Wenn es so weiter geht …

terrorismus… was dann?

London, Paris, Manchester, Berlin, Ouagadougou, Barcelona …  um nur ein paar von den letzten dschihadistischen Terroranschlägen zu nennen.

Was, wenn es nun jedes Jahr 20 oder 30 solcher Anschläge weltweit (die Hälfte davon in Europa) gäbe?

(1) Wir gewöhnen uns daran und leben damit.

(2) Wir schaffen immer mehr Möglichkeiten, der Religionsfreiheit Grenzen zu setzen,  um schon vor den Taten auf Gefährder, auf die Sympathisantenszene, auf die Erzeuger einer radikalen islamistischen Stimmung zugreifen zu können.

(3) Man findet bzw. schafft Möglichkeiten, alle radikalen Muslime zu deportieren.

(4) Es bildet sich ein Mob, der auf alles losgeht, was sich klar als islamistisch oder auch nur islamisch zeigt.

(5) Bürger und Staat entscheiden sich dafür, zum Zwecke des Schutzes vor radikalen Islamisten die verfassungsgemäßen Grenzen aufzuheben.

Sehen Sie weitere Szenarios – im Rahmen realistischer Überlegungen?

Zwei schließe ich aus:

(6) Dass die betroffenen Nationen bzw. Völker in irgend einer Weise den Erpressungsaktionen der Dschihadisten nachgeben. Appeasement gegenüber dem Radikalislam.

(7) Dass die vom Terrorismus (nicht nur dem dschihadistischen) betroffenen Völker an die Wurzeln des Problems gehen. (Sehr grundsätzlich gesprochen: Die Wurzel des Problems liegt im Ansteigen des Stresses als Folge einer Globalisierung, die zu viele Verlierer schafft. Die marktradikale Version der Globalisierung, samt rücksichtsloser Zerstörung traditionaler Strukturen, wird sich fortsetzen und für immer mehr und immer härtere menschenfeindliche Verhältnisse und mentale Verwahrlosung sorgen.)

Ich hoffe, wir beschränken uns auch in Zukunft noch auf (1) und (2). Auch (3) wäre noch akzeptabel, solange es dazu nicht (5) braucht.

Zu (4) ist es noch weit hin. Man sollte es aber mal im Auge behalten.

Da die Dschihadisten wohl wissen, dass sie (6) nicht erreichen, bleibt ihnen als Ziel nur (4) und (5): die Selbstzerstörung der von ihnen gehassten und verachteten liberalen Gesellschaften.

Der Motor dieser Zerstörungswut liegt aber sicher weniger in strategischen Überlegungen als in der Zerstörungswut selber. Die sucht sich eine ideologische bzw. (besonders gut geeignet) religiöse Rechtfertigung. Ein anschauliches Beispiel für diesen Zusammenhang liefern uns – ganz nah – die Fußball-Ultras. Das sind junge Männer, die WOLLEN aggressiv ausagieren – und finden im Rahmen eines perversen Fanverständnisses eine gängige, weithin akzeptierte Möglichkeit, schamlos bösartig zu werden.

Fragen wir uns also: Warum brauchen die das?

Mit dieser Frage kommen wir an die Wurzeln des Problems. Aber auch zur traurigen Erkenntnis, dass es keine politische Kraft gibt und geben wird, das Übel an seinem Ausgangspunkt zu packen. Der ist tabu. (Die marktradikale Globalisierung also.)

Im Fall der Muslime kommt dazu: Da sie weder wirtschaftlich noch politisch noch kulturell viel auf die Beine bringen – ihre Religion also erkennbar versagt -, können sie nun wenigstens unser Erschrecken genießen. Sie bekommen das Gefühl, dank der Erschütterung, die radikal opferbereite Muslime bewirken, eben doch wichtig zu sein. So werden sie stark. Auch wenn sie nach außen hin so tun, als seien sie gegen diese spektakulären Terroraktionen.

Dieser psychologischer Zusammenhang gilt für alle, die aus ihrer Schwäche heraus zu Gewalt greifen. “Ihr verachtet uns, ihr ignoriert uns – aber wenn wir gewalttätig werden, seid ihr gezwungen, uns ernst zu nehmen. Dann prügelt ihr auf uns ein – und noch in den Schmerzen, gerade in den Schmerzen, die ihr uns damit zufügt, fühlen wir uns groß.”

