(3) Die Rechte bietet der Seele mehr

theorie

Erst kommen das Fressen und die Anerkennung,

dann kommt die Moral!

So ist es zwar nicht mehr liedgemäß, nicht mehr rhythmisch, aber sachlich besser.

Die seelische Nahrung kann zu karg sein, oder eine ungesunde Auswahl, vielleicht sogar eine mit Gift.

Das Seelische und das Materielle sind ineinander verschränkt. Es ist immer nötig, sich beide Dimensionen anzuschauen – bei jedem Glück, bei jedem Elend.

Womit wir bei der Niederlage der Linken und beim momentanen “Erfolg” der Rechten sind:

Die Linke verspricht Materielles, die Rechte dagegen Balsam für die Seele. Die Linke spricht vom Geld, die Rechte von den Schmerzen derer, die sich nicht anerkannt, nicht respektiert fühlen; denen der Lebenssinn bedroht scheint.

Die Linke sucht den Zweifel und baut auf Wissenschaft, die Rechte dekretiert Gewissheit und organisiert den Glauben.

Die Linke spricht universal, die Rechte versammelt die verlorenen Einzelnen zu Stämmen.

Universal fühlen und denken zu können, das setzt voraus, dass man über genug Seelennahrung verfügt: Menschlichkeit, Solidarität für die Menschen überall und egal von welcher Farbe und sonstiger Qualität – Humanismus.

Was machen aber die seelisch Verelendeten? Sie mobilisieren Wut, Hass, Verachtung in sich, um sich als etwas Besseres fühlen und denken zu können. Sie vertrauen sich Sektierereien an und finden Familie, Heimat, Geborgenheit, Gewissheit. Sie sehnen sich nach eindeutigen Autoritäten, um sich wieder orientieren zu können. So verschaffen sie sich – auf vergiftete und vergiftende Weise – Anerkennung, Respekt, Sinngefühl.

Was hat die Linke anzubieten? – Sie könnte sich ebenfalls barbarisieren und damit attraktiver machen. (Manche versuchen es.)

Gibt es eine andere Option?

1 Epistemisches Stammes-Denken

2 Erst kommt das Fressen …?

3 Die Rechte bietet der Seele mehr

4 Es gibt formal zwei Wahrheiten

5 Stammes-Denker verstehen keine Objektivität

6 Gibt es sowas wie objektive Wahrheit?

7 Contra Stammes-Wahrheit: Was tun?

Noch keine Antwort auf diese Frage. Sondern die Feststellung: Es gibt oft zwei Wahrheiten, eine objektive und eine “Stammes”-Wahrheit.

Kommentare

  1. conring meint:

    Die Linke hat doch eher das Problem, daß sie in ihrer gegenwärtigen Ausprägungen den hiesigen heterosexuellen, mgrationshintergrundlosen BürgerInnen, die noch immer die Mehrheit des Wahlvolkes stellen, eigentlich überhaupt nichts anbietet.
    Außer natürlich die Zeche für die diversen linken Weltverbesserungsprojekte (unbegrenzte Einwanderung, Autoabschaffung. Energiewende etc.) zu bezahlen.

  2. Soziale Gerechtigkeit zum Beispiel scheint nichts zu sein, was du zu den konstruktiven Zielen zählst, conring. Dito die ökologische Vernunft.

    Das sagt dir ein heterosexueller und migrationshintergrundloser deutscher Mann.

    Was die Linke vorschlägt, sind Reformen. Für Reformen hat conring nur den Begriff der Weltverbesserung. Wehe dem, der versucht, etwas gegen unseren Weg abwärts zu tun!

    Wir können natürlich mal alles so lassen, wie es ist, außer, wie conring wohl meint, dass wir uns halt ein bisschen besser abschotten gegen Flüchtlinge.

    Autoabschaffung? – Ich hab nicht den Eindruck, dass die von Grünen geführte Regierung in BW an der Abschaffung des Autos arbeitet. Und dass wir die längst schon eingeleitete Energiewende weiterführen und ausweiten müssen, ist eigentlich beinahe schon Konsens in Deutschland. (Beinahe, denn conring gehört noch nicht dazu.)

    Zum Thema des Artikels: Was bietet ein Rechter wie conring? – Nostalgie. Und – ich hab das im Artikel gar nicht berücksichtigt: Rechte Politik lässt ihre Anhänger leidenschaftliche Abscheu vor dem Gegner genießen. Gibt sich bewusst menschenfeindlich. Denn das Niedermachen tut destruktiven Seelen gut. Die negativen Gefühle müssen raus – da braucht man jemand, auf den man sie loslassen kann.

    Dass es einem wie conring vor allem um Abfuhr negativer Energie geht, sieht man daran, dass er so gut wie nicht argumentiert. So gut wie nicht begründet. Er schießt nur seine negativen Gefühle rein ins Forum. Damit ist er befriedigt.

    Ginge es wirklich um die Sache, würde er ARGUMENTIEREN.

    (Das kann er so wenig wie Donald Trump.
    Muss ich mich hier mit so einem Hirnlosen abgeben? – Ich möchte gern argumentieren.)

