Der schwarze Mob in Hamburg

polizeiIch bin in meinem Leben auf vielen Demos mitgegangen. In den letzten Jahren dann eher ungern. Beim letzten Mal hab ich beschlossen: Ich geh nicht mehr mit, wenn der Schwarze Mob dabei ist.

In Hamburg hat er seinen gewünschten Auftritt gehabt.

Auch dank der auffallend inkompetent geführten Polizei. Es war gewiss nicht Absicht der politischen Ebene, es in Hamburg zu so ausufernden Gewalttätigkeiten kommen zu lassen. Die Polizeistrategie hat insofern krass versagt.

Aber machen wir uns nichts vor: Wenn die Polizei dem Mob keinen ersten Anlass zum Randalieren gibt, dann finden diese gewalttätigen, gewaltverliebten, gewaltsüchtigen Typen schon selbst ihren Einstieg in die Eskalation.

Im konkreten Fall Hamburg sieht es im Moment so aus, als ob eher die Polizei den Schwarzen Peter hat – erstverantwortlich ist für das Entgleisen.

(Auch wenn die konservativen und die Staatsmedien das verschleiern.)

Warum bin ich trotz der (von mir vorerst angenommenen) Inkompetenz der Polizeiführung eher für die Polizei und gegen den Schwarzen Mob?

Hauptgrund:

Ich bin grundsätzlich und entschieden für das Gewaltmonopol des Staates. Ich hab was dagegen, wenn irgend eine (!) selbstgerechte Gruppe oder Truppe sich das Recht auf Gewalt anmaßt.

Ich hab was dagegen, dass Rechtsradikale, Neonazis oder ein xenophober Mob “Deutschland durch gewalttätigen Einsatz zu retten” beansprucht.

Der Schwarze Mob ist nicht xenophob oder rechtspopulistisch, aber dennoch nichts Besseres als der braune Mob der Extremisten von rechts.

(Kann man als Linker gegen Gewalt von rechts sein, ohne zugleich gegen Gewalt von links zu sein?)

Zweitens:

Der Schwarze Mob (in Hamburg immerhin an die 2.000 Schlägertypen) ist mir fremd: borniert antiliberal, mörderisch intolerant, blind aggressiv.

Diese Typen werden nie auch nur in Sichtweite der Macht kommen – es gibt für sie kaum einen Resonanzboden unter den Bürgern. (Das unterscheidet sie dramatisch vom Braunen Mob.) Dennoch halte ich mir bewusst: Diese Linksfaschisten würden mich und meinesgleichen einsperren und umbringen, hätten sie die Macht dazu.

Drittens:

Der Schwarze Mob usurpiert den legitimen Protest im öffentlichen Raum.

Dabei wird er von der Polizei, der Politik und einem Teil der Medien großzügig unterstützt.

Denen kann es nur recht sein, wenn die Aufmerksamkeit auf den Schwarzen Mob und seine verbrecherische Gewalttätigkeit abgelenkt wird.

UNSERE Reaktion darauf sollte sein, keine Protestform mehr zu wählen, bei der der Schwarze Mob mitmachen kann.

(Darum marschiere ich in München nicht mehr mit, wenn der Schwarze Block dabei ist.)

Viertens:

Die Polizei missbraucht immer wieder das – ohnehin problematische – Vermummungsverbot.

Es ist nicht nur meine Vermutung: Für die deutschen Sicherheitsbehörden steht der (Lieblings-)Feind links.

Man nimmt jede Gelegenheit gerne wahr, gegen links vorzugehen, und dies möglichst hart, immer wieder auch skandalös.

Nicht so gerne wird man aktiv, wenn es gegen rechts geht. Man merkt die politische Nähe. (Die NSU-Geschichte ist da ein geradezu ungeheuerliches Beispiel.)

Dieser vierte Punkt ändert nichts daran, dass für meine Einschätzung und für die Wahl meines Verhaltens Punkt 1 vorrangig bleiben muss.

Nachtrag, ein paar Stunden später: Die Pyromanen, die vermummten Verbrecher ziehen plündernd durch Hamburg.

Politik ist für die nur ein Vorwand.