Die zweitbeste Strategie gegen den Terrorismus – nachdem die beste am Tabu der marktradikalen Globalisierung scheitert – ist: dem Terrorismus mit Gelassenheit begegnen. Wir müssen mit ihm leben, wir können mit ihm leben. Je weniger öffentliche Aufmerksamkeit schenken, desto mehr sinkt der psychologische Gewinn der Terroristen bei ihren Aktionen. Nicht auf null, aber doch spürbar.

Anmerkung:

Ich möchte auch an dieser Stelle wieder darauf hinweisen, dass Erdogan uns – “wenn wir so weitermachen” – mit einem türkisch-islamistischen Terrorismus vor unserer Haustür zu rechnen haben.

Wenn ihr euch weiterhin so verhält, werdet ihr morgen nirgendwo auf der Welt, kein Europäer, kein Westler in Sicherheit und Frieden einen Schritt auf die Straße wagen. Wenn ihr diesen gefährlichen Weg weiterhin beschreitet, werdet ihr die größten Verlierer sein.

Zitiert auf meinem “Merkblatt” vom 16.4.2017. (Der Grammatikfehler liegt nicht an mir, sondern bei turkishpress.)

Kann mir mal jemand erklären, warum die Bundesregierung nicht auf Erdogans öffentliche Ankündigung des türkisch-islamistischen Terrorismus (zusätzlich zum schon bestehenden salafistischen) reagiert?

Zitiert wurde Erdogans Satz auch in der WELT, grammatisch berichtigt:

In einer erneuten Verbalattacke hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan die Europäer gewarnt, sie seien künftig nicht mehr sicher. “Wenn Sie sich weiterhin so verhalten, dann wird morgen weltweit kein Europäer, kein Bürger des Westens in Sicherheit und Frieden die Straßen betreten können”, sagte Erdogan am Mittwoch bei einer Rede in der türkischen Hauptstadt Ankara.

Der Präsident sagte nicht, wie seine Warnung konkret zu verstehen sei. Womöglich bezog er sich auf die Behandlung, die seiner Ansicht nach Muslimen und Türken in Europa zuteil wird. Die Türkei sei kein Land, mit dessen Ehre gespielt werden dürfe, sagte er. Die Welt beobachte sehr genau, wie sich Europa verhalte. “Wir als Türkei rufen Europa auf, Demokratie, Menschenrechte und Freiheiten zu respektieren”, sagte der Staatschef.

Kann man Erdogans Andeutung anders verstehen als die Ankündigung von dschihadistischen Aktionen türkisch-islamistischer Martyrer in Europa, im Westen?

Wie ist das mit Erdogans Ankündigungen? – Man denke an den Spruch, in den Zug der Demokratie könne man einsteigen und, sobald man am Ziel ist, auch wieder aussteigen. Oder an die öffentliche Ankündigung im Dezember 2012 (!), die Gewaltenteilung in der Türkei zu beenden – also die Demokratie abzuschaffen.

Kommentare

  1. Peter Hall meint:

    Sie begehen einen Denkfehler bein Punkt 7.

    Sie gehen bei den Gründen für solche Anschläge wie in Barcelona von westlichen Vorstellungen aus. Ich halte das für falsch. Diese Terroristen sind nicht einfach “Abgehängte” und “Frustrierte”, das sind Leute, die vollkommen davon überzeugt sind, “Allahs Wille” auszuführen!

    An so einen Punkt kommt man nicht von heute oder morgen, sondern nur durch intensives Koranstudium und vermutlich intellektuelle Scharfmacher (z.B. Imane) im Hintergrund! Der Kern des Problems ist also sehr wohl die Religion bzw. deren radikale Auslegung. Das sollte man schon offen ansprechen, statt sich hinter irgendwelchen sozialkulturellen Thesen zu verstecken.

  2. Ich habe nicht geschrieben, dass die Terroristen nicht überzeugt wären, “Allahs Willen” auszuführen. Natürlich sind sie das. Dafür brauchen sie aber kein intensives Koranstudium. Diejenigen, die das schon mal untersucht haben, haben mit Überraschung festgestellt, dass sehr oft diese jungen Leute sehr wenig Ahnung von Islam und Koran haben.

    Übrigens kann man auch als gut verdienender arabischer Professor sich im Rahmen der Globalisierung und der ökonomischen und kulturellen Schwäche der arabischen Welt abgehängt fühlen. Da muss man nicht zur Unterschicht gehören.

