Was folgt politisch daraus? (2. Fortsetzung)

asyl(Ausgangspunkt ist der Artikel über die Zukunft der Flüchtlingspolitik.)

So, wie unsere Wirtschaftsmächte (mit ihren politischen Exekutiven im Schlepptau) die Globalisierung betreiben, ist die Globalisierung nicht nachhaltig.

Sie ist unvermeidlich – aufgrund der globalisierenden Technologien, der permanenten Technologierevolution.

Aber es gäbe Alternativen in der Art und Weise.

Die neoliberale bzw. marktradikale Globalisierung zerstört sich selbst:

(1) ökologisch

(2) in dem sie international die Lebensgrundlagen von immer mehr Menschen sowohl sozial als auch politisch beeinträchtigt

(3) indem sie die Armen ärmer macht bzw. zu wenig an den Produktivitätsgewinnen beteiligt; das reduziert den Absatzmarkt

(4) indem sie das Bedürfnis der Menschen nach Sicherheit, Stabilität, Verlässlichkeit ignoriert

(5) indem sie ALLES zu kommerzialisieren droht

(6) indem sie immer mehr Menschen für die Produktion und Reproduktion unseres Lebens überflüssig macht

Zusammengefasst: Die Globalisierung schafft zu viele Verlierer. Und die reagieren – überwiegend – verrückt, anarchisch, hysterisch, destruktiv, auch selbstzerstörerisch. Apokalyptisch.

Der marktradikalen Globalisierung fehlt das, was der marktradikalen Kapitalismusorgie vor dem Erfolg der Arbeiterbewegung gefehlt hat: die solidarische, soziale Korrektur. (Jetzt wäre die ökologische Korrektur noch hinzuzufügen.)

Die Welt geht aus den Fugen. Die Krisen häufen sich, werden immer heftiger, immer gefährlicher und allmählich apokalyptisch. Die einzelnen Krisen verkoppeln sich und potenzieren sich dadurch und erzeugen die totale Unübersichtlichkeit.

Die Politik hat jetzt schon die Kontrolle verloren. Demokratie ist nicht mehr in der Lage, Politik zu steuern. (Diktatur natürlich noch weniger. Aber die hysterisch gewordenen Bürger phantasieren sich Gewaltlösungen.)

Die Migrantenströme sind nur eine Komponente in diesem Krisenszenario.

Haben also die Kritiker der Globalisierung recht?

Ja und nein – nein, insofern es Alternativen zur marktradikalen Globalisierung gibt.

Aber Konzepte der solidarischen und ökologischen Globalisierung bleiben vorerst marginal: Zu wenig Menschen können sie verstehen.

Die Zukunft der Flüchtlingspolitik

Was folgt politisch daraus?

Was folgt politisch daraus? (1. Fortsetzung)

Was folgt politisch daraus? (2. Fortsetzung)

Was folgt politisch daraus? (3. Forstetzung)

Kommentare

  1. Ich finde, all die Adjektive mit denen du die Verlierer der Globalisierung beschreibst, treffen auf deren “Gewinner” mindestens im gleichen Maße zu, Leo?

  2. Die Globalisierung schafft zu viele Verlierer. Und die reagieren – überwiegend – verrückt, anarchisch, hysterisch, destruktiv, auch selbstzerstörerisch. Apokalyptisch.

    Es ist eine anregende Frage: Inwiefern treffen diese Adjektive auch auf die “Gewinner” zu?

    Ich denke, sie treffen auf Gewinner wie mich nicht zu.

    Ich glaube auch nicht, dass sie auf Big Money zutreffen – außer in dem Sinne, dass Big Money der Menschheit den Weg in die Apokalypse bahnt. Insofern passen die Adjektive verrückt, destruktiv und selbstzerstörerisch, stehen dann aber in einem etwas anderen Kontext. Zu kritisieren ist hier der atemberaubende Mangel an Voraussicht. An längerfristigem und umsichtigem Kalkulieren. Das Kapital ist von Grund auf kurzsichtig und sprintet mit Scheuklappen geradeaus. Es schaut dabei fast nur auf den Boden, sozusagen: auf den Profit, der vor dem nächsten Schritt liegt. Es lässt den Blick nicht weit voraus und weit nach links und rechts schweifen, um zu sehen, wo und wohin man da eigentlich rennt. Auf diese Weise kann man natürlich schneller und trittfester rennen. Aber wehe, es liegen Hindernisse auf dem Weg, oder man rennt einem Abgrund entgegen.

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