AfD-MdB Curio: Hat er ethnische Säuberung gefordert?

Bundestag. Der Abgeordnete Gottfried Curio, AfD, hetzt.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), nannte er ein „Musterbeispiel misslungener Integration“.

Was sagt er damit?

Aydan Özoguz dürfte sowohl in ihrem Alltagsleben, in ihren Kompetenzen, ihrer Fähigkeit, sich in Deutschland Karriere zu machen, der dafür vorauszusetzenden Akzeptanz durch ihre deutsche Umgebung – durch ihr quasi “deutsches Normalsein” ein Musterbeispiel gelungener Integration sein. Vielleicht sogar Assimilation.

Was also meint Curio, wenn er angesichts dieser Sachlage von einem “Musterbeispiel misslungener Integration” spricht?

Egal, was eine Person mit türkischem Migrationshintergrund darstellt und leistet – er oder sie gehört nicht hierher.

Gerade weil sich Aydan Özoguz so gut integriert bzw. sogar assimiliert hat, bedeutet sie eine Bedrohung. Denn – wie beim “Juden”: Das Fremde hängt an der Person türkischer Herkunft biologisch oder durch die Kinderstube.

Curio hat sich als Rassist geoutet. Er spricht die Sprache der Nazis. Geht es der AfD um ethnische Säuberung? Curios Äußerung legt dies nahe.

„Und der Präsident des Bundestages greift nicht ein – keine Zurückweisung, keine Rüge, nichts. Ich fasse es nicht“, sagte Haßelmann, MdB der Grünen.

Anmerkung 1:

Letztes Jahr meinte Gauland, Özoguz sollte man “in Anatolien entsorgen”. Wo sie wohl verhaftet würde, weil sie für das dortige Regime entschieden zu “Deutsch” denkt. Einem türkisch-deutschen AfDler würde das wohl nicht passieren.

Anmerkung 2:

Viktor Klemperer: Er war Deutscher und Protestant. Aus jüdischem Elternhaus. War er also Jude? Und dazu noch Musterbeispiel einer bei “Juden” bzw. jüdischer Herkunft notwendigerweise misslingenden Integration?

 

Kommentare

  1. conring meint:

    Curio und Gauland dürften wahrscheinlich das özugusche Statement über die diesseits der Sprache nicht existenten deutschen Kultur als Ausgangspunkt ihrer Kritik gewählt haben.
    Der Romanistik Klemperer hat so einen Unsinn übrigens nie geäußert.

  2. Mal abgesehen davon, dass ich da als Deutscher ganz der Meinung von Özoguz bin (so, wie Millionen andere Deutsche auch) – was hat das mit der Integration von Özoguz zu tun?

    DAS, conring, erklärst du mir jetzt!

    Apropos Klemperer: Er meinte, dass sich die BRD eher faschistisch entwickle und hat sich, obwohl eigentlich kein Kommunist, für die DDR entschieden. Er hat die Russen den Amerikanern vorgezogen. Der Restauration des Kapitalismus in Westdeutschland hat er nicht getraut. Die SED war ihm lieber als die CDU … Soo schlimm scheint Özoguz dann doch nicht zu sein …

    Na, was sagst du da?

    Aber, damit du es nicht vergisst: Erklär uns, wie eine Äußerung von Özoguz, die von Millionen in Deutschland geteilt wird, belegen soll, dass sie ein Musterbeispiel gescheiterter Integration sei!

    Was sind die Kriterien für gelungene Integration? Welche erfüllt Özoguz nicht?
    Und können wir den selben Maßstab auch an dich und an Curio stellen? Seid ihr erfolgreich integriert in die pluralistische, multikulturelle Gesellschaft Deutschlands?

  3. conring meint:

    Zu Klemperer.
    Dessen Entscheidungen sind sicher autobiographisch plausibel, a la longue aber doch eher kurzsichtig. Übrigens gehört ja zur deutschen Kultur auch immer in all ihren Ausprägungen ein kräftiger Schuß Antiamerikaismus.

