Erfreuliches über unsere Muslime

islamNach all den schlechten Nachrichten …

Der Religionsmonitor von Bertelsmann informiert uns:

  • Sprachkompetenz: Rund drei Viertel der in Deutschland geborenen Muslime, also Einwanderer in zweiter oder dritter Generation, wachsen mit Deutsch als erster Sprache auf. Rund ein Fünftel der eingewanderten Muslime der ersten Generation bezeichnet Deutsch als erste Sprache. Den Vergleich mit Frankreich und Großbritannien, deren Landessprachen in muslimischen Herkunftsländern geläufiger sind, hält Deutschland nicht stand. Die Situation ist jedoch besser als in Österreich und der Schweiz.

  • Bildung: Im Vergleich zu vorherigen Generationen verbessert sich die Bildung junger Muslime in Deutschland. Dennoch verlassen in Deutschland noch immer 36 Prozent vor dem 17. Lebensjahr die Schule – also maximal mit der Mittleren Reife. Deutlich besser ist die Situation in Frankreich, hier liegt dieser Anteil bei nur rund 10 Prozent. Als Grund geben die Forscher ein in Deutschland früher sortierendes Bildungssystem an. Muslime mit bildungsferneren Elternhäusern lernen also weniger lange gemeinsam mit Kindern aus bildungsnäheren Haushalten.

  • Arbeitsmarkt: Bei der Integration muslimischer Einwanderer in den Arbeitsmarkt schneidet Deutschland im Vergleich am besten ab. Die Arbeitslosenquote unter Muslimen gleiche sich der der nichtmuslimischen Bevölkerung an. Dies sei auf überdurchschnittliche staatliche Anstrengungen bei der gezielten Qualifizierung der Einwanderer zurückzuführen. Muslime, die ihre Religion praktizieren, haben es in Deutschland beruflich schwerer als unreligiöse Muslime: Sie arbeiten seltener und verdienen im Schnitt weniger. Im Vergleich schneidet Deutschland hier schlechter ab als Großbritannien und Österreich.

  • Gesellschaftliche Integration: Der Religionsmonitor widerlegt die weitverbreitete Ansicht, Muslime blieben in ihren neuen Heimatländern weitgehend unter sich. 78 Prozent der Befragten in Deutschland haben häufig oder sehr häufig Freizeitkontakte zu Nichtmuslimen, in der Schweiz sind es gar 87 Prozent. Die Forscher haben Muslime auch nach ihrer Verbundenheit mit dem Aufnahmeland gefragt: 96 Prozent der in Deutschland lebenden Muslime identifizieren sich in unterschiedlichem Maße mit ihrer neuen Heimat.

  • Anerkennung im Aufnahmeland: Allen Integrationserfolgen zum Trotz ist die Ablehnung von Muslimen in den fünf Ländern stark. In Deutschland geben 19 Prozent der Nicht-Muslime an, Muslime nicht als Nachbarn haben zu wollen. In Österreich sagt das gar mehr als jeder Vierte, am geringsten ist die Distanz in der Schweiz mit 17 Prozent Ablehnung.

    n-tv

Einige weitere Informationen:

Die Studie geht von 4,7 Millionen Muslimen in Deutschland aus. Davon bezeichnen sich ca. 40% als sehr religiös.

Rund 60 Prozent der Muslime arbeiten wie der Bundesdurchschnitt Vollzeit, 20 Prozent in Teilzeit, und auch die Arbeitslosenquote gleicht sich immer mehr an.

Schwerer haben es in Deutschland hochreligiöse Muslime. Sie finden nur selten einen Job, der ihrem Qualifikationsniveau entspricht und verdienen erheblich weniger als Muslime, die ihre Religion nicht praktizieren.