    Die Religion (speziell: der Islam) und ihre rabiat radikale Auslegung ist durchaus ein Problem. Aber das ist nicht das Kernproblem. Man kann und muss sich doch fragen, WARUM einer eine solche radikale Auslegung wählt. Wie kommt ein Dschihadist dazu, radikal sein zu wollen? Radikal sein zu müssen? Die Radikalität steht am Anfang, der Griff nach der rechtfertigenden Religion oder Ideologie kommt danach. Das Anregungspotential einer Religion kann da gewiss eine wesentliche Rolle spielen. Radikaler Buddhismus kann auch zu terroristischer Gewalt führen, tut dies aber eher selten. Zeugen Jehovas werden grundsätzlich nicht gewalttätig. Aber im Christentum und im Islam steckt schon ein gewisses Gewaltpotential; wenn man unbedingt gewalttätig agieren will, finden sich da passende Legitimationen. (Im heutigen Christentum eher nicht per Terrorakt, sondern per Kreuzzug wie im Fall des Irak-Kriegs. Obwohl, es gab ibn den USA einige mörderische christlich motivierte Terrorakte gegen Abtreibungsärzte.)

  3. Peter Hall meint:

    Ich halte allgemein wenig von Religionen, da sie überwiegend nur Leid über die Menschen gebracht haben. Damals die Kreuzzüge, heute der radikale Islam. Der Unterschied dabei ist, dass die dunkle Zeit des Christentums hunderte Jahre zurück liegt. Der Islam steckt in vielen Punkten (Menschenrechte, Gleichberechtigung, Homosexualität) immer noch weit in der Vergangenheit fest – verfügt jedoch über moderne Mittel der “Kriegsführung” gegen die “Ungläubigen”. Das ist das Problem. Je schneller der Westen endlich erkennt und akzeptiert, dass diese Religion mit unseren Gesellschaften und unserer Art zu leben völlig inkompatibel ist, desto besser für Alle. Statt falscher Toleranz lieber klare Kante.

  4. Dass die dunklen Zeiten des Christentums noch nicht vorüber sind, zeigen die Evangelikalen in den USA und die autoritären Katholiken in Polen. Zeigt auch die russisch-orthodoxe Kirche in Russland mit ihrem extrem kultur-reaktionären Kurs. Für Deutschland bzw. den größten Teil von Europa kann man aber schon sagen, dass diese “dunklen Zeiten” des Christentums vorbei sind. In vielerlei Hinsicht sind die Christen zu einer Stütze der Zivilisation und Liberalität geworden.

    Der Islam in Europa hat da noch einen weiten Weg zurückzulegen.

    Dass der militante Islam der arabischen Welt, des Iran oder Südostasiens mit unseren Gesellschaften und unserer Art zu leben nicht kompatibel ist, dass weiß hier jeder und berücksichtigt auch jeder. Aber schau dir den Trump an – wie der die Saudis hofiert hat. Schau dir Mercedes an und die Deutsche Bank (nur mal zum Beispiel), wie die nach Saudi-Geld gieren. Schau dir an, wie ein Beckenbauer mit dafür sorgt, das die Fußballweltmeisterschaft an den Qatar vergeben wird. Undsoweiter. Geld stinkt nicht. DA hast du die falsche Toleranz!

  5. Peter Hall meint:

    Ich denke, wir sind uns einig, dass man den radikalen Islam als weltweites Problem nicht mit dem eher als marginal einzustufenden Evangelikalen-Problem in den USA oder den genannten Katholiken in Polen gleichsetzen kann, oder? Sowohl vom Maßstab als auch in der Intensitität.

    Wer sagt, dass ich gegenüber bestimmten Konzernen und Leuten wie Beckenbauer “tolerant” wäre? Das Gegenteil ist der Fall. Da könnte ich sogar kotzen, wenn ich von solcher Klüngelei und mutmaßlicher Korruption lesen muss.

    Trump ist ein aktuelles Feindbild vieler Medien, an dieser (beinahe) Hetze möchte ich mich nicht beteiligen. Ich sehe Trump allerdings durchaus sehr kritisch und halte ihn auch nicht für eine gute Besetzung eines solch wichtigten Posten. Da die Alternative jedoch ausgerechnet H. Clinton gewesen wäre, kann ich verstehen, dass die amerikanischen Wähler dann doch lieber Trump “riskieren” wollten. Und diese demokratische Entscheidung respektiere ich und maße mir nicht an, die Amerikaner zu belehren. Der Sanders wäre vielleicht eine gute Alternative gewesen. Kann ich aber nicht abschließend beurteilen.