Es sollen 20.000 Polizisten in Hamburg im Einsatz sein. Es wundert mich, dass die so wenig effizient sind.

Kommentare

  1. Es klingt nach Verschwörungstheorie. Trotzdem: Ein paar Fragen führen zu einer Verschwörungs-Hypothese.

    1. Warum macht man die G20-Veranstaltung in einer Stadt wie Hamburg? Ist es denn nicht klar, dass es dort zu ausufernden Krawallen kommen kann?

    2. Die Krawalle waren angekündigt. Wie kommt es, dass die Polizei darauf so wenig (bzw. auch falsch) vorbereitet war?

    3. Warum beginnt die Polizei die Krawalle selbst?

    Die drei Fragen verweisen auf die Möglichkeit (!), dass die Große Politik einschließlich der Polizei diese Krawalle gewollt hat – als willkommene Ablenkung, als Mittel, um mehr Zuspruch von der politischen Mitte zu bekommen.

    Dagegen spricht: Reg. Bürgermeister Scholz hätte, wenn es so wäre, nicht mehrfach öffentlich versichert, die Stadt habe alles perfekt im Griff, man werde es nicht zu Krawallen kommen lassen.

    Richtig ist: Die erste Verantwortung für die Krawalle haben diejenigen, die sie machen: die Verbrecher vom Schwarzen Mob.

    Richtig ist auch: Die zweite Verantwortung für die Krawalle haben diejenigen, die dem Schwarzen Mob bei ihren Demos Raum geben. (Man darf keine Demo machen, wenn der Schwarze Mob dabei ist.)

    Richtig ist drittens: Die Polizei trägt einen Teil der Verantwortung. Sie hat versagt. Vielleicht absichtlich, vielleicht auch nur aus Inkompetenz. Feige, wenn sie jetzt ihren Teil der Verantwortung leugnet. (So ist das bei uns. Die Polizeiführung kann und will nicht sagen: “Mist, das haben wir falsch eingeschätzt und falsch angepackt!” – Vielleicht ist der Grund aber nicht Feigheit, sondern politische Intrige: Die Polizei weiß, dass sie politisch gewinnt, wenn sie “auf die Hamburger Weise” verliert.)

    Schließlich liegt auch Verantwortung bei denen, die Hamburg als Tagungsort gewählt haben und wissen mussten, dass das brandgefährlich wird.

    Nun schaut mal, wie sie alle ihre Verantwortung leugnen.

    Das ist unsere politische Kultur.

    So werden die meisten Deutschen erzogen. Wenn’s peinlich wird – schieb die Verantwortung von dir weg!

    Es lebe die Feigheit!

  2. Leo, ich bewundere deine schnelle und sensible Reaktion auf die Ereignisse von Hamburg, besonders die richtige Umbenennung des “Schwarzen Blocks” in “Schwarzen Mob”, denn den Part des “Schwarzen Blocks” spielte diesmal einwandfrei… die Polizei!

  3. Hier wird berichtet, daß Pressefotografen die Akkreditierung beim G20 entzogen worden ist. Sie waren ,wie man hier nachlesen kann, keine Linksextremen sondern fotografierten für ganz normale Blätter. Aber Fotografen sind halt auch Zeitzeugen, die Prozessfeste Beweise erzeugen, darum müssen sie weg:
    http://www.huffingtonpost.de/2017/07/07/pressefreiheit-journalisten-akkreditierung-g20-hamburg-_n_17423538.html

  4. Zur Ergänzung – Genua 2001 als Parallele:

    Die schwarz gekleideten und vermummten Krawallos zerschlugen Schaufenster und Mobiliar von 34 Banken, 126 Geschäften, 6 Supermärkten, 9 Postämtern und steckten laut offizieller Bilanz 226 Autos an. Doch seltsam, obwohl sie ihr Unwesen oft nur wenige Meter neben einer martialisch ausgerüsteten Polizeimacht trieben, wurde von den Schwarz-Block-Randalierern nicht einer auf frischer Tat verhaftet.