Spiegel Online (auch die weiteren drei Zitate)

Und:

87 Prozent der befragten Muslime in der Schweiz gaben an, häufig beziehungsweise sehr häufig Freizeitkontakte zu Nichtmuslimen zu haben. Auch in Deutschland und Frankreich ist dieser Anteil mit 78 Prozent hoch. Seltener sind die häufigen oder sehr häufigen Freizeitkontakte außerhalb der eigenen Religionsgemeinschaft unter Muslimen in Großbritannien (68 Prozent) und in Österreich (62 Prozent).

96 Prozent der Muslime in Deutschland gaben den Angaben zufolge an, sich mit Deutschland verbunden zu fühlen.

Akzeptanzprobleme:

Die Studie mit dem Titel “Muslime in Europa – integriert aber nicht akzeptiert?” zeigt aber auch, wie groß die Vorbehalte gegenüber Muslimen noch immer sind. Bei der Frage, “wen lehnen Sie als Nachbarn ab?” sprachen sich in allen fünf Ländern deutlich mehr Befragte gegen Muslime aus als gegen Familien mit vielen Kindern, Ausländer/Gastarbeiter, Homosexuelle, Juden, Menschen mit anderer Hautfarbe, Atheisten und Christen.

Nur die Ablehnung der Briten gegenüber kinderreichen Familien erreicht mit 28 Prozent vergleichbar schlechte Werte. In Deutschland gaben 19 Prozent der Befragten an, keine Muslime als Nachbarn haben zu wollen.

Was tun?

Um die Integration zu fördern, werden in der Studie drei zentrale Ansatzpunkte genannt. Die Forscher raten dazu, …

  • … die Chancen auf Teilhabe zu verbessern, insbesondere im Bildungssystem.

  • … den Islam als Religionsgemeinschaft institutionell gleichzustellen und somit religiöse Vielfalt anzuerkennen.

  • … interkulturelle Kontakte und interreligiösen Austausch in Schule, Nachbarschaft und Medien zu fördern.

Der zweite Punkt dürfte im Moment schwierig sein.

Einmal abgesehen davon, dass es DEN Islam nicht gibt und es DEM Islam unmöglich ist, eine einheitliche Religionsgemeinschaft zu bilden (so, wie es ja auch nicht EINE christliche Religionsgemeinschaft gibt), und abgesehen auch davon, dass die meisten muslimischen Denominationen sowas wie eine Mitgliederliste ablehnen:

Erstens sind da die Salafisten und ihre Vereine und Missionsbemühungen. Sie schaffen dem Dschihadismus ein Umfeld, in dem er wachsen und agieren kann.

Zweitens gehört ca. 1 Million der deutschen Muslime zu einer Gruppe, die ich als “Erdotürken” bezeichne. Die ziehen sich Tag für Tag die antiwestliche Propaganda aus der Türkei rein, werden von Erdogan als Fünfte Kolonne – als regelrechte Feindtruppe in Deutschland – aufgebaut und wohl auf den Dschihadismus vorbereitet. (Das macht dann auch den dritten Ratschlag der Forscher zumindest mit DITIB und Milli Görüs obsolet.)

Noch wird das Erdotürken-Problem unterschätzt. Die Erdotürken haben die Integration demonstrativ aufgekündigt. Ihr Führer ist Erdogan, ihre Loyalität gilt einzig und allein ihm und der Türkei, ihre politische und kulturelle Orientierung richtet sich nicht an Deutschland, sondern an der islamisierten und autoritär gewordenen Türkei aus.

Das scheint den Bertelsmann-Forschern nicht ins Blickfeld zu geraten. Sind sie politisch naiv?

Immerhin, und das, andererseits, vergessen die Islamhasser in ihrem Ressentiment: Ein großer Teil der Muslime IST gut integriert und verdient es, von denen unterschieden zu werden, die uns Schwierigkeiten machen.

Anmerkung:

Die Religionsmonitor-Website enthält im Moment die aktuelle Studie noch nicht.

