Konzentrationslager in oder bei Wien?

rechts derstandard.at:

“Es ist nur ein Begriff, diese Grundversorgungszentren, für eine entsprechende Infrastruktur, wo es uns gelingt, diejenigen, die in ein Asylverfahren eintreten, auch entsprechend konzentriert an einem Ort zu halten.” -

Das sagt der neue Innenminister Österreichs, Kickl. Ein ausgewiesener Medienprofi. Einer, der weiß, was er sagt.

Asylbewerber sollen in Lagern “konzentriert” werden, so die Ankündigung. Konzentrationslager.

Warum soll das so gemacht werden?

Warum wählt Kickl bewusst einen Begriff, der dabei maximal provozieren muss?

Zur ersten Frage: Volksfeinde, Volksfremde, lästige oder gefährliche Schädlinge hält man am besten vom gesunden Volkskörper entfernt – in dem man sie etwa in Konzentrationslager sperrt. Das ist die Nazi-Intuition. (Steigerung möglich, aber richtig umbringen geht nur, wenn’s einen Krieg gibt.)

Zur zweiten Frage: Kickl bedient den Extremismus der Mitte. Ein erheblicher Teil der FPÖ-Wähler mag es so rabiat. Wenn schon (noch) nicht als Tat, dann doch wenigstens verbal.

Für mehr ist die Zeit noch nicht reif. Noch steht die Demokratie auf sicheren Beinen, sowohl institutionell wie in den Wählerköpfen. Für den Zwischenschritt ist Ungarns Orban ein Modell: illiberale Demokratie. Der Ausdruck ist von Orban selbst.

( ”Hätten wir die absolute Mehrheit, könnten wir es wie der Orbán machen, aber die haben wir nicht” – Originalton Strache.)

Dem Orban-Modell würde sich auch Bayerns CSU gern nähern. Aba traun deafa si si no ned.

 

Kommentare

  1. Wir erleben leider einen europaweiten Trend nach “Rechtsnational”. Natürlich wissen die Zündler als Medien-Profis ganz genau, womit sie rhetorisch spielen. Mit dieser Vorstufe werden Gedanken zur Akzeptanz gebracht, die sich vor Kurzem noch niemand zu äußern gewagt hätte. Hier ist eine Grenze überschritten worden.
    Die “Konzentrationslager” tauchen als Idee in verschiedenen Ländern unter verschiedenen Namen auf. Ihnen ist gemein, “den Deckel auf der Büchse der Pandora zu halten”, die freie Bewegung der Flüchtlinge im potentiellen Aufnahmeland zu verhindern und somit der jeweiligen “einheimischen Urbevölkerung” die Begegnung zu ersparen. Am Besten noch, wenn diese Konzentrationslager irgendwo südlich der Sahara und fern ab von den Medien der Welt liegen würden. Spätestens dann würde sich hier “keine Sau mehr” für Flüchtlinge interessieren, so allerdings auch der AfD & Co. die Themen und Wähler weg nehmen.

  2. Der KZ-Reflex eines extremistisch ausflippenden Bürgertums wird sich vermutlich noch eine Weile KZ-Lösungen der Flüchtlingsbewegung weit weg von der eigenen Grenze wünschen. In Afrika, idealerweise. In der Türkei. Immerhin kommen jetzt die FPÖler schon auf die Idee, etwas KZ-ähnliches mal für ihr eigenes Land vorzuschlagen. So weit ist man also in Österreich schon.

    Ich werd dazu in ein paar Tagen “mit mir selber” diskutieren.

    Die Nazis haben ihre KZs 1933 nicht so ganz ohne das Verständnis und Einverständnis einer Mehrheit der bürgerlichen Bevölkerung errichten können. Auch war die Idee schon vorbereitet: Ich denke da an die zaristischen Lager vor 1917 und an den Gulag danach. Rein mit den Bösen ins Lager – aus den Augen, aus dem Sinn! Es ist auch eine Umkehrung der “gated community”. Oder eine Parallele. Wir zäunen und mauern uns selber ein, und komplementär dazu zäunen und mauern wir unsere inneren Feinde ein. – Das ist natürlich noch lange nicht öffentlich spruchreif. Aber die dumpfe Idee hinter den rechtsextremistischen Provokationen.

    (Die Linke – im Geiste der Aufklärung – spricht möglichst klar aus, was sie will. Wobei sie sich dann oft genug selber täuscht über das, was sie will, oder sich in etwas verrennt. Aber immerhin. Man kann sich damit auseinandersetzen. Argumente haben einen Wert, zählen mit. – Die Rechte hingegen hält, was sie will, möglichst im Dunkeln und im Dumpfen, möchte darüber nicht einmal konsequent nachdenken, darum auch nicht öffentlich darüber sprechen. Das Gefühl und die Tat sprechen, nicht so sehr das Hirn. Dabei dürfen wir annehmen, dass im Hintergrund schon auch ein paar Strategen zugange sind, die die Ressentiment-Bewegungen zu lenken und auszubeuten versuchen.)

  3. Raine Wingel meint:

    Ach, Herr Brux, Sie sind ja wieder da. Schade, ich dachte Sie wären tot.
    Wie dem auch sei, zumindest in den Hirnarealen scheint nach wie vor Flatline angesagt zu sein, ansonsten kann ich mir diese immer wiederkehrende, pathologische Konzentrationslager-Paranoia bei Ihnen nicht erklären. Vielleicht hätten Sie die Zeit mal nutzen sollen, um sich deswegen in Behandlung zu begeben? Meine ja nur..

    Cheerio

  4. Ob das Absicht ist: Raine ohne r?

    Jedenfalls lieferst du mir ein schönes Beispiel für die heutige Version des Faschismus: Wie früher die SA die Öffentlichkeit auf der Straße schlägernd grölend zu beherrschen versucht hat, so macht das deinesgleichen heute in der Internet-Öffentlichkeit. Verbal schlägernd. Verbal gewalttätig. Die Mordlust kommt heute nicht mehr über die Fäuste rüber, sondern über die aggressive Sprache. So einer wie dieser “Raine” würde so einen wie mich schon gern im KZ sehen. Aber in einem “richtigen”. Mit ihm selber als SS-Wachmann.

    “Raine” bräuchte nur mal seinen ersten Satz lesen und mit seinem zweiten in Verbindung bringen. Erst äußert er seine mörderische Gesinnung, dann möchte er uns vormachen, wie unendlich weit er (und seinesgleichen) doch von sowas entfernt ist, um dann als Alternative zum KZ oder zum Mord das Irrenhaus vorzuschlagen.

    “Raine”, du kannst uns ruhig noch mehr solches Anschauungsmaterial liefern.

  5. Betrifft: Raine Wingel

    Ein sogenannter Diskussionsbeitrag um Diskussion ZU VERHINDERN!
    Dummdreist -seichter Extrem-Small-Talk eines Geistesriesen? Na ja…

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