  6. Die Evangelikalen in den USA sind kein marginales Problem. Erstens haben sie es mal wieder geschafft, einen Präsidenten an die Macht zu bekommen, der einen Teil ihrer Agenda pflegt. Vor allem aber gehören große Teile der Evangelikalen zu den Armaggedon-Typen: Sie erwarten den letzten entscheidenden Atomkrieg und wollen, dass die Politik auf dieses von der Bibel angekündigte Ende der Welt hinarbeitet (siehe die Apokalypse, das letzte Buch des NT). Sie stehen also für eine hemmungslos aggressive Außenpolitik und ebenso hemmungslose Intoleranz nach innen, wenn es um ihre Angelegenheiten geht (zum Beispiel die von mir zitierte Abtreibungsfrage).

    Die Evangelikalen der USA stellen eine weitaus größere Gefahr für die Menschheit dar als die Dschihadisten. Sie sind nahe dran am Atompotential der USA. Sollte Trump sich, in die Ecke gedrängt und verzweifelt, nicht mehr anders zu helfen wissen als damit, einen Atomschlag auszulösen – mit Nordkorea oder mit dem Iran, zum Beispiel – wären diese Armaggedon-Evangelikalen unbedingt auf seiner Seite.

    Trump/Clinton: Also ziehst du einen Trump einer Clinton vor? Na ja, das verrät uns dann auch einiges über dich.
    Auch, dass du die heftige und in jeder Hinsicht verdiente öffentliche Trumpkritik als Hetze bezeichnen könntest, lässt uns auch tiefer blicken.

    Es wird schon allmählich eine Strategie sichtbar bei dir, Peter Hall.
    (So eine Strategie hat sich schon bei früheren Versuchen angedeutet. Jetzt kommt sie etwas konsequenter. Man lernt dazu … Nun, schauen wir mal!)

  7. Peter Hall meint:

    Die Evangelikalen haben doch niemals diesen Einfluss, den Sie hier behaupten. Woher haben Sie die vermeintliche Erkenntnis? Die vom Etablishement (Clinton, Bush) und dem Friendesnobelpreisträger (was für ein Witz!) enttäuschten Wähler haben Trump an die Macht gebracht. Weil man mal etwas anderes versuchen wollte und die Schnauze voll vom “weiter so” hatte. Lediglich ein kleiner Anteil der Trump-Wähler ist eventuell zu den Evangelikalen zu zählen. Die Schnittmenge hier dürfte klein sein.

    Nein, ich habe nicht gesagt, dass ich Trump vorziehe. Ich habe jedoch Verständnis dafür, dass die US-Wähler eben nicht wieder die mächtigen Familien Bush/Clinton wählen wollten.

    Die permanente Niedermachung von Trump als Person und Politiker lässt sich doch kaum noch anders als Hetze oder Kampagne bezeichnen. Mit berechtigter Kritik hat das schon lange nichts mehr zu tun. Und ja, ich bin auch der Ansicht, dass ein Großteil der Kritik durchaus berechtigt ist, jedoch macht bekanntlich der Ton die Musik. Trump wurde von den Medien von Anfang an schlecht gemacht – schon bevor er Präsident war.

  8. Peter Hall meint:

    Was für eine “Strategie” meinen Sie eigentlich?

    Ich bin Privatperson und öffentlich nicht politisch aktiv (außer, dass ich im Internet hin und wieder an politischen Debatten teilnehme). Insofern habe ich keine “Strategie”, da ich auch keine benötige. Ich äußere meine Ansichten und bin auch bereit, andere Ansichten zu überdenken. Die Wahrheit liegt ja meisten irgendwo in der Mitte.

  9. Was die Evangelikalen in den USA angeht, so fehlt dir einfach das Wissen. Du könntest dich ja mal schlau machen. Wär doch interessant, meinst du nicht? Fang einfach mal mit Wikipedia an. Oder soll ich dir ein paar Bücher empfehlen?

    Wie kann man Verständnis dafür haben, dass jemand einen Trump wählt? Es war ja nun schon vor der Wahl überdeutlich, was für ein Idiot und Schwein der Typ war. Dir etwa nicht? Trump ist für dich kein Idiot? Kein Schwein? Bitte erklär uns das mal!

