Konservative FÜR Einwanderung und Vielfalt

usaDavid Brooks kommentiert in der NewYorkTimes, mit konservativem Blick. Ich übersetze ein paar Absätze aus seinem letzten Artikel.

Es spreche nicht viel für die Beschränkung der Einwanderung.

“Steigen Sie in Ihr Auto. Wenn Sie nun im ländlichen New England starten und südwärts fahren, nach Appalachia hinein, oder in den Oberen Mittelwesten, dann werden sie durch ein County nach dem andern fahren, in dem es kaum Einwanderer gibt. Diese ländlichen Gegenden sind oft zu 95% weiß. Ihnen fehlt jene Vielfalt, von der die Einwanderungsgegner behaupten, sie belaste die sozialen Beziehungen.

Fallen diese Counties auf durch festen sozialen Zusammenhalt, durch ökonomische Dynamik, durch steigende Löhne und durch gesunde Familienwerte? – Nein. Im Gegenteil. Ökonomische Stagnation, soziale Isolation, zusammenbrechende Familien und hohe Drogenabhängigkeit kennzeichnen sie mehr.”

Es sei eine unübersehbare Tatsache, dass heutzutage die Einwanderer mehr konservative Tugenden (Fleiß, Ehrlichkeit, Familiensinn, Religiosität) zeigen als die Einheimischen.

“Alles in allem leidet Amerika unter einem Verlust an Dynamik. Geschäftsgründungen werden weniger. Die innerstaatliche Mobilität geht zurück. Amerikaner wechseln den Arbeitsplatz häufiger, und immer mehr Amerikaner verbringen den Tag, ohne ein einziges Mal das Haus zu verlassen.

Aber diese Trends gelten fast nur für die einheimische Bevölkerung. Die Einwanderer liefern das Gegenmittel. Sie starten neue Geschäfte doppelt so häufig wie die Nicht-Einwanderer. Zu circa 70% teilen sie den Amerikanischen Traum – verglichen mit nur 50% der im Land Geborenen.”

Brooks zählt ca. 500 Counties in den USA,  vor allem in den Metro-Areas, die Vielfalt (diversity) geschaffen haben, und 2.600 Counties, meist in ländlichen Gegenden, die kaum Einwanderer angezogen haben. Erstere wählen überwiegend liberal, die mono-kulturellen eher nicht.

Das Bruttosozialprodukt erwirtschaften vor allem die Counties, die Vielfalt bieten. Die mit den vielen Einwanderern. Die multikulturellen.

David Brooks und Leo Brux haben gleich klingende Familiennamen, sind aber nicht miteinander verwandt. David Brooks ist Republikaner; als solcher (als authentisch Konservativer) todunglücklich über seinen Präsidenten und die Richtung, in die die Republikaner gegangen sind. 

In seinem Artikel vergleicht er die Situation auch mit der in Deutschland. Die ländlichen Teile der USA stehen für Ostdeutschland …

Ich habe einiges über Anklam/MeckPomm geschrieben …

 

Kommentare

  1. Guter Text, danke

  2. Ich denke mal viel hat mit dem Brain Drain zu tun, wenn talentierte Leute einfach abwandern.

    Das sind zwei unterschiedliche Mentalitäten. Die einen sehen die Möglichkeit, durch harte Arbeit ihren Status zu verbessern. Die anderen reden sich selbst leider ein: “Mir geht es zwar schlecht, aber immerhin besser als wenn ich gar nichts hätte. Ich mache einfach weiter wie bisher.” Und dann konzentriert sich das in verschiedenen Gegenden. Das ist quasi wie ein Teufelskreis.

  3. Ja, in Anklam zum Beispiel (MeckPomm, noch 11.000 Einwohner, “national-befreite” Zone, keine Ausländer!) verlassen 90% der Abiturienten die Stadt. Für die, die bleiben, ist kaum ein Arbeitsplatz in Aussicht. So geht es, wenn man ethnisch sauber bleiben will: Dann ist tote Hose.

    Leider konnte ich nicht herausfinden, wie hoch die Kriminalitätsbelastung in Anklam ist. Müsste ja doch, da Ausländer fehlen, extrem niedrig sein … Ist es aber wahrscheinlich nicht. Wie gesagt, da fehlen mir aber die Daten.

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