Gauck und das Multikulti-Missverständnis

multikulturJoachim Gauck ist nicht xenophob.

„Fremde sind nicht klassifizierbar: Sie lösen Irritationen aus.“ Dies sei jedoch keine neue Entwicklung. Das Eigene würde meist idealisiert, das Fremde dämonisiert.

Beim „Nachdenken über das Eigene und Fremde“ meinte Gauck:

„Einen großen Einfluss in der Integrationspolitik hat lange Zeit die Konzeption des Multikulturalismus gehabt:

Was sich auch immer hinter den einzelnen Kulturen verborgen hat – Vielfalt galt als Wert an sich“, sagt Gauck. Die verschiedenen Kulturen sollten gleichberechtigt nebeneinander existieren, stellt er fest, für alle geltende westlich-liberale Wertvorstellungen seien abgelehnt worden.

„Ich verstehe, dass es auf den ersten Blick tolerant und weltoffen anmuten mag, wenn Vielfalt derart akzeptiert und honoriert wird. Wohin ein solcher Multikulturalismus aber tatsächlich geführt hat, das hat mich doch erschreckt“, sagt Gauck.

Wer von uns hat sich für jene anti-westlichen Wertvorstellungen ausgesprochen, die wir bei vielen Migranten beobachten?

Wer hat sich für (!) Zwangsheiraten und Frühheiraten ausgesprochen? Oder deren Dulden?  – Gewiss nicht die Anhänger der Multikulturalität.

DAS war und ist unser Standpunkt: Man muss den Einwanderern Zeit geben; man muss in manchem auf die zweite und dritte Generation setzen; man muss, bei Rechtsbruch, rasch und deutlich strafrechtlich die Grenzen deutlich machen.

Für unsere relative Toleranz haben wir uns also auf den Zeitfaktor bezogen – die Grund- und Menschenrechte immer im Blick.

So sollten wir es auch weiterhin handhaben.

„Sehe ich es richtig, dass in diesen und anderen Fällen die Rücksichtnahme auf die andere Kultur als wichtiger erachtet wird als die Wahrung von Grund- und Menschenrechten?“

Da muss ich den Ex-Bundespräsidenten um den Beleg bitten!

Kommentare

  1. conring meint:

    Die hervorragend integrierte Frau Özuguz kann sich Kinderehe, natürlich nur in der islamisch-patriarchalischen Variante, durchaus auch in der BRD vorstellen.
    Und in Pinneberg ist doch auch gerade islamisch-patriarchalische Polygamie im Rahmen eines Familiennachzuges legitimiert worden.
    Gauck weiß schon, wovon er redet.

  2. Beleg das mal, das mit Özoguz und der Kinderehe!

    Und wenn das in Pinneberg stimmt – dann ist es die überaus seltene Ausnahme, oder? Ein Einzelfall. Der vermutlich korrigiert wird.
    Gauck spricht doch nicht von extremen Einzel- und Ausnahmefällen. Er meint, da sei etwas die Regel, was offensichtlich nicht die Regel ist.

  3. conring meint:

    Ob das Urteil in Pinneberg revidiert wird, bleibt abzuwarten. Wenn nicht wird es sicher weitere Einzelfälle geben und irgendwann wir der Einzelfall eben der ganz normale Fall.
    Dass man Ehen von erwachsen Männern mit minderjährigen Mädchen nicht pauschal verbieten sollte, sagt sie hier:http://www.zeit.de/politik/deutschland/2016-11/aydan-oezoguz-integrationsbeauftragte-kinderehen
    Alles natürlich mir aus humanitären und integrationsfördernen Gründen.

  4. Folgende Informationen entnehme ich dem Artikel:
    (1) Es gibt noch (!) einige Fälle von Eheschließungen mit minderjährigen, aber die Zahl ist rapide zurückgegangen, lag im letzten Jahr bei knapp unter 100. Sie war mal deutlich höher und offensichtlich rechtlich möglich.
    (2) Die Bundesregierung (mit Özoguz als Teil) ist grundsätzlich gegen solche Eheschließungen, möchte sie gesetzlich unmöglich machen.
    (3) Die Frage ist dann, ob diejenigen, die schon geschlossen worden sind, rechtlich aufgelöst werden sollen. DAZU – und nur DAZU – sagt Aydan Özoguz: Das könnte in einzelnen Fällen Probleme für die Frau nach sich ziehen, sollte also – auf die schon bestehenden Ehen – nicht pauschal geschehen.

    Habe ich das richtig verstanden?

    Özoguz sagt:

    “Werden ihre Ehen aberkannt, verlieren sie unter anderem Unterhalts- und Erbansprüche, ihre Kinder wären unehelich, für viele würde das sogar eine Rückkehr in ihre Heimatländer unmöglich machen.”