    Und noch etwas war eigenartig. Im vermeintlich linksradikalen Randalehaufen, so viel ist inzwischen klar, mischten Dutzende rechtsradikaler Schläger mit. Die Polizei wusste vorher darüber bestens Bescheid. In einem internen Dokument, später in Zeitungen veröffentlicht, beschreiben die Sicherheitsbehörden noch vor dem G-8-Gipfel, wie Mitglieder der Neonazi-Gruppen “Forza Nuova” und “Fronte Nazionale” sich unter die Anarchistentruppe mischen und Randale machen wollten, um “die Linken” in Misskredit zu bringen. Konsequenzen hatten diese Erkenntnisse wohl nicht

    Der Spiegel

    Frage: Gab es auch in Hamburg agents provocateurs von der Polizei und Rechtsradikale?

    Noch eine Frage: Welchen speziellen Sinn macht es (für den Schwarzen Mob einerseits, für die Polizei andererseits), dass ausgerechnet das Schanzenviertel, ein Szene-Viertel, verwüstet wird?

  5. Bisher habe ich nichts von “agents provocateurs” in HH gelesen oder gehört. Es ist alles noch zu frisch und es muss sich ja auch nicht zwingend alles wiederholen? Rein taktisch betrachtet, wenn man eine Demo an einer bestimmten, strategisch wichtigen Stelle stoppen will, dann sind diese Typen bestimmt sehr nützlich…

  6. Aus dem GUARDIAN:

    Andreas Beuth, a lawyer and protest co-organiser, accused authorities of deliberate provocation with heavy-handed tactics. “The escalation was clearly started by the police,” said Beuth at a press conference inside the stadium of local football club FC St Pauli on Friday morning.

    Christoph Kleine, one of the organisers of Saturday’s G20 Not Welcome march, said police had “risked the loss of human life” by aiming water cannon at people standing on bridges and rooftops.

    A number of journalists working for leftwing German newspapers reported on Friday that their press accreditation had been withdrawn without explanation.

  7. Erdowahn ist am Freitag mit Merkel und am Samstag mit Trump zusammengetroffen. Warum ist das kein Thema in der deutschen Presse?

  8. ERDOGAN NENNT TÜRKEI IN HAMBURG ENTWICKLUNGSLAND!
    Sonst spricht er meist von Größe und Stärke der Türkei, ihres Militärs und ihrer Wirtschaft. In Hamburg beim G20 wares umgekehrt, laut SPON:

    “…Nebeneffekt für Erdogan: Er will in der Klimafrage den Druck erhöhen und für sich das Beste rausholen. Und das Beste ist für Erdogan fast immer Geld. Der Konflikt, um den es geht, ist eigentlich alt. Er dreht sich um die Frage, ob die Türkei im Klimaprozess der Vereinten Nationen als Industrie oder Entwicklungsland geführt wird. Darum streitet das Land im Kern schon seit den Neunzigern. (Ja hat Erdogan das Land in den vergangenen 20 Jahren gar nicht voran gebracht?)

    Auch die Klimaverhandlungen von Paris standen wegen dieses Punktes zwischenzeitlich vor dem Scheitern. Die Türkei hat Angst, als Industrieland zu Zahlungen an ärmere Staaten verpflichtet zu werden – und hofft stattdessen auf das genaue Gegenteil: Geld aus internationalen Fördertöpfen…” (Überraschung: Erdo will halt wieder mal erpressen!)

  9. Erste Forderungen nach Rücktritt von Olaf “HH-Scholz”:
    https://www.shz.de/regionales/hamburg/g20-gipfel/olaf-du-hast-hh-dem-mob-ausgeliefert-kritik-an-buergermeister-scholz-id17253441.html

    Der denkt anscheinend “Merkel zuerst” und so versichern sich beide des vollsten Erfolges des unsäglichen G20 von HH.

  10. Lohnt sich, den englischen Artikel der “Linksextremen Website SPON zu lesen, da er kritischer ist in Bezug auf die Politik- und Polizeimaßnahmen beim G20:
    http://www.spiegel.de/international/germany/black-friday-police-failures-mar-g-20-summit-a-1156814.html

  11. Auch bei Spiegel Online: 4 Lehren aus G 20.

    Genau diese vier.