  4. conring meint:

    Zum Rest.
    Natürlich kann man der Meinung sein, dass es sowas wie eine spezifisch deutsche Kultur nicht gibt. Wäre ein guter kritischer Ansatz, den in voll unterstützen könnte. Dann müsste man allerdings auch sagen, das

  5. conring meint:

    türkische, arabische und islamische Kultur ähnliche Nullaussagen sind.

  6. Parviz meint:

    Liebe/r Corning, zu der Frage, was die Kriterien für gelungene Integration ist, sagst du nichts. Ich weiß nicht, ob du Deutsche/r bist oder nicht. Aber vielleicht kannst du nicht nur dagegen sein, sondern eventuell eine Idee davon hast, wie die Menschen sich hierzulande integrieren könnten,

  7. conring meint:

    Warum sollte ich hier eigentlich den Begriffbereich “gelungene Integration” erklären?
    Ich benutz

  8. conring meint:

    e ihn gar nicht…

  9. Parviz meint:

    Glaubst du aber, dass die Menschen sich hier integrieren können, und wenn ja, wie und was sie dafür tun müssen.

  10. conring,
    ich bestehe auf Antworten auf meine Fragen!

    Erklär uns, wie eine Äußerung von Özoguz, die von Millionen in Deutschland geteilt wird, belegen soll, dass sie ein Musterbeispiel gescheiterter Integration sei!

    Was sind die Kriterien für gelungene Integration? Welche erfüllt Özoguz nicht?
    Und können wir den selben Maßstab auch an dich und an Curio stellen? Seid ihr erfolgreich integriert in die pluralistische, multikulturelle Gesellschaft Deutschlands?

    Du hast immerhin um Verständnis für Curio geworben. Also hast du indirekt auch seinen Ausdruck verteidigt. Du beteiligst dich an seiner Hetze gegen Özoguz – und bist dann zu bequem oder inkompetent, um das argumentativ zu untermauern?

  11. Nach AfD-Auffassung können Ausländer mit ihrer Integration nur scheitern, weil ihnen das deutsche Blut fehlt. Das wird so nicht kommuniziert, aber es lässt sich schließen. Entweder kann der Ausländer kein Deutsch und kriegt Hartz IV (dann liegt er uns auf der Tasche) oder er ist gebildet und hat einen Job, dann taugt er vielleicht als Steuerzahler, aber die Gefahr ist groß, dass er unsere Kultur aktiv zerstört, siehe Özoguz. Würden alle Syrer Akademiker, es entstünde sofort eine Diskussion, dass “die” zu gut sind und unsere Führungspositionen übernehmen.

  12. Wie sie’s auch machen, sie machen’s falsch.
    Machen sie Karriere und werden sie reich, sind sie für unsereins gefährlich, werden wir Opfer der Überlegenheit der Fremden.
    Machen sie’s normal, nehmen sie uns die Wohnungen und die Arbeitsplätze weg und kriegen zu viele Kinder und verdrängen uns.
    Machen sie’s unterschichtsmäßig, kosten sie uns zuviel und bedrohen uns kriminell.

    Sind sie Fremde, bleiben sie Fremde.
    Werden sie vertraut, sind sie am gefährlichsten: sie verstecken ihre Fremdheit und ihre bösen Absichten unter einer Maske. Sie täuschen uns – so, wie blonde, blauäugige und auch sonst “germanisch” aussehende Juden den Rassisten im Dritten Reich immer wieder als Raffinesse und Tücke der jüdischen Rasse erschienen sind.

    Man sollte dem Curio dankbar sein, wie er uns diese Ausweglosigkeit im Bundestag deutlich gemacht hat. Kann man besser integriert sein in Deutschland als Özoguz? Nein. Was sind dann aber Curios Kriterien für Integration? Er hat keine. Das Fremde bleibt immer fremd.

    Schade, dass man da im Bundestag NUR empört war. NUR geschimpft hat. Ich rate von bloßer Empörung ab und empfehle, zur Ergänzung, die Art von kühler Schlussfolgerung, wie man sie in meinem Artikel findet.

    Ich möchte noch eine unbequeme Überlegung anschließen. Man kann die fundamentale Ablehnung des Fremden als eine sehr häufige, sehr übliche Reaktion vermutlich in allen Gesellschaften aller Epochen und Weltgegenden finden. Ein AfDler sagt, Xenophobie sei doch etwas ganz Normales im Volk, weit verbreitet, alltäglich, hat er leider nicht unrecht. Es ist etwas Menschliches in diesem (heute jedenfalls) Unmenschlichen. Was sozialisiert Menschen die xenophobe Neigung an? Welche Umstände locken diese Neigung hervor bzw. verstärken sie?

    Denen, die gern triumphierend darauf hinweisen, das Misstrauen gegen Fremde sei nun mal urmenschlich, unvermeidlich und von der Evolution durchgesetzt, muss man sagen: Die Offenheit und Fremdenfreundlichkeit und die Neugierde und das Lernen vom Fremden gibt es “von Natur aus” – also evolutionär als Möglichkeit verankert – genauso. Andernfalls wäre die Menschhein nie über die Horde hinausgekommen.

  13. conring meint:

    Dass ich die Dame für ein Musterbeispiel misslungener Integration halte, habe nirgends geschrieben. Ich habe nur deutlich gemacht, wie der Herr Curio zu seiner Einschätzung kommt.
    Ich würde sogar sagen, dass Frau Özuguz ganz hervorragend im Milieu der SPD-Funktionäre integriert ist.

  14. Herr Curio kommt nicht zu seiner Einschätzung aufgrund von irgendwelchen Äußerungen von Özoguz, sondern generell: weil sie türkisch-stämmig ist. Er würde ja auch nicht meine Äußerungen dazu verwenden, mir die Integration abzusprechen, oder? ICH dürfte alle die Äußerungen machen, die Curio Özoguz zuschreibt oder unterstellt. Warum? Aus Gründen meiner Rasse, sozusagen.

    Es soll für das, was man tun und sagen darf, ethnische Unterschiede gemacht werden. ICH darf arbeitslos werden, einer mit Migrationshintergrund nicht; ICH darf sagen, Deutschsein gibt es für mich muttersprachlich, aber sonst eigentlich nicht – sonst ist alles eher europäisch und nicht spezifisch deutsch. (Ich würde da allerdings die deutsche Geschichte noch hinzufügen – die hat man eher als Deutscher mit Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, die in die deutschen Verbrechen auf die eine oder andere Weise involviert waren, und nicht, wenn man als Franzose oder Pole oder Tunesier den deutschen Pass erwirbt. In dieser Hinsicht würde ich Özoguz ergänzen.)

    Was also passiert bei dir ebenso wie bei Curio & Co: Alles, was euch im Falle eines Migranten missfällt, bezieht ihr auf sein Migrantsein. Ihr macht aus allem ein ethnisches Problem. Verrechnet sich ein Ethnodeutscher und sagt, 15+12=37, dann hat er sich halt einfach vertan. Passiert das einem Migranten, dann beweist das, wie blöd die doch sind, nicht einmal rechnen können sie.

    Würdest du dich von diesem Muster freisprechen, conring?

    Es ist dir doch klar, was dieses pathologische Muster in Deutschland in der ersten Hälfte des 20. Jh angerichtet hat!

    Zum Beispiel:

    Es gab Vergewaltigungen, und es gab Vergewaltigungen durch jüdische Männer. Und letzteres war jedes Mal ein Fressen für Streichers “Stürmer”.

  15. Parviz meint:

    Corning,
    hast du selbst auch eine Meinung zum Thema? Herr Curio kann für sich sprechen .

  16. conring meint:

    @ Leo Brux
    Ersteinmal verbiete ich mir in Beziehung auf Herrn Curio und mich verwendeten Begriff euch.
    Ich kenne den Mann. Curio war bislab

  17. conring meint:

    Bislang für mich eine Figur aus der endph

  18. conring meint:

    Schulding ich tippe gerade auf meinen Handy herum.
    Nochmal
    Mich verbindet mit Herrn Curio nichts. Der einzige Curio, den ich bis lang kannte, war der aus der Spätzeit der römischen Republik.
    Ich kritisiere Leute wie Heiko Maas, Ralle Stegner, Kathrin Göring-Eckhardt, Claudia Roth etc. ebenso.

  19. Parviz meint:

    kritisierst du Weidel, Gauland, von Storch und Höcke auch?

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