    Natürlich wurde Trump schlecht gemacht – weil er schlecht ist. Was soll man denn machen mit einem, der dermaßen jenseits von allem Erträglichen ist? Dazu kommt, dass so jemand auf dieser mächtigen Position brandgefährlich werden kann.

    Trump ist dein Mann. Das merkt man schon. Vage Abgrenzungen, zu mehr scheint es da bei dir nicht zu reichen. Aber du kannst uns das ja mal alles genauer erklären. Wir sind ganz Ohr (bzw. Auge)!

  10. Ich bin Privatperson und öffentlich nicht politisch aktiv (außer, dass ich im Internet hin und wieder an politischen Debatten teilnehme). Insofern habe ich keine “Strategie”, da ich auch keine benötige. Ich äußere meine Ansichten und bin auch bereit, andere Ansichten zu überdenken. Die Wahrheit liegt ja meisten irgendwo in der Mitte.

    Hier im digitalen Raum kann man alles über sich behaupten. Idealer Ort, um zu schwindeln. Idealer Ort, um so zu tun als ob.

    Darum trete ich hier als Realperson auf, deren Adresse bekannt ist.

    Natürlich hast du eine Strategie – und wir schauen sie uns an. Sie entfaltet sich schon recht deutlich.

    Ich vermute mal, dass du ein politisch aktiver AfDler bist, vielleicht sogar Kandidat irgendwo auf irgend einer Ebene.

    Stimmst du mir zu: Man kann schon auch zwischen den Zeilen lesen. Vor allem, wenn man so bescheuert vorgeht wie du gelegentlich und zum Beispiel so tut, als ob man von Orban nur eins wisse, nämlich, dass er halt die ungarischen Grenzen dicht halte. Da lacht doch der Leser und merkt, wie der Hase bei dir läuft. Du wirst da also noch ein bisschen an dir arbeiten müssen, damit die Strategie nicht ganz so schnell auffällt.

    Im übrigen hab ich dich gefragt: Was hältst du von Orbans öffentlich vorgebrachter Konzeption der “autoritären Demokratie” (in Abgrenzung zur liberalen)? Wär doch wichtig für AfDler, hier klar Stellung zu beziehen, meinst du nicht? Kann ich darauf eine Antwort bekommen?

  11. Peter Hall meint:

    “Was die Evangelikalen in den USA angeht, so fehlt dir einfach das Wissen.”

    Laut Wikipedia sollen in den USA ca. 9% der Einwohner dazu zählen. Zugegeben, das ist mehr als ich vermutet hätte (hatte da eher an 2-3% gedacht). Ob das letztendlich wahlentscheidend ist und jeder Evangelikale automatisch Trump gewählt hat, sei mal dahingestellt.

    “Wie kann man Verständnis dafür haben, dass jemand einen Trump wählt?”

    Warum nicht? Ich habe auch Verständnis dafür, wenn etwa eine vergewaltige Frau ihren Peiniger erschlägt, wenn er straffrei davon kommt. Finde ich das gut? Nein, aber ich kann es nachvollziehen. Ebenso kann ich nachvollziehen, dass Amerikaner aus Enttäuschung und Frust über das Etablishment eben Trump wählen. Es ist wohl eine Mischung aus Frust, Trotz und einer vagen Hoffnung auf Veränderung und Verbesserung gewesen. Clinton hätte ein “weiter so” bedeutet und eine andere, bessere Alternative stand am Ende ja nicht mehr zur Wahl.

    “Trump ist für dich kein Idiot? Kein Schwein? Bitte erklär uns das mal!”

    Erklären Sie mir doch lieber mal, warum genau er ein Idiot und Schwein sein soll. Und vor allem, warum Ihnen das schon vor seiner Wahl zum Präsidenten klar war.

    “Trump ist dein Mann. Das merkt man schon. Vage Abgrenzungen, zu mehr scheint es da bei dir nicht zu reichen. Aber du kannst uns das ja mal alles genauer erklären. Wir sind ganz Ohr (bzw. Auge)!”

    Nein, er ist nicht “mein Mann”. Als Amerikaner hätte ich wahrscheinlich beide Kandidaten nicht gewählt. Ich verteufele ihn bloß nicht, da ich der Meinung bin, dass er zunächst mal die Chance erhalten sollte, tatsächlich einige seiner Projekte einzustielen, etwa die berühmt-berüchtigte Mauer. Man wird ja sehen, was in 1-2 Jahren so rauskommt. Versagt er auf kompletter Linie, wird es wohl seine erste und letzte Amtszeit gewesen sein.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

*