  3. conring meint:

    Was ist denn eigentlich”soziale Gerechtigkeit”. Ein Begriff der doch sehr schildernd ist.
    Und die hiesige Energiewende hat doch eben das Problem, daß die Energiekosten allgemein steigen.
    Was dann wiederum Leute mit eher kleinen Einkommen mehr trift.
    Ähnliches lässt sich für den hiesigen Wohnungsmarkt sagen. Er wird im unteren und mittleren Segment immer teurer.
    Bei mir in Frankfurt bitten Linke da als Antwort: Mieten runter, und keine Rendite für Vermieter.
    Das erste stammt vom seit fünf Jahren herrschenden Spd.-OB. Da kann man sich doch fragen, was der Mann (ich hab ihm übrigens auch gewählt) in seiner Amtszeit eigentlich so gemacht hat…
    Das zweite von der Linkspartei. Da sollte dann schon mal erklärt werden, warum jemand eine Wohnung überhaupt noch vermieten solte.

  4. Wenn die Kosten steigen, man später aber nicht an Lungenkrebs aufgrund belasteter Luft erkrankt, dann rentiert sich das doch schon einmal mehrfach.

  5. conring meint:

    Nostalgiker bin ich übrigens eher in der linken Richtung.

  6. Klar, conring, die A R M E N Vermieter. Keine Rendite mehr. Ich schlage vor, angesichts ihrer Not mit ihren Mietwohnungen sollten sie sie verschenken. Dann haben sie wenigstens keinen Verlust und keinen Ärger mehr damit.

    Dass jemand wie du mit “sozialer Gerechtigkeit” nichts anfangen kann, ist geschenkt. Es hätte mich auch gewundert. Mit einem Tauben braucht man nicht über Mozart zu reden.

    Der “linke” Nostalgiker weiß mit dem Begriff “sozale Gerechtigkeit” nichts anzufangen … Conring und links!

  7. conring meint:

    Ich besitze genau null Mietwohnungen.
    Und taub scheinen ja nicht nur ich Altrechter zu sein, sondern auch die Mehrzahl der deutschen WählerInnen. Die konnten mit der sozialen Gerechtigkeit in der Schulz-Spd-Form auch nichts anfangen.
    Werden Hörgeräte eigentlich noch von den öffentlichen Krankenkassen bezahlt?
    Bei Brillen ist es ja seit einer höchst sozialen Reform der rot-grünen Regierung nicht mehr so.

  8. Zitat Leo: “…Das sagt dir ein heterosexueller und migrationshintergrundloser deutscher Mann.”

    Migrationshintergrundlos zu sein ist bei jeder Form des Zusammenlebens unmöglich, zumindest wenn wir nicht in Parallelwelten leben!

    Das Gebiet, das wir heute Deutschland nennen, ist seit bekannten Zeiten Durchzugsland für “Migranten” aus allen Teilen der Welt, mit Schwerpunkt Asien gewesen. Mit allen haben sich die jeweils gerade hier Lebenden auseinandergesetzt, mit ihnen interagiert und alle haben sie ihre Spuren hier hinterlassen.

  9. almabu,
    ich beziehe mich auf die offizielle Definition: Migrationshintergrund hat, wer entweder selbst eingewandert ist oder als Kind der zweiten Generation angehört.

    Aber sonst hast du schon recht. Irgendwo in meinem Stammbaum werden sich weiß der Teufel welche Nichtdeutsche befinden, wenn man nur genug in den Ästen klettert. Aber eher auf der mütterlichen Seite; was die väterliche angeht, so hat der Bruder meines Großvaters, als er Nazi werden wollte, einen perfekt arischen Stammbaum vorgelegt – ich hab ihn als Kind mal gesehen.

    Als ich ein Jugendlicher war, wär’s mir am liebsten gewesen, irgend ein Indianer wäre unter meinen Vorfahren, egal von welchem Stamm.

  10. Ich hab’ den von meinem Vater auch einmal gesehen, bin mir als Laie trotzdem ziemlich sicher, daß er da einige “arisierende Kunstgriffe” untergebracht hat. Was soll’s? Das war sowieso eine Schnapsidee vom Karnickel-Züchter Himmler. Die USA und die Russen waren damals weiter: Rassismus hat, zumindest offiziell, keine Rolle in ihren Ideologien gespielt…

  11. Leo! Spinnst du? Alles andere als ein Apache kommt doch wohl nicht in Frage, oder ;-)

  12. Worauf ich darauf hinweisen will, daß schon Karl May mit seinen Schwarz-Weiss- und Gut-und Böse-Geschichten vom Rassismus nicht vollkommen unbeeinflusst war…

  13. Ich war schon immer ein recht großzügiger Mensch, offen für Gelegenheiten. Für mich hätt es auch ein Maya, Inka, Cherokee, Kiowa, Irokese, NézPercé … getan.

    Fast 10 Jahre meines Lebens waren die Indianer für mich das Volk meines Herzens. Grad weil sie verloren haben. Wohl auch, weil sie sowas wie menschliche Naturkraft verkörpert haben, die dann der überlegenen Technologie des Weißen Mannes nicht gewachsen war. So wie ich als Kind, als Jugendlicher auch. Der Weiße Mann, das war für mich die Welt der Erwachsenen, der Autoritäten.

    Von den einen Roten bin ich dann, als es Zeit dafür war, zu den anderen Roten übergewechselt.

    Die Migranten in Europa sind wohl für mich “Nachfahren” der Indianer …

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