David S.: Er hat gemordet, weil er Rassist war

rechtsHalten wir das fest – es geht leicht verloren.

David S., 18, in München geboren, Eltern iranischer Herkunft, deutscher und iranischer Staatsbürger.

Er war stolz, am selben Tag wie Hitler Geburtstag zu haben. Er hat den Hitlergruß gezeigt und sich als Hitler-Anhänger geoutet. Er war stolzer “Arier” und hat die “Nicht-Arier” für Kanacken gehalten. Er hat für die Nachwelt ein Manifest über ausländische Untermenschen, Kakerlaken und Menschen verfasst und angekündigt, dass er solche exekutieren werde.

Am 22. Juli 2016 hat er neun Menschen im McDonald’s des Olympiaeinkaufszentrums erschossen – genau am 5. Jahrestag des Massenmordes von Anders Breivik in Norwegen.

Er war seelisch krank, ist in der Schule gemobbt worden – nicht von denen, die er erschossen hat.

Wie können die Behörden in ihrem Abschlussbericht schreiben: “Es ist nicht davon auszugehen, dass die Tat politisch motiviert war.” Zumindest die CSU hält an dieser Einschätzung bis heute fest.

Ich denke an die NSU-Morde und den Nagelbombenanschlag in Köln: Konsequent wurde die Möglichkeit ausgeschlossen, dass die Taten einen rechtsradikalen Hintergrund hatten. Zeigt sich ein Muster? Im Fall David S. etwa so: Solange es geht, werden rechtsradikale Morde nicht als solche gewertet.

Man stelle sich einen analogen Fall vor, einen, in dem ein seelisch kranker, gemobbter Linksradikaler oder ein ebenso zu charakterisierender Islamist eine solche Tat begeht. Wir wären uns sofort einig, dass hier primär nicht das Mobbing zählt, sondern der Linksradikalismus bzw. der Islamismus.

Warum sind wir uns im Fall David S. nicht einig?

Zu den Einzelheiten gibt es einen guten Wikipedia-Artikel.

Anmerkung:

Philipp K., der David S. die Waffe verkauft hat und der kürzlich zu 7 Jahren verurteilt wurde wegen fahrlässiger Tötung, ist ebenfalls – so stellt der Richter fest – ein Rassist und Rechtsextremist voller Wut, Hass und Rachegedanken.

Kommentare

  1. conring meint:

    Analoge Fälle gibt es doch en masse.
    Bei islamischen Attentätern, die einfach mal so austicken, erfährt man doch auch immer, dass das alles nichts mit dem Islam zu tun hat.
    Warum sollte dieses. interpretament nicht auch bei ArierInnen ziehen?

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