    Apropos Erdogan: Wenn der sich (und die Türkei) bei uns und in der Welt immer noch unbeliebter macht, hab ich nichts dagegen.

    Letzte Woche, in Regensburg, hab ich mal die FAZ gekauft und drin eine 8-Seiten-Werbe-Beilage gefunden: Jubel über die großartigen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei, Werbung für den weiteren Ausbau, grandiose Perspektiven. Nur ein kleiner Satz zu den politischen Spannungen: Man sehe, wie doch die Wirtschaft glücklich zu Frieden und Verständigung zwischen den Staaten beitrage …

    Da können wir auch was draus lernen. Die Wirtschaft kümmert sich nicht um Demokratie, Menschenrechte, Pressefreiheit. Der Erdogan kann ruhig sein islamistisches Kalifat aufbauen, die Türkei letzlich in ein Muslimbrüder-Land verwandeln – solange unsere Wirtschaft ungehindert Profite machen kann, ist ihr das egal.

    Sie ist kurzsichtig. Erdogan wirtschaftet die Türkei ab – immer noch mehr Korruption, Verschlechterung der Bildung, Abschaffung des Rechtsstaats, Herausdrängen der säkularen Elite, Hochtreiben der inneren Spannungen (Kurden, Aleviten, Säkulare, Liberale, Demokraten, Gülen – alle zu Todfeinden erklärt), dazu abenteuernde Außenpolitik, die das Land gefährlich isoliert: Ist es klug, diese Politik durch wirtschaftliche Beiträge zu fördern? Ist es klug, in so einem Land längerfristig zu investieren? – Das dicke Ende kommt. Da die Wirtschaft kurzsichtig ist, sieht sie es noch nicht. Und die Politik? Sieht es eigentlich schon, aber Merkel ist nun mal CEO der Wirtschaft und nicht nur dem Souverän Volk verpflichtet (der längst mit der Türkei gebrochen hat), sondern auch dem Zweit- und Parallel-Souverän Wirtschaft.

  12. So traurig die Geschichte auch verlaufen ist – so manche Akteure treiben mir gerade ein dickes Grinsen ins Gesicht. Da beschwert die der “anwaltliche Notdienst” doch tatsächlich, dass den…

    “…Festgenommenen an dem Zugang zu anwaltlichen Beistand dadurch gehindert wurden, dass nicht die Telefonnummer des Anwaltlichen Notdienstes, sondern ein Hamburger Telefonbuch mit über 10.000 Anwältinnen und Anwälten vorgelegt wurde und aufgefordert wurde, sich daraus einen Anwalt herauszusuchen.”

    Sowas aber auch – wie kann es denn die Polizei auch nur wagen, die freie Wahl des Anwaltes zu ermöglichen? Zur Erinnerung, der “Anwaltliche Notdienst” ist nicht unbedingt so neutral, was der Name vermuten lässt.

    Ein Blick in die Presse:
    https://www.anwaltlicher-notdienst-rav.org/de/node/20

    …und dazu dieses schöne Video:
    https://www.youtube.com/watch?v=zoApk1lc5-4

    Zum Rest, was so passiert ist – kein Wort. Da ich fest davon ausgehe, dass sie jedes Wort ernst meinen, kann ich da nur grinsen. Ernst nehmen kann ich das Geblubbel aber nicht.

  13. Die Zeit noch einmal zu der inneren Zerrissenheit der (Hamburger) Linken in der Frage:

    “Blechschmidts Mittstreiter Andreas Beuth, Anwalt und Versammlungsleiter der Welcome-to-Hell-Demonstration, beschränkt seine Kritik sogar auf die Wahl des Ortes. “Wir als Autonome und ich als Sprecher der Autonomen haben gewisse Sympathien für solche Aktionen, aber doch nicht im eigenen Viertel wo wir wohnen”, sagte Beuth dem NDR. Und fragte: “Warum nicht irgendwie in Pöseldorf oder Blankenese?”"

