Was folgt politisch daraus? (1. Fortsetzung)

asylIch schlage vor: Lesen Sie nochmal Blickwinkel 1 und Blickwinkel 2 in meinem vorigen Artikel! Gehen Sie hin und her. Machen Sie nicht den Fehler, sich vorschnell auf einen der beiden festzulegen.

Ich optiere natürlich für Blickwinkel 2.

Aber was wird sich gesellschaftlich durchsetzen? Vielleicht ja doch Blickwinkel 1.

Als politisch pragmatischer Typ stelle ich das in Rechnung – und frage mich dann, was wiederum DARAUS folgen könnte.

Manche möchten jetzt schon Entwarnung geben: Die AfD schwächelt, Trump ist ein peinliches Vorbild und gibt manchen zu denken, Le Pen hat erst einmal verloren und damit zu tun, sich neu aufzustellen, auch der Angriff der FPÖ scheint vorerst einmal abgewehrt zu sein. Ungarn und Polen sind für unsere Rechtspopulisten und Extremisten der Mitte auch nicht gerade attraktive Vorbilder. Der Brexit wird voraussichtlich ein Fiasko. (Davon, dass sich Erdogan und Putin und ihre jeweiligen Regime kaum als leuchtende Vorbilder eignen, brauche ich hier nicht zu sprechen.)

Das missliche Bild, das diese Vorhut des Rechtspopulismus liefert, trübt die Atmosphäre für ihre Nachahmer in den anderen Ländern ziemlich ein.

Aber schauen wir auf die Entwicklung!

Meine Prognose ist: Der Unmut, die Wut eines wachsenden Teils der Bürger gegen die politischen und kulturellen Eliten wird weiter zunehmen.

Warum? – Weil die Ursachen weiter bestehen bleiben und sogar noch wirksamer werden.

Ursache 1: Wissenschaft und Wirtschaft revolutionieren unsere Lebenswelt weiter, in immer noch schnellerem Tempo, mit immer weniger Rücksicht auf die Kosten, auf die Verlierer, auf die Gesellschaft, auf die Politik. Das macht sogar mir angst und bange. Die materielle, die soziale Verelendung derer, die nicht mithalten können, kommt zur generellen Verunsicherung und Orientierungslosigkeit und zur kulturellen Misere dazu.

Ursache 2: Der Migrationsdruck wird immer weiter zunehmen. Denn jeder Mensch auf dieser Welt vergleicht sich heute nicht mehr in erster Linie mit seinen Nachbsrn, sondern mit denen auf der Welt, denen es – seinem Eindruck nach – am besten geht. WIR sind zu IHNEN gekommen, mit unserer Technologie, mit unseren Transportmitteln, mit unseren Waren, mit unserer Kultur – WIR haben die Grenzen durchlöchert, die Räume geöffnet, die Brücken geschlagen – jetzt sind alle Menschen auf dieser Welt unsere Nachbarn … Das ist die Migrations-Revolution.

Nichts und niemand wird sie stoppen.

Man kann sie vorübergehend abblocken. Das gewiss. Aber der Druck wird steigen und steigen und die Blockade am Ende sprengen oder umgehen oder überspringen.

Wir haben es also mit zwei permanenten Revolutionen zu tun.

Sie laufen ab, ohne dass wir sie stoppen können.

Revolutionen aber produzieren ihre GEGEN-Revolutionen.

Das sind die Rechtspopulisten, gestützt auf die große Masse einer extremistisch werdenden Mitte.

Diese Mitte wird von den beiden Revolutionen und der von ihnen ausgelösten Angst in die Radikalität getrieben.

Diese Extremisten haben kein konstruktives Programm, keine Utopie, keine Vorstellung, wie das, was sie wollen, denn unter den heute gegebenen Voraussetzungen funktionieren soll. Das Konstruktive interessiert sie nicht. Die Apokalypse hält sie in ihrem Bann. Sie antworten auf die Apokalypse der Globalisierung mit der Apokalypse des radikalen reaktionären perspektivlosen Nein.

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Was folgt politisch daraus? (3. Forstetzung)

 

Kommentare

  1. Bin in Frankreich und habe hier vermutlich illegale Schwarzafrikaner in mit schöner Blumenbepflanzung bewachsenen Verkehrsinseln von Kreisverkehren schlafen und das Wasser aus Rasensprengern trinken gesehen. Da kollidiert dann die reale mit der heilen Urlaubswelt des Touristen…

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