit dem Blogthema die Unterschiede zwischen Gegenden mit einem hohen und Gegenden mit einem geringen oder sogar sehr geringen Ausländer- bzw. Migrantenanteil. Ich vergleiche also mal München und Dresden, oder MeckPomm-Ost (mit Anklam, Swinemünd, wo es praktisch nur “deutsche” Kriminalität gibt) und das bayerische Grenzland zu Tschechien hin. Bei vermutlich 10x höherem Ausländer- und Migrantenanteil hat der Bayerische Wald nur ungefähr halb so viel Kriminalität. Wenn man nun ins Nordosteck von Bayern schaut, sieht man: Da gibt es schon etwas mehr Kriminalität. Hält man eine Karte mit den Wirtschaftsdaten drauf, fällt auf: Dort, wo Bayern am ärmsten ist, ist es auch – relativ – am kriminellsten.

    Der wesentliche Faktor ist also – neben dem der Urbanitätsfolgen – die relative Armut.

    DAS ist meine These, und DIE sollte man auf ihre Richtigkeit oder Falschheit hin diskutieren und prüfen.

    Diese Aussage stelle ich gegen die rechtspopulistische und naive Vorstellung, Ursache höherer Kriminalität seien vor allem die Einwanderer oder Ausländer.

    Was natürlich auch im Einzel- und Ausnahmefall mal so sein kann: Darum meine Artikel zu den Roma in Marxloh. (Den zweiten Teil bringe ich bald.)

  7. @KORBINIAN:
    Auch die gesamte deutsche Westgrenze, von oben in Dänemark bis runter in die Schweiz weist erhöhte Kriminalität gegenüber ihren Nachbarkreisen aus, selbst da, wo sich nur das Wasser der Nordsee an der Grenze befindet? Angelt da etwa jemand ohne Angelschein und läßt sich regelmäßig erwischen?

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