    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2017-07/g20-hamburg-autonome-linke-distanzierung-aufstand?utm_content=zeitde_redpost_zon_link_sf&utm_campaign=ref&utm_source=facebook_zonaudev_int&utm_term=facebook_zonaudev_int&utm_medium=sm&wt_zmc=sm.int.zonaudev.facebook.ref.zeitde.redpost_zon.link.sf

  14. apropos Demo II:

    Seit vorigen Freitag ist G20-Gastgeber Hamburg DAS Medienthema in Deutschland. Es gab schreckliche Bilder von Gewalt, Feuer und Zerstörung. Wir sind so etwas eigentlich nicht gewohnt in Deutschland. Die Medien und in ihrem Gefolge die Politik stürzten sich darauf um die Aufmerksamkeit, ja die Angst der Menschen für ihre Ziele zu nutzen. Mir geht das ganz genau so wie wohl den meisten von uns. Es fehlt in den Berichten m.E. eine quantitative Einordnung des Geschehens, so etwa nach dem Schema:

    Wieviel Prozent der Hamburger haben persönliche Beeinträchtigung oder gar Schäden durch den G20 erlitten, wie Staus, Umwege, Sperren, Lärm, Gestank, Verspätungen oder Ausfälle des öffentlichen Nahverkehrs, Raub, Beschädigung, Zerstörung von beweglichen Gütern, wie Fahrräder, Kinderwagen, Autos, beschädigte Immobilien, Feuer, Plünderungen, Fensterscheiben?
    Zu guter Letzt die Frage: Gab es einen quantifizierbaren Anteil von Hamburgern, die sich durch G20 in ihrem persönlichen Leben und Umfeld in keiner Weise beeinträchtigt fühlten und dies alles nur medial miterlebten?

  15. Korbinian meint:

    Man hat das Gefühl dass sich die Hardliner beider Seiten (schwarzer Mob; Hamburger Polizei, hier ist besonders der Herr Dudde zu erwähnen ) darum kloppen wem die meiste Aufmerksamkeit in den Medien zuteil wird.

  16. Das dürfte tatsächlich so der Fall gehen, denn hinterher geht es um die Deutungshoheit der Geschehnisse beim G20. Ers gibt aber auch international erfreuliche Ausnahmen von diesem Schema und eine dieser Ausnahmen ist
    PIZZA-MAN, ein Pizza-Bote mit Motorroller, der unbeirrt der Straßenschlachten durch beide Linien, die des Schwarzen Polizei-Blocks und die des Schwarzen Mobs fährt im Versuch seine Pizzen heiss an den Kunden zu liefern. Der Link führt zwar zu einer spanischen Site, aber die Filme darin, von PIZZA-MAN im Einsatz, sind einfach optimistisch und herrlich!
    http://www.elperiodico.com/es/noticias/internacional/repartidor-pizza-protestas-g20-6157606?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=elPeriodico-ed07h

  17. Nachdem Merkel beim G20 eine wahre Kuss-Orgie mit den jungen Männern Macron und Trudeau veranstaltete, lehnte einer ihre Attaken cool ab:
    http://www.al-monitor.com/pulse/day?utm_source=Boomtrain&utm_medium=manual&utm_campaign=20170709&bt_ee=DLfYaXQr37EugZEVI/ZAsrTj66NjxAzbDrakCJADTQuZffiQp4bsqXasWqp/rO4r&bt_ts=1499675509719

  18. Korbinian meint:

    @almabu

    Das muss dem Poschi mal so richtig gut getan haben seinen Hass auskotzen zu können:
    https://www.welt.de/debatte/kommentare/article166509957/Die-Linke-selbstgerecht-wie-der-deutsche-Spiesser.html
    Danke, schwarzer Block

  19. Ich denke, wenn die Ereignisse um den G20 in Hamburg aufgeklärt sind, so sie es denn werden, dann werden sich viele von lieb gewordenen Vorstellungen verabschieden müssen, natürlich auch alle Formen von Linken und Grünen, die Rechten sowieso. Die Schwierigkeit besteht augenblicklich in der nachträglichen (Um-)Interpretierung der Gewaltexzesse je nach persönlicher oder gesellschaftlicher Interessenlage. Es wird momentan mehr um die Deutungshoheit gekämpft und weniger um Aufklärung und Analyse…

  20. almabu,

    es gibt schon einiges aufzuklären bezüglich “Hamburg, G20″ – aber etwas Wesentliches steht fest: Dieser Schwarze Mob hat ein linksautonom orientiertes Stadtviertel kaputt randaliert. Wer als Linker noch irgend etwas Gemeinsames mit diesem Schwarzen Mob machen möchte, dem ist nicht zu helfen. Sollte sich künftig ein Schwarzer Mob-Trupp bei irgend einer Demo zeigen, gibt’s nur noch eins: Man muss ihn zwingen, sich zu trollen. Gelingt es nicht, ihn am Mitmarschieren zu hindern, muss man die Demo beenden. Die Rote Flora muss Hausverbot für diese Verbrecher aussprechen, sich auch von dem unsäglichen Beuth trennen. Andernfalls dürfte die Stadt Hamburg gezwungen sein, den Laden zu schließen.

  21. Das Schanzenviertel in Hamburg ist weder Mossul noch Aleppo und es soll Gegenden in Hamburg gegeben haben, die außer Helis und Verkehrsstörungen nichts oder kaum etwas vom G20 erlebt haben. Weil das G20-Konferenzzentrum und der Sperrbezirk zentral in der Stadtmitte lagen und darum herum demonstriert wurde und die Krawalle stattgefunden haben, sind auch genau diese Stadtteile betroffen von Schäden und Zerstörungen. Lassen wir den Ermittlern die nötige Zeit um Schlüsse zu ziehen. Es deutet sich ja leider bereits an, daß jeder die Ereignisse passend für sein politisches Weltbild uminterpretiert. Interessant in diesem Zusammenhang, daß international über die Krawalle zwar berichtet wurde, die politischen Ergebnisse um den G20 klar im Mittelpunkt der Medien stand. In Deutschland scheint dies umgekehrt der Fall zu sein?

  22. Ein guter kritischer Kommentar zu den Entgleisungen seitens der Wut-Beobachter findet sich bei Spiegel Online. Sascha Lobo trifft mal wieder den Nagel auf den Kopf.

    http://www.spiegel.de/netzwelt/web/g20-gipfel-in-hamburg-sascha-lobo-ueber-den-umgang-mit-extremisten-im-netz-a-1157337.html

    Lobo beschreibt erst einmal die Exzesse der Wutbürger-Kommentare. Dann:

    Aber Rechtsstaat ist Differenzierung. Und Differenzierung ist meist gerade dann wichtig, wenn sie schwer fällt. Das Ziel aller Extremisten ist, existenzielle Situationen zu provozieren, weil dann die Entscheidung nur noch Ja oder Nein lauten kann, schwarz oder weiß, Freund oder Feind.

    Je existenzieller die Lage scheint, umso mehr Menschen glauben, genau jetzt müsse man sich bekennen, andere zum Bekenntnis zwingen und fehlende Bekenntnisse als feindliche Handlung werten. Das ist die Strategie, mit der Extremisten ihre Truppen sammeln.

    Wenn man G20 als Widerstandstest zur Sofortpolarisierung betrachtet, hat die deutsche Öffentlichkeit ihn nicht bestanden. Sie ist enorm manipulierbar durch Videos von ein paar Dutzend schwarz gekleideten, gewalttätigen, Autos anzündenden Männern. Diese Bilder eines örtlich und zeitlich begrenzten Ausnahmezustands erzeugen über soziale und redaktionelle Medien das Gefühl eines schwebenden, überall möglichen Ausnahmezustands.

    Das Gefährliche am Ausnahmezustand: Er kehrt den emotional getriebenen Extremismus des Einzelnen hervor. Je stärker durch Bilder, Videos und begleitende Kommentare der Eindruck entsteht, die finale Detonation stehe unmittelbar bevor, desto eher fühlen sich auch unvoreingenommene Beobachter mitgezogen.

    Das sollte uns nicht vergessen machen, dass tatsächlich auch WIR eine Entscheidung zu treffen haben: Wie wollen WIR mit der Präsenz des Schwarzen Mobs bei UNSEREN Demonstrationen umgehen?

    Ich habe meine Entscheidung getroffen.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

*