Gauland droht UNS mit Gewalt

rechtsEin Leser schreibt im Forum:

“Es existiert keine gemeinsame Kultur außer der Sprache“ und “das Zusammenleben muss jeden Tag neu ausgehandelt werden“ .

Ist sachlich falsch weil es Punkt 1 : historischen Tatsachen widerspricht und Punkt 2: Normen und Werten die in Gesetze gegossen worden sind, ignoriert.

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Zunächst einmal ist festzuhalten: Der Standpunkt, den Aydan Özoguz hier vertritt, mag nicht jener der Mehrheit der Deutschen sein, er ist aber unter uns Deutschen (einschließlich der Ur- und Deutschen, wie ich einer bin) weit verbreitet.

Weiter: Der Standpunkt wird hier sachlich, argumentativ, ohne jede Provokation dargelegt und zur Diskussion gestellt.

Ich, Leo Brux, ein “ethnisch reiner” Deutscher, vertritt – wie die meisten Aktiven bei den Grünen, bei der Linken, bei der SPD, wie die meisten Kulturschaffenden in Deutschland, wie die meisten Jouralisten in Deutschland (etc.) diesen Standpunkt, den Aydan Özoguz hier vorbringt. Was hat er also mit der türkischen Herkunft der Autorin zu tun?

Auch deshalb nichts, weil Türken, auch Deutschtürken, eben einen solchen nicht-ethnischen, nicht-ethnonationalen Standpunkt kaum verstehen und auf jeden Fall für befremdlich halten Aydan Özoguz zeigt hier eine auffallend untürkische Haltung.

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Weiter: Einmal angenommen, Sie teilen diese Haltung, diesen Standpunkt nicht. Damit sind Sie in der Mehrheit. Wir können nun darüber streiten – im Rahmen eines zivilen Diskurses. Wenn Sie wollen, können Sie auch Ihren Ärger zeigen und auf Gefahren hinweisen.

Aber etwas geht nicht: Sie können mich wegen meines anderen Standpunkts weder ins Konzentrationslager einweisen noch mir mein Deutschsein absprechen noch mich deportieren.

Was signalisiert uns Gauland mit seiner Wortwahl?

Nackte Gewalt.

Er signalisiert sie UNS – dem Sein nach einer Deutschtürkin, die er für undeutsch hält, weil sie einen dezidiert un-türkischen, säkularen, nicht-nationalistischen, westlich-kosmopolitischen Ansatz vertritt.

Aber diese multikulturelle bzw. pluralistische bzw. inklusive Grundhaltung verkörpert Millionen deutsche Staatsbürger ohne Migrationshintergrund auch.

Gauland schlägt den Sack und meint den Esel.

Wen hat Breiving umgebracht? – Nicht primär Ausländer, Migranten, sondern Norweger überhaupt, solche Norweger, die auf der anderen Seite der Front standen.

Gauland droht also UNS mit Gewalt.

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Fortsetzung im nächsten Artikel. Da gehe ich auf die beiden spezifischen Einwände von Leser Korbinian ein.

Anhang: Ich zitiere für meine Antwort den ganzen Artikel als Kontext. (Die von Leser Korbinian erwähnten zwei Punkte, die er für falsch hält, habe ich hervorgehoben.)

Deutschland ist vielfältig und das ist manchen zu kompliziert. Im Wechsel der Jahreszeiten wird deshalb eine Leitkultur eingefordert, die für Ordnung und Orientierung sorgen soll. Sobald diese Leitkultur aber inhaltlich gefüllt wird, gleitet die Debatte ins Lächerliche und Absurde, die Vorschläge verkommen zum Klischee des Deutschsein. Kein Wunder, denn eine spezifisch deutsche Kultur ist, jenseits der Sprache, schlicht nicht identifizierbar. Schon historisch haben eher regionale Kulturen, haben Einwanderung und Vielfalt unsere Geschichte geprägt. Globalisierung und Pluralisierung von Lebenswelten führen zu einer weiteren Vervielfältigung von Vielfalt.

Diese kulturelle Vielfalt ist auch anstrengend, aber sie macht die Stärke unserer Nation als eine offene Gesellschaft aus. Die Beschwörung einer Leitkultur schafft dagegen nicht Gemeinsamkeit, sondern grenzt aus. Sie gießt Öl ins Feuer, um sich selbst daran zu wärmen.

Die Verfassungsnormen des Grundgesetzes liefern den Ordnungsrahmen für das Zusammenleben der Bürger. Innerhalb dieses Rahmens haben wir die Grundfreiheiten, nach der eigenen Fasson glücklich zu werden. Da darf es keine Rolle spielen, wer was glaubt, liest, hört oder anzieht. Kulturelle Regeln sind nicht ohne Grund ungeschrieben. Sie unterliegen einem steten Wandel, einer permanenten Aushandlung. Fragen Sie mal Frauen, Mütter, Jugendliche, Homosexuelle oder Menschen mit Behinderungen, was sie von einer rechtlichen Konservierung einer Leitkultur der 1950er Jahre halten würden!

Auch Einwanderern kann man keine Anpassung an eine vermeintlich tradierte Mehrheitskultur per se verordnen, noch unterstellen, dass sie Nachhilfeunterricht benötigen, weil sie außerhalb unseres Wertesystems stünden. Oder wollten wir ernsthaft behaupten, das Leistungsprinzip gebe es nur in Deutschland, nur wir sähen Bildung als Wert?

Hat unsere Verfassung also keine Erwartungen, keine Zumutungen an ihre Bürgerinnen und Bürger, eingewandert oder einheimisch? Doch, aber sie liefert uns kein kulturelles, sondern ein politisches Leitbild. Sie gibt eine politische Kultur vor, die allen zugänglich ist und zugemutet werden kann und muss. In diesem Sinn können und müssen sich natürlich auch Eingewanderte in die politische Kultur einleben, ein geschichtliches Verständnis von der neuen Heimat und deren Verfassungsprinzipien entwickeln, Respekt haben vor einer lebendigen Streitkultur, die auf Widerspruch, Meinungsvielfalt und Verständigung setzt.

Natürlich bleibt die Frage, wie wir Vielfalt gestalten und ein gemeinsames Wir schaffen. Diese Frage betrifft alle, die hier leben. Mein Vorschlag: Ein Gesellschaftsvertrag mit den Werten des Grundgesetzes als Fundament und gleichen Chancen auf Teilhabe als Ziel. Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat unter meinem Vorsitz und breiter gesellschaftlicher Beteiligung konkrete Vorschläge dafür gemacht: ein Einwanderungsgesetz mit klaren Regeln, interkulturelle Öffnung in allen Bereichen, faire Zugänge zu Ausbildung und Arbeitsmarkt für alle, Integrationskurse massiv ausbauen, Einbürgerungen erleichtern. Genauso erwarten wir aber auch von jeder und jedem die klar erkennbare Anstrengung, teilhaben zu wollen und sich einzubringen. So betrachtet müssen wir uns dann nicht über eine kulturelle, sondern über eine politische Handlungslinie verständigen. Damit wir unser gemeinsames Ziel erreichen, dass sich jeder und jede zugehörig fühlen kann, unabhängig von der Herkunft.

 

Kommentare

  1. Oh man..Sie sind ethnisch deutsch??? Vielleicht auf dem Papier….
    seit den 68ziger Verballhornungen ist alles was links/grün usw. und was sich alles dazu zählt nicht mehr deutsch…sie zählen sich zu einer Mischpoke und haben die auch für sich angenommen…
    kein Volk in Europa, ein Russe würde sich nur höflich von ihnen abwenden und sie nicht mehr als Deutschen ansehen, geht so mit seiner Nationalität und seiner Geschichte und den Leistungen der eigenen Spezi um….offensichtlich gibt es bei ihnen keine großen deutschen Dichter, deutsche Komponisten, große Wissenschaftler usw. aber auch Staatsmänner, Könige, Soldaten und Heerführer nicht…
    seitdem man den Westdeutschen die Heimatkunde aus der Bildung gestrichen hat, werden die jungen Menschen ohne Bindung und Kenntnisse über ihre deutschen Heimat, ihrer langen und großen Geschichte, ohne große und herausragende Leistungen derer die sie vollbracht haben bekannt gemacht….selbst Studenten sind Allgemeinwissen regelrecht unterbelichtet…ja wo sollen sie es herhaben…
    sie dürfen keine deutschen Volkslieder mehr lernen, keine Heimatlieder, die Kinder lernen nicht mehr die großen Gedichte führenden Dichter und Denker, Philosophen und Wissenschaftler, lernen keine Winterlieder oder Lieder über das christliche Weihnachtsfest usw.
    Es gibt nur eins….die Judenvernichtung, die auch nicht nur deutsch und in ihren wirklichen Ausmaßen zu bezweifeln ist und die Zeit von 1933 bis 1945…und da muss alles Deutsche zu Nazis und Verbrechern erklärt werden…
    Sie tuen mir unendlich leid für ihre regelrechte Verblödung…mitsamt den gleichgeschalteten Staats-Journalisten, Hetzer und Manipulatoren gegenüber einer Bevölkerung der man regelrecht ihre Identität gestohlen hat und damit zum Untergang geweiht ist….
    die Pläne der Engländer seit dem Empire die deutsche Nation und vor allem ihre Bevölkerung auszulöschen weil sie zu leistungsstark sind und ist trägt jetzt sein Früchte…disziplinlose, ohne Erziehung zu Ordnung und Pünktlichkeit, fehlende Motivation zu lernen und das Leben zu meistern, Erziehung zu Respekt und Rücksicht auf den Menschen neben dir und Einhaltung der Gesetzlichkeiten als Grundlagen der Existenz und des Lebens in einer Gesellschaft…gegenüber Älteren, Höflichkeit gegen über dem weiblichen Geschlecht und wo notwendig Hilfe und Unterstützung und auch den ihnen Wissen Vermittelnden gegenüber….so wächst die deutschen Jugend heran, in aller Welt wundert man sich über die fehlende Erziehung der jungen Menschen in der BRD…von Island bis nach Südafrika und Namibia Süd-West…aber keine Angst…es gibt noch Menschen die hatten Heimatkunde und die sind noch auf ihre deutsche Identität stolz und die Leistungen unseres Volkes, vor allem in den neuen Bundesländer östlich von der Elbe…aber auch da setzt schon bei der Jugend die Verblödung ein, wie Scholl-Latour so treffend bemerkte, weil sie jetzt mit einer Bildung ausgestattet werden die Menschen zu Heimatlosen und auswechselbaren sinnentleerten sog. Mulitkultiblödmänner- und frauen macht….bei ihnen als Diskutanten ist das jetzt schon leider sehr feststellbar….
    wer solch eine multikulti deutsch-türkische Antideutsche in eine Funktion einsetzt ist noch nicht mal zu bemitleiden…
    in Anatolien braucht man solche Leute, da irrt Gauland, bei weitem auch nicht mehr, die würden sie über den Jordan jagen….Dafür sorgt schon ihr Präsident..und der besteht auf wirklichen Türkenliebe und Treue…..

  2. Spricht für sich, was dieser “rolf” schreibt.

    Bestätigt, dass es hauptsächlich gegen Deutsche geht, wenn Gauland & Co z. B. auf Özoguz einschlägt.

    Da bin dann ich zum Beispiel kein Deutscher mehr. So, wie für die Nazis jemand, der Juden verteidigt hätte, kein Deutscher bzw. Arier mehr war. Wie konnte er denn Juden verteidigen, wenn er nicht selber jüdisch vergiftet war?

    Was die großen Dichter, Musiker und Denker angeht, so könnten wir ja mal “rolf” und mich vergleichen. Wer von uns beiden liest Goethe, hört Mozart, studiert Schopenhauer und Wittgenstein und kennt Kants Kritiken?

    Ein Spitzensatz ist dieser hier:

    die Pläne der Engländer seit dem Empire die deutsche Nation und vor allem ihre Bevölkerung auszulöschen weil sie zu leistungsstark sind und ist trägt jetzt sein Früchte…

    Am Ende dann ein immerhin ehrliches Lob für Erdogan:

    der besteht auf wirklichen Türkenliebe und Treue

    Wie ich geschrieben habe: Im Grunde bewundern die AfDler und PIdioten und Pegidaner den türkischen Tyrannen. Irgendwie gehört er doch zu ihren Vorbildern. So wie die Türken, so sollten es auch die Deutschen machen, meint rolf.

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