Collier: Wir klauen Syrien die professionelle Elite.

asyl(Betts/Collier)

Die statistischen Daten zeigen:

Während diejenigen, die aus Syrien geflohen sind, dem statistischen Durchschnitt entsprechen, war die halbe Million, die die weitere Flucht nach Mitteleuropa unternommen hat, fast komplett Teil der professionellen Elite Syriens.

Ein Platz im Boot nach Lesbos kostete um die 5.000 Dollar. Das konnten nur relativ wohlhabende Personen bzw. Familien zahlen, und in der Regel auch nur jeweils 1 junger Mann pro Familie.

80% waren Männer.

Die Hälfte hatte einen Universitätsabschluss, fast alle anderen eine weiterführende Schule abgeschlossen. (Statistisch haben das sonst kaum 15% pro Jahrgang in Syrien.)

Die ca. 250.000 akademisch Gebildeten unter der halben Million Flüchtlinge aus Syrien macht etwa die Hälfte der gesamten akademisch gebildeten Bevölkerung des Landes aus.

Das ist ein Verlust von Humankapital, der beispiellos ist und Syrien im Falle eines Friedens schwer belasten wird – falls diese Flüchtlinge bei uns bleiben.

Was machen wir? – Wir bemühen uns, sie zu integrieren. Also dafür zu sorgen, dass sie hier bleiben können und hier bleiben wollen.

Wir bemühen uns, sie von der Rückkehr abzuhalten und ihre Kompetenz für uns zu nutzen.

Damit berauben wir Syrien systematisch einer Ressource, die das Land für seinen Wiederaufbau dringend brauchen würde.

Müsste die Strategie nicht eher sein, diese Personen, wenn wir sie schon zu uns kommen lassen, zwar zu beherbergen, sie ausbilden, sie arbeiten und Geld verdienen lassen, aber doch am Ende zu einer Rückkehr zu bewegen?

Gelänge dies, wäre ihr Aufenthalt bei uns am Ende für Syrien ein Gewinn.

– Soweit Betts/Collier. Fortsetzung folgt.

 

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