Zweite Amerkung:

Etwas andere Töne hören wir aus Österreich:

Die Kluft zwischen Muslimen und dem Rest der Bevölkerung ist hierzulande größer als in vergleichbaren Ländern. Zusammenleben, Ausbildung und Spracherwerb lassen zu wünschen übrig.

Es ist eine zwiespältige Situation, in der Österreichs Muslime leben. Rechtlich genießen die geschätzt 700.000 Bürger dieser Religion eine Stellung, die vorbildhaft ist – schließlich steht die islamische Glaubensgemeinschaft auf einer Stufe mit der christlichen Kirche. De facto aber ist die Kluft zwischen muslimischer Bevölkerung und dem Rest im Alltag größer als anderswo.

Zu diesem Befund kommt der neue “Religionsmonitor” der deutschen Bertelsmann-Stiftung. Aus einer Befragung von 10.000 Menschen in Österreich, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und der Schweiz filterten die Autoren Dirk Halm und Martina Sauer heraus, wie es um die Integration von Muslimen in Europa steht.

Große Ablehnung

Ein wenig schmeichelhafter Spitzenplatz Österreichs: In keinem anderen der fünf Staaten schlägt Muslimen derart viel Ablehnung entgegen. 28 Prozent der Nicht-Muslime wollen keinen Muslim als Nachbarn – in den anderen Ländern liegt die Rate bei 14 bis 19 Prozent. Kein Wunder, dass sich in Österreich besonders viele diskriminiert fühlen: Nur ein Drittel der Muslime wusste von keinen Benachteiligungen in den letzten zwölf Monaten zu berichten. In Deutschland und der Schweiz sind die Quoten fast doppelt so hoch.

Österreichs Muslime – drei Viertel haben türkische Wurzeln – bleiben hierzulande auch stärker unter sich. Ein gutes Drittel hat selten bis nie Freizeitkontakte mit Menschen anderer Religionen; in Deutschland und Frankreich trifft dies nur auf 22 Prozent zu, in der Schweiz gar nur auf 13 Prozent. Interessant ist dabei aber auch: Muslimische Männer haben durch die Bank nicht mehr interreligiöse Kontakte als Frauen. Diese Erkenntnis widerspreche der Behauptung von der besonderen Abschottung muslimischer Frauen, heißt es in der Studie.

Überhaupt sehen die Autoren das Glas eher halb voll als halb leer. In allen untersuchten Ländern habe eine Mehrheit der Muslime mindestens zur Hälfte andersreligiöse Personen in ihrem Freundeskreis, so die Conclusio, dies gelte besonders für die Nachwuchsgenerationen: “‘Parallelgesellschaften’ sind also nicht das vorrangige Integrationsproblem.”

(etc.)

Noch ein Nachtrag: ein skeptischer Kommentar zu alledem in der WELT.

Und was soll man von 32 Prozent der türkischstämmigen Einwanderer in Deutschland halten, die der Aussage zustimmen: „Muslime sollten die Rückkehr zu einer Gesellschaftsordnung wie zu Zeiten des Propheten Mohammed anstreben?“

Kommentare

  1. Korbinian meint:

    Aus einem Kommentar zum WELT-Artikel:

    Im Artikel zur Studie selbst findet sich folgender Absatz, der wohl alle Fragen zum Thema klären dürfte:
    “Entscheidend für eine solche Bewertung ist gleichwohl, wie man Integration definiert. Die Studienautoren „verstehen darunter nicht die Assimilation an eine wie auch immer geartete Leitkultur“. Integration in einem pluralistischen Einwanderungsland messe sich vielmehr daran, inwieweit Teilhabechancen verwirklicht würden.”

    Meine Prognose:
    Von den 40% Sehr Religiösen werden wohl über die Hälfte Erdoganisten sein.

  2. Oder noch mehr.

    Gibt aber auch einigermaßen säkularistische (dafür dann aber extrem nationalistische) Erdotürken.

    Integration ist in der Tat nicht gleichzusetzen mit Assimilation. Ich halte es für unzumutbar, von Einwanderern Assimilation ZU VERLANGEN. Auch für unnötig. Die Assimilation ergibt sich dann – voraussichtlich – im Laufe der kommenden Generationen.

    Was Erdogan und die Erdotürken nun aber machen wollen, ist: Genau dieser Weg von der Integration hin zur allmählichen Assimilation (der 2. oder 3. oder 4. Generation) soll verhindert werden. Und dies im Namen der Feindschaft zu Deutschland und den Deutschen. Deutschland ist für Erdogan und für seine Fans hier Feindesland. (Eigentlich ist es eine generelle Feindschaft gegen den Westen überhaupt und seine liberale und säkulare und demokratische Kultur.)

    Das heißt dann auch: Die Integration DIESER TÜRKEN ist in einem wesentlichen Gesichtspunkt gescheitert. Sie haben nicht teil an der Politik. Sie definieren sich GEGEN Deutschland und die Deutschen. Politisch jedenfalls, aber auch religiös und kulturell mehr oder weniger.

    Wir haben ein starkes Interesse daran, dass das deutlich gesagt wird, und dass sowohl die Öffentlichkeit als auch die Politik das eindeutig registrieren und darauf reagieren: Solche Einwanderer-Minderheiten schließen sich selbst aus Deutschland aus. Wir müssen ihnen darum nahelegen, das Land zu verlassen.

    Interessant, dass sich in dieser Frage alle (künftigen) sechs Bundestagsparteien in der Bewertung von Erdogan und seiner Fans in Deutschland einig sind – die Unterschiede betreffen nur Nuancen.

    Es gibt für Verfechter von Einwanderungsgesellschaft und Multikulti auch einen stragegischen Grund für diese harte Haltung: WENN wir unsere relativ liberale Haltung politisch und gesellschaftlich beibehalten wollen, müssen wir all denen, die bei uns einwandern, klar machen: Wer in Deutschland leben will, wird sich an Deutschland und den Deutschen orientieren müssen – politisch, wirtschaftlich, kulturell. Das Spektrum ist weit, bietet große Spielräume, akzeptiert Nischen und Parallelkulturen und Außenseiter – Vielfalt, Pluralismus, Anderssein gehören zur deutschen Leitkultur.

    Bis zu einer bestimmten Grenze.

    Erdogan und die Erdotürken erlauben es uns nun, diese Grenze deutlicher zu fixieren. Bei aller Liebe zur Vielfalt, so groß darf der Spielraum nicht sein, dass man als Fünfte Kolonne der Türkei GEGEN Deutschland und die Deutschen operieren kann. (Im Hintergrund lauert die Gefahr des Dschihadismus.)

    Erdogans Aufforderung, keine deutsche Partei zu wählen, weil sie doch allesamt türkenfeindlich seien, erklärt Deutschland und die Deutschen zu Feinden. Ich hab schon früher mal von Kriegserklärung gesprochen. Das ist es, nun auch in dieser (Nicht-)Wahlempfehlung Erdogans.

    Gut, dass das so klar von ihm formuliert wird.

    Wie sagte sein Vertreter bei Illner kürzlich?

    “Wir müssen dankbar sein, dass es Erdogan gibt”

    Dafür soll er mal EINEN (nicht türkisch-stämmigen) Deutschen finden, der ihm dafür recht gibt. (Ich weiß, EINEN gibt es immer. In der digitalen Welt lässt er sich auch finden. Irgend ein deutscher Islamkonvertit. Vielleicht sind es auch ZWEI. Aber rechnet das mal in Prozent oder Promille um! Es reicht nicht einmal für 1 Promill.) Erdogan EINT die Deutschen. (Und spaltet die Türken, die in der Türkei und die in Deutschland.)

Hinterlassen Sie einen Kommentar

*