    ABERKANNT. Das heißt, die Ehe ist bereits geschlossen und rechtlich gültig – und würde nun aufgelöst werden.

    Da haben wir also eine 15jährige aus dem Irak, verheiratet mit einem zum Beispiel 25jährigen – und nun stellt sich die Frage, ob diese bestehende Ehe gemäß dem neuen Gesetz als aufgelöst gelten soll. Was geschieht dann mit der jungen Frau? Ich denke schon, dass man sich darüber – wie Özoguz – Gedanken machen sollte.

    Vielleicht bezieht sich das Problem auch auf Flüchtlinge, bei denen ein Ehemann mit einer zum Beispiel 15jährigen Ehefrau in Deutschland ankommt. Soll dann die Ehe gesetzlich aufgehoben werden?

    Aydan Özoguz ist also, wenn ich den Text richtig verstehe, nicht dagegen, dass es in Deutschland ein Gesetz geben soll, das hierzulande generell Eheschließungen mit Minderjährigen verbietet.

  5. conring meint:

    Frau Özuguz plädiert aber für die hiesige Anerkennung für im Ausland geschlossene Ehen mit minderjährigen Mädchen. Was letztendlich auf eine Anerkennung solcher Verbindungen in der BRD hinausläuft…

  6. conring meint:

    Ich würde da sogar sagen, dass ein Plädoyer für die hiesige Legalisierung solcher Verbindungen der intellektuell klarere Standpunkt wäre.

  7. Wie sähe das dann praktisch aus, conring?
    Also, ein Iraker ist Flüchtling, verheiratet mit einer Frau, die eigentlich (für uns) ein Mädchen ist: 15 Jahre alt.
    Seine Frau ist mit ihm zusammen in Deutschland.

    Jetzt schlägst du also vor: Die Ehe ist aufgehoben, das Mädchen muss weg von dem Mann.
    1. Frage: Will das Mädchen das?
    2. Frage: Wohin soll das Mädchen gehen?
    3. Frage: Was macht man mit einem eventuellen Kind aus dieser im Irak legal geschlossenen Ehe?

    Es würde mich interessieren, was für Lösungen du da vorschlägst – und wie die mit dem GG vereinbar wären.
    Interessant zu wissen wäre auch, ob es in irgend einem anderen Land eine solche Ehe-Auflösungs-Bestimmung im Falle einer Einwanderung gibt.

    Es geht übrigens nicht um eine Legalisierung von etwas, das (bisher) illegal wäre, sondern um eine gesetzliche Neuregelung, meines Wissens. Wenn zum Beispiel eine Ehe im Irak legal geschlossen wird, bei der die Frau minderjährig ist, dann ist das nun einmal eine legal geschlossene Ehe.

    Im Falle einer legal geschlossenen Vielehe kann Deutschland rechtlich etwas machen: Nur eine davon als rechtlich gültig anerkennen. Der Mann kann aber mit allen seinen Frauen zusammenleben.

    Das Problem liegt bei einer Ehe mit einer Minderjährigen anders. Siehe oben.

    Was man machen wird – und wofür auch Özoguz ist: Man solche Eheschließungen in Deutschland verbieten. Man kann auch in Deutschland gemeldeten, mit Aufenthalt versehenen Migranten oder Flüchtlingen die (nach Gesetzesbeschluss erfolgte) Eheschließung mit einer Minderjährigen im Ausland als Straftat anrechnen. Was man wohl nicht machen sollte (und vielleicht auch nicht darf: Schon legal im Ausland geschlossene Ehen von Personen, die bis dahin nicht in Deutschland gelebt haben, auflösen.

    Nicht nur ich sehe das also so, sondern vermutlich ziemlich viele Ethnodeutsche. Also, wieso unterstellt man Özoguz erstens etwas Falsches (nämlich dass sie für die Beibehaltung der bisherigen Gesetzeslage wäre), wieso verteidigst du Özoguz nicht gegen den naziartigen Angriff von Curio auf die Integratiertheit von Özoguz?

  8. conring meint:

    Der Iraker könnte dich einfach mit seiner Kindfrau einfach in ein anderes Land gehen…
    Interessant wäre da ja erstmal zu klären wie den so genau sein Aufenthaltsstatus begründet ist.
    Bei einer im Ausland geschlossen zweitehe stellt sich dann auch die Frage, wer hier den Spaß bezahlt.
    Solange der islamische Pascha seine Frauen aus eigener Tasche bezahlt, ist es sein privates Vergnügen. Sobald die Sache, was die Regel sein dürfte vom deutschen Steuerzahler bezahlt wird, sieht es dich wieder anders aus.

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