Trump. Das zweite Jahr

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Dass er inkompetent, unanständig, konfus, egomanisch – kurz: ein Idiot – ist, bestätigt noch einmal Wolffs Fire & Fury. Trump weiß nicht, was er tut. – Das überleben wir, jedenfalls solange die (halbwegs) Erwachsenen in seiner Umgebung ihn vom Übelsten abhalten – zum Beispiel vom Atomknopf. Andererseits … Es geht international viel daneben für die USA, das shithole nation – Fiasko ist da nur eins von hundert Beispielen. Es summiert sich …

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Armaggedon-Evangelicals, Rassisten und marktradikale Milliardäre – seltsame Koalitionäre hinter Trumps Rücken – beuten die Situation aus. Die gigantische Steuererleichterung für Big Money wird Billionen von zusätzlichen Schulden verursachen, wird die Kluft zwischen Arm und Reich drastisch vertiefen – aber das wäre auch unter einem “gemäßigten” Republikaner gekommen. Ebenso die Ernennung von reaktionären Richtern, der Abbau ökologischer und sozialer Maßnahmen und Institutionen. Gefährlich wird die allmähliche Zerstörung der demokratischen Öffentlichkeit, ebenso das Anfeuern des amerikanischen Rassismus.

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Über 40% der amerikanischen Wähler finden Trump gut. Nachwievor. Das dürfte uns Europäern noch mehr Sorgen machen als alles das, was uns Trump und die USA bisher zugemutet haben und 2018 noch zumuten werden. Die führende Nation, unser unverzichtbarer Verbündeter – geht nuts. – Europa muss sich umorientieren, mittelfristig unabhängig machen von den USA.

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Könnte sein, die Republikaner verlieren die Kongresswahlen im Herbst so drastisch, dass sich die Mehrheitsverhältnisse zugunsten der Demokraten drehen. Was dann? Werden die Republikaner ihren Trump dann fallen lassen? Wie würde der darauf reagieren? – Es könnte auch sein, dass die Wahlen für ihn akzeptabel ausgehen. Abwarten.

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Gut für uns: Trump schwächt die Rechtspopulisten in Europa. >>> Hier ein (leider zu) optimistischer Ausblick 2018.

Kommentare

  1. Korbinian meint:
  2. Wie du weißt, Korbinian,
    das ist ein Punkt, bei dem ich – ausnahmsweise – mal näher bei Erdogan stehe.

    Und näher bei Abbas – wie Europa insgesamt ja auch:
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/nahost-politik-graben-zwischen-usa-und-eu-waechst-a-1189236.html

  3. Korbinian meint:

    Der demokratisch gewählte große Präsident Abbas, ein Mann der in Ramallah gut und gerne lebt.

  4. Wer verhindert Neuwahlen in Palästina?
    Lebt Abbas besser als Netanyahu?

  5. Korbinian meint:

    Die Clique um Abbas und Arafat hat schon seit Jahrzehnten UN-Hilfsgelder zweckentfremdet und sich in ihre Clans abgezweigt.

  6. Ich hab nicht den Eindruck, dass Abbas und “sein Clan” so luxuriös leben wie Netanyahu und “sein Clan”.
    Warum diese Einseitigkeit, Korbinian? Man kann doch nicht moralisch nur in EINER Richtung sein, oder? Jedenfalls nicht, wenn man ein Kind der Aufklärung ist. Und das möchtest du doch wohl sein.

  7. Korbinian meint:

    Ich rede von den Geldern die führende PLO-Politiker über Jahre beiseite geschafft haben. Bibi ist auch korrupt, das kann man nachlesen. Aber wenigstens stellt er sich zur Wahl.

  8. Wer verhindert Neuwahlen in Palästina? – Israel. Weil bei Neuwahlen Hamas gewinnen würde.

  9. Korbinian meint:

    Vielleicht sollte man wirklich mal die Hamas gewinnen lassen. Die würden es drauf ankommen lassen.

  10. Sag das Netanyahu! Dem ist der relativ zahme Abbas lieber. Aber ich seh schon, du möchtest, dass die Israelis mehr Schwierigkeiten in den besetzten und kolonisierten Gebieten bekommen …

  11. Korbinian meint:

    Alle Israelis würden Schwierigkeiten bekommen. Die Hamas macht keinen Unterschied zwischen Westbank und dem Kernland.

  12. conring meint:

    Zu Trump
    Ob jetzt die Wahlen im Herbst die große Anti-Trump-Manie der linken Medien bestätigen werden, wage ich zu bezweifeln. Abgesehen von Alabama haben die Republikaner alle Nachwahlen unter Trump gewonnen…

  13. conring meint:

    Für Europa stellt sich die Frage, ob man weiter mit den trumpschen USA zusammenarbeitet. Dort gibt es eben Institution, die deb autokratischen Intentionen des Präsidenten entgegen arbeiten.
    Oder ob man mit offen autokratischen Regimen, wie den Gabrielbros im Iran und in der Türkei psktiert.

  14. Gewonnen – aber erstaunlich knapp. Gewonnen – aber mit heftigen Verlusten.
    Im Moment jedenfalls schaut es schlecht aus für die Chancen der Republikaner. Das kann sich natürlich ändern.

    Türkei und Iran wären keine starken Partner, selbst wenn sie dafür in Frage kämen. China wäre ein Äquivalent. Darüber wird man in der Zukunft wohl immer öfter reden. China hat Gewicht. Und vermutlich auch Zukunft. Die USA haben auch Gewicht – noch – und vermutlich keine Zukunft mehr.

  15. conring meint:

    China als Alternative?
    Steht es im Reich der Mitte nicht in allen Belangen schlechter als in den pösen USA?

  16. In vielen Belangen, nicht in allen.
    1. China ist relativ verlässlich und hat keinen Idioten als Präsidenten, bei dem man nicht wissen kann, was er aus schierer Blödheit anrichten wird.
    2. China erkennt die Gefahr des global warming.
    3. China wird stärker. Die USA werden schwächer.
    Aber alles in allem genommen ist es schon auch richtig: Ein besserer Partner wäre China im Moment nicht. Nur, was passiert, wenn das mit den USA weiter abwärts geht?
    Im Moment ist China noch keine Option. Aber es könnte eine werden